47 Prozent Luft nach oben: Warum HSBC an Mercedes-Benz festhält
Julian Schick
Julian Schick
Julian Schick schreibt seit 2020 über die Themen, die Anleger bewegen – mit einem besonderen Fokus auf Aktienanalysen, Dividendenstrategien und ETFs. Der ausgebildete Journalist absolvierte die Kölner Journalistenschule und sammelte Erfahrungen unter anderem beim Handelsblatt, der Financial Times Deutschland sowie Euronews und WDR5. Für Ariva bringt er fundiertes Marktwissen und einen klaren Blick für das Wesentliche mit.
China schwächelt, die Marge bleibt vage, und trotzdem hält eine Großbank an ihrem ambitionierten Kursziel fest. Was hinter der Zuversicht für Mercedes-Benz steckt und wo es für den Autobauer noch hakt.
Für dich zusammengefasst:
HSBC sieht bei Mercedes-Benz ein Kurspotenzial von 47 Prozent.
Die weltweiten Pkw-Auslieferungen sanken um etwa acht Prozent.
Die Gewinnschätzungen für die kommenden Jahre wurden gesenkt.
Trotz schwacher China-Zahlen traut HSBC der Mercedes-Benz-Aktie weiterhin ein Kurspotenzial von fast 47 Prozent zu. Die Analysten um Michael Tyndall bestätigten ihre Kaufempfehlung mit Kursziel 65 Euro, das Papier notiert aktuell bei rund 44 Euro.
Grundlage ist ein Ausblick auf die noch nicht vollständig veröffentlichten Zahlen zum zweiten Quartal. Nach ersten Absatzdaten von Anfang Juli gingen die weltweiten Auslieferungen der Pkw-Sparte um rund acht Prozent zurück, zum Vorquartal blieb das Niveau stabil.
Ohne China zeigte sich ein deutlich freundlicheres Bild mit einem Verkaufsplus von neun Prozent. Im oberen Preissegment bremsten Lieferengpässe und ein Modellwechsel zunächst den Hochlauf von GLC und S-Klasse, ein Problem, das sich laut den Analysten inzwischen entspannt.
Die operative Marge der Autosparte soll innerhalb der für 2026 ausgegebenen Spanne von drei bis fünf Prozent bleiben, wo genau, ließ das Management offen.
Robuster zeigt sich das Van-Geschäft: Bei stabilen Verkäufen kleinerer Transporter und einem Plus von 15 Prozent bei den großen Modellen dürfte die Rendite am oberen Ende der Zielspanne von acht bis zehn Prozent liegen. Auch die Finanzsparte Mobility läuft besser als geplant, die Eigenkapitalrendite übertrifft die für das Jahr avisierten zehn bis zwölf Prozent.
Zur Aufnahme neuer Modelle heißt es im Report knapp, die Marktresonanz sei bislang außerordentlich gut. Weniger rosig der Blick auf den freien Cashflow: Der soll im zweiten Quartal zwar positiv gewesen sein, aber unter dem starken Auftaktquartal mit 1,9 Milliarden Euro liegen.
Wegen der schwächeren China-Entwicklung und steigender Kosten, die HSBC auch auf den Nahost-Konflikt zurückführt, kappen die Analysten ihre Gewinnschätzungen für die kommenden Jahre spürbar, für 2027 um gut elf Prozent.
An der Einschätzung zur Daimler-Truck-Beteiligung ändert sich dagegen nichts: Der 30-Prozent-Anteil gilt weiterhin als nicht strategisch, ein Verkauf sei jederzeit über den freien Markt möglich und nicht an das laufende Aktienrückkaufprogramm gekoppelt.
Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen finden Sie jeweils hier:
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