Market Cap 3.6 Mio. Euro - Lebensmittelkontrolle (EHEC) - klingt sehr spannend!
21.09.2011 - Am Donnerstag feiert Biopremier aus Portugal an der Frankfurter Börse die Notierungsaufnahme. Der erste Preis liegt bei 4,00 Euro. Im Vorfeld hat die Redaktion von www.4investors.de mit Unternehmensvorstand Manuel Rodrigues über das aufstrebende Biotechunternehmen gesprochen.
www.4investors.de: Ganz allgemein kann man sie als Biotechunternehmen beschreiben. Können sie kurz erläutern, auf welchen Feldern sie aktiv sind?
Rodrigues: Mário Gadanho und ich haben Biopremier vor 8 Jahren gegründet, um innovative DNA-Testverfahren zu entwickeln. Mittlerweile haben wir eine „triple flexible scope“ Akkreditierung für 25 Testverfahren erhalten, von denen 7 einzigartig in Europa sind. Unsere Analysen beschränken sich jedoch nicht nur auf die Diagnostik im klinischen und im veterinärmedizinischen Sektor. Derzeit sind wir vor allem im Bereich der Lebensmittelkontrolle tätig, was uns neben dem Biotech-Sektor ebenfalls im Service-Bereich positioniert.
www.4investors.de: Warum ist die so genannte „triple flexible scope“ Akkreditierung gemäß ISO-Standard 17025:2005 für eine Reihe von molekular-biologischen Analyseverfahren für ihr Unternehmen so wichtig?
Rodrigues: Mit der „triple flexible scope“ Akkreditierung, die wir Anfang dieses Jahres erhalten haben, konnte Biopremier einen nicht nur monetär essentiellen Meilenstein erreichen. Die Akkreditierung gibt uns einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil, da nunmehr jedes weitere, selbst entwickelte Testverfahren automatisch den Status der Akkreditierung genießt. Die zuständigen europäischen Behörden sprechen Biopremier somit die Fähigkeit zu, eigenverantwortlich in der Lage zu sein, funktionierende Analysen zu entwickeln und auf den Markt zu bringen. Somit sparen wir das Akkreditierungsverfahren, das im Durchschnitt ein Jahr dauert. Natürlich haben wir somit auch nicht die Kosten zu tragen, die jede neue Akkreditierung beinhaltet, was uns zusätzlich einen nicht zu verachtenden Preisvorteil bringt. Biopremier muss sich also nur den Routineprüfungen unterziehen, die einmal jährlich stattfinden, um die „triple flexible scope“ Akkreditierung zu behalten.
Lassen sie mich hierbei noch anmerken, dass es neben Biopremier im Bereich der klinischen und veterinärmedizinischen Testverfahren kaum ein Unternehmen mit der „triple flexible scope“ Akkreditierung gibt.
www.4investors.de: Welche Referenzkunden haben sie?
Rodrigues: Im Bereich der Lebensmittelkontrolle verteilen sich unsere Kunden auf vier unterschiedliche Kategorien.
Jerónimo Martins, Leclerc, Makro oder die Carrefour-Gruppe sind einige der Referenzkunden aus dem Groß- und Einzelhandelssektor. Daneben arbeiten wir aber auch direkt für die Lebensmittelproduzenten, wie beispielsweise für den Eurofrozen Konzern. Zusätzlich gehören staatliche Institutionen wie die portugiesische Gesundheitsbehörde ASAE zu unseren Kunden und zu guter Letzt arbeiten wir auch für andere Labore als Subunternehmer. Diese möchten somit natürlich nicht namentlich erwähnt werden, weil sie nach außen die Arbeit ja selber machen.
www.4investors.de: Mehrere ihrer Produkte sollen bald auf den Markt kommen. Was steht dabei als nächstes an?
Rodrigues: Wir arbeiten seit einigen Jahren mit den großen Krankenhaus-Ketten der iberischen Halbinsel zusammen an der Entwicklung von Diagnostik-Kits für Lungen- und Magen-Darm-Erkrankungen. Ende kommenden Jahres erwarten wir die Zulassung gemäß CE-Mark für beide Kits, so dass wir Anfang 2013 mit der Vermarktung beginnen können. Wir gehen dabei von einer schnellen Marktdurchdringung aus, da es derzeit noch keine Konkurrenz für unser Produkt beim Test von Magen-Darm-Erkrankungen im molekular-biologischen Bereich gibt.
Im Bereich der Lungenerkrankungen gibt es bereits Testverfahren im Markt, jedoch liegen diese bei rund 80 Euro pro Analyse, wohingegen unser Testverfahren lediglich 30 Euro kosten wird. Dazu gibt es einen weiteren Vorteil: Herkömmliche Verfahren benötigen bis zu 2 Wochen um ein Ergebnis zu liefern, unsere Analyse führt bereits nach maximal 3 Stunden zu einem Resultat.
Neben diesen beiden Diagnostik-Kits haben wir noch zwei weitere Kits in der Pipeline, die dann 2014/ 2015 auf den Markt kommen sollen.
www.4investors.de: Hätten ihre Analysen beispielsweise beim Ehec-Ausbruch helfen können?
Rodrigues: Natürlich decken unsere Tests auch die Identifizierung von E.Coli-Bakterien ab, ebenso wie die Entdeckung von Salmonellen oder anderen ähnlich aktiven und gefährlichen Bakterien. Wir haben uns auf diese Krankheitserreger jedoch nicht spezialisiert, da es in diesem Bereich einerseits sehr viel Konkurrenz und somit einen Preiskampf gibt und schließlich, abgesehen von wenigen und kurzfristigen Ausnahmen, auch die Nachfrage nicht übermäßig groß ist.
www.4investors.de: Sie wollen künftig international expandieren. Sind die deutschsprachigen Länder dabei besonders im Fokus?
Rodrigues: Grundsätzlich ist der gesamte europäische Raum durch seine gesetzlichen Auflagen für Biopremier von Interesse. Selbst im Bereich der Lebensmittelkontrolle können wir die niedrigen portugiesischen Personalkosten zusammen mit unserem spezialisierten Know-how im kompletten europäischen Raum anbieten. Dazu muss man wissen, dass die Proben, die wir für die Kontrolle der Qualität und Zusammensetzung benötigen, dank des neuartigen Testverfahrens nicht einmal gekühlt verschickt werden müssen und wir pro Probe nur 1 bis 2 Gramm benötigen.
Deutschland im Speziellen ist dann natürlich immer ein interessanter Markt. Dank seiner Größe und den überdurchschnittlich hohen Auflagen an die Lebensmittelindustrie ist das Potential hier besonders ansprechend. Wir haben auch schon deutsche Kunden, wie beispielsweise Marko. Mit anderen Gruppen stehen wir kurz vor dem Vertragsabschluss. Letztlich führt ein Börsengang immer zu überdurchschnittlicher Aufmerksamkeit. Dies ist einer der Gründe für die Wahl der Frankfurter Börse. Dies wollen wir natürlich nutzen und dadurch vor Ort verstärkt Umsätze generieren.
www.4investors.de: Ein wichtiger Vertrag mit Lidl ist derzeit in der Schwebe. Wie sieht es dort aus?
Rodrigues: Hierzu kann ich ihnen im Moment nicht viel mehr sagen. Nur soviel: Wir hoffen schon kurz nach dem Börsengang eine positive Überraschung für unsere Aktionäre und den Markt zu haben.
www.4investors.de: Biopremier hat 25 Tests für DNA-Verfahren entwickelt. Kann man dies monetär darstellen? Welches Potenzial ergibt sich daraus?
Rodrigues: Auf europäischer Ebene liegt das für Biopremier relevante Marktvolumen bei etwa einer viertel Milliarde Euro, aufgeteilt in über 100 Millionen Euro im Bereich der Lebensmittelkontrolle und etwa 150 Millionen Euro für die vier eingangs genannten Diagnostik-Kits.
www.4investors.de: Wie sieht ihr Networking in Richtung von Kliniken und medizinischen Einrichtungen aus? Befinden sich dort ihre wichtigsten Kunden der Zukunft?
Rodrigues: Partnerschaften mit Kliniken sind für Biopremier unverzichtbar – vor allem im Bereich der Diagnostik. So arbeiten wir bereits seit einigen Jahren an der Entwicklung der Diagnostik-Kits für Lungen- und Magen-Darm-Erkrankungen mit einigen der renommiertesten Kliniken Iberias zusammen – so zum Beispiel mit dem Klinikverbund “Centro Hospitalar” in Lissabon. Ohne die Erfahrungswerte, die wir dadurch gewonnen haben, wären wir nicht in der Lage gewesen die positiven Resultate zu erzielen, die wir erst vergangenen Monat innerhalb des jüngsten Testlaufs unserer beiden Kits erreicht haben. Darüber hinaus sind die Kliniken ja nicht nur unsere derzeitigen Partner, sondern ebenso unsere zukünftigen Kunden. Ebenfalls von Vorteil ist unser Standort auf dem Gelände der Wissenschaftlichen Universität Lissabon. Wir sitzen somit direkt an der Quelle von neuen Entwicklungen und natürlich auch von qualifiziertem und engagiertem Personal.
www.4investors.de: Wieso haben sie bei ihren Produkten einen Preisvorteil von bis zu 50 Prozent gegenüber Mitbewerbern?
Rodrigues: Im Bereich der Lebensmittelkontrolle stellen die Personalkosten den größten Kostenfaktor dar. Das Vorstandsgehalt mitgerechnet liegen die durchschnittlichen Personalkosten von Biopremier pro Mitarbeiter bei unter 20.000 Euro per annum. Und das bei 14 Monatsgehältern. Dies ist im westlichen Europa ohne Zweifel das niedrigste Gehalt für eine derartige Arbeit. Im klinischen Bereich gibt es derzeit nur wenige Marktteilnehmer. Für diese ist es bisher nicht notwendig, sich gegenseitig Marktanteile durch eine aggressive Preispolitik abzunehmen. Die Margen sind dementsprechend sehr hoch und wir wollen mit aggressiven Preisen in den Markt, um schnell Marktanteile zu gewinnen.
www.4investors.de: Der Umsatz liegt noch im unteren sechsstelligen Euro-Bereich, der Verlust hat diese Schwelle aber auch nicht überschritten. Welche Entwicklung soll es beim Umsatz und beim Gewinn geben?
Rodrigues: Wir rechnen mit einem deutlichen Umsatzanstieg von 2011 auf 2012, da sich die erst in diesem Jahr erhaltene Akkreditierung nur im kommenden Jahr bemerkbar macht. Die großen Konzerne haben jährliche Ausschreibungen für die Partner im darauf folgenden Jahr. Diese Ausschreibungen finden traditionell im letzten Quartal eines Jahres statt. Dank der Akkreditierung sehen wir uns bestens positioniert, um bei den kommenden Ausschreibungen berücksichtigt zu werden. Einen weiteren Umsatzsprung soll es von 2012 auf 2013 geben, da wir 2013 den Vertrieb unserer Diagnostik-Kits starten, womit wir ab 2013 im deutlich siebenstelligen Bereich liegen werden, was sich natürlich auch in der Gewinn- und Verlustrechnung auswirkt.
www.4investors.de: Wann könnte es bei Biopremier erstmals schwarze Zahlen geben?
Rodrigues: Unser Geschäftsmodell steht auf zwei Säulen: Dem Servicebereich, innerhalb dessen wir Lebensmittel hinsichtlich ihrer Inhaltsstoffe und ihrer Qualität untersuchen und dem Diagnostikbereich, in dem wir derzeit an der Entwicklung von Diagnostik-Kits arbeiten, von denen zwei Ende 2012 die EU-Marktzulassung erhalten sollen.
Der Servicebereich wird mit ziemlicher Sicherheit bereits im kommenden Jahr schwarze Zahlen schreiben, denn die Gewinnschwelle liegt hier bei lediglich 300.000 Euro Umsatz.
Im Diagnostik-Bereich liegt die Gewinnschwelle bei 500.000 bis 600.000 Euro Umsatz und diese gedenken wir 2013 mit dem Markteintritt unserer ersten beiden Produkte deutlich zu überschreiten.
www.4investors.de: Noch sind sie auf Fördermittel angewiesen. Kommen diese bisher vor allem aus Portugal oder haben sie auch Zugriff auf europäische Töpfe? Welche Möglichkeiten ergeben sich hier in der Zukunft?
Rodrigues: Unsere bisherigen Fördermittel haben ihren Ursprung in der EU und nicht in Portugal. Während wir gegenwärtig noch von zwei Förderprogrammen profitieren, haben wir für die Zukunft einen anderen Fokus. Vornehmlich, weil unsere Personalauslastung die Teilnahme an zusätzlichen Programmen nicht mehr hergibt und wir uns auf unser eigenes, operatives Geschäft konzentrieren möchten.
www.4investors.de: Ist eine Teilnahme an der Biotechnica in Hannover oder an anderen relevanten Messen geplant?
Rodrigues: Wir prüfen regelmäßig die Teilnahme an geeigneten Messen und werden zu gegebener Zeit an gegebenem Ort präsent sein. Gegenwärtig haben wir jedoch keine konkreten Pläne geschlossen.
( js )
21.09.2011 - Am Donnerstag feiert Biopremier aus Portugal an der Frankfurter Börse die Notierungsaufnahme. Der erste Preis liegt bei 4,00 Euro. Im Vorfeld hat die Redaktion von www.4investors.de mit Unternehmensvorstand Manuel Rodrigues über das aufstrebende Biotechunternehmen gesprochen.
www.4investors.de: Ganz allgemein kann man sie als Biotechunternehmen beschreiben. Können sie kurz erläutern, auf welchen Feldern sie aktiv sind?
Rodrigues: Mário Gadanho und ich haben Biopremier vor 8 Jahren gegründet, um innovative DNA-Testverfahren zu entwickeln. Mittlerweile haben wir eine „triple flexible scope“ Akkreditierung für 25 Testverfahren erhalten, von denen 7 einzigartig in Europa sind. Unsere Analysen beschränken sich jedoch nicht nur auf die Diagnostik im klinischen und im veterinärmedizinischen Sektor. Derzeit sind wir vor allem im Bereich der Lebensmittelkontrolle tätig, was uns neben dem Biotech-Sektor ebenfalls im Service-Bereich positioniert.
www.4investors.de: Warum ist die so genannte „triple flexible scope“ Akkreditierung gemäß ISO-Standard 17025:2005 für eine Reihe von molekular-biologischen Analyseverfahren für ihr Unternehmen so wichtig?
Rodrigues: Mit der „triple flexible scope“ Akkreditierung, die wir Anfang dieses Jahres erhalten haben, konnte Biopremier einen nicht nur monetär essentiellen Meilenstein erreichen. Die Akkreditierung gibt uns einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil, da nunmehr jedes weitere, selbst entwickelte Testverfahren automatisch den Status der Akkreditierung genießt. Die zuständigen europäischen Behörden sprechen Biopremier somit die Fähigkeit zu, eigenverantwortlich in der Lage zu sein, funktionierende Analysen zu entwickeln und auf den Markt zu bringen. Somit sparen wir das Akkreditierungsverfahren, das im Durchschnitt ein Jahr dauert. Natürlich haben wir somit auch nicht die Kosten zu tragen, die jede neue Akkreditierung beinhaltet, was uns zusätzlich einen nicht zu verachtenden Preisvorteil bringt. Biopremier muss sich also nur den Routineprüfungen unterziehen, die einmal jährlich stattfinden, um die „triple flexible scope“ Akkreditierung zu behalten.
Lassen sie mich hierbei noch anmerken, dass es neben Biopremier im Bereich der klinischen und veterinärmedizinischen Testverfahren kaum ein Unternehmen mit der „triple flexible scope“ Akkreditierung gibt.
www.4investors.de: Welche Referenzkunden haben sie?
Rodrigues: Im Bereich der Lebensmittelkontrolle verteilen sich unsere Kunden auf vier unterschiedliche Kategorien.
Jerónimo Martins, Leclerc, Makro oder die Carrefour-Gruppe sind einige der Referenzkunden aus dem Groß- und Einzelhandelssektor. Daneben arbeiten wir aber auch direkt für die Lebensmittelproduzenten, wie beispielsweise für den Eurofrozen Konzern. Zusätzlich gehören staatliche Institutionen wie die portugiesische Gesundheitsbehörde ASAE zu unseren Kunden und zu guter Letzt arbeiten wir auch für andere Labore als Subunternehmer. Diese möchten somit natürlich nicht namentlich erwähnt werden, weil sie nach außen die Arbeit ja selber machen.
www.4investors.de: Mehrere ihrer Produkte sollen bald auf den Markt kommen. Was steht dabei als nächstes an?
Rodrigues: Wir arbeiten seit einigen Jahren mit den großen Krankenhaus-Ketten der iberischen Halbinsel zusammen an der Entwicklung von Diagnostik-Kits für Lungen- und Magen-Darm-Erkrankungen. Ende kommenden Jahres erwarten wir die Zulassung gemäß CE-Mark für beide Kits, so dass wir Anfang 2013 mit der Vermarktung beginnen können. Wir gehen dabei von einer schnellen Marktdurchdringung aus, da es derzeit noch keine Konkurrenz für unser Produkt beim Test von Magen-Darm-Erkrankungen im molekular-biologischen Bereich gibt.
Im Bereich der Lungenerkrankungen gibt es bereits Testverfahren im Markt, jedoch liegen diese bei rund 80 Euro pro Analyse, wohingegen unser Testverfahren lediglich 30 Euro kosten wird. Dazu gibt es einen weiteren Vorteil: Herkömmliche Verfahren benötigen bis zu 2 Wochen um ein Ergebnis zu liefern, unsere Analyse führt bereits nach maximal 3 Stunden zu einem Resultat.
Neben diesen beiden Diagnostik-Kits haben wir noch zwei weitere Kits in der Pipeline, die dann 2014/ 2015 auf den Markt kommen sollen.
www.4investors.de: Hätten ihre Analysen beispielsweise beim Ehec-Ausbruch helfen können?
Rodrigues: Natürlich decken unsere Tests auch die Identifizierung von E.Coli-Bakterien ab, ebenso wie die Entdeckung von Salmonellen oder anderen ähnlich aktiven und gefährlichen Bakterien. Wir haben uns auf diese Krankheitserreger jedoch nicht spezialisiert, da es in diesem Bereich einerseits sehr viel Konkurrenz und somit einen Preiskampf gibt und schließlich, abgesehen von wenigen und kurzfristigen Ausnahmen, auch die Nachfrage nicht übermäßig groß ist.
www.4investors.de: Sie wollen künftig international expandieren. Sind die deutschsprachigen Länder dabei besonders im Fokus?
Rodrigues: Grundsätzlich ist der gesamte europäische Raum durch seine gesetzlichen Auflagen für Biopremier von Interesse. Selbst im Bereich der Lebensmittelkontrolle können wir die niedrigen portugiesischen Personalkosten zusammen mit unserem spezialisierten Know-how im kompletten europäischen Raum anbieten. Dazu muss man wissen, dass die Proben, die wir für die Kontrolle der Qualität und Zusammensetzung benötigen, dank des neuartigen Testverfahrens nicht einmal gekühlt verschickt werden müssen und wir pro Probe nur 1 bis 2 Gramm benötigen.
Deutschland im Speziellen ist dann natürlich immer ein interessanter Markt. Dank seiner Größe und den überdurchschnittlich hohen Auflagen an die Lebensmittelindustrie ist das Potential hier besonders ansprechend. Wir haben auch schon deutsche Kunden, wie beispielsweise Marko. Mit anderen Gruppen stehen wir kurz vor dem Vertragsabschluss. Letztlich führt ein Börsengang immer zu überdurchschnittlicher Aufmerksamkeit. Dies ist einer der Gründe für die Wahl der Frankfurter Börse. Dies wollen wir natürlich nutzen und dadurch vor Ort verstärkt Umsätze generieren.
www.4investors.de: Ein wichtiger Vertrag mit Lidl ist derzeit in der Schwebe. Wie sieht es dort aus?
Rodrigues: Hierzu kann ich ihnen im Moment nicht viel mehr sagen. Nur soviel: Wir hoffen schon kurz nach dem Börsengang eine positive Überraschung für unsere Aktionäre und den Markt zu haben.
www.4investors.de: Biopremier hat 25 Tests für DNA-Verfahren entwickelt. Kann man dies monetär darstellen? Welches Potenzial ergibt sich daraus?
Rodrigues: Auf europäischer Ebene liegt das für Biopremier relevante Marktvolumen bei etwa einer viertel Milliarde Euro, aufgeteilt in über 100 Millionen Euro im Bereich der Lebensmittelkontrolle und etwa 150 Millionen Euro für die vier eingangs genannten Diagnostik-Kits.
www.4investors.de: Wie sieht ihr Networking in Richtung von Kliniken und medizinischen Einrichtungen aus? Befinden sich dort ihre wichtigsten Kunden der Zukunft?
Rodrigues: Partnerschaften mit Kliniken sind für Biopremier unverzichtbar – vor allem im Bereich der Diagnostik. So arbeiten wir bereits seit einigen Jahren an der Entwicklung der Diagnostik-Kits für Lungen- und Magen-Darm-Erkrankungen mit einigen der renommiertesten Kliniken Iberias zusammen – so zum Beispiel mit dem Klinikverbund “Centro Hospitalar” in Lissabon. Ohne die Erfahrungswerte, die wir dadurch gewonnen haben, wären wir nicht in der Lage gewesen die positiven Resultate zu erzielen, die wir erst vergangenen Monat innerhalb des jüngsten Testlaufs unserer beiden Kits erreicht haben. Darüber hinaus sind die Kliniken ja nicht nur unsere derzeitigen Partner, sondern ebenso unsere zukünftigen Kunden. Ebenfalls von Vorteil ist unser Standort auf dem Gelände der Wissenschaftlichen Universität Lissabon. Wir sitzen somit direkt an der Quelle von neuen Entwicklungen und natürlich auch von qualifiziertem und engagiertem Personal.
www.4investors.de: Wieso haben sie bei ihren Produkten einen Preisvorteil von bis zu 50 Prozent gegenüber Mitbewerbern?
Rodrigues: Im Bereich der Lebensmittelkontrolle stellen die Personalkosten den größten Kostenfaktor dar. Das Vorstandsgehalt mitgerechnet liegen die durchschnittlichen Personalkosten von Biopremier pro Mitarbeiter bei unter 20.000 Euro per annum. Und das bei 14 Monatsgehältern. Dies ist im westlichen Europa ohne Zweifel das niedrigste Gehalt für eine derartige Arbeit. Im klinischen Bereich gibt es derzeit nur wenige Marktteilnehmer. Für diese ist es bisher nicht notwendig, sich gegenseitig Marktanteile durch eine aggressive Preispolitik abzunehmen. Die Margen sind dementsprechend sehr hoch und wir wollen mit aggressiven Preisen in den Markt, um schnell Marktanteile zu gewinnen.
www.4investors.de: Der Umsatz liegt noch im unteren sechsstelligen Euro-Bereich, der Verlust hat diese Schwelle aber auch nicht überschritten. Welche Entwicklung soll es beim Umsatz und beim Gewinn geben?
Rodrigues: Wir rechnen mit einem deutlichen Umsatzanstieg von 2011 auf 2012, da sich die erst in diesem Jahr erhaltene Akkreditierung nur im kommenden Jahr bemerkbar macht. Die großen Konzerne haben jährliche Ausschreibungen für die Partner im darauf folgenden Jahr. Diese Ausschreibungen finden traditionell im letzten Quartal eines Jahres statt. Dank der Akkreditierung sehen wir uns bestens positioniert, um bei den kommenden Ausschreibungen berücksichtigt zu werden. Einen weiteren Umsatzsprung soll es von 2012 auf 2013 geben, da wir 2013 den Vertrieb unserer Diagnostik-Kits starten, womit wir ab 2013 im deutlich siebenstelligen Bereich liegen werden, was sich natürlich auch in der Gewinn- und Verlustrechnung auswirkt.
www.4investors.de: Wann könnte es bei Biopremier erstmals schwarze Zahlen geben?
Rodrigues: Unser Geschäftsmodell steht auf zwei Säulen: Dem Servicebereich, innerhalb dessen wir Lebensmittel hinsichtlich ihrer Inhaltsstoffe und ihrer Qualität untersuchen und dem Diagnostikbereich, in dem wir derzeit an der Entwicklung von Diagnostik-Kits arbeiten, von denen zwei Ende 2012 die EU-Marktzulassung erhalten sollen.
Der Servicebereich wird mit ziemlicher Sicherheit bereits im kommenden Jahr schwarze Zahlen schreiben, denn die Gewinnschwelle liegt hier bei lediglich 300.000 Euro Umsatz.
Im Diagnostik-Bereich liegt die Gewinnschwelle bei 500.000 bis 600.000 Euro Umsatz und diese gedenken wir 2013 mit dem Markteintritt unserer ersten beiden Produkte deutlich zu überschreiten.
www.4investors.de: Noch sind sie auf Fördermittel angewiesen. Kommen diese bisher vor allem aus Portugal oder haben sie auch Zugriff auf europäische Töpfe? Welche Möglichkeiten ergeben sich hier in der Zukunft?
Rodrigues: Unsere bisherigen Fördermittel haben ihren Ursprung in der EU und nicht in Portugal. Während wir gegenwärtig noch von zwei Förderprogrammen profitieren, haben wir für die Zukunft einen anderen Fokus. Vornehmlich, weil unsere Personalauslastung die Teilnahme an zusätzlichen Programmen nicht mehr hergibt und wir uns auf unser eigenes, operatives Geschäft konzentrieren möchten.
www.4investors.de: Ist eine Teilnahme an der Biotechnica in Hannover oder an anderen relevanten Messen geplant?
Rodrigues: Wir prüfen regelmäßig die Teilnahme an geeigneten Messen und werden zu gegebener Zeit an gegebenem Ort präsent sein. Gegenwärtig haben wir jedoch keine konkreten Pläne geschlossen.
( js )