Marge von 1 Prozent, Kern bei 4: Warum VWs Warnung weniger dramatisch ist

Julian Schick Julian Schick
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Julian Schick schreibt seit 2020 über die Themen, die Anleger bewegen – mit einem besonderen Fokus auf Aktienanalysen, Dividendenstrategien und ETFs. Der ausgebildete Journalist absolvierte die Kölner Journalistenschule und sammelte Erfahrungen unter anderem beim Handelsblatt, der Financial Times Deutschland sowie Euronews und WDR5. Für Ariva bringt er fundiertes Marktwissen und einen klaren Blick für das Wesentliche mit.

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Volkswagen kappt die Margenprognose auf bis zu ein Prozent. Die Deutsche Bank hält die Warnung für überzeichnet: Zehn Milliarden Euro Sonderlasten verzerren das Bild, der Cashflow bleibt laut Konzern weiter unangetastet.
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Volkswagen hat seine Anleger mit einer Gewinnwarnung aufgeschreckt. Für 2026 peilt der Konzern nur noch eine operative Marge von null bis ein Prozent an. Bisher standen 4,0 bis 5,5 Prozent im Plan, der Markt hatte zuletzt mit rund 4,1 Prozent gerechnet.

Die Deutsche Bank (Deutsche Bank Aktie) sieht darin weniger Drama, als die Zahl vermuten lässt. Der Grund sind Sonderbelastungen von rund zehn Milliarden Euro. Ohne sie bleibt eine operative Marge von etwa vier Prozent, und die liegt nah an den Erwartungen.

Den größten Posten bilden Abschreibungen von mehr als sechs Milliarden Euro im Zusammenhang mit Porsche. Sie belasten nicht die Kasse. Die Analysten lesen darin geringere Absatzziele.

Die mittelfristige Marge von 10 bis 15 Prozent hat VW bei Porsche zwar bekräftigt, sie fußt aber auf deutlich niedrigeren Stückzahlen. Dazu kommen mehr als zwei Milliarden Euro für den Ausbau von Vorruhestandsregelungen, den geplanten Verkauf von VW Osnabrück und Wertberichtigungen bei Gesellschaften in China. Schon im ersten Halbjahr fielen 0,9 Milliarden Euro an Sondereffekten an.

Werte aus dem Artikel:
VW Aktie 67,48 € -0,79%

Für Aktionäre zählt laut den Experten etwas anderes: Die Prognose zum Cashflow bleibt stehen. Im Autogeschäft sollen drei bis sechs Milliarden Euro hereinkommen, die Nettoliquidität soll bei 32 bis 34 Milliarden Euro liegen. Die Deutsche Bank hält sogar das obere Ende für machbar. Das stützt aus ihrer Sicht auch die Dividende, die in der Mitteilung gar nicht erwähnt wurde. Mit den Gewerkschaften dürfte darüber aber gesprochen werden. Beim Umsatz rechnet VW mit rund 315 Milliarden Euro, der Markt hatte 322 Milliarden erwartet.

Ganz entspannt sind die Analysten nicht. China nennt das Management erneut als einen der Gründe für die Kürzung, eine nachhaltige Erholung bleibt fern. Außerdem rechnen sie in den kommenden Monaten mit weiteren Umbaukosten. Ihre Schätzung für das bereinigte operative Ergebnis 2026 haben sie um 20 Prozent auf 12,6 Milliarden Euro gesenkt. Das Kursziel bleibt bei 115 Euro, die Einstufung bei Kaufen. Am Montag reagierte die VW-Aktie mit einem Minus von 1,6 Prozent auf die Prognosesenkung und notiert derzeit bei 75,26 Euro.


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