Qualcomm leidet unter anhaltend schwachen Smartphone-Verkäufen. Die stark gestiegenen Speicherpreise sorgen für höhere Endgerätepreise, was zu Kaufzurückhaltung unter Verbraucherinnen und Verbrauchern führt. Im Handset-Geschäft fielen die Erlöse um 13 Prozent auf 6,02 Milliarden US-Dollar, dafür verzeichnete das Automotive-Geschäft mit einem Anstieg von 38 Prozent ein sehr starkes Quartal.
... Gewinn rückläufig, Ausblick für Q2 enttäuschend ...
Ertragsseitig legte das Unternehmen einen bereinigten Gewinn pro Aktie (Non-GAAP) von 2,65 US-Dollar vor. Insgesamt erzielte Qualcomm (Qualcomm Aktie) einen auf die Anteilseignerinnen und -eigner entfallenden Nettogewinn in Höhe von 7,37 Milliarden US-Dollar. Allerdings gehen davon 5,13 Milliarden auf Steuergutschriften zurück. Werden diese nicht berücksichtigt, fiel der Ertrag gegenüber dem Vorjahresquartal von 3,11 auf 2,23 Milliarden US-Dollar.
Das zeigt, dass Qualcomm aufgrund seiner hohen Abhängigkeit vom Endgerätemarkt derzeit nicht oder nur kaum vom KI-Boom profitieren kann.
Diese Befürchtung wurde zunächst durch einen schwachen Ausblick auf das kommende Quartal bestätigt. Mit einer Prognosespanne von 9,2 bis 10,0 Milliarden US-Dollar für den Umsatz bliebt Qualcomm deutlich hinter der Konsensschätzung zurück. Auch beim Gewinn pro Aktie (2,10 bis 2,30 US-Dollar) wurden die Erwartungen (2,43 US-Dollar) deutlich verfehlt. Das sorgte in der US-Nachbörse zunächst für große Enttäuschung.
... doch diese Kehrtwende hatte es in sich!
Nachdem sich Qualcomm im regulären Handel noch um 4 Prozent hatte steigern können, fiel das Papier in einer ersten Reaktion um 6 Prozent. Dann allerdings drehte die Aktie unter hohen Handelsumsätzen auf und konnte sich zeitweise auf über 180 US-Dollar und damit den höchsten Stand seit Anfang Januar steigern, ehe es mit +13,5 Prozent und 177,10 US-Dollar aus dem erweiterten Handel ging.
Für den abrupten Gesinnungswechsel der Anlegerinnen und Anleger gab es gute Gründe. Zum einen stellte CEO Christiano Amon eine Erholung der Handset-Verkäufe (vor allem von Android-Geräten) im zweiten Halbjahr in Aussicht und berichtete über stärkere Bestellungen von Herstellern. Zum zweiten betonte der Vorstandsvorsitzende die Bedeutung des Snapdragon X2 Elite Prozessors, der künftig das Datencenter-Geschäft aufrollen soll. Er verbindet als SoC die bislang getrennt angebotenen GPUs (vor allem Nvidia) und CPUs (AMD und Intel) mit einer hohen Energieeffizienz und Speicherbandbreite. Das macht ihn innerhalb das KI-Stacks zu einem echten Multi-Tool.
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Fazit: Aktie startet Neubewertung – und die hat noch Luft!
Die Aussicht darauf, dass auch Qualcomm schon bald im Datencenter-Geschäft mitmischen kann, trifft auf eine im Branchenvergleich überaus günstige Unternehmensbewertung. Für 2026 stand vor dem zweistelligen Kursanstieg in der Nachbörse ein KGVe von 13,5 zu Buche, gegenüber einem Branchenmittel von 23,2. Auch bei Kennziffern wie dem EV/EBITDA-Verhältnis, dem Kurs-Cashflow-Verhältnis oder der Dividendenrendite schneidet Qualcomm deutlich besser ab als die Konkurrenz.
Damit stellen die nachbörslich gewährten Kursgewinne eine Neubewertung des Unternehmens dar. Die dürfte in den kommenden Tagen und Wochen anhalten, was angesichts der noch immer moderaten Unternehmensbewertung Chancen für Anlegerinnen und Anleger bietet, gerade gegenüber den Aktien bereits sehr hoch bewerteter Mitbewerber.
Autor: ARIVA.DE Redaktion/Max Gross
