@Katjuscha: Sorry, das mit dem "Maximum" war meine Interpretation. Bei den Spielregeln zu Anleihen fehlt mir leider noch einiges an wissen. Ansonsten stimme ich Dir zu. Meine Vermutung ist, dass aufgrund der AEP-Übernahme jetzt gerade halt kaum Geld für so was da ist - egal wie verlockend es wäre.
@xoxos: Danke für die Zusammenfassung. Ein paar Sachen sind bei mir anders angekommen (modulo Missverständnis). Grundsätzlich habe ich das ganze wohl deutlich weniger negativ aufgefasst. Ich habe schon einige lange Interviews von ihm gesehen. Er wirkt wohl auf viele etwas arrogant. Er scheint aus einer relativ reichen Familie zu kommen und hat einen hohen Bildungsstand. Viele mit so einem Hintergrund sind einfach eine Ausdrucksweise gewohnt, die bei vielen anderen so ankommt. Das Einstecktuch hilft da auch nicht gerade...
Du scheinst vor allem davon enttäuscht zu sein, dass nichts gesagt wurde, das dem Kurs geholfen hätte. Ich glaube nicht, dass man mit ein paar Aussagen, die nicht mal publizierungspflichtig gewesen wären, genug Vertrauen hätte aufbauen können um dem Kurs schnell wieder auf die Beine zu helfen. Es wäre wohl eh nur ein Strohfeuer gewesen. Die message war klar: Im großen und ganzen läuft fast alles nach Plan (außer Möbel) und sie sind zuversichtlich. Wäre das nicht so, müssten sie es wohl veröffentlich. Die Aussage, dass es in der Bilanz kaum Goodwill gibt, fand ich persönlich ebenfalls sehr beruhigend (klar, modulo Wahrheitsgehalt).
Fragen mussten nicht vorher eingereicht werden, sondern konnten live gestellt werden, wenn auch schriftlich. Du willst nicht ernsthaft, dass man da OT von irgendwelchen zornigen Kleinstaktionären während so eines meetings anhören muss, oder? Das hätte nur Chaos verursacht.
Ich glaube auch nicht, dass es ein "Verstecken" hinter Publizierungspflicht ist, sondern das ist eine sehr ernste Angelegenheit. Zudem hat Benner da nahezu ausschließlich als CEO geredet und nicht als Privatperson. Ob er sich also bei der Frage nach dem Margin Call dumm gestellt hat oder einfach nur komplett in seiner Rolle als CEO war - oder beides - kann man so nicht sagen. Aber dass er zu ca. 1,80 noch mal Aktien gekauft hat, wenn auch nur für 20K deutet für mich eher darauf hin, dass ihm da kein Margin Call droht. Es gibt halt auch Leute, die Aktien nicht auf Pump kaufen.
Und die Frage nach dem "cash" wurde imo schon beantwortet. Da sie in den letzten Jahren immer gleich alles wieder für M&A ausgegeben haben gab es da halt nichts zu berichten.
Siehst Du das Risiko einer Insolvenz >50% unter dem Aspekt, dass manches von dem was er sagt gelogen sein könnte, oder selbst dann, wenn alles der Wahrheit entspricht? Oder ist das mehr so ein Bauchgefühl, da der Kurs gerade so niedrig ist? Die Kompetenz von so einem Team (Benner trifft die Entscheidungen ja nicht alleine) ist von außen schwer objektiv zu beurteilen. Erinnert irgendwie an Fußball. Verliert das Team beim Turnier, dann ist der Trainer schuld und als Zuschauer weiß man eh alles besser. Sicher gibt es hier ein "großes" Risiko, doch sollte alles veröffentlichte und gesagte der Wahrheit entsprechen, gehe ich von deutlich unter 50% aus. Klar ist jedoch, dass es schon ziemlich übel wäre, wenn die Zinsen in den nächsten Jahren wieder deutlich steigen würden.
Sollte es jedoch tatsächlich in etwa so gut laufen wie behauptet und die Zinsen wieder etwas sinken, dann gibt es vermutlich eh nur 2 Szenarien: Der Kurs steigt irgendwann nachhaltig über 10€, oder Benner übernimmt vorher privat den ganzen Laden zum Spottpreis. Das würde mich ehrlich gesagt fast so sehr ärgern wie eine Insolvenz... Und dafür müsste er sich wohl nur ein paar Mio von reichen Freunden leihen.