Von Gary Silverman, New York
Nur noch um die Spitzenkräfte der Investmentbranche wird heiß geworben.
Noch vor einem Jahr tobte an der Wall Street an allen Fronten ein erbitterter Krieg um Nachwuchstalente. Die Investmentbanken drängten ins globale Geschäft und expandierten besonders stark in Europa. Gleichzeitig warben junge Internetfirmen die Nachwuchskräfte der Banken mit schwindelerregenden Aktienoptionen ab.
Die Wall Street fuhr daraufhin schwere Geschütze auf. Die Jahresgehälter stiegen zum Teil auf zweistellige Millionenbeträge in Dollar, Prämien wurden bereits für zwei oder drei Jahre im Voraus garantiert.
Mittlerweile ist der Krieg um den Nachwuchs vorbei.
Qualität statt Quantität
Schwache Märkte und die drohende Rezession in den USA haben der Wall Street die Lust genommen, Nachwuchskräfte um jeden Preis einzukaufen.
Im Gegensatz dazu schwelt der Guerillakrieg um die Stars der Branche weiter. Statt auf breiter Front anzugreifen, versucht man nun, gezielt Top-Banker oder gleich ganze Teams abzuwerben, die potente Kunden mitbringen. Die Erfolgsaussichten sind gut, da die Fusionswelle viele erfahrene Banker veranlasst, über Karrierealternativen nachzudenken.
„Im letzten Jahr ging es hier nur um Quantität“, sagt Rob Arning von KPMG. „Heute achten die Investmentbanken wieder genauer darauf, zu welchen Bedingungen und zu welchem Preis sie jemanden einkaufen.“
Zu hoher Leistungsdruck
Rückblickend grenzte der Krieg um den Bankernachwuchs ans Ruinöse. Praktisch der gesamte Mittelbau der Wall Street war den steigenden Kosten eines weltweiten Leistungsangebots nicht mehr gewachsen. Vergangenen Sommer musste deshalb eine Firma nach der anderen die Waffen strecken und sich nach einem Partner umsehen. PaineWebber verkaufte sich an UBS. Donaldson, Lufkin & Jenrette (DLJ) wurde von Credit Suisse übernommen, und selbst JP Morgan ließ sich von Chase Manhattan schlucken.
Das Abwerben unzufriedener Führungskräfte ist besonders bei Unternehmen beliebt, die zur "Mittelschicht" im Investment-Banking gehören. Dort hält man es für billiger und womöglich auch ergiebiger, gutes Geld für einen Top-Mann auszugeben, statt eine Investmentbank zu kaufen, deren klügste Köpfe sich danach verabschieden.
Besonders erfolgreich waren die Abwerbeversuche bei DLJ nach der Übernahme durch CSFB. Der größte Coup gelang UBS Warburg, das den DLJ-Goldesel Kenneth Moelis abwarb. Der Verlust von Moelis schmerzte CSFB besonders, weil das Unternehmen nur wenige Monate vorher selbst einen Headhunter auf ihn angesetzt hatte.
Die Zeit der Masseneinstellungen dürfte vorbei sein. Je größer die Angst vor einer Rezession und einem Bärenmarkt wird, desto weniger werden selbst die Branchenführer Goldman Sachs und Morgan Stanley Dean Witter neue Leute rekrutieren.
Nur noch um die Spitzenkräfte der Investmentbranche wird heiß geworben.
Noch vor einem Jahr tobte an der Wall Street an allen Fronten ein erbitterter Krieg um Nachwuchstalente. Die Investmentbanken drängten ins globale Geschäft und expandierten besonders stark in Europa. Gleichzeitig warben junge Internetfirmen die Nachwuchskräfte der Banken mit schwindelerregenden Aktienoptionen ab.
Die Wall Street fuhr daraufhin schwere Geschütze auf. Die Jahresgehälter stiegen zum Teil auf zweistellige Millionenbeträge in Dollar, Prämien wurden bereits für zwei oder drei Jahre im Voraus garantiert.
Mittlerweile ist der Krieg um den Nachwuchs vorbei.
Qualität statt Quantität
Schwache Märkte und die drohende Rezession in den USA haben der Wall Street die Lust genommen, Nachwuchskräfte um jeden Preis einzukaufen.
Im Gegensatz dazu schwelt der Guerillakrieg um die Stars der Branche weiter. Statt auf breiter Front anzugreifen, versucht man nun, gezielt Top-Banker oder gleich ganze Teams abzuwerben, die potente Kunden mitbringen. Die Erfolgsaussichten sind gut, da die Fusionswelle viele erfahrene Banker veranlasst, über Karrierealternativen nachzudenken.
„Im letzten Jahr ging es hier nur um Quantität“, sagt Rob Arning von KPMG. „Heute achten die Investmentbanken wieder genauer darauf, zu welchen Bedingungen und zu welchem Preis sie jemanden einkaufen.“
Zu hoher Leistungsdruck
Rückblickend grenzte der Krieg um den Bankernachwuchs ans Ruinöse. Praktisch der gesamte Mittelbau der Wall Street war den steigenden Kosten eines weltweiten Leistungsangebots nicht mehr gewachsen. Vergangenen Sommer musste deshalb eine Firma nach der anderen die Waffen strecken und sich nach einem Partner umsehen. PaineWebber verkaufte sich an UBS. Donaldson, Lufkin & Jenrette (DLJ) wurde von Credit Suisse übernommen, und selbst JP Morgan ließ sich von Chase Manhattan schlucken.
Das Abwerben unzufriedener Führungskräfte ist besonders bei Unternehmen beliebt, die zur "Mittelschicht" im Investment-Banking gehören. Dort hält man es für billiger und womöglich auch ergiebiger, gutes Geld für einen Top-Mann auszugeben, statt eine Investmentbank zu kaufen, deren klügste Köpfe sich danach verabschieden.
Besonders erfolgreich waren die Abwerbeversuche bei DLJ nach der Übernahme durch CSFB. Der größte Coup gelang UBS Warburg, das den DLJ-Goldesel Kenneth Moelis abwarb. Der Verlust von Moelis schmerzte CSFB besonders, weil das Unternehmen nur wenige Monate vorher selbst einen Headhunter auf ihn angesetzt hatte.
Die Zeit der Masseneinstellungen dürfte vorbei sein. Je größer die Angst vor einer Rezession und einem Bärenmarkt wird, desto weniger werden selbst die Branchenführer Goldman Sachs und Morgan Stanley Dean Witter neue Leute rekrutieren.