Es geht aufwärts in den USA


Thema
abonnieren
Beitrag: 1
Zugriffe: 247 / Heute: 1
Nassie:

Es geht aufwärts in den USA

 
16.08.03 11:06
Positives von der Preisfront sowie aus der Industrie
Der am Freitag mit der Bekanntgabe der Konsumentenpreisentwicklung sowie des Produktionsausstosses in der Industrie abgeschlossene Reigen neuester Indikatoren zum Konjunkturverlauf in den USA bekräftigt die anlässlich des jüngsten Leitzins- Nullentscheids geäusserte Einschätzung der Notenbank. Die Chancen für eine an Schwung gewinnende Belebung im zweiten Semester stehen gut.
 

Sna. Washington, 15. August

Als die amerikanische Notenbank (Fed) am vergangenen Dienstag zugunsten einer Beibehaltung des Leitzinses bei 1% - dem tiefsten Stand seit beinahe einem halben Jahrhundert - argumentierte, machte sie zwei Aspekte geltend. Zum einen habe die Wirtschaft in den vergangenen Monaten vermehrt Signale einer Festigung des Konjunkturaufschwungs ausgesandt. Zum anderen zeigten sich jedoch die Geldbehörden über die Möglichkeit einer unwillkommenen Fortsetzung des Abwärtstrends bei der Inflation weiterhin besorgt, was die Notwendigkeit, schon in absehbarer Zeit geldpolitisch wieder auf die Bremse zu treten, noch in weite Ferne rückt. In dieser Woche veröffentlichte Konjunkturzahlen, die letzten am Freitag, haben nun die Rechtfertigung des jüngsten Leitzinsentscheids durch die Notenbank, wonach der Wirtschaftsgang für die kommenden Monate bei allen vorhandenen Unwägbarkeiten immer klarer nach oben weist, über weite Strecken bekräftigt.

In Schach gehaltene Deflationsgefahr

Nach all dem Rummel, den die Gefahr eines Abgleitens der USA in eine - Rezession verheissende - Deflation ausgelöst hatte, zählten die vom Arbeitsministerium gemachten Angaben zur Preisentwicklung im Juli zu den mit besonderem Interesse verfolgten Grössen. Wie schon im Falle der Produzentenpreise, wo am Donnerstag der Index bei verhaltenen Steigerungsraten gegenüber dem Vormonat von 0,1% und 0,2% (ohne Nahrungsmittel und Energie) eine Stabilisierung signalisiert hatte, so fiel auch am Freitag die Botschaft bezüglich der Konsumentenpreise eher beruhigend aus. Monatsraten von 0,2% sowohl beim Gesamt- als auch beim Kernindex beliessen die jeweiligen Jahresteuerungsraten unverändert bei 2,1% bzw. 1,5%. Mehr noch: Die im bisherigen Jahresverlauf akkumulierte Teuerung kletterte auf nunmehr 2,2% hoch, und selbst mit Blick auf die Kernrate, die den unterliegenden Inflationsdruck besser abzubilden hilft, resultierte ein 2-Zehntelpunkte-Anstieg auf 1,2%.

Eine deutliche Bekräftigung der von der Notenbank vertretenen Sicht einer sukzessiven Aufhellung des Konjunkturhorizonts bedeuteten derweil die vom Fed veröffentlichten Angaben zur Industrieproduktion im Juli. Mit einem Plus gegenüber dem Vormonat von 0,5% legte der aggregierte Produktionsausstoss von Industriefirmen, Versorgungsunternehmen und Bergbaubetrieben mit der höchsten Zuwachsrate seit Januar dieses Jahres zu. Die durchschnittliche Steigerungsrate, auf Jahresbasis hochgerechnet, für die letzten drei Monate erhöhte sich damit trotz der im Vormonat Juni verzeichneten Seitwärtsbewegung auf 2,4%. Getragen wurde diese Entwicklung dabei nicht nur von saisonalen Faktoren, wie etwa der ins Gewicht fallenden Erhöhung der Stromproduktion in den heissen Sommermonaten. Ebenfalls nach oben, zuletzt mit 0,2% gegenüber dem Juni, tendierte das Aktivitätsniveau in der verarbeitenden Industrie, die für 85% des in den Index einfliessenden Outputs verantwortlich zeichnet. Darüber hinaus verbesserte sich der Kapazitätsauslastungsgrad um 3 Zehntelpunkte und beträgt nun 74,5%.

Konsumenten im Kaufrausch
Offen muss derweil die Antwort auf die Frage bleiben, ob sich die in den jüngsten Einzelhandelszahlen offenbarende «Explosion» der Kauflust unter den Konsumenten in den Stimmungsindikatoren spiegeln wird. Obwohl entsprechende Massgrössen für den Juli ein Zurückgleiten des Vertrauens, bedingt durch die schwierige Arbeitsmarktlage, auswiesen, erreichten nämlich die monatlichen Zuwachsraten im Detailhandel zuletzt 1,4%. Auf Jahresbasis hochgerechnet betrug allein zwischen Mai und Juli die mittlere Monatszunahme der Einzelhandelsumsätze schwindelerregende 11,8%. Die ursprünglich für Freitag in Aussicht gestellte Bekanntgabe erster vorläufiger August-Angaben für den von der Universität Michigan erhobenen Index des Konsumentenvertrauens musste indes wegen eines weite Teile des Nordostens tangierenden Stromausfalls vom Donnerstag auf nächsten Dienstag verschoben werden.
 

Antworten
Auf neue Beiträge prüfen
Es gibt keine neuen Beiträge.


Börsen-Forum - Gesamtforum - Antwort einfügen - zum ersten Beitrag springen
--button_text--