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Netto-Leerverkaufspositionen laut Bundesanzeiger – Abfrage 26.7.2026: 6,71 % des ausgegebenen Aktienkapitals
darin enthaltene letzte Standveränderung: 23.7.2026
siehe
Netto-Leerverkaufspositionen – Bundesanzeiger
Da im Bundesanzeiger nur Netto-Leerverkaufspositionen zu veröffentlichen sind, die größer als 0,5 % des ausgegebenen Aktienkapitals sind, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sie insgesamt mehr als 6,71 % des ausgegebenen Aktienkapitals betragen.
Anträge, Anzeige- und Meldepflichten - Bafin
Ab Juli 2027 sollen die veröffentlichungspflichtigen Netto-Leerverkaufspositionen am European Single Access Point abfragbar sein.
Auszug aus ad-hoc-Mitteilung vom 29.6.2026 (Ad-hoc-Mitteilungen für Investoren | Gerresheimer):
„Der Verkaufsprozess von Centor schreitet gut voran. Wie bereits angekündigt erwartet Gerresheimer, die Transaktion bis Ende des Geschäftsjahres 2026 abzuschließen.“
(Gerresheimer hat Bilanzstichtag 30.11. Ihr Geschäftsjahr 2026 läuft vom 1.12.2025 bis 30.11.2026.)
Auszug aus Geschäftsbericht 2025 (Geschäftsjahr 1.12.2024 - 30.11.2025), Seite 27 (Berichte - Gerresheimer):
„Insgesamt erwarten wir für das Geschäftsjahr 2026 eine Verbesserung des Jahresergebnisses, das dennoch leicht negativ sein wird.“
Geschäftsbericht 2025, Seite 60:
Gerresheimer-Konzern, konsolidiert, Ergebnis des Geschäftsjahres 1.12.2024-30.11.2025: Verlust EUR 400 Mio.
Auszüge aus Pressemitteilung vom 29.6.2026 (Gerresheimer legt Jahres- und Konzernabschluss 2025 vor: Stabiler Umsatz in einem herausfordernden Geschäftsjahr):
„Aufgrund des negativen Konzernergebnisses, das sich teilweise im Einzelabschluss der Gerresheimer AG widerspiegelt, wird für das Geschäftsjahr 2025 keine Dividende ausgeschüttet werden.“
„Angepasster Finanzkalender
Durch die spätere Veröffentlichung des Jahres- und Konzernabschlusses haben sich auch die Termine für die Quartalsmitteilung zum 1. Quartal 2026, für die Hauptversammlung 2026 und den Halbjahresfinanzbericht 2026 verschoben:
Quartalsmitteilung Q1 2026: Juli / August 2026
Hauptversammlung 2026: 1. September 2026
Halbjahresfinanzbericht 2026: September/Oktober 2026
Quartalsmitteilung Q3 2026: Oktober 2026“
Tochterfirmen / Beteiligungsverhältnisse - Stand 30.11.2025:
sind detailliert aufgelistet im Geschäftsbericht 2025, Seite 74 - siehe Berichte - Gerresheimer
Netto-Leerverkaufspositionen laut Bundesanzeiger – Abfrage heute 28.7.2026: 7,67 % des ausgegebenen Aktienkapitals
darin enthaltene letzte Standveränderung: 27.7.2026
siehe Netto-Leerverkaufspositionen – Bundesanzeiger
Bei der Abfrage am 26.7. belief sich der Stand auf 6,71 % des ausgegebenen Aktienkapitals (siehe Beitrag 1950 vom 26.7.2026 17.19 Uhr).
Das ist interessant. Über einen geplanten Verkauf auch des globalen Primary Packaging Plastics Geschäfts gab es vorher keine öffentlichen Informationen.
Auszug aus Geschäftsbericht 2025, Seite 5 (Berichte - Gerresheimer):
„Die Business Unit Primary Packaging Plastics produziert und vermarktet weltweit Primärverpackungen für feste und flüssige Medikamente, Verschlüsse und Zubehör aus Kunststoff. Die Business Unit Centor produziert und vermarktet Primärverpackungen aus Kunststoff für feste und flüssige verschreibungspflichtige Medikamente für den US-amerikanischen Markt.“
Die weiteren Geschäftsbereiche von Gerresheimer, die im Geschäftsbericht 2025 erläutert sind, sind vom Verkauf, über den Gerresheimer mit heutiger Pressemitteilung informierte (Gerresheimer veräußert Centor und das globale Primary Packaging Plastics Geschäft an Apax Fonds), nicht umfasst.
„Sich schlank zu machen“ macht aus meiner Sicht für Gerresheimer absolut Sinn.
Meiner Meinung nach lässt sich der vereinbarte Kaufpreis aus der folgenden Formulierung nicht (!) ableiten und darauf sollte man aus meiner Sicht bei den weiteren Überlegungen achten:
„Der Gesamtkaufpreis für die beiden Business Units basiert auf einem kombinierten Unternehmenswert (Enterprise Value) von rund 1,5 Mrd. EUR.“
Auch ist ausgewiesen: „Die Transaktionen steht unter Vorbehalt marktüblicher Vollzugsbedingungen und Genehmigungen.“
Die Gerresheimer AG, das börsennotierte Unternehmen, ist selbst ja kein produzierendes. Sie erzielte im Geschäftsjahr 2025 Umsatzerlöse von EUR 10 Mio. „Die Umsatzerlöse resultieren hauptsächlich aus Dienstleistungen im IT-Bereich und sonstigen Managementleistungen für Tochterunternehmen“. Aus den Ergebnisabführungsverträgen wurden ihr allerdings Verluste von EUR 624,3 Mio. der Tochterfirmen zugewiesen, was zu einem Jahresverlust der Gerresheimer AG in Höhe von EUR 688 Mio. im Geschäftsjahr 2025 führte (siehe Geschäftsbericht 2025 Seite 25).
Die Gerresheimer AG hatte per 30.11.2025 ein Vermögen von EUR 3.066,3 Mio. und Schulden von EUR 2.748,3 Mio. und somit ein Eigenkapital von EUR 318 Mio. Vom Vermögen entfielen EUR 2.044,2 Mio. auf Beteiligungen an Tochterfirmen, von den Schulden entfielen EUR 2.079,2 Mio. auf Verbindlichkeiten gegenüber Kreditunternehmen (siehe Geschäftsbericht 2025 Seite 26).
Eigenkapital ist das Rechenergebnis von: Vermögen abzüglich Schulden
Ein Verlust reduziert in seiner vollen Höhe das Eigenkapital, ein Gewinn erhöht in seiner vollen Höhe das Eigenkapital.
Man muss die Rechtsperson Gerresheimer AG und ihre Bilanz auch separat sehen und nicht nur den Gesamtkonzern und die konsolidierte Konzernbilanz betrachten.
Für die Rechtsperson Gerresheimer AG ist es nunmal jetzt auch wichtig, dass sie möglichst keine Verluste von Tochterfirmen, mit denen es Ergebnisabführungsverträge gibt, übernehmen muss, denn das würde sie, insbesondere was ihre Eigenkapitalausstattung betrifft, in Bedrängnis bringen. Wenn sie im Geschäftsjahr 2026 mehr als EUR 318 Mio. Verlust erwirtschaften würde, wäre sie überschuldet, d.h. sie hätte ein negatives Eigenkapital (Schulden höher als Vermögen). Das sind die Zeiten, in denen es – salopp gesagt - oft um „Verhökern von Familiensilber“ geht.
Ich sprach/spreche nicht von drohender Insolvenz, nicht von der Aktienkursentwicklung, auch nicht davon, dass es vielleicht einen Interessenten für einen Kauf der Gerresheimer AG gibt (das nehme ich sowieso nicht an), aber mich entspannt zurücklehnen und auf den Jahresabschluss 2027 warten, der ja frühestens im ersten Kalenderquartal 2028 veröffentlicht werden wird, würde ich nicht.
Auszug aus Einzelabschluss 2025 der Gerresheimer AG (also nur für AG), Seite 15 (Berichte - Gerresheimer):
„Nach dem 30. November 2025 sind im Geschäftsjahr 2026 Entwicklungen eingetreten, die zu einer Anpassung der Prognose für den Gerresheimer Konzern für das Geschäftsjahr 2026 geführt haben. Vor dem Hintergrund bestehender Ergebnisabführungsverträge kann dadurch die Ertragslage der Gerresheimer AG belastet werden, insbesondere wenn infolge dieser Entwicklungen Wertberichtigungen bei Beteiligungen oder bei einzelnen Vermögensgegenständen der Tochterunternehmen erforderlich werden.“
Gehen wir mal davon aus, dass die Verkäufe laut heutiger Pressemitteilung abgeschlossen werden.
Zum Gerresheimer-Konzern gehören sehr viele Firmen (siehe Geschäftsbericht 2025 Seite 74). Ganz stark übertrieben formuliert würde man für ein Zeichnen des Konzernorganigramms ein Blatt Papier in Leintuchgröße benötigen.
Vertragspartner der heute verkündeten Verkaufsvereinbarung sind laut Pressemitteilung (Gerresheimer veräußert Centor und das globale Primary Packaging Plastics Geschäft an Apax Fonds) auf Verkäuferseite die Gerresheimer Glass Inc., USA, die Gerresheimer Glas GmbH, die Gerresheimer Group GmbH und die Gerresheimer AG.
Je nachdem, welche Konstruktion gewählt werden wird (Verkauf von Tochterfirmen und/oder gegebenenfalls Enkelfirmen oder Herauslösen von Geschäftsbereichen aus Mitgliedern des Gerresheimer-Konzernes oder andere Varianten wie z.B. Zusammenschlüsse von Tochterfirmen vor einem Verkauf) hat das unterschiedliche Auswirkungen auf die (Höhe der) Vermögens- und Verbindlichkeitenpositionen in den Bilanzen und auf die Ergebnisrechnungen der verbleibenden Mitglieder des Gerresheimer-Konzerns. Außerdem hängt es auch davon ab, ob der Verkauf von Centor noch im Geschäftsjahr 2026 abgewickelt werden wird oder nicht.
Ich rege auch an, den Text auf Seite 20 des Geschäftsberichtes 2025 zu lesen, wo es z.B. um die Bedingungen für eine Aufrechterhaltung von bestehenden Bankfinanzierungen geht.
Gerne können wir über das Fundamentale, wie z.B. das Betriebswirtschaftliche in Hinsicht auf Verbuchung von Transaktionen und Bilanzierung und Bilanzkonsolidierung fachsimpeln und auch über Auswirkungen von vorzeitigen Fälligstellungen von Bankfinanzierungen.
Ich sprach/spreche nicht davon, dass Gerresheimer zerschlagen würde oder Gerresheimer den Plan (gehabt) hätte, die Aktionäre zu enteignen.
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