...tragen nicht zu mehr Vertrauen bei.
Ich habe das Strategie-Update komplett gehört und es gab da wirklich wenig, was dem Kurs helfen kann.
Zahlen - geschenkt. Alles ist gut. Guidance wird erreicht. Wenn das stimmt wäre die aktuelle Bewertung ein Witz.
Der CEO machte einen Eindruck als wäre es Business as usual aber die kritischen Fragen wurden letztendlich nicht zufriedenstellend beantwortet.
Was mich gestört hat war auch, dass Fragen schriftlich eingereicht werden mussten; es wäre besser gewesen wenn man einen Originalton zugelassen hätte um zu sehen wie die Stimmung ist und ob es eventuell Nachfragen gibt (( die sicherlich da waren bei den unbefriedigenden Antworten). Zudem wurde alles auf Englisch gemacht. Man verkennt beim Management und bei IR wohl, dass man jetzt eigentlich zu klein geworden ist für internationale Investoren; man muss sich jetzt auf den deutschen Kleinanleger konzentrieren.
Die Beantwortung auf kritische Fragen war schlichtweg arrogant. Zu den Vorwürfen des Managermagazins kam nur der Hinweis auf die juristischen Schritte , die man öffentlich gemacht hat. Der CEO geht wohl davon aus, dass jeder Kleinanleger das Juristendeutsch versteht. Da hätte der CEO die Sichtweise durchaus mal verständlich zusammenfassen können.
Eine Frechheit die Antwort zur Aktionärsstruktur und erst recht zu den Aktien der Brenner Holdiung zum Thema Margin Calls. Angeblich die Frage nicht verstanden. Wenn man solch eine Frage nicht versteht hat man nicht die Qualität ein börsennotiertes Unternehmen zu leiten.Noch schlimmer ist allerdings meine Interpretation, dass er die Frage schlichtweg nicht beantworten wollte.
Frage nach Cash, konsolidiertem Cash - keine Antwort. Nur ein Hinweis auf Quartalszahlen. Auch kein Kommentar zu Bankbeziehungen. Ist ja alles normal. Der CEO versteckt sich hinter Publizierungspflichten, aber es wird kein Vertrauen geben ohne eine Klarstellung wie die Liquiditätssituation aussieht. Die muss man m.E. nicht zu einem Berichtsdatum erklären; die kann man jederzeit per Ad-Hoc veröffentlichen.
Das Thema Anleihenrückkauf sehe ich nicht so kritisch. Man kauft zunächst 25% vom daily Volume und dann schaut man mal. Es musss ja die entsprechende Liquidität vorhanden sein und wir wissen alle, dass es da eher knapp zugeht. Man hat die Anleihe ja begeben um Cash einzunehmen. Wir werden demnächst sehen ob das Cash da ist um zumindest die 25% Tagesvolumen zu kaufen. Muss reportet werden - so zumindest mein Wissensstand.
An der Übernahme von AEP will man festhalten. Dazu hat man 2 Finanzierungsvarianten. Eine mit 80 Mio. FK und eine mit 115 Mio. FK. Scheint eine High Risk Akquisition zu sein. AEP hat lediglich eine Marge von rd. 2% wie ich das verstanden habe. Da darf dann nichts schiefgehen. Und hoffentlich sind die Zahlen des Verkäufers für die Transaktion nicht geschönt worden. Entscheidung zur Finanzierungsvariante sollte gestern fallen. Diese interne Entscheidung ist m.E. nicht ad-Hoc-pflichtig; erst der Abschluss des Deals ist mitteilungspflichtig. Kann ja noch scheitern und dann braucht´s auch keine Finanzierung.
Wenn die Finanzierung klappen würde wäre das m.E. ein gutes Zeichen. Dann wäre wohl eine gewisse Kreditwürdigkeit der Plattform Group wohl gegeben, auch wenn der Kredit dem Target aufgebürdet wird.
Closing des Deals ist im Juli vorgesehen. Dann wird es eine unvermeidbare Ad-Hoc geben.
Die Frage nach einem neuen WP; da zeigte sich Brenner offen. Aber warum geht man da nicht voran und schlägt auf der gestrigen HV einen neuen WP vor? Chance vertan. HV hat scheinbar den alten WP nicht bestätigt. Man stellt sich die Frage warum die Brenner Holding gestern nicht alle Aktien angemeldet hatte; dann wären die Abstimmungen doch einfacher gewesen , oder?
Bestätigt wurde, dass es in einem gewissen Rahmen debt for Equity Swaps gegeben hat. Kann leider nur bedeuten, dass man tatsächlich Liquidität benötigt, denn auf aktuellem Kursniveau nimmt man eine enorme Verwässerung in Kauf.
Eine Sorge gibt es wohl kaum: Dass man größere Abschreibungen auf Beteiligungen vornehmen muss. Der bilanzierte Goodwill ist vernachlässsigbar. Man erreicht scheinar auch die Leverage-Kennzahlen, angeblich auch mit der neuen Großakquisition. Für 2026 sollte die Kennzahl Net Debt zu EBITDA bei ca. 2 liegen. Das wäre im Prinzip in Ordnung. Ich persönlich stelle mir in dem Zusammenhang die Frage in welchem Umfang Bad Will in den Zahlen enthalten wäre. Wie würde die Kennzahl ohne Badwill aussehen? Man vergesse nicht, dass die Marge des Targets nur bei 2% liegt. Man braucht aber mehr um die Kennzahlen einzuhalten. Lösung : Bad Will? Ist eine Frage. Vielleicht hat einer da eine logische Antwort.
Fazit: Chance vertan. Die negative Interpretation: Man kann nichts sagen weil an Vorwürfen doch etwas dran ist.
Ich selbst habe eine kleine Position zu ca. 2 Euro gekauft. Nach HV und Strategiemeeting werde ich die Position nicht vergrößern. Auch wenn das CRV sicher gut ist. Verzehnfachung steht gegen Totalverlust. Ich war zunächst von 50:50 ausgegangen. Inzwischen sehe ich die Wahrscheinlichkeit eines positiven Ausgangs bei deutlich unter 50%.
Man fragt sich echt ob der CEO den Schuß nicht gehört hat . Enttäuschend auch die IR-Abteilung, die scheinbar keinen Einfluss auf den Chef hat und alles mitmacht. Übrigens auch schriftliche Anfragen nicht vollständig beantwortet. Wohl im Sinne des CEO´s. Leider sagt man dem CEO eine gewisse Beratungsresistenz nach und so sieht es hier auch aus.