Ein Urteil das Folgen haben kann.


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Dr.UdoBroem.:

Ein Urteil das Folgen haben kann.

 
17.09.03 10:52
In einem Patentrechtsstreit ist Microsoft letzte Woche in erster Instanz dazu verurteilt worden, der kleinen Softwarefirma Eolas knapp 1,5$ pro ausgelieferte Windowskopie zu zahlen, da Microsoft deren Patent verletzt.

Freitag 12. September 2003, 16:08 Uhr
     Microsoft in der Eolas-Klemme

Immer mehr verstärken sich die Anzeichen, dass Microsoft nach dem in erster Instanz verlorenen Patentprozess gegen Eolas seinen Browser Internet Explorer modifizieren wird. Dies könnte gravierende Auswirkungen auf die künftige Entwicklung von Web- und Intranet-Seiten und -Anwendungen haben.
Die von Eolas patentierte Technik betrifft die Methode, wie der Browser (und natürlich auch andere Browser von Netscape, Opera, Apple etc.) Plug-ins nutzt.Eine "automatisierte interaktive Erfahrung" zur Darstellung externer Inhalte lässt das Eolas-Patent künftig nicht mehr zu, berichtet die  Computerwoche . Sollte Microsoft auch in einer wahrscheinlichen Berufunggegen die kleine Softwareschmiede verlieren, gäbe es eine Reihe von Alternativen.Microsoft hat diese teilweise schon auf einem von Macromedia veranstalteten W3C-Treffen erläutert. Zur Debatte stünde beispielsweise das "Zwischenschalten" einer Dialogbox beim Plug-in-Laden - damit wäre zwar der "Automatisierung" ein Ende gemacht, allerdings würden Nutzer wahrscheinlich schnell von den ständigen Abfragen enerviert. Eine andere Möglichkeit könnte die Verlagerung der sonst vom Plug-in geladenen externen Daten in den Code der eigentlichen Seite sein (solche "Inline-Daten" beschreibt bereits der HTML-Standard von 1991, drei Jahre vor Eolas Patentanmeldung). Auch eine stärkere Nutzung von Skriptsprachen und Dynamic HTML ist denkbar.

CNN.com beispielsweise nutze Flash-Inhalte so, dass Eolas' Patent dabei nicht verletzt werde, sagte Microsofts General Manager Michael Wallent, der die Entwicklung von IE 5.5 und 6 leitete. So mancher Besucher des W3C-Meetings zweifelt allerdings daran, dass die von Microsoft angedachten Auswege juristisch hieb- und stichfest sind. Und selbst wenn, würden sie für Web-Autoren jede Menge Arbeit nach sich ziehen. "Wenn man so das Patent umschiffen muss, zeigt das die Dummheit des Patentsystems", klagte ein Teilnehmer. "Wir sind alle angefressen, dass wir uns das antun müssen. Das W3C hat hart gearbeitet, das Web patenfrei zu halten, und diese eine Sache könnte alles ruinieren. Das ist echt frustrierend." (Computerwoche/Jürgen Mauerer)

September 17, 2003

Siehe auch Artikel in der NYT

Ein Urteil das Folgen haben kann. 1179299

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MaxCohen:

Schön daß es in dem Fall Microsoft trifft

 
17.09.03 16:59
Aber das hält die von MS angeführte Business Software Alliance (BSA) auch nicht davon ab, massiv für eine Änderung des europäische Patentrechts in Sachen Software-Patente zu werben, die genau solche Unsinnspatente zulassen wird. Ende September wird das Europäische Parlament über dies Sache entscheiden und im (wahrscheinlichen) Falle des Abnickens des eingebrachten Vorschlages, wird dies eine massive Benachteiligung der mittelständischen, europäischen Softwareindustrie gegenüber amerikanischen Softwareriesen zur Folge haben. Auch für die OpenSource-Bewegung ist diese Entscheidung eine Bedrohung.

Wer mehr über diesen Sachverhalt wissen möchte, findet hier weitere Informationen.

In dieser Petition kann man seinen Widerstand gegen die vorgeschlagen Änderung des Patentrechts zum Ausdruck bringen. Viele Europaparlamentarier sind sich der Folgen der Entscheidung nicht bewußt und nicken nur einen von einer kleinen Gruppe ausgearbeiteten Vorschlag ab. Deswegen ist es auch nützlich, den lokalen MdEP zu kontaktieren und auf die Risiken der Einführung von Software-Patenten hinzuweisen.

Ein Urteil das Folgen haben kann. 1180250






Grüße Max
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kram:

obwohl ich auch windows nutze,

 
17.09.03 17:24
freuts mich,das es die richtigen trifft:)
mich würde mal eure meinung dazu interessieren,was auf m$ wegen des blackouts zukommt
ich denke,das könnte sauteuer werden:)
mfg kram
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MaxCohen:

Showdown im Kampf um Softwarepatente

 
18.09.03 11:08

Österreichs Grüne mit beißender Kritik gegen Softwarepatente


Die österreichischen Grünen haben sich heute in einer drastischen Stellungnahme gegen die umstrittene EU-Richtlinie zur Software-Patentierung gewandt. In einem Statement der Partei unter dem Titel "Showdown im Kampf um Softwarepatente" wird die grüne EU-Abgeordnete Mercedes Echerer mit den Worten zitiert: "Wenn die Direktive durchgeht, führt das zu einer Bereicherung für einige wenige. Es zahlen kleine Softwarefirmen und im Endeffekt die KonsumentInnen drauf. Software wird weniger innovativ, teurer und mehr US-abhängig". Die mögliche Patentierbarkeit "bedeute das Ende von Open Source Software", ergänzte Echerer heute in einem Pressegespräch in Wien.


Eine Zustimmung zur Richtlinie bedeute das Ende für kleine Softwarefirmen, sagte Echerer weiter. "Klein- und Mittelbetriebe müssen ständig recherchieren, ob eine Erfindung bereits patentiert sei oder nicht." Dies sei von den Unternehmen nicht zu leisten. Die Richtlinie sei gegen den österreichischen und europäischen Wirtschaftsstandort gerichtet. Dies zeige sich auch in der Einflussnahme von Lobbyisten. Es seien fast ausschließlich US-Konzerne, die "auf EU-Ebene für Softwarepatente lobbyieren". Besonders die Business Software Alliance (BSA), die sich eigentlich dem Kampf gegen Softwarepiraterie verschrieben hat, steche hervor.

Für Österreich gebe es keine Möglichkeit, die EU-Richtlinie zu umgehen, wenn sie einmal beschlossen ist, heißt es in der Stellungnahme der Partei weiter. Ansonsten drohe dem Staat Amtshaftung, da Unternehmen argumentieren könnten, dass ihnen durch den fehlenden Rechtsschutz Nachteile erwachsen. Bei der Parlamentsabstimmung Ende September, so hofft Echerer, könnte sich dennoch eine schwache Mehrheit gegen die Richtlinie aussprechen. "Auf jeden Fall sind die nordischen Länder gegen Softwarepatente". Auch in der konservativen Fraktion gebe es einige, die sich dagegen aussprechen. "Die sozialistische Fraktion ist noch gespalten, die liberale ebenfalls." Sollte die Richtlinie nicht im ersten Schritt abgewehrt werden, wolle man "die Rückverweisung" in den Ausschuss für Recht und Binnenmarkt "erzwingen". (em/c't)






Grüße Max
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MaxCohen:

Patent-Wahnsinn: Zurück in die Web-Steinzeit

 
19.09.03 01:02


PATENT-WAHNSINN



Zurück in die Web-Steinzeit



Von Frank  Patalong


Wie sich Softwarepatente auswirken, führt derzeit der Fall Eolas gegen Microsoft vor: Ein Patent aus dem Jahr 1994 droht das Web zu verändern. Plug-ins und Programme wie Flash, Real-Filme, ActiveX oder Java könnten bald aus Browsern verschwinden.


Ein Urteil das Folgen haben kann. 1182718


Ein Urteil das Folgen haben kann. 1182718APEin Urteil das Folgen haben kann. 1182718Fortschrittsbremse Software-Patent: Willkommen im europäischen Pfahldorf?


Wovor Europas Softwarebranche zittert, ist das so genannte "Trivialpatent": Die Patentierung nicht etwa einer konkreten technischen Lösung, sondern die eines Grundgedankens, einer Idee, die auf verschiedene Weise umgesetzt werden kann. Beispiele dafür sind Dinge wie der Einkauf mit einem Klick (Amazon), die farbliche Kennzeichnung von Textstellen oder die Darstellung hintereinander liegender Seiten als "Karteikarten".


Amerikanische Unternehmen sind Weltmeister darin, sich solche Grundideen zur finanziellen Ausschlachtung zu sichern. Das US-Recht kennt Logik- und Softwarepatente seit langem. US-Firmen verfügen darum über einen gehörigen Vorsprung. Schon jetzt sitzen die Patentämter in Europa auf bis zu 33.000 alten Patent-Anmeldungen, die mit einer Umsetzung der EU-Richtlinie wirksam würden.


Zahlreiche dieser "Parallelanmeldungen" zu US-Patenten beim Europäischen Patentamt in Brüssel schützen Dinge, die dem Wortlaut der derzeit diskutierten EU-Richtlinie nach eigentlich ausgeschlossen sein sollten. Microsoft etwa hält das Patent an der "Undo-Redo"-Funktion, in deutschsprachigen Programmen als "Rückgängig/Zurück - Wiederherstellen" bekannt. Kaum ein Programm, das darauf verzichten kann.


Grund genug für weite Teile der heimischen IT-Industrie, sich akut bedroht zu fühlen. So haben neben den üblichen Verdächtigen aus der Open-Source-Szene längst auch "klassische" IT-Unternehmen die Notwendigkeit des politischen Widerstandes entdeckt. Neben dem Großprovider 1&1 tut sich dabei vor allem der Berliner Mittelständler Magix hervor, der Deutschlands und Europas Parlamentarier in den letzten Wochen mehrfach mit informierenden Briefen beglückte.





 
Ein Urteil das Folgen haben kann. 1182718


IN SPIEGEL ONLINE


· Software-Patente: Opposition im Aufwind (17.09.2003)

· Protestwelle: "Wegen Software-Patenten geschlossen" (28.08.2003)

· Millionenstrafe: Microsoft wegen Patentverletzung verurteilt (12.08.2003)






Selbst für ein profitables Unternehmen ist das Notwehr, denn der Zwang, jedes Mal Lizenzgebühren bezahlen zu müssen, wenn allgemein etablierte Grundideen in ein Programm integriert werden, könnte sich als echter Fortschrittshemmer erweisen.


Wie so etwas aussieht, erfährt gerade ausgerechnet Microsoft am eigenen Leib.


Zahlen oder verzichten?


Am 11. August entschied ein US-Bundesgericht, dass ein schon 1994 eingereichtes Patent auf die Idee, multimediale Inhalte und Programme automatisch aus einem Web-Browser heraus ausführen zu lassen, Microsofts ActiveX-Technologie berühre. Darum müsse Microsoft rückwirkend und künftig für jedes ausgelieferte Internet-Explorer-Programm 1,47 Dollar an den Patenthalter, das (noch) kleine Unternehmen Eolas, zahlen.


Das sind keine Peanuts. Die Gesamthöhe der Zahlung setzte das Gericht auf die astronomische Summe von 520,6 Millionen Dollar fest - zunächst. Natürlich geht Microsoft in Berufung.


Nur rund 200 Millionen Dollar würden im Fall der Zahlung bei Eolas landen, denn entwickelt wurde das Patent 1994 an der University of California. Den dicksten Batzen aber kassieren die Anwälte - auch das ist ein Teil des Problems.


Die Uni lizensierte das Patent 1998 an ihren ehemaligen Angestellten Mike Doyle, Gründer und Inhaber von Eolas. Die Uni und Eolas reichten dann 1999 Klage gegen Microsoft ein - mit Erfolg.


Auf den Wirtschaftsseiten der Zeitungen in aller Welt klang das so: "David schlägt Goliath".



 
Ein Urteil das Folgen haben kann. 1182718


IM INTERNET

· Eolas
· Im Wortlaut: Das Eolas-Patent
· Aktuelle W3C-Diskussion um das Eolas-Patent
· Zusammen gestellt: Quellen zu Geschichte und Inhalt des Eolas-Patents
· Softwarepatente: Der Richtlinienentwurf
· Eurolinux-Petition gegen Softwarepatente
· Magix: Brief an EU-Parlamentarier zu Patent-Altlasten
SPIEGEL ONLINE ist nicht verantwortlich für die Inhalte externer Internetseiten.






Was es aber wirklich bedeutet, beginnt sich erst jetzt abzuzeichnen.


Denn das Patent von Eolas betrifft längst nicht nur Microsofts ActiveX. Microsoft will die Beurteilung von ActiveX als das Patent angeblich verletzende Software und die Höhe der Lizenzzahlung anfechten, nicht aber das Patent selbst. Darum rauchen in den Chefetagen von Sun, Apple, Realmedia und vielen anderen Unternehmen die Köpfe, was das weit ausholend-schwammig formulierte "Patent 5.838.906"  wirklich zu bedeuten hat.


Bedroht fühlen sich neben Software-Entwicklern, die Zusatzprogramme anbieten, die Inhalte in Web-Browsern darstellen können, auch Web-Entwickler und Online-Publisher. Denn die einzige Möglichkeit, die Lizenzzahlung zu vermeiden, wäre es, Applets und Webseiten entsprechend zu verändern. Und das kostet Zeit, Geld - und Surfvergnügen.


Das kleine Eolas-Patent stellt die Web-Standards in Frage. Experten befürchten eine "Balkanisierung" des Internet. Eines verursacht das Patent in jedem Fall: Das Surfen wird unbequemer, aufwändiger, weniger elegant. Weiter...Ein Urteil das Folgen haben kann. 1182718





Grüße Max
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Pieter:

Ich glaube, ich werde mal ganz schnell die

 
19.09.03 08:15
Subroutin Technik bei Computer Hochsprachen auf mich patentieren lassen.
Die altbekannte Befehlssequenz   Call...End.  Selbstverständlich nicht diese Worte sondern das Verfahren
welches dahinter steckt, (Namen lassen sich ja austauschen ;-)).
Leute, das ist die Lizenz zum Gelddrucken. Es gibt weltweit kein einziges Program, welches ohne die Subroutinen auskommen würde.
Und dann verklage ich praktisch weltweit jedes Softwareunternehmen.
Ein hoch auf die kommende Patentrechtsänderung in der EU.

Pieter

PS: Die Steinzeit grüßt schon, oder Chinese sollte man sein, die kümmern sich nicht um Patente sondern setzen die Verfahren ohne Zahlungen an Patenthalter ein. Soll doch mal ein Unternehmen wie Eolas China verklagen. Dann werden eben einfach mal ein paar US Firmen aus dem Chinesischen Markt rausgeworfen und die sorgen dann ganz schnell in Washington dafür, das Firmen wie Eolas Druck von oben bekommt. Das sollte die EU einfach auch machen, anstelle die geplante Patentrechtsänderung zu machen.
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MaxCohen:

Europaparlament gibt Softwarepatenten einen Korb

 
24.09.03 17:24

Europaparlament gibt reinen Softwarepatenten einen Korb


Das europäische Parlament hat sich nach heftigen Diskussionen für weit gehende Änderungen an der umstrittenen Richtlinie über die "Patentierbarkeit Computer-implementierter Erfindungen" ausgesprochen. In der Schlussabstimmung am heutigen Mittwoch in Straßburg votierten 364 Abgeordnete für deutliche Revisionen an dem Konstrukt und nur 153 dagegen. Demnach sollen Geschäftsmethoden und Algorithmen keinen staatlichen Monopolschutz erhalten und patentierbare Erfindungen auch im Computerbereich durch einen Bezug auf die Technik und die hinter ihr stehenden "Naturkräfte" eingegrenzt werden. Auch der Interoperabilitätsartikel 6a, nach dem Konvertierungsmethoden für den Datenaustausch zwischen Computersystemen keinen Verstoß gegen ein Patent darstellen, wurde entgegen entsprechenden Vorschlägen nicht gestrichen. Schutzansprüche auf reine Programme, die in einen Computer oder ein Netzwerk geladen werden, soll es nicht geben.


Patentrechtsexperten der großen Parteiblöcke zeigten sich allesamt recht zufrieden mit dem Abstimmungsergebnis. "Wir haben unseren Grundauftrag, die mittelständische Wirtschaft vor einer zu weit gehenden Patentoffensive zu schützen, erfüllt", erklärte Evelyne Gebhardt für die Sozialdemokraten im Europaparlament gegenüber heise online. Sie sei froh, dass man sich auf eine gute und enge Definition des "technischen Beitrags" zur Patentierbarkeit von computergestützten Erfindungen geeinigt habe. Sie habe aber gehofft, dass in manchen Bereichen noch stärkere Änderungen durchs Parlament gegangen wären.

Der CSU-Europaabgeordnete Joachim Würmeling sieht die Lage ähnlich -- jedoch unter entgegengesetzten Vorzeichen. Auch er begrüßte im Gespräch mit heise online das deutliche "Signal gegen eine ausufernde Patentierungspraxis", das die Parlamentarier seiner Meinung nach gegeben haben. Das richte sich vor allem an die Open-Source-Szene, da dieser Bereich nun in seiner Gesamtheit "nicht mehr behindert wird". Die konservativen Volksparteien hätten insgesamt die Linie unterstützt, "dass wir eine Richtlinie brauchen, dass diese aber auch substanziell verändert werden muss". In einigen Bereichen ist das Plenum in Straßburg für Würmelings Geschmack jedoch zu weit gegangen oder habe Formulierungen noch nicht treffend genug gefasst: Dem Bayreuther Volksvertreter stößt etwa sauer auf, dass künftig schon reine Bezüge auf Software-Elemente die Patentierbarkeit von Erfindungen verhindern könnten. In der Detailarbeit sei jetzt noch zu klären, fordert er daher, dass es für EDV-gestützte Neuheiten durchaus einen staatlichen Schutz geben müsse.

Die Grünen brachen derweil in Jubel aus und feierten etwas übereifrig gleich die vollkommene Absage an die Richtlinie. "Was das Parlament heute angenommen hat, ist ein Erfolg für alle, die verhindern wollten, dass eine verheerende Regelung in Kraft tritt", erklärte Daniel Cohn-Bendit, Ko-Vorsitzender der Grünen-Fraktion. Die Direktive selbst werde überhaupt nicht gebraucht. Die Europa-Abgeordnete Mercedes Echerer pflichtete dem bei, da die Kommission ihren Vorschlag als "Trojanisches Pferd" benützen wollte, "um Softwarepatente in die EU einzuschleusen." Das Abstimmungsergebnis sei ein Wink mit dem Zaunpfahl an die USA, "die seit einem Jahr vehement für die Einführung solcher Patente in der EU und auf internationaler Ebene lobbyieren".

Erstmals kamen die Europaparlamentarier im Vorfeld der 1. Lesung der "Softwarepatentrichtlinie" aber auch mit dem Lobbying zahlreicher mittelständischer Unternehmen wie Magix oder 1&1 sowie Verbänden in Berührung, was bei manchen Abgeordneten zu Verwunderung geführt hatte. Hartmut Pilch vom Förderverein für eine freie informationelle Infrastruktur (FFII), der gemeinsam mit der Eurolinux-Allianz gegen die Richtlinie in ihrer ursprünglichen Form mit am heftigsten gekämpft hatte, bezeichnete das Votum gegenüber heise online denn auch als "einen kräftigen Tritt des Parlaments vor das Schienbein der Kommission". Dem Softwarepatent-Vorstoß sei damit "das Rückgrat gebrochen" worden.

Die revidierte Richtlinie muss nun aber noch der Europäische Rat für gut befinden, bevor sie das Parlament in 2. Lesung endgültig verabschieden kann. EU-Binnenmarkt-Kommissar Frits Bolkestein hatte in der gestrigen Debatte bereits angekündigt, über diesen Weg den Beschlüssen des Parlaments notfalls Steine in den Weg werfen zu wollen. Gebhardt und Würmeling setzten aber trotzdem darauf, dass der Rat -- eventuell mit geringfügigen Änderungen -- den im Parlament gefundenen Kompromiss letztlich akzeptieren werde. Einen festen Termin für den gemeinsamen Standpunkt des Rates gibt es nicht. Es wird aber erwartet, dass sich die darin vertretenen Mitgliedsstaaten rasch zu der umkämpften Sachlage äußern werden. (Stefan Krempl) / (jk/c't)





Grüße Max
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