Deutsche Wirtschaft für Nicht-Ökonomen

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Deutsche Wirtschaft für Nicht-Ökonomen

 
23.10.02 09:54
Deutschland kommt auf schwarze Liste

ABN-Strategen sehen rot-grüne Wirtschaftspolitik als Risikofaktor für europäische Konzerne
Von Holger Zschäpitz
Berlin - Gerhard Schröder bleibt momentan nichts erspart. Bei der Kanzlerwahl gewähren ihm nicht einmal alle Parteifreunde den Vertrauensbeweis. Zugleich revidieren die von der Regierung bezahlten Wirtschaftsforschungsinstitute ihre Wachstumsprognosen drastisch nach unten. Und nach den Unternehmen dreschen nun auch die Banken auf die frisch gewählte rot-grüne Regierung und deren Finanz- und Steuerpläne ein. Insbesondere ausländische Institute üben in ihrer Analyse wenig Zurückhaltung. Von der "deutschen Krankheit" schreiben die Experten von ABN Amro und haben eine Giftliste mit Unternehmen aufgestellt, die einen Großteil ihres Geschäfts zwischen Flensburg und Garmisch abwickeln. Anleger sollten wegen des Risikos um diese Gesellschaften einen großen Bogen machen. Credit Suisse First Boston und Morgan Stanley sehen in Deutschland den "kranken Mann Europas". Und in den Augen der französischen Credit Agricole steht Deutschland mit dem Rücken zur Wand. Wenn es das Risiko einer Depression - also einer langjährigen Agonie der Wirtschaft - gebe, dann nicht für die USA oder Europa sondern für Deutschland.

"Bisher dachten wir immer, die Neuauflage der rot-grünen Koalition brächte keine große Politikänderung. Wir wurden negativ überrascht", schimpft Holger Fahrinkrug, Volkswirt bei UBS Warburg. "Wir sehen jetzt eine altmodische sozialistische Wirtschaftspolitik, die negativ ist für Ökonomie, Unternehmen und deutschen Finanzmarkt ist."

Ungewohnt scharf meldeten sich gestern auch die Experten der staatseigenen WestLB mit einer Analyse unter dem Titel "Giftpillen für die deutsche Wirtschaft" zu Wort: "Auch wenn die Performance deutscher Aktien in den letzten Tagen dies nicht widerspiegelt, das in den rot-grünen Koalitionsverhandlungen vereinbarte Paket ist ein denkbar schlechtes Signal für die deutsche Wirtschaft", so Hendrik Garz. Er vermisst jegliche Spur von zukunftsgewandter Strategie. "Vor allem ist ein echter Wille, die wirklich notwendigen Reformen durchzuführen, nicht erkennbar."

Für hiesige Aktionäre ist dies alles nichts positives. Denn die Banker belassen es nicht beim Schimpfen. Überall in den Kreditinstituten spitzen die Strategen wegen des politischen Risikos die Bleistifte, um den fairen Wert für den Dax herabzusetzen. Gartz etwa denkt daran, seine Dax-Prognose um über zehn Prozent von 5100 auf 4500 Punkte zurückzunehmen. Im Klartext: Er beziffert den Schaden der rot-grünen Wirtschaftspolitik für Anleger auf über 60 Mrd. Euro.

Auch andere Strategen sehen Unheil für die deutschen Konzerne. So hält Anais Faraj, Stratege bei Nomura, die für die Dax-Konzerne prgnostizierten Gewinnsteigerungen von 50 Prozent in diesem und dem nächsten Jahr für utopisch einem Umfeld schwachen Wachstums und steigender Steuern. "Ergebnissteigerungen lassen sich aktuell nur durch Kostensenkungen etwa im Personalbereich realisieren. Sollten die Konzernlenker wirklich die Prognosen erreichen, steht halb Deutschland auf der Straße."

Einen radikalen Weg schlägt ABN-Experte Chris Johns ein. Er empfiehlt den Anlegern, aus dem Depot die deutsche Wirtschaft vollständig herauszukegeln. Deutschland laufe Gefahr, ein neuer Problemfall nach japanischem Vorbild zu werden. "Wenn uns die japanische Krise eins gelehrt hat dann das: Unternehmen, die am wenigsten Geschäft mit dem kränkelnden Nippon machten, liefen am besten", so Johns. Das heißt für die heutig Situatione: Anleger sollten vor allem jene Gesellschaften dringend meiden, deren Umsätze am Wohl und Wehe der deutschen Wirtschaft hängen.

Ganz oben auf der Giftliste stehen Karstadt-Quelle, die zu 91 Prozent von den hiesigen Verkäufen abhängen. Auf den Plätzen zwei und drei folgen Deutsche Telekom und Commerzbank. Doch nicht nur deutsche Konzerne finden sich auf der schwarzen Liste. Der Bekleidungsriese Hennes & Mauritz setzt ein Drittel aller weltweiten Verkäufe hier zu Lande ab. Auch die Aktien der schwedischen Bank SEB sowie des Mobilfunkbetreibers MMO2 bergen nach Berechnungen von Johns ein Deutschland-Risiko. "Die Parallelen zwischen Japan und Deutschland sind offensichtlich: Schwaches Wachstum, eine überalterte Gesellschaft, die starke Abhängigkeit der Ökonomie vom Maschinenbau, eine schwach ausgeprägte Risikokultur, Unflexible Strukturen am Arbeitsmarkt, eine generelle Überregulierung sowie eine überbordende Bürokratie."



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"Reformen" kosten 0,5 Prozent Wachstum

 
23.10.02 10:00
Reformen kosten 0,5 Prozent Wachstum  
Herbstgutachten: Aufschwung bleibt aus. Deutschland entgeht knapp der Rezession
 
Die Vertreter der Wirtschaftsforschungsinstitute am Dienstag in Berlin mit dem Bericht zur Lage der Wirtschaft im Herbst 2002

Berlin - Die wirtschaftlichen Aussichten verdüstern sich, nicht zuletzt auf Grund der rot-grünen Reformen. Das ist das Fazit des Herbstgutachtens der sechs führenden Wirtschaftforschungsinstitute. Das Finanzpaket der neuen Regierung könnte im nächsten Jahr rund einen halben Prozentpunkt Wachstum kosten, sagte Joachim Scheide vom Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) bei Vorlage des Herbstgutachtens in Berlin. Der Aufschwung werde "nicht mal ansatzweise gelingen", sagte Gustav Horn vom Deutschen Institut für Weltwirtschaft (DIW). Während seine Kollegen im laufenden Jahr mit 0,4 Prozent Wachstum und 1,4 Prozent im kommenden Jahr rechnen, droht nach Horns Meinung eine Stagnationsphase mit entsprechend negativen Konsequenzen für den Arbeitsmarkt. Sogar die Gefahr einer Deflation sei gegeben, warnt Horn. "Wenn sich die Entwicklung fortsetzt, können wir nicht ausschließen, dass sich Deutschland auf den japanischen Weg begibt."

Bei ihrem Frühjahrsgutachten im Mai waren die Institute noch von plus 0,9 Prozent in diesem und 2,4 Prozent für 2003 ausgegangen. Den Anteil der Neuverschuldung am Bruttoinlandsprodukt (BIP) beziffern die Institute mit 3,2 Prozent für dieses und 1,9 Prozent für das kommende Jahr. Damit liegen sie weit unter den Prognosen der Bundesregierung, die offenbar mit 3,3 bis 3,5 Prozent für dieses und 2,5 Prozent Staatsdefizit für das kommende Jahr rechnet.

Der deutliche Rückgang binnen Jahresfrist wird mit den Sparbeschlüssen des rot-grünen Finanzpaketes begründet. Auch in Kreisen der EU-Kommission wird davon ausgegangen, dass die Pläne das deutsche Defizit im kommenden Jahr um bis zu einem Prozent drücken könnte. Das sei auch der Grund, warum sich Währungskommissar Pedro Solbes bisher mit öffentlicher Kritik an der Berliner Haushaltspolitik zurückgehalten habe, hieß es Brüsseler Kreisen weiter. Entsprechend gelassen sieht Bundesfinanzminister Hans Eichel denn auch dem Treffen mit Solbes morgen in Berlin entgegen, bei dem die Koalitionsbeschlüsse beraten werden sollen.

Hinsichtlich der Zukunft des Stabilitätspaktes waren sich die Institute uneinig. Laut Scheide habe sich die Mehrheit für eine Reform des Paktes mit einer stärkeren Orientierung am strukturellen Haushaltsdefizit ausgesprochen. Dagegen forderten das DIW und das Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) eine Abkehr von der Defizitorientierung hin zu einer Orientierung an konjunkturunabhängigen Ausgaben.

Die Prognosen sind mit großen Unsicherheiten behaftet. Sollten die Kurse an den Börsen nochmals drastisch sinken oder es einen längeren Krieg mit Irak geben, würden auch diese Prognosen hinfällig, so die Institute. cw

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mod:

Institute warnen vor Hartz-Euphorie

 
23.10.02 10:04
Institute warnen vor Hartz-Euphorie

Arbeitslosigkeit dürfte 2003 weiter ansteigen.
Kabinett setzt „Steuerungskreis“ für die Umsetzung der Reform ein

Von Stefan von Borstel und Cornelia Wolber
Berlin – Die Vorschläge der Hartz-Kommission zur Reform des Arbeitsmarktes stoßen bei den sechs führenden Wirtschaftsforschungsinstituten auf deutliche Skepsis. Die Umsetzung der Vorschläge werde „die hoch gesteckten Erwartungen auf rasche Entlastung am Arbeitsmarkt nicht erfüllen“, warnen die Wirtschaftsforscher in ihrem Herbstgutachten. Sie könnten eine „ursachengerechte Therapie“ nicht ersetzen. Das Ziel der Kommission um VW-Personalvorstand Peter Hartz, die Arbeitslosenzahl innerhalb von drei Jahren um zwei Millionen zu drücken, nennt das Gutachten „illusorisch“. Die Institute rechnen vielmehr im kommenden Jahr mit einem Anstieg der Arbeitslosigkeit im Jahresdurchschnitt auf 4,1 Millionen. Bis zum Frühjahr werde die Arbeitslosigkeit weiter steigen, danach aufgrund der anziehenden Konjunktur wieder sinken.

Zur schnellen Umsetzung des Konzeptes hat das Bundeskabinett bei seiner konstituierenden Sitzung am Dienstag beschlossen, einen Steuerungskreis einzusetzen. Dieser besteht aus dem Superminister Wolfgang Clement, Kanzler Gerhard Schröder, Kanzleramtschef Steinmeyer und VW-Personalvorstand Peter Hartz. Das Gremium soll die rasche Umsetzung des Konzeptes gewährleisten und wird tagt erstmals am 13. November in Wolfsburg.

Die Wirtschaftsforscher warnen unterdessen, die Umsetzung der Hartz-Vorschläge könnte zu einer Verschleierung der Arbeitslosigkeit führen. Viele der Empfehlungen seien zwar positiv zu werten, vor allem diejenigen zur effizienteren Vermittlung, schreiben die Forscher. Durch eine Verkürzung der Dauer der Arbeitslosigkeit sei aber allenfalls ein Beschäftigungseffekt von 120 000 Arbeitslosen zu erwarten. Zudem gingen die Probleme am Arbeitsmarkt nur in geringem Maße auf eine ineffiziente Arbeitsvermittlung zurück. Die wesentlichen Ursachen für die hohe Arbeitslosigkeit seien das schwache Wachstum, die starke Regulierung des Arbeitsmarktes, eine zu geringe Lohnspreizung und Qualifikationsmängel des Arbeitsangebots.

Das Gutachten warnt davor, Arbeitslose in den Personalserviceagenturen (PSA) zu „verstecken“. „Arbeitslosigkeit kann nicht durch Umdefinition beseitigt werden.“ Die PSA sollen Arbeitslose – auch kostenlos – in Unternehmen vermitteln. Die Forscher plädieren dafür, die PSA-Arbeitslosen, wie auch die Ich AG-Unternehmer, gesondert in der Arbeitslosenstatistik zu erfassen. Wichtig sei auch die Höhe des künftigen PSA-Gehalts. Liege das Gehalt über dem der Verleihfirmen, werde die Eingliederung von Arbeitslosen erheblich erschwert. Zugleich warnen sie, die staatlich finanzierten PSA könnten private Zeitarbeitsfirmen verdrängen. Verdrängungseffekte fürchten die Forscher auch durch die Ich AG, mit der Hartz Schwarzarbeiter in die Legalität zurücklocken will. Bestehende Arbeitsplätze könnten dadurch gefährdet werden.

Kritisch beurteilen die Wirtschaftsforscher den „Job-Floater“, einen Kredit für Unternehmen, die Arbeitslose einstellen. Es sei zweifelhaft, ob eine Kreditzusage allein einen Anreiz zur dauerhaften Einstellung eines Arbeitslosen biete, kritisieren die Gutachter. Eher sei zu erwarten, „dass dieses Instrument vor allem von Unternehmen genutzt wird, die ohnehin eine Beschäftigungsaufstockung planen“.

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mikelandau:

@mod

 
23.10.02 10:07
es ist immer dasselbe...die sozialistischen ideen sind immer noch in den schädeln der versager...alle, die noch niemals selbst mehrwert erwirtschaftet haben, hängen diesen ideen nach...die werden nie erwachsen...
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Schepper:

was diese Schwachköpfe aus den Banken

 
23.10.02 10:14
und Finanzzentren mit Absicht verschweigen:
der wirkliche Patient heißt USA
und die Welt wird sich vorsehen müssen, nicht mit
in den Abgrund gerissen zu werden.
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roumata:

keine Arbeitsplätze

 
23.10.02 10:19
Wenn keine Arbeitsplätze da sind, kann man sie auch nicht besetzten.
Freie Arbeitsplätze gibt es fast nur nur zu billig Lohn.
Deshalb werden sie nicht besetzt, und die Vermittler machen da auch keinen Druck beim Arbeitslosen.
Ich habe eine Bekannten im Arbeitsamt Duisburg, er sagt, viel kann er nicht anbieten, nur billig Lohn Sachen, die unter Arbeitslosengeld liegen.
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diplom-oekon.:

Wirtschaftsgutachten

 
23.10.02 10:33
Die Gutachten sind der "Kontraindikator" schlechthin.
Es wird also wesentlich besser oder wesentlich schlechter.
Vorher wurde Subventionsabbau gefordert und jetzt ist er
an der "falschen" Stelle erfolgt. Wer nimmt sowas noch ernst ?
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n1608:

Ohne Wachstum ist alles Nichts!

 
23.10.02 10:42
so einfach ist die wirtschaftspolitik zu beschreiben. deshalb kann ich auch mikelandau`s posting nur unterschreiben. nur wer selbst als selbständiger schon mal den arsch hingehalten hat und jede entscheidung am eigenen geldbeutel verspürt ist in der lage eine vernüftige politik zu machen. im bundestag sitzen aber leider nur lehrer und juristen, die vom wirklich wirtschaftsleben keine ahnung haben. bei rot-grün darüber hinaus auch noch gewerkschaftsmäßig infiltriert. diese arbeitsplatzverhindererbande ist sicherlich der richtige berater für schröder & Co.
Armes Deutschland!
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kalle4712:

Und schon wieder

 
23.10.02 11:21
hat sich mit schepper (5) wieder schnell jemand in diesen Thread gemogelt, der anscheinend keinen wirtschaftlichen Sachverstand hat. Und damit meine ich jetzt selbstverständlich VOLKSwirtschaftlichen Sachverstand, nicht betriebswirtschaftlichen.

Statt zu schauen, was wir in D besser machen können, werden die Fehler bei anderen gesucht.

Merke:
- Weltwirtschaftlich (vor allem auch in den USA) herrschte in den verg. 10 Jahren wesentlich stärkeres Wachstum als in D. Ohne dieses Wachstum wären wir in D schon heute weitaus schlimmer dran.
- In den USA herrscht jetzt Stagnation auf wesentlich höherem Niveau als in D.
- Die USA ergreifen Maßnahmen für zukünftig weiteres Wachstum (im Gegensatz zu D, wo seitens der Politik die Voraussetzungen für Wachstum gerade kaputtgemacht werden).

Über die USA kann man politisch (z.B. in sachen Irak) durchaus unterschiedlicher Meinung sein. Dass aber Deutschland von der starken US-Wirtschaft über den Export unter dem Strich profitiert, steht außer Frage.

Der Hinweis von schepper auf die USA ist so dermaßen verlogen, dass man sich fragt, auf welchem Planeten er/sie lebt. Mitdenken kann er/sie offensichtlich nicht.
Antworten
Karlchen_I:

Dafür werden aber demnächst mit der Umsetzung...

 
23.10.02 11:32
des Hartz-Konzeptes der Arbeitslosenzahlen reduziert - wenn auch nur in der Statistik.
Antworten
ruhrpottzocker:

Glaubt hier tatsächlich noch jemand, dass

 
23.10.02 11:34

die Deutschen wirtschaftspolitisch machen können, was sie wollen, dass sie tatsächlich einen eigenständigen Weg gehen können ?

Das kann doch wohl nach den Erfahrungen seit dem zweiten Weltkrieg nicht mehr der Fall sein ! Immerhin ist der seit fast 60 (in Worten: sechzig !) Jahren beendet !

Börsentechnisch sehen wir das doch auch seit ebenso vielen Jahren, noch dazu Monat für Monat, Woche für Woche, Tag für Tag, ja sogar Minute für Minute. Alle schauen gebannt auf die Ami-Futures und richten ihr Verhalten danach aus. Sehr eigenständig !!

Die Wahrheit ist: Die Rädchen, an denen eine deutsche Bundesregierung drehen kann, sind sehr, sehr klein. Es gibt sie, aber man soll sie nicht überbewerten.

Weht ein weltpolitischer orkan, kann keine Bundesregierung in Deutschland freundliches Sommerwetter ausrufen. Ausrufen vielleicht schon, aber es wäre wie das Pfeifen im Walde.

Die Sozialismus-Prediger sollten sich einmal mit einem anderen Thema als mit billiger Propaganda beschäftigen: vielleicht einmal mit Wirtschaftspolitik, und zwar globaler Wirtschaftspolitik ! Das wäre mal etwas anderes ! Vielleicht kommt dann etwas mehr Vertrauen in die Kompetenz dieser Glaskugel-Experten zurück.  

Deutsche Wirtschaft für Nicht-Ökonomen 826558
Antworten
mod:

Wie werden Verbraucher und Unternehmer auf die

 
23.10.02 11:40
"Reformen" reagieren?

Verbraucher: Sparen

Unternehmer: Kosten senken

Folge: Die gesamtwirtschaftliche Nachfrage wird sinken.
Antworten
ruhrpottzocker:

Was sehen wir schon längere Zeit weltweit ?

 
23.10.02 11:42

Verbrauher sparen.

Unternehmer senken Kosten.

Die gesamtwirtschaftliche Nachfrage sinkt.

Deutsche Wirtschaft für Nicht-Ökonomen 826573
Antworten
Karlchen_I:

@rpz: Natürlich glaubt das keiner.

 
23.10.02 11:45
Aber wir können unsere Wirtschaftspolitik doch nicht immer nur darauf aufbauen, dass das Ausland kräftig wächst und wir dorthin Autos oder Maschinen verkaufen können. Bei uns müssen selbst Impulse entstehen. Aber das geht nun mal nicht nur durch Steuersenkungen für die Unternehmen, wie man gerade sieht. Bei dem dicken Kohl war das auch nicht besser.

Guck Dir das mal an, da siehste wo in den letzten Jahren die Imulse herkamen.

www.destatis.de/indicators/d/vgr510jd.htm
Antworten
ruhrpottzocker:

Was wäre ohne die Reformen ?

 
23.10.02 11:46

Verbraucher würden sparen.

Unternehmer würden Kosten senken.

Die gesamtwirtschaftliche Nachfrage würde sinken.

Allerdings: die Bewältigung der Folgen dieser Entwicklung wäre ohne Einsparungen und Mehreinnahmen nicht mehr gewährleistet. Das wäre dann der Crash ! Machen wir uns nichts vor ! Es gibt nichts Schlimmeres als Selbstbetrug ! Dauernd über die eigenen Verhältnisse zu leben, ist ungesund !



Deutsche Wirtschaft für Nicht-Ökonomen 826577
Antworten
mod:

Es ist höchst naiv,

 
23.10.02 11:51
alle wirtschaftlichen Entwicklungen nur auf die
Weltwirtschaft abzuschieben.
Schliesslich haben wir auch einen gewaltigen
europäischen Binnenmarkt.
Antworten
blindfish:

rz, und daran könnte die politik etwas ändern...

 
23.10.02 11:51
...bin hier völlig anderer meinung wie du! insbesondere sind die räder nicht so klein, wie du annimmst...

wenn die jungs so weitermachen, waren die letzen vier jahre ein laues lüftchen (um bei deinen bildern zu bleiben)!

und: schlimmer noch als selbstbetrug ist wahlbetrug (wenn ich mich umbringen will, muss ich ja nicht auch noch jemand anderen schädigen)!!

gruss, blindfish :-)
Antworten
BRAD PIT:

@ruhrpottzocker

 
23.10.02 11:51
So eingeschränkt, wie du es darstellst ist der Handlungsspielraum der Regierung nicht.
Ich nenne einfach einige Beispiele für Fehlentscheidungen, die zu Schäden geführt haben.

-Änderung des Kündigungsschutzgesetzes von 5-Mann-Betrieben auf 10-Mitarbeiter
- Wegfall der 630,--DM Jobs
- Regelungen zur Scheinselbsständigkeit
- Unnötige  Mehrkosten zum Ausbau des Überwachingsstaates
- Die Möglichkeit für Angestellten nach Bedarf Anspruch auf Teilzeitarbeit zu erheben
- Ewiges hin- und her mit der Spekulationssteuer und der Vermögenssteuer

Insgesamt führten viele Entscheidungen und Änderungen zur totalen Verunsicherung der Wirtschaft. Man kann sich auf keine Regelung und Gesetze verlassen, weil man nicht weiß ob morgen wieder alles über den Haufen geworfen wird.

Investieren tut die Wirtschaft aber nur, wen sie langfristig kalkulieren kann. Auch die Privathaushalte wissen gar nicht mehr wie sie ihre Altersvorsorge gestalten sollen.

DAs wäre alles nicht nötig.

Gruß
Antworten
Karlchen_I:

@RPZ: Was für Reformen?

 
23.10.02 11:52
Meinste damit, dass ich wegen höherer Beiträge zur Renten-, Arbeitslosen- und Krankenversicherung ab Anfang nächsten Jahres so etwa 200 Märker weniger in der Tasche habe? Meinste, dass das mich aus Frust in einen Konsumrausch stürzen lässt?
Antworten
mod:

Aussenwirtschaftliche Abhängigkeit Deutschlands

 
23.10.02 12:01
Für Deutschland Jahr 2000)

BIP (2000)............          2.036.000 Mio Euro

Exporte                             596.853 Mio €

Exportquote(2000) ..........           29,3%



Davon (Anteil an der Exportquote):

in andere EU-Staaten: .....     337.394 Mi0 € (=56,53%
                                                      der Exporte)



in die USA ...............            61.228 Mio € (=10,26%
                                                      der Exporte, aber

                                                   nur 3%                              unserer                                              
           volkswirtschaftlichen Gesamtleistung)
Antworten
ruhrpottzocker:

Natürlich gibt es Möglichkeiten !

 
23.10.02 12:03

Das habe ich auch nicht geleugnet. Eine deutliche Erhöhung der Ökosteuer wäre zum Beispiel eine - natürlich mit einer sinnvollen Verwendung der Einnahmen verbunden. Die Zukunft scheint mir ohnehin bei der Einführung von Verbrauchssteuern zu liegen. Als weitere Beispiele führe ich gerne Tabaksteuer, Alkoholosteuer und sonstige Vergnügungssteuern sowie die Speku-Steuer an.

Wir haben schon mehrmals darüber diskutiert. Diejenigen, die meckern, schlagen leider nie vor, woher der Staat seine Knete erhalten soll. Die sind für mich schon mal völlig unglaubwürdig.

Wenn aber jemand glaubt, dass man die Entwicklung in seinem Land wirklich durchschlagend und dauerhaft von der weltpolitischen Entwicklung abkoppeln kann, so bleibt tatsächlich nichts anderes als die Feststellung von Naivität.

Die weitere Entwicklung sehe ich negativ - egal, was irgendeine deutsche Regierung beschliessen würde.

Deutsche Wirtschaft für Nicht-Ökonomen 826606
Antworten
ruhrpottzocker:

Geradezu lächerlich ist es, wenn dann noch eine

 
23.10.02 12:06

Landesregierung auf die Idee kommt, einen eigenständigen Weg gehen zu können.

Natürlich gibt es auf Länderebene auch regionale Besonderheit. Aber gegen den allgemeinen, weltweiten Trend kommt niemand an !

Das sind Feststellungen der vergangenen 60 Jahre. Müßig eine Diskussion darüber.

Deutsche Wirtschaft für Nicht-Ökonomen 826611
Antworten
Karlchen_I:

@mod: So kannste nicht rechnen.

 
23.10.02 12:06
1. Da gibt es sehr starke Interdependenzen. Etwa: Wenn die Amis weniger nachfragen, dann macht sich das auch bei unseren Lieferungen z. B. nach China oder Frankreich bemerkbar.

2. Das Exportgeschäft ist sehr konjunkturabhängig, der Besuch beim Zahnarzt dagegen in der Regel nicht.
Antworten
mod:

Daimler, BMW, VW, Porsche exportieren zur Zeit

 
23.10.02 12:09
so wenig in die USA !!!
(Ironie)

Aber was bringt die Zukunft, da fast jeder US-Bürger
ein neues Auto fährt?
Antworten
mod:

Karlchen, als Statistiker

 
23.10.02 12:11
musst Du doch wissen, dass ich nicht
"so rechne",
sondern nur Zahlen wiedergebe.
Die Interdependenzen leugne ich nicht.

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