Die Meldung klingt auf den ersten Blick dramatischer, als sie wahrscheinlich ist.
Entscheidend ist nämlich nicht, dass Goldman Sachs den Gesamtstimmrechtsanteil von 14,63 % auf 13,32 % reduziert hat, sondern wo die Veränderung stattgefunden hat.
Der direkte Aktienanteil ist praktisch unverändert und liegt weiterhin nur bei rund 0,13 %.
Fast die gesamte Veränderung betrifft Instrumente (Derivate, Swaps, strukturierte Positionen usw.).
Das ist etwas völlig anderes als die Meldung:
“Goldman verkauft Evotec-Aktien.”
Deshalb würde ich daraus weder ein bullisches noch ein bärisches Signal ableiten.
Viel wichtiger ist für mich eine andere Frage:
Warum diskutieren wir jede Stimmrechtsmeldung bis auf die zweite Nachkommastelle, während die wirklich entscheidenden Themen – operative Marge, Cashflow, Gewinn und Umsetzung des Horizon-Programms – oft deutlich weniger Aufmerksamkeit bekommen?
Genau dort entscheidet sich nämlich, ob Evotec in fünf Jahren doppelt so viel oder nur noch halb so viel wert ist.
Stimmrechtsmeldungen können interessante Hinweise liefern.
Sie ersetzen aber keine Fundamentalanalyse.
Am Ende wird nicht Goldman Sachs über den Unternehmenswert entscheiden.
Sondern die Fähigkeit von Evotec, aus Wissenschaft ein nachhaltig profitables Geschäftsmodell zu machen.