3D-Printing
3D Systems kann volle Auftragsbücher (noch) nicht nutzen
Mittwoch, 12. November 2014 13:56
(IT-Times) - Die Aktien des 3D-Druckerherstellers 3D Systems blieben zuletzt unter Druck, obwohl das Unternehmen die bereits reduzierten Gewinnerwartungen des Marktes leicht übertreffen und seinen Jahresausblick bekräftigt hat.
Dennoch überwiegen bei Investoren die Ängste, dass 3D Systems im Consumer-Markt gegen Stratasys und dessen MakerBot-Einheit langfristig nicht mithalten kann. Auch der bevorstehende Eintritt von HP in den 3D-Drucker-Markt für Firmenkunden schreckt viele Anleger. Im Conference Call mit Analysten deutete das Management von 3D Systems (NYSE: DDD, WKN:
888346) an, dass vorerst mit keiner Wachstumsbeschleunigung bei den 3D-Drucker-Umsätzen zu erwarten ist.
Organisches Wachstum enttäuscht, Gewinnmargen sinken
Die Entscheidung von 3D Systems, neue 3D-Drucker für Konsumenten erst im nächsten Quartal auszuliefern, hatte im jüngsten Quartal dazu geführt, dass sich das organische Wachstum auf 12 Prozent abflachte.
Auch sinkende Gewinnmargen sorgten bei Investoren zuletzt für Unmut. Diese Entwicklung führt 3D Systems CEO Avi Reichental vor allem auf Produktionsprobleme und Verzögerungen zurück. Die Bruttomargen waren von 52,6 Prozent im Vorjahr auf 47,8 Prozent im jüngsten Quartal gesunken. Die Nettogewinnmarge brach von 19,3 auf 11,8 Prozent ein.
Volle Auftragsbücher, doch Produktionsausbau hinkt hinterher
Insgesamt entsteht der Eindruck, dass 3D Systems derzeit wirklich eher Probleme hat, die hohe Nachfrage zu erfüllen. Der Bestand in den Auftragsbüchern war zuletzt um 14 Mio. Dollar oder um weitere 44 Prozent auf 46 Mio. Dollar gewachsen.
Positiv überrascht auch das Wachstum in der Gesundheitssparte. Hier kletterte das Geschäft um 121 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 37,4 Mio. Dollar, nachdem sich 3D Systems zuletzt durch eine Reihe von Zukäufen in diesem Segment verstärkt hat.
Im Jahresverlauft wurden nicht nur Medical Modeling übernommen, im jüngsten Quartal schluckte 3D Systems auch den 3D-Spezialisten LayerWise. Das Unternehmen gilt als Spezialist für zahnmedizinische 3D-Metall-Ausdrucke und Implantate. Ebenfalls im jüngsten Quartal wurde Simbionix aufgekauft, ein führender Virtual Reality Spezialist im Bereich Operationssimulationen.
Allerdings hat es 3D Systems bislang nicht geschafft, schnell genug neue Produktionskapazitäten im Bereich 3D-Metall-Drucker aufzubauen, um der steigenden Nachfrage Rechnung zu tragen. Diese Probleme gilt es zunächst zu lösen, bevor Anleger wieder mit steigenden Kursen bei 3D Systems rechnen können.
Kurzportrait
Die in Rock Hill/USA ansässige 3D Systems Corp wurde ursprünglich im Jahre 1993 gegründet. Das Unternehmen bietet sowohl komplette 3D-Druckersysteme, als auch 3D-Druckermaterialien für Konsumenten und Profi-Nutzer an. Der Produktverkauf wird durch das Servicegeschäft ergänzt.
Das Produktportfolio von 3D Systems besteht aus verschiedenen 3D-Druckersystemen (Sterolithographie-Drucker, Selective Laser Sintering, Multi-Jet-Modeling Druckersysteme usw.). Die von 3D Systems vertriebenen Drucker nutzen 3D- und CAD-Softwareprogramme, um entsprechende Plastik- oder Metallteile herzustellen.
Die SLA-Druckerfamilie umfasst unter anderem die Drucker für Profis, aber auch für Privatkunden und Einzelverbraucher bietet das Unternehmen kleinere und erschwinglichere Produkte an. Druckermaterialien vertreibt 3D Systems unter den Marken Accura, RenShape, sowie DuraForm, CastForm und LaserForm.
Darüber hinaus ist 3D Systems am Project Ara beteiligt. Dabei handelt es sich um ein modulares Smartphone-Projekt von Google.
In den vergangenen Jahren verstärkte sich 3D Systems durch zahlreiche Zukäufe. In 2013 wurde mit Figulo Corporation ein Spezialist für 3D-Kamerikdrucke übernommen, gleichzeitig übernahm 3D Systems auch die französische Phenix Systems. Im Frühjahr 2014 übernahm 3D Systems den 3D-Gesundheitsspezialisten Medical Modeling. Zudem übernahm 3D Systems 70 Prozent der Anteile am brasilianischen 3D-Druckervermarkter Robtec. Mitte 2014 kaufte 3D Systems zudem den 3D Virtual Reality Spezialisten Simbionix, im September 2014 folgte die Übernahme von LayerWise.
Markt und Wettbewerb
Der Markt für 3D-Printing-Produkte soll in 2017 ein Marktvolumen von 6,0 Mrd. US-Dollar erreichen, so die Marktforscher bei Wohlers Associates. In 2021 soll der Markt dann auf ein Volumen von 10,8 Mrd. Dollar klettern.
In diesem Bereich konkurriert 3D Systems in erster Linie mit Anbietern wie Stratasys und ExOne, wobei die beiden Konkurrenten vor allem den industriellen Bereich des 3D-Printing-Marktes bearbeiten. Daneben hat auch der CAD-Spezialist Autodesk sein eigenes 3D-Druckersystem vorgestellt, womit sich Autodesk erstmals in den Hardware-Markt vorwagt.
Auch Hewlett-Packard (HP) erste Produkte für den 3D-Druckermarkt angekündigt, dadurch dürfte sich der Wettbewerb in der 3D-Druckerbranche nochmals intensivieren.
Zahlen
Für das vergangene dritte Quartal 2014 meldete 3D Systems einen Umsatzanstieg um 22 Prozent auf 166,9 Mio. US-Dollar. Dabei erwirtschaftete 3D Systems einen Gewinn von 3,1 Mio. US-Dollar oder drei US-Cent je Aktie, der bereinigte Nettogewinn (Non-GAAP) summierte sich auf 18 US-Cent je Aktie, womit 3D Systems die Markterwartungen der Analysten erfüllen konnte. An der Wall Street hatte man im Vorfeld mit einem Nettogewinn von 19 US-Cent je Aktie gerechnet.
Der Umsatz in der Sparte Healthcare kletterte um 121 Prozent auf 37,4 Mio. Dollar. Die Serviceerlöse zogen um 29 Prozent an, während das Design- und Herstellungsgeschäft um 27 Prozent auf 155,2 Mio. Dollar zulegte. Insgesamt konnte 3D Systems 57 Prozent mehr 3D-Drucker verkaufen als im Vorjahr.
Ausblick
Für das laufende Gesamtjahr 2014 erwartet 3D Systems einen Umsatz zwischen 650 bis 690 Mio. Dollar. Dabei rechnet der 3D-Druckerhersteller weiterhin mit einem Nettogewinn von 70 bis 80 US-Cent je Aktie.
Analysten erwarten bei 3D Systems für das laufende Dezemberquartal einen Umsatz von 203,5 Mio. Dollar sowie einen Nettogewinn von 25 US-Cent je Aktie. Im laufenden Gesamtjahr 2014 wird mit einem Jahresumsatz von 671,7 Mio. Dollar sowie mit einem Nettogewinn von 73 US-Cent je Aktie gerechnet.
Im nachfolgenden Jahr 2015 erwarten die Analysten dann einen Umsatzsprung auf 879,3 Mio. Dollar sowie einen Nettogewinn von 1,06 Dollar je Aktie.
Bewertung
3D Systems-Aktien präsentierten sich zuletzt deutlich leichter bei 34,6 US-Dollar, womit sich damit ein Börsenwert von rund 3,8 Mrd. US-Dollar für den führenden 3D-Druckerhersteller ergibt. Auf Basis aktueller Gewinnschätzungen für das anstehende Jahr 2015 ergibt sich ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 33.
Bei Canaccord Genuity bleibt man weiter zuversichtlich. Die Analysten bekräftigten zuletzt nochmals ihre Kaufempfehlung für 3D Systems-Aktien, senken aber ihr Kursziel für 75 auf 50 Dollar.
Bei der Schweizer Großbank UBS überwiegt die Zurückhaltung, die Analysten raten Anlegern erst einmal zum Abwarten. Die UBS-Banker bleiben daher bei ihrer „neutralen“ Haltung gegenüber 3D Systems-Aktien, senken aber ihr Kursziel für das Papier von 50 auf 41 Dollar.
Bei RBC Capital bleibt man bei der Einschätzung „sector perform“ für 3D Systems-Aktien, wobei die Analysten ihr Kursziel für den Wert von 54 auf 45 US-Dollar senken.
(IT-Times) - Die Aktien des 3D-Druckerherstellers 3D Systems blieben zuletzt unter Druck, obwohl das Unternehmen die bereits reduzierten Gewinnerwartungen des Marktes...