Welches Modell passt ex post betrachtet zu den Informationen, die öffentlich verfügbar sind? Natürlich kann man die KI fragen, ich bin ein Anhänger einer anderen Methodik, die gut 2000 Jahre alt ist. "Cui bono?"
Crine hat geschrieben: "# die nach wie vor hohe Short-Quote (leider neue hinzugekommen) spricht dafür, dass es nach Auslaufen des Angebots nochmals "krachen" könnte - sonst deckt man doch die leer verkauften Aktien bei einem Übernahmeangebot die Aktien zurück. Hier könnte sich nochmals eine günstige Chance ergeben einzusteigen. Auf diese würde ich sogar warten, nachdem ich mich weitgehend bei 23,5 verabschiedet habe."
Grundsätzlich ist in diesem Forum davon auszugehen, dass Crine recht hat. Diesen Status hat er sich erarbeitet. Es muss aber zulässig sein, Alternativen zu formulieren. Was wäre, wenn die hohe Short-Quote nicht für einen zukünftigen Schritt gehalten wird, sondern bereits im Einsatz war? Wer hat potentiell von einem Kurs unter 23,50 im Zeitraum des Übernahmeangebots profitiert? Ennocon, wenn es zu diesem (günstigen) Preis ein Maximum an Aktien einsammeln wollte.
Auf diese Idee hat mich ein weiterer Beitrag aus dem Forum gebracht "Ein Rückblick auf das frühere grenzüberschreitende Übernahmeangebot des großen taiwanesischen Herstellers passiver Bauelemente, Yageo (2327), für das japanische Unternehmen Shibaura Electronics verdeutlicht, dass taiwanesische Firmen zunehmend versiert im Umgang mit internationalen Kapitalmärkten agieren."
Welche Indizien passen zu dieser Hypothese?
a) Mit dem Ende der Übernahmefrist gehen die short-Positionen tendenziell zurück. Siehe dazu einen Kommentar von heute bzw. gestern.
b) Der Kurs geht zeitnah mit dem Ende der Übernahmefrist über das Übernahmeangebot.
c) Hier bin ich höchst unsicher, ob das ein belastbares Argument ist, aber es passt zu verlockend: Bei SocGen waren alle Best-Turbo Optionsscheine ausverkauft, unabhängig von der KO-Barriere. Das ist erklärbar, weil jemand extrem optimistisch ist, dass der Kurs steigen wird. Es kann aber auch als Schutz für einen Investor gesehen werden, der short geht, nicht wahr? Er verkauft die Aktien und sichert sich gegen einen Kursanstieg mit den Optionssscheinen ab. Fällt der Kurs, so ist es gut für ihn, er verliert nur den Kaufpreis für die Option. Steigt der Kurs, so ist sein Schaden limitiert, weil er zwar teurere zurückkaufen muss, aber dafür den Vorteil aus dem Verkauf des Optionsscheins lukriert.
Zurück zu "Cui bono?": Wir wisssen vermutlich Ende der Woche, wie hoch die Annahmequote war.