letsbuyit Letsbuyits Überlebenschancen sind dürftig, allein schon, weil das Geschäftsmodell nicht funktioniert. Wem das egal ist und wer zocken will, kann das im Kasino oder mit Letsbuyit-Aktien tun. Alle anderen sollten die Aktie weiträumig umfahren. Die Geschichte von der Fast-Pleite der Einkaufsgemeinschaft Letsbuyit.com ist bekannt. Als das Unternehmen im Juni 2000 an die Börse ging, krachte es bereits im Gebälk. Ende des Jahres musste die schwedische Firma niederländischen Rechts ein Zahlungsmoratorium, sprich Konkurs, beantragen. Kurz vor der Liquidation, kamen engelsgleich Investoren herabgeschwebt, die Geld in das Fass ohne Boden warfen, so dass auch heute noch ein wenig Wasser drin steht. Heute, heißt es in der Flüsterpropaganda der Zocker, sei alles anders. Die Zukunft gehöre den Ameisen. Aber ist das so? Inzwischen hat die schwedische Letsbuyit, einst Keimzelle des Unternehmens, Konkurs beantragen müssen und wird abgewickelt. Der Aufsichtsratsvorsitzende und Mitgründer Johan Stael von Holstein hat kurz davor die Flucht ergriffen, so dass sich Vorstandschef John Palmer als einziger Aufsichtsrat gleich selbst beaufsichtigt.
Geldgeheizter Luftballon
Letsbuyits Entwicklung gleicht einem Luftballon. In rasendem Tempo wurden die Umsätze sowie die Zahl der Mitarbeiter und Niederlassungen aufgeblasen und genauso schnell schrumpelten sie wieder zusammen. Die Erlöse des letzten Quartals sind kaum nennenswert. Komplett scheiterte die geografische Expansion: Im letzten Jahr kamen 80% der Umsätze aus drei der 14 Länder, in denen man aktiv war. Dafür verbrannte das Unternehmen seit Gründung täglich durchschnittlich 189.000 Euro. Wofür? Hauptsächlich für Personal und Marketing, sagte Ex-Deutschland-Chef Rolf Hansen der "Jungen Karriere". Wofür eigentlich, fragte sich Konkursverwalter Van Doorne und bezog sich auf vermisste 40 Millionen Euro. Generell, seufzte der niederländische Anwalt in den Gerichtsakten, sei die Buchführung erbärmlich gewesen. Alles Unsinn, sagt CEO und Mitgründer John Palmer.
Fakten I: Letsbuyit - Die Zahlen
Geschäftsmodell funktioniert offenbar nicht
Letsbuyit hat sein Geschäftsmodell mehrfach korrigiert. Zunächst wurde die Zahl der Lieferanten deutlich eingeschränkt, mittlerweile will man sich ganz aus dem Eigenhandel zurückziehen und nur noch als Agentur auftreten. Praktisch heißt das, Letsbuyit soll zu einem Shopping-Portal werden, wie sie schlecht und recht von der Deutschen Post oder T-Online angeboten werden. Dadurch wird das Geschäftsmodell aber wohl kaum wirtschaftlicher. Das Problem geringer Margen wird eher verschärft. Nicht nur Letsbuyit geht es schlecht: Die gesamte internationale Konkurrenz ist mit diesem Geschäftsmodell aufgelaufen. Die Gründe sind überall gleich: Eine erfolglose Expansion, mangelnde Aussicht auf einen rentablen Geschäftsbetrieb und die Flucht der Investoren. Jetzt will sich Letsbuyit als Agentur positionieren. In der Folge krachten die Umsätze ein. Im Jahr 2001 waren es 4,7 Millionen Euro (2000: 38,1 Millionen), davon 4,2 Millionen aus der Vor-Agenturzeit. Im dritten Quartal nahm man noch 335.000 Euro ein, im vierten etwas mehr als 200.000. Es sieht so aus, als ob der Luftballon ins Nichts schrumpelt.
Fakten II: Letsbuyit - Die Branche
Dubiose Investoren
Das muss auch Letsbuyit feststellen. Im Februar hatte eine in letzter Minute präsentierte Investorengruppe die Abwicklung - wie vom Konkursverwalter vorgeschlagen - verhindert. Allen voran tat sich in Deutschland der großmäulige Kim Schmitz dicke. Die „Jenny Elvers der New Economy“ (Der Spiegel) trug aber letztlich zur Finanzierung mit 1,15 Millionen Euro kaum etwas bei. Dabei soll er auch noch ein schönes Schnäppchen gemacht haben, denn mittlerweile sitzt Schmitz unter dem Vorwurf des Insiderhandels hinter Gittern. Die Hauptlast entfiel auf andere, zumeist nicht weniger dubiose Investoren, die sich dann aber mittlerweile ihren Pflichten entzogen haben. Allen Gerichtsurteilen zum Trotz fehlen Letsbuyit rund dreißig der seinerzeit zugesagten 52 Millionen Euro. Mittlerweile hängt Letsbuyit am Tropf der GEM Group, einer amerikanischen Finanzgruppe. Mit der Erweiterung der Kreditlinie durch GEM um vier Millionen Euro sah sich Letsbuyit zuletzt ausreichend finanziert. Abgesehen von der mangelhaften Arithmetik stimmt an GEM noch einiges anderes nicht. Denn auch wenn Letsbuyit es behauptet - die Amerikaner sind keine strategischen Investoren, sonder Liquiditätsbeschaffer. Sobald sie gegen die Kreditlinie neue Aktien erhalten, werfen sie diese auf den Markt. Dafür kassieren sie fünf Prozent und mehr von der durchgereichten Kapitalerhöhung (mehr zum Thema unter Giftfinanzierung). Vor kurzem gelang es dem Unternehmen wieder 30 Millionen Aktien bei „einem Investor“ zu platzieren. Bruttoerlös: 300.000 Euro.
Dennoch vergeht kaum eine Woche ohne ein neues Gerücht, wer alles Millionen in Letsbuyit pumpen wird. Neuerdings wird dies sogar von Bankberatern verbreitet, wie User der TELEBÖRSE mitteilten. Offenbar wird in schlechten Zeiten als erstes an der Seriosität gespart. Beispiel: ein angeblicher Investor aus den Vereinigten Arabischen Emiraten. Petrodollars? Das Gerücht ist so schlecht, dass man es gar nicht kommentieren sollte. Das einzige, was diese Gerüchte bezwecken, ist den Kurs aufzublasen.
Fakten III: Letsbuyit - Die Investoren
Die Aussichten sind schlecht
Die Geschäftsaussichten für Letsbuyit sind unverändert schlecht: Die vollmundig gepriesenen Kooperationen sind ganz normale Geschäftsbeziehungen ohne Potenzial.
Fakten IV: Letsbuyit - Die Kooperationen
Im Grunde ist die Verlängerung der Leidensgeschichte von Letsbuyit völlig unnötig gewesen. Das Geschäftsmodell läuft nicht. Private Einkaufsgemeinschaften funktionieren noch nicht einmal in der Offline-Welt richtig. Das haben Dealpartners, CoShopper und andere schon längst erkannt. Ob deren B2B-Modelle aber funktionieren werden, bleibt abzuwarten. Letsbuyit hat mit Ausnahme eines zweifelhaften Bekanntheitsgrades jedenfalls gar nichts zu bieten, sondern ist ein lebender Leichnam.
Geldgeheizter Luftballon
Letsbuyits Entwicklung gleicht einem Luftballon. In rasendem Tempo wurden die Umsätze sowie die Zahl der Mitarbeiter und Niederlassungen aufgeblasen und genauso schnell schrumpelten sie wieder zusammen. Die Erlöse des letzten Quartals sind kaum nennenswert. Komplett scheiterte die geografische Expansion: Im letzten Jahr kamen 80% der Umsätze aus drei der 14 Länder, in denen man aktiv war. Dafür verbrannte das Unternehmen seit Gründung täglich durchschnittlich 189.000 Euro. Wofür? Hauptsächlich für Personal und Marketing, sagte Ex-Deutschland-Chef Rolf Hansen der "Jungen Karriere". Wofür eigentlich, fragte sich Konkursverwalter Van Doorne und bezog sich auf vermisste 40 Millionen Euro. Generell, seufzte der niederländische Anwalt in den Gerichtsakten, sei die Buchführung erbärmlich gewesen. Alles Unsinn, sagt CEO und Mitgründer John Palmer.
Fakten I: Letsbuyit - Die Zahlen
Geschäftsmodell funktioniert offenbar nicht
Letsbuyit hat sein Geschäftsmodell mehrfach korrigiert. Zunächst wurde die Zahl der Lieferanten deutlich eingeschränkt, mittlerweile will man sich ganz aus dem Eigenhandel zurückziehen und nur noch als Agentur auftreten. Praktisch heißt das, Letsbuyit soll zu einem Shopping-Portal werden, wie sie schlecht und recht von der Deutschen Post oder T-Online angeboten werden. Dadurch wird das Geschäftsmodell aber wohl kaum wirtschaftlicher. Das Problem geringer Margen wird eher verschärft. Nicht nur Letsbuyit geht es schlecht: Die gesamte internationale Konkurrenz ist mit diesem Geschäftsmodell aufgelaufen. Die Gründe sind überall gleich: Eine erfolglose Expansion, mangelnde Aussicht auf einen rentablen Geschäftsbetrieb und die Flucht der Investoren. Jetzt will sich Letsbuyit als Agentur positionieren. In der Folge krachten die Umsätze ein. Im Jahr 2001 waren es 4,7 Millionen Euro (2000: 38,1 Millionen), davon 4,2 Millionen aus der Vor-Agenturzeit. Im dritten Quartal nahm man noch 335.000 Euro ein, im vierten etwas mehr als 200.000. Es sieht so aus, als ob der Luftballon ins Nichts schrumpelt.
Fakten II: Letsbuyit - Die Branche
Dubiose Investoren
Das muss auch Letsbuyit feststellen. Im Februar hatte eine in letzter Minute präsentierte Investorengruppe die Abwicklung - wie vom Konkursverwalter vorgeschlagen - verhindert. Allen voran tat sich in Deutschland der großmäulige Kim Schmitz dicke. Die „Jenny Elvers der New Economy“ (Der Spiegel) trug aber letztlich zur Finanzierung mit 1,15 Millionen Euro kaum etwas bei. Dabei soll er auch noch ein schönes Schnäppchen gemacht haben, denn mittlerweile sitzt Schmitz unter dem Vorwurf des Insiderhandels hinter Gittern. Die Hauptlast entfiel auf andere, zumeist nicht weniger dubiose Investoren, die sich dann aber mittlerweile ihren Pflichten entzogen haben. Allen Gerichtsurteilen zum Trotz fehlen Letsbuyit rund dreißig der seinerzeit zugesagten 52 Millionen Euro. Mittlerweile hängt Letsbuyit am Tropf der GEM Group, einer amerikanischen Finanzgruppe. Mit der Erweiterung der Kreditlinie durch GEM um vier Millionen Euro sah sich Letsbuyit zuletzt ausreichend finanziert. Abgesehen von der mangelhaften Arithmetik stimmt an GEM noch einiges anderes nicht. Denn auch wenn Letsbuyit es behauptet - die Amerikaner sind keine strategischen Investoren, sonder Liquiditätsbeschaffer. Sobald sie gegen die Kreditlinie neue Aktien erhalten, werfen sie diese auf den Markt. Dafür kassieren sie fünf Prozent und mehr von der durchgereichten Kapitalerhöhung (mehr zum Thema unter Giftfinanzierung). Vor kurzem gelang es dem Unternehmen wieder 30 Millionen Aktien bei „einem Investor“ zu platzieren. Bruttoerlös: 300.000 Euro.
Dennoch vergeht kaum eine Woche ohne ein neues Gerücht, wer alles Millionen in Letsbuyit pumpen wird. Neuerdings wird dies sogar von Bankberatern verbreitet, wie User der TELEBÖRSE mitteilten. Offenbar wird in schlechten Zeiten als erstes an der Seriosität gespart. Beispiel: ein angeblicher Investor aus den Vereinigten Arabischen Emiraten. Petrodollars? Das Gerücht ist so schlecht, dass man es gar nicht kommentieren sollte. Das einzige, was diese Gerüchte bezwecken, ist den Kurs aufzublasen.
Fakten III: Letsbuyit - Die Investoren
Die Aussichten sind schlecht
Die Geschäftsaussichten für Letsbuyit sind unverändert schlecht: Die vollmundig gepriesenen Kooperationen sind ganz normale Geschäftsbeziehungen ohne Potenzial.
Fakten IV: Letsbuyit - Die Kooperationen
Im Grunde ist die Verlängerung der Leidensgeschichte von Letsbuyit völlig unnötig gewesen. Das Geschäftsmodell läuft nicht. Private Einkaufsgemeinschaften funktionieren noch nicht einmal in der Offline-Welt richtig. Das haben Dealpartners, CoShopper und andere schon längst erkannt. Ob deren B2B-Modelle aber funktionieren werden, bleibt abzuwarten. Letsbuyit hat mit Ausnahme eines zweifelhaften Bekanntheitsgrades jedenfalls gar nichts zu bieten, sondern ist ein lebender Leichnam.