Infineon-Aktie im freien Fall – wo kann sie jetzt Halt finden?

Max Gross Max Gross
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Max Gross verfügt über langjährige Börsenerfahrung, davon fünf Jahre als Redakteur bei einem der führenden Anlegermagazine Deutschlands. Für ARIVA.DE bereitet er Markt- und Unternehmensentwicklungen fundiert, praxisnah und mit klarem Fokus auf Anlageentscheidungen auf. Sein Schwerpunkt liegt auf US-Aktien, Dividendenwerten und Value-Titeln. Ziel seiner Arbeit ist es, Anlegerinnen und Anlegern relevante Informationen, konkrete Investmentideen und belastbare Impulse für den langfristigen Vermögensaufbau zu liefern. Dafür setzt er auf die Kombination aus technischer und fundamentaler Analyse.

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Fallender Candlestick-Chart einer KI-Aktie (Symbolbild).
KI-generiertes Symbolbild (ChatGPT).
Gegenüber ihren vor wenigen Wochen markierten Allzeithochs hat die Infineon-Aktie fast 40 Prozent an Wert verloren. Das könnte noch nicht alles gewesen sein.
Für dich zusammengefasst:
Hinweis

Der Crash bei Chip-Aktien nimmt an Fahrt auf

Die Lage bei Halbleiter- und KI-Infrastrukturwerten spitzt sich inzwischen dramatisch zu. Am Mittwoch gerät die Branche erneut unter Druck, nachdem Speicherchip-Hersteller SK Hynix in der Nacht zwar eine Umsatz- und Gewinnexplosion präsentiert hatte, den hohen Erwartungen des Marktes damit aber nicht gerecht wurde, was zu einem Anhalten des Crashs am südkoreanischen Aktienmarkt führte, der sich nun auf andere Märkte ausweitet.

Dem Abwärtssog konnte sich am deutschen Aktienmarkt auch das Papier von Infineon nicht entziehen, das zur Wochenmitte rund 6 Prozent einbüßte. Damit belaufen sich der Verluste gegenüber dem erst vor wenigen Wochen markierten Allzeithoch bereits auf 40 Prozent – ein Crash wie aus dem Lehrbuch. Anlegerinnen und Anleger, die es verpasst hatten, rechtzeitig auszusteigen, fragen sich jetzt zu Recht, wo der Ausverkauf enden und die Aktie Halt finden könnte. Dazu der Blick auf den Chart:

Werte aus dem Artikel:
Infineon Aktie 63,69 € +3,61%
SK Hynix Aktie 128,00 € +3,24%

Von Aufwärtstrend redet bei Infineon (Infineon Aktie) niemand mehr ...

Ging es bei Infineon im vergangenen Jahr noch beschaulich zu – noch hatte niemand die Aktie als möglichen KI-Gewinner auf dem Schirm – setzte zum Jahreswechsel eine beschleunigte Dynamik ein. Diese fiel zwischenzeitlich zwar dem Beginn des Iran-Krieges zum Opfer, doch nach einer bullishen U-Konsolidierung und einem Ausbruch über 48 Euro zündete Infineon schließlich den Turbo und konnte sogar das ein Vierteljahrhundert alte, auf dem Höhepunkt der Dotcom-Blase erzielte Allzeithoch knacken.

Technisch war dieses jedoch unvollständig, denn der Relative-Stärke-Index (RSI) lieferte bearishe Divergenzen. Im Chart kam es außerdem im Bereich von 88 Euro zu einem Doppel-Top. Das besiegelte schließlich das Schicksal der Aktie und führe zum aktuell zu beobachtenden, hochdynamischen Abwärtstrend.

... doch das Schlimmste könnte schon bald ausgestanden sein

Der hat mit 70 und 60 Euro sowie der 50-Tage-Linie bereits einige wichtige Unterstützungen hinter sich gelassen, was das Ausbleiben einer entschlossenen Gegenreaktion erklären kann. Auch bis zur Unterkante des Trendkanals ist noch etwas Platz. Selbst nach dem schmerzhaften Mittwochshandel könnte der Abverkauf der zunächst weitergehen.

Der nächste belastbare Unterstützungsbereich wird durch die alte Ausbruchsmarke sowie die 200-Tage-Linie gebildet und liegt zwischen 48 und 50 Euro. Sollte auch diese Supportzone nachhaltig (also mindestens auf Wochenschlusskursbasis) unterschritten werden, könnte Infineon bis 40 Euro durchgereicht werden. Hier wäre die Aktie für 2027 aber mit einem äußerst günstigen KGV von 16,9 bewertet, was Unterstützung schließlich auch von fundamentaler Seite her liefern würde.

Schon jetzt ist Infineon mit Blick auf den RSI deutlich im überverkauften Bereich angelangt. Das spricht für eine wachsende Wahrscheinlichkeit dafür, dass die Aktie entweder an der Abwärtstrendunterkante oder spätestens zwischen 48 und 50 Euro reif für eine Gegenbewegung sein dürfte. Einen Großteil ihres kurzfristigen Abwärtspotenzials hat das Papier daher bereits ausgeschöpft. Das Chance-Risiko-Verhältnis verbessert sich langsam zur Oberseite, auch wenn erst ein Ausbruch aus dem Abwärtstrendkanal bei rund 63 Euro für neue Kaufimpulse sorgen würde.

28.07.26 - ARIVA.DE Redaktion

Fazit: Einstiegschance schon in Kürze?

Der Abverkauf in der Halbleiterbranche nimmt inzwischen crash- beziehungsweise panikartige Züge an. Das schmerzt und dürfte erst spät auf den KI-Trade aufgesprungenen Anlegerinnen und Anlegern aktuell hohe Verluste bescheren, doch wer sein Geld beisammen gehalten hat, könnte bald aussichtsreiche Einstiegschancen vorfinden.

Bei Infineon ist das im Bereich von 48 bis 50 Euro beziehungsweise im "Katastrophenfall" bei 40 Euro der Fall. Sobald sich im Chart eine Hammerkerze oder wenigstens eine mehrtägige Bodenbildung in diesen Preisbereichen zeigt, kann mit ersten Positionen wieder zugeschlagen werden. Vor allem für das kommende Geschäftsjahr blickt Infineon auf eine zunehmend attraktive Unternehmensbewertung deutlich unter dem 10-Jahres-Mittel.

Autor: ARIVA.DE Redaktion/Max Gross


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