@clint (#9936): "Übernahmepoker", ja, das trifft es gut, was jetzt gerade läuft. So wie Du habe auch ich so etwas noch nicht mitgemacht. Sicherlich gibt es da verschiedene Möglichkeiten, welche Entwicklung die Sache nehmen kann. Und es mag sein, dass für gewisse Fragen die Beiziehung eines Wirtschaftsrechts-Experten vorteilhaft ist …
Dennoch bin ich der tiefen Überzeugung, dass die wesentliche Frage, die weit über allen anderen Aspekten steht, jene ist, ob die große Lücke zwischen meinem persönlichen Kursziel, das mir mittelfristig als angemessen erscheint, und den angebotenen € 7,52 durch irgendwelche neuen Erkenntnisse gerechtfertigt werden kann. Meine Antwort lautet: Nein. Es gibt diese neuen Erkenntnisse nicht. Deshalb mein Nein, das genau auf derselben Begründung basiert wie meine frühere (und laufend erneuerte) Investitionsentscheidung long zu gehen bzw. zu bleiben. So einfach ist das, davon bin ich überzeugt. Es liegt offenbar im Interesse von jemandem, dass wir zur Sichtweise „es ist so kompliziert, also lieber den Ausstieg als Sicherheitsvariante bevorzugen“ verleitet werden. An der Börse ist viel Psychologie im Spiel und das gilt ganz besonders für die aktuelle Situation bei Epi!
Viele Informationen fehlen uns, was in doppelter Hinsicht Wirksamkeit entfaltet. Einerseits fehlen uns all die Insiderinformationen, die den Bieter zum Übernahmeversuch motiviert haben. Andererseits bleibt uns ebenso verborgen, was sich im Übernahmepoker hinter den Kulissen abspielt bzw. was im Vorfeld gelaufen ist und welche Interessen und Absichten tatsächlich bestehen. Es liegt auf der Hand, dass diese Ungewissheit die Ängste weiter schürt und Anleger zum Ausstieg bewegen kann. Ich plädiere dafür, dass wir uns nicht verrückt machen lassen. Ich folge dem KISS-Leitspruch: "keep it simple stupid!"
Der Vorstand empfiehlt uns, das Angebot anzunehmen. Er gibt vor überzeugt zu sein, dass dies zu unserem Vorteil sei. Die Begründung des Vorstandes ist für mich fadenscheinig und nicht nachvollziehbar. Und es mag auf den ersten Blick grotesk klingen: eben diese Empfehlung des Vorstandes (in Verbindung mit dem plumpen Bestreben bezüglich der Zukunftsaussichten tiefzustapeln) verleitet mich nicht zum Ausstieg, sondern bestärkt mich in meiner Entscheidung, das Angebot abzulehnen. Das riecht mir zu sehr nach Ausbootungsversuch kurz bevor belastbare oder gar handfeste Erkenntnisse und Ergebnisse für die guten Zukunftsaussichten von Epi öffentlich sichtbar werden.
Zusammenfassend gesagt: Lassen wir uns doch nicht suggerieren, dass alles gar so kompliziert ist – viel zu kompliziert, um weiter investiert zu bleiben, sondern halten es einfach, bleiben unserem Investment treu und geben unsere Kursziele nicht einfach so auf. Auch wenn das nicht über den Weg des Verhinderns einer Übernahme in absehbarer Zeit gelingen mag, so hoffentlich zumindest über eine angemessenere Abfindung.