Merrill Lynch hat's erwischt
Börsen-Zeitung, 18.10.2001
Nun hat es auch das größte amerikanische Broker- und Investmenthaus erwischt. Glaubt man dem "Wall Street Journal", dann bereitet sich Merrill Lynch auf eine einschneidende Straffung der weltweiten Organisation vor, die bis zu 10 000 oder 15 % der 68 200 Jobs auslöschen, 1 Mrd. Dollar Kosten verursachen und den Rückzug aus wichtigen Geschäftsbereichen bedeuten wird. Die Zeitung beruft sich bei diesen hochbrisanten und detaillierten Informationen auf Führungskräfte aus dem Unternehmen. Sollen damit Mitarbeiter und Öffentlichkeit auf die heutige Vorlage der Neunmonatszahlen vorbereitet werden? Das lässt Böses ahnen, und Analysten rechnen schon fast mit einer Halbierung des Gewinns. Eile ist angesagt: Die Börsenkapitalisierung ist auf 38 Mrd. Dollar eingebrochen und reizt zur Übernahme. Schon winkt Citigroup mit ihrer prall gefüllten Kriegskasse, dürfte aber aus kartellrechtlichen Gründen kaum zum Zuge kommen, eher eine American International Group oder jene deutsche Bank, die sich jüngst mit ihrem Wall-Street-Listing Akquisitionswährung beschafft hat. Bereits im Jahresverlauf habe Merrill angesichts der angespannten Ertragslage die personelle Besetzung der Geschäftsbereiche überprüft, wird bestätigt. Das hat aber wohl nicht gereicht, denn Chief Executive Officer David Komansky musste im Juli überraschend E. Stanley O'Neal als President holen. O'Neal, der sich das Debakel einige Monate anschaute und deshalb die Überprüfung forcierte, gilt als Zahlenmensch, der hart durchgreift - und er ist kein Investmentbanker.
Börsen-Zeitung, 18.10.2001
Nun hat es auch das größte amerikanische Broker- und Investmenthaus erwischt. Glaubt man dem "Wall Street Journal", dann bereitet sich Merrill Lynch auf eine einschneidende Straffung der weltweiten Organisation vor, die bis zu 10 000 oder 15 % der 68 200 Jobs auslöschen, 1 Mrd. Dollar Kosten verursachen und den Rückzug aus wichtigen Geschäftsbereichen bedeuten wird. Die Zeitung beruft sich bei diesen hochbrisanten und detaillierten Informationen auf Führungskräfte aus dem Unternehmen. Sollen damit Mitarbeiter und Öffentlichkeit auf die heutige Vorlage der Neunmonatszahlen vorbereitet werden? Das lässt Böses ahnen, und Analysten rechnen schon fast mit einer Halbierung des Gewinns. Eile ist angesagt: Die Börsenkapitalisierung ist auf 38 Mrd. Dollar eingebrochen und reizt zur Übernahme. Schon winkt Citigroup mit ihrer prall gefüllten Kriegskasse, dürfte aber aus kartellrechtlichen Gründen kaum zum Zuge kommen, eher eine American International Group oder jene deutsche Bank, die sich jüngst mit ihrem Wall-Street-Listing Akquisitionswährung beschafft hat. Bereits im Jahresverlauf habe Merrill angesichts der angespannten Ertragslage die personelle Besetzung der Geschäftsbereiche überprüft, wird bestätigt. Das hat aber wohl nicht gereicht, denn Chief Executive Officer David Komansky musste im Juli überraschend E. Stanley O'Neal als President holen. O'Neal, der sich das Debakel einige Monate anschaute und deshalb die Überprüfung forcierte, gilt als Zahlenmensch, der hart durchgreift - und er ist kein Investmentbanker.