"Kein Licht am Ende des Tunnels"
Star-Fondsmanager Jens Ehrhardt sieht keinen nachhaltigen Aufschwung: "Weg vom reinen Benchmarking hin zum Stockpicking"
Kein Licht am Ende des "Aktientunnels" sieht der deutsche Star-Fondsmanager Jens Ehrhardt. Er zeigte sich in einem Gespräch mit der APA vor allem skeptisch, was das Wirtschaftswachstum in den USA und in Deutschland anbelangt. In den kommenden fünf Jahren sei, so Ehrhardt, nicht mit einem nachhaltigen Aufschwung der Wirtschaft und damit der Börsen zu rechnen. Die Chance an den Aktienmärkten in den nächsten Jahren Gewinne zu machen sei aber, so der Fondsmanager, dennoch gegeben. "Man muss weg vom reinen Benchmarking hin zum Stockpicking" betonte Ehrhardt.
Jens Ehrhardt ist Vorstandsvorsitzender seiner 1974 gegründeten Dr. Jens Ehrhardt Kapital AG. Diese zählt mittlerweile zu den renommiertesten und erfolgreichsten Vermögensverwaltungs-Gesellschaften Deutschlands. Seine von ihm gemanagten Fonds weisen seit Jahren eine ausgezeichnete Performance auf. In Österreich managt Ehrhardt den "Starfonds Global Equity" der Hypo Oberösterreich.
"Strohfeuer"
Der Wirtschaftsaufschwung in den USA sei, so Ehrhardt, möglicherweise nur ein "Strohfeuer" gewesen. "In den USA gab es zahlreiche Einzelfaktoren, denen es aber an Nachhaltigkeit mangelt. So wurden Hypotheken umgeschuldet, was den Haushalten 70 Mrd. Dollar (77,1 Mrd. Euro) brachte. Auch gab es Steuerrückvergütungen in der Höhe von 40 Mrd. Dollar. Diese Dinge wird es heuer nicht mehr geben", stellte Ehrhardt fest. Aber auch das Leistungsbilanzdefizit der USA von rund 500 Mrd. Dollar macht dem Fondsmanager Sorgen. "Die Geldquellen gehen zurück. In den USA wird von außen weniger investiert. Weder direkt in Unternehmen, noch in Anleihen und auch nicht in Aktien", betonte Ehrhardt.
Auch für Deutschland, dem Konjunkturmotor der EU, sieht es laut Ehrhardt nicht sehr positiv aus. "Zuletzt gab es zu starke Lohnerhöhungen, die Entlassungen zur Folge hatten. Außerdem rufen Banken aufgrund von Basel II Kredite zurück, was besonders Klein- und Mittelbetriebe schwächt. Und generell ist der private Konsum in Deutschland real rückläufig", betonte der Fondsmanager.
Chancen
Aber auch in wirtschaftlich schwachen Jahren gebe es, so Ehrhardt, Chancen an den Börsen. "Man muss weg von den großen Standardwerten hin zu den Investitionen in den Nischen. Und dabei ist es wichtig, sich mittels Stockpicking die richtigen Einzelwerte herauszusuchen", stellte der Manager fest. Ehrhardt setzt derzeit auf die "Value-Mid Caps", die werthaltigen Mittelbetriebe. "Hier gibt es ganz ausgezeichnete Werte vor allem bei den Rohstoffaktien. Hier setzen wir auf Gold- und Öl-Aktien", erklärte der Fondsspezialist. Aber auch Investitionen in Unternehmen in Ländern die bisher noch nicht zur "High Society" der Weltwirtschaft gehört haben, seien für Ehrhardt derzeit der richtige Weg. "Es gibt ganz ausgezeichnete und vor allem extrem niedrig bewertete Unternehmen in Russland und Korea", nannte der Fondsmanager Beispiele.
Star-Fondsmanager Jens Ehrhardt sieht keinen nachhaltigen Aufschwung: "Weg vom reinen Benchmarking hin zum Stockpicking"
Kein Licht am Ende des "Aktientunnels" sieht der deutsche Star-Fondsmanager Jens Ehrhardt. Er zeigte sich in einem Gespräch mit der APA vor allem skeptisch, was das Wirtschaftswachstum in den USA und in Deutschland anbelangt. In den kommenden fünf Jahren sei, so Ehrhardt, nicht mit einem nachhaltigen Aufschwung der Wirtschaft und damit der Börsen zu rechnen. Die Chance an den Aktienmärkten in den nächsten Jahren Gewinne zu machen sei aber, so der Fondsmanager, dennoch gegeben. "Man muss weg vom reinen Benchmarking hin zum Stockpicking" betonte Ehrhardt.
Jens Ehrhardt ist Vorstandsvorsitzender seiner 1974 gegründeten Dr. Jens Ehrhardt Kapital AG. Diese zählt mittlerweile zu den renommiertesten und erfolgreichsten Vermögensverwaltungs-Gesellschaften Deutschlands. Seine von ihm gemanagten Fonds weisen seit Jahren eine ausgezeichnete Performance auf. In Österreich managt Ehrhardt den "Starfonds Global Equity" der Hypo Oberösterreich.
"Strohfeuer"
Der Wirtschaftsaufschwung in den USA sei, so Ehrhardt, möglicherweise nur ein "Strohfeuer" gewesen. "In den USA gab es zahlreiche Einzelfaktoren, denen es aber an Nachhaltigkeit mangelt. So wurden Hypotheken umgeschuldet, was den Haushalten 70 Mrd. Dollar (77,1 Mrd. Euro) brachte. Auch gab es Steuerrückvergütungen in der Höhe von 40 Mrd. Dollar. Diese Dinge wird es heuer nicht mehr geben", stellte Ehrhardt fest. Aber auch das Leistungsbilanzdefizit der USA von rund 500 Mrd. Dollar macht dem Fondsmanager Sorgen. "Die Geldquellen gehen zurück. In den USA wird von außen weniger investiert. Weder direkt in Unternehmen, noch in Anleihen und auch nicht in Aktien", betonte Ehrhardt.
Auch für Deutschland, dem Konjunkturmotor der EU, sieht es laut Ehrhardt nicht sehr positiv aus. "Zuletzt gab es zu starke Lohnerhöhungen, die Entlassungen zur Folge hatten. Außerdem rufen Banken aufgrund von Basel II Kredite zurück, was besonders Klein- und Mittelbetriebe schwächt. Und generell ist der private Konsum in Deutschland real rückläufig", betonte der Fondsmanager.
Chancen
Aber auch in wirtschaftlich schwachen Jahren gebe es, so Ehrhardt, Chancen an den Börsen. "Man muss weg von den großen Standardwerten hin zu den Investitionen in den Nischen. Und dabei ist es wichtig, sich mittels Stockpicking die richtigen Einzelwerte herauszusuchen", stellte der Manager fest. Ehrhardt setzt derzeit auf die "Value-Mid Caps", die werthaltigen Mittelbetriebe. "Hier gibt es ganz ausgezeichnete Werte vor allem bei den Rohstoffaktien. Hier setzen wir auf Gold- und Öl-Aktien", erklärte der Fondsspezialist. Aber auch Investitionen in Unternehmen in Ländern die bisher noch nicht zur "High Society" der Weltwirtschaft gehört haben, seien für Ehrhardt derzeit der richtige Weg. "Es gibt ganz ausgezeichnete und vor allem extrem niedrig bewertete Unternehmen in Russland und Korea", nannte der Fondsmanager Beispiele.