Wird aus MobilCom eine zweite EM.TV? Der spektakuläre Kursrutsch der vergangenen Tage, bei dem die Aktie des Mobilfunkbetreibers in rasantem Tempo an Wert verlor, lässt tatsächlich an eine zweite Auflage des EM.TV-Debakels denken. Doch das ist schon die einzige Parallele der beiden (Ex-)Schwergewichte am Neuen Markt. MobilCom mangelt es weder an einem funktionierenden Controlling, noch schlägt sich das Unternehmen mit schwer verdaulichen Akquisitionen herum oder offenbart eklatante Schwächen im Kerngeschäft. Auch die Liquiditätsprobleme, die Marktteilnehmer aus den Berichten über schwierige Kreditverhandlungen zur Finanzierung der ersteigerten UMTS-Lizenzen zu erkennen glaubten, sind vordergründig konstruiert. Nachdem das von Merrill Lynch, der Deutschen Bank, Société Générale und ABN Amro geführte Bankenkonsortium die benötigte Summe (von 9,1 Mrd. DM) einmal ausgezahlt hat, ist MobilCom für UMTS solide finanziert - vorläufig jedenfalls. Denn schon in zwei Jahren muss die Gesamtsumme zurückgezahlt und eine entsprechende Anschlussfinanzierung gefunden sein. Ob diese, sicherlich in Form einer Anleihe, billiger wird, darf bezweifelt werden.
Letztlich ist es jedoch nicht die drückende Finanzierungslast, die die Anleger aus der MobilCom-Aktie flüchten lässt, sondern vielmehr das Wagnis, das dahinter liegt. Auch wenn das Geld fließt, die Kreditverhandlungen waren sicherlich alles andere als einfach. Schließlich sehen sich die Kreditabteilungen der Banken bei ihren UMTS-Engagements seit geraumer Zeit mit erheblichem Störfeuer aus dem Research konfrontiert, nachdem die Telekomanalysten ihre Prognosen zur Rentabilität der neuen Mobilfunktechnik zusehends verdüstern. Die schwindende Zuversicht in den wirtschaftlichen Erfolg von UMTS belastet MobilCom oder Hutchison mehr als die Deutsche Telekom oder Vodafone, denen ohnehin ein geringeres Kreditrisiko zugesprochen wird.
Abgesehen davon, dass alle für UMTS entworfenen Geschäftsmodelle vage und mit großer Unsicherheit über die tatsächliche Struktur der Nachfrage behaftet sind, muss MobilCom noch eingestehen, relativ wagemutige Annahmen getroffen zu haben. So setzt das Unternehmen die monatlichen Einnahmen je UMTS-Kunden (ARPU) mit 84 Euro um ein gutes Drittel höher an als die Deutsche Telekom. Bleiben die Einnahmen hinter der Schätzung zurück, bricht die Rentabilitätsrechnung von MobilCom zusammen. Darüber hinaus tritt das Unternehmen auf dem UMTS-Markt sowieso unter erschwerten Bedingungen an, weil es im Gegensatz zu den etablierten Netzbetreibern Telekom, Mannesmann, E-Plus und Viag Interkom nicht auf einem eigenen "GSM-Kundenstamm" aufbauen kann, sondern seine Kunden derzeit bei den verschiedenen Netzbetreibern verstreut hat. Um einer Abwerbung durch die Wettbewerber entgegenzutreten, dürfte ein aggressiveres Marketing über den Preis notwendig sein, das die Ertragslage bei MobilCom zusätzlich belastet. In jedem Fall ist der Sprung in eine andere Liga - die der Netzbetreiber -, verbunden mit dem (Risiko-)Einstieg in UMTS, ein Kraftakt, an dem sich die Büdelsdorfer verheben könnten. Aber zum Glück gibt's ja noch den starken Partner France Télécom.
Letztlich ist es jedoch nicht die drückende Finanzierungslast, die die Anleger aus der MobilCom-Aktie flüchten lässt, sondern vielmehr das Wagnis, das dahinter liegt. Auch wenn das Geld fließt, die Kreditverhandlungen waren sicherlich alles andere als einfach. Schließlich sehen sich die Kreditabteilungen der Banken bei ihren UMTS-Engagements seit geraumer Zeit mit erheblichem Störfeuer aus dem Research konfrontiert, nachdem die Telekomanalysten ihre Prognosen zur Rentabilität der neuen Mobilfunktechnik zusehends verdüstern. Die schwindende Zuversicht in den wirtschaftlichen Erfolg von UMTS belastet MobilCom oder Hutchison mehr als die Deutsche Telekom oder Vodafone, denen ohnehin ein geringeres Kreditrisiko zugesprochen wird.
Abgesehen davon, dass alle für UMTS entworfenen Geschäftsmodelle vage und mit großer Unsicherheit über die tatsächliche Struktur der Nachfrage behaftet sind, muss MobilCom noch eingestehen, relativ wagemutige Annahmen getroffen zu haben. So setzt das Unternehmen die monatlichen Einnahmen je UMTS-Kunden (ARPU) mit 84 Euro um ein gutes Drittel höher an als die Deutsche Telekom. Bleiben die Einnahmen hinter der Schätzung zurück, bricht die Rentabilitätsrechnung von MobilCom zusammen. Darüber hinaus tritt das Unternehmen auf dem UMTS-Markt sowieso unter erschwerten Bedingungen an, weil es im Gegensatz zu den etablierten Netzbetreibern Telekom, Mannesmann, E-Plus und Viag Interkom nicht auf einem eigenen "GSM-Kundenstamm" aufbauen kann, sondern seine Kunden derzeit bei den verschiedenen Netzbetreibern verstreut hat. Um einer Abwerbung durch die Wettbewerber entgegenzutreten, dürfte ein aggressiveres Marketing über den Preis notwendig sein, das die Ertragslage bei MobilCom zusätzlich belastet. In jedem Fall ist der Sprung in eine andere Liga - die der Netzbetreiber -, verbunden mit dem (Risiko-)Einstieg in UMTS, ein Kraftakt, an dem sich die Büdelsdorfer verheben könnten. Aber zum Glück gibt's ja noch den starken Partner France Télécom.