Frühaufsteher
Medienschau
15. Juli 2002 Unternehmensnachrichten
Deutsche Bank mit hohen Sonderabschreibungen?
Die Deutsche Bank muss nach einem britischen Pressebericht möglicherweise Goodwill-Abschreibungen von bis zu neun Milliarden Euro im Zusammenhang mit der Akquisition von Bankers Trust und Scudder Asset Management vornehmen. Das berichtete das Blatt „Business“ am Sonntag unter Berufung auf nicht näher spezifizierte Informanten. (vwd)
Führungsfrage bei der Telekom weiter ungelöst
Die Ungewissheit über den Vorstandsvorsitz bei der Deutschen Telekom AG hat auch am Wochenende angehalten. Zwischen dem Hauptaktionär Bund und dem Aufsichtsrat des Bonner Konzerns bestehe noch keine Einigkeit über eine Nominierung des zuletzt als heißer Kandidat gehandelten Technikvorstandes Gerd Tenzer, verlautete am Sonntag aus informierten Kreisen. Offenbar wollten die Gewerkschaften auf der Aufsichtsratsitzung am Dienstag zunächst klären, ob überhaupt Notwendigkeit für einen Führungswechsel bestehe. Insgesamt herrsche aber im Aufsichtsrat in der ganzen Frage tiefe Uneinigkeit. Es sei keineswegs so, dass das gesamte Arbeitgeberlager eine Ablösung Sommers wolle. Auf der anderen Seite sei das Arbeitnehmerlager keineswegs geschlossen für Tenzer, hieß es. (vwd)
Auch der Vorstand lehnt Tenzer als Vorstandsvorsitzenden offenbar ab. (FTD, S. 1)
„WSJE“: Pfizer übernimmt Pharmacia für 60 Milliarden Dollar
Die Pfizer Inc wird einem Pressebericht zufolge die Pharmacia Corp übernehmen. Das „Wall Street Journal Europe“ schreibt, die Transaktion werde durch einen Aktientausch im Volumen von 60 Milliarden Dollar erfolgen. Pharmacia werde zunächst die Ausgliederung seiner verbleibenden 84 Prozent von Monsanto abschließen. Danach werde jeder Pharmacia-Aktionär 1,4 Pfizer-Aktien erhalten, womit die Pharmacia-Aktie mit 45,08 Dollar bewertet werde. (WSJE, S. 1)
„Spiegel“: Deutscher Post droht weiteres Milliarden-Risiko
Der Deutschen Post droht nach einem „Spiegel“-Bericht ein weiteres Risiko für ihre Bilanz. Die Entscheidung von Bundeswirtschaftsminister Werner Müller vom Jahr 2000, das damalige Porto-System für weitere zwei Jahre zu verlängern, sei möglicherweise rechtswidrig, berichtet das Nachrichtenmagazin. Dies gehe aus einem vertraulichen Vermerk seines Ministeriums hervor, der im Zuge eines Verfahrens vor dem Berliner Landgericht öffentlich geworden sei. (vwd)
Roche Diagnostics erhält Aufträge über 650 Millionen Dollar pro Jahr
Die Roche Diagnostics USA, eine Tochter der Roche Holding AG, Basel, hat mit der Premier Healthcare Alliance Group vier Verträge zum Vertrieb von Produkten und Dienstleistungen in den Bereichen Blutzuckerüberwachung, klinische Chemie, Immunologie und Blutkrankheiten abgeschlossen. Das Geschäftsvolumen dieser Verträge könnte über 650 Millionen Dollar pro Jahr erreichen, teilte die Gesellschaft am Montag mit. (vwd)
Deutsche Börse plant Zweiteilung des gesamten Aktienmarktes
Ab 2003 will die Börse ein Premiumsegment für Unternehmen schaffen, die hohe Standards bei der Transparenz einhalten und international ausgerichtet sind, sagte Rainer Riess, bei der Deutschen Börse zuständig für den Neuen Markt. (FTD, S. 1)
Liberty noch immer an Telekom-Kabelnetz interessiert
Die Investmentgruppe des US-Kabelunternehmers John Malone ist weiter am Kabelnetz der Deutschen Telekom interessiert. Der Konzern sucht Geldgeber für ein neues Übernahmeangebot. (FTD, S. 3)
Bilanz-Manipulation bei Worldcom offenbar schon ab 2000
Die Unregelmäßigkeiten in den Bilanzen des angeschlagenen US-Telekom-Konzerns Worldcom reichen nach Angaben eines US-Abgeordneten offenbar bis in das Jahr 2000 zurück, ein Jahr weiter, als bisher angenommen. Aus den bisher untersuchten Akten gehe hervor, dass der damalige oberste Worldcom-Finanzmanager Scott Sullivan von mindestens zwei damaligen Angestellten darauf hingewiesen wurde, dass Unternehmensangaben zu den Profiten künstlich aufgebläht würden. Diese Vorgänge reichten bis zum April 2000 zurück. (Reuters)
Wirtschaftsnachrichten
Großhandelspreise im Juni stärker gesunken als erwartet
Die Preise im deutschen Großhandel sind im Juni sowohl zum Vorjahr als auch zum Vormonat stärker zurückgegangen als von Analysten erwartet. Der Index der Großhandelsverkaufspreise sei zum Juni 2001 um 1,5 Prozent und zum Mai 2002 um 0,7 Prozent gesunken, teilte das Statistische Bundesamt mit. Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt zum Vorjahr einen Rückgang um 1,3 Prozent und zum Vormonat um 0,5 Prozent prognostiziert. Bereits im Mai waren die Preise im Großhandel zum Vorjahr um 1,3 Prozent und zum Vormonat um 0,4 Prozent gesunken. (Reuters)
Nothilfe für angeschlagene Lebensversicherer geplant
Die deutschen Lebensversicherer bereiten sich auf den Ernstfall vor. Die Schieflage von Gesellschaften, die für ihre Versicherten nicht mehr den Garantiezins erwirtschaften können, soll durch Auffanglösungen behoben werden. Dabei favorisieren die Verstände von Versicherungsgesellschaften einen brancheninternen Pool, der im Krisenfall befristet die Garantieverzinsung gewährleistet, ist aus Branchenkreisen zu hören. (Handelsblatt, S. 1)
Shiokawa: Wohl internationale Intervention bei Dollar-Kurs von 100 Yen
Die führenden Industriestaaten werden nach Einschätzung des japanischen Finanzministers Shiokawa gemeinsam an den Devisenmärkten intervenieren, falls der US-Dollar unter die Marke von 100 Yen zu rutschen droht. „Der Dollar ist zu schwach“, sagte Masajuro Shiokawa am Sonntag dem japanischen Sender „TV Asahi“. Sollte der US-Dollar unter 100 Yen notieren, werde dies die gesamte Weltwirtschaft negativ beeinflussen. (vwd)
Chinas Wirtschaft im ersten Halbjahr auf starkem Wachstumskurs
Im ersten Halbjahr dieses Jahres erhöhte sich das Bruttoinlandsprodukt gegenüber dem Vorjahr um 7,8 Prozent auf 4,55 Billionen Yuan (knapp 550 Milliarden Euro), wie das Statistische Amt am Montag in Peking mitteilte. Für das Gesamtjahr werde jetzt ein Wachstum erwartet, dass über der 2001 erzielten Rate von 7,3 Prozent liegen werde. Für das zweite Quartal wurde ein Wachstum gegenüber dem Vorjahr von acht Prozent angegeben. Im ersten Quartal hatte die Wachstumsrate bei 7,6 Prozent gelegen nach 6,8 Prozent im vierten Quartal 2001. Die Regierung hatte für 2002 ein Wachstum von sieben Prozent prognostiziert. (Reuters)
Japanischer Leistungsbilanzüberschuss nahm im Mai weiter zu
Der Überschuss in der japanischen Leistungsbilanz hat sich im Mai den achten Monat in Folge ausgeweitet. Wie das Finanzministerium am Montag berichtet, erhöhte sich der Aktivsaldo dabei gegenüber dem Vorjahresmonat um 107,7 Prozent auf 1,044 Billionen Yen. Analysten hatten allerdings eine Erhöhung des Leistungsbilanzüberschusses auf 1,061 Billionen Yen erwartet. Insgesamt weise die Entwicklung jedoch auf anhaltend positive Impulse für die japanische Wirtschaft seitens der internationalen Konjunktur hin, sagten Experten. (vwd)
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Text: @la
Medienschau
15. Juli 2002 Unternehmensnachrichten
Deutsche Bank mit hohen Sonderabschreibungen?
Die Deutsche Bank muss nach einem britischen Pressebericht möglicherweise Goodwill-Abschreibungen von bis zu neun Milliarden Euro im Zusammenhang mit der Akquisition von Bankers Trust und Scudder Asset Management vornehmen. Das berichtete das Blatt „Business“ am Sonntag unter Berufung auf nicht näher spezifizierte Informanten. (vwd)
Führungsfrage bei der Telekom weiter ungelöst
Die Ungewissheit über den Vorstandsvorsitz bei der Deutschen Telekom AG hat auch am Wochenende angehalten. Zwischen dem Hauptaktionär Bund und dem Aufsichtsrat des Bonner Konzerns bestehe noch keine Einigkeit über eine Nominierung des zuletzt als heißer Kandidat gehandelten Technikvorstandes Gerd Tenzer, verlautete am Sonntag aus informierten Kreisen. Offenbar wollten die Gewerkschaften auf der Aufsichtsratsitzung am Dienstag zunächst klären, ob überhaupt Notwendigkeit für einen Führungswechsel bestehe. Insgesamt herrsche aber im Aufsichtsrat in der ganzen Frage tiefe Uneinigkeit. Es sei keineswegs so, dass das gesamte Arbeitgeberlager eine Ablösung Sommers wolle. Auf der anderen Seite sei das Arbeitnehmerlager keineswegs geschlossen für Tenzer, hieß es. (vwd)
Auch der Vorstand lehnt Tenzer als Vorstandsvorsitzenden offenbar ab. (FTD, S. 1)
„WSJE“: Pfizer übernimmt Pharmacia für 60 Milliarden Dollar
Die Pfizer Inc wird einem Pressebericht zufolge die Pharmacia Corp übernehmen. Das „Wall Street Journal Europe“ schreibt, die Transaktion werde durch einen Aktientausch im Volumen von 60 Milliarden Dollar erfolgen. Pharmacia werde zunächst die Ausgliederung seiner verbleibenden 84 Prozent von Monsanto abschließen. Danach werde jeder Pharmacia-Aktionär 1,4 Pfizer-Aktien erhalten, womit die Pharmacia-Aktie mit 45,08 Dollar bewertet werde. (WSJE, S. 1)
„Spiegel“: Deutscher Post droht weiteres Milliarden-Risiko
Der Deutschen Post droht nach einem „Spiegel“-Bericht ein weiteres Risiko für ihre Bilanz. Die Entscheidung von Bundeswirtschaftsminister Werner Müller vom Jahr 2000, das damalige Porto-System für weitere zwei Jahre zu verlängern, sei möglicherweise rechtswidrig, berichtet das Nachrichtenmagazin. Dies gehe aus einem vertraulichen Vermerk seines Ministeriums hervor, der im Zuge eines Verfahrens vor dem Berliner Landgericht öffentlich geworden sei. (vwd)
Roche Diagnostics erhält Aufträge über 650 Millionen Dollar pro Jahr
Die Roche Diagnostics USA, eine Tochter der Roche Holding AG, Basel, hat mit der Premier Healthcare Alliance Group vier Verträge zum Vertrieb von Produkten und Dienstleistungen in den Bereichen Blutzuckerüberwachung, klinische Chemie, Immunologie und Blutkrankheiten abgeschlossen. Das Geschäftsvolumen dieser Verträge könnte über 650 Millionen Dollar pro Jahr erreichen, teilte die Gesellschaft am Montag mit. (vwd)
Deutsche Börse plant Zweiteilung des gesamten Aktienmarktes
Ab 2003 will die Börse ein Premiumsegment für Unternehmen schaffen, die hohe Standards bei der Transparenz einhalten und international ausgerichtet sind, sagte Rainer Riess, bei der Deutschen Börse zuständig für den Neuen Markt. (FTD, S. 1)
Liberty noch immer an Telekom-Kabelnetz interessiert
Die Investmentgruppe des US-Kabelunternehmers John Malone ist weiter am Kabelnetz der Deutschen Telekom interessiert. Der Konzern sucht Geldgeber für ein neues Übernahmeangebot. (FTD, S. 3)
Bilanz-Manipulation bei Worldcom offenbar schon ab 2000
Die Unregelmäßigkeiten in den Bilanzen des angeschlagenen US-Telekom-Konzerns Worldcom reichen nach Angaben eines US-Abgeordneten offenbar bis in das Jahr 2000 zurück, ein Jahr weiter, als bisher angenommen. Aus den bisher untersuchten Akten gehe hervor, dass der damalige oberste Worldcom-Finanzmanager Scott Sullivan von mindestens zwei damaligen Angestellten darauf hingewiesen wurde, dass Unternehmensangaben zu den Profiten künstlich aufgebläht würden. Diese Vorgänge reichten bis zum April 2000 zurück. (Reuters)
Wirtschaftsnachrichten
Großhandelspreise im Juni stärker gesunken als erwartet
Die Preise im deutschen Großhandel sind im Juni sowohl zum Vorjahr als auch zum Vormonat stärker zurückgegangen als von Analysten erwartet. Der Index der Großhandelsverkaufspreise sei zum Juni 2001 um 1,5 Prozent und zum Mai 2002 um 0,7 Prozent gesunken, teilte das Statistische Bundesamt mit. Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt zum Vorjahr einen Rückgang um 1,3 Prozent und zum Vormonat um 0,5 Prozent prognostiziert. Bereits im Mai waren die Preise im Großhandel zum Vorjahr um 1,3 Prozent und zum Vormonat um 0,4 Prozent gesunken. (Reuters)
Nothilfe für angeschlagene Lebensversicherer geplant
Die deutschen Lebensversicherer bereiten sich auf den Ernstfall vor. Die Schieflage von Gesellschaften, die für ihre Versicherten nicht mehr den Garantiezins erwirtschaften können, soll durch Auffanglösungen behoben werden. Dabei favorisieren die Verstände von Versicherungsgesellschaften einen brancheninternen Pool, der im Krisenfall befristet die Garantieverzinsung gewährleistet, ist aus Branchenkreisen zu hören. (Handelsblatt, S. 1)
Shiokawa: Wohl internationale Intervention bei Dollar-Kurs von 100 Yen
Die führenden Industriestaaten werden nach Einschätzung des japanischen Finanzministers Shiokawa gemeinsam an den Devisenmärkten intervenieren, falls der US-Dollar unter die Marke von 100 Yen zu rutschen droht. „Der Dollar ist zu schwach“, sagte Masajuro Shiokawa am Sonntag dem japanischen Sender „TV Asahi“. Sollte der US-Dollar unter 100 Yen notieren, werde dies die gesamte Weltwirtschaft negativ beeinflussen. (vwd)
Chinas Wirtschaft im ersten Halbjahr auf starkem Wachstumskurs
Im ersten Halbjahr dieses Jahres erhöhte sich das Bruttoinlandsprodukt gegenüber dem Vorjahr um 7,8 Prozent auf 4,55 Billionen Yuan (knapp 550 Milliarden Euro), wie das Statistische Amt am Montag in Peking mitteilte. Für das Gesamtjahr werde jetzt ein Wachstum erwartet, dass über der 2001 erzielten Rate von 7,3 Prozent liegen werde. Für das zweite Quartal wurde ein Wachstum gegenüber dem Vorjahr von acht Prozent angegeben. Im ersten Quartal hatte die Wachstumsrate bei 7,6 Prozent gelegen nach 6,8 Prozent im vierten Quartal 2001. Die Regierung hatte für 2002 ein Wachstum von sieben Prozent prognostiziert. (Reuters)
Japanischer Leistungsbilanzüberschuss nahm im Mai weiter zu
Der Überschuss in der japanischen Leistungsbilanz hat sich im Mai den achten Monat in Folge ausgeweitet. Wie das Finanzministerium am Montag berichtet, erhöhte sich der Aktivsaldo dabei gegenüber dem Vorjahresmonat um 107,7 Prozent auf 1,044 Billionen Yen. Analysten hatten allerdings eine Erhöhung des Leistungsbilanzüberschusses auf 1,061 Billionen Yen erwartet. Insgesamt weise die Entwicklung jedoch auf anhaltend positive Impulse für die japanische Wirtschaft seitens der internationalen Konjunktur hin, sagten Experten. (vwd)
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Text: @la