kommt auch noch aus der Ritze gekrochen und redet von "Risikoaversion schwindet"
Die Märkte zwischen Risikoentspannung, Konjunkturerholung und Währungskrieg
14:14 01.02.13
In Spanien zeigt sich die wirtschaftliche Situation im euroländischen Vergleich laut Elends-Index - die Summe aus Inflationsrate und Arbeitslosenquote - dramatisch. Insbesondere aufgrund der massiv ansteigenden Arbeitslosigkeit stellt sich die spanische Lage seit 2009 sogar noch verheerender als in Griechenland dar. Die Situation in Portugal ist ebenfalls prekär, hat sich im Trend seit Anfang 2012 jedoch nicht weiter verschlechtert und in Italien sind bereits Besserungstendenzen erkennbar. Am solidesten ist laut Index die Situation in Deutschland.
Der Euro-Politik bleibt vor diesem Hintergrund auch zukünftig nichts anderes übrig, als die Konjunkturerholung in der Euro-Peripherie zur nachhaltigen Befriedung der Eurozone insgesamt weiter aktiv voranzutreiben. Angesichts der andauernden Rezession in Spanien - die Wirtschaft ist im Schlussquartal 2012 erneut um 0,7 Prozent zum Vorquartal geschrumpft - hat die EU-Kommission bereits signalisiert, dem Land in punkto Sparziel für dieses Jahr Zugeständnisse zu machen und das Defizitziel zu lockern. Zudem wird man sich auch auf ein Rettungspaket für Zypern einigen, um die Beruhigung der Euro-Krise nicht zu gefährden.
Risikoaversion schwindet
Dass die Risikoentspannung funktioniert, beweisen auch 278 Banken aus dem Euroraum, die in dieser Woche gut 137 Mrd. Euro an Kredithilfen an die EZB zurückgezahlt haben. Auch wenn es in der nächsten Woche nur zu Rückzahlungen von knapp 3,5 Mrd. Euro kommen wird, sollte dies nicht als Enttäuschung gewertet werden. Die Abhängigkeit der Banken von Nothilfen der EZB verringert sich zunehmend, d.h. die Refinanzierungswege über den normalen Kapitalmarkt werden wieder freier.
Diese Rettungsbereitschaft macht sich in Form einer im Trend abnehmenden Risikoaversion am Staatsanleihemarkt bemerkbar. Da Spanien euro-politisch vor dem Kollaps bewahrt wird, verlassen viele Finanzinvestoren seit Jahresbeginn zunehmend die vermeintlich sicheren Häfen deutscher und US-Staatsanleihen - auch aufgrund ihrer unattraktiven Renditen - und schichten vermehrt in höher rentierliche Staatsanleihen der Euro-Peripherie um. Auch Italien profitiert auf diese Weise.
Unterdessen bleibt die weltwirtschaftliche Stimmung auf Wachstumskurs. In China verdeutlicht der Expansion anzeigende offizielle Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe mit einem Wert von 50,4 - also über der Expansion anzeigenden Schwelle von 50 - das zügig voranschreitende soft landing der Wirtschaft.
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