In Belegschaftskreisen des Unternehmens Kontron in Mauerstetten brodelt es: Dort sorgt man sich um den Ostallgäuer Standort des Spezialisten für industrielle Computertechnik. Es gebe Überlegungen, das Werk nach Memmingen zu verlagern. Auch dort gibt es einen Kontron-Standort.
Unklar sei aktuell, wie der Wechsel vollzogen werden soll, berichten Mitarbeitende in Mauerstetten. Auch einen Zeitplan gebe es nicht. Der Umzug solle jedoch bis 2027 abgeschlossen sein. Beschäftigte äußern ihren Unmut, dass die teils langjährig Beschäftigten in dem Werk über die konkreten Pläne im Unklaren gelassen werden.
Was sagt eine Konzernsprecherin zu den Gerüchten?
Das Unternehmen analysiere aktuell die Auslastungssituation an ihren Produktionsstandorten, teilt eine Sprecherin des österreichischen Konzerns auf Nachfrage unserer Redaktion mit. „Vor dem Hintergrund anhaltend herausfordernder Marktbedingungen ist es unser Bestreben, Produktionskapazitäten bestmöglich einzusetzen“, heißt es weiter.
Es gebe in diesem Zusammenhang Überlegungen zur „strukturellen Weiterentwicklung einzelner Produktionsstandorte“. Konkrete Entscheidungen, Zeitpläne oder Festlegungen lägen aber noch nicht vor. Deshalb könne das Unternehmen derzeit keine weitergehenden Angaben „nach außen“ machen.
270 Beschäftigte in Memmingen waren bis 2024 für Katek tätig
Das Kontron-Werk Mauerstetten in der Konrad-Zuse-Straße ging aus dem Familienunternehmen ETL-Elektrotechnik Lauter hervor und wurde 1979 gegründet. Erst 2017 wurde dort in eine 1600 Quadratmeter große Fertigungshalle mit Bürokomplex und Schulungszentrum investiert.
2019 kaufte der Elektronikkonzern Katek SE (München) den Betrieb. Die Kontron AG übernahm 2024 die Mehrheit an Katek einschließlich der Produktionsstandorte in Mauerstetten mit seinerzeit 270 Beschäftigten und in Memmingen.
Kontron entwickelt intelligente Produkte
Kontron entwickelt Software, Hardware und Systemlösungen für zahlreiche Branchen und ist unter anderem auf die selbstständige Kommunikation zwischen Geräten und Systemen („Internet of Things“) spezialisiert. Der Technologiekonzern beschäftigt heute weltweit rund 7000 Mitarbeiter und ist auch in Kaufbeuren nicht unbekannt.
Vor etwa zwölf Jahren kehrte der Industriecomputer-Hersteller der Stadt den Rücken. In Kaufbeuren gingen mit der Betriebsverlagerung nach Augsburg mehr als 200 Arbeitsplätze verloren. Die Immobilie an der Sudetenstraße stand einige Zeit leer, bis sich dort neue Firmen ansiedelten. 2017 mietete sich Kontron dort selbst wieder mit einer Art Außenstelle und damals zwei Dutzend Arbeitsplätzen ein.
Personalabbau bei Kontron in Memmingen
Schlagzeilen machte auch die Kontron eSystems GmbH in Memmingen Anfang des Jahres, da es dort eine größere Entlassungswelle unter den etwa 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gegeben haben soll. Das Mutterhaus in Österreich bestätigte seinerzeit lediglich „betriebsbedingte personelle Anpassungen“ vor dem Hintergrund „anhaltend herausfordernder Marktbedingungen“. Am Memminger Standort werden nach Firmenangaben unter anderem Produkte aus dem Bereich der Solar- und Energielösungen gefertigt.
Zehn Kontron-Auszubildende kommen bei Rohde & Schwarz unter
Zehn Auszubildende in Memmingen seien zwischenzeitlich von dem Elektronikkonzern Rohde & Schwarz übernommen worden, sagt IG Metall-Fachsekretärin Carina Negele. Zu einer möglichen Verlagerung des Werks in Mauerstetten habe die Gewerkschaft noch keine Informationen.
Quelle: Memminger Zeitung