Nike zieht in China die Reißleine – Tausende Online-Händler fliegen raus

Pascal Grunow Pascal Grunow
Pascal Grunow Pascal Grunow
Pascal Grunow war bereits drei Jahre lang als Werkstudent in der Redaktion von BörsenNEWS tätig und ist heute Teil der Redaktion von Wallstreet-Online. Sein Schwerpunkt liegt vor allem auf Kryptothemen, bei denen er aktuelle Marktbewegungen und Trends rund um digitale Währungen aufbereitet. 

 | 
aufrufe Aufrufe: 2677
A-
A+
Lesemodus
playAudio
playTeilen
Turnschuhe der Marke Nike.
unsplash.com
Nike ordnet sein China-Geschäft radikal neu und will ab Januar Tausende Online-Vertriebskanäle kappen und den digitalen Verkauf stärker selbst kontrollieren.
Für dich zusammengefasst:
Hinweis

Nike will seine Produkte in China künftig online vor allem über die eigene Website und App sowie offizielle Markenauftritte auf Tmall, JD.com und Douyin verkaufen. Zahlreiche Handelspartner und Zwischenhändler, die Nike bislang über eigene digitale Shops anbieten, sollen den Online-Vertrieb einstellen und sich stärker auf stationäre Geschäfte konzentrieren.

Der Konzern reagiert damit auf einen aus seiner Sicht zunehmend unübersichtlichen Markt. Die Vielzahl unterschiedlicher Anbieter habe zu uneinheitlichen Preisen, Rabatten und Markenauftritten geführt. China-Chefin Cathy Sparks spricht von einem "fragmentierten und überladenen" digitalen Umfeld. Ziel sei nicht, den Zugang zu Nike-Produkten einzuschränken, sondern das Einkaufserlebnis einheitlicher und hochwertiger zu gestalten.

Nike kämpft gegen den Absturz in China

China ist für Nike der drittgrößte Markt, doch die Geschäfte stehen massiv unter Druck. Im jüngsten Quartal sanken die Umsätze auf währungsbereinigter Basis um 17 Prozent, nachdem das Minus im Vorquartal noch bei 10 Prozent gelegen hatte.

Werte aus dem Artikel:
Nike Aktie 40,87 $ -0,87%

Gleichzeitig gewinnen chinesische Konkurrenten wie Anta und Li Ning Marktanteile. Auch internationale Herausforderer wie On und Hoka belasten Nike zunehmend. Hinzu kommt die schwache Konsumstimmung in China, die viele Marken zu aggressiven Preisnachlässen zwingt.

Mit der neuen Vertriebsstrategie will Nike die Kontrolle über Preise und Markenpräsentation zurückgewinnen und Produkte häufiger zum vollen Preis verkaufen.

Analyst warnt: Nike könnte bis zu 1 Milliarde US-Dollar Umsatz verlieren

BNP-Paribas-Analyst Laurent Vasilescu bezeichnete die Strategie als möglichen "strategischen Fehltritt" und schätzt, dass Nike dadurch zwischen 500 Millionen und 1 Milliarde US-Dollar Umsatz verlieren könnte.

Nike hatte bereits in Nordamerika zahlreiche Großhandelspartner zurückgedrängt, um stärker auf den Direktvertrieb zu setzen. Die Strategie öffnete Konkurrenten zusätzliche Verkaufsflächen und wurde später teilweise wieder korrigiert.

Laut Vasilescus hat Nike hat kein Vertriebsproblem, sondern ein Produktproblem.

Die Auswirkungen treffen auch chinesische Partner. Topsports erzielt rund 22 Prozent seines Umsatzes mit dem Online-Verkauf von Nike-Produkten und erwartet kurzfristig erhebliche Belastungen.


Dein Kommentar zum Artikel im Forum

Jetzt anmelden und diskutieren Registrieren Login

Hinweis: ARIVA.DE veröffentlicht in dieser Rubrik Analysen, Kolumnen und Nachrichten aus verschiedenen Quellen. Die ARIVA.DE AG ist nicht verantwortlich für Inhalte, die erkennbar von Dritten in den „News“-Bereich dieser Webseite eingestellt worden sind, und macht sich diese nicht zu Eigen. Diese Inhalte sind insbesondere durch eine entsprechende „von“-Kennzeichnung unterhalb der Artikelüberschrift und/oder durch den Link „Um den vollständigen Artikel zu lesen, klicken Sie bitte hier.“ erkennbar; verantwortlich für diese Inhalte ist allein der genannte Dritte.

Themen im Trend