- US-Krankenversicherer sind unter Druck nach UnitedHealth.
- Elevance Health verfehlte Umsatzprognosen, aber übertraf Gewinn.
- Die Aktie fiel in der Vorbörse um rund 6 Prozent.
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US-Krankenversicherer stehen unter Druck
Nur einen Tag nach dem spektakulären Crash von Dow-Jones-Schwergewicht UnitedHealth geht der Ausverkauf bei US-Krankenversicherern in die nächste Runde. Am Mittwochmittag sorgte Mitbewerber Elevance Health mit seinen Zahlen für den nächsten Nackenschlag in der ohnehin angezählten Branche.
Enttäuschung beim Umsatz, Überraschung beim Nettoertrag
Gegenüber dem Vorjahresquartal legten die Erlöse zwar um 9,6 Prozent auf 49,3 Milliarden US-Dollar zu. Damit wurden die Erwartungen jedoch um 130 Millionen US-Dollar verfehlt. Trotzdem gelang es Elevance Health, das über 45 Millionen Versicherte zu seinen Kunden zählt, die Gewinnerwartungen zu übertreffen.
Pro Aktie wurde ein bereinigter Quartalsgewinn in Höhe von 3,33 US-Dollar erzielt, was um 25 Cent über den Schätzungen lag. Im Vorjahreszeitraum hatte der Ertrag jedoch noch bei 3,84 US-Dollar je Anteil gelegen. Der Gewinnrückgang ist vor allem eine Folge höherer Behandlungskosten: Die Kostenquote ist um 1,1 Prozentpunkte auf 93,5 Prozent gestiegen.
Ohne Bereinigungen konnte der auf die Anteilseignerinnen und -eigner entfallende Ertrag um 30,9 Prozent auf 547 Millionen US-Dollar gesteigert werden. Im Jahr zuvor hatte Elevance Health 418 Millionen US-Dollar verdient.
Gewinnausblick deutlich unter den Erwartungen
Der gestiegene Nettoertrag wurde aus der Perspektive der Investoren von einer schwachen Guidance überschattet. Für das Gesamtjahr stellte Elevance Health ein Gewinnergebnis von 25,50 US-Dollar je Aktie in Aussicht. Erwartet wurden mit 26,80 US-Dollar jedoch 1,30 US-Dollar mehr.
Die Differenz aus der unternehmenseigenen Angabe gegenüber der Konsensprognose ergibt sich vor allem durch die unterschiedlichen Einschätzungen der Kostenquote. Nach 90,0 Prozent im abgelaufenen Geschäftsjahr 2025 erwartet der Konzern 90,2 Prozent (Midpoint-Guidance), während Experten auf unverändert hohe Ausgaben getippt hatten.
Aktie lässt Federn, gibt aussichtsreiche Ausgangslage auf
Ein Ertragsausblick unter den Erwartungen hatte schon am Vortag bei UnitedHealth für empfindliche Verluste gesorgt. Nun traf es mit Elevance Health den nächsten Kandidaten. Die Aktie büßte in der Vorbörse rund 6 Prozent an Wert ein, konnte diese Verluste bis zur Handelseröffnung jedoch etwas verringern.
Aus charttechnischer Perspektive sind die jüngsten Verluste eine mittlere Katastrophe. Erst vor wenigen Tagen war es Elevance Health gelungen, den Winderstand bei 365 UD-Dollar zu überwinden. Außerdem zeichnete sich in den gleitenden Durchschnitten ein Golden Cross und damit ein Kaufsignal ab. Dieses ist nun Geschichte.
Stattdessen dürfte ein zähes Ringen um den Support bei 300 US-Dollar beginnen, nachdem auch der flachere der beiden Aufwärtstrends aufgegeben wurde. Der Verlust der in den vergangenen Wochen vielversprechenden Aufwärtsdynamik ist auch am Trendstärkeindikator MACD abzulesen, der unter seine Signallinie gefallen ist.
Fazit: Das Umfeld ist brutal, aber die Bewertung wird interessant
Entgegen den Hoffnungen des Marktes ist die Krise in der US-Krankenversicherungsbranche noch nicht ausgestanden. Die stark gestiegenen Behandlungskosten belasten nicht nur Branchenprimus UnitedHealth, sondern auch Mitbewerber wie Elevance Health. Der gerät nach einem Ausblick unter den Erwartungen ebenfalls unter Druck.
Sobald sich die Lage stabilisiert und absehbar wird, wie sich die Medicare- und Medicaid-Zuschüsse unter der Trump-Regierung weiter entwickeln könnten, ist die Unternehmensbewertung angesichts der anhaltend hohen Marktzinsen nicht uninteressant. Auf Basis der eigenen Schätzung des Konzerns ist Elevance Health für 2026 mit einem KGVe von 12,5 bewertet. Das liegt deutlich unter dem 5-Jahres-Mittel von 14,2. Auch gegenüber dem Branchendurchschnitt von 19,5 bietet die Aktie Bewertungsvorteile.
Autor: ARIVA.DE Redaktion/Max Gross
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