FOKUS 1-Bush - Montag letzte Chance für Irak-Diplomatie
Stützpunkt Lajes, 16. Mär (Reuters) - In der Irak-Krise hat US-Präsident George W. Bush den Montag als letzten Tag für eine diplomatische Lösung bezeichnet.
Nach einem Krisengipfel mit dem britischen Premierminister Tony Blair und Spaniens Ministerpräsident Jose Maria Aznar auf den Azoren sagte Bush: "Es ist unsere Schlussfolgerung, dass morgen die Stunde der Wahrheit für die Welt schlägt." Auf die Nachfrage, ob dies bedeute, dass sich am Montag das Zeitfenster für eine diplomatische Lösung der Irak-Krise schließe, wenn der Sicherheitsrat keine neue Resolution verabschiede, sagte Bush: "Genau das meine ich." Am Montag werde entschieden, ob Diplomatie funktionieren könne. Der UNO-Sicherheitsrat hat für Montag Konsultationen zu Irak angesetzt.
Frankreich, Russland und Deutschland hatten zuvor eine neue diplomatische Initiative gestartet. In der gemeinsamen Erklärung lehnten sie am Samstag einen Krieg erneut ab und schlugen ein Treffen der Außenminister der 15 Mitglieder des UNO-Sicherheitsrats vor. Die Minister sollen dem Vorschlag zufolge nach Vorlage des Arbeitsprogramms der UNO-Abrüstungskommission für Irak (UNMOVIC) zusammenkommen und einen Zeitplan zur Erfüllung der vorrangigen Abrüstungsaufgaben Iraks festlegen. US-Außenminister Colin Powell hatte sich zu dem Vorschlag skeptisch geäußert. Die USA haben dem Rat eine Resolution vorgelegt, der Irak eine letzte Frist einräumen würde, die UNO-Abrüstungsauflagen zu erfüllen und einen Krieg noch zu vermeiden.
Bush sagte, er hoffe, dass die Vereinten Nationen das Notwendige tun würden. "Wenn nicht, müssen wir alle innehalten und nachdenken, wie man die UNO verbessern kann." Außerdem hoffe er auf eine Rolle der Vereinten Nationen nach einem Sturz des irakischen Präsidenten Saddam Hussein. Dieser könne durch einen Gang ins Exil einen Irak-Krieg noch abwenden.
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