Wann wird's endlich wieder gut?
24. Juli 2001 Dax dürfte sich nach unten orientieren
Mit einem pessimistischen Ausblick von Amazon.com dürfte der derzeitige Kampf der Nasdaq um die 2.000 Punkten immer schwieriger werden. Am Dienstag hat die US-Technologiebörse wieder unter der magischen Marke geschlossen. Zwar dürfte die Wall Street die psychologisch wichtige Unterstützung nicht so einfach aufgeben, aber mit jeder neuen Quartalszahl und den trüben Aussichten werden die Argumente für einen nachhaltige Bewegung nach oben immer schwächer. Doch nicht nur die New Economy spürt die Konjunkturflaute. Die Gewinnwarnung von ABB zeigt, dass auch die Riesen der „alten Wirtschaft“ nicht verschont bleiben. Mit Bangen warten die Märkte auch auf die neuen Ausführungen von Alan Greenspan am Nachmittag, nachdem der Fed-Chairman in der Vorwoche mit seinen vorsichtigen Aussagen die Wall Street unter Druck setzte.
Euro pendelt um 0,87 Dollar
Der Euro pendelt am Dienstag im asiatischen Handel um die Marke von 0,87 Dollar und notiert damit wenig verändert gegenüber den Schlussständen in New York am Montag. Damit verteidigt der Euro sein in der Vorwoche erkämpftes Terrain. Im Blickpunkt steht der zweite Teil der Rede von Alan Greenspan vor dem Bankenausschuss des Senats.
Renten gut gestützt
Der Rentenmarkt wird weiterhin von einem robusten Euro und schwachen Börsen gestützt. Auch die amerikanischen ferstverzinslichen Titel liefern gute Vorgaben für den europäischen Handel.
Tokioter Aktien freudnlich
Freundlich präsentieren sich die Aktien an der Börse Tokio am Dienstag im Verlauf. Bis gegen 7.20 Uhr gewinnt der Nikkei-225-Index 0,3 Prozent auf 11.638 Punkte. Händler verweisen auf eine technische Erholung des Nikkei, nachdem der Index am Vortag auf 16-Jahrestief geschlossen hatte. Zudem würden einige Leerverkäufer, die auf weiter fallende Kurse gesetzt hatten, sich jetzt mit Aktie zur Bereinigung ihrer Positionen eindecken. Händler zeigen sich über die Nachhaltigkeit der Marktsituation skeptisch: “Außer den Leereindeckungen gibt es nichts, was den Markt unterstützt.“
Aktien Hongkong zeigen sich am Mittag etwas leichter
Etwas leichter präsentieren sich die Notierungen in Hongkong am Dienstagmittag (Ortszeit). Bis zum Ende der ersten Sitzungshälfte verliert der Hang-Seng-Index (HSI) 0,4 Prozent auf 12.183,11 Punkte. Händler sprechen wie auch schon am Vortag von einem schwachen Volumen. Das Gesamtvolumen der ersten Hälfte beträgt 2,64 Mrd HKD. Hutchison Whampoa verlieren 2,6 Prozent, nachdem sie sich am Vortag noch gegen den Trend entwickelt hatten, und auch Henderson Land geben nach relativer Stärke am Vortag um 2,4 Prozent nach. Nach kritischen Kommentaren von Analysten über die Ertragslage von Cathay Pacific verliert die Aktie 0,5 Prozent.
Kursbewegungen und Nachrichten nach Börsenschluss
Amazon standen nachbörslich in den USA unter Druck, nachdem der Internetbuchhändler zwar die Prognosen für das zweite Quartal getroffen hat, für das dritte Quartal jedoch einen Verlust ausgewiesen hat. Die Aktien büßten 6,3 Prozent auf 15,02 Dollar ein. Ebay verloren 55 Cents auf 64,41 Dollar. Oni Systems stiegen dagegen 6,7 Prozent auf 24,05 Dollar, nachdem der Hersteller von Glasfasernetzen die Umsatzprognosen für das dritte Quartal angehoben hat.
Wall Street mit Verlusten auf breiter Front
Die amerikanischen Aktienmärkte haben am Montag auf breiter Front schwächer geschlossen. Der Dow Jones verlor 1,44 Prozent auf 10.424,42 Zähler, während die Nasdaq 2,01 Prozent tiefer bei 1.988,56 Zählern aus dem Handel ging und die psychologisch wichtige Marke von 2000 Punkten erstmals seit zwei Wochen unterschritt. Die Marktteilnehmer erwarten mit Spannung die am Dienstag stattfindende Rede des Präsidenten der US-Notenbank Alan Greenspan vor dem Bankenausschuss des Senats zur Entwicklung der US-Wirtschaft.
Bei den Standardwerten mussten die Aktien des Mischkonzerns Minnesota Mining and Manufacturing Einbußen von 1,49 Prozent auf 111,32 Dollar hinnehmen. Das Unternehmen hatte für das zweite Quartal 2001 einen Rückgang seiner Ergebnisse im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gemeldet. Ebenso im Sog negativer Unternehmenszahlen schlossen die Anteilsscheine des größten US-Stahlproduzenten USX-U.S. Steel Group, die über sieben Prozent auf 19,52 Dollar einbüßten. Das Unternehmen hatte das zweite Quartal mit Verlusten beendet. Unter Abgabedruck standen Hewlett-Packard und seines Konkurrenten Lexmark International. Während Hewlett-Packard lediglich 0,83 Prozent auf 26,20 Dollar nachgaben, brachen Lexmark International um 15,58 Prozent auf 49,51 Dollar ein. Lexmark International hatte zuvor auf Grund der abgeschwächten Nachfrage einen unter den Erwartungen der Analysten ausgefallenen Ausblick für die zweite Jahreshälfte bekannt gegeben. Im Trend negativ schlossen Walt Disney, die 0,44 Prozent auf 26,88 Dollar nachgaben. Das Unternehmen hatte zuvor gemeldet, es wolle die Kinder-TV-Kanäle Fox Familiy Worldwide von Rupert Murdoch´s News Corp. für rund drei Milliarden Dollar erwerben.
Im Technologiesektor profitierten die Titel von Cisco Systems von einer Heraufstufung auf „Kaufen“ von „Halten“ durch die US-Investmentbank UBS Warburg und verteuerten sich um 1,56 Prozent auf 18,27 Dollar. Gegen den Trend positiv schlossen auch die Beteiligungspapiere von Check Point Software Technologies, die deutlich um 3,25 Prozent auf 36,57 Dollar zulegten, nachdem das Unternehmen im zweiten Quartal 2001 eine Verdoppelung des Gewinns auf 86,6 Millionen Dollar bekannt gegeben hatte.
US-Anleihen schließen etwas fester
Mit leichten Aufschlägen notierten die US-Treasurys am Montag im späten Geschäft in New York. Zehnjährige Papiere mit einem Kupon von fünf Prozent zogen um 4/32 auf 99-5/32 an und rentierten mit 5,108 Prozent. Der 5,375-prozentige Longbond legte um 9/32 auf 97-25/32 zu, wodurch sich die Rendite auf 5,526 Prozent absenkte. Angesichts fehlender anderer Impulse brachten in einem sehr ruhigen Geschäft vor allem die schwächere Wall Street die US-Anleihen etwas nach oben, hieß es. Investoren würden den Treasury-Markt weiter als möglichen sicheren Hafen ansehen und Händler hätten mit höheren Kursgeboten diese Tendenz antizipiert.
Medienschau
24. Juli 2001
Unternehmensnachrichten
Amazon.com mit weniger Verlust im zweiten Quartal als erwartet
Amazon.com hat im zweiten Quartal einen geringeren Verlust ausgewiesen als von Analysten erwartet. Der Verlust betrage 16 Cents je Aktie oder 58 Millionen Dollar nach 33 Cents oder 116 Millionen Dollar im Vorjahresquartal. Der Umsatz sei im Berichtszeitraum um 16 Prozent auf 668 Millionen Dollar gestiegen und liege damit über dem des Vorjahresquartals von 578 Millionen Dollar aber unter dem des ersten Quartals von 700 Millionen Dollar. Allerdings korrigierte Amazon die Aussichten für das dritte Quartal, so dass die Aktie nachbörslich unter Druck stand. (Reuters)
AOL investiert 100 Millionen Dollar in Amazon.com
AOL will im Rahmen einer strategischen Kooperation 100 Millionen Dollar in den Internetbuchhändler Amazon.com investieren. Die Unternehmen teilten am Montag gemeinsam in Seattle und Dulles mit, dass sie in den kommenden Jahren Amazons Internet-Handel mit den Einkaufskanälen AOLs verknüpfen wollten. Sie vertieften damit eine Kooperation aus dem Jahr 1997. (Reuters)
Gewinn bei American Express bricht nach Abschreibungen ein
Der Finanzkonzern American Express hat im abgelaufenen zweiten Quartal wie von Analysten erwartet 76 Prozent weniger verdient als im Vorjahresquartal und macht dafür Abschreibungen auf riskante Anleihen und die schwache Wirtschaft verantwortlich. Am Montag veröffentlichte das Unternehmen in New York einen Quartalsgewinn von 178 Millionen Dollar nach 740 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum. Das Unternehmen traf damit die bereits verringerten Gewinnprognosen der Analysten von 13 Cents je Aktie. (Reuters)
AT&T übertrifft mit Gewinn je Aktie die Marktprognosen
AT&T hat mit einem Gewinn je Aktie von vier Cents im zweiten Quartal zwar weniger verdient als im Vorjahresquartal, übertraf damit aber die Analysten-Prognosen. AT&T machte für das Ergebnis am Montag in New York den harten Wettbewerb und die niedrigen Preise für Ferngespräche verantwortlich. Im Vorjahresquartal hatte AT&T noch 47 Cents je Aktie verdient. (Reuters)
Enel verkauft Elektrizitätswert an Endesa
Die italienische Enel verkauft das Elektrizitätswerk Elettrogen für 2,63 Milliarden Euro an ein spanisches Konsoritium unter der Führung von Endesa. Endesa verpflichtet sich zudem eine Milliarden Euro an Schulden zu übernehmen und weitere eine Milliarde Euro bis 2005 in das Unternehmen zu investieren. (FT, S. 17)
ABB bleibt hinter Erwartungen zurück
ABB hat im ersten Halbjahr einen operativen Gewinn von 626 Millionen Dollar erwirtschaftet, nach 791 Millionen Dollar im Vorjahr. Analysten waren von 714 Milionen Dollar ausgegangen. Zugleich lieferte ABB einen verhaltenen Ausblick. (Bloomberg)
Allianz verliert AAA-Rating
Standard & Poor's hat das Kreditrating für die Allianz auf AA+ von zuvor AAA gesenkt. Nach der Offerte für die Dresdner Bank hatte die Ratingagentur die Allianz-Bonität überprüft und gab am Montag in New York das Ergebnis bekannt. (FT, S. 21)
Wertpapieraufsicht überprüft Verhalten von SAP
Das Bundesaufsichtsamt für den Wertpapierhandel überprüft nach einem Bericht der „Berliner Zeitung“ das Vorgehen des Softwarekonzerns SAP bei der Bekanntgabe von Auswirkungen des Verlustes seines US-Partners Commerce One auf das eigene Ergebnis. „Wir prüfen, ob SAP gegen das Wertpapierhandelsgesetz verstoßen hat", zitierte die Zeitung eine Sprecherin des Amts in einem am Montagabend vorab veröffentlichten Bericht. Am Wochenende hatte SAP bestätigt, dass wegen der Aufstockung des Anteils an Commerce One auf 20 Prozent die jüngsten Verluste des US-Unternehmens rückwirkend entsprechend des früheren SAP-Anteils im Quartalsergebnis berücksichtigt werden müssten. (Reuters)
Haffa vor Ausstieg bei EM-TV
Firmengründer Thoams Haffa steht offenbar vor dem Ausstieg bei EM-TV. Der Firmenchef soll offenbar seinen Anteil von 43 Prozent für rund 180 Millionen Mark verkaufen und sich aus dem operativen Geschäft zurück ziehen. (FTD, S.1)
Stada erwirkt Unterlassungserklärung gegen DocMorris
Stada Arzneimittel hat gegen die niederländische Internet-Apotheke DocMorris eine Unterlassungserklärung für den Verkauf einzelner Medikamente erreicht. Stada teilte am Montag mit, DocMorris habe unerlaubt Arzneimittel der Stada-Töchter Stadapharm und Stada OTC über das Internet verkauft und nun erklärt dies zu unterlassen. Falls DocMorris gegen die Erklärung verstoße, müsse es 20.000 Mark Vertragsstrafe zahlen.
Stada konzentriert sich vor allem auf die Herstellung und den Vertrieb von kostengünstigen Nachahmermedikamenten (Generika), Mitteln zur Selbstmedikation und Spezialarzneien. (Reuters)
Infomatec veräußert Geschäftsbereich interaktives Fernsehen
Die Insolvenzverwalter der am Neuen Markt notierten Infomatec Integrated Information Systems und drei weiterer Gesellschaften aus dem Infomatec-Konzern veäußerten den gesamten Geschäfts-bereich interaktives Fernsehen an einen privaten Investor aus den Vereinigten Arabischen Emiraten. (Ad hoc)
puh - jetzt musste ich mich aber beeilen :o)
Guten Morgen an alle aus dem Zentrum der Macht