
Kraftwerksausrüster profitieren vom KI-Boom
Künstliche Intelligenz sorgt für einen rasant steigenden Energiebedarf. Das führt nach jahrelangen Unterinvestitionen in Erzeugungskapazitäten und Übertragungsnetze zu einer hohen Nachfrage und vollen Auftragsbüchern bei Kraftwerksdienstleistern wie Siemens Energy und seinem US-Mitbewerber GE Vernova.
Der hat sich am Mittwochmittag mit seinen Quartalszahlen zu Wort gemeldet und konnte damit nicht nur die Erwartungen der Analystinnen und Analysten übertreffen, sondern auch mit einem angehobenen Ausblick überraschen. Bei Siemens Energy sorgte die starke Vorlage für frischen Wind und ein weiteres Allzeithoch der Aktie.

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Steigender Kurs
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Call
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5
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10
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20
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Fallender Kurs
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Put
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5
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20
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Starkes Umsatzwachstum und Gewinnexplosion
Gegenüber dem Vorjahresquartal legten die Erlöse von GE Vernova um 3,8 Prozent auf 10,96 Milliarden US-Dollar zu. Damit konnte der Konzern ein Umsatzergebnis um 740 Millionen US-Dollar über den Schätzungen präsentieren. Das organische Wachstum von 2 Prozent wurde vor allem durch höhere Service-Erlöse in allen Segmenten realisiert.
Beim Gewinn pro Aktie (nach standardisierter Rechnungslegung GAAP) sorgte das Unternehmen für eine faustdicke Überraschung. Am Markt erwartet wurden 3,14 US-Dollar. Dieses Ergebnis konnte mit 13,39 US-Dollar meilenweit übertroffen werden. Insgesamt wurde ein Nettogewinn von 3,67 Milliarden US-Dollar erzielt gegenüber 484 Millionen US-Dollar im Vorjahreszeitraum.
Die Auftragsbücher füllen sich weiter
Die ohnehin schon vollen Auftragsbücher haben sich in den vergangenen drei Monaten weiter gefüllt. Insgesamt verzeichnete GE Vernova neue Orders mit einem Gesamtwert von 22,2 Milliarden US-Dollar. Das entspricht einem Anstieg von 65 Prozent.
Im gesamten abgelaufenen Geschäftsjahr 2025 wurden Eingänge in Höhe von 59,3 Milliarden US-Dollar verbucht. Ein Großteil davon entfällt auf das Kraftwerks- und Gasturbinengeschäft, wo der Bestand um 52 Prozent auf 32,8 Milliarden US-Dollar geklettert ist. Auf Windkraft entfallen 7,7 Milliarden US-Dollar der Auftragseingänge und auf das Elektrifizierungsgeschäft 19,3 Milliarden US-Dollar.
Kurz- und mittelfristige Prognose angehoben
Angesichts der guten Auftragslage hat das Unternehmen seinen Ausblick auf 2026 erneut angehoben. Erwartet wird ein Umsatzergebnis von 44 bis 45 Milliarden US-Dollar. Das bedeutet eine Aufwärtsrevision von 3 Milliarden US-Dollar. Der freie Cashflow soll mit 5 bis 5,5 Milliarden US-Dollar um 500 Millionen US-Dollar höher ausfallen als bislang gedacht.
Auch über 2026 hinaus erwartet GE Vernova ein starkes Geschäft. Bis zum Geschäftsjahr 2028 sollen Erlöse in Höhe von 56 Milliarden US-Dollar erzielt werden. Eine bereinigte EBITDA-Marge von 20 Prozent soll dabei für Milliardengewinne und mehr freie Mittel sorgen. Die langfristige kumulierte Cashflow-Prognose wurde von 22 auf 24 Milliarden US-Dollar angehoben. Das bietet jede Menge Raum für weitere Investitionen, Schuldenabbau und Aktienrückkäufe sowie Dividendenerhöhungen.
Erst neues Allzeithoch, dann Gewinnmitnahmen
Am US-Aktienmarkt sorgten die Zahlen zunächst für Begeisterung und noch in der Vorbörse für ein neues Allzeithoch der Aktie. Doch die Euphorie wich angesichts der bereits hohen Unternehmensbewertung rasch Gewinnmitnahmen, sodass die Anteile ihr Vorzeichen wechselten und GE Vernova gegenüber dem Vortag 2,5 Prozent an Wert einbüßte.
Siemens Energy spiegelte diese Entwicklung wider. Die Aktie kletterte zunächst rasch auf ein neues Allzeithoch bei 148,00 Euro, gab den Zuwachs jedoch auf und kämpfte anschließend mit dem Verbleib in der Gewinnzone, wodurch im Chart eine potenzielle Umkehrkerze entstanden ist. Dasselbe gilt für GE Vernova, sodass hier in den kommenden Tagen Vorsicht geboten ist.
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Fazit: Starke Geschäfte, aber die Bewertung gibt zu denken
Trotz klar geschlagener Umsatz- und Gewinnerwartungen sowie einer angehobenen Prognose konnte die Aktie von GE Vernova nicht von den am Mittwoch vorgelegten Quartalszahlen profitieren. Die zwischenzeitlich gewährten Aufschläge waren nur von kurzer Dauer und wurden rasch verkauft, was angesichts der so entstandenen Hammerkerze eine Gefahr für das Chartbild auch von Siemens Energy bedeutet.
Fundamental ist die Lage ebenso zweideutig wie das Kursgeschehen. Die starken Auftragseingänge weit über 2026 hinaus sprechen für Rückenwind und anhaltend gute Geschäfte. Andererseits ist die Bewertung der Aktie bereits enorm hoch.
Für 2026 ist GE Vernova mit dem 51,6-Fachen der erwarteten Gewinne bewertet und selbst für 2027 steht ein KGVe von 34,2 zu Buche. Nicht anders sieht es bei Siemens Energy mit 39,3 für 2026 und 28,1 für 2027 aus. Damit könnten die eigentlich guten Zahlen zu einem "Sell-the-News"-Event und dem Auftakt einer Konsolidierung werden.
Autor: ARIVA.DE Redaktion/Max Gross