Mit 25+X% hätte man zwar seitens Uber nun eine Sperrminorität, aber hat deswegen noch nicht die dominante Mehrheit, die bei der EU vermutlich der Grund war bei der Just Eat Übernahme dann so streng einzugreifen gegen Prosus. Prosus hat 100% an Jut Eat erworben und die Aktie von der Börse genommen. Das ist also nochmal eine andere "Gewichtsklasse" als lediglich 25,1%. Ob das alleine mit dem potenziellen überschreiten der 30% von Uber schon anders bzw. problematisch würde oder deutlich mehr Prozente erst ein Eingreifen von Behördenseite brächte, kann ich nicht sagen. Welcher der "Spieler" sich nun für was regional interessiert könnte man zwar so wie du es getan hast durchaus vermuten, aber die wirklich großen und sehr werthaltigen Dinge von DH sind eben Süd-Korea und MENA via Talabat. Süd-Korea steht ja schon zum Verkauf (siehe Meldung der letzten Woche), d.h. derjenige der das DH abkauft, bräuchte dann nicht DH selber zu erwerben. Oder möchte Uber mit der plötzlichen drastischen Prozenterhöhung jetzt noch "dazwischengrätschen" den Wunsch vom aktivistischen Investor Aspex zu erfüllen bzw. den Verkauf an einen chinesischen Konkurrenten vermeiden?
Nächste große Frage ist ja für mich auch wie es bei Talabat überhaupt weitergeht. Das ist ja auch eine kursbewegende Milliarden-Beteiligung, wo sich seit dem IPO nichts mehr getan hat bei der Beteiligungshöhe. Würde sich hier der Kurs aus dem momentanen Keller (auch sicher mitbelastet durch die Unruhen in der Golf-Region) wieder stärker in die Richtung erholen in der er beim IPO lag, dann könnte das DH deutlich attraktiver machen. Macht es also Sinn Talabat noch sehr lange weiter in der momentanen Beteiligungshöhe zu behalten oder ist auch da Änderung gefordert? Wie ginge es dann weiter mit den neuen "Vordenkern" Uber und Aspex? Nur vielleicht weitere 10% oder 20% dort abbauen über die normale Börse oder würde DH auch noch die restlichen 80% an Talabat lieber am Stück an einen Interessenten veräußern (mit strategischem Prämienaufschlag) und so die Cash-Box schnell weiter auffüllen? Verkauft man parallel auch noch Süd-Korea, dann wäre die Frage was der Rest der "schwachen" Regionen als eigenständiges Unternehmen noch soll, wenn die beiden tragenden Großsäulen nicht mehr da wären. Was macht man man mit den Einnahmen überhaupt außer Schulden abbauen? Sonder-Divi? Hier stehen sehr viele Fragen im Raum und noch ist da einiges an Nebel zu lüften. Ich wäre jedenfalls dafür CEO Östberg macht den CEO Posten spätestens ab Herbst frei, da er bei den ganzen nun geforderten Dingen nicht wirklich glaubwürdig erscheint, wenn er das machen soll auf Druck der neuen Großaktionäre wogegen er sich seit langem stets wehrte. Lieber ein neuer CEO mit Gunst der Großaktionäre als eine "lame duck" die vielleicht Dinge nicht mehr so zügig umsetzen will.
Ich denke eine grundsätzliche Frage ist jetzt nach der jüngsten Aktionärstruktur-Entwicklung, ob es passieren kann der ganze Laden wird durch einen (oder zwei sehr große Aktionäre) Stück für Stück komplett filetiert und quasi aufgelöst oder hat man wirklich perspektivisch noch vor DH als wichtigen internationalen Spieler in diesem Markt irgendwie zu halten? Aspex ist ja nur Finanzinvestor und letztendlich irgendwie nur an einer soliden Gewinnprämie interessiert. Uber hingegen ist direkter Konkurrent in der Branche und daher besonders interessiert sich hier gewünschte "Rosinen" zu sichern durch seinen Einfluß. Von daher wäre meine Vermutung, daß Uber das Zepter klar in der Hand haben will bei den großen Entscheidungen bzw. via Sperrminorität nun verhindern kann große Entscheidungen gegen sich zu haben. Aspex muß sich nun überlegen, ob man sich da mit Uber anlegen will oder lieber versucht eine gemeinsame Linie zu finden, wo man am Ende vielleicht seine Anteile Uber überläßt. Denke das wird aber alles seine Zeit brauchen. Von daher sollte man jetzt wohl nicht erwarten, daß alles in dem Sauseschritt weitergeht.
(Verkleinert auf 83%)

