locken ja keinen hund mehr hinterm sofa vor. aber morgan stanley hat 2,2 milliarden in einem quartal in den sand gesetzt. das sind dimensionen . . . was man nicht kennt, soll man nicht handeln. eine ableitung davon lautet dann wohl: welche dimension man nicht erfasst, sollte man nicht handeln.
17.12.2008
Morgan Stanley verbrennt 2,2 Milliarden
Dass Morgan Stanley Verlust macht, war erwartet worden. Aber dass die ehemalige Investmentbank in den Monaten September, Oktober und November ein Minus von 2,2 Milliarden Dollar ausweist, ist eine negative Überraschung. Die
HB NEW YORK. Operativ habe es im vierten Quartal ein Fehlbetrag von 2,2 Mrd. Dollar gegeben, teilte die Bank am Mittwoch mit. Die Krise habe umfangreiche Abschreibungen erforderlich gemacht. Zudem seien Einnahmen im Handelsgeschäft und bei Fusionsberatungen geschrumpft. Die Aktien von Morgan Stanley verloren vorbörslich rund acht Prozent. Am Dienstag hatte bereits der Morgan-Rivale Goldman Sachs einen Verlust von 2,12 Mrd. Dollar gemeldet.
Die Aktie startete mit einem zwischenzeitlich zweistelligen Minus in den Handel. Dabei kündigte Morgan Stanley immerhin eine Dividende an: Das Geldhaus will 32 Cent je Aktie ausschütten.
Die ersten Zahlen zum wohl schwächsten Vierteljahr für die Bankenbranche seit Jahrzehnten lassen auch für andere Institute nichts Gutes erahnen. So erwarten Analysten bei der Deutschen Bank ebenfalls Milliardenabschreibungen, nachdem die Pleite von Lehman Brothers vor Monaten die Kurse an den Anleihe- und Aktienmärkten nochmals massiv gedrückt hat.
Pro Aktie betrug der Verlust bei Morgan Stanley im vierten Quartal im operativen Geschäft 2,24 Dollar. Analysten hatten im Schnitt mit einem Fehlbetrag von lediglich 0,33 Dollar gerechnet. Mitte September hatte Morgan Stanley die die Märkte bei Vorlage seiner Zahlen für das dritte Quartal noch positiv überrascht. Damals wurden im laufenden Geschäft 1,43 Mrd. Dollar erwirtschaftet - etwas mehr als erwartet.
Seit Jahresbeginn hat die Bank bereits rund 70 Prozent ihres Börsenwerts eingebüßt. Dies heizte immer wieder Spekulationen an, Morgan Stanley könnte wie bereits andere Investmentbanken vor dem Aus stehen oder übernommen werden.
Morgan Stanley und Goldman Sachs hatten im September im Sog der Finanzkrise angekündigt, ihren Status als Investmentbanken aufzugeben und Geschäftsbanken zu werden. Damit können sie sich besseren Zugang zu Geldern der US-Notenbank sichern. Zudem erhalten sie mehr Freiheiten zur Übernahme von Banken mit starkem Privatkundengeschäft. Sie unterwerfen sich aber deutlich strengeren Auflagen.
Das Geschäftsmodell der US-Investmentbank, das die Wall Street rund 20 Jahre dominierte, wird damit quasi ausgelöscht. An der Börse waren Zweifel aufgekommen, ob reine Investmentbanken die Finanzkrise überstehen. Ihr Sonderstatus ermöglicht es ihnen unter anderem, höhere Risiken einzugehen. Vor Jahresfrist gab es noch fünf US-Investmentbanken. Lehman Brothers ist inzwischen pleite und Merrill Lynch sowie Bear Stearns wurden von Rivalen - teils zum Spottpreis - übernommen.
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Überlegenheit sieht immer nur von unten wie Arroganz aus.