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Die "Haie in Nadelstreifen" sind zurück


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bammie:

Die "Haie in Nadelstreifen" sind zurück

 
27.07.04 10:27
Sie sind berüchtigt als die Meister ihrer Zunft, als Manager mit Millionen-Gehältern, aber keinem Privatleben: die Investmentbanker. Immer wieder wird diese ganz besondere Spezies der Bankangestellten als „Haie in Nadelstreifen“ und „Söldner des Kapitalismus“ tituliert.

HB FRANKFURT/MAIN. In den wirtschaftlich schwierigen Zeiten nach dem Platzen der Internet-Blase wurden Heerscharen von ihnen auf die Straße gesetzt. Doch inzwischen deutet alles darauf hin, dass der Trend sich umgekehrt hat: Dank des verbesserten Klimas an den Finanzmärkten sind Investmentbanker auch in Deutschland wieder gefragt und gewinnen neues Selbstbewusstsein.

Der gewöhnliche Bankkunde begegnet ihnen fast nie. Entsprechend klischeehaft ist daher das Bild des Investmentbankers in der Öffentlichkeit: Vom Flugzeug direkt ins „Meeting“, 16-Stunden- Arbeitstage, teure Anzüge und mit Anfang vierzig reif für die - vom eigenen Geld gekaufte - Insel. Nicht alle diese Vorurteile sind falsch. Auf die Frage, ob die Deutsche Bank ihren Hauptsitz weiter in Frankfurt haben sollte, antwortete Anshu Jain, einer der obersten Investmentbanker des Finanzhauses: „Ich selbst habe meinen Hauptsitz bei British Airways und Lufthansa.“ Es ist kein Geheimnis, dass das Gehalt des 41-Jährigen in guten Zeiten das von Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann (2003: 11,1 Millionen Euro) um ein Vielfaches übersteigt.

Zum Investmentbanking zählt neben dem Handel mit Wertpapieren, Derivaten und Devisen vor allem die als „Königsdisziplin“ bezeichnete Betreuung von Fusionen und Börsengängen. In diesem Bereich waren nach Zählung der Personalberatung Egon Zehnder International am Finanzplatz Frankfurt zu den Spitzenzeiten 2001 an die 800 Investmentbanker beim oberen Dutzend der Banken beschäftigt.

Durch Entlassungen sank die Zahl bis auf die Hälfte, ist aber seit Anfang dieses Jahres stabil. Im Herbst könnte es dank Neueinstellungen sogar wieder aufwärts gehen. „Die Trendwende ist da - in London allerdings deutlicher als in Frankfurt“, berichtet Zehnder-Berater Jörg Janke. Gefragt seien Hochschulabsolventen, Berater mit einigen Jahren Berufserfahrung und Top-Banker, die die Türen zu den Führungsetagen von Konzernen öffnen können.

Die Kunden - die Vorstände großer Aktiengesellschaften - erwarten Höchstleistungen von den Bankmanagern. „Manchmal vertrauen sie ihr eigenes berufliches Schicksal dem Investmentbanker an“, erklärt Janke. Zum Beispiel bei einer geplanten Übernahme, die zunächst streng geheim bleiben muss. In Deutschland, dem Land der klassischen Universalbanken, hat das angelsächsisch geprägte Investmentbanking erst in den 1990er Jahren verstärkt Einzug gehalten. Die Deutsche Bank erwarb 1989 mit Morgan Grenfell ein britisches Investmenthaus, um die Sparte auszubauen. Zu den berühmtesten Adressen weltweit zählen die New Yorker Investmentbanken Goldman Sachs, Morgan Stanley und Merrill Lynch.

So genannte Garantiezahlungen - fest vereinbarte Bonusgehälter - bei den Einstellungsgesprächen nach langer Zeit wieder ein Thema, und auch die legendären Abwerbeschlachten haben die Schlagzeilen zurückerobert. Vor einigen Wochen konnte Dresdner Kleinwort Wasserstein (DrKW), die Investmentbank der Allianz, Angriffsversuche des Konkurrenten Credit Suisse First Boston auf ihr Personal zumindest teilweise abwehren. Wandern ganze Teams ab, können solche Manöver existenzbedrohend für eine Investmentbank sein, denn die Zusammensetzung der Mitarbeiter ist für den Erfolg entscheidend. Die Banker selbst profitieren in jedem Fall von diesen Verhandlungen: Eine kräftige Gehaltserhöhung ist ihnen sicher - gleichgültig, ob sie den Arbeitgeber wechseln oder bleiben.


HANDELSBLATT, Montag, 26. Juli 2004, 14:50 Uhr



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bammie:

Finanzberater ermuntern zum Aktienkauf

 
26.08.04 13:51
Experten werten Zurückhaltung der Privatanleger als typischen Fehler

Finanzberater ermuntern zum Aktienkauf

Von Anke Rezmer

Private Anleger machen gerade wieder typische Fehler. Das meinen zumindest viele Finanzexperten. Nach deren Ansicht sollten Anleger langsam wieder Aktien kaufen, zumal professionelle Investoren mit dem Aufstocken ihrer Bestände begonnen haben.  

HB FRANKFURT/M. Stattdessen kehren aber die meisten Privatanleger dem Aktienmarkt den Rücken. Viele wollen ihr Geld wieder auf dem Sparbuch bunkern oder gar nicht investieren. Das ergibt die monatliche Umfrage der Marktforschungsgesellschaft GfK für den Investor-Confidence-Index des Vermögensverwalters JP Morgan Fleming für August, die dem Handelsblatt vorab vorliegt.

„Es ist einfach klüger, bei einem Dax von 3 800 Punkten einzusteigen als bei 8 000“, sagt Günter Schlösser, Geschäftsführer der bankunabhängigen Finanzberatung Portfolio Concept. „Das zu transportieren fällt aktuell aber schwer.“ Denn private Anleger verstrickten sich zunehmend in prozyklischen Verhaltensmustern. „Private kaufen lieber, wenn der Dax bereits um 1 000 Punkte gestiegen ist“, beschreibt Harald Norbisrath, Leiter Vertrieb Private Kunden bei der Frankfurter Sparkasse, das Phänomen, einem Trend hinterherzulaufen.

Im Monat August, in dem die Aktienkurse an den führenden Börsen Europas und der USA noch mal um einige Prozent abgerutscht sind, hat sich die Stimmung unter privaten Anlegern in Deutschland weiter verschlechtert. Nach der aktuellen repräsentativen Umfrage für den Confidence-Index hält es inzwischen fast die Hälfte der Deutschen für unwahrscheinlich, dass die Kurse deutscher Aktien in den kommenden sechs Monaten steigen. So pessimistisch zeigten sich die Deutschen seit mehr als einem Jahr nicht mehr. Folglich wollen inzwischen fast 73 Prozent der Deutschen in den nächsten zwölf Monaten kein neues Geld anlegen. Und von dem guten Fünftel der Deutschen, die investieren wollen, denken demnach mit 16 Prozent so viele wie nie über das Sparbuch als Anlage nach; gerade mal knapp sechs Prozent liebäugeln mit Fonds, ein Prozent mit Anleihen und 0,6 Prozent mit Zertifikaten. Betrachtet man allerdings nur diejenigen, die bereits ein Depot haben, fallen die Antworten positiver aus: In dieser Gruppe will aktuell gut die Hälfte nicht investieren. Unter den 37 Prozent Anlagewilligen denkt ein Viertel über Fonds nach, 15 Prozent haben das Sparbuch im Blick und vier beziehungsweise zwei Prozent Anleihen und Zertifikate.

Stimmung an den Märkten könnte schnell drehen

Als Gründe für dieses aktuell extreme Streben nach Sicherheit nennen Finanzberater das unsichere Umfeld und – als Andenken an die letzte Börsenbaisse – Verluste im Depot. „Anleger sind noch vorsichtiger geworden und verstecken sich hinter den Unsicherheiten der Welt“, sagt Klaus Martini, Leiter der Sparte Anlagestrategie für Privatkunden der Deutschen Bank, und verweist auf die anstehenden US-Wahlen, die Erwartung steigender Zinsen, den hohen Ölpreis und die Gefahr neuer Terroranschläge. Einige Monate dürfte dies in den Köpfen der Anleger bleiben, meint Martini. Nach den US-Wahlen Anfang November und wenn sich langsam abzeichne, dass die Leitzinserhöhungen die globale Konjunktur doch nicht so stark bremsten wie befürchtet, könnte sich die Stimmung der Privaten aufhellen, vermutet er.

An den Aktienmärkten könnte die Stimmung allerdings schneller drehen. Denn erstens erscheinen die aktuellen Bewertungen, etwa ein durchschnittliches Kurs-Ge- winn-Verhältnis im Dax von gut zehn als günstig. Zweitens beginnen professionelle Anleger langsam wieder zuzukaufen, wie der aktuelle Stimmungsindex des Wertpapierverwahrers State Street zeigt. Profi-Anleger treiben die Kurse ohnehin wegen ihrer hohen Handelsvolumina eher als Private.

Daher empfehlen Finanzberater privaten Anlegern grundsätzlich, ihren Aktienanteil im Depot auszuweiten. So rät die Deutsche Bank Investoren mit einer mittleren Risikobereitschaft, den Aktienanteil um fünf Prozentpunkte auf 45 Prozent zu erhöhen und damit Aktien leicht überzugewichten. Auch Fraspa-Mann Norbisrath meint, ein Anleger könnte seinen Aktienanteil je nach Risikoneigung um 20 bis 30 Prozent aufstocken. An Wertpapieren empfiehlt er neben soliden Aktien, Aktienfonds oder Zertifikate. Gegenüber Zukäufen bei Anleihen zeigen sich die Strategen wegen der Gefahr steigender Zinsen zurückhaltend.

Kaufen und halten: Private Anleger orientieren sich oft an der Regel des Börsengurus Andre Kostolany: „Aktien kaufen und schlafen legen!“ Auf Grund der seit einigen Jahren stärkeren Kursschwankungen an den Börsen sehen viele Finanzberater diese Strategie aber als nicht mehr zeitgemäß an. Denn ihrer Ansicht nach dürften sich die Phasen kurzer Auf- und Abwärtsbewegungen häufen, klare langfristige Trends hingegen seltener werden.

Handeln: Die Kritiker der Kaufen-und-halten-Strategie raten privaten Anlegern wie institutionellen Investoren, das Auf und Ab der Aktienkurse durch häufigeres Umschichten auszunutzen. Zu berücksichtigen sind dabei allerdings die anfallenden Gebühren.


HANDELSBLATT, Donnerstag, 26. August 2004, 08:36 Uhr

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