Obwohl seit Jahren mit Aktien befasst, mache ich in meinem Depot ständig Fehler.
Nur gut, dass es mit der Zeit wenigstens weniger wurden.
In den letzten Tagen bin ich auf einen Denkfehler aufmerksam geworden, den ich vielleicht mit anderen hier teile? Schauen wir mal.
Hier im Forum steht der Kurs der Aktie / ADR von Gazprom verständlicher Weise im Mittelpunkt. Steigt der Kurs, sind alle zufrieden, sinkt er, kommt schnell schlechte Stimmung auf.
Ich frage mich, ob dem nicht ein Denkfehler zugrunde liegt?
Was ich damit meine, möchte ich gern erklären.
Zuvor muß ich dazu aber noch einmal einen weit verbreiteten, anderen Denkfehler ansprechen.
Fast täglich, lese ich im Forum von astronomisch hohen Dividendenrenditen, die Anleger von ihren Aktien erwarten. "Ich habe einen Einstandskurs von 3,90 € / ADR. Wenn die Dividende im nächsten Jahr einen Euro ausmacht, beträgt meine Dividendenrendite rund 25 Prozent!"
So, oder so ähnlich, kann man da lesen.
Ich halte diese Betrachtung für komplett falsch.
Der Grund ist ein ganz einfacher! Der Schlusskurs vom Freitag lag bei 8,08 Euro.
Der Anleger, der seine Aktien für 3,90 € gekauft hat, hätte diese am Freitag für über acht Euro verkaufen können. Seine Wertsteigerungsrendite hätte somit bei über 107 Prozent gelegen! (Steuern und Kosten bleiben unberücksichtigt)
Nun hat der Anleger aber nicht verkauft, was nichts anderes bedeutet, als dass er ab jetzt nicht 3,90 €, sondern 8,08 € / ADR investiert hat! Nicht realisierte Wertsteigerungsrendite, ist letztendlich nichts anderes, als neu investiertes Geld!
Halten wir an dieser Stelle deshalb fest: die Dividendenrendite meiner Anlage am Kaufkurs festzumachen, ist falsch.
Die Ausschüttungs- oder Dividendenrendite errechnet sich anhand des aktuellen Wertes der Aktie / ADR, und nicht anhand historischer Kurse.
Hier mache ich eine Pause und lade zur Diskussion ein, bevor ich meinen Gedanken weiterspinne.
Hinweise auf Fehler sind willkommen.