VW braucht noch lange für die Sanierung
Das passende Auto für jedes Land: Mit dieser neuen Strategie will Volkswagen seine Ertrags- und Absatzschwäche überwinden. Bis zur endgültigen Sanierung wird es aber noch lange dauern, warnte Markenvorstand Wolfgang Bernhardt vorsichtshalber.
Erst in fünf Jahren sehe er "Licht am Ende des Tunnels", sagte Bernhard vor der am Sonntag in Detroit beginnenden Automesse. Ein zufrieden stellendes Ergebnis bei Volkswagen werde es erst dann geben. Die Kernmarke Volkswagen ist derzeitim Konzern die Sparte mit den größten Problemen, im Gegensatz etwa zu Audi. Bernhard sagte zudem, Volkswagen wolle künftig gezielter auf die Kundenbedürfnisse in den einzelnen Märkten eingehen - insbesondere auf dem defizitären US-Markt.
So soll auf bestimmte Ausstattungen verzichtet werden, die von den Kunden nicht nachgefragt werden, aber bezahlt werden müssen. "Eine Größe für alle ist in der Welt nicht immer durchsetzbar", sagte Bernhard.
Bernhard kündigte an, dass auf dem US-Markt in diesem Jahr die Trendwende geschafft werden müsse. 2005 war der Absatz dort um 12,5 Prozent zurückgegangen. Für die USA hatte VW vor wenigen Tagen schon den Bau eines Minivans zusammen mit Chrysler angekündigt, der nur dort verkauft werden soll.
Der frühere Daimler-Chrysler-Manager Bernhard war Anfang 2005 als Sanierer zu Volkswagen geholt worden. Dem Konzern machen vergleichsweise hohe Kosten und Überkapazitäten zu schaffen. Bernhard hat bereits massive Kostensenkungen unter anderem bei den Zulieferern erzwungen. Auch bei den Beschäftigten will VW Kürzungen durchsetzen. Bis 2008 will der Autobauer insgesamt 7 Mrd. Euro einsparen.
Das Ergebnis der Marke Volkswagen sei 2005 trotz einer weltweiten Absatzsteigerung "vollkommen unbefriedigend" gewesen, sagte Bernhard. Die Marke VW hatte noch im dritten Quartal rote Zahlen geschrieben. Zum Jahresende hin machte sie aber Boden gut und hat früheren Angaben von Konzernchef Bernd Pischetsrieder zufolge aufs Jahr gesehen keine Verluste verzeichnet.
Bernhard sagte, VW untersuche derzeit "sehr konsequent und systematisch" seine Komponentenwerke auf Leistungsfähigkeit und Wettbewerbsfähigkeit. Dabei deute sich an, dass viele Bereiche nicht wettbewerbsfähig seien. Welche dies sind, sagte Bernhard nicht.
Bernhard kündigte außerdem an, dass das neue Cabrio Eos im Juli zu den Händlern kommen solle. Qualitätsprobleme hatten den Start verzögert.
Quelle: Financial Times Deutschland