www.safehaven.com/article-11466.htm
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Der ökonomische Gastkommentar
von Stephen Roach
In meinen 35 Jahren als Ökonom habe ich fünf Rezessionen und ungefähr ein Dutzend Finanzkrisen erlebt. Die aktuelle ist von einem ganz eigenen Kaliber.
Seit 14 Monaten erleben wir eine Kreditkrise. Seit dem 15. September aber sind die Zeichen unübersehbar, dass diese Krise in eine Panikphase eintritt. Der 2003 verstorbene Charles Kindleberger nannte das den "Moment der Abscheu" in einer Krise: flächendeckender, ansteckender Verkauf von Vermögenswerten, der die Banken dazu bringe, "keine Kredite mehr mit solchen Assets als Besicherung zu vergeben". Diese Angst treibt Investoren und Spekulanten dazu, zu verallgemeinern und viele für die Sünden weniger zu bestrafen. Es ist die gefährlichste Phase: Das Zusammenbrechen von Märkten und der damit verbundene Vertrauensverlust geraten in einen sich selbst verstärkenden Teufelskreis.
http://www.handelsblatt.com/unternehmen/...mmentar/panik-2008;2055656
Intervention gegen Panikreaktion
Regierung sichert Gelder der Bürger
Rettungsaktion für deutsche Sparer: Während mit Hochdruck eine Lösung für das Überleben des Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate gesucht wird, springt die Bundesregierung den Bürgern bei. In einer einmaligen Aktion hat der Staat eine Komplettgarantie in Höhe von fast 600 Mrd. Euro für private Spareinlagen in Aussicht gestellt. Damit sollen Panikreaktionen vermieden werden.
Die Bundesregierung hat angesichts der sich verschärfenden Bankenkrise erstmals eine Komplettgarantie für private Spareinlagen in Aussicht gestellt. "Wir sagen den Sparerinnen und Sparern, dass ihre Einlagen sicher sind", sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Sonntag in Berlin. "Auch dafür steht die Bundesregierung ein." Die Garantien soll eine Summe von 568 Mrd. Euro umfassen. Das sagte ein Sprecher von Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD), dem "Handelsblatt".
Die Garantie werde für alle Girokonten, Spareinlagen und Termingelder von Privatpersonen bei nationalen Kreditinstituten gelten, sagte er. "Die Bundesregierung will auf jeden Fall verhindern, dass Geld in größerem Stil abgehoben wird", so der Sprecher. Ob es dazu eine gesetzliche Regelung geben werde, müssten Fachleute klären, sagte er der FTD. Am Sonntag hätten sich zunächst die Kanzlerin und der Finanzminister auf diese Garantie geeinigt. "Wir erleben in ganz Europa einen signifikanten Anstieg des Bargeldbedarfs“, betonte Steinbrücks Sprecher. Alle Notenbanken hätten dieses klare Signal. Mit der Staatsgarantie wolle die Regierung die Bürger beruhigen.
Der haushaltspolitische Sprecher der CDU/CSU-Fraktion, Steffen Kampeter, begrüßte den Schritt: "Panik unter den Bankkunden und einen Run auf die Bankschalter können wir uns wahrlich nicht leisten. Deshalb war es ein gutes Signal, dass die Bundeskanzlerin deutlich gemacht hat: Wir lassen die Sparer nicht im Stich“, sagte Kampeter der Financial Times Deutschland.
Wie es in Regierungskreisen hieß, würde damit über die bisherigen Sicherungssysteme hinaus eine Staatsgarantie für private Spareinlagen in ganz Deutschland greifen. Die bisherigen gesetzlichen und weiteren Sicherungssysteme der deutschen Kreditwirtschaft gelten bereits als die weltweit besten. Es gibt aber keinen Komplettschutz. "Ich möchte unterstreichen, dass (...) wir dafür Sorge tragen wollen, dass die Sparerinnen und Sparer in Deutschland nicht befürchten müssen, einen Euro ihrer Einlagen zu verlieren", sagte Steinbrück.
Das Eingreifen des Staates wurde nötig, nachdem ein Rettungspaket für den Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate geplatzt war. Am Sonntag wurde noch mit Hochdruck an einer Lösung für das Überleben des Dax-Konzerns gearbeitet. Die Nachricht über die Schieflage löste Sorgen über eine mögliche Schieflage des gesamten deutschen Finanzsystems aus. Eine Panikreaktion der Bürger hätte verheerende Auswirkungen. Würden sie in einer Massenbewegung ihre Einlagen aus einer großen Bank abziehen, würde das Institut innerhalb weniger Tage zusammenbrechen. Das war vor wenigen Tagen bei der größten US-Sparkasse, Washington Mutual, passiert.
Bisher haben Banken, Sparkassen und Genossenschaftsbanken eigene - von einander unabhängige - Sicherungssysteme. Gerät eine private Bank in Turbulenzen, kommt die gesetzliche Entschädigungseinrichtung deutscher Banken (EdB) zum Tragen. Bei einer Bankenpleite sind 90 Prozent der Spareinlagen durch diese gesetzliche Einlagensicherung geschützt, höchstens allerdings nur 20.000 Euro. Zuletzt gab es Diskussionen, diesen Maximalbetrag auf 50.000 Euro zu erhöhen.
Für die übrigen 10 Prozent und Schäden über 20.000 Euro hinaus springt der Einlagensicherungsfonds der Privatbanken ein. Daran beteiligen sich die privaten Institute freiwillig. Der Fonds steht für jeden Einzelkunden bis zu einer Summe von 30 Prozent des haftenden Eigenkapitals der Bank gerade - und sichert damit "normale" Privatkunden praktisch vollständig ab. Steinbrück hatte jüngst erklärt, dass die Einlagensicherung der Privatbanken "wahrscheinlich mehr als höchst angespannt ist".
Bei den Sparkassen sowie den Volks- und Raiffeisenbanken greift wiederum eine Institutshaftung: Im Falle eines Engpasses springen die anderen Institute ein. Damit gibt es über alle drei Säulen der deutschen Kreditwirtschaft hinweg Einlagensicherungssysteme.
In den vergangenen Tagen hatten bereits Irland und Griechenland die Einlagen der Sparer bei den großen Banken in unbegrenzter Höhe garantiert. Beim europäischen Krisengipfel in Paris hatte sich Merkel am Vortag noch unglücklich über den Alleingang der Iren geäußert, die mit ihrer Vollgarantie für Bankeinlagen die Briten zu Maßnahmen gegen eine Kapitalflucht nach Irland gezwungen hatten. Die Europäische Zentralbank und die EU-Kommission würden mit den Iren reden und das Problem lösen, hatte sie gesagt.
Gleichzeitig arbeitete die Bundesregierung am Sonntag mit Hochdruck an einem Rettungsplan für den in Schieflage geratenen Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate (HRE). Im Finanzministerium befasste sich am Sonntagabend eine Krisenrunde mit dem Thema. Daran nahmen Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann und Commerzbank-Chef Martin Blessing teil, sowie der Präsident des Bundesverbands deutscher Banken (BdB), Klaus-Peter Müller, Bundesbank-Chef Axel Weber, Bafin-Chef Jochen Sanio, Sparkassenpräsident Heinrich Haasis und Finanz-Staatssekretär Jörg Asmussen.
Steinbrück hat nach FTD-Informationen am Sonntagmorgen um 10.30 Uhr die Haushaltexperten der Fraktionen über die erneute Schieflage unterrichtet. In dieser Runde fiel erstmals auch das Wort "Verstaatlichung", hieß es in Parlamentskreisen. Man sei sich einig gewesen, dass HRE nicht pleite gehen dürfe, weil es sonst "systemische Risiken für das gesamte deutsche Finanzsystem" geben würde. Insbesondere der deutsche Pfandbrief wäre existenzgefährdet mit unabsehbaren Folgen für mittelständische Unternehmen.
In Kreisen der Haushaltsexperten wird allerdings nicht mit der Verstaatlichung von HRE gerechnet, weil diese offenbar aus verfassungsrechtlichen Gründen kurzfristig nicht umsetzbar wäre. Auch aus ökonomischen Gründen sei eine Lösung besser, die auf eine Ausweitung der Bürgschaft des Bundes für den Dax-Konzern hinauslaufe, hieß es. Dafür müsste aber voraussichtlich der Bürgschaftsrahmen des Bundes gesetzlich ausgeweitet werden. Mit der Garantieerklärung von vergangener Woche hatte die Bundesregierung ihre Möglichkeiten bereits ausgeschöpft. Jeder weiteren Garantieerklärung des Bundes müsste das Parlament zustimmen.
Bei der HRE wurde in den vergangenen Tagen eine kurzfristig drohende zusätzliche Liquiditätslücke von 20 Mrd. Euro entdeckt. Bisher hatte Steinbrück eine Bürgschaft des Bundes für die HRE-Rettung über 26,5 Mrd. Euro zugesagt.
Wie verlautete, sollen an einem zweiten Rettungsplan für die HRE nicht nur die Privatbanken, sondern auch die Versicherer einbezogen werden. "Die Bundesregierung sagt am heutigen Tag, dass wir nicht zulassen werden, dass die Schieflage eines Finanzinstitutes zur Schieflage des ganzen Systems wird. Deshalb wird auch mit Hochdruck daran gearbeitet, die Hypo Real Estate zu sichern", sagte Merkel.
Die Kanzlerin kündigte an, dass die Verantwortlichen der Bank zur Rechenschaft gezogen werden sollen. "Das sind wir auch dem Steuerzahler in Deutschland schuldig", so Merkel. Steinbrück zeigte sich "ziemlich entsetzt" über das Management der Bankengruppe, das "ein weiteres Liqiditätsloch in ungeahnter Milliardenhöhe" aufgetaucht sei. "Die Bundesregierung lehnt es ab, von diesem Bankeninstitut in eine Art Mitverantwortung gezogen zu werden."
Der Dax-Konzern hatte zuvor eingeräumt, dass sich seine Finanzprobleme ausgeweitet haben: "Die Liquiditätslage hat sich in der letzten Woche wegen der Diskussion um die Abwicklung der Hypo Real Estate noch einmal verschlechtert", sagte ein Unternehmenssprecher am Sonntag in München. "Betroffen davon ist vor allem die Depfa-Bank. Es ist jetzt höchste Zeit, den Märkten Sicherheit über die Zukunft des Unternehmens zu geben. Je schneller und überzeugender das gelingt, desto niedriger wird auch der Liquiditätsbedarf sein."
Über die Größenordung der Liquiditätslücke gab es unterschiedliche Angaben. Die "Welt am Sonntag" hatte berichtet, die Deutsche Bank habe bei einer Prüfung festgestellt, dass die HRE deutlich mehr Geld brauche als bisher bekannt. Laut Deutscher Bank fehlten dem Vernehmen nach bis Jahresende bis zu 50 Mrd. Euro und bis Ende 2009 sogar 70 bis 100 Mrd. Euro, hieß es. Der HRE-Sprecher wiedersprach dieser Darstellung: "Spekulationen über einen Liquiditätsbedarf von bis zu 100 Mrd. Euro sind aus heutiger Sicht abwegig." Auch aus Kreisen, die mit den Verhandlungen über die Rettung des Immobilienfinanzierers vertraut waren, wurde diese Zahl zurückgewiesen: Es habe sich herausgestellt, dass die in Medien genannte Summe von 100 Mrd. Euro für 2009 nicht nötig sei, der Betrag von 50 Mrd. bis Ende 2008 sei allerdings "nicht ganz falsch".
Am Vorabend hatte die HRE das Scheitern des vor einer Woche von Bundesregierung und Banken geschnürten 35 Mrd. Euro schweren Rettungspakets bekanntgeben müssen. Die Finanzbranche habe ihre Zusage für einen kurzfristigen Kredit von 15 Mrd. Euro zurückgezogen, teilte der Immobilienfinanzierer mit.
Der Krisengipfel zur Rettung des Immobilienfinanzierers mit Vertretern der Regierung, der Bundesbank und der Aufsichtsbehörde BaFin trat am Sonntag erneut in Berlin zusammen. "Wir müssen sehen, wie wir die Scherben, die die uns vor die Tür gekippt haben, wieder zusammenkehren", sagte ein Sprecher des Finanzministeriums. Ziel sei es, bis zur Öffnung der Börsen am Montagmorgen in Asien eine Lösung zu finden. Auch das Kanzleramt sei eingeschaltet. Vertreter der Finanzwirtschaft aus Frankfurt am Main würden im Laufe des Sonntags zu den Beratungen hinzustoßen.
Das Bundesfinanzministerium war vorab nicht umfassend über das Scheitern des Kredits unterrichtet worden. Weder das Unternehmen selbst noch die privaten Banken hätten die Regierung im Vorhinein über die neuen Probleme informiert, kritisierte der Sprecher. "Das ist schon sehr überraschend."
Die Nachrichtenagentur Reuters erfuhr am Samstagbend von mehreren mit der Situation vertrauten Personen, dass die Banken landesweite Staatsgarantien für Bankschulden nach dem Vorbild Irlands fordern. "Jetzt ist der Staat gefordert, wichtig ist jetzt, Stabilität reinzubringen", sagte ein Frankfurter Banker.
Die Gruppe prüfe die drohenden Konsequenzen für die Einheiten des Konzerns, teilte die HRE am Abend mit. Es werde nach alternativen Maßnahmen gesucht. Der vor einer Woche von Bundesregierung und Finanzbranche geschnürte Hilfsplan sah einen kurzfristigen Kredit von 15 Mrd. Euro und eine langfristige Refinanzierung von 35 Mrd. Euro bis in die zweite Jahreshälfte 2009 vor.
Eine Pleite von Hypo Real Estate wäre vor allem eine massive Nagelprobe für den deutschen Pfandbriefmarkt. Darauf hatte auch Bundesbankpräsident Axel Weber zu Beginn der Woche hingewiesen, als die Rettung geglückt schien. Pfandbriefe sind eine deutsche Erfindung in der Refinanzierung. Die Wertpapiere gelten bislang als exzellent ausfallgesichert. Sie sind neben der Zahlungskraft des Emittenten außerdem mit Immobilien oder mit Staatskrediten (bei sogenannten öffentlichen Pfandbriefen) gesichert.
Zum Ausfall eines wichtigen deutschen Emittenten ist es bislang nie gekommen. Weber hatte auch vor Politikern in Berlin den Pfandbriefmarkt als wichtigstes Motiv für die staatlichen Garantien für Hypo Real Estate dargestellt. Der deutsche Pfandbriefmarkt ist mit rund 900 Mrd. Euro der zweitgrößte der Welt. Die HRE steht für rund ein Fünftel dieses Marktes.
"Wir kämpfen darum, das Unternehmen zu erhalten", sagte HRE-Sprecher Hans Obermeier am Samstagabend der Deutschen Presse-Agentur. Die großen Aktionäre hätten deutlich gemacht, dass sie das Unternehmen unterstützen wollten. Größter Anteilseigner mit 24,9 Prozent ist der Finanzinvestor JC Flowers, der erst im Juni eingestiegen war. Die beiden einzigen weiteren Aktionäre mit mehr als fünf Prozent Anteil sind laut Website der Deutschen Börse Close Trustees (Cayman) Limited mit fünf Prozent und Grove International Partners mit 7,0 Prozent. Die übrigen Aktien sind in Streubesitz. "Wir bekommen Signale von der irischen Regierung, dass sie Maßnahmen zur Stützung der Depfa prüft", sagte Obermeier außerdem.
Die HRE war wegen Liquiditätsproblemen ihrer Staatsfinanzierungstochter Depfa in Schwierigkeiten geraten. Diese hatte systematisch ihre langfristigen Ausleihungen mit kurzfristigen Mitteln vom Geldmarkt refinanziert. Durch die Kreditkrise trocknete der Markt aber aus, so dass die Depfa plötzlich eine riesige Liquiditätslücke hatte. Diese müsste von der Mutter Hypo Real Estate getragen werden. Die ehemalige Sparte der HypoVereinsbank hatte Depfa erst vor rund einem Jahr gekauft. Die Staatsfinanzierungsbank mit Sitz in Irland war ehemals mit dem MDax-Konzern Aareal verbunden, dessen Aktienkurs in dieser Woche wegen der HRE-Krise massiv unter Druck geraten war. Aareal hatte daraufhin betont, von den Schwierigkeiten der ehemaligen Schwester Depfa nicht betroffen zu sein.
Mit dem Rettungspaket sollte die HRE kurzfristig einen Kredit von 15 Mrd von der Finanzbranche erhalten, sowie weitere 20 Mrd. Euro von der Bundesbank. Das Geld sollte bis in die zweite Jahreshälfte 2009 hinein reichen. Die Kredite sollten mit Bürgschaften abgesichert werden, von denen der Bund mit rund 26,5 Milliarden den Großteil tragen sollte.
Die Finanzbranche hatte sich erst in der Nacht zum Freitag nach einem zähen Ringen auf die Lastenverteilung bei ihrem Teil der Bürgschaften von insgesamt 8,5 Milliarden Euro geeinigt. Damit galt die Rettung der HRE eigentlich als gesichert. Ein HRE-Sprecher hatte allerdings noch am Samstag eingeräumt, dass es noch keine unterzeichneten Verträge zu den Kreditlinien gab.
Die Finanzbranche sehe keinen weiteren Spielraum für eine größere Unterstützung der HRE, hieß es in der "Welt am Sonntag" zu den Informationen über einen höheren Liquiditätsbedarf. "Es ist allerhöchste Zeit, dass die Bundesregierung den Ernst der Lage erkennt", wurde ein Bankmanager zitiert.
Branchenbeobachter hatten nicht ausgeschlossen, dass die Finanzindustrie Druck auf den Bund ausüben wollte, damit er sich noch stärker bei der Rettung der Hypo Real Estate engagiere. Nach Informationen aus dem Umfeld der Verhandlungen strebte die Branche anfänglich eine Verstaatlichung des Immobilien- und Staatsfinanzierers an.
Die "Welt am Sonntag" berichtete, die Deutsche Bank habe die neuen Zahlen zum Liquditätsbedarf in einer Telefonkonferenz am Freitagabend genannt, an der neben Vertretern der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) und der Bundesbank auch Manager aller Bankengruppen und der Versicherungsbranche teilgenommen hätten.
www.ftd.de/unternehmen/finanzdienstleister/...er-B%FCrger/421870.html
Richtige Schnarchnasen unsere Regierung. Über Irland lästern und nicht mal die rechtlichen Voraussetzungen für eine schnelle Verstaatlichung einer in Not geratenen Bank geschaffen. Ziemlich einmalig in Europa! So müssen nun die Steuerzahler richtig dick bluten ohne dass der Staat jemals was wieder sieht. Dabei ist nicht gesichert, dass eine Rettungsaktion ohne Verstaatlichung gelingt. Wer will schon zukünftig Pfandbriefe kaufen, mit denen eventuell Kalifornien finanziert wird und hoffen, dass der unmögliche Laden wieder rausgehauen wird?
und Europa in den US-Bailout reinziehen, wie ich es heute morgen als "allgemeine angelsächsische Tendenz" beschrieben habe.
Steven Roach:
"Dasselbe gilt für Politiker und Zentralbanker in der ganzen Welt. Sie müssen nun endlich die Schuldzuweisungen einstellen, es handele sich um ein Krise "made in America", und müssen die Führungsaufgaben wahrnehmen, die auf sie zukommen. Eine Welt mit gegenseitigen Abhängigkeiten muss die härteste Krise der Globalisierung angehen. Die Alternative ist einfach inakzeptabel."
(letzter Absatz seines Artikels)
Im obigen Posting hab ich geschrieben, dass dies eine Art Stimmungs-Kampagne ist, um die ganze Welt in den Bailout von Wall Street einzubeziehen. Zinssenkungen im Euro-Raum - trotz viel zu hoher Inflation - sollen dafür sorgen, dass nun auch außerhalb des Dollar-Raums der schlüpfrige Weg der Vermögenswertinflationierung betreten werden soll.
Böser gesagt: Wall Street starrt mit begehrlichen Argusaugen auf europäische und asiatische Ersparnisse, um "in der allgemeinen Notlage" (die sie selber allen eingebrockt hat...) auch hier zu Lande in die Töpfe zu greifen. Ist ja auch praktischer, wenn die horrenden US-Schulden von Inflation kompensiert werden, als sie womöglich irgendwann abzubezahlen
Aufgeregte Politiker - diese Woche in Europa, letzte Woche in USA - versuchen, mit epochalen Bailouts oder allumfassenden Heilversprechen ("Die Ersparnisse sind sicher") positive Stimmung zu schinden, ehe die asiatischen Börsen aufmachen.
Es scheint eine Heidenangst zu geben, dass Asien an einem dieser Montage mit einem -20 % Abwärts-Gap eine verheerende Steilvorlage für Europa und anschließend für USA liefert, die zu massenhaften SL-Auslösungen führt und die Charts dann "gänzlich ruiniert".
Warum sind gerade die Asiaten so wichtig? Weil sie die ersten sind, die Montags aufmachen, oder weil sie die Hauptgläubiger der USA sind?
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