Die Commerzbank hat im zweiten Quartal offenbar weniger Verlust gemacht als noch zu Jahresbeginn. "Das zweite Quartal war tendenziell besser als das erste Quartal", sagte Firmenkunden-Vorstand Beumer.
Von Januar bis März hatte die zweitgrößte deutsche Bank einen Fehlbetrag von 861 Mio. Euro eingefahren. Einzelne Analysten rechnen damit, dass die Commerzbank als einzige deutsche Großbank ihren Verlust im zweiten Quartal ausgeweitet hat.
Einzelne Segmente hätten sich in dem vor wenigen Tagen zu Ende gegangenen Quartal unterschiedlich entwickelt. "Die aktuelle Geschäftsentwicklung ist durchwachsen", betonte Beumer in einem Reuters-Interview. "Im Mittelstands- und Privatkundengeschäft haben wir erneut gute Ergebnisse erzielt. Bei strukturierten Kreditprodukten haben wir aber noch viel Volatilität drin." Hier habe es weitere Belastungen gegeben.
"Spiegelbild der Konjunktur"
Die Risikovorsorge im Mittelstandsgeschäft, der Kernsparte der Bank, sei wegen der Wirtschaftskrise im zweiten Quartal gestiegen, sagte Beumer. In den kommenden Monaten sei mit noch mehr Kreditausfällen zu rechnen. Auf Konzernebene erwarte die Bank für dieses Jahr nach wie vor Ausfälle von rund 3,5 Mrd. Euro. Dennoch werde am Ende im Mittelstands- und Privatkundensegment ein operativer Gewinn stehen, zeigte sich der Manager überzeugt. Wegen der Rezession sind immer mehr Firmen nicht mehr in der Lage, ihre Kredite zurückzuzahlen. Die Zahl der Insolvenzen hat sprunghaft zugenommen.
Wegen ihrer Fokussierung auf den deutschen Mittelstand ist die Bank in besonderem Maße von der wirtschaftlichen Entwicklung abhängig. "Wir sind ein Spiegelbild der Konjunktur", sagte Beumer. Gehe es den Unternehmen schlecht, bekomme das auch die Commerzbank zu spüren. Die Bank sei aber stark genug, die noch auf sie zukommenden Risiken zu stemmen. "Wir haben keinen Handlungsbedarf bei neuen Kapitalmaßnahmen des Staates. Wir sind ausreichend kapitalisiert. Das zeigen auch Stresstests." Die Nutzung einer Bad Bank sei für die Commerzbank derzeit kein Thema. "Wir brauchen sie im Moment nicht."
Der staatliche Bankenrettungsfonds SoFFin musste der Commerzbank 18,2 Mrd. Euro Kapital zuschießen, um ihr Überleben zu sichern. 25 Prozent plus eine Aktie gehören seither dem Bund, keine wichtige Entscheidung geht somit mehr an diesem vorbei.
Quelle: wne/rts
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