Seitenansicht eines Flugzeugträgers.
Quelle: - © Michael Afonso auf Unplash.
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Dieser TKMS-Konkurrent baut die ganz dicken Pötte – und verdient dabei so gut wie lange nicht!

Der Rüstungskonzern Huntington Ingalls Industries profitiert von einer hohen Nachfrage nach Kriegsschiffen und erzielt so hohe Gewinne wie seit langer Zeit nicht mehr.
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Schiffbauer wurden vom Markt lange übersehen

Für die Aktie des US-Marinespezialisten Huntington Ingall Industries (HII) ging es in den vergangenen 12 Monaten hoch hinaus. Um 111 Prozent hat sich das Papier angesichts weltweit steigender Rüstungsausgaben verteuert. Die Anteile profitierten außerdem auch davon, lange deutlich unter dem Branchendurchschnitt bewertet gewesen zu sein.

Wenngleich Rüstungsaktien schon seit Jahren im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit von Investoren stehen, wurden Marinewerte oft übersehen, weil sie von Unternehmen mit land- oder luftgestützten Waffensystemen überstrahlt wurden.

Dabei ist HII einer der traditionsreichsten Spezialisten für Kriegsschiffe. Die Tocher Newport war im Zweiten Weltkrieg eine der größten und leistungsstärksten Schiffbauer. Heute verfügt die Werft über das größte Trockendock der USA. In diesem werden die Flugzeugträger der Gerald-R.-Ford-Klasse gebaut. Darüber hinaus liefert HII auch Fregatten und Zerstörer an die US-Marine aus.

Hohes Umsatzwachstum dank starker Marine-Töchter

Am Donnerstagmittag hat sich der Mitbewerber des deutschen Marinespezialisten TKMS mit seinen Quartalszahlen zu Wort gemeldet. Die lagen überraschend deutlich über den Erwartungen. Trotzdem kämpft die Aktie mit Verlusten.

Im Vergleich zum Vorjahresquartal legten die Erlöse um 16,7 Prozent auf 3,5 Milliarden US-Dollar zu. Damit wurden die Erwartungen um 400 Millionen US-Dollar geschlagen.

Wachstumstreiber war das Marinegeschäft. Bei Ingalls legten die Erlöse um 20,8 Prozent zu, bei Newport um 19,1 Prozent. Demgegenüber war das Geschäft mit Lenkwaffensystemen (+2,5 Prozent) ein klarer Underperformer.

Eines der besten Quartale seit langer Zeit

Beim bereinigten Gewinn pro Aktie (nach standardisierter Rechnungslegung GAAP) erzielte HII 4,04 US-Dollar. Das lag um 15 Cent über den Erwartungen und übertraf den Vorjahreswert von 3,15 US-Dollar um 89 Cent.

Damit erzielte der Konzern den besten Quartalsgewinn seit 1,5 Jahren, gleichzeitig wurde das drittbeste Ergebnis innerhalb der vergangenen 4 Jahre erzielt. HII ist bei seinen Erträgen stark vom Termin von Stapelläufen und Auslieferungen abhängig.

Insgesamt verzeichnete die Gruppe einen auf die Anteilseignerinnen und -eigner entfallenden Nettogewinn von 159 Millionen US-Dollar nach 123 Millionen US-Dollar im Vergleichszeitraum vor einem Jahr.

Margenprognose enttäuscht, Erlöse sollen langsamer wachsen

Für das kommende Jahr stellte HII ein Umsatzwachstum von 5 Prozent in Aussicht. Hierbei soll mit einem Plus von bis zu 6,5 Prozent erneut der Schiffbau die Führungsrolle übernehmen. Gleichzeitig wird ein freier Cashflow von 500 bis 600 Millionen US-Dollar angestrebt. Die operativen Margen sollen ungefähr auf dem Niveau des abgelaufenen Geschäftsjahres bleiben. Die geplanten Investitionsausgaben wurden mit 4 bis 5 Prozent der Erlöse angegeben.

Aktie bestätigt Trendwende-Formation, Korrektur läuft an

Während die Zahlen für das abgelaufene Quartal sehr stark ausgefallen sind, hatten sich Anlegerinnen und Anleger beim Ausblick offenbar mehr erhofft. HII arbeitet ohnehin mit vergleichsweise niedrigen Margen. Dass diese trotz guter Auftragslage augenscheinlich nicht gesteigert werden können, gefällt Investoren nicht.

Die Aktie hatte daher bereits in der US-Vorbörse mit starken Kursverlusten zu kämpfen. Ein Minus von mehr als 10 Prozent zeigt deutlich, wie stark die Neigung zu Gewinnmitnahmen nach der steilen Rallye in den vergangenen Monaten ist.

Charttechnisch hatte sich eine mögliche Korrektur schon vor den Zahlen angedeutet mit einer Top-Bildung im Bereich von 420 US-Dollar und an Schwung verlierenden technischen Indikatoren (bearishe Divergenzen im RSI und MACD-Crossing). Dieses Top wird mit der am Donnerstag schwach zu erwartenden Kursreaktion bestätigt.

Damit könnte der Ausbruch aus dem Aufwärtstrendkanal rückabgewickelt werden. Für Kurse oberhalb von 300 US-Dollar beziehungsweise der 200-Tage-Linie ist das Chartbild übergeordnet aber weiter klar als bullish einzuordnen.

Fazit: Bewertung wird zurecht gestutzt, für einen Einstieg abwarten!

Auch mit Blick auf die Bewertung war die Aktie zuletzt deutlich über ihr Ziel hinausgeschossen. Aus einer Unter- wurde in den vergangenen Monaten eine Überbewertung. Mit einem KGVe 2026 von 23,3 notierte HII vor den Zahlen deutlich über dem 5-Jahres-Mittel. Hier wird nun ebenso wie beim Branchendurchschnitt von 21,9 eine Annäherung erreicht.

Von Analystinnen und Analysten wird der faire Wert im Mittel auf 380,60 US-Dollar geschätzt. Das entspricht dem Tiefstkurs aus der US-Vorbörse und deutet darauf hin, dass für einen Einstieg beim Marinespezialisten noch etwas tiefere Kurse abwartet werden sollten. Davon abgesehen ist das Unternehmen mittel- und langfristig auf einem guten Kurs – erst recht, wenn künftig eine Margensteigerung erzielt werden kann.

Autor: ARIVA.DE Redaktion/Max Gross


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