Die Lemminge strömen in die Lebensversicherungen


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Nassie:

Die Lemminge strömen in die Lebensversicherungen

 
24.10.03 13:01
Altersvorsorge
Lebensversicherungen ohne Absatzprobleme

23. Oktober 2003 Die Kundschaft der deutschen Lebensversicherer zeigt sich von dem problematischen Umfeld, in dem sich die Branche derzeit bewegt, wenig beeindruckt. Die andauernden Diskussionen um die Finanzstärke der Anbieter und die künftige steuerliche Behandlung von Lebensversicherungen hinterlassen kaum Spuren in den Absatzstatistiken.

Vor allem die großen Gesellschaften verzeichneten in den ersten neun Monaten dieses Jahres ein stetiges Wachstum im Neugeschäft. So ist etwa das Beitragsaufkommen beim Marktführer Allianz Leben nach Unternehmensangaben gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum im zweistelligen Prozentbereich gewachsen. Als Grund für diese Entwicklung wird vor allem die zunehmende Sensibilisierung der Bevölkerung genannt, für ihre finanzielle Absicherung im Alter privat vorsorgen zu müssen.

Hoher Zufluß an neuem Geld

In der Branche setzte sich damit der im vergangenen Jahr aufgekommene Trend - ein hoher Zufluß an neuem Geld, welches vor allem an große Anbieter geht - ungebrochen fort. Es sei zwar zu beobachten, daß die Kunden vor dem Abschluß die Leistungsfähigkeit eines Anbieters kritischer als früher hinterfragen, ist aus Maklerkreisen zu hören. Doch die Mischung aus Kapitalgarantie und garantierter Verzinsung werde von vielen Anlegern vor allem mit Blick auf eine langfristige Altersvorsorge ohne Alternative gesehen.

Nach einer repräsentativen Umfrage von NFO Infratest hat das Vertrauen gegenüber kapitalbildenden Lebensversicherungen und privaten Rentenversicherungen trotz der vielfältigen Probleme der Branche und der damit verbundenen negativen Medienberichterstattung nur bei 34 Prozent der Bevölkerung nachgelassen. Mit 58 Prozent gab die überwiegende Mehrheit an, daß sich ihr Vertrauen nicht geändert habe. Bei 6 Prozent der Befragten ist das Vertrauen in Lebensversicherungen sogar gestiegen.

Erstaunliches Vertrauen trotz mancher Tiefschläge

Diese Entwicklung ist umso erstaunlicher, als die auf Stabilität und Zurückhaltung bedachte Branche in den vergangenen Wochen und Monaten mehrere Tiefschläge hinnehmen mußte. So sorgte etwa der Beinahe-Zusammenbruch der Mannheimer Leben, die damit ein erster Fall für die Auffanggesellschaft Protektor wurde, im Sommer für Unruhe und wachsendes Mißtrauen. War doch zuvor immer suggeriert worden, Protektor sei nur zur Beruhigung der Versicherten gegründet worden und werde eigentlich gar nicht gebraucht. Doch das Mißtrauen erwies sich offensichtlich als nicht nachhaltig. "Viele Versicherte haben das gar nicht mitbekommen", beschreibt Carlos Reiss vom Frankfurter Versicherungsmakler Hoesch & Partner seine Erfahrungen in dieser Zeit.

Auch die Herabsetzung des Garantiezinses vom kommenden Jahr an von 3,25 auf 2,75 Prozent werde nicht als Ausweis einer sinkenden finanziellen Leistungsfähigkeit der Versicherer angesehen. Vielmehr sei nach Ansicht des Versicherungsmaklers sogar mit einem Schub für das Neugeschäft zu rechnen, weil sich manche Kunden noch den alten Garantiezins sichern wollen, weil der niedrigere Garantiezins erst für Verträge gilt, die im kommenden Jahr abgeschlossen werden.

Absenkungsrunde in den Hintergrund getreten

Angesichts dieser Vorgänge ist die bevorstehende neue Absenkungsrunde bei der Überschußbeteiligung bislang völlig in den Hintergrund getreten. Dabei kam erst kürzlich die Ratingagentur Fitch in einer Studie über die Lage der deutschen Lebensversicherer zu dem Schluß, daß diese immer noch schwierig sei. Daher sei mit einer weiteren Senkung der Gewinnbeteiligung für das kommende Jahr auf ein Niveau zu rechnen, daß bei einer Vielzahl von Anbietern der Garantieverzinsung sehr nahe kommen werde.

Spätestens im Dezember, wenn die großen Anbieter ihre Überschußbeteiligung für das kommende Jahr bekanntgeben, dürfte diese Diskussion allerdings einsetzen. Noch gar keine Rolle soll bislang in der Kundschaft die für 2005 geplante Einführung der nachgelagerten Besteuerung auf Lebensversicherungen spielen, obwohl damit eines der wichtigsten Verkaufsargumente der Anbieter künftig wegfällt - die steuerfreie Auszahlung von Lebensversicherungen, wenn der Vertrag mindestens zwölf Jahre läuft und mindestens fünf Jahre eingezahlt wird.

Text: sfu., Frankfurter Allgemeine Zeitung
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Kritiker:

Seit Jahrzehnten

 
24.10.03 13:28
fallen gewisse Journalisten über die LV her, ohne viel davon zu verstehen. Sie gilt als ein Polster der "Reichen", und die muß "man" bektl. schröpfen; - das FA denkt hier genauso !`?
Vergessen bleibt, daß beim Börsencrash die LV verschont blieb und, ob derzeit die Aktien besser sind, müssen sie erst beweisen. Außerdem werden die Gelder der LV ebenso auf dem Kapitalmarkt plaziert wie Fonds; wo sollen sonst die Erträge herkommen.
Und wie kein anderes Papier sind sie beleihungsfähig.
Also Kirche immer schön im Dorf lassen, alles hat seinen Sinn! - Kritiker.
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