Heard in New York am Freitag


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zit1:

Heard in New York am Freitag

 
05.05.02 15:03
Enttäuschende Unternehmensberichte und schwache Konjunkturdaten haben den US-Aktienbörsen zum Wochenschluss teilweise empfindliche Verluste beschert. Der Standardwerte-Index Dow-Jones rutsche zwischenzeitlich unter die psychologisch wichtige Marke von 10.000 Zählern ab. Der beginnende Konjunkturaufschwung hat in den USA bisher keinerlei Wirkung auf dem Arbeitsmarkt gezeigt. Im April stieg im Gegenteil die Arbeitslosigkeit auf den höchsten Stand seit sieben Jahren. Mit sechs Prozent lag die Arbeitslosenquote damit 0,3 Prozentpunkte höher als im März. Der Stand ist der höchste seit August 1994. Wie das Arbeitsministerium am Freitag in Washington weiter mitteilte, wurden zugleich 43.000 neue Arbeitsplätze geschaffen - deutlich weniger als erwartet. Die Unternehmen verhielten sich abwartend und wickelten Mehraufträge mit Hilfe von Teilzeitkräften oder Überstunden ab. Die Zahl der Überstunden in der verarbeitenden Industrie ist auf den höchsten Stand seit November 2000 gestiegen. Analysten hatten im April mit einer geringeren Zunahme der Arbeitslosenquote auf 5,8 Prozent und einem stärkeren Angebot neuer Arbeitsplätze gerechnet. Schon im März war die Zunahme nach korrigierten Angaben unter den Prognosen geblieben. Durch die Zahlen fühlen sich Experten in der Erwartung bestärkt, dass die amerikanische Notenbank in der kommenden Woche den Leitzins für Tagesgeld auf dem seit 40 Jahren niedrigsten Stand von 1,75 Prozent belassen wird.


“Sell in May and go away?“ Man könnte es fast glauben. Nur sind Panikverkäufe, trotz der Erosion der Aktienindices, nach wie vor nicht auszumachen. Es scheint gerade die Gleichgültigkeit der amerikanischen Anleger zu sein, was den Markt in der vergangen Woche nach unten zog. Trug der Markt bis 2000 noch Siebenmeilenstiefel, scheinen es nun Taucherschuhe aus Blei zu sein. Gefährlich ist vor allem die von den Marktkommentatoren immer wieder wiederholte „Tatsache“, das der Markt nicht unter die Tiefststände des Vorjahres (welche durch die Terror-Anschläge des 11.September ausgelöst wurden) fallen könne. Diese Annahme scheint viele Marktteilnehmer in einer falschen Sicherheit zu wiegen. So sollte nicht vergessen werden, das der Markt in 2001 auf grund von externen Faktoren in die Knie ging. In 2002 sind es immer neue marktinterne Fakten welche Druck auf den Aktienmarkt ausüben.


In der kommen Woche wird die Bushregierung beim Kongress um eine Erhöhung der, verfassungsmäßig festgelegten, Verschuldungsgrenze der USA um $ 750 Mrd. nachsuchen. Bereits Mitte Mai wird sonst die Obergrenze von $ 5,95 Trilliarden überschritten sein. Da das Fiskaljahr 2002 jedoch erst am 31.September endet und nach nur 1 ½ Jahren George W. Bush aus einem Haushaltsüberschuss eine Defizit wurde, werden die USA schon sehr bald wieder mehr langfristige Schuldverschreibungen begeben müssen. Noch vor wenigen Monaten war es umgekehrt, und die US-Treasury kaufte eigene Anleihen am offen Markt zurück. Mit Blick, auf die weiterhin langsam wachsenden Firmen-erträgen, den angekündigt stark steigenden Rüstungsausgaben, weiteren Steuersenkungen (vor allem für die reichsten 1% der US-Bürger) ist nicht damit zu rechnen, das die USA in den kommenden 5 wenn nicht 10 Jahren wieder einen Haushaltsüberschuss erwirtschaften können. Ein Teil der in den späten 90er Jahren stark angestiegenen Steuereinnahmen war auf den Boom im DotCom Bereich zurückzuführen. Nun sind dies jedoch steuermindernde Geschäftsbereiche. Interessant auch, das die Republikaner die Steuersenkungen für ihre Freunde, mit dem Argument (sowie netten Graphiken die nun verstauben) verlangten und durch den Senat & Kongess brachten, das auch in den kommenden Jahren stetig Haushaltsüberschüsse erwirtschaftet würden. Im Nachhinein wird nun jedoch das Argument angeführt, die Wirtschaft solle dadurch stimuliert werden. Bis jetzt waren es jedoch die niedrigen Zinsen welche dies erledigten und nicht die paar Steuerdollar ($300 pro Durchschnittsbürger im Jahr).


Heute kommt Spider-Man in 3615 amerikanische und canadischen Kinos. Sony’s Columbia Pictures lies sich den Spaß ungefähr 130 Mio. Doller kosten. Allerdings mit der festen Überzeugung, dass sie einen neuen Blockbuster auf den Markt bringen, welcher schätzungsweise um die 80 Mio. Dollar am Auftaktwochenende einspielen soll (wahre Fans rechnen sogar mit einem neuen Rekord von über 90.3 Mio. USD, was Harry Potter am ersten Wochenende einspielte) und um die 300 Mio. Dollar insgesamt.

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zit1:

Heard in New York am Dienstag

 
08.05.02 11:16

Vorbörslich ließen die um 8:30 Uhr veröffentlichten US-Wirtschaftsdaten die Aktienindexfutures steigen. Die Nonfarm Productivity (Produktivität außerhalb des Agrarbereiches) zog im ersten Quartal stark an und lag mit 8,6% weit über den Erwartungen von Plus 7%.


Dies ist der stärkste Produktivitätsanstieg seit 19 Jahren. Somit gibt es weiter keine Anzeichen aufkommender Inflation, da die steigende Produktivität die Arbeitskosten niedrig hält. So fielen denn auch die Unit Labor Cost (Lohnstückkosten) des ersten Quartals um 5,4% weit starker als die erwarteten 3,6%. Dies reflektiert jedoch auch den Stellenabbau der letzten Quartale sowie die schleppenden Neueinstellungen. Nur wenn der US-Konsument weiter wenig spart und viel konsumiert können diese Zahlen sich auch positiv in Erträgen der Aktiengesellschaften niederschlagen.



In der vergangenen Woche trieb es die Amerikaner jedoch in die Geschäfte. Die Umsätze der Einzelhandelsketten stiegen gegenüber der Vorwoche um 2,1%. Davor waren sie um 1,7% rückläufig. Da der Sommer recht durchwachsen beginnt, unterliegen diese Zahlen gegenwärtig recht starken saisonalen Schwankungen. So eröffnete der US Aktienmarkt recht freundlich, tendierte am Vormittag jedoch zuerst seitwärts. NASDAQ und S&P500 rutschten ins Minus, bevor der Dow Jones die Indices um die frühe Mittagszeit (11:30 Uhr) wieder ins Plus zog. So warteten die Marktteilnehmer dann auf die Zinsentscheidung der Federal Reserve nach deren Meeting um 14:15 Uhr New Yorker Zeit. Währenddessen vermochte der Dow Jones zwischenzeitlich um über 100 Punkte ins Plus zu steigen.


Wie erwartet beliess die amerikanische Zentralbank die Leitzinsen unverändert (Fed Funds auf 40 jährigem Tiefststand). „Die Risiken zwischen Inflation und Deflation seinen gegenwärtig ausgeglichen“. Nicht gerade ein Statement, das aus einem Bären einen Bullen machen kann. Trotzdem geht die FED davon aus, das die private Nachfrage im zweiten Quartal über der des ersten (+ 1,1%) liegen wird. So bleiben Alan Greenspan und Kollegen vorerst neutral und versuchen die Banken mit „billigem“ Geld zur Kreditvergabe zu bewegen. Die Wall Street wusste kaum was sie mit diesen Neuigkeiten anfangen sollten. Hätte die FED die Zinsen unerwartet erhöht wären die Kurse wohl schnell wieder gepurzelt, weil niemand geglaubt hätte das die Wirtschaft stark genug wäre dies gegenwärtig zu verkraften. Wären die Zinsen gesenkt worden, wäre es zu panikartigen Verkäufen gekommen, weil die Marktteilnehmer davon ausgegangen wären, dass die FED die Wirtschaftsaussichten trüber sieht als der Markt. So war diese Sitzung eine „Null-Nummer“, und der Markt muss sich wieder den neuen Wirtschaftsdaten und den marktinternen Bewertungsmodellen zuwenden.


Wie das Wall Street Journal berichtet, hat Samuel Palmisano, CEO von International Business Machines Corp.(IBM: WKN 851399), seine Mitarbeiter letzten Monat darüber informierte, dass die Nachfrage in diesem Jahr bisher keine Anzeichen der Erholung zeigt, was zu Kosten-senkungsmassnahmen (Entlassungen) beim Computergiganten führen könnte. Dies erklärt auch den rasanten Kurssturz der Aktie in den vergangenen Tagen. So werde der Technologiesektor dieses Jahr nicht, wie bis jetzt erwartet, um 10-11% wachsen. Der CEO gab zudem bekannt, dass IBM seine Aktivitäten zurückfahren müsse. Die Aktie des Konzerns, bei dem nach diesem Bericht deutliche Stellenstreichungen befürchtet werden, notiert nach erheblichem Kursverlust in den vergangenen Tagen, am Dienstag um $ 0.50 fester, bei $ 76.50. Das Papier notiert damit auf dem Niveau von Ende 1998. Zu diesem Zeitpunkt war es zuletzt unter 80 Dollar wert.



CISCO Systems (CSCO, WKN 878841) konnten die Hoffnungen der bangen Investoren am Dienstag nach Handelsschluss übererfüllen. Mit 11 Cents die Aktie lag der Ertrag pro Anteilsschein über den erwateten 9 Cents. Die Bruttomarge sah mit 63,1% sehr gut aus, nur der Umsatz blieb mit $ 4,8 Mrd. hinter den prognostizierten $ 4,87 Mrd. zurück. CSCO war mit $ 13,08 aus dem Markt gegangen, um nachbörslich bis auf $ 14.08 anzuziehen. Eine positive Vorgabe für Technologieaktien am Mittwoch.

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MOTORMAN:

@zit: D A N K E ! o.T.

 
08.05.02 14:03
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zit1:

Heard in New York am Mittwoch

 
09.05.02 13:29

Das positive Quartalsergebnis von Cisco Systems (CSCO, WKN 878841) welches am Dienstag nach Börsenschluss bekannt gegeben wurde, sorgte schon vor der Handeleröffnung am Mittwoch für ein Kursfeuerwerk. Die Aktienindexfutures waren schon weit über 1% im Plus, bevor der Kassahandel einsetzte. Der technisch stark überverkaufte Markt schnellte in die Höhe wie von einer Steinschleuder katapultiert. Innerhalb der ersten Handelminuten vermochte der Dow Jones es bereits die psychologische 10.000er Marke zu übersteigen. Nicht nu der Technologiesektor hatte durch CSCO jedoch eine Initialzündung verpasst bekommen. Auch Finanztitel machten einen Satz, nachdem die Presse berichtete, das Merrill Lynch (MER, WKN 852935) und der Generalstaatanwalt von New York nahe einer Einigung bzgl., der irreführenden Analystenberichte aus den Zeiten der Internetblase, seien. Dies führte zu einen Aufatmen bei vielen Marktteilnehmern, welche befürchteten, das weitere Bundesstaaten sich in die Ermittlungen einklinken würden. Dies hätte die Verteidigungskosten der Finanzbranche sehr stark ansteigen lassen und die Ertragskraft, wie auch das Image, der Firmen sehr geschwächt. Der Dow Jones konnte so am Mittwoch im Handelsverlauf zwischenzeitlich um über 300 und der NASDAQ um über 100 Punkte ansteigen. Der Rentenmarkt hingegen musste Verlauste verbuchen, da „Fluchtgelder“ wieder ihren Weg in den Aktienmarkt fanden. So zogen die Renditen am US-Bondmarkt in allen Laufzeitbereichen an.


Zu früh gefreut? Das meint der „Hulbert Financial Digest“ jedenfalls. Mark Hulbert untersucht wöchentlich 160 Marketnewsletters und die darin empfohlenen 500 verschiedenen Portfolios. Er bewertet dann in wie weit die Aussagen der Herausgeber, bzgl. Ihrer Performance, mit der Marktrealität übereinstimmen können. Ein interessanter Nebeneffekt ist seine Bull-to-Bear Ratio. So ist die Ratio der bullishen Newsletters zu den baerischen bei 10,4. Dies ist im historischen Vergleich zu hoch um einen langfristigen Boden im Aktienmarkt gesehen zu haben. So ist die gegenwärtige Erholung im Aktienmarkt nur eine Bärenrally und nicht der Beginn eines neuen Bullmarktes. Wir werden die Entwicklung dieses Indikators in den nächsten Wochen und Monaten weiterverfolgen und bei aussagekräftigen Signalen (Ratios) darüber berichten. Wir sollten aber auch positiv bemerken, die Tiefststände der Aktienindices endlich wieder eine charttechnische Unterstützung bieten. Solche fehlten den Aktienindices in den letzten 2 Handelswochen. Der nächste stärkere Widerstand des NASDAQ liegt nun zwischen 1.705 und 1.725 Punkten.Die amerikanische Wertpapier- und Börsenkommission SEC hat am Mittwoch mit schärferen Aufsichtsregeln auf Interessenkonflikte bei Wertpapier-Analysten reagiert, die die Anleger verunsichert haben. Nach den neuen Vorschriften dürfen Analysten nicht mehr von ihren eigenen Aktienempfehlungen profitieren (was eigentlich schon vorher verboten war). In Berichten und Fernsehauftritten müssen sie mitteilen, wie viele Aktien von Unternehmen sie besitzen, die sie untersucht haben. Analysten dürfen künftig auch nicht entgegen ihrer eigenen Empfehlungen Wertpapiere handeln. Es wird ihnen untersagt, den Investmentbanker ihren Firmen unterstellt zu sein. Sie dürfen auch nicht aus Mitteln bezahlt werden, die aus Investmentbanktransaktionen stammen (d.h. ihre Bezahlung darf nicht an die „erfolge“ des Investmentbanking gekoppelt sein). Die neuen SEC-Regeln sollen über einen Zeitraum von sechs Monaten eingeführt werden. Sie wurden in Kooperation mit der New Yorker Börse und der NASD entwickelt. Die Regeln beschränken Analystenaktivitäten und erfordern eine weitergehende Offenlegung. So müssen Investmentbanken ihre Investment-Einnahmen des vergangenen Jahres von Unternehmen oder erwartete Einnahmen von Firmen offen legen über die ihre Analysten berichten. Alles in allem sind die “neuen” Regeln eine große Lachnummer, welche kaum Vertrauen schaffen wird. Es fehlt, das Vergehen von vorne herein mit drakonischen Strafen belegt werden. Das Vertrauen der Anleger mit dem wiederholten herabbeten, abgedroschener Phrasen und Regeln wieder herstellen zu wollen wird kaum gelingen und kann dem Markt langfristig schaden. Die Anleger wollen Konsequenzen sehen: ehemalige Staranalysten sollen am Bettelstab gehen! Das kann trotz der neuen Regeln noch kommen. Immer mehr ehemalige Investoren scharen sich um Rechtsanwälte welche diesen zu ihrem „Recht“ verhelfen wollen (oder geht es ihnen um ihre Juristengebühren?). Da könnten die angehäuften Reichtümer eines Henry Blodget und anderen schnell auch bei der gerichtlichen Verteilung in die Taschen eines anderen Rechtsanwaltes wandern.

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zit1:

Heard in New York am Donnerstag

 
10.05.02 09:59

Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe fielen am Donnerstag morgen mit 411.000 höher aus, als die 407.000 erwarteten Erstanträge. Auch die Anzahl der Anträge der Vorwoche wurde von 418.000 auf 422.000 nach oben revidiert. Damit liegt der gleitende Durchschnitt der Anträge seit sieben Wochen über der 400.000er Marke. Die Gesamtzahl der arbeitslos gemeldeten Amerikaner befindet sich dadurch gegenwärtig auf einem 19-jährigem Hoch (3,803 Mio.). Dies signalisiert, das Firmen auf ein besseres Geschäftsklima warten bis sie Neueinstellungen vornehmen. Wir sollten deshalb in den kommenden Wochen die „hourly working week“ Statistik (Arbeitsstunden je Lohnarbeiter) im Auge behalten. Erst wenn diese 3 bis 4 Wochen hintereinander ansteigen, d.h. die Anzahl der Überstunden der Angestellten ansteigt, ist mit einer anhaltenden Kehrtwende am amerikanischen Arbeitsmarkt zu rechnen. Sollte dies nicht der Fall sein, müssen wir für den Monat Mai mit einer Arbeitslosenrate von über 6% rechnen, was sich negativ auf das Konsumentenvertrauen auswirken sollte. Die weiter, im Vergleich zu den letzten Jahren, hohe Arbeitslosenquote, wird die FED bis auf weiteres davon abhalten die Leitzinsen zu erhöhen.Das Institut of Supplymanagement (ISM, früher NAPM) erfuhr in seiner letzten Umfrage, dass zwar 75% des herstellenden Gewerbes (Manufacturing) von einem besseren Geschäftsklima ausgingen, 73% der Befragten jedoch trotzdem davon ausgingen, dass die Anzahl der Beschäftigten nur beibehalten werden soll, wenn nicht sogar leicht fallen könnte.


So leitete der US-Aktienmarkt am Donnerstag vorerst eine technische Korrektur seines starken Anstieges vom Vortag ein. Um die Mittagszeit fielen die Indices zwischenzeitlich etwas stärker ab - Anthrax! Noch vor sechs Monaten ist der Markt jedes Mal eingebrochen, wenn allein das Wort über die Ticker ging. Mittlerweile zuckt man auf dem Parkett nicht mehr zusammen, der Markt nimmt nach einem kurzen Rückgang fast ungerührt zur Kenntnis, dass in Washington 20 Briefe positiv auf den Milzbrand-Erreger getestet worden sind. Die Wall Street hat andere Sorgen. Denn Anleger und Analysten sind damit beschäftigt, die Rally vom Vortag zu analysieren. Auf dem Parkett haben ganz klar die Pessimisten die Oberhand, Dow und Nasdaq setzen ihren mittelfristigen Abwärtstrend unbeirrt fort. Die großen Verlierer sind die Gewinner vom Vortag – High-Tech-Aktien und Brokerhäuser. Im Tech-Sektor sind es ganz einfach Gewinnmitnahmen und die Broker leiden nach wie vor unter massivem Vertrauensverlust. Beides war absehbar. Vor allem die unerwartet starken Kursgewinne der Brokerhäuser standen zur Wochenmitte in keinem Verhältnis zum Anlegervertrauen und zur Gewinnsituation. Nur weil sich zwischen dem New Yorker Staatsanwalt und Merrill Lynch (MER: WKN 852935) eine außergerichtliche Einigung abzeichnet, sind die Brokerhäuser noch lange nicht aus dem Schneider. Dass sich dies direkt auf die Ergebnisse auswirkt, steht für die UBS Warburg fest: Die Analysten senken ihre Prognosen für Lehman Brothers (LEH: WKN 891041), Goldman Sachs (GS: WKN 920332), Merrill Lynch und Morgan Stanley (MWD: WKN 885836).


Kann die Wahrheit schlimmer sein als die Nachrichten der letzten Wochen? Dies wird sich im 4.Quartal 2002 zeigen. Die im Umfeld des ENRON Skandals in das Kreuzfeuer der Kritik geratenen Ratingagenturen Standard & Poors und Moody’s arbeiten fieberhaft an neuen, parallelen Bewertungskriterien, welche Aktiengesellschaften nicht mehr nur quantitativ nach den von ihnen veröffentlichten Zahlen beleuchten sollen, sondern auch nach der Qualität der veröffentlichten Fakten. So will S&P die Aktien des S&P500 Index nach 125 Kriterien sortieren, welche die Unabhängigkeit des Vorstandes, die Behandlung von Minderheitsaktionären, wie auch die nicht/oder Bewertung von Aktien-Optionen beinhalten soll. Kann dies die althergebrachten Bewertungskriterien wie z.B. das KGV (KursGewinnverhältnis) beeinflussen ? Es könnte sein, dass so mancher Investor nach den neuen Prämissen entdeckt, dass seine Anlagestrategie gar nicht so „konservativ“ war.


Unabhängig vom Endergebnis der zusätzlichen Bewertungsmethoden, versuchen die Ratingagenturen jedenfalls, unabhängig von der Wertpapieraufsichtsbehörde, das Anlegervertrauen wieder auf festem Boden zu platzieren. Hoffentlich zwingt dies auch die Aktiengesellschaften in ihrer Berichtserstattung eine geradere Linie zu finden und der überreizten Entschuldigung der „einmaligen Aufwendungen“ (welche komischer Weise bei vielen Firmen jedes Quartal wieder erscheinen) abzuschwören. Bereits in den kommenden Wochen wollen die Ratingagenturen ihre neuen Bewertungspunkte bekannt geben und den Aktiengesellschaften somit genug Vorlauf geben, um ihre zukünftige Berichterstattung darauf einzustellen.

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zit1:

Heard in New York am Freitag

 
13.05.02 09:59

Recht lustlos präsentierte sich der US-Aktienmarkt zum Wochenausklang. Zwar fiel der, vorbörslich veröffentlichte, Producer Price Index für den April um unerwartete 0,2% (erwartet war ein Anstieg von 0,4%). Die Kernrate (ohne Energie- und Lebensmittelpreise) fiel wie erwartet bei Plus 0,1% aus. Trotzdem ein positives Zeichen, da es unterstreicht, das die FED bis auf weiteres nicht genötigt sein sollte eine Zinserhöhung vorzunehmen.


Nach Handelseröffnung, um 10:00 New Yorker Zeit, hofften Marktteilnehmer auf Impulse von einer Rede Alan Greenspans. Der Chairman des Federal Reserve Board of Governors, verkündete jedoch nichts neues. Der kurzfristige Ausblick im Bereich der Kapitalinvestitionen sei gemischt, wohingegen der langfristige Investitionsausblick positiv sein. Die weiter steigenden Produktivität sollte sich langfristig auch in den Firmenerträgen widerspiegeln. Kritik an der Berechnung der Produktivität wies Greenspan zurück. Der Ölpreis stelle weiter ein Risiko für das Wachstumspotential der westlichen Volkswirtschaften dar und die Zentralbank geht davon aus, das auch gegenwärtig immer noch ein Krisenaufschlag im Ölpreis enthalten ist. Alles in allem waren die Marktteilnehmer nicht in der Lage der Rede marktbewegende Neuigkeiten zu entnehmen, noch etwas in Greenspans Rede hineinzuinterpretierten. Hierzu muss bemerkt werden, das die Reden von Alan Greenspan in den letzten 6 Monaten (leider) wesentlich deutlicher geworden sind, und nicht mehr das viel zitierte „Greenspeak“ zu beinhalten scheinen. Eigentlich sehr schade, ist es dadurch doch wesentlich schwieriger die Aussagen Greenspans der Marktlage entsprechend zu deuten.


Glücklich ist nun, wer am Mittwoch Geld in High-Tech-Aktien steckte und es am Donnerstag wieder abzog. Pech hat, wer aus den Cisco-Zahlen eine Trendwende, einen Aufschwung lesen wollte und auf weitere Gewinne pokerte. Sicher, einige Investoren hatten genau darauf gesetzt, doch war wohl der Wunsch Vater des Gedanken, und das führt an der Börse bekanntlich zu nichts. Am Freitag setzen die Indizes ihre Talfahrt fort, der stolze Dow ist unter die 10.000-Punkte-Marke geknickt; die Nasdaq gab schon wieder 49.57 Punkte ab. All dies ohne große Neuigkeiten. Die Indexpunkte schienen gelangweilten Investoren durch die Finger zu gleiten wie Sand.


Dazu kamen dann noch die Strahlen der Mittagssonne. Diese schienen vielen Marktteilnehmern so gute Laune zu machen, das sie gar nicht erst an den Handeltisch zurückkehrten. Schwarzmaler befürchten bereits das weitere Zahlen aus dem High-Tech-Bereich einen neuen Abwärtstrend der Nasdaq einleiten. Für die meisten Analysten steht Cisco-Konkurrent Network Appliances auf der Abschussliste. Für die Software-Schmiede BEA Systems stehen laut Expertenmeinung weitere Gewinneinbussen an, und der Chip-Hersteller Applied Materials soll einen Aufschwung erst in der zweiten Jahreshälfte sehen. Damit dürfte für weitere Verluste geflaggt sein. Unterdessen sollten Anleger nicht vergessen, dass nicht nur die Tech-Aktien in Schwierigkeiten stecken. Am Freitag müssen erneut alle Sektoren Federn lassen – mit Ausnahme von Öl, Energie und Gold. Telekomwerte. Schuld daran ist nicht nur Worldcom, sondern eine allgemeine Schwäche in einem wenig investmentfreudigen Sektor, der in seinem selbstverschuldeten Konkurrenzdruck erstickt. Auch Airline-Aktien gehören zu den schwächsten im Handel, nachdem US Airways an Gläubigerschutz (Chapter 11) denkt. Biotech- und Pharmawerte stehen zum Wochenschluss auch nicht besser da, lediglich einige Konsumwerte notieren mit Gewinnen.So ist der Pessimismus zum Wochenschluss wieder angestiegen und ließ den Markt zurück in technisch überverkauftes Teritorium absinken; wie dies bereits am Dienstag der Fall war. So sollte man in den nächsten Handelstag nicht mit Kurssprüngen wie am Mittwoch dieser Woche rechnen. Doch klettern Kurs gerne an einer Mauer aus Angst empor, wogegen sie in den vergangenen Wochen wiederholt eine Hang der Hoffnung herunterrutschten. Im Moment überwiegt vorerst jedoch die Angst. Für Montag, den ersten Handelstag der Woche, werden keine Wirtschaftsdaten erwartet und somit wird der Markt auf sich selbst gestellt sein. So sollten die Tiefststände der Aktienindices der vergangenen Woche uns als Testniveau für den Markt dienen. Es ist nicht unüblich, das markante Tiefststände einer Prüfung durch den Markt unterzogen werden um dann mittelfristig eine klaren Boden einzuziehen, das Vertrauen der Fondsmanager zu stärken und die Chance einzuräumen, frische Liquidität von den Geldmarktkonten in den Markt fliessen zu lassen. Neuengagements sollten jedoch in Stärke und nicht in Schwäche (vermeindlich billige Einstandskurse) getätigt werden; d.h. zwei positive Handelstage in Folge als Minimum.

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zit1:

Heard in New York am Donnerstag

 
17.05.02 10:04

Gut behauptet bei den Standardwerten und etwas leichter bei den Werten aus dem Technologie-Bereich zeigen sich die Notierungen an Wall Street am Donnerstag. Nach den verstärkten Gewinnmitnahmen am Vortag steigen viele Notierungen heute wieder. Leicht belastend wirkten die US-Konjunkturdaten, die vor Handelsbeginn veröffentlicht wurden. Vor allem die Zahl der Baubeginne war stark zurückgegangen.. Es sollte jedoch nicht vergessen werden, das wegen des warmen Wetters, die Bauindustrie in den ersten Monaten dieses Jahres stark boomte. Die Bauanträge sind weiter sehr hoch, was auch für die Zukunft für einen robusten Baumarkt spricht. Die Konjunkturdaten allgemein sprechen noch immer keine eindeutige Sprache : die Wirtschaft expandiert, wenn auch nicht mehr so stark wie im ersten Quartal 2002. Generell hat sich die Stimmung unter den Investoren in den vergangenen Tagen aber eindeutig aufgehellt und auch die technische Verfassung des Marktes lässt auf einen mittelfristig positiven Marktverlauf schließen und somit beendeten beide Indizes den Tag im grünen Bereich.


Seit Dienstag können Analysten wie auch Vorstände von Aktiengesellschaften von Anlegern mit einer neuen Messlatte messen. Standard & Poors, die Aktienindex und Ratingagentur, hat am Dienstag bekannt geben, wie sie ihre Bewertungskriterien im Kreditbereich wie auch bei der Ertragsbewertung von Aktien abändern werden. So will S&P als erste den Schritt gehen, Aktienoptionen (welche bis jetzt nicht als Kostenfaktor in die Bewertung einflossen) welche dem Management und weiteren Angestellten einer Firma, als Bonus oder Gehaltsbestandteil, gegeben werden (und wurden) mit in die Bewertung einzubeziehen. Aber auch Erträge, welche die Pensionskassen der Firmen erwirtschaften werden somit in Zukunft nicht mehr dem operativen Ertrag zugerechnet (GE & CSCO taten dies gerne). Gleiches gilt für Erträge/Verluste aus Veräußerungen von Beteiligungen. Dadurch sollen Kosten, wie auch Erträge transparenter und Firmen mit einander besser vergleichbar werden. Warren Buffet (das Orakel von Omaha und CEO von Berkshire Hathaway) wie auch FED Chairman Alan Greenspan hatten in den vergangenen Wochen wiederholt Kritik an der Praxis geübt, Option nicht in die Kostenstruktur von Aktiengesellschaften aufzunehmen. Weitere Ratingagenturen, wie auch die meisten Analysten werden nun wohl dem Vorbild von S&P folgen. Wir sollten uns aber auch nicht wundern, wenn die neue Praxis zu Beginn für einen „extremen“ Test des Aktienmarktes sorgt. Die Price/Earnings Ratio (KGV Kurs Gewinn Verhältnis) vieler Aktien (auch vieler Bluechips) wird nun (gegen-über der vorher angewandten Methode) recht stark ansteigen, und damit einer niedrigere Ertragskraft signalisieren. Auch die P/E Ratio ganzer Aktienindices sollte so in den nächsten Wochen ansteigen, wenn S&P Aktie für Aktie neu zu bewerten beginnt.


Die Einzelhandelszahlen für den Monat April legen den Schluß nahe, daß die Stimmung der Verbraucher ungetrübt ist. Und der Konsum der privaten Haushalte steht für rund zwei Drittel der amerikanischen Wirtschaftsleistung. Wer von dem fortgesetzten Kaufrausch der Verbraucher profitieren will, indem er in Einzelhandelswerte investiert, wird sich außerordentlich schwertun, noch Schnäppchen zu finden. Das Gros der Einzelhandelsaktien zählte schon im vergangenen Jahr zu den großen Gewinnern. Aktien wie Office Depot, Best Buy, Autozone, J.C. Penney oder Circuit City, die allesamt dem S&P 500 angehören, hatten sich jeweils mehr als verdoppelt. In diesem Jahr treten sie weitgehend auf der Stelle. Die Kurse von Wal-Mart Stores und Home Depot, nach der Marktbewertung die beiden grössten Einzelhandelsunternehmen der Welt, haben sich sogar nur knapp behauptet. Bei Wal-Mart ist der Gewinn zwar im jüngsten Quartal um 20% gestiegen, der höchste Zuwachs seit zwei Jahren. Gemessen am Gewinn je Aktie von 1,49 Dollar, den die Analysten dem Unternehmen im Gesamtjahr zutrauen, weist der Einzelhandelsriese aber ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 37 auf. Selbst auf Basis der Gewinnprognosen für 2003 errechnet sich noch ein KGV von 32 bis 33. Die Kursphantasie hält sich damit wohl in Grenzen. Am Donnerstag konnte WMT jedoch zulegen. Wal-Mart wolle eine Bank übernehmen hiess es im Markt. So will der weltgrößte Einzelhändler den Ertrag optimieren, in dem er auch noch seine Marge bei den Konsumentenkrediten erhöht. Auch verfügt WMT über eine riesige Kundenkartei, welche für das Direktmarketing von Finanzdienstleistungen genutzt werden könnte. So verbesserte sich WMT am Donnerstag um $ 1.58 und beendete den Handelstag bei $ 58.35.


Bei Home Depot scheint die Bewertung ähnlich ausgereizt wie dies oberflächlich bei WMT der Fall zu sein scheint. Das KGV für dieses Jahr liegt bei ca.37, das für 2003 auf 31. Optisch etwas billiger sind noch die Aktien großer Konsumgüterhersteller wie Coca-Cola, Procter & Gamble oder Gillette. Dies ist freilich auch dem Umstand zu verdanken, daß diese Unternehmen, die einst zu den zuverlässigsten Ergebnislieferanten im amerikanischen Aktienmarkt gehörten, gegen Ende der neunziger Jahre von ihrem Pfad der Tugend abgekommen waren. Die Konzerne sind - jeweils unter neuem Management - dabei, das Vertrauen der Wall Street zurückzugewinnen. Und dies offenbar mit Erfolg. Die großen Markenartikler zählen in diesem Jahr fast ausnahmslos zu den Kursgewinnern. Die Aktie von Coca-Cola, mit einem Marktwert von $ 140 Mrd. immer noch der grösste Konsumgüterhersteller der Welt, hat seit Jahresbeginn gut 20% an Wert gewonnen und bringt es jetzt auf ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 33(für 2002). Auch Procter & Gamble und Philip Morris sind um zweistellige Prozentsätze gestiegen. Die Bedeutung des Konsumgütersegments für den gesamten Aktienmarkt nimmt damit wieder zu, nachdem diese Branchen mit der Technologiehausse der späten neunziger Jahre deutlich zurechtgestutzt worden waren.


Diese Global agierenden Konsumgüteraktien sollten von einem fallenden US-Dollar profitieren, da sie einen Grossteil ihres Umsatzes im Ausland erwirtschaften. Sie könnten dann mit ihren (z.B.) erwirtschafteten Euros mehr US-Dollar kaufen und an ihre Mutter in den USA abführen. Auch Technologieaktien sollten von einem schwächeren Dollar profitieren, da sie eine inverse Korrelation zum „Greenback“ aufweisen.Innerhalb des S&P 500 repräsentieren die Konsumgüteraktien, zu denen beispielsweise auch die Autohersteller und Medienkonzerne gehören, schon fast ein Viertel des Gesamtgewichtes oder 2,5 Billionen Dollar. Allein die beiden Schwergewichte Wal-Mart und Coca-Cola bringen zusammen schon fast 400 Milliarden Dollar auf die Waage. Dies entspricht inzwischen der Börsenkapitalisierung aller Telefongesellschaften, die nach dem Ausschluß von Worldcom noch dem S&P 500 angehören.

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zit1:

Heard in New York am Montag

 
21.05.02 08:01
Wall Street schwächelt nach dem Wochenende wieder, und bei der dürftigen Nachrichtenlage sind es die Analysten, die den Markt bewegen. Dabei sind sie sich nicht einig, wo sie ansetzen sollen: Merrill Lynch sagt, die klassischen High-Tech-Werte hätten kaum Wachstumspotential. Salomon Smith Barney rät, beim Photoriesen Eastman Kodak (EK: WKN 850937) kürzer zu treten. Biotech fällt nach unzähligen Enttäuschungen der letzten Wochen eh aus, und das Anlegermagazin Barron’s sieht nun auch die Pharmakonzerne in eine Krise schlittern, was nicht ganz neu ist. Schon lange ist bekannt, dass in den nächsten Monaten Medikamenten-Patente im Wert von gut 18 Mrd auslaufen.Wohin also mit dem Geld? Raus aus dem Markt? Es ist schon das dritte Mal in einem Monat, dass viele Börsen in Übersee geschlossen sind, und nur die New Yorker arbeiten müssen. Das stimmt viele Marktteilnehmer missmutig wozu sich noch ein schwacher Dollar gesellt. Doch das ist zumindest ein Grund, sich bei exportstarken Werten umzusehen. Der Chiphersteller Nvidia (NVDA: WKN 918422) macht fast 90 % seines Umsatzes im Ausland, bei Motorola (MOT: WKN 853936) sind es 80 %. Diese Zahlen machen auf dem Parkett die Runde, weil sie in einer bunten Tabelle bei Barron’s aufgeführt wurden, und sie hieven diese zwei Unternehmen so ins Plus. Wird der Markt auch diese beiden Ausreisser bald wieder zurückpfeifen, oder beginnt hier ein neuer Trend?. Wirklich fundamentale Stärke haben beide Aktien noch nicht vorzuweisen. Sie würden sich dem allgemeinen Ruf „Raus aus den High-Techs!“ entziehen müssen. Dieser kommt von Merrill Lynch, und die Analysten empfehlen statt dessen eine Branche, die wirklich Gewinne verspricht: Rüstung und Verteidigung. Diese Empfehlung kann wohl auch nur ein Montagsversehen sein, wahrscheinlich hat da jemand eine Monate alte File geöffnet und versehentlich noch einmal verschickt. Denn Aktien von Boeing (BA: WKN 850471), Northrop Grumman (NOC: WKN 851915) und Lockheed Martin (LMT: WKN 894648) haben seit dem 11. September 50 % zugelegt. Bis zum Donnerstag dürfte der Handel wenig äussere Anreize erfahren, zumal bis dahin keine nennenswerten Quartals- und Wirtschaftsdaten anstehen.



Wenn wir uns den US-Aktienmarkt betrachten, sollten wir in den kommenden Wochen dem Wechselkurs des Euro gegenüber dem $ mehr Aufmerksamkeit schenken. (Schenken ist in diesem Zusammenhang ein sehr schönes Wort, hört es sich doch so an, als ob wir endlich einmal etwas umsonst bekommen.) Ein boomender Aktienmarkt, starkes wirtschaftliches Wachstum, Haushaltsüberschüsse und ein starker Dollar : alles Bestandteile des positiven Wirtschaftszyklus der 90er Jahre. Die ersten 3 Säulen dieser gegenseitigen Wirtschaftsbefruchtung gehören bereits der Vergangenheit an. Der $ scheint sich nun zu ihnen gesellen zu wollen.


So sehr dies kurzfristig auch schmerzen mag, so ist es doch auch bitter notwendig, dass der $ langsam an Wert verliert. Der Rest der industrialisierten Welt (Asien & Europa) hat sich doch immer wieder darauf verlassen, dass ein starker $ sie aus ihrer wirtschaftlichen Lethargie befreit. Europa und Asien wollten sich aus ihrer Reformstarre herausexportieren. Nun ist Europa jedoch besonders gefordert, seiner Wirtschaft positive Impulse zu geben. Zwar werden die Euroktraten nie verstehen, dass die Agrarsubventionen (welche über 50% des europäischen Haushaltes ausmachen), den Konsumenten nur Geld kosten, Steuergelder sinnlos durch Bürokratie vernichten und Gelder, welche Wachstums-politisch sinnvoll verwendet werden könnten nur verbrennen (Wo ist der Wachstumsimpuls, wenn Gemüse nur dazu angebaut wird, verbrannt zu werden?). Wirtschaftspolitisch überheblich wie Deutschland sich jedoch gerne gibt, sind es jedoch die Franzosen, welche als erste versuchen den Konsum anzukurbeln. Die Einkommenssteuer soll um 5% gesenkt werden. Es bleibt zu hoffen, dass weitere europäische Länder darüber nachdenken, ähnliches zu tun. Zurück zum $ und den amerikanischen Wachstumsmöglichkeiten. Ein langsam sinkender $ kann es Amerika ermöglichen, seine Exportquote zu erhöhen und würde vor allem Hochtechnologie für den Rest der Welt verbilligen. Da Technologie in den letzten Jahren, wie auch in der Zukunft, die treibende Kraft des Produktivitätswachstums war und ist, würde dies die Ertragsmargen vieler Industrien erhöhen. Erträge wiederum können in Investitionen umgemünzt werden, was einen neuen wirtschaftlichen Wachstumszyklus unterstützen würde. Dies erklärt wohl auch die negative Korrelation von Technologieaktien und dem $. So würden die amerikanischen Aktienindizes bei einer anhaltenden, graduellen $-Schwäche wohl erst mit Kursrückgängen reagieren. Trotzdem wäre dies das beste langfristige Saatgut für einen neuen, von globalen Wirtschaftswachstum begleiteten Bullmarkt für Aktien.

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daxbunny:

danke zit o.T.

 
21.05.02 08:06
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zit1:

Heard in New York am Dienstag

 
22.05.02 16:05

Nach zwei fast schon euphorischen Wochen und einem nicht unbedingt überraschenden Minus am Montag hielt die technische Korrektur des Marktes am Dienstag an. Erleichtert reagierten die Anleger in New York zunächst darauf, dass der Rechtsstreit von Merrill Lynch mit dem Generalstaatsanwalt des Bundesstaates New York beigelegt wurde. Die Aktie des grössten Retailbrokers der USA (MER, WKN 852935) konnte sich so um $ 0.47 auf $ 43.85 verbessern. Die Sorge, dass weitere Terroranschläge gegen die USA auf deren Heimatboden bevorstehen könnten, begrenzt jedoch die Kursgewinne und zogen die Indices im Handelsverlauf ins Minus. Auch die Unsicherheit der Marktteilnehmer, dass es sich bei der Rally der vergangenen Woche nur eine Bärenmarkt-Rally gehandelt haben könnte, führte zu Kursabschlägen, weshalb Positionen reduziert wurden. Der Markt befindet sich eher in einer Seitwärts- als in einer steilen Aufwärtsbewegung. Zu den Kursgewinnern gehörten die Titel der Automobilhersteller, nachdem Analysten von Merrill Lynch die Aktien von Ford (F: WKN 502391) heraufstuften. Ford steigen um $ 0.85 auf $ 17.58. Schlechter entwickeln sich dagegen teilweise die Technologiewerte. Peoplesoft (PSFT: WKN 885132) werden davon belastet, dass die Börsenaufsicht gegen den Wirtschaftsprüfer des Unternehmens, Ernst & Young, eine Untersuchung eingeleitet hat. Nach dem Vorwurf ein Marketingabkommen der beiden Firmen habe einen Interessenkonfliktdargestellt gaben Peoplesoft um $ 1.80 auf $ 20.04 nach. Der Einzelhandelssektor wurde von einem vorsichtigen Ausblick von Home Depot (HD: WKN 866953) belastet. Der Baumarktkonzern hatte zwar mit seinen Quartalszahlen die Erwartungen übertroffen, sich für die weitere Geschäftsentwicklung vorsichtig geäussert. Ertragswachstum soll nun vermehrt in den bestehenden Geschäften und weniger durch immer neue Läden generiert werden: Klasse statt Masse. Home Depot büssten so $ 3.60 und beendeten den Handelstag bei $ 44.90.


Der US-Dollar könnte schon bald „unverhoffte“ Schützenhilfe bekommen und die „Schwächephase“ der letzten Wochen beenden. Wie die US-Regierung am Dienstag bekannt gab, konnten die USA im April 2002 einen Haushaltsüberschuss von $ 67,17 Mrd. erwirtschaften. Im Vorjahr waren es zum selben Zeitpunkt $ 189 Mrd. Die Steuereinnahmen lagen 28% unterhalb des Vorjahres und die Ausgaben für die Rüstung werden erst in den nächsten Monaten langsam weiter anziehen, bevor sie dann explosionsartig ansteigen werden. Das Haushaltsdefizit für das Fiskaljahr 2002 beläuft sich bis jetzt auf ca. $ 100 Mrd. und sollte Ende September (wenn das Fiskaljahr endet) $ 130 Mrd. erreichen. So werden die USA im gegenwärtigen Quartal, auf lange Zeit, das letzte Mal ausstehende Staatstitel zurückgekauft haben und schon bald wieder Bonds emittieren müssen. Dies sollte die Zinskurve versteilen, da die Zinsen am langen Ende der Zinsstrukturve ansteigen werden (Emmission von 10 Year Notes und 30 Year Bonds). Der gegenüber der Eurozinsen steigenden Yealdspread am langen Ende sollte die Kapitalströme in Richtung USA unterstützen und den Dollar vorerst wieder erstarken lassen.


Microsofts (MSFT: WKN 870747) Produktsammlung mit den gängigsten Büroanwendungen ist auf 65% aller Personalcomputer weltweit installiert. Das Paket Office XP hat Microsoft ein Jahr nach Markteinführung 60 Millionen Mal verkauft. Trotzdem hat Sun seine Bürosoftware, Star Office in der Version 6.0, Anfang der Woche auf den Markt gebracht. Das zuvor kostenlos abgegebene Produkt kostet in den USA $ 76. Microsofts Angebot kostet immerhin $479. Experten rechnen damit, dass die gute Funktionalität und der Preisvorteil des Sun-Angebots einerseits sowie Microsofts Politik andererseits dazu führen werden, dass Star Office bis zum Jahr 2004 auf einen Anteil von 10 % kommen könnte. Das ist im Vergleich zum Anteil des Marktführers zwar immer noch bescheiden, aber bei einem jährlichen Absatz von rund 60 Millionen Paketen sind 6 Millionen verkaufte Programme für Sun Microsystems (SUNW: WKN 871111) schon eine auskömmliche Größe. Zu Suns Erfolg wird auch die gegenüber der kosten-losen Vorversion deutlich verbesserte Kompatibilität zu den Dateiformaten von Microsoft und anderen beitragen. Dateien aus Microsoft Office-Anwendungen können in Star Office geöffnet, bearbeitet und in den jeweiligen Formaten weitergegeben werden. Immer mehr Unternehmen wägen die höheren Kosten für Office-XP-Lizenzen gegen die vermeintlichen Nachteile des Sun-Produkts ab. Bis jetzt ist Star Office nicht weit genug verbreitet, doch das Interesse an dem Produkt sei ungeheuer hoch ( Ich kenne jedoch niemanden der bis jetzt überhaupt wusste das es das Programm gibt). In den USA arbeiten bislang etwa 39 000 Anwender mit der Sun-Software, 15 000 davon sitzen allein im US-Verteidigungsministerium (Das erklärt vielleicht einiges !). Dabei soll nicht zuletzt das Thema Sicherheit eine Rolle gespielt haben. Das Microsoft-Produkt muss dabei nicht einmal unsicherer sein, vielmehr gibt es deutlich mehr Hacker, die sich in den Programmen von Microsoft – weil eben mehr verbreitet – besser auskennen. Die meisten Anwender kennen sich jedoch mit den Microsoft Programmen aus, welche nun ja auch der Bürostandard sind. So ist kaum damit zu rechnen, das SUNW langfristig in der Lage ist MSFT ernsthaft Marktanteile abzunehmen. MSFT wird einiges daran setzen, die Kompatibilitätsschranken zwischen dem eigenen Produkt und der Konkurrenz hoch genug zu halten, das es für die Anwender „billiger“ ist gleich mit dem MSFT Produkt zu arbeiten. Microsoft verlor $ 1.82 auf 52.19 und Sun Microsystem büssten $ 0.24 und schlossen bei $ 6.88.

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zit1:

Heard in New York am Mittwoch

 
23.05.02 12:00
Lust- und orientierungslos, so lässt sich der amerikanische Aktienmarkt vom Mittwoch wohl am Besten beschreiben. Zwar fiel der Markt, wie auch in den beiden vorhergehenden Sitzungen, das Momentum des Marktes war jedoch sehr niedrig und es scheint als such der Markt vergeblich nach einem Boden. Impulse für eine Rally blieben jedoch bis jetzt aus. In dem sich ausdünnenden Marktumfeld (viele Marktteilnehmer werden in den nächsten Tagen einen Kurzurlaub antreten, da die Märkte wegen de Memorial Days am kommenden Montag geschlossen sein werden) wird jedoch immer noch auf Positionsglattstellungen der „Shorts“ (Leerverkäufer) gehofft, welches eine Kurskorrektur ins Plus einleiten sollte. Der Panikmache der Medien, es werde schon bald neue Terroranschläge in den USA geben, schenkt die Wall Street selber kaum Beachtung, auch wenn dies als allgemeingültige Erklärung herhalten muss. Umfragen von Goldman Sachs und der Marktforschungsfirma Gartner trüben die Aussichten für Technologiebereich vorerst noch. Die befragten Firmen sagten aus, das ihre Technologiebudgets für 2002 nicht über denen des Vorjahres liegen. Der Rotstift regiert weiterhin und insgesamt würden die Ausgaben sogar um 0,4% sinken (Hardware, Software & Service). Im vierten Quartal würden die Ausgaben dann jedoch um 1,5 % höher ausfallen als im Vorjahr. Ausgaben für Datenspeicheranwendungen sowie solche zur Datensicherheit werden dann in 2003 Priorität haben und anderen Ausgaben gegenüber vorgezogen werden.Das US-Treasury Department beauftragte die Federal Reserve am Mittwoch bei ihrer nächsten Wertpapierauktion für Notes mit 2 jähriger Laufzeit die Rekordsumme von $ 27 Mrd. zu versteigern. Da ca. Mitte Juni die verfassungsmässig festgesetzte Höchstgrenze für US Staatsschulden bei $ 5,95 Trilliarden erreicht sein wird, soll vorher noch Liquidität in die Staatskasse kommen. Die Ratingagentur Moodys warnte bereits, das wenn sich der Kongress und das Weisse Haus nicht vor erreichen der Höchstverschuldungmarke einigen, Titel des US-Staates auf die „Watchlist“ (mögliche Herabstufung der Kreditwürdigkeit) gesetzt werden könnten. President Bush hat bereits in der vergangenen Woche eine Eingabe an den Kongress gesandt in der er um die Abstimmung über eine Heraufsetzung des Schuldenmaximums um $ 750 Mrd. nachsucht. Dies wird auch geschehen. Die Frage ist nur, wie hoch die politischen Zugeständnisse an die Demokraten (politischer Gegner der Bushregierung) sein werden. So hat es auch die Steuersenkung von Bush nicht vermocht der US-Wirtschaft einen Wachstumsschub zu geben, welcher die Staatsfinanzen im Plus belässt, wie dieser versprochen hatte.


Enron (ENRNQ: WKN 851914) schien nur der Anfang der Bilanzmanipulationen in den USA gewesen zu sein. Die Berichte über weitere Ungereimtheiten häufen sich in der US-Presse. Mitte April traf es eine der Top-Adressen. Gerüchte über liessen den Aktienkurs von IBM (IBM: WKN 851399) in die Knie gehen. Tatsächlich nutzte das Unternehmen einen außerordentlichen Gewinn aus dem Verkauf eines Betriebsteils, um die operativen Kosten zu drücken und den Ertrag zu steigern. Das ist nicht illegal, verklärt aber das Betriebsergebnis. IBM ist kein Einzelfall. Seit dem Bilanzskandal des Pleite gegangenen Energiehändlers Enron werden fast täglich Unregelmäßigkeiten in den Büchern von US-Unternehmen aufgedeckt. Enron hatte die Möglichkeit genutzt, seinen Schuldenberg in mehreren verbundenen Partnerfirmen zu verstecken. Durch Scheingeschäfte wurden Schulden transferiert und verschwanden aus den Büchern des Energiekonzerns. Getrickst haben auch andere Energieunternehmen. Die SEC geht dem Verdacht nach, dass mehrere Strom- und Gasanbieter ihre Umsätze durch Luftbuchungen aufgebläht haben. Dabei haben sich die Firmen offenbar gegenseitig Kapazitäten verkauft (“geswapt), ohne dass es für die Geschäfte eine wirtschaftliche Basis gab. Noch weiter verbreitet ist die Unsitte so genannter Pro-Forma-Ergebnisse. Das sind Ertragszahlen, die um “einmalige Aufwendungen” bereinigt wurden. Nur ein Fehler: Jedes Unternehmen kann selbst bestimmen, was außergewöhnlich ist. So kommt es, dass die im Börsenindex Nasdaq 100 notierten Unternehmen in ihren Pressemitteilungen für die ersten drei Quartale 2001 einen Pro-forma-Gewinn von insgesamt $ 19,1 Mrd. vermeldet haben. Dieselben Konzerne berichteten für denselben Zeitraum an die SEC jedoch einen Verlust von insgesamt $ 82,3 Mrd. Die Investoren wurden von den Managern also um ganze $ 100 Mrd. getäuscht. Die SEC hat die Firmen zur Vorsicht gemahnt. Die Ratingagentur Standard&Poor’s versucht dem Pro-forma-Unwesen mit einer neuen Definition des „operativen Gewinnes“ zu begegnen, um zumindest die Willkür der Buchhalter bremsen. Dieser Schritt von S&P wird massgeblich dazu beitragen, das Vertrauen der Anleger in den Markt wieder herzustellen. Die SEC dagegen wird mir ihren „politisch“ motivierten Bemühungen )Harvey Pitt wurde von George Bush “bestellt“) Probleme haben ihre Reputation so schnell wieder herzustellen.

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Zwergnase:

Thanx Zit, wie immer sehr interessant! o.T.

 
23.05.02 12:04
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zit1:

Heard in New York am Freitag

 
27.05.02 12:31

Die Börse präsentierte sich am heutigen Freitag mal wieder von der negativen Seite. Nicht zuletzt Schuld daran sind die schlechten Wirtschaftszahlen, welche zeigen, dass die US-Wirtschaft mit 5.6 % im ersten Quartal nicht so schnell wächst, wie die erwarteten 6%. Die Optimisten wurden also wieder einmal in ihrer Hoffnung enttäuscht. Noch dazu hat Goldman Sachs sein Rating des gesamten Ausrüstungsbereichs von Halbleitern von market “overweight” auf “market weight” runtergenommen. Zusätzlich stuften sie jede einzelne Aktie aus diesem Bereich, welche sie abdecken, herab. Der zuständige Analyst erklärte, dass er sich mit einer vorsichtigeren Einschätzung wohler fühlte, bis die Aussichten im Endverbrauch sich etwas aufklärten. Unter den einzelnen Aktien, welche er herabstufte befinden sich Applied Materials (AMAT: WKN 865177), KLA Tencor (KLAC: WKN 865884), Novellus Systems (NVLS: WKN 875715) und Teradyne (TER: WKN 859892).


Nachdem Biogen (BGEN: WKN 866822) am Donnerstag den gesamten Tag vom Handel, wegen anstehender Nachrichten, ausgesetzt war, wurde das Geheimnis dann doch noch gelüftet. Das US-Biotechnologieunternehmen Biogen hat am Donnerstag die Zustimmung eines Gutachtergremiums für die Zulassung seines Schuppenflechte-Medikaments Amevive erhalten. Damit hat die Firma gute Chancen, das für ihr künftiges Wachstum als äußerst wichtig geltende Mittel in den USA auf den Markt zu bringen. Die Entscheidung liegt nun bei der US-Gesundheitsbehörde FDA (Food and Drug Administration), die für gewöhnlich der Empfehlung der Gutachter folgt. Diese hatten mehrheitlich die Auffassung vertreten, dass Amevive sicher sei und wirksam zur Bekämpfung chronischer Schuppenflechte bei Erwachsenen. Biogen hat bislang nur ein Produkt auf dem Markt, das Multiple-Skerose-Medikament Avonex, das sich mit neuen Konkurrenzpräparaten konfrontiert sieht. Die Nachricht über das Votum der Gutachter beflügelte Biotechnologieaktien. Biogen stieg heute um $ 9.11 auf $ 49.47.


Coca Cola (KO: WKN 850663) machte heute mit weniger erfreulichen Nachrichten Schlagzeilen. Ein Lieferant der Firma Coca Cola in Texas wollte mit einem schlechten Gewissen nicht mehr weiterleben und so brachte er die Wahrheit an das Licht: Seit 14 Jahren schon, soll sein Arbeitgeber Ware, welche sich dem Verfalldatum beängstigend näherte, kurzfristig aus dem Verkehr gezogen haben. Dies aber nur, um das Verfallsdatum abzuändern. Dies geschah mit Nagellackentferner auf Flaschen, mit einer neuen Verpackung oder mit dem Umschichten von Coca Cola Dosen in die Automaten. Bevorzugt wurde die “neue” Ware dann in Stadtteilen ausgeliefert, welche vorwiegend von Hispanics oder Afro-Amerikanern bewohnt werden. Man ging davon aus, dass diese Leute weniger auf Details, als auf den Preis achten. Coca-Cola streitet die Vorwürfe ab, obwohl sich nun mehr und mehr Angestellte entschlossen haben, ihr Gewissen zu bereinigen und die Beschuldigungen bestätigen. Coca Cola hat inzwischen andere Dinge auf dem Tisch, um welche man sich lieber kümmert als möglichen Betrug oder gar Rassismus. Benötigt wird ein neuer Slogan. Der bisherige “Life tastes good” ist nämlich verschwunden seit dem 11. September, da man ihn, im Anbetracht der Situation, als nicht mehr passend empfand. Ausserdem gedenkt man in den Markt der Milchgetränke einzusteigen, den man mit einem Marktwert von 20 Milliarden einschätzt. Da bereits diverse Partnerschaften mit entsprechenden Unternehmen bestehen, sollte sich dies anbieten, so der President von Coca Cola Nordamerika. Mit den ersten Verkaufszahlen der neuen Vanilla Coke (welche ich noch nicht gesehen, geschweige denn getrunken habe) zeigt das Unternehmen sich zufrieden. Die Aktie verlor um $ 0.49 auf $ 56.20.


Hier in New York freuen wir uns auf ein langes Wochenende, sprich Montag ist geschlossen. Gefeiert wird Memorial Day, ursprünglich bekannt als Dekorationtag. Er wurde 1868 eingeführt, um an die Toten vom Bürgerkrieg zu erinnern und findet an jedem letzten Montag im Mai statt. Gleichzeitig beruft er auch die Sommersaison in Amerika ein. Inoffiziell haben wir also ab Montag Sommer in New York, welcher mit dem Labor Day, dem ersten Montag im September, sein inoffizielles Ende findet.

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zit1:

Heard in New York am Montag

 
28.05.02 02:10

Wall Street schwächelt nach dem Wochenende wieder, und bei der dürftigen Nachrichtenlage sind es die Analysten, die den Markt bewegen. Dabei sind sie sich nicht einig, wo sie ansetzen sollen: Merrill Lynch sagt, die klassischen High-Tech-Werte hätten kaum Wachstumspotential. Salomon Smith Barney rät, beim Photoriesen Eastman Kodak (EK: WKN 850937) kürzer zu treten. Biotech fällt nach unzähligen Enttäuschungen der letzten Wochen eh aus, und das Anlegermagazin Barron’s sieht nun auch die Pharmakonzerne in eine Krise schlittern, was nicht ganz neu ist. Schon lange ist bekannt, dass in den nächsten Monaten Medikamenten-Patente im Wert von gut 18 Mrd auslaufen.Wohin also mit dem Geld? Raus aus dem Markt? Es ist schon das dritte Mal in einem Monat, dass viele Börsen in Übersee geschlossen sind, und nur die New Yorker arbeiten müssen. Das stimmt viele Marktteilnehmer missmutig wozu sich noch ein schwacher Dollar gesellt. Doch das ist zumindest ein Grund, sich bei exportstarken Werten umzusehen. Der Chiphersteller Nvidia (NVDA: WKN 918422) macht fast 90 % seines Umsatzes im Ausland, bei Motorola (MOT: WKN 853936) sind es 80 %. Diese Zahlen machen auf dem Parkett die Runde, weil sie in einer bunten Tabelle bei Barron’s aufgeführt wurden, und sie hieven diese zwei Unternehmen so ins Plus. Wird der Markt auch diese beiden Ausreisser bald wieder zurückpfeifen, oder beginnt hier ein neuer Trend?. Wirklich fundamentale Stärke haben beide Aktien noch nicht vorzuweisen. Sie würden sich dem allgemeinen Ruf „Raus aus den High-Techs!“ entziehen müssen. Dieser kommt von Merrill Lynch, und die Analysten empfehlen statt dessen eine Branche, die wirklich Gewinne verspricht: Rüstung und Verteidigung. Diese Empfehlung kann wohl auch nur ein Montagsversehen sein, wahrscheinlich hat da jemand eine Monate alte File geöffnet und versehentlich noch einmal verschickt. Denn Aktien von Boeing (BA: WKN 850471), Northrop Grumman (NOC: WKN 851915) und Lockheed Martin (LMT: WKN 894648) haben seit dem 11. September 50 % zugelegt. Bis zum Donnerstag dürfte der Handel wenig äussere Anreize erfahren, zumal bis dahin keine nennenswerten Quartals- und Wirtschaftsdaten anstehen. Wenn wir uns den US-Aktienmarkt betrachten, sollten wir in den kommenden Wochen dem Wechselkurs des Euro gegenüber dem $ mehr Aufmerksamkeit schenken. (Schenken ist in diesem Zusammenhang ein sehr schönes Wort, hört es sich doch so an, als ob wir endlich einmal etwas umsonst bekommen.) Ein boomender Aktienmarkt, starkes wirtschaftliches Wachstum, Haushaltsüberschüsse und ein starker Dollar : alles Bestandteile des positiven Wirtschaftszyklus der 90er Jahre. Die ersten 3 Säulen dieser gegenseitigen Wirtschaftsbefruchtung gehören bereits der Vergangenheit an. Der $ scheint sich nun zu ihnen gesellen zu wollen.So sehr dies kurzfristig auch schmerzen mag, so ist es doch auch bitter notwendig, dass der $ langsam an Wert verliert. Der Rest der industrialisierten Welt (Asien & Europa) hat sich doch immer wieder darauf verlassen, dass ein starker $ sie aus ihrer wirtschaftlichen Lethargie befreit. Europa und Asien wollten sich aus ihrer Reformstarre herausexportieren. Nun ist Europa jedoch besonders gefordert, seiner Wirtschaft positive Impulse zu geben. Zwar werden die Euroktraten nie verstehen, dass die Agrarsubventionen (welche über 50% des europäischen Haushaltes ausmachen), den Konsumenten nur Geld kosten, Steuergelder sinnlos durch Bürokratie vernichten und Gelder, welche Wachstums-politisch sinnvoll verwendet werden könnten nur verbrennen (Wo ist der Wachstumsimpuls, wenn Gemüse nur dazu angebaut wird, verbrannt zu werden?). Wirtschaftspolitisch überheblich wie Deutschland sich jedoch gerne gibt, sind es jedoch die Franzosen, welche als erste versuchen den Konsum anzukurbeln. Die Einkommenssteuer soll um 5% gesenkt werden. Es bleibt zu hoffen, dass weitere europäische Länder darüber nachdenken, ähnliches zu tun. Zurück zum $ und den amerikanischen Wachstumsmöglichkeiten. Ein langsam sinkender $ kann es Amerika ermöglichen, seine Exportquote zu erhöhen und würde vor allem Hochtechnologie für den Rest der Welt verbilligen. Da Technologie in den letzten Jahren, wie auch in der Zukunft, die treibende Kraft des Produktivitätswachstums war und ist, würde dies die Ertragsmargen vieler Industrien erhöhen. Erträge wiederum können in Investitionen umgemünzt werden, was einen neuen wirtschaftlichen Wachstumszyklus unterstützen würde. Dies erklärt wohl auch die negative Korrelation von Technologieaktien und dem $. So würden die amerikanischen Aktienindizes bei einer anhaltenden, graduellen $-Schwäche wohl erst mit Kursrückgängen reagieren. Trotzdem wäre dies das beste langfristige Saatgut für einen neuen, von globalen Wirtschaftswachstum begleiteten Bullmarkt für Aktien.
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zit1:

Heard in New York am Dienstag

 
29.05.02 10:17

Über jeden einzelnen Investor freut sich der amerikanische Aktienmarkt, wenn dieser jedoch als zaghafter Konsument auftritt, reagiert der Aktienmarkt auch schnell verschreckt. Wie ein Felsen in der Brandung hatten der US-Konsument und die amerikanische Bauwirtschaft der Rezession von 2001 getrotzt. Treten nun beim Privatverbraucher Ermüdungserscheinungen auf? Die Konsumentenzuversicht lag am Dienstag (für den Mai) mit 109,8 zwar über den Erwartungen von 109,2 – der Unterindex für den wirtschaftlichen Ausblick, sank jedoch von 109,6 auf 109,4. Gleichzeitig zog der Index, welcher die gegenwärtige Situation misst, von 106,8 auf 110,3 an. Leider interpretierte der Markt dies als Indiz, dass der amerikanische Konsument nach Monaten der Ausgabensteigerung nun abwartend und zurückhaltender zeigen könnte. Auch fiel der Index, welcher die Einkommenssteigerung der privaten Haushalte misst, mit Plus 0,3 geringer aus als das erwartete Plus von 0,5. Eine niedrigere Einkommenssteigerung lässt auch das frei verfügbare Einkommen langsamer steigen. Der US-Haus- und Wohnungsmarkt zeigt sich dagegen weiter sehr fest. Mit nun 5,79 Mio. Wohneinheiten für 2002, suchen die Amerikaner weiter die Anlage in den eigenen 4 Wänden. Vor allem steuerlich macht dies Sinn, da Hypothekenzinsen vom zu versteuernden Einkommen abgesetzt werden können. In Deutschland ist dies meist nur möglich, wenn das Objekt vermietet ist. Die Indices litten aber auch unter dem Kursverfall von Intel (INTC, WKN 855681), welche darunter litten, dass Merrill Lynch ihren Ausblick für den Umsatz des Chipgiganten für 2002 auf $ 6,76 Mrd. sowie den Ertrag pro Aktien senkten. Diese Schätzungen sehen das Umsatz- und Ertragsziel gegenüber dem Vorjahr unverändert. Trotzdem behält das Brokerhaus seinen positiven Ausblick für den Aktienkurs von INTC bei. So rutschte der Dow Jones schon am Vormittag unter die psychologische 10.000er Marke. Zwar vermochte der Index im Handelverlauf wieder darüber zu klettern, es reichte zum Handelsschluss aber nicht um über der Marke zu schliessen. Auch ein sinkender Ölpreis und stabiler Rentenmarkt waren somit am Dienstag nicht in der Lage einen recht lethargischen US-Aktienmarkt zu stützen. So setzten sich die Verluste vom vergangenen Freitag fort. Am Mittwoch bleibt der US-Aktienmarkt sich selber überlassen, da in Washington keine Wirtschaftsdaten veröffentlicht werden.


Auch bei Kmart (KM: WKN 851543) zerrte das schlechte Gewissen und der Drang zur Wahrheit und Gerechtigkeit die Angestellten. Am 9. Januar 2002 schrieben Kmart-Angestellte der Finanzabteilung einen Brief an die amerikanische Börsenaufsicht SEC. Der zwei Seiten lange Brief, liegt nun der amerikanischen Zeitung "Detroit News" vor. Dieser schildert von Bilanztricksereien, welche zu dem finanziellen Desaster bei Kmart geführt haben sollen und Anleger angeblich in die Irre leiteten. Nach Eingang des Briefes hatte die SEC im Januar sofort Ermittlungen bei der zweitgrößten amerikanischen Supermarktkette eingeleitet. Die Staatsanwalt hat bereits bestätigt, dass der anonyme Brief, der den "Detroit News" vorliegt, mit dem Schreiben an die Börsenaufsicht identisch ist. Auch die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PriceWaterhouseCoopers sei demnach in die Vorgänge eingeweiht gewesen. In dem Brief werden Wirtschaftsprüfer von PriceWaterhouseCoopers beschuldigt, den in dem Brief aufgeführten Sachverhalten nur zögerlich nachzugegangen zu sein und die Umsatzbuchhaltung kaum hinterfragt zu haben. Eine weitere Kopie des Briefes ging auch an die Wirtschaftsprüfer selbst. PriceWaterhouseCoopers lässt derzeit aus New York verkünden, dass an einer Aufklärung gearbeitet werde. Wirklich brenzlig für mögliche Betrüger könnte die Behauptung sein, dass die Verfasser des Briefes, Aufzeichnungen von Gesprächen haben, in denen Vorstandsmitglieder über finanzielle Unregelmäßigkeiten diskutieren. Neben der Börsenaufsicht SEC und der Staatsanwaltschaft von Ost-Michigan hat auch das FBI in der vergangenen Woche Ermittlungen eingeleitet. Das einstige Vorbild für den Handelsriesen Wal-Mart steht eindeutig im Verdacht, sich durch seine Bilanzierungspraktiken strafbar gemacht zu haben. Kmart hatte am 22. Januar diesen Jahres Gläubigerschutz beantragt. Die Kmart-Insolvenz ist die größte Handelspleite der amerikanischen Geschichte. Als Teil des Sanierungsprogramms will Kmart 284 der 2114 Filialen schließen und 22.000 Mitarbeiter entlassen. Wie man zur Zeit unschwer erkennen kann, häufen sich augenblicklich die Drehbücher für zukünftige Wirtschaftskrimis, welche direkt vom Leben oder besser Wall Street geschrieben werden. Die Aktie schloss am Dienstag unverändert bei $ 1.11. KMART reichte am 22.01.2002 einen Antrag auf Insolvenzschutz bei Gericht ein (Chapter 11) und hofft so um ein Konkursverfahren herum zu kommen.

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zit1:

Heard in New York am Mittwoch

 
30.05.02 10:29

Wieder aufgelebte Sorgen um Bilanzpraktiken haben am Mittwoch die US-Börsen belastet. Auch die Angst vor neuen Anschlägen in New York hat die Stimmung getrübt. Der Dow-Jones-Index setzte seine Talfahrt vom Vortag fort und fiel in den roten Bereich. Der technologielastige Nasdaq folgte ihm widerstandslos.


Was in Deutschland der Bundesrechnungshof, ist in den USA das General Accounting Office (GAO), welches dem US-Kongress unterstellt ist. Im neuesten Bericht des GAO steht, dass der US-Staat in 2001 $ 17,4 Mrd. „verloren“ haben. Niemand weiß wo dieses Geld geblieben ist. Ob es ausgegeben wurde, noch auf irgendwelchen Konten schlummert oder entwendet wurde. Immerhin ist dies fast die halbe Steuersenkung mit der President Bush seine Wähler (hier vor allem SEINE reichen Wähler) nach seinem Amtsantritt beglückte. Das ist aber im Vergleich zu folgendem nur halb so schlimm.


Das GAO weigert sich, schriftlich über die Ehrlichkeit der Buchführung der USA Stellung zu nehmen. Das ist schon ironisch, da dies zu einem Zeitpunkt passiert, zu welchem sich viele Mitglieder des Kongresses damit versuchen zu profilieren, in dem sie die Buchführung und das Geschäftsgebaren von Enron, Arthur Anderson usw. Publikumsträchtig vor laufenden Kameras „untersuchen“. Selbst Treasury Secretary Paul O’Neeill musste eingestehen, dass wenn der Staat USA, nach den selben Regeln bilanzieren müsste, wie es Aktiengesellschaften müssen, in 2001 kein Haushaltsüberschuss von $ 127 Mrd., sondern eine Defizit von $ 515 Mrd. erwirtschaftet worden wäre. So sollten wir uns für die nächsten Jahre auf eine sich langsam versteilende Zinsstrukturkurve einstellen. Nach 8 Jahren President Clinton, in denen Haushaltsüberschüsse erwirtschaftet wurden, stehen den Finanzmärkten nun Jahre der Nettoemissionen von Staatstiteln bevor. Der nächste President wird dann vielleicht unter dem Banner, „neuer“ Haushaltsdisziplin gewählt werden.


Um beim Thema zu bleiben: Peinliches ereignet sich bei der Firma deren CEO jetzt Vize-President Dick Cheeny war, bevor er sich George Bush zur Seite stellte. Die Firma Halliburton, welche im Energyservice- wie auch im Energyconstructionbereich sehr gross ist, wird von der Securities & Exchange Commission bezüglich ihre Kostenverbuchung seit 1998 untersucht. Unter der Leitung von Mr. Cheeny führte die Firma eine aggressivere Buchungstechnik ein, welche oftmals steigende Kosten als Umsatz verbuchte. Wieder einmal sind Harvey Pitt (von President Bush bestellter Chef der SEC) und die SEC jedoch nicht von selbst darauf gekommen hier eine Untersuchung einzuleiten. Ein Artikel in der New York Times vom 22 Mai nötigt die Wertpapieraufsichtsbehörde zu diesem Schritt. Sonst sehe es ja aus, als wolle Mr. Pitt sich dem Vize-Presidenten erkenntlich zeigen. Die Gefahr wächst, dass die SEC als zahnloser Papiertiger betrachtet wird und sich dann gezwungen sieht mit äußerster Härte kommende Untersuchungen einzuleiten und durchzuführen. Dies würde das Vertrauen des Marktes kurzfristig noch mehr untergraben, auch wenn es langfristig gut gemeint wäre. HAL beendete den Handelstag bei $ 18,72, ein Minus von $ 0,63.


Mit 30.000 Läden und 46 Millionen Kunden täglich ist McDonald’s (MCD: WKN 856958) die grösste Fast-food-kette der Welt. Das Problem, welches McDonald’s mit Firmen wie Coca-Cola gemeinsam hat, ist dass der Markt im Kerngeschäft -sprich Big Macs und Chicken McNuggets- gesättigt ist. Die neue Definition, welche man anstrebt, nämlich als Einzelhändler ist geschaffen, die Idee, wie die Ausweitung aussehen soll wird noch geheim gehalten. Man ist aber bereit zu Experimenten und in zwei Jahren werden die Pläne ausgereift sein, so der wagemütige Finanzvorstand. Nachdem wohl feststehen dürfte, dass die Expansion nicht im Kleidungssegment stattfinden wird- denn wer möchte denn, dass sein Pulli nach Fett stinkt -geht das Raten weiter, was denn nun passen könnte. Manche glauben, dass McDonald’s einfach seine Partnerschaft mit Disney ausbaut und mehr Spielzeug verkaufen wird. Auch könnten die Amerikaner ins Reisebüro-Geschäft einsteigen und an neuen Verkaufs-Terminals Trips in Disneyland-Parks anbieten. Während man also in Amerika große Zukunftspläne hat, zeigt man sich in Franreich von der humanen Seite, auch wenn es nicht gerade Eigenwerbung ist. In Frankreich warnt die Kette vor übermäßigem Hamburgerverzehr. Warum ? Wer hätte das gedacht: Hamburger machen dick! Im Rahmen einer Kampagne gegen Übergewicht bei Kindern warnt die amerikanische Fastfood-Kette vor dem Genuss von zu vielen Hamburgern. McDonald’s empfiehlt Müttern, ihre Kinder nur einmal in der Woche zu McDonald’s auszuführen. In Frankreich hat sich die Zahl der übergewichtigen Kinder in den vergangenen zehn Jahren auf 16 Prozent verdreifacht. Die Aktie verlor heute um $ 0.14 auf $30.01.

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zit1:

Heard in New York am Donnerstag

 
31.05.02 09:33

Die Spannungen zwischen Indien und Pakistan übten schon vor Handelbeginn Druck auf die Aktienindexfutures aus. So fielen die Indices denn auch schnell ins Minus und verharrten dort zum späten Nachmittag. So zeigt sich der Aktienmarkt noch recht unentschlossen und wartet auf neue (hoffentlich positive) Impulse von den zahlreichen Wirtschaftsdaten welche am Freitag in den USA veröffentlicht werden. So schloss der US-Aktienmarkt gemischt : Nasdaq im Plus, Dow Jones + S&P500 leicht im Minus.Die Erstanträge auf Arbeitslosengeld fielen in der vergangenen Woche mit 410.000 um 12.000 niedriger aus, als die der Vorwoche. Dennoch hält der 3 Monatsdurchschnitt weiter zäh oberhalb der 400.000er Marke. Insgesamt sind nun 3,893 Mio. Amerikaner arbeitslos gemeldet. Dies ist die grösste Anzahl seit Januar 1983. Sollten im May netto keine neuen Arbeitsplätze geschaffen worden sein, müssen wir davon ausgehen, das die Arbeitslosenquote in den USA vom April bei 6% nun auf 6,25% angestiegen ist. Auch der Help-Wanted-Index (offene Stellen in den Anzeigenteilen der Zeitungen) deutet darauf hin, das sich das Jobumfeld erst im Spätsommer verbessern wird. So stieg dieser Index im April auf 47, lag im Vorjahresmonat jedoch bei 65.


Der Euro erreichte gegenüber dem US-Dollar am Donnerstag ein 15-Monatshoch. Wichtige charttechnische Marken wurden in den vergangenen Wochen bereits durchbrochen. Das der Euro es jedoch vermochte am Mittwoch oberhalb von 0,9331 zu schliessen deutet mittelfristig darauf hin, das der Euro bis in den späten Sommer hinein weitere „5 Big Figures“ (0,9800) steigen kann. Ein Grund ist nicht mehr nur der weiter verhaltene Wachstumsausblick der US-Wirtschaft und die steigenden Staatsschulden unter der Regierung Bush. Anders als in der Vergangenheit scheint die US-Währung einen Teil ihres „Safe Haven“ (sicherer Hafen) Status eingebüßt zu haben. Diesen Status hatten die USA in der Vergangenheit wohl auch deshalb inne, da sie sich in Krisenzeiten geographisch und politisch von dem Rest der Welt abschotten konnten. Selbst wenn amerikanische Interessen das Ziel von Terroristen waren, war dies in der Vergangenheit doch außerhalb der USA der Fall. Nun sind die USA selbst jedoch im Fadenkreuz der Angreifer. So haben die amerikanischen Politiker in der vergangenen 2 Wochen immer wieder darauf hingewiesen, das weitere Terroranschläge in den USA unvermeidlich seien. Keine besonders vertrauens-bildende Aussage. Ein schwächerer Dollar hätte jedoch auch seine guten Seiten für die Weltwirtschaft und dies nicht nur weil die Öl in $ bezahlt wird und damit das Inflationspotential niedrig gehalten wird.


Amerikanische Informationstechnologie ist weiterhin die Nummer 1 der Welt. Diese wird bei einem fallenden $ für Europäer und Asiaten billiger und ist immer noch die treibende Kraft bei der Produktivitätssteigerungen in den westlichen Industrieländern. So konnte auch in der Vergangenheit beobachtet werden, das der TechBereich eine leicht inverse Korrelation zum Dollar hat. Ein weiter, langsam fallender Dollar sollte so ein extrenes Wachstumssiganl für der Soft- und Hardwarebereich in den USA geben. Aber auch Firmen welche einen Grossteil ihres Umsatyes im Ausland erwirtschaften sollten von einem fallenden $ profitieren. Können sie doch mehr $ für ihre im Ausland erwirtschafteten Erträge an ihre Mütter in den USA abführen. McDonalds (MCD, WKN 856958), CocaCola (KO, WKN 850663) und Proctor/Gamble (PG, WKN 852062) gehören in diese Firmenkategorie.


Die Aktie des Kaffeehausketten-Betreibers Starbucks (SBUX: WKN 884437) konnte am Donnerstag zulegen, nachdem das Papier erneut heraufgestuft wurde. So haben die Experten von JP Morgan den Titel von Marketperform auf Buy gestuft. Das Kursziel auf Sicht von 12 Monaten wurde auf $25 auf $28 erhöht. Die Gewinnerwartung für das Fiskaljahr 2003 wurde ebenfalls um einen Cent auf 66 Cents je Aktie angehoben. Bereits am Mittwoch hatten Analysten von Merrill Lynch den Titel von Buy auf Strong Buy heraufgestuft. Deren 12-Monats-Kursziel liegt bei $ 30. Wer den Kaffee der beliebten amerikanischen Kette einmal probieren möchte muss nicht unbedingt nach New York reisen – die ersten Läden haben bereits in Berlin aufgemacht. Und wer noch etwas warten kann, der findet bestimmt auch bald einen Starbucks in seiner direkten “Neighbourhood”. Die Aktie gewann um $ 0.57 und beendete den Handelstag bei $ 23.57.

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