Ist Karsli für die FDP tragbar?


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SchwarzerLor.:

Ist Karsli für die FDP tragbar?

 
17.05.02 12:38
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Grinch:

Wer is den Karsli?????????????????????????????????

 
17.05.02 12:39
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SchwarzerLor.:

Möllemann stützt Karsli.

 
17.05.02 12:40
P O L I T I K
Möllemann stützt Israel-Kritiker
Jamal Karsli sprach von einer „zionistischen Weltverschwörung“ – für den NRW-Chef der Liberalen kein Grund, nicht der FDP anzugehören. „Mir sind keine Sachverhalte bekannt, die einen Ausschluss begründen würden“, sagte Jürgen Möllemann am Freitag im Deutschlandfunk.
Der frühere Grünen-Politiker Karsli, dessen Aufnahme in die FDP am Mittwoch für Empörung gesorgt hatte, habe „Formulierungen gebraucht, für die wir ihn gerügt haben und für die er sich bereits mehrfach öffentlich entschuldigt hat“, so Möllemann. Die Kritik des Vizepräsidenten des Zentralrats der Juden, Michel Friedman, sei der Versuch, „von einem Drama im Nahen Osten, das durch die israelische Regierung verursacht wird, abzulenken“.
Der FDP-Ehrenvorsitzende Otto Graf Lambsdorff bleibt dagegen bei seiner Kritik an der Aufnahme Karslis. „Wer von 'einer zionistischen Weltverschwörung, die die Medien beherrscht', spricht, benutzt die Sprache der Nazis und hat in der FDP nichts zu suchen“, sagte er im InfoRadio Berlin-Brandenburg. Er hoffe, dass der nordrhein-westfälische FDP-Vorstand die Entscheidung auf einer Sondersitzung am 3. Juni wieder rückgängig machen werde.
Karsli hatte Israels Vorgehen gegen die Palästinenser mit „Nazi-Methoden“ verglichen und in der rechten Zeitschrift „Junge Freiheit“ erklärt, eine „zionistische Lobby“ diffamiere Kritik an Israel als antisemitisch. Der zuständige FDP-Kreisverband Recklinghausen hatte dennoch mit Zweidrittel-Mehrheit entschieden, den ehemaligen Grünen-Abgeordneten Karsli in die Partei aufzunehmen.  
17.05.02, 9:27 Uhr  

Quelle: www.focus.de/G/GN/gn.htm?snr=105698&streamsnr=7
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Grinch:

Dank dir! o.T.

 
17.05.02 12:41
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SchwarzerLor.:

Für Grinch: Karsli --> FDP-Aufnahme

 
17.05.02 12:42
Karsli sorgt für Krach in der FDP
Westerwelle mischt sich in umstrittene Partei-Aufnahme ein
FDP-Chef Guido Westerwelle hat eine Sondersitzung des nordrhein-westfälischen Landesvorstands der Freidemokraten erwirkt, um über die umstrittene Aufnahme von Jamal Karsli zu beraten. Der syrisch-stämmige Landtagsabgeordnete hatte durch antisemitische Äußerungen von sich reden gemacht. Die Entscheidung, ihn in die FDP aufzunehmen, traf parteiintern und beim Zentralrat der Juden auf Kritik.
BERLIN, 16. Mai (vs/dpa/ap/rtr). Der FDP-Kreisverband Recklinghausen hat Karsli in die Partei aufgenommen. Auf Verlangen von FDP-Chef Westerwelle befasst sich der Landesvorstand auf einer Sondersitzung Anfang Juni mit diesem Beschluss. Das vereinbarten Westerwelle und der nordrhein-westfälische Parteivorsitzende Jürgen Möllemann am Donnerstag in Berlin. Die bisher bekannt gewordenen "Äußerungen von Herrn Karsli sind der Form und dem Inhalt nach nicht akzeptabel", begründete Westerwelle seine Einmischung in die Recklinghausener Entscheidung. Möllemann lobte dagegen die Entscheidung der dortigen FDP: "Der Kreisverband hat entschieden, jetzt gehen alle an die Arbeit", sagte er.

Karsli bedauerte in einem Brief an Möllemann, dass einige seiner Äußerungen zum Nahost-Konflikt den Eindruck ermöglicht hätten, er übernähme die Ausdrucksweise von Antisemiten. Karsli hatte die Grünen im April verlassen und sich der FDP-Landtagsfraktion angeschlossen. Er hatte das Vorgehen der israelischen Armee mit "Nazi-Methoden" verglichen und in einem Interview mit der rechtspopulistischen Zeitung Junge Freiheit gesagt: "Man muss zugestehen, dass der Einfluss der zionistischen Lobby sehr groß ist: Sie hat den größten Teil der Medienmacht in der Welt inne und kann jede auch noch so bedeutende Persönlichkeit ,klein' kriegen. Denken Sie nur an Präsident Clinton und die Monika-Lewinsky-Affäre. Vor dieser Macht haben die Menschen in Deutschland verständlicherweise Angst."
Prominente FDP-Politiker wie der Ehrenvorsitzende der Partei, Otto Graf Lambsdorff, Bundes-Vize Walter Döring und Hildegard Hamm-Brücher forderten den Ausschluss von Karsli. Hamm-Brücher drohte erneut, andernfalls werde sie die FDP verlassen. Der Vize-Präsident des Zentralrats der Juden, Michel Friedman, bezeichnete die Aufnahme Karslis als "katastrophales politisches Signal".
Zentralrat und FDP hatten zuvor "Missverständnisse" über Israel-kritische Äußerungen von FDP-Politikern ausgeräumt. Der Präsident des Zentralrats, Paul Spiegel, sagte nach einem Treffen mit Westerwelle, er habe klar gemacht, dass sein Gremium die Partei nie als antisemitisch oder neonazistisch betrachtet habe.

Quelle: www.frankfurter-rundschau.de/

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Grinch:

Nochmal danke!!! ;-)) o.T.

 
17.05.02 12:44
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SchwarzerLor.:

Gern geschehen! o.T.

 
17.05.02 12:44
Antworten
SchwarzerLor.:

Lambsdorff will intervenieren.

 
17.05.02 17:39
Link: www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,196741,00.html
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Rheumax:

Bubis war doch auch tragbar für die FDP...? o.T.

 
18.05.02 12:11
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Miss Moneype.:

karsli? who the f*** is karsli ?

 
18.05.02 12:29
allis, who the f** is allis?


yours,


moneypenny
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SchwarzerLor.:

FDP geht auf Möllemann los.

 
19.05.02 09:32
P O L I T I K
FDP geht auf Möllemann los
Mit dem Festhalten an dem Neu-Mitglied Jamal Karsli hat Jürgen Möllemann praktisch die gesamte Führung der Liberalen gegen sich aufgebracht. Der Bundesvorsitzende Guido Westerwelle und der Ehrenvorsitzende Hans-Dietrich Genscher verlangten am Samstag, die Aufnahme Karslis in die FDP rückgängig zu machen.
Westerwelle erklärte am Samstag in Berlin, er sei sich vor allem auch mit den Ehrenvorsitzenden Genscher und Otto Graf Lambsdorff einig, dass Karsli keinen Platz in der FDP habe. „Ich rufe jeden in unserer Partei auf, sich unserer großen Tradition bewusst zu sein und seine Worte sorgsam zu wägen“, fügte der Parteichef hinzu. Der „Welt am Sonntag sagte der FDP-Chef, bis zur Entscheidung am 3. Juni bleibe der Parteieintritt Karslis „in der Schwebe“. Für den 27. Mai hat Westerwelle einen Israel-Besuch geplant.
Genscher distanzierte sich klar von Möllemann, der als politischer Ziehsohn des langjährigen Außenministers gilt. Er habe sich vor der Entscheidung des Kreisvorstandes in Recklinghausen gegenüber Möllemann „mit Nachdruck gegen die Aufnahme Karslis in die FDP ausgesprochen“, ließ er über sein Büro mitteilen. Es sei „unverzichtbar“, den Beschluss über die Aufnahme Karslis aufzuheben.
Mit Parteiaustritt drohte erneut Hildegard Hamm-Brücher, die seit 53 Jahren FDP-Mitglied ist. „Wenn Jamal Karsli am 3. Juni auf der Sondersitzung des FDP-Vorstandes in NRW endgültig in die Partei aufgenommen wird, bleibt mir keine andere Wahl, als die Partei zu verlassen“, sagte die 81-Jährige der „Westdeutschen Zeitung“ vom Samstag.

Außer Hamm-Brücher kündigte auch der Altliberale Burkhard Hirsch für sich Konsequenzen aus dem Fall Karsli an. Hirsch, der dem Bundesvorstand angehört, erklärte in einem Brief an Möllemann, dass er sich „bis zur Klärung dieser Angelegenheit nicht mehr in der Lage sehe, für die FDP zu werben“.
Möllemann hatte die Aufnahme des nordrhein-westfälischen Landtagsabgeordneten Karsli in die FDP mehrmals verteidigt und dabei auch den Vizepräsidenten des Zentralrats der Juden, Michel Friedman, scharf angegriffen.
Der Kreisverband Recklinghausen hatte Karsli am Mittwoch aufgenommen. Der Landesvorstand kann gegen die Entscheidung Einspruch erheben. Kommt keine Einigung mit dem Kreisvorstand zu Stande, hat das Landesschiedsgericht das letzte Wort.
Der Landtagsabgeordnete Karsli, der zuvor der Grünen-Fraktion angehört hatte, hatte vor Wochen das Vorgehen der israelischen Armee gegen die Palästinenser als „Nazi-Methoden“ bezeichnet. In einem Interview der Zeitschrift „Jungen Freiheit“ sagte er später, die „zionistische Lobby“ habe „den größten Teil der Medienmacht in der Welt inne und kann jede auch noch so bedeutende Persönlichkeit kleinkriegen“.
18.05.02, 14:50 Uhr

Quelle: www.focus.de/G/GN/gn.htm?snr=105698&streamsnr=7


 
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hjw2:

Hier das umstrittene Interview mit Karsli

 
19.05.02 11:05
"Fischer hat die Ideale der Grünen verraten"


Parteien: Interview mit dem Ex-Grünen Landtagsabgeordneten Jamal Karsli, der zur FDP überwechseln will
Moritz Schwarz
Herr Karsli, mit Blick auf Ihren Übertritt von den Grünen zur FDP äußerte der Vorsitzende des Zentralrates der Juden in Deutschland, Paul Spiegel, die Befürchtung, die FDP werde zum "Sammelbecken für populistische antiisraelische Stimmungen". Herr Spiegel denkt dabei nicht nur an die bekannten Aussagen Jürgen Möllemanns, sondern auch an Ihren Vorwurf, Israel bediene sich bei seiner derzeitigen Operation im Westjordanland "Nazimethoden".

Karsli: Ich bin weder antiisraelisch noch antijüdisch, noch antisemitisch. Wenn Sie wollen, ich bin auch ein Semit. Ich bin vielmehr "anti-Scharon" bzw. besser gesagt, gegen dessen Politik. Und ich bin nicht der einzige, der dagegen ist, auch in Israel gibt es viele Menschen, die gegen Scharons Politik demonstrieren. Scharon bringt keinen Frieden, auch seinem eigenen Volk nicht, statt dessen veranstaltet er Massaker. Ich bedauere das Wort "Nazimethoden" verwandt zu haben. Das war ein emotionaler Ausrutscher unter dem Eindruck der Fernsehbilder aus Palästina, die ich über die arabischen Sender sehe, die aber nicht von der deutschen Bevölkerung gesehen werden. Wenn Herr Spiegel das als "populistisch anitiisraelisch" deutet, ist das sein persönliches Problem. Aber tatsächlich ist es doch so, daß man in Deutschland beim Thema Israel den Menschen mit der Erinnerung an die Epoche des Nationalsozialismus schlicht und ergreifend Angst einzujagen versucht, damit sie den Mund nicht aufmachen und sich nicht zur Sache äußern.

Sie sehen eine moralische Lähmung der Deutschen durch das Verbrechen des Holocaust?

Karsli: Ganz genau. Ich erlebe das zum Beispiel, wenn ich mich mit Kollegen über das Thema unterhalte. Die erste Reaktion ist immer ein sich Umschauen, ob jemand da ist und mithören könnte. Ist niemand in der Nähe, äußern sie sich endlich einmal offen und fangen an zu schimpfen. Glauben Sie mir, die Mehrheit der Bevölkerung ist nicht mehr bereit, Bilder wie die aus Dschenin länger hinzunehmen. Den Leuten ist klar, daß das, was sich die israelische Armee da erlaubt, einmalig in der Welt ist. Es ist bekannt, daß Israel seit Jahrzehnten gegen viele Uno-Resolutionen verstößt. Israel raubt palästinensischen Boden und baut Siedlungen darauf. Israel betreibt Staatsterrorismus: Es hat bereits eine Todesliste angefertigt mit Personen, die zu liquidieren sind. Ich setze mich dafür ein, daß auch Israel neben einem lebensfähigen palästinensischen Staat in Frieden und Sicherheit leben soll , aber es soll dabei bitte nicht tagtäglich die Würde des palästinensischen Volkes durch Israel verletzt werden.

Israel beruft sich auf den legitimen Kampf gegen den Terror. Wenn Deutschland den Kampf gegen den Terror in Afghanistan mit Truppen unterstützt, kann es dieses Recht den Israelis wohl kaum verweigern.

Karsli: Wenn es in Palästina um den Kampf gegen den Terror ginge, dann müßte eigentlich auch Scharon ganz schnell auf eine solche Liste gesetzt werden. Oder ganz schnell vor den neugegründeten Internationalen Strafgerichtshof gestellt werden. Und ebenso viele andere israelische Spitzenpolitiker. Das Ergebnis wäre, einer setzt den anderen auf seine Abschußliste, und man bringt sich gegenseitig um. Außerdem ist die Frage, ob "Terror" nicht einmal fest definiert werden sollte. Wenn jemand gegen eine Besatzungsmacht kämpft, ist das denn Terror? Ich glaube, Terror richtet sich gegen Zivilisten. Wenn aber eine Besatzungsmacht sich gegen Zivilisten wendet, dann muß man mit allen Mitteln gegen diese Besatzungsmacht vorgehen, dann ist das der Kampf gegen den Terror. Auch die Palästineser haben ein Recht auf Selbstverteidigung. Wäre es nicht Israel, würde die internationale Gemeinschaft den Bruch so vieler Uno-Resolutionen nicht hinnehmen. Erinnern Sie sich, wie man im Falle Jugoslawiens eingeschritten ist, oder was man mit dem Irak gemacht hat - eben weil man die Uno-Resolution nicht vollzog.

Sie haben selbst erst kürzlich den Irak bereist. Warum?

Karsli: Ich habe an einem Solidaritätsflug mit 133 Mitgliedern vieler Hilfsorganisationen, Parteien und Privatpersonen teilgenommen. Ich wollte mir selbst einen Eindruck von der Situation vor Ort verschaffen. Mittlerweile sind durch das Embargo bereits 1,6 Millionen Menschen umgekommen. Viele von ihnen sind an Krebs gestorben. Verursacht durch viele tausende Tonnen von Uranangereicherten Bomben, die 1991 auf den Irak geworfen worden sind. Davon sind am meisten die Kinder betroffen. Zur Zeit sterben an den Folgen des Embargos monatlich weitere fünf- bis sechstausend Menschen. Das sind doppelt soviel Tote, als am 11. September in den USA durch den Terror umgekommen sind. Eine unerhörte Zahl, die hier im Westen einfach ignoriert wird.

Wie sollte sich die Bundesrepublik Ihrer Meinung nach gegenüber Israel verhalten?

Karsli: Deutschland sollte endlich einmal ein wahres und mutiges Wort äußern und zum Beispiel das Massaker von Dschenin verurteilen. Und es sollte darauf hinwirken, daß das Gleiche von Seiten der Europäischen Union geschieht. Wirtschaftssanktionen gegen Israel sollten nicht ausgeschlossen sein bzw. nicht verhindert werden. Die Politik, die Joschka Fischer betreibt, finde ich dagegen einseitig und heuchlerisch.

Das heißt, die Deutschen sind beim Thema Israel feige und die deutsche Politik lädt erneut Schuld auf sich - diesmal gegenüber den Palästinensern?

Karsli: In der Tat, "Feigheit" ist das richtige Wort. Manche verhalten sich sogar nach dem Motto: "Ich weiß nichts, und ich habe auch Angst, etwas zu wissen." Denn wenn sie etwas wüßten, müßten sie ein faires Wort dazu sagen, und das könnte politische Gefahr für sie bedeuten. Man muß allerdings zugestehen, daß der Einfluß der zionistischen Lobby auch sehr groß ist: Sie hat den größten Teil der Medienmacht in der Welt inne und kann jede auch noch so bedeutende Persönlichkeit "klein" kriegen. Denken Sie nur an Präsident Clinton und die Monika-Lewinsky-Affäre. Vor dieser Macht haben die Menschen in Deutschland verständlicherweise Angst.

Warum wollten Sie in die FDP eintreten, Sie hätten auch zur SPD wechseln können?

Karsli: Der Grund war die eindeutige und couragierte Haltung Jürgen Möllemanns, der nicht nur vielen Menschen hierzulande, sondern auch in der arabischen Welt aus dem Herzen spricht. Viele Menschen, die aus der Türkei, oder aus arabischen Ländern stammen, haben nun wiederum mir für meinen Schritt per Fax oder Telefon gedankt.

Gehen Sie mit dem Erbe des Holocaust vielleicht unbefangener um, weil sie ein nicht in Deutschland geborener Deutscher sind?

Karsli: Das ist möglich. Aber ich kann die geborenen Deutschen deshalb schon verstehen. Allerdings frage ich, wie lange kann man das noch mit sich herumschleppen? Ich bin der Meinung, ein Verbrechen kann ein anderes Verbrechen nicht rechtfertigen. Wenn ich so sensibel dem deutschen Naziterror gegenüberstehe, dann muß ich gegenüber der Machenschaften von Scharon genauso sensibel sein. Deshalb betrachte ich die jetzige deutsche Außenpolitik und Gesellschaftsmoral als Doppelmoral. Moral ist unteilbar, und man muß sich gegen jedes Unrecht zur Wehr setzen.

Warum sind Sie bei den Grünen ausgetreten, hat man Sie unter Druck gesetzt?

Karsli: Nein, erst jetzt versucht man das nachträglich so darzustellen, um die Empörung über mich aufzufangen. Tatsächlich aber war der Austritt meine eigene Entscheidung.

Früher waren die Grünen sehr antiimperialistisch gesonnen und stets die ersten, die Israel kritisiert haben. Wie erklären Sie sich diesen Wandel?

Karsli: Die Grünen haben sich tatsächlich sehr verwandelt. Joschka Fischer selbst hat sogar an Konferenzen der PLO teilgenommen, doch er scheint nicht nur das zu ignorieren, sondern auch die Tatsache, daß die Mehrheit der Deutschen ganz anders denkt, als es der Außenpolitik der Bundesrepublik Deutschland entspricht.

Haben die Grünen also ihre Ideale verraten?

Karsli: Ich habe gemerkt, daß ich zwei Scheren im Kopf habe, eine auf Landes- und eine auf Bundesebene, das konnte ich nicht länger hinnehmen. Also habe ich klar Stellung bezogen. Wie meine ehemaligen Parteikollegen das angesichts der Bilder aus Palästina weiter unterlassen können, ist mir schleierhaft. Früher gab es bei den Grünen gegen jedes Verbrechen gleich eine Demonstration, heute aber bleibt man zu Hause. Das kann ich mit der deutschen Geschichte nicht länger entschuldigen, denn das steht gegen mein Gewissen. Insofern glaube ich in der Tat, daß Joschka Fischer die Ideale der Grünen verraten hat.



Jamal Karsli, 1956 in Manboj (Syrien) geboren, seit 1985 deutscher Staatsangehöriger, ist mit einer kurzen Unterbrechung seit Oktober 1995 Landtagsabgeordneter in Nordrhein-Westfalen. Der Ingenieur und Dolmetscher war von Anfang 1993 bis zur vergangenen Woche (JF 18/02) Mitglied der Grünen. Jetzt hat er seine Aufnahme in die FDP beantragt.

 

Antworten
hjw2:

Im Focus wird die "Junge Freiheit. " als

 
19.05.02 11:44
rechtes Blatt bezeichnet...

Zu eurer Meinungsbildung hier der Link

www.junge-freiheit.de

mfg
hjw
Antworten
flexo:

Frage:

 
19.05.02 11:46
Was geht Paul Spiegel eigentlich Israel an?

"...äußerte der Vorsitzende des Zentralrates der Juden in Deutschland, Paul Spiegel, die Befürchtung, die FDP werde zum "Sammelbecken für populistische antiisraelische Stimmungen". Herr Spiegel denkt dabei nicht nur an die bekannten Aussagen Jürgen Möllemanns, sondern auch an Ihren Vorwurf, Israel bediene sich bei seiner derzeitigen Operation im Westjordanland "Nazimethoden"

Befindet sich Herr Spiegel in einem Zwiespalt? Kann Herr Spiegel sich einem Land gegenüber Loyal verhalten - oder ist Israel immer mit von der Partie, egal was passiert und welche Staatsbürgerschaft er besitzt? Ist es im Moment verwunderlich eine antiisraelische Meinung zu haben?
Antworten
ribald:

Die Ursache vergessen?

 
19.05.02 12:01
Die Selbstmordattentate der Palästinenser,
gegen die Arafat nichts unternahm.

Wenn bei Euch in der Kneipe demnächst sich der erste in die Luft sprengt?
was dann?
Antworten
flexo:

Dabei die Ursache der Ursache nicht vergessen... o.T.

 
19.05.02 12:05
Antworten
hjw2:

Entwöhnung von dem deutschen Presseeintopf

 
19.05.02 12:11
Links

mal durchklicken
www.eurozine.com/


Man spricht deutsch
monde-diplomatique.de/mtpl/.home


mfg
hjw
Antworten
ribald:

Ja, flexo, Adam, und Eva o.T.

 
19.05.02 12:14
Antworten
Kicky:

462 erfahrene Soldaten verweigern den Einsatz

 
19.05.02 12:27
wer die Berichte des Roten Halbmonds(Rotes Kreuz in Palästina) gelesen hat zu den getöteten Mitarbeitern oder Originalberichte aus Jenin wie sie im Observer zu finden waren oder auch hier an Bord von mir gepostet wurden,muss sagen,dass die Aussagen von Karsli nur allzu verständlich erscheinen und keines wegs unberechtigt sind.Sie richten sich nicht gegen die Juden,sondern gegen den Einsatz des Militärs mit Hubschraubern und Panzern in Palästina ,gegen "Kollateralschäden" bei toten Zivilisten,gegen massenhafte Zerstörungen von Privateigentum und gegen die noch immer währende Besetzung von Gebieten,die eigentlich den Palästinensern gehören.Und recht hat er,dass es auch in Israel hiergegen massenhaft Proteste gibt.Spiegel und Friedman sollten nicht immer wieder so erfolgreich an das schlechte Gewissen der Deutschen appellieren.Nach internationalem Recht ist die Vorgehensweise der israelischen Armee in Palästina eindeutig Unrecht.Und der empörte Aufschrei bei Karsli ist eher populistisch als sachlich begründet!
Hier ein Artikel aus dem Observer über die den Dienst  verweigernden israelischen Soldaten ,die von dem Autor als Anwalt  im Knast vertreten werden.

It is said that in the first few years of the Israeli occupation of the West Bank and Gaza Strip, no one seriously thought of holding on to these territories forever. It was at the time widely assumed, that these newly conquered lands were to be handed back to the Arabs as part of a peace agreement. I don't remember those days.

I was raised in a different Israel. In my Israel the small fundamentalist group of Jewish settlers has always enjoyed more political power than their relative share in the Israeli population. In my Israel both left-wing and right-wing governments enabled the colonialisation of these occupied Palestinian lands. My Israel paid, and is still paying, a heavy moral price for ruling another nation by the force of the sword. My Israel, built on the founding values of humanism, pluralism and democracy is being lost.


Three months ago an unprecedented petition by reserve soldiers was published in the Israeli press. The signatories declared their intention to refuse to serve the Israeli occupation and disobey any order to go, as soldiers, beyond the 1967 ceasefire lines. The number of signatories (known as 'seruvniks' for the Hebrew word 'seruv' - refusal) has increased rapidly from 50 in the first petition to 462 as of today. Though refusal in Israel was not uncommon, the scale of this petition is a novelty. Most of the signatories are hardened combat officers and soldiers, and all of them served many years in the occupied territories. Since the launch of the petition, about forty of those who have endorsed the petition have been sent to military prisons as a result of their refusal.

Almost all of the 462 who have signed, among them myself, are between twenty-five and thirty-five years old. None of us can remember a non-occupying Israel. Each and every signatory of the petition has individually reached the decision to spurn the state's demand that they will employ immoral and inhumane means of control over civilian population. And yet, I was amazed to discover how similar our stories are. How identical our personal transitions from being "good" and obedient soldiers to what our Attorney General described as "dangerous outlaws" have been.

As the legal adviser to many seruvniks - and someone who was incarcerated for three weeks for refusing to serve in the Hebron area a few years ago - I have had the privilege of escorting many of my fellow signatories from receipt of their call up papers, through the trial and, finally, visiting them in prison. Given their biographies, the act of refusal was by no means a natural decision. Rather, it was rather the product of a personal crisis, born out of moral agonies and a sense of deep concern for our country's future.

One might expect to hear horrifying stories of atrocities that the objectors witnessed before making their decision to no longer take part in the system. The truth of the matter is that most of the conscientious objectors reached their decision simply from experiencing "everyday" life in the occupied territories.

The occupation corrupted Israeli culture, it eroded our code of ethics, and it even contaminated the Hebrew language. In the name of the fight against the murderous and unforgivable terror that struck Israeli cities and towns, we grew accustomed to manning check-points in which thousands of Palestinians are being detained for hours and humiliated by young soldiers. We grew accustomed to pointing our rifles at children and women. We became tolerant to large-scale demolition of houses ('surface uncovering' in military jargon). Finally, we accepted a state-sponsored policy of assassinations, neatly labelled by Israeli spokesmen as "focused prevention". We learned how to distinguish between roads for settlers (Jews) and roads for 'locals' (Palestinians), and we were asked to implement discriminatory laws for the sake of the illegal settlements that have trapped our country in an endless messianic war. A war which the vast majority of Israelis never wanted.

As soldiers who witnessed, first-hand, the corrosive effect of the occupation on ordinary Israelis and Palestinians we could no longer bear its destructive implications for what we were raised to believe were Israeli values - respect for human life and dignity. The occupation chiselled out unequal relations between Palestinians and Israelis. It planted in many a seed of racism against Arabs.

Under such circumstances, hundreds of officers and soldiers who were always in the forefront of IDF's most prestigious units, who were used to risking their lives for the security of the State of Israel, began questioning both the morality of our presence in the occupied territories and the myth of its necessity. People who have no legal background grew to acknowledge that the command that sends them beyond the borders of democracy to rule another people inherently produces systematic human rights abuses and is therefore neither democratic nor legal.

Entering a village and arresting every male above the age of 14 for up to 18 days, as was done in the recent incursion to the West Bank, is inhuman, even if the mission is to find terrorists. Stopping an ambulance that carries a sick man or a pregnant woman is immoral even if you suspect that it also carries hidden weapons. And that is the tragedy of serving in the occupied territories: one cannot go there without detaining suspected ambulances and treating children in a manner that results in more hatred. The soldiers are placed in an impossible situation, coerced by the occupation's reality to act immorally.

As a lawyer I am allowed to visit these prisoners of conscience. Some arrive in prison filled with pride. Others are shocked by their own deed, and try to explain themselves to their families and friends in long telephone conversations. In prison, most of them discover how angry they are. Angry at the settlers that tangled us in a never-ending war. Indignant at the governments of Israel that enabled them to do so. Vexed at the Israeli Defence Force, which arrogantly took for granted that we would carry out any order.

The seruvniks come from the backbone of Israeli society. They were always seen by themselves and by others, as Israelis from the mainstream of our civic life. "I took seriously the values I was brought up on in this country", they tell me. We must now ask ourselves whether this was always simply rhetoric, or whether Israel has fundamentally changed. As seruvniks, we have chosen to speak out. To silence our voice would be to marginalise further the basic values upon which our country was founded.

· Michael Sfard is a lawyer practising human rights and criminal law in Tel-Aviv. You can read the seruvniks' petition - Courage to refuse - here, and you can write to the author of this piece at legal@seruv.org.il.

www.observer.co.uk/international/story/0,6903,717558,00.html
Antworten
PRAWDA:

Kicky

 
19.05.02 14:57
Bei Euch in der DDR hätte man ganz anders zugeschlagen!

Es lebe die PDS, die SED-Nachfolger.
Antworten
Kicky:

ich lebe hier seit 5 Monaten,bin ich dann DDRler?

 
19.05.02 15:04
du hast doch wirklich nen Piepmatz prawda und nie vernünftige Argumente!
Antworten
PRAWDA:

Altersverbohrtheit? o.T.

 
19.05.02 15:26
Antworten
Kicky:

...

 
19.05.02 15:30
<img src=/images/voting.png border=0> Ist Karsli für die FDP tragbar? 667864
Antworten
PRAWDA:

.

 
19.05.02 15:32
haahaahaaaaaaaaaaaa
Antworten
PRAWDA:

..

 
19.05.02 15:34
ich bin Jg. 35
Antworten
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