Keine Erfahrung mit Ernstfällen, aber Katastrophen


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Libuda:

Keine Erfahrung mit Ernstfällen, aber Katastrophen

 
29.11.08 22:04
lustvoll herbeifantasieren. ist in - so Gerhard Schulze, Professor für Methoden der empirischen Sozialforschung and der Otto-Friedrich-Universität Bamberg.

ich habe hier auf diesem Board schon öfter angeführt, dass sich Teile der besonders verkommenen Eliten, wie die auf nichts Rücksichts nehmenden einkommensgeilen Investmentbängster, glauben, dass sie die der Nabel der Welt seien. Und hinzu kommt, dass die lautesten Schreihälse unter ihnen von ihren Brüdern und Schwestern im Geiste, der nicht minder verkommenen publicitygeilen Journalie, noch verstärkt werden. Joe Sixpack und Lieschen Müller, die sich über sinkende Benzinpreise sowie niedriger Gas- und Heizölpreise und sonstige günstige Preise freuen, ist das Gelabere der degenerierten Bängster scheissegal - und daher ist die Lage sehr viel besser, als uns das verkommene sich selbst bemitleidende Bängsterpack erzählen will.  Lieschen Müller, Joe Sicpack, Du und ich brauchen das Pack nicht - die sollten sich einen anständigen Beruf suchen und nicht bis zu ihrem Tod als Blutsauger, die keinen Nutzen, sondern nur Schaden für den Wohlstand der Nationen produzieren, in der Gegend herumirren.
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tomix:

Geb ich dir ganz recht,

 
29.11.08 22:21

nur ist das ganze System, dem sich kaum welche von uns entziehen können, auf eben diese parasitosen finanziellen "Serviceleistungen" aufgebaut. Dass man mit ehrlicher Arbeit eh nicht mehr reich wird, ist klar. Warum sind wir denn an der Bérse? Auch nur, um uns zu bereichern, wenn's denn mal klappt. 

 

Zuerst wurde die mehrheit der menschen enteignet (d.h. viele haben keinen Garten mehr, kein Grundstück mehr), auf dem sie sich selbst ihr Essen anpflanzen und ernten können... dafür haben wir aber soviel Wegwerfelektronikkonsumgüter zuhause wie noch keine Generation vor uns. Und weil jetzt quasi jeder im Bereich Konsumgüter so ziemlich alles hat, was man sich nur wünschen kann (in dem Rahmen, wo er es sich leisten kann) und mehr als er eigentlich braucht - ausser dem Eigenheim mit Grundstück -wird jetzt nix mehr verkauft. Konjunkturflaute, wen wundert's? Wer soll denn den ganzen ramsch jetzt noch kaufen? Warum produzierten die denn so wahsninnig viel? Jede Firma, jedes Land, munter drauflos, damit ihm die andern Länder/Firmen nicht zuvorkommen... toll. Das hamwer jetzt davon.

Sollten Afrika endlich die Schulden nachlassen - dann hätten wir wieder einen "emerging market" ... aber dann wäre es wohl mit dem Roshstoffraubbau vorbei... und selbst dann wäre irgendwann mal wider Schluss, wenn wieder mal (fast) jeder mehr hat als er eigentlich braucht.

 

Wer z B soll all die Neuwagen kaufen???? Bräuchten wir doch eh nicht... die ärmeren Länder machen es uns vor: man kann mit den alten Karren locker noch viele Jahre fahren. Würden wir SOFORT aufhären, Autos zu produzieren, wären sicher mit alles genrauchtwagen genug fahrzeuge da für die nächsten 20 jahre...

 

 

 

 

 

 

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tomix:

Tippfehler (letzte Z.): sollte "mit allen Gebrauchtwagen" heissen

 
29.11.08 22:23
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Libuda:

"Gott hat die Welt nicht als Rosengarten

 
29.11.08 23:30
eingerichtet" sagt Gerhard Schulze im Interview mit der Wirtschaftswoche.

Wiwo: Die Finanzcrash wurde sogar mit dem Erdbeben in Lissabon von 1775 verglichen, das den Fortschrittsglauben der Aufkärung erschütterte. Ein Fall von Alarmismus?

Gerhard Schulze: Die Menschen haben seinerzeit gelernt, dass Gott die Welt für uns nicht als Rosengarten eingerichtet hat und sich die Menschheit nicht auf seine gütigen Interventionen verlassen kann. Sie muss ihr Schicksal schon selbst in die Hand nehmen. Genau damit startete das Projekt der Steigerungsziele, das die Menschen in unbekannte Räume hineinführte. Der Lebensstandard von vielen Menschen, die ohne die Errungenschaften der Moderne sehr viel mehr Hunger leiden müssten, konnte nur deshalb verbessert werden, weil etwas riskiert wurde. Entsprechend gilt: Wegen der Finanzkrise das ganze Projekt der Moderne infrage zu stellen und den Kapitalismus gleich dazu, das hat erwas Lächerliches.
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griga:

alles laeuft.........

 
30.11.08 01:33

unaufhaltsam weiter! zuerst waren es kleine unwetter, die die boerse ins trudeln brachten, dann stuerme, spaeter terroristen und kriege.....und heute sind es die innovativen produkte gleich welcher art, die von baengstern und industriellen auf teufel komm raus produziert werden. diese produkte wurden nicht fuer joe sixpack und lieschen mueller produziert.......diese produkte wurden allein fuer menschen wie mich produziert, die mit 4% tagesgeld nicht einverstanden sind und die die boerse als sprungbrett fuer ein angenehmeres leben und sicherer rente sehen. fuer menschen, die von allem zuviel haben und wo es nicht drauf ankommt, ob da mal eben...... was weiss ich wieviel euronen in den sand gesetzt werden. hauptsache ich bin dabei und betroffen. wenn mein baengster mich anruft weiss ich, dass er wieder eines dieser innovativen produkte verkaufen will. sei es, dass das kgv unbegruendet sehr tief ist.....oder ich bekomme 14% zinsen, wenn ich dieses ***** innovative produkt kaufen wuerde. vor allen dingen ich muesste mich schnell entscheiden, denn morgen weht ein anderer wind und so guenstig kann ich morgen nicht mehr einsteigen.......der zug laeuft und es sind nur noch ein paar plaetze frei! im autohaus gehts mir genau so.......alles so innovativ, dass selbst der aschenbecher ein innovatives produkt ist. auch mein leben hat sich geaendert.....ist innovativ........habe jede menge elektronik daheim und unterwegs......auch wenn's nur standgeraete sind, die stehen wo sie liegen.

die jetztigen turbulenzen am markt sind schon lange wieder vergessen.......200 terrortote........wo war das nochmal? wir haben schon wieder hochkonjunktur und superguenstige einstiegskurse......der dax steht ende des jahres bei 5700 weil die ralley unaufhaltsam ist und warum soll ich mir die 20% reibach entgehen lassen........bin doch sonst auch ueberall dabei.

die baenker sind jetzt beamte und brauchen sich ueber arbeitslosigkeit oder steichung des weihnachtsgeldes keine sorgen machen. die haben jetzt die hartz 4 karte in gold......gold fuer lebenslaenglich bei gehobenem lebensstil!!! 

die quelle des uebels sind wir selbst, weil die gier dies alles zulaesst! ich glaube nicht, dass ludwig erhardt mit der jetztigen vorgehensweise einverstanden waere. die usa waren dazu gezwungen, geld in die banken zu pumpen um die nummer 1 im markt zu bleiben und das marode system zu stuetzen. bei einer HRE und anderen banken in deutschland hilft es nicht. der kleine mann haette nichts verloren....misswirtschaft....luegen gehoeren verriegelt....system palermo!

was der eine nicht darf und bestraft wird....macht der andere nicht mehr, weil er zuviel verlieren wird. ausserdem haette es noch einen positiven effekt.....alles wuerde noch stabiler und die zuverlaessigkeit in deutsche qualitaet wuerde gefestigt!

 

 

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Libuda:

Notwendig ist ein vernünftiger Umgang mit der Gier

 
30.11.08 09:44
- denn ohne Gier ist auch alles Nichts. Auch dazu ein bemerkenswerter Ausschnitt aus dem eingangs schon zitierrten Interview:

Wiwo: Herr Schulze, man kann nicht über die Finanzmärkte reden, ohne sogleich dem Wort Habgier zu begegnen. Tritt die Habgier so inflationär in Erscheinung, weil sich die Krise mit ihr leichter erklären lässt - ohne sie verstehen zu müssen?

Schulze: Auf den ersten Blick vielleicht. Aber die wiederkehrende Diskussion fördert auch das kollektive Lernen und erleichtert uns den Umgang mit ihr. Wir sollten nicht in den Chor der politischen Gegenwartskleriker einstimmen, die das ganz natürliche Haben-Wollen der Menschen wieder als Todsünde verdammen. Begehrlichkeit aktiviert Wirtschaftsprozesse und führt zu den Überschüssen, die Verteilung erst möglich machen. Wären wir alle Asketen, befände sich das Konsumklima auf dem Tiefstand, die Banker würden sich schämen, Kredite zu geben, und Unternehmen gingen zur Caritas - allerdings hätten sie nichts, was sie den Armen geben könnten.


Soweit also der empirische Sozialforscher Schulze. Das momentane kollektive Lernen ist meines Erachtens noch nicht ansatzweise in die Aktienkurse eingepreist, sondern nur der Weltuntergang. Ergebnis dieses kollektives Lernen wird mehr Sicherheit sein - und mehr Sicherheit bedeutet niedrigere Risikoprämien. Niedrigere Riskoprämien bedeuten wiederum niedriger Zinssätze, mit denen zukünftige Gewinne abgezinst werden. Da Aktienkurse langfristig nichts anderes darstellen als die Summe der auf den heutigen Tag abgezinsten zukünftigen Gewinne wird uns die Neue Welt stark steigende Aktienkurse bescheren. Wir sollten uns vielleicht doch eher an einem der von Schulze gescholtenen Kleriker ausrichten, die früher realistischer waren die heutigen,wie auch seine Aussagen zum Rülpsen und Furzen und von der wöchentlichen Anzahl weiterer wichtiger Dinge  oder die folgende Aussage zeigen: "Und wenn morgen die Welt unterginge, würde ich heute ein Apfelbäumchen pflanzen." Wegen der Abgeltungssteuer sollte man unbedingt in diesem Dezember noch ganz kräftig damit beginnen.  
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griga:

alles laeuft.........

 
30.11.08 10:41

und lt. prof. schulze aendert sich nichts! kann auch gar nicht, weil man sonst nichts haette, was man den armen geben kann........aber zuerst noch einmal der auszug aus dem interview! 

Wiwo: Herr Schulze, man kann nicht über die Finanzmärkte reden, ohne sogleich dem Wort Habgier zu begegnen. Tritt die Habgier so inflationär in Erscheinung, weil sich die Krise mit ihr leichter erklären lässt - ohne sie verstehen zu müssen?

Schulze: Auf den ersten Blick vielleicht. Aber die wiederkehrende Diskussion fördert auch das kollektive Lernen und erleichtert uns den Umgang mit ihr. Wir sollten nicht in den Chor der politischen Gegenwartskleriker einstimmen, die das ganz natürliche Haben-Wollen der Menschen wieder als Todsünde verdammen. Begehrlichkeit aktiviert Wirtschaftsprozesse und führt zu den Überschüssen, die Verteilung erst möglich machen. Wären wir alle Asketen, befände sich das Konsumklima auf dem Tiefstand, die Banker würden sich schämen, Kredite zu geben, und Unternehmen gingen zur Caritas - allerdings hätten sie nichts, was sie den Armen geben könnten.

"Begehrlichkeit aktiviert Wirtschaftsprozesse und fuehrt zu den Ueberschuessen, die Verteilung erst moeglich machen" solche worte wurden in frueheren zeiten schon immer benutzt um der masse zu uebermitteln, dass ein teil der gewinne auch sozial verwendet wird. einer der nichts hat kann nichts geben! es wird auch nicht funktionieren, dass wir alle gleichviel oder wenig haben......der eine kann es, der andere nicht und das ist die realitaet.

jeder weiss mit der begehrlichkeit ....gleich gier.... eines anderen umzugehen und verhaelt sich danach......die eigene selbseinschaetzung ist so gut wie nicht moeglich, denn gier macht stumpf und blind fuer die realitaet. 

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