Das Kapital: Das Dax-KGV sagt fast gar nichts.


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Peddy78:

Das Kapital: Das Dax-KGV sagt fast gar nichts.

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08.06.07 04:12
News - 07.06.07 21:01
Das Kapital: Das Dax-KGV sagt fast gar nichts

Den meisten Anlegern ist intuitiv bewusst, dass mit dem KGV wenig anzufangen ist, wenn die Gewinne einer Firma oder einer Volkswirtschaft im Keller sind. Weitere Themen in diesem Kapital: Vodafone und Fehlgeschlagene Börsengänge.


Den wenigsten ist allerdings klar, dass das auch im umgekehrten Fall gilt, dann nämlich, wenn die Gewinne auf zyklischen Spitzenmargen beruhen.

Würden, um ein Beispiel zu machen, die Gewinne im Dax auf das trostlose Niveau der frühen 2000er-Jahren zurückfallen - etwa wegen einer Rezession -, notierte der Index plötzlich mit einem KGV von 50. Niemand würde im diesem Falle ernsthaft ein angemessenes KGV von 15 postulieren - respektive einen fairen Wert von 2250 Zählern, der sich eben dann ergäbe, wenn man den unterstellten Rezessionsgewinn schlicht mit 15 multipliziert.

Ebenso abenteuerlich ist es indessen, einmal erreichte Spitzenmargen einfach in die Zukunft fortzuschreiben, wie es derzeit geschieht. In Europa sind Rentabilitätsdaten dünn gesät. Als Indiz mag jedoch dienen, dass der Anteil der Unternehmens- und Vermögenseinkommen am deutschen Volkseinkommen zuletzt sogar noch eine Spur größer war als im Hoch Anfang der 70er. Seit dem Tief von 24,9 Prozent 1980 ist er nunmehr auf satte 35,4 Prozent gestiegen. Der "Gewinnanteil" bewegt sich damit um ganze sechs Prozentpunkte über dem Durchschnitt seit 1970. In den USA liegt die Gewinnspanne der Kapitalgesellschaften um fast die Hälfte über dem Mittel seit 1970. Bei "normaler" Rentabilität notierten US-Aktien also mit einem KGV von 23,5.

Irgendwo in dieser Gegend dürfte auch das "normalisierte" KGV in Deutschland liegen. Der aus demografischen Gründen zu befürchtenden Verknappung des Faktors Arbeit zum Trotz und in dem ökonomischen Irrglauben, die Firmen könnten von nun an für immer das fast Doppelte der Kapitalkosten einfahren - etwa wegen der Globalisierung -, haben die Anleger es also längst etwas zu weit getrieben. Ähnlich wie Anfang der 70er setzen sie darauf, dass die alten Margenrisiken - Wettbewerb, Regulierung, Angebotsschocks, Rezession, Überhitzung, Überinvestition, Inflation, Deflation - in Zukunft keine Rolle mehr spielen. Zwischen Anfang 1970 und 1982 war der MSCI Deutschland real um gut die Hälfte gefallen.

Dazu muss es diesmal nicht kommen. Dennoch haben die Investoren völlig aus dem Blick verloren, dass Aktien an Umsatz, Buchwert, Cashflow oder Dividenden gemessen extrem teuer geworden sind. Und das gilt trotz der niedrigen Realzinsen, der Quelle der Hausse, die langsam zu versiegen droht.



Vodafone

Die Aufgabe des Hofnarren war ursprünglich nicht, seinen Herren zu belustigen, sondern ihn daran zu erinnern, dass auch er in Sünde fallen könne und darin sterben werde; er war also eine Institution zulässiger Kritik.

So sehr der Brandbrief von Efficiency Capital Structures (ECS) - 38 Mrd. Pfund Wertsteigerung durch 1-2-3 Bilanzzauberei - sowohl das Kriterium der Belustigung als auch das der Kritik enthält, ist dennoch anzunehmen, dass sich diese Investoren irrtümlicherweise nicht als Hofnarren sehen. Dazu nimmt sich einer der Anführer, John Mayo, zu wichtig. Und das trotz des Treppenwitzes, dass ausgerechnet er Vodafone Vorschläge über Firmen- und Kapitalstruktur macht, der gerade über diese zwei Hebel die britische Industrie-Ikone GEC/Marconi fast vollständig gegen die Wand gefahren hat.

Bezeichnend auch für ECS' Börsenverständnis der Vorwurf, dass der 28-prozentige Kursabschlag der Aktie gegenüber dem englischen Markt innerhalb der letzten fünf Jahre vor allem mit der Kapitalstruktur Vodafones zusammen hinge. Was stört's ECS, dass die ganze Branche von einer Bewertungsblase runterkam und das Wachstum in Europa zum Erliegen und die Marge durch Wettbewerb und EU-Regularien unter Druck gekommen sind?

Immerhin - dafür gebührt den Narren Dank - haben sie es geschafft, ausgerechnet einem Analysten von Goldman Sachs den Satz zu entlocken: "Wir glauben nicht, dass eine höhere Verschuldung per se den Firmenwert steigert." Na, na, wenn da mal nicht die Kunden, oder die Banker von Goldman selbst, für ein Erratum sorgen werden. Wo bliebe sonst die Grundlage der meisten heutigen Private-Equity-Deals?



Fehlgeschlagene Börsengänge

Wie ist es zu bewerten, dass in Europa im zweiten Quartal Börsengänge im Volumen von rund 11 Mrd. $ abgeblasen wurden? Die Ausrede der Fast-Debütanten und ihrer Banken, es läge am Marktumfeld, zieht nicht. Die Börsen sind bis dato im Plus und viele IPOs entwickeln sich prächtig. Das scheint wohl einige Kandidaten bei der Preisgestaltung übermütig gemacht zu haben. Dafür wurden sie, wie etwa Versatel, anschließend mit Kursverlusten bestraft. Die Anleger sind im Gegensatz zur Blase 2000 bei dieser Hausse selektiver und kritischer und das bei allen Branchen. Es wäre nützlich, wenn die Börsenneulinge und ihre Berater ähnlich realistisch zu Werke gingen.





Quelle: Financial Times Deutschland

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Peddy78:

Das Kapital: Ernüchternde US-Produktivität.

 
08.08.07 07:22
News - 07.08.07 21:49
Das Kapital: Ernüchternde US-Produktivität

Was ist bloß aus dem US-Produktivitätswunder geworden? Weitere Themen in diesem Kapital: Australien und Standard Life.


Ohne die Landwirtschaft kalkuliert, ist die Arbeitsproduktivität im US-Unternehmenssektor nach der jüngsten Revision noch um 3,6 Prozent gestiegen - allerdings kumuliert über die vergangenen zwölf Quartale. So gerechnet ist das der schwächste Wert seit dem ersten Quartal 1997.



Die Frage ist nun, ob die massive Verlangsamung des US-Produktivitätswachstums zyklischer oder struktureller Natur ist. Da die Wissenschaft immer noch vergleichsweise wenig von der Produktivität und ihrer Dynamik versteht, werden wir noch eine gute Weile im Dunkeln tappen. Aber so groß kann der zyklische Gegenwind nicht gewesen sein. Die US-Wirtschaft ist über die vergangenen zwölf Quartale kumuliert um 8,2 Prozent gewachsen. Das ist zwar nicht berauschend, aber nur eine Spur unter dem durchschnittlichen Dreijahreswachstum seit den 70er-Jahren.



Gegen eine strukturelle Abschwächung spricht, dass Produktivitätszyklen meist lang dauern - die Amerikaner beispielsweise ihre Computer noch viel besser zu nutzen lernen werden oder die Firmen immer neue Auslagerungschancen finden. Andererseits arbeiten nur noch 19 Prozent der Beschäftigten in der US-Privatwirtschaft im produzierenden Gewerbe, im verarbeitenden Gewerbe zwölf Prozent. Und üblicherweise werden in diesen Sektoren immer noch die größten Produktivitätsreserven gewähnt. Hingegen bleibt es schwer zu verstehen, wie Lehrer, Schauspieler, Friseure, Altenpfleger, Hausangestellte, Rechtsanwälte, Agenten oder Taxifahrer ihre Produktivität Jahr für Jahr um mehr als zwei Prozent steigern können, wovon ja viele ausgehen.

Derweil liegt der über drei Jahre kumulierte Zuwachs der Lohnstückkosten inzwischen bei 9,8 Prozent - wobei er sich beschleunigt, wie die jüngste Jahresveränderungsrate von 4,5 Prozent zeigt. Das entspricht ungefähr dem Niveau in den späten 80ern und frühen 90ern, als die Kerninflationsrate zwischen vier und fünf Prozent schwankte. Dass die Lohnstückkosten über die vergangenen vier und zwölf Quartale um 2,8 respektive 3,7 Prozent schneller gestiegen sind als die Kernproduzentenpreise, macht die an der Wall Street ausgewiesenen Gewinne unterdessen nicht gerade glaubwürdiger. All das kann eine Zentralbank schon in die Klemme bringen, die möglicherweise eine Kreditklemme abzuwehren hat.



Australien

Börsianern in Australien ist ein Bärenmarkt so fremd wie Eskimokindern hitzefrei. Die Kurse kennen nur eine Richtung: nach oben. So ist ein Investitionsumfeld entstanden, das so einzigartig ist wie die australische Tierwelt. Doch die Verkaufspanik, die weltweit die Märkte erfasst hat, ist nun auch beim australischen All-Ordinaries-Index angekommen. Im Vergleich zu seinem Juli-Hoch hat er acht Prozent verloren. Dass zwei Fonds der Macquarie Bank  enorme Verluste im Zusammenhang mit der Subprime-Krise hinnehmen mussten, hat nicht gerade geholfen. Wie kämen die ewig optimistischen Investoren Australiens wohl mit einer anhaltenden Abwärtsentwicklung klar?



Stimmen sie mit den Füßen ab, könnte es schlimm werden. Die jüngste Stärke des Markts geht zu einem guten Teil auf einen Anstieg der Bewertungskennzahlen zurück. Ein Teil der Nachfrage geht auf das Konto von Australiens Pflichtrente. Dadurch fließen jedes Jahr zusätzlich 20 bis 30 Mrd. $ in inländische Aktien. Diese Aktiva machen nun zwei Drittel der gesamten Marktkapitalisierung in Höhe von 1590 Mrd. $ aus. Doch neue und bestehende Fonds könnten rasch auf den Anleihe- oder gar den Geldmarkt umsteigen. Ein globaler Abschwung würde Finanz- und Rohstoffaktien besonders hart treffen. Diese beiden Sektoren machen rund 60 Prozent des Index aus.

Am schlimmsten könnte es jedoch Australiens Wirtschaft treffen. Das Land hat eine der höchsten Quoten an Aktienbesitzern. Da hängt der Konsum ähnlich stark von den Aktienkursen wie von den Immobilienpreisen ab.



Standard Life

Standard Life wurde vergangenes Jahr in ein freundliches Umfeld geboren. Starke Aktienmärkte haben für gute Renditen und eine hohe Nachfrage nach Anlageprodukten gesorgt. Die demografische Entwicklung im Westen ist ideal für Lebens- und Krankenversicherungen. Zusätzlich locken noch die Schwellenmärkte. Kein Wunder, dass der drittgrößte britische Lebensversicherer Rekordumsätze für das erste Halbjahr vermeldete.

Dennoch sind 31 Prozent Plus bei den Neuverkäufen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum einfach beeindruckend. Nur ist das Wachstum kaum zu halten, denn die Rivalen ziehen nach, und die Kunden werden nicht mehr so oft wechseln. Zudem hat die Aktie sich relativ gut entwickelt und ist recht teuer. Und die Haltefristen nach dem Börsengang sind für einige Aktionäre gerade ausgelaufen, sodass ein Überhang entsteht. Die Luft wird rauer.





Quelle: Financial Times Deutschland

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MACQ BANK FPO 78,12 +5,10% Australien
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Peddy78:

Das Kapital: Woher nehmen, wenn nicht stehlen?

 
27.08.07 03:30
News - 26.08.07 20:36
Das Kapital: Woher nehmen, wenn nicht stehlen?

Es ist im Moment viel von einem gesunden Entschuldungsprozess die Rede. Einer von den Zentralbanken gewünschten Anpassung, in deren Verlauf das Risiko und sein Preis auf ein vernünftiges Niveau zurückgeführt werden. Weiteres Thema in diesem Kapital: Die Deutsche Post.


Um den Wagemut nicht schon zu fördern, bevor dieser Vorgang auch nur halbwegs abgeschlossen sei, sträubten sich die Zentralbanken gegen Zinssenkungen und sorgten per Liquiditätsspritzen lediglich für ein reibungsloses Funktionieren der Kapitalmärkte.



Hört sich gut an. Nur wie genau soll die Entschuldung denn vonstatten gehen? Bei Hedge-Fonds, die mit aberwitzig hohen Milliardenbeträgen und Kredithebeln hantieren, könnte man die Sache vielleicht noch verstehen. Doch wenn sie tatsächlich Kredite in einem nennenswerten Maße abbauen sollten, indem sie ihre Aktiva zurückfahren: Wie konnten sich die meisten Finanzmärkte in der vergangenen Woche dann stabilisieren respektive erholen? Was würde aus ihrem Geschäftsmodell (und jenem der finanzierenden Banken), falls sie den Hebel tatsächlich massiv zurückschrauben würden? Und was wäre mit jenen, die den Hedge-Fonds ihre Positionen abkaufen? Können sie Milliarden von Euro aus der Portokasse bezahlen - oder müssten sie möglicherweise ihren eigenen Hebel erhöhen?



Entschuldungsfallen

Noch schwerer vorstellbar ist das Ganze bei den Beteiligungsgesellschaften, die ebenfalls mit gigantischen Milliardenbeträgen herumfuchteln und auf die fremdfinanzierte Übernahme von Firmen spezialisiert sind. Wo sollten sie das Geld herbekommen, um die von ihnen kontrollierten Firmen zu entschulden - zumal im derzeitigen Umfeld? Und wie wäre es um ihr Geschäftsmodell (und jenes ihrer Banken) bestellt, wenn sie mit geringeren Verschuldungsgraden agierten?

Kommen wir zum Unternehmenssektor insgesamt und halten uns der Verfügbarkeit wegen an die US-Daten. Anders als gemeinhin vermutet, war bei den nichtfinanziellen US-Firmen das Verhältnis von Schulden zu BIP im ersten Quartal das höchste nach dem zweiten Weltkrieg gemessene. Selbst bei den nichtfinanziellen Kapitalgesellschaften, deren Marge laut volkswirtschaftlicher Gesamtrechnung bereits böse unter Druck steht, geht das Verhältnis von Schulden zu Brutto-Wertschöpfung wieder stramm in Richtung des Rekords in den frühen 2000ern zurück. Sie könnten natürlich darauf verzichten, eigene Aktien im Gegenwert von rund sieben Prozent ihrer Wertschöpfung zurückzukaufen. Nur hätte das mit ziemlicher Sicherheit eine Baisse zur Folge.

Bleiben die defizitären privaten US-Haushalte, die Schulden von insgesamt gut 13.000 Mrd. $ angehäuft haben. Wie können jene, um die es derzeit vor allem geht, nämlich die zweitklassigen Schuldner, ihre Hypothekenkredite auf ein angemessenes Niveau senken, ohne ihr Haus zu verkaufen - und damit den Preisdruck auf dem Immobilienmarkt und die negativen Vermögenseffekte noch zu vergrößern? Und was wäre, wenn die US-Verbraucher ihre Kreditaufnahme en gros einschränken würden? Schon dass ihre Schulden zuletzt nur noch um 941 Mrd. $ zum Vorjahr stiegen (statt 1240 Anfang 2006), hatte beinah eine Halbierung des BIP-Wachstums zur Folge. Und genau da liegt das Risiko, das die Märkte bislang noch gern verdrängen: dass die konsumsüchtigen US-Verbraucher den Kredit, den sie brauchen, nun gar nicht mehr in ausreichender Dosis kriegen. Sie stellen drei Viertel der Endnachfrage. Die Hoffnung, wonach die US-Firmen trotzdem brav einstellen, die Löhne erhöhen und investieren, ist da grotesk.



Deutsche Post

Für den Außenstehenden kann das Zwei-vor-eins-zurück-Spiel im deutschen Postwesen grotesk wirken. Für die Involvierten ändern sich hingegen damit regelmäßig die Grundlagen ihrer Geschäftspläne.



Die Entscheidung der Regierung letzte Woche, Mindestlöhne einzuführen, könnte für die Rivalen der Post schmerzhaft werden. Sie wurden von der Maßnahme wohl auf dem falschen Fuß erwischt, ihre Reaktionen stehen noch aus. Doch es sieht derzeit so aus, als würden sie nun einer Deutschen Post  gegenüberstehen, die stärker dasteht, als lange für möglich gehalten wurde.





Denn mit der Einführung von Mindestlöhnen fällt nur einer der zwei wesentlichen Wettbewerbsvorteile weg, auf den die Rivalen gebaut hatten. Wie ein fleißiger Frankfurter Analyst berechnete, könnte die Erhöhung des Stundenlohns um 1 Euro die Marge von elf auf drei Prozent purzeln lassen. Der zweite Vorteil - nur die attraktiven Zustellgebiete in Eigenregie zu bearbeiten und für alles andere die Post mitzubenutzen - könnte mit der Einführung flexibler Preisstrukturen durch die Post ebenfalls dahinschmelzen. Sollte die Regulierungsbehörde dieses Jahr von einer Zwangskürzung der Preise absehen, könnte der sieben-Prozent-Kurssprung seit vergangenem Mittwoch sogar erst der Anfang sein.





Quelle: Financial Times Deutschland

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DEUTSCHE POST AG NAMENS-AKTIEN O.N. 21,53 +1,03% XETRA
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Peddy78:

Das Kapital: Balda bleibt ein Zukunftswert.

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28.08.07 00:44
News - 27.08.07 20:38
Das Kapital: Balda bleibt ein Zukunftswert

Als Broker muss man Balda einfach lieben. Liefert die Firma den Banken doch ständig neue Gründe, ihre Aktie je nach Bedarf für den Kunden zu kaufen oder zu verkaufen. Weiteres Thema in diesem Kapital: Bilanzierungsspielräume.


Da ist zum einen das Traditionsgeschäft mit Handyschalen, welches neben hartem Preiswettbewerb vor allem unter der Pleite des vormaligen Hauptkunden BenQ-Siemens zu leiden hat. Im Jahresvergleich sank im zweiten Quartal der Umsatz in Europa daher auf weniger als die Hälfte, aus einem operativen Gewinn wurde ein dickes Minus. Immerhin liefert die Sparte so kontinuierlich Restrukturierungsfantasie, der mit Teilverkäufen und Produktionsverlagerungen nachgekommen wird.



Wichtiger jedoch die Wachstumsfantasie aus dem Geschäft mit berührungsempfindlichen Bildschirmen - Touchscreens. Hier hat Balda  rechtzeitig auf das richtige Pferd gesetzt, und durfte sich über den Ritterschlag von Apple  freuen. Die anfängliche Euphorie verflog jedoch angesichts ständiger Produktions- und Lieferungsverzögerungen. Da kam die Meldung vom Montag über einen weiteren Großkunden gerade recht. Doch auch hier fängt die Volumenproduktion erst 2008 an. So wird Balda statt vormals angekündigten rund 300 Mio. Euro dieses Jahr wohl weniger als 100 Mio. Euro mit Touchscreens umsetzen.





Und das ist Baldas Dauerproblem: überzogene und nicht erfüllte Erwartungen. Kaum dass die Firma für ihre Gewinnwarnung Anfang August Prügel bezogen hat, tönt der Vorstand kurz später auf der HV erneut, dass man mit Touchscreens bis 2010 eine Mrd. Euro Umsatz machen will. Am rasanten Wachstum von Touchscreens zweifelt zwar kaum noch jemand, richtiges Volumen wird es aber erst 2008/09 geben. Aber bei Balda kämpft man zunächst immer mit dem nächsten Quartal. Derzeit darf nicht viel anbrennen, da man mit nur 10 Mio. Euro Kasse bei 130 Mio. Euro kurzfristigen Finanzschulden recht klamm dasteht.

Die häufig enttäuschten Erwartungen machen Balda auch für Leerverkäufer interessant, die für zusätzliche Volatilität in der Aktie sorgen. Dazu haben sich jetzt noch aktivistische Aktionäre gesellt, die mit der glorreichen Idee aufwarten, das Touchscreen-Geschäft einzeln an die Börse zu bringen. Man hält den Markt wohl für überfordert, bei Balda eins und eins - die zwei Sparten - zusammenzuzählen, nachdem man sie getrennt bewertet hat.

Angesicht der Konsolidierungstendenzen unter den Handykomponenten-Lieferanten wäre dies wohl eh das falsche Signal an die Kunden. Und mit etwas Glück wird Balda selber zum Übernahmeobjekt, schließlich kann die Firma gute Kundenkontakte und Technologie vorweisen. So gesehen sollte die Aktie nach unten einigermaßen gesichert sein. Das volle Potenzial nach oben wird man hingegen erst zeitnah 2008 voll abschätzen können.



Bilanzierungsspielräume

Schlechte Nachrichten verbreiten sich meist wie ein Lauffeuer. Auf den Kreditmärkten war das nicht so. Ein Jahr, nachdem die Ausfallquote bei US-Ramschhypotheken anzog, räumen Banken und Fonds immer neue Verluste ein. Es ist kein Zufall, dass Kreditstrukturierung genau wie Private Equity zu den wenigen Finanzbereichen zählt, in denen das Management viel Bewertungsspielraum hat.

Internationale und US-Rechnungslegungsstandards schreiben in der Regel vor, dass Anlagevermögen zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet und regelmäßig überprüft werden. Finanzanlagen werden jedoch meist mit dem "beizulegenden Zeitwert" bilanziert - dem Preis, den Dritte jetzt dafür bezahlen würden. Es gibt Ausnahmen. Banken verbuchen Kredite zu den Anschaffungskosten. Anleihen müssen nicht mit dem Zeitwert verbucht werden, wenn sie bis zur Fälligkeit gehalten werden sollen. Ansonsten gelten die Regeln für Aktien, Derivate und Kredite.

Der Zeitwert funktioniert gut bei Wertpapieren, für die es Marktpreise gibt. Wenn Finanzanlagen jedoch selten gehandelt werden oder sehr komplex sind, wird es mit dem Zeitwert schwierig. Kreditderivate werden in der Regel nach eigenen Modellen bewertet, die manchmal von externen Prüfern "verifiziert" werden. Im Private-Equity-Bereich greifen Blackstone und Konsorten auf den Zeitwert zurück, wenn sie ihre Beteiligungen bewerten - allerdings spielt das Ermessen eine große Rolle, wie Blackstone einräumt. Die Aktie wird mit dem sechsfachen Buchwert gehandelt, und die Analysten sind sich über die Höhe der stillen Reserven uneins. Da sind Zweifel angebracht.

Zu viel Ermessensspielraum birgt zwei Probleme: Erstens kann das Ergebnis "geglättet" werden (das ist ein Haken des internen Zinsfußes bei Private Equity). Zweitens wehrt sich das Management unter Umständen gegen die Erfassung von Verlusten, wie bei Subprime. Leider gibt es bei einigen Finanzanlagen keinen aktuellen Marktpreis. Doch der Kompromiss, ihren Wert vom Management errechnen zu lassen, ist unbefriedigend. Falls es mit den Finanzmärkten im Allgemeinen bergab geht, wird sich das nur noch stärker zeigen.





Quelle: Financial Times Deutschland

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Apple Inc. 132,25 -2,25% NASDAQ
BALDA AG Inhaber-Aktien o.N. 7,95 +20,45% XETRA
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aktienspeziali.:

Top 3 KGV's im Dax

3
28.08.07 00:57
wobei bei der DBK zu klären wäre, welche Leichen noch im Keller liegen, Stichwort Subprime...

Quelle: portfolio concept GmbH
Das Kapital: Das Dax-KGV sagt fast gar nichts. 116919
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templer:

Hi aktienspezialist

 
28.08.07 01:42
das ist mir völlig neu, wie kommt Henkel bzw. FMC auf ein KGV von 5,5 bzw. 6,6. Die Quelle ist portfolio concept, wie realistisch ist das?
Da müsste ja eigentlich ein 100%-er Kursaufschlag stattfinden, für eine DAX-gerechte Bewertung.

Wie siehst Du das?
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Anti Lemming:

templer

 
28.08.07 06:56
Das KGV kann sich auch normalisieren, indem sich die Gewinne halbieren.
Antworten
fischerei:

Das KGV von 5,5 für Henkel erscheint

 
28.08.07 08:15
mir ein bischen niedrig zu sein, habe folgendes eben bei onvista für Henkel gefunden.

Fundamentalkennzahlen

                       2006 2007e 2008e
Ergebnis/Aktie (in EUR)        1,99 2,16 2,43
       KGV§                        18,65 16,44 14,60
Dividende/Aktie (in EUR) 0,50 0,55 0,60
Dividendenrendite (in %) 1,35 1,54 1,70  
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aktienspeziali.:

KGV von Henkel und FMC habe ich nicht

 
28.08.07 09:27
überprüft, ich wollte eingentlich das von der DBK wissen, normal sind die sehr zuverlässig und es ist jeden Tag aktualisiert, ich fürchte fast bei HNK und FMC haben den Split nicht einkalkuliert
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Peddy78:

Das Kapital: Das plötzliche Ende des Carry-Trade.

 
28.08.07 23:03
News - 28.08.07 21:20
Das Kapital: Das plötzliche Ende des Carry-Trade

Die neueste an den Aktienmärkten herumgereichte Beruhigungspille ist schon köstlich. Ein weiteres Thema in diesem Kapital ist Versatel.


Nachdem die Währung Japans von 169 auf 156 Yen je Euro gestiegen ist, sei das Gros der berüchtigten spekulativen Yen-finanzierten Wertpapierkredite (Carry-Trades) aufgelöst, die Gefahr eines weiteren Verkaufsdrucks auf europäische Aktien von dieser Seite inzwischen also weitgehend gebannt, heißt es.



Das ist schon insofern blendend, als die Abwertung des Yen seit dem Herbst 2000 von 89,5 auf eben 169 Yen je Euro im Juli 2007 damit praktisch wettgemacht ist. Und wenn nun keine bösen Spekulanten mehr am Werk sind, entspricht der augenblickliche Wechselkurs sicher dem angemessenen Niveau. Den quirligen japanischen Hausfrauen, die neben den Finanzhasardeuren für die Yen-Schwäche verantwortlich gemacht werden, weil sie auf der Suche nach Rendite am liebsten in Europa investieren, wird schon nicht auffallen, dass die Mittelmeeranrainer höchstens noch bei Wein, Käse und Schinken mit den Japanern konkurrieren können.



Denn von den fallenden industriellen Lohnstückkosten in Japan kriegen sie ja ebenso wenig mit wie von den steigenden in Italien oder Spanien. Dass die realen Exporte Italiens seit Anfang 2000 quasi stagnieren und auch jene Frankreichs und Spaniens kaum überzeugen, während die japanischen um drei Fünftel zugelegt haben, bleibt den japanischen Privatanlegern sicher genauso verborgen wie der japanische Leistungsbilanzüberschuss von mehr als fünf Prozent des BIP.

Mangels heimischer Alternativen kaufen die japanischen Hausfrauen also am liebsten europäische Auto-, Elektro- oder Maschinenbauwerte. Auch die hiesigen Wachstumsbranchen Versorger, Telekom und Pharma sind immer gern genommen - und selbst die soliden Finanzwerte und die krisenresistenten spanischen Bautitel. Auch angesichts der in Europa erhältlichen realen Bondrenditen von satten 2,2 Prozent nimmt man schließlich jedes Währungsrisiko in Kauf. Was soll schon passieren, solange Europa ein inflationsfreies Wachstum vorweist, während die Japaner nicht mal eine Leitzinsanhebung auf 0,75 Prozent zuwege bringen? Doch war das nicht die Frage, die sich neben den Hausfrauen auch die Finanzhasardeure immer gestellt hatten? Letztere werden ihr Weltbild doch nicht binnen Wochen über den Haufen geworfen haben. Immerhin ist der Yen-Kurs jetzt in einem ähnlich stabilen Gleichgewicht wie der US-Immobilienmarkt.



Versatel



Vor rund einem Monat fragte Versatel  die Leser in ganzseitigen Anzeigen: "Warum mehr als 30 Euro zahlen?" Das zeugt nun entweder von angenehm ironischen Werbeschaffenden oder aber davon, dass ihnen die Börse gänzlich fremd ist. Denn die Preisspanne beim Börsendebüt Versatels vor nicht einmal fünf Monaten war 29 bis 36 Euro. Doch die Erstzeichner nahmen die Werbebotschaft vorweg, Ausgabekurs war 29 Euro. Heute stehen Anleger kurz vor der Frage: "Warum eigentlich zweistellig bezahlen?" Derweil zeigen sich die Analysten von der Entwicklung der Zahlen und dem zugrundeliegenden Marktzustand unbeeindruckt - alle sieben Beobachter rieten bis Dienstag zum Kauf, Kursziel 30 Euro, die Mehrzahl wird an ihrer Empfehlung festhalten.

Man hat sich wohl zu sehr von Versatels ständig wiederholten Einschätzungen verleiten lassen, wonach erstens Versatel im deutschen Markt am besten aufgestellt und zweitens der deutsche Breitbandmarkt so attraktiv ist. Nun scheint zwar der erste Punkt, zumindest was die Neukundenakquise in Q2 angeht, bestätigt worden zu sein. Doch dass Deutschland aufgrund der noch geringen Breitbandpenetration so ein attraktiver Markt sei, hat sich erneut als Trugschluss erwiesen. Nützt es doch wenig, wenn das Volumenwachstum durch Preiserosion neutralisiert wird.

Was sollen die Preise erst in einem gesättigten Markt machen? Dass die Citibank noch im Juni, nach den bereits schwachen Preisvorgaben von Q1, mit einer Stabilisierung der Preise rechnete, mag man verzeihen (die von Citi anvisierte ARPU von 44,50 Euro per Ende 2007 wurde mit 45,46 Euro schon fast in Q2 erreicht). Dass es der Versatel-Vorstand nicht besser wusste und noch im Juni an seinen Prognosen festhielt, ist deutlich ärgerlicher, da dies entweder auf schlechte Marktkenntnis und -gespür oder auf Irreführung der Anleger zurückzuführen ist. Pest oder Cholera.

Genauso wenig vertrauensfördernd ist die Art der Quartalsberichterstattung. Das Dreiseitenpapier informiert zwar in aller epischen Breite über Kundenzugänge, Umsatz- und Ebitda-Steigerungen im ersten Halbjahr und natürlich die wichtigen Investitionen in die Zukunft. Davon, dass der Umsatz im Quartalsvergleich rückläufig und das Nettoergebnis mit stattlichen 56,6 Mio. Euro in den Miesen war, erfährt der Leser aber nichts.

Kommunikationsprobleme bei einer Kommunikationsfirma, die den eigenen Markt permanent zu optimistisch sieht - da hilft auch eine optisch niedrige Bewertung wenig.







Quelle: Financial Times Deutschland

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Versatel AG Namens-Aktien o.N. 10,50 -28,47% XETRA
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Peddy78:

Das Kapital: Air Berlin muss jetzt mal liefern.

 
30.08.07 03:17
News - 29.08.07 21:17
Das Kapital: Air Berlin muss jetzt mal liefern

Ist es denn wirklich so schwer? Mit Air Berlin ist mittlerweile schon das dritte deutsche Unternehmen innerhalb einer Woche mit seiner Öffentlichkeitsarbeit negativ aufgefallen. Weitere Themen in diesem Kapital: Daimler und Pharma.


Angefangen beim Handyausrüster Balda  , der mit einer gewissen Regelmäßigkeit Quartalsvorgaben verfehlt, und dem Telekomanbieter Versatel  , der deutlich zu lang an optimistischen 2007er-Prognosen festgehalten hat, schlägt nun Air Berlin  in dieselbe Bresche. Erst jetzt revidieren die Berliner die Jahresprognose, obwohl der schwache April und die sich hinziehende Entscheidung des Kartellamts so neu nicht sind. Noch vergangene Woche wies die PR-Abteilung Spekulationen über eine anstehende Gewinnwarnung zurück.



Abgerundet wird das Bild durch eine Präsentation des abgelaufenen Quartals, welche sich sowohl in englischer als auch in deutscher Sprache über weite Teile am Duktus junger Nachwuchsrapper aus Problembezirken zu orientieren scheint. Diese Personengruppe samt Anhängerschar mag zwar für Air Berlins Produktangebote empfänglich sein, am Zahlenwerk dürften sie jedoch weniger Interesse haben.

Das Traurige ist, dass das ungeschickte Kommunikationsgebaren von den durchaus respektablen strategischen Erfolgen dieser Firmen ablenkt. Balda hat sich mit Touchscreens ein wachstumsträchtiges zweites Standbein aufgebaut, Versatel hat sich in Deutschland geschickt aufgestellt und verzeichnet überdurchschnittliches Kundenwachstum, und Air Berlin hat sich beherzt zum Konsolidierer des deutschen Flugmarkts aufgeschwungen.



Die Quartalszahlen von Air Berlin waren zwar in der Tat enttäuschend. Doch angesichts einiger Sonderbelastungen in Q2, einer vom Vorstand bezeugten verbesserten Auslastung im August, guten Buchungen für September und bereits jetzt absehbaren Verbesserungen in der Kostenstruktur könnte dieses Quartal auch die Wende markieren. Zumal sich die Aktie in kurzer Zeit fast halbiert hat und mit einem 7er-KGV für 2008 weit unter Ryanair (15) und Easyjet (12) notiert. Allerdings haben die Engländer ihre Jahresprognosen beibehalten und Ryanair die eigenen gar erhöht. Und im Gegensatz zu Air Berlin haben beide bereits mehrere Quartale die Märkte positiv überrascht. Mag der Abschlag auch übertrieben sein, Air Berlin steht in der Bringschuld.



Daimler

Die Analysten rechnen mit allem, nur nicht mit einem Abschwung oder einem neuen Schwächeanfall des Dollar. Und wenn man so frohgemut ist, fällt es mit Blick auf die Vorgaben von DaimlerChrysler schon fast schwer, ein Kursziel von nur 80 Euro herzuleiten (am Mittwoch schloss die Aktie mit 63 Euro). Denn wenn man den Cashprojektionen folgt, kann der angesichts der Nettokasse längst erwartete und nun angekündigte Rückkauf von 7,5 Mrd. Euro über die kommenden zwölf Monate ja bloß der Anfang sein. Schon wegen der Effizienzsteigerungsmöglichkeiten und der verschlafenen Chancen in Asien ist es jedenfalls ein Leichtes, dem Konzern künftig eine Ausschüttungsfähigkeit (Rückkäufe plus Dividenden) von 5 Mrd. Euro zu attestieren - als Ausgangsbasis, versteht sich.



Verdächtig allerdings, dass die ganze Analystengemeinde ins gleiche Horn bläst. Nörgler würden überdies auf den schwachen Absatz von Mercedes hinweisen, der im zweiten Quartal um zwei Prozent gefallen ist - trotz einer relativ jungen Modellpalette. Angesichts der inzwischen viel kraftvolleren Rivalen BMW  , Audi  und Lexus ist ohnehin zu bezweifeln, ob die guten alten Zeiten wiederkehren, worauf viele hoffen. Zudem wird der Lkw-Zyklus auch diesmal nicht ewig währen. Traditionalisten würden daher anmerken, dass Daimler  jetzt schon rund 6 Mrd. Euro netto verdienen muss, um auf ein KGV von 10 zu kommen. Vielleicht erklärt das ja, warum aus der Aktie seit dem Frühjahr die Luft raus ist. Und vielleicht sollten die Anleger, die nicht mit Tabellenkalkulationsprogrammen, sondern mit Geld spielen, die Möglichkeit eines Weltwirtschaftsabschwungs und Dollar-Verfalls ja doch irgendwie in ihre Überlegungen einbeziehen.



Pharma

Ausdrücke wie "Vorladung" oder "Untersuchung durch die Aufsichtsbehörden" schicken in vielen Branchen die Aktienkurse auf Talfahrt. In der Pharmabranche zuckt man allenfalls mit den Schultern. Praktisch jede große Pharmafirma, die in den USA agiert, wird von lokalen oder von Bundesbehörden untersucht, besonders im Hinblick auf Vertriebs- und Preispraktiken. Einige haben sich kürzlich schuldig bekannt und Hunderte Millionen Dollar Strafe bezahlt. Wen wundert es da, dass Pfizer  und Merck  Anwälte in den Vorstand berufen haben? Derweil sollen auch chinesische Firmen Ärzte und Krankenhäuser regelmäßig dafür bezahlen, bestimmte Medikamente zu verschreiben. Offenbar gucken die US-Staatsanwälte jetzt auch da hin. Die jüngste Welle an Strafgebühren für Pharmakonzerne in den USA war unter Umständen erst der Anfang.





Quelle: Financial Times Deutschland

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Air Berlin PLC Registered Shares EO -,25 12,75 +9,25% XETRA
AUDI AG Inhaber-Aktien o.N. 548,50 +0,64% Frankfurt
BALDA AG Inhaber-Aktien o.N. 7,63 -1,55% XETRA
BAYERISCHE MOTOREN WERKE AG STAMMAKTIEN EO 1 43,41 +0,25% XETRA
DAIMLERCHRYSLER AG NAMENS-AKTIEN O.N. 63,26 +0,94% XETRA
MERCK CO INC 49,92 +1,44% NYSE
PFIZER INC 24,67 +0,82% NYSE
VERSATEL 0,59 +3,51% Amsterdam
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Peddy78:

Das Kapital: Leoni nutzt die Gunst der Stunde.

 
05.09.07 05:17
News - 04.09.07 21:03
Das Kapital: Leoni nutzt die Gunst der Stunde

Gibt eine Firma die strategische Zielsetzung aus, in einem Geschäftsfeld nur organisch wachsen und keine Marktanteile dazukaufen zu wollen, straft die Börse sie regelmäßig ab, wenn sie dann doch akquiriert. Weitere Themen in diesem Kapital: Deutsche Bank und Carlsberg.


Nicht so beim Verkabelungsspezialisten Leoni  . Hier führte die Nachricht, dass man mit dem französischen Automobilzulieferer Valeo über den Kauf dessen Bordnetzsparte verhandele, zu einem kräftigen Kurssprung. Drei Gründe untermauern im Wesentlichen die Reaktion der Börse. Erstens hat sich Leoni als geschickter Käufer erwiesen, der es regelmäßig in kurzer Zeit schaffte, die akquirierten Firmen auf Konzernrenditeniveau zu trimmen.



Zweitens spricht die industrielle Logik für diesen Schritt. Mit Valeo erhält Leoni Zugang zum französischen Markt, der der Firma bisher verwehrt blieb. Zudem steigt Leoni damit noch vor Delphi zur europäischen Nummer eins auf, was zukünftige Preisverhandlungen mit den Autokonzernen erleichtern dürfte.

Drittens hat Leoni hier eine günstige Gelegenheit beim Schopf gepackt. Valeo  möchte diese Sparte möglichst schnell loswerden, andere Käufer dürften rar sein. So hat das Mutterhaus der jetzigen Nummer eins, Delphi, selbst genug Sorgen, ebenso wie Finanzinvestoren, für die sich die Übernahme mangels Synergien ohnehin weniger rechnet als für Leoni.



Valeos Sparte dürfte derzeit nur zwei bis drei Prozent Ebit-Marge machen, Leoni macht 6,5. Leoni ist bereit, fünf- bis siebenmal Ebit zu bezahlen. Auf welches Ebit man sich dabei einigt - Valeos jetziges oder ein theoretisches mit Leonis Margen -, dürfte Verhandlungssache sein. Dabei wird es insbesondere auf die Kooperationsbereitschaft der französischen Gewerkschaften ankommen. Denn nur, wenn die verbliebenen Standorte ins Niedriglohnausland verlagert werden, kann in diesem arbeitsintensiven Geschäft Geld verdient werden. Allerdings kann man sich bekanntlich nie auf französische Gewerkschaften als Verhandlungspartner verlassen. Sollte Leoni sie dennoch überzeugen können, hat die Börse zu Recht Vorschusslorbeeren verteilt.



Deutsche Bank

Hochmut kommt vor dem Fall. Das sollte Josef Ackermann vielleicht bedenken, wenn er den kleineren Rivalen die Leviten liest. Für die Anleger sind die Einlassungen des Chefs der Deutschen Bank  zwar eine große Erleichterung. Denn so spricht nur, wer sich der Geschäfte und Gewinne seines eigenen Instituts ziemlich sicher sein muss. Nur sollten die Investoren darüber nicht vergessen, dass es den Kurs der Deutschen Bank beim letzten Kapitalmarktabschwung um die Jahrtausendwende regelrecht zerrissen hat. Die Bank mag heute ein gutes Stück schlanker und auch besser positioniert sein als vor sieben Jahren, sodass die Aktie selbst bei einem massiven Abschwung diesmal vermutlich keine zwei Drittel einbüßen würde. Dennoch hängt das Wohl und Wehe der Frankfurter weiter im Wesentlichen von den Kapitalmarktbedingungen ab.



Sinnigerweise kommen die optimistischen Bemerkungen von Ackermann just zu einem Zeitpunkt, an dem es am europäischen Geldmarkt schon wieder eng wird, das Misstrauen unter den Banken also anhält. Dass das Geschäft mit der Emission von Schuldtiteln und Aktien sowie die Fusionsberatung und die damit verbundenen Handelsaktivitäten in den kommenden Quartalen ähnlich hohe Erträge abwerfen wie über die vergangenen Jahre, ist angesichts der gestiegenen Risikoaversion der Anleger jedenfalls genauso unwahrscheinlich wie ein Szenario, wonach weiter alle Vermögensklassen gleichzeitig haussieren. Zur Erinnerung: Das Verhältnis des MSCI Deutschland zum nominalen BIP liegt um 89 Prozent über seinem Durchschnitt seit 1970. Und hat eine Bank mit einer Bilanzsumme von 1938 Mrd. Euro und einem Eigenkapital von 37 Mrd. Euro ihre Risiken tatsächlich vollkommen im Griff?



Carlsberg

Der Schreibtisch ist größer, und die Möglichkeiten sind vielfältiger. Also was jetzt? Carlsbergs neuer Chef Jörgen Buhl Rasmussen dürfte zum Glück keinen Grund haben, zunächst an allem herumzunörgeln. Der dänische Brauer kann gute Umsatz- und Gewinnzahlen vorweisen, großteils dank des Russlandgeschäfts, das Rasmussen geführt hat. Rasmussen könnte sich als Einkäufer versuchen. Denn die Branchenkonsolidierung liegt in der Luft, und dank geänderter Vorgaben der Carlsberg-Stiftung können Übernahmen nun per Aktienemission finanziert werden.



Übernahmeziel Nummer eins dürfte BBH sein, das 50:50-Joint-Venture mit Scottish & Newcastle (S&N) in Russland. Leider müsste dafür wohl gleich ganz S&N gekauft werden, und das wäre ein großer Brocken. Aus Kartellgründen müsste Carlsberg  wohl auch das wachstumsschwache Großbritanniengeschäft loswerden, das mehr als ein Viertel zum Betriebsgewinn beiträgt. Da kitzelt Rasmussen doch lieber aus dem eigenen Geschäft noch etwas mehr raus.





Quelle: Financial Times Deutschland

News druckenName  Aktuell Diff.% Börse
CARLSBERG AS Navne-Aktier A DK 20 95,46 +0,86% Frankfurt
DEUTSCHE BANK AG NAMENS-AKTIEN O.N. 94,19 +2,92% XETRA
LEONI AG Namens-Aktien o.N. 40,63 +4,18% XETRA
SCOT.&NEWCASTLE ORD 20P 632,50 +1,12% London Dom Quotes
VALEO 36,43 +1,39% Paris
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Peddy78:

Das Kapital: Colonia nutzt die Marktschwäche.

 
06.09.07 10:18
News - 05.09.07 21:17
Das Kapital: Colonia nutzt die Marktschwäche

Dass das ganze Übel der aktuellen Marktschwäche von US-Immobilien ausging, hindert die Märkte nicht daran, aus Immobiliendeals, auch potenziellen, Fantasie zu schöpfen - siehe Carrefour und Metro letzte Woche. Weitere Themen in diesem Kapital: Bankenbewertung und Ölreserven.


Andererseits fördert die auch auf Europa übergeschwappte besondere Schwäche der Immobilienaktien überraschende Aktivitäten und Konsolidierungsschübe in der Branche.



Wobei der Einstieg von Colonia Real Estate (CRE) bei der Deutschen Wohnen (DW) so überraschend nicht ist. Denn im Gegensatz zu den etablierteren Immobiliengesellschaften haben die Jüngeren unter ihnen eine sehr viel stärker kapitalmarktorientierte und opportunistische Herangehensweise ans Geschäft. Man schaue sich nur die in kurzer Zeit veränderten Geschäftsmodelle von Akteuren wie Vivacon, Franconofurt oder CRE an. Neben einer Diversifizierung der Tätigkeiten wurde insbesondere versucht, den Anteil regelmäßiger Einnahmen zu erhöhen - über den Aufbau eigener Bestandsportfolios. Und da sich jetzt fast alle Firmen auch als Asset Manager sehen, passt der Kauf von Aktienblöcken gut ins Bild. Warum Immobilien kaufen, wenn die entsprechenden Aktienkurse deutlicher gefallen sind?

Selbst aus Sicht von DW überrascht der Deal nicht. Bereits als DW im Juli 85 Prozent der Gehag kaufte, sprach DW-Vorstand Andreas Lehner über die eigenen Schwächen: mangelnde Größe, Überkapitalisierung, Fixkostenblock, dünn besetzter Vorstand und fehlende Kapitalmarktexpertise. Allein deswegen ergibt Colonias Schritt Sinn. Für Lehner selbst könnte es jedoch eng werden, sollte CRE aufstocken.



Bankenbewertung

Amerikas Bankaktien haben dieses Jahr bereits 14 Prozent an Wert verloren und dümpeln damit am Boden des S&P 500 herum.

Europas Banken haben rund sieben Prozent verloren. Schlechter sind nur Immobilientitel. In Asien sieht es nicht viel anders aus. Einigen ging es schlechter als dem Rest: Lehman und Bear Stearns haben dieses Jahr fast ein Drittel verloren, die Macquarie Bank aus Australien hat seit Mai fast 25 Prozent an Wert eingebüßt.

Sind die Banken dieser Welt jetzt billig? Auf Gewinnbasis liegen die Bewertungskennzahlen in der Nähe von 20-Jahres-Tiefstständen. Weltweit liegt das KGV der Banktitel bei 12,4. Erst zwei Mal war es noch tiefer: zum Tiefpunkt der Börsenkrise Ende 2002 und während der Russland/Long-Term-Capital-Management-Krise 1998. Einige Investmentbanken behaupten beharrlich, die jetzige Kreditkrise werde sich nur begrenzt auf die Gewinne auswirken. Die Anleger sind da weniger sicher.

Auf Basis des Buchwertes sehen die Banken weniger billig aus. Das Verhältnis von Kurs zu Buchwert liegt im Bankensektor weltweit bei 2,1 - nur zehn Prozent unter dem Schnitt der vergangenen zehn Jahre. Außerdem fragt sich, wie stabil die Kapitalbasis ist. Die Bilanzverlängerung durch Bilanzieren "gestrandeter" LBO-Kredite und strukturierter Kreditvehikel könnte mehr Kapital erforderlich machen. Zudem könnten diese Vermögenswerte noch erheblichen Abschreibungsbedarf haben.

Nach der letzten Blase ging es mit den Aktienkursen Anfang 2001 bergab. Die absoluten Buchwerte sind jedoch erst im März 2002 abgestürzt - um 25 Prozent in einem Vierteljahr.





Ölreserven

Ölreserven sind Auslegungssache: Jede Firma wendet andere Methoden zur Schätzung der Reserven an - zuweilen sogar beim selben Ölfeld. Darauf darf sich dann jeder selbst einen Reim machen. Die meisten Ölanleger sind mit dem System der SEC vertraut. Danach fügen Ölfirmen der Bilanz einen nicht geprüften Bericht über ihre bestätigten Reserven bei. Die US-Börsenaufsicht hat jedoch signalisiert, sie wolle diese Methode auf Forderungen der Branche hin überarbeiten.

Ein wichtiger Aspekt ist die Erlaubnis, weniger sichere, wahrscheinliche Reserven offenzulegen. Um es mit einer Metapher aus der Anglerwelt zu beschreiben: Mit den bestätigten Reserven ist es, als sitze man in einem Boot mit einem Fisch, der bereits gefangen ist. Bei den wahrscheinlichen Reserven sieht man die Fische schwimmen, aber durch das Wasser könnten sie größer erscheinen, als sie wirklich sind. Und bei den möglichen Reserven weiß man zumindest schon mal, wo ein See ist ...

Wichtig ist Klarheit. Sich aber ausschließlich auf die bestätigten Reserven zu konzentrieren ist heutzutage wenig sinnvoll, da nicht konventionelle Ressourcen wie Ölsand an Bedeutung gewinnen. Ein international einheitlicher Ansatz wäre sinnvoll. Würde das ein höheres Rating von Ölfirmen bedeuten, die über eine große Menge nicht bestätigter Reserven verfügen? Möglich, aber in geringem Umfang.

Die Firmen betonen bereits heute unablässig den großen Umfang ihrer nicht bestätigten Reserven. Bei keiner Anlegerpräsentation dürfen heute neben den "Reserven" die "Ressourcen" fehlen - die Anleger wollen' s wissen.





Quelle: Financial Times Deutschland

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Peddy78:

Das Kapital:Merck schlägt sich besser als der Sekt

 
11.09.07 23:11
News - 11.09.07 21:09
Das Kapital: Merck schlägt sich besser als der Sektor

Das Thema Lungenkrebs hält die Aktionäre von Imclone und Genentech sowie der Merck KG dieses Jahr ordentlich in Atem. Weitere Themen in diesem Kapital: China und Venezuela.


Nicht nur wirkt sich jede Meldung über das Produkt Erbitux der Partner Imclone  und Merck  direkt auch auf den Aktienkurs des Platzhirschen Genentech  mit dem Konkurrenzprodukt Avastin aus. Sondern auch das Erbitux-Team sorgt selber mit unterschiedlichen Testergebnissen für heftige Kursbewegungen.





Nachdem Imclone im Juli noch enttäuschende Testergebnisse präsentierte, konnte Merck am Dienstag nun mit deutlich erfreulicheren Daten aufweisen. Und die jeweiligen Testbedingungen sprechen dafür, dass Mercks Ergebnisse die aussagekräftigeren sind.

Entsprechend feierte die Börse am Dienstag das Erbitux-Gespann, ohne zu vergessen, Genentech entsprechend abzustrafen. Die Arithmetik blieb dabei bewahrt: Merck und Imclone gewannen zusammen mit rund 1,5 Mrd. $ soviel Marktwert dazu, wie Genentech verlor.



Zwar gilt es noch die endgültigen Ergebnisse abzuwarten, doch die meisten Beobachter werten die Daten positiv. In Mercks Zahlen werden die entsprechenden Umsätze wohl erst ab 2009 einfließen. Dann rechnen Analysten mit Umsätzen von drei bis 400 Mio Euro. Die Aktienbewertung könnte sich je nach Berechnung damit um vier bis sieben Euro erhöhen.

Auch angesichts kontinuierlich nach oben angepasster Gewinnschätzungen der Analysten dieses Jahr zeigt Merck damit, dass die Integration von Serono nicht zulasten des operativen Geschäfts verläuft. Innerhalb des an vielen Enden schwächelnden Sektors bleibt Merck damit eine der machbareren Wetten.



China

Bei Chinas Inflation, die heuer schon auf das Zehnjahreshoch von 6,5 Prozent gestiegen ist, geht es praktisch nur ums Essen - Fleisch, Geflügel, Öl und Eier. Dass die Preise von Lebensmitteln schwanken, ist bekannt, aber wenn diese ein Drittel des Warenkorbs ausmachen, ist das besorgniserregend.

Außerdem sind einige Preiserhöhungen strukturell bedingt: Es wird üppiger gegessen, und die Urbanisierung verringert die landwirtschaftlichen Flächen. Geht man davon aus, dass die weniger Wohlhabenden einen höheren Prozentsatz ihres Einkommens für Lebensmittel aufwenden, dürften Forderungen nach Lohnerhöhungen noch wahrscheinlicher werden. Frühindikatoren deuten darauf hin, dass die Löhne heuer vielleicht sogar die zehn bis zwölf Prozent des Vorjahres übertreffen. Es gibt weitere Hinweise auf ein Anziehen der Inflation: Rohstoff- und Faktorpreise steigen, und die Erzeugerpreise sind dieses Jahr bereits um 2,6 Prozent geklettert.

Das Problem ist, dass Peking der Inflation nur begrenzt entgegenwirken kann. Vergleicht man den Renminbi mit dem US-Dollar, scheint die Aufwertung beeindruckend, doch auf handelsgewichteter Basis hat der Renminbi sich kaum bewegt. Die jüngsten Qualitätsskandale - etwa der Einsatz billiger Farbe - deuten darauf hin, dass die Industrie Probleme hat, auf konventionellem Wege Produktivitätszuwächse zu erzielen. Derweil bietet die Inflation einen weiteren Anreiz, Geld von Sparkonten in Aktienanlagen umzuschichten. In Peking deuten Gerüchte darauf hin, dass eine weitere Zinserhöhung folgen könnte.



Venezuela

Das Chaos an den Kreditmärkten ging an den Schwellenländern nicht spurlos vor-über. Laut JP Morgan ist der Spread bei Staatsschulden von Schwellenländern gegenüber US-Treasuries seit dem 6. Juli um 84 Basispunkte auf 246 gewachsen. Schlimmer erging es US-Ramschanleihen, hier weitete sich die Spanne um 188 Basispunkte auf 484 aus.

Es gibt Ausnahmen. Der Spread bei Venezuelas Staatsschuld legte 200 Basispunkte auf 497 zu. Die Anleger haben zwar gute Gründe zur Sorge. Die Schieflage in Venezuelas Wirtschaft verschlimmert sich, mangels Investitionen sinkt die Ölproduktion. Negative Realzinsen und eine Regierung, der das Geld locker sitzt, haben die Konsumausgaben angekurbelt. Importe und Inflation sind dadurch angeschwollen, während viele Grundgüter wegen Preiskontrollen knapp werden. Ungeschicktes Agieren der Zentralbank verteuerte den Tagesgeldsatz zudem auf bis zu 120 Prozent.

Bedenken aus wirtschaftlicher wie politischer Sicht sind also berechtigt. Doch Venezuela ist dank des Ölbooms widerstandsfähig geworden. Die Zentralbank war in den vergangenen Jahren eher durch restriktives denn expansives Handeln aufgefallen. Die Verschuldung der öffentlichen Hand liegt bei rund 22 Prozent des BIP, ein Drittel des Werts, den Argentinien oder die Türkei aufweisen. Die Devisenreserven sind üppig und ein Einbrechen des Ölpreises eher unwahrscheinlich. Chávez' politische Entscheidungen scheinen in vielen Fällen bizarr oder gar falsch zu sein, aber das sollte die Anleger nicht davon abhalten, die Risiken des Landes korrekt einzupreisen.





Quelle: Financial Times Deutschland

News druckenName  Aktuell Diff.% Börse
GENENTECH INC COM USD0.02 78,30 -1,07% NYSE
MERCK KGAA Inhaber-Aktien o.N. 97,70 +5,90% XETRA
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Peddy78:

Das Kapital: Infineon geht langsam ! ...

 
13.09.07 04:17
News - 12.09.07 21:29
Das Kapital: Infineon geht langsam den richtigen Weg

Euro und Öl so teuer wie nie, Rohstoffpreise schon länger kontinuierlich steigend, nun verteuern sich auch Lebensmittel deutlich, und selbst für kurzfristiges Geld zahlt man immer mehr. Wie gut, dass einiges auch billiger wird - die Märkte könnten sonst auf falsche Gedanken kommen.


Etwa, dass eine Inflation drohe, die die Zentralbanken davon abbringen könnte, die Zinsen gefälligst zu senken, damit die Finanzinstitute jetzt nicht das wieder verlieren müssen, was sie mit der Strukturierung, Verpackung und dem Verkauf ihrer Schrottpapiere mit Investmentgrade vorher verdient haben.



Wie schön also, dass es flüchtige Speicherchips gibt. Der Spotpreis für den meistverkauften DRam-Chip ist dieses Jahr um satte 75 Prozent gefallen. Diese Woche wurde das Rekordtief vom Mai erstmals unterboten. Und genau diese Woche wählt Infineon  , um die Platzierung weiterer Qimonda-Anteile zu verkünden. Klingt nach Super-GAU, ist es aber nicht.





Schließlich guckt die Börse nach vorne. Und nach dem jüngsten drastischen Preisverfall kann es eigentlich kaum noch weiter runter gehen. So sieht die Dresdner Bank den Preisboden bei knapp unter 1,50 $, den variablen Kosten. Davon ist der aktuelle Preis von 1,60 $ nicht mehr weit entfernt. Allerdings werden die Preise angesichts der enormen Kapazitäten, die heuer noch auf den Markt kommen werden, wohl nicht vor 2008 wieder steigen.

Infineon tut gut daran, solange nicht zu warten. Die Qimonda-Aktie notiert zwar unter dem Emissionskurs, hat sich angesichts des DRam-Preisverfalls aber noch gut gehalten. Infineon braucht das Geld dringender für den Ausbau seiner Marktpositionen als für Wetten auf die DRam-Preisentwicklung. Dabei verspekulieren sich selbst die Insider regelmäßig. Somit erhöht - wenn auch in kleinen Schritten - Infineon weiter die eigene Berechenbarkeit.


US-Immobilien-Derivate


Abgeschlachtet wurden die Immobilienaktien dieses Jahr, getrieben von der wachsenden Sorge, höhere Kreditkosten würden die Preise drücken. Hat also die große Stunde des jungen US-Derivatemarkts für kommerzielle Immobilien geschlagen? Mit Nachfrage ist bei Investoren zu rechnen, die auf Immobilienrenditeindizes - welche Mietzins und Wertsteigerung kombiniert abbilden - wetten wollen, ohne sich deshalb gleich Immobilien oder Immobilienaktien kaufen zu müssen.

Kommerzielle US-Immobilien sind eine der letzten großen Vermögensklassen ohne Derivatehandel. Seit Frühjahr handelt eine Gruppe Banken, das Volumen liegt bei nur 300 Mio. $. Nächstes Jahr werden es über 1 Mrd. $ sein, glauben die Banken, weil Hedge-Fonds, Rentenfonds und Versicherer den bisher zu illiquiden Markt für sich entdecken. Kreditprobleme in den eigenen Portfolios haben einige potenzielle Investoren abgehalten, zum Teil warten sie auch einfach noch ab, wie sich diese Derivate entwickeln. Der Vorreiter Großbritannien macht jedoch Hoffnung. Hier hat diese Derivatespielart einen Wert von 7,3 Mrd. Pfund an ausstehendem Wert erreicht, die Deutsche Bank rechnet mit 100 Mrd. Pfund bis 2010.

In den USA hadert man noch damit, dass der zugrunde liegende Index nur 5,3 Prozent des kommerziellen Immobilienvermögens abdeckt und damit als Absicherung nicht perfekt ist. Doch das Interesse an Leerverkäufen von kommerziellen Immobilien ist gestiegen. Angesicht der absoluten Größe des Immobilienmarktes sollten die Derivate reüssieren.


Versicherungen und Subprime


Risikomanagement ist der Versicherer täglich Brot, doch während Finanzkrisen hat die Branche an diesem Brot arg zu knabbern. Nach dem Platzen der Dotcom-Blase und den Anschlägen vom 11. September 2001 wurde die Solvabilität stärker strapaziert, als viele Firmen zunächst eingestanden hatten. Kein Wunder, dass die Anleger bei den ersten Zeichen der Subprime-Krise die Flucht ergriffen.

Während der vergangenen drei Monaten haben Versicherer im Einklang mit den Banken verloren, dabei sind sie deutlich weniger anfällig. In den Bilanzen der Versicherer finden sich wesentlich weniger minderwertige Vermögenswerte. Die Geschäftsbedingungen waren im General-Insurance-Bereich so gut, dass sie nicht mit riskanten Anlagen auf Renditejagd gehen mussten. Investoren sollten dennoch Vorsicht walten lassen. Von Subprime mögen sie nur wenig betroffen sein, doch die Portfolios der Versicherer sind voll mit Wertpapieren, die mit Hypotheken auf Wohnimmobilien unterlegt sind. Leidet der Hausmarkt in den USA weiter, könnten auch diese Aktiva leiden.

Schlimmer würde die Versicherer ein Wirtschaftsabschwung treffen, der auch den eigenen Produktabsatz beeinträchtigen würde. Doch letztlich gilt: Versicherer haben einen relativ soliden Cashflow, ihre Bewertungen sind auf Dreijahrestief. Deshalb sollten Investoren die Versicherungsbranche auf der Liste möglicher Krisenherde eher unten ansiedeln.





Quelle: Financial Times Deutschland

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INFINEON TECHNOLOGIES AG NAMENS-AKTIEN O.N. 11,83 -1,83% XETRA
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Peddy78:

Das Kapital: United Internet ist es zuzutrauen.

 
25.09.07 02:35
News - 24.09.07 20:58
Das Kapital: United Internet ist es zuzutrauen

Wenn auch kein Kuriositätenkabinett, so wäre das Zusammentreffen aller an der Ménage-à-trois von Freenet, Drillisch und United Internet Beteiligten dennoch eine interessante Ansammlung ausgeprägter Charaktere. Weitere Themen in diesem Kapital: Autosektor und Öl- und Bergbauaktien.


Zu den Leitfiguren im Freenet-Poker gehören die Firmengründer und -führer wie Freenets zäher Eckhard Spoerr und Drillischs kampfeslustiger Paschalis Choulidis. Oder Freenets Anteilseigner wie Florian Homm über das Anlagevehikel Absolute Capital Management, die vom rastlosen Professor Sigram Schindler geführte Teles  . Und nicht zu vergessen das ehemalige Wirtschaftswunderkind und jetzige Stehaufmännchen Lars Windhorst, der nun bei Vatas eine Heimat gefunden hat, jenem Finanzhaus, von dem Drillisch das erste Freenet  -Paket im August kaufte.





Wer da nicht reinpasst, ist der stets unaufgeregt daherkommende Ralph Dommermuth, Gründer und Vorstand von United Internet  und Aktienmilliardär. Dabei könnte er einmal mehr der lachende Dritte sein, der weiß, wann er zuschlagen muss, um aus dem hektischen Treiben der Wettbewerber und Partner zu profitieren. Wie er es etwa beim Kauf von Web.de und der Aufstockung von Adlink bereits tat.





Das Vertrauen des Marktes in United lässt sich am gestrigen Kursanstieg ablesen. Keine Selbstverständlichkeit, wenn sich jemand aufschwingt, den Markt zu konsolidieren. Erstens droht die Gefahr, zu viel zu bezahlen. Zweitens profitieren nachher auch die Wettbewerber von der Bereinigung. Um so bitterer also für den Rivalen Versatel, dass dessen Kurs fiel, obwohl er noch dazu das einzig verbliebene große Übernahmeobjekt geworden ist. Einiges macht United halt schon seit Jahren besser.



Autosektor

Wer den sofortigen Zugang zu den detaillierten Ifo-Zahlen hat, sollte sich die Autoreihen heute besser ganz genau anschauen. Der mit einem Kursgewinn von rund einem Drittel 2007 bisher zweitbeste Sektor im Stoxx 600 und Hauptverantwortliche für die beeindruckende relative Stärke des deutschen Aktienmarktes scheint nicht unterzukriegen zu sein. Der Kursrückgang bis Mitte August ist fast wieder wettgemacht. Seither stiegen Autoaktien im Mittel um rund ein Zehntel, obwohl der Ölpreis um 10 $ je Fass zugelegt hat, die US-Währung von 1,34 auf 1,41 $/Euro geplumpst ist und der Yen von ohnehin unterbewerteten 153 auf 162 Yen/Euro nachgegeben hat. In normalen Zeiten hätte man bei einer solchen Konstellation eher einen weiteren Rückgang der hiesigen Autoaktien erwartet.

Nicht so derzeit, denn dafür ist einfach zu viel Musik im Sektor. Selbst bei BMW  ist nun Restrukturierungsfantasie im Spiel, die bei Renault  , Peugeot  und Fiat  noch nicht verflogen ist. Bei VW  hofft man zudem auf eine Übernahme durch Porsche  , und bei Daimler  überschlagen sich die Analysten nach der Chrysler-Abspaltung mit ihren Cashflowprojektionen.

Nur haben inklusive Zulieferern allein die Autosektoren Japans, Europas und des in dieser Hinsicht unbedeutenden Nordamerikas einen Börsenwert von gut 1000 Mrd. $. Auch wenn dieser Betrag durch Querbeteiligungen etwas nach oben verzerrt ist: Geht man für 2010 von einem weltweiten Absatz von 76 Millionen Fahrzeugen und einem akzeptablen 2010er KGV von immerhin zehn aus, müssten die Hersteller der Triade bei einem Steuersatz von 35 Prozent künftig vor Steuern im Mittel rund 2000 $ je Auto verdienen, selbst wenn sie die gesamte weltweite Nachfrage allein bedienten (was natürlich nicht der Fall sein wird). Wovon träumen die Anleger denn nachts, will man da fragen. So dürftige wie die jüngsten Pkw-Ifo-Zahlen wird der Sektor jedenfalls nicht mehr lange wegstecken können.





Erdöl- und Bergbauaktien wurden in den vergangenen Jahren meist in einen Topf geworfen, weil beide vom Appetit der Chinesen und Inder auf Bodenschätze profitieren sollten. Öl- und Goldpreise haben ein Rekordhoch erreicht oder stehen kurz davor. Welche Branche ist besser, wenn die Aktienmärkte einen Gang runterschalten? Bei den Bewertungen liegen beide gleichauf und werden mit dem rund Zehnfachen des diesjährigen und dem Elffachen des 2008er Gewinns gehandelt. Beide sind an Rohstoffe gekoppelt, deren Wert in den vergangenen fünf Jahren rund 350 Prozent gestiegen ist. Doch die meisten Bergbauindizes haben sich in diesem Zeitraum gut verdoppelt, während sich die Ölaktien im Gleichklang mit dem Rest des Markts entwickelten.

Ist die Ölbranche jetzt also attraktiver? Nun ja, zumindest defensiver dürfte sie sein, da das Ölangebot bei Weitem nicht so schnell steigt wie das Angebot von Kupfer oder Eisenerz. Letztere könnten zwar weiter stark nachgefragt werden, selbst wenn der US-Häuserbau kollabierte. Auch steigen die Kosten nun langsamer, wobei die Gefahr von Zusatzbesteuerungen gesunken ist. Dennoch scheinen die defensiven Qualitäten des schwarzen Goldes wegen der Angebotsrestriktionen etwas höher.





Quelle: Financial Times Deutschland

News druckenName  Aktuell Diff.% Börse
BAYERISCHE MOTOREN WERKE AG STAMMAKTIEN EO 1 45,14 +3,60% XETRA
DAIMLERCHRYSLER AG NAMENS-AKTIEN O.N. 68,86 +1,28% XETRA
Dr.Ing.h.c.F. Porsche AG VORZUGSAKTIEN O.ST.O.N. 1.436,00 +2,39% XETRA
FIAT . 20,87 +3,57% Mailand
freenet AG Inhaber-Aktien o.N. 18,00 +12,50% XETRA
PEUGEOT 56,73 -0,07% Paris
RENAULT 101,03 +1,03% Paris
TELES AG INFORMATIONSTECHNOL. Inhaber-Aktien o.N. 3,11 +16,48% XETRA
UNITED INTERNET AG NAMENS-AKTIEN O.N. 14,23 +2,37% XETRA
VOLKSWAGEN AG STAMMAKTIEN O.N. 156,61 +0,60% XETRA
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Peddy78:

Das Kapital: Des-ifo-lusion.

 
26.09.07 05:56
News - 25.09.07 20:40
Das Kapital: Des-ifo-lusion

Die Anleger haben die Ruhe weg. In der Erwartungskomponente des September-Ifo ist der Saldo zwischen günstigen und ungünstigen Beurteilungen zum ersten Mal seit Ende 2005 wieder ins Minus gerutscht, überhaupt sind die Geschäftserwartungen nach vier Rückgängen in Folge nur noch eine Spur höher als im langjährigen Mittel. Weiteres Thema in diesem Kapital: Combots.


Das Ifo-Institut selbst spricht von "ersten konjunkturellen Bremsspuren", obwohl für das Exportgeschäft noch keine großen Auswirkungen befürchtet würden. Nur liegt die Betonung wohl auf "noch", und das tangiert die Anleger doch. Denn ein erheblicher Teil der jüngsten Aufwertung des Euro gegenüber Dollar, Yen, Pfund und Renminbi hat ja erst nach der Umfrageerhebung stattgefunden. Auch der Ölpreis dürfte per saldo eher noch zugelegt haben, während die realwirtschaftlichen Folgen der Finanzkrise erst mit der Zeit sichtbar werden.



In den USA sind die Hauspreise schon im Juli um fast vier Prozent zum Vorjahr gefallen, als die Kreditwirren gerade erst zum Vorschein kamen. Derweil ist der Vorrat an zum Verkauf stehenden US-Häusern im August auf den höchsten je gemessenen Stand gestiegen. Wie zu befürchten folgt das Vertrauen der defizitären und deshalb auf Vermögenspreisinflation und Kredit angewiesenen US-Verbraucher dem US-Baugeschäftsklima stehenden Fußes.

In der Euro-Zone wechseln sich hoffnungsfrohe und enttäuschende Konjunkturdaten weiter ab, wobei gestern die Franzosen glänzten. Dennoch ist der Einbruch des niederländischen Verbrauchervertrauens ein Warnschuss, geben unsere Nachbarn in dieser Hinsicht doch häufig den Takt für den ganzen Kontinent vor. Und auch dort werden die Konsumaussichten angesichts des sich anbahnenden Endes der Bau-Hochkonjunktur und rückläufiger Hauspreiszuwächse zusehends ungünstiger. Dass die jüngste relative Schwäche von konsumnahen Sektoren wie Einzelhandel, Medien und Reise mit dem (von hohem Niveau aus) rückläufigen europäischen Baugeschäftsklima zusammenfällt, dürfte kein Zufall sein. Gerade in Deutschland, wo die reale Inlandsnachfrage per saldo seit rund sieben Jahren stagniert und auch der jüngste Maschinenbau-Ifo ziemlich ernüchternd ausgefallen ist, sollte man kollektiv die Daumen drücken, dass den überhitzten Immobilienmärkten im Mittelmeerraum, in Skandinavien sowie auf den britischen Inseln nicht dasselbe Schicksal blüht wie dem amerikanischen.

Hoffen sollten vor allem die Anleger. Denn während das für 2007 geschätzte Gewinnplus von einem Fünftel für die deutschen nichtfinanziellen Sektoren fast unter Dach und Fach sein dürfte, wirkt der für 2008 unterstellte Zuwachs von 16 Prozent schon beim derzeitigen Ifo-Stand langsam illusionär. Bei einem 2007er KGV der nichtfinanziellen Sektoren von satten 16,5 kommt es jedoch auf jedes Prozent an.



Combots

Natürlich ist man nachher immer klüger, und fürwahr ist es unerträglich altklug, sich im Nachhinein über ein Scheitern zu mokieren. Aber im Falle der sich selbst entleibten Firma Combots  beschlich einen von Anfang an das Gefühl, dass ihr größtes Pfund nicht im Zukunftspotenzial der sogenannten Characters und Emotions lag - bezahlbare bunte Digitalpüppchen, die dem Combots-Nutzer beim Onlinekommunizieren helfen sollten.

Sondern im Aktienpaket an United Internet  , mit dem jene im Oktober 2005 teilweise das vormalige Kerngeschäft von Combots bezahlt hatte, das Web.de-Portal. Mit diesem Aktienpaket hat Combots mittlerweile 170 Mio. Euro Kursgewinn gemacht - rund das Doppelte dessen, was seit Neugründung operativ verloren wurde. Per 31. 8. beziffert die Firma ihr Vermögen aus Liquidität und Wertpapieren mit 462 Mio. Euro. Selbst wenn man Finanzschulden, Restrukturierungskosten und ein weiteres Jahr operativer Verluste abzieht, bleiben rund 440 Mio. Euro Nettovermögen - 12,75 Euro pro Aktie.





Beim aktuellen Kurs ergäbe das zwar 15 Prozent Kurspotenzial. Allein, die Gefahr, dass die Firmenchefs die Welt wieder mit einer Produktinnovation beglücken wollen, ist zu groß. Zwar sind die Begeisterungsfähigkeit und der unbedingte Glaube an den Erfolg des Vorstands durchaus sympathisch.

Doch wenn man noch Anfang 2007 interessierten Aktionären erklärt, dass "Combots (...) mit einem Geschäftsmodell entworfen wurde, das die Aufmerksamkeit der Nutzer auf sich zieht, das enormes Wachstum, hohe Gewinnspannen und wiederkehrenden Cashflow bietet", und noch im Bericht zum zweiten Quartal "nennenswerte Erfolge in der Nutzergewinnung" im dritten Quartal erwartet, nur um keine zwei Monate später das operative Geschäft mangels Nutzerinteresse einzustellen, dann läuft da irgendwas in der Marktforschung oder Unternehmensplanung dermaßen falsch, dass man das Treiben lieber von der Ferne betrachtet. Die Jungs machen ja sowieso, was sie wollen. Was bei über 50 Prozent Anteilsbesitz ja auch möglich ist. Sollen sie ihren Spaß haben, Nutzern und Restaktionären entgeht er.





Quelle: Financial Times Deutschland

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Combots AG Namens-Aktien o.N. 11,10 +2,49% XETRA
UNITED INTERNET AG NAMENS-AKTIEN O.N. 14,08 -1,05% XETRA
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Peddy78:

Das Kapital: Der eindimensionale Blick auf BMW.

 
27.09.07 22:48
News - 27.09.07 21:32
Das Kapital: Der eindimensionale Blick auf BMW

BMW scheint das einzige deutsche Unternehmen zu sein, das unter dem starken Euro leidet. Weiteres Thema in diesem Kapital: der Pharmasektor.


Während besonnene Analysten die Einzelheiten der strategischen Neuausrichtung von BMW, die bis 2020 reicht, gar nicht so übel finden, ist ihnen mit Blick auf das Ergebnis 2008 seinetwegen angst und bange.



Die Firma, die zwischen 2000 und 2006 den Absatz von Autos der Marke BMW  um durchschnittlich 6,3 Prozent jährlich steigern konnte, den Absatz des Mini seit 2001, dem ersten Jahr nach der Trennung von Rover, von 25.000 auf 188.000 erhöhte und auch bei den Motorrädern im Mittel um fünf Prozent zulegen konnte, will den Autoabsatz bis 2012 auf gut 1,8 Millionen Stück ausweiten. Das entspräche einem jährlichen Zuwachs von durchschnittlich rund 4,6 Prozent, etwa dem Niveau des ersten Halbjahres 2007. Zum Vergleich: Bei der Marke Mercedes ist der Absatz zwischen 2000 und 2006 im Mittel um 1,5 Prozent gewachsen, während der Smart stagniert hat; im ersten Halbjahr 2007 ist der Absatz der Mercedes Car Group um drei Prozent gefallen. Die Weltwirtschaft wächst übrigens seit 2004 mit Raten von fünf Prozent, 2003 waren es vier Prozent.



Der Haken bei BMW und die Erklärung für die jüngste relative Schwäche der Aktie ist die Rentabilität, deren Entwicklung seit Jahren enttäuscht. Die Firma will nun die Umsatzrendite im Segment Autos von 5,5 im ersten Halbjahr bis 2012 auf acht bis zehn Prozent erhöhen und dafür alle Kosten auf den Prüfstand stellen sowie die Investitionen und den Kapitaleinsatz je Fahrzeug in Entwicklung, Produktion, Vertrieb und Verwaltung reduzieren. Helfen sollen Kooperationen (mit Daimler?), während Zukäufe unter bestimmten Voraussetzungen erwogen werden. Dazu kommen eine Modelloffensive sowie eine verstärkte natürliche Währungsabsicherung durch Erhöhung von Fertigung und Einkauf in den USA. Derweil soll die Dividendenausschüttungsquote deutlich steigen.

Nun sind ernste Zweifel angebracht, ob die Wachstumsziele angesichts der angestrebten Einsparungen von 6 Mrd. Euro zu realisieren sind, zumal in Sachen Produktangebot und Wettbewerb durch Audi, Mercedes und Lexus ohnehin eine gehörige Skepsis vorherrscht. Die verschnupfte Reaktion der Börse hat allerdings einen ganz anderen Grund. Im Vergleich zu Daimler verblassen die Margenziele von BMW komplett. Viele hatten sich noch deutlich beherztere Restrukturierungsmaßnahmen erhofft, nicht zuletzt mit Blick auf die hohen Entwicklungs- und Investitionsaufwendungen von BMW. Vielleicht sollten die Analysten aber auch einmal bedenken, dass die Unternehmensbewertung nicht nur von Kapitalrenditen und -kosten sowie den Mittelüberschüssen abhängt, sondern gerade auch vom Wachstum. Wiewohl Daimler nach der Chrysler-Abspaltung das Kerngeschäft fokussierter betreiben wird, ist fraglich, ob dieser Aspekt nicht arg zu kurz kommt in der Euphorie um Daimler und dem Verdruss um BMW.



Pharmasektor

Wohl nirgendwo läge ein Eingreifen aggressiver Investoren so auf der Hand wie bei den großen Pharmakonzernen. Die Bilanzen sind wenig effizient, die Aktien enttäuschen seit Jahren, die Vorstände sind eher starr, und eine schnelle Erholung ist nicht in Sicht. Die Firmen stecken weiter viel Geld in Forschung und Entwicklung, trotz deutlicher Hinweise auf rückläufige F&E-Produktivität.

Was könnten Heuschrecken anders machen? Hätten die fünf größten Pharmakonzerne der Welt ihre F&E-Ausgaben 2006 auf null gesenkt, wäre der Vorsteuergewinn 57 Prozent höher ausgefallen. Nimmt man noch ein wenig Verschuldung dazu, könnte aus einem Medikamentenhersteller Geld herausgepresst werden, bis seine Patente ablaufen.



Doch bislang gerieten nur wenige Unternehmen unter Beschuss, was auch seinen guten Grund hat. Zum Teil liegt dies an der Undurchsichtigkeit des Pharmageschäfts. Es hängt von Forschungserfolgen, Regulierungsbehörden und langwierigen Produktentwicklungen ab. Des Weiteren nützt ein Großteil der laufenden F&E-Arbeit auch bestehenden Produkten, weil neue Anwendungsgebiete für Medikamente gefunden werden oder Tests durchgeführt werden, auf deren Grundlage Patente verlängert werden können. Und welche Vertriebsmannschaft würde bei einer Firma bleiben, der Produkte für die Zukunft fehlen?

Die Bilanzen sind aus gutem Grund konservativ. Pharmafirmen brauchen Geld für eventuelle Schadensersatzklagen (siehe Vioxx). Außerdem sind die Umsätze aus dem Geschäft mit bestehenden Produkten alles andere als sicher. Das dürften jetzt die Eigentümer von Nycomed feststellen. Als das Unternehmen vergangenes Jahr für 4,2 Mrd. Euro Altana Pharma  kaufte, schien dessen Kassenschlager Protonix noch mindestens drei Jahre Patentschutz zu genießen. Kürzlich weigerte sich jedoch ein Gericht, die Produktion eines Nachahmerprodukts zu verbieten. Zwar geht Nycomed in Berufung, aber der Fall ist ein weiteres deutliches Warnsignal an die Branche.





Quelle: Financial Times Deutschland

News druckenName  Aktuell Diff.% Börse
ALTANA AG Inhaber-Aktien o.N. 16,95 -0,88% XETRA
BAYERISCHE MOTOREN WERKE AG STAMMAKTIEN EO 1 45,98 -1,50% XETRA
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Peddy78:

Das Kapital: Gefühlte Inflation.

 
01.10.07 04:17
News - 30.09.07 19:28
Das Kapital: Gefühlte Inflation

Es gibt aber auch Zufälle da draußen. Ein weiteres Thema in diesem Kapital ist die Übernahme von 3Com durch Bain Capital.


Angeblich ist der Zusammenhang zwischen Geldmenge und Inflation in den 2000er- Jahren auch in der Euro-Zone zusammengebrochen - meinen jedenfalls die meisten, denn bei Renditen auf Staatsanleihen von nur etwas mehr als vier Prozent rechnen die Anleger wohl kaum mit einem Anstieg der Inflationsrate in Richtung fünf Prozent, den die Geldmenge M3 ja durchaus signalisiert. Komischerweise ist in den 2000er-Jahren aber auch noch ein anderer Zusammenhang kollabiert: Die gefühlte Inflation der Verbraucher entspricht seit ungefähr 2002 nicht mehr dem offiziell ausgewiesenen Konsumentenpreisanstieg. Dabei hatten die Verbraucher seit 1985, als die EU die gefühlte Inflation zu erheben begann, doch immer ein sehr feines Gespür für die Preisentwicklung.



Die EZB tat gut daran, auf diese Divergenz bereits im Monatsbericht Mai 2007 ausführlich einzugehen, und hat in einem langen Artikel dargelegt, weshalb die hohe gefühlte Inflation Verzerrungen unterliegen kann und daher nicht auf einen fehlerhaften Ausweis des Verbraucherpreisindizes hindeuten muss. Indes muss die Zentralbank hoffen, dass ihre Prognose zutrifft, wonach sich die gefühlte Inflation, die im Zuge der Euro-Bargeldeinführung sprunghaft zunahm, mit der Zeit wieder dem offiziellen Verbraucherpreisanstieg anpasst - und es nicht umgekehrt kommt.



Denn nach dem jüngsten rapiden Anstieg der gefühlten Inflation nähert diese sich den Werten vom Sommer 2002. Sie ist damit höher als 1991, als die ausgewiesene Inflation bei über vier Prozent lag. Derweil steigen auch die Preiserwartungen der Verbraucher in einem Maße an, dass es der EZB nicht mehr egal sein kann. Denn trotz der allenthalben vorgebrachten Besänftigung, teurer würden nur die Dinge des täglichen Bedarfs, während größere Anschaffungen eher billiger zu haben seien, kann der Inflationsdruck ja alleine schon aufgrund steigender Inflationserwartungen zunehmen. Auch ist der offizielle Verbraucherpreisindex nicht über jeden Zweifel erhaben, da er Mieten etwa nur unvollständig erfasst.

Bleibt zu hoffen, dass in künftigen Untersuchungen der Zusammenhang zwischen Geldmenge und gefühlter Inflation nicht plötzlich enger werden wird als jener zwischen Geldmenge und offizieller Inflation. Da wäre es ein schwacher Trost, dass die gefühlte Inflation andernorts schon seit den frühen 90ern höher ist als die offiziell ausgewiesene. Dass das ausgerechnet in den USA der Fall ist, wo die Geldmenge als Inflationsgradmesser schon längst ausgedient hat, ist sicher reiner Zufall. Im Gegensatz zum Euro-Raum wurde dort allerdings kein neues Geld eingeführt, sondern nur ständig mehr vom alten in Umlauf gebracht.



Bain/3Com

Wenn einen das Pferd abwirft, gleich wieder rauf auf den Gaul. Im August froren die Schuldenmärkte ein, jetzt übernimmt Bain Capital für 2,2 Mrd. $ den Netzwerker 3Com  und stemmt damit wieder ein erstes Going Private - also ein Geschäft, bei dem ein Unternehmen von der Börse genommen wird. Doch die Auftauphase wird mehr Zeit brauchen.

Satte 44 Prozent Aufschlag legt Bain für einen Zukauf hin, der den Finanzinvestor auf direkten Konfrontationskurs zu Cisco  bringt - ein wenig beneidenswerter Umstand, der es 3Com beispielsweise so gut wie unmöglich macht, in den USA Geld zu verdienen.





Aber das ist kein gewöhnlicher Buyout. Erstens findet das Geschäft zwar in den USA statt, doch es geht um Asien. 3Com macht sein Hauptgeschäft (und den Großteil der Gewinne) in Asien. Bain erwartet dementsprechend auch gar nicht, dass die üblichen US-Investoren die 1 Mrd. $ stellen, die für die Finanzierung des Geschäfts aufgebracht werden müssen. Vielmehr sollen die Asien-Sparten von Citigroup  , UBS  , HSBC  und ABN Amro  , sowie die Bank of China  zumindest anfangs den Großteil der Gelder liefern. Zweitens versucht Bain eine Sanierung, anstatt wie sonst ein starkes Unternehmen zu kaufen und es bis Oberkante Unterlippe zu verschulden. Daher ist die Schuldenlast verglichen mit anderen aktuellen Geschäften auch niedrig und beträgt keine 50 Prozent des Unternehmenswerts.

Eine entscheidende Rolle wird Huawei Technologies spielen. Die chinesische Netzwerkfirma übernimmt fast 20 Prozent der Anteile. Wie sehr sich Huawei einbringt, könnte über Gedeih oder Verderb auf dem schwierigen chinesischen Markt entscheiden.

Huawei könnte sich als Problem erweisen, wenn die US-Behörden Ärger machen, weil Chinesen bei einer Firma engagiert sind, die in Amerika in heiklen Bereichen agiert. Sollte sich wider Erwarten keine Lösung finden, stünde Bain in China ohne seinen wichtigsten Partner da. In der restlichen Welt ist 3Com ein Zwerg verglichen mit Cisco. Da wird es schwer, rentabel zu arbeiten. Durch eine bessere Integration des Chinageschäfts dürfte Bain Einsparungen erzielen. Aber da man einen hohen Preis bezahlt hat, wird es nicht leicht werden für Bain, 3Com auf die Sonnenseite zu führen.







Quelle: Financial Times Deutschland

News druckenName  Aktuell Diff.% Börse
3Com Corporation 4,94 +34,24% NASDAQ
ABN AMRO HOLDING 36,95 +0,14% Amsterdam
Bank of China Ltd. Registered Shares H YC 1 0,38 +2,43% Frankfurt
Cisco Systems, Inc. 33,1299 -0,30% NASDAQ
CITIGROUP INC 46,67 -0,45% NYSE
HSBC HLDGS.UK ORD $0.50 (UK REG) 905,00 -0,93% London Dom Quotes
UBS N 62,60 +0,72% VIRT-X
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Peddy78:

Das Kapital: Tabula rasa bei Citigroup und UBS.

2
02.10.07 08:29
News - 01.10.07 21:00
Das Kapital: Tabula rasa bei Citigroup und UBS

Für das vierte Quartal erwarte er wieder ein normales Gewinnumfeld, erläuterte Citigroup-Chef Charles Prince den für die dritte Jahresperiode geschätzten Ergebnisrückgang von 60 Prozent. Weitere Themen in diesem Kapital: Nokia und die Tata Group.


Die Anleger waren begeistert - und jagten die US-Aktie ebenso nach oben wie jene der UBS  , die für das dritte Quartal mit einem Verlust von bis zu 800 Mio. Franken rechnet. Dabei sollten sie eigentlich nichts mehr fürchten als gewöhnliche Bankengewinne.





Denn normal ist es ja kaum, wenn die finanziellen Kapitalgesellschaften in den USA fast zwei Drittel dessen verdienen, was die nichtfinanziellen Firmen an Gewinnen einstreichen, aber nicht mal ein Fünftel der Wertschöpfung Letzterer erbringen.

Im Gegenteil: Das ist nur möglich in Zeiten, in denen die Notenbanken das System mit Geld überfluten und die Inflation dennoch vorübergehend versteckt bleibt, weil dann, wie bis vor Kurzem, vom Kredit- über das Kapitalmarkt- bis zum Beratungsgewerbe alle Sparten der Banken gleichzeitig gut laufen.



Inzwischen aber ist das System derart mit Kredit - sei er durch Realkapital oder konstruierte Sicherheiten hinterlegt - überschüttet, dass Abschreibungen im Kredithandel ebenso wenig die Ausnahme bleiben werden wie zunehmende Verbraucherkreditausfälle.

Die Anleger sind daher auf dem Holzweg, wenn sie glauben, dass die Kreditrisiken bei Citigroup  und UBS nun auf dem Tisch liegen, zumal deren Bewertung obskur bleibt. Wer eine UBS-Aufspaltung fordert, sollte zudem bedenken, wie sehr die Margen im Neugeschäft der Privatkundenbranche unter Druck stehen. Selbst hier dürfte es für die erfolgsverwöhnten Schweizer künftig schwerer werden.





Nokia/Navteq

Der Weg ist das Ziel, wird sich Nokia  gedacht haben, als es den Plan zur Übernahme der Navigationssoftwarefirma Navteq  ankündigte. So nachvollziehbar die Transaktion erscheint, so viele Fragen wirft sie auf.

Zunächst einmal, wie Nokias Hauptkunden, die mobilen Netzwerkbetreiber, darauf reagieren werden, dass die Finnen bereits zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen auf Konfrontationskurs gehen. Mit der Ankündigung eines eigenen Musikportals betrat Nokia schon Ende August das Terrain der Telekomanbieter. Nun werden sie ein weiteres Mal herausgefordert. Hängt doch auch ihre Zukunft stark von einem steigenden mobilen Datenaufkommen ab, zu dem Musikdownloads und Navigationsdienste einen großen Teil beitragen. Nokia muss entweder die Zukunftsaussichten für den Handyverkauf so grau sehen - Verflachung hin zum Massenmarkt? - oder die Zukunft mobiler Dienste so rosig, dass es die Konfrontation mit den großen Netzwerkbetreibern nicht scheut.

Auch der Wettbewerb wird sich nun einiges fragen. Der niederländische Navigationsgerätehersteller Tomtom etwa, ob er mit seiner Übernahme von Teleatlas - dem Hauptrivalen von Navteq - noch durchkommt. Die offizielle Angebotsfrist beginnt am Mittwoch. Dass der Kurs von Teleatlas und von Tomtom stieg, ist auf Spekulationen zurückzuführen, dass der weltgrößte Navi-Hersteller Garmin Tomtom überbieten könnte. Schließlich muss sich Garmin fragen, ob es in ferner Zukunft noch von Navteq beliefert werden wird, sollte diese Teil von Nokia werden. Garmins Kurs knickte ein.

Schließlich bleibt die Frage, wie Nokias Rivalen auf die Neudefinierung des Geschäftsmodells der Finnen reagieren. Wenn sich schon der Marktführer gegen eine Abschwächung im Kerngeschäft absichert, was müssen dann erst die kleineren Hersteller tun?


Tata/Jaguar


Die Tata Group wurde kürzlich zum "Investor des Jahres" gekürt unter den indischen Firmen, die in Großbritannien investieren. Das verwundert nicht, denn man hat den Briten mit dem Kauf des Stahlkochers Corus einen Dienst erwiesen. Jetzt liebäugelt Tata mit der defizitären Traditionsmarke Jaguar.

Rund 3 Mrd. $ werden wohl fällig, um Land Rover und Jaguar von Ford zu kaufen. Kein Problem für die in Geld schwimmenden Inder. Tata Motors ist die Nummer drei in Indien und auf der Industrieseite nahezu schuldenfrei. Aber wie passt Jaguar in die Strategie, billige Autos für Schwellenländer zu entwickeln? Mit dem Projekt, den günstigsten Pkw der Welt für 2500 $ zu bauen, ist Tata angesichts steigender Rohstoffpreise bereits gut beschäftigt. Im Inland hat man es zudem mit sinkenden Marktanteilen zu tun. Die Analysten sind wegen der alternden Modelle und des antiquierten Vertriebs besorgt. Vielleicht könnten die britischen Zukäufe wenigstens im Vertrieb neue Impulse bringen, auch im Ausland.

Tata verfügt über eine gute Geschäftsführung und hat bei früheren Zukäufen ein geschicktes Händchen bewiesen. Dennoch neigt die Aktie seit den ersten Gerüchten über eine Jaguar-Übernahme wegen der mangelnden strategischen Meriten zu relativer Schwäche. Der Vorstand sollte noch einmal in sich gehen.







Quelle: Financial Times Deutschland

News druckenName  Aktuell Diff.% Börse
CITIGROUP INC 47,72 +2,25% NYSE
NAVTEQ CORP 76,45 -1,95% NYSE
NOKIA CORP. Registered Shares EO 0,06 26,23 -1,54% XETRA
UBS N 64,50 +3,04% VIRT-
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Peddy78:

Das Kapital:Eine Wette...und TUI.

 
05.10.07 09:07
News - 04.10.07 21:18
Das Kapital: Eine Wette auf die Unvernunft der anderen

Früher war es ein Rezessionssignal. Doch inzwischen haben sich die meisten derart an die seit Anfang 2006 negative Differenz aus der Rendite zehnjähriger Staatsanleihen und dem Dreimonatszins (Zinsdifferenz) in den USA gewöhnt, dass viele nur noch mit den Schultern zucken. Weiteres Thema in diesem Kapital: TUI.


Schließlich sind ja genügend Belege vorgebracht worden, warum die Zinskurve als Konjunkturwegweiser nicht mehr zu gebrauchen ist. Wen kümmert's, dass die Vorjahresveränderungsrate der - nominalen - US-Industrieaufträge seit Anfang 2006 von 9 auf 1,2 Prozent gefallen ist, ohne den wankelmütigen Transportsektor gerechnet gar von plus 10,9 auf minus 0,4 Prozent? In dieser Zeit hat der Dollar um sieben Prozent abgewertet, und die nominalen US-Güterexporte haben um mehr als ein Fünftel zugelegt.



Wer das ignoriert, wird sich auch nicht dadurch aus der Ruhe bringen lassen, dass die Zinsdifferenz in der Euro-Zone seit zwei Monaten ebenfalls negativ ist. In Deutschland gab es das in den frühen 70ern, Anfang der 80er und 90er sowie (fast) zu Beginn der 2000er. Jedes Mal folgte eine Rezession. Derweil fällt auch die japanische Zinsdifferenz rasant. So viel zur These, die USA würden sich mit steigenden Exporten über Wasser halten können.

Dafür brummen ja die Schwellenländer, werden nun viele einwenden. Übersehen wird dabei indes, dass die Industrieländer 2006 laut IWF einen Anteil am Welt-Dollar-BIP von 74 Prozent hatten, gegenüber 69 Prozent 1980. Hinsichtlich der kurzfristigen Umsatz- und Gewinnentwicklung der hiesigen Firmen geben die Industrieländer also immer noch den Takt vor, zumal ihre Dynamik auch jene in den Schwellenländern beeinflusst. Allein das Leistungsbilanzdefizit der USA entspricht rund zwei Prozent des Dollar-BIP im Rest der Welt.



Insofern bemerkenswert sind die schwachen Firmenumfragewerte in der europäischen Metallindustrie, einer frühzyklischen Branche. Doch während das Vertrauen hier noch schneller schwindet als in der Gesamtwirtschaft, eilen die Metallaktien dem Stoxx in spektakulärer Weise davon. Unterdessen hat sich über die letzten Monate selbst zwischen den Veränderungsraten von Dax und Euro-Dollar-Kurs eine positive Korrelation entwickelt - als ob die Gewinne, die den US-Firmen aufgrund der Dollar-Schwäche demnächst im Ausland zugetraut werden, zweimal zu verteilen wären.

Angesichts solcher Unbekümmertheit erinnert die Börse tatsächlich an die späten 90er, wie manche anmerken. Bloß ist die jetzige Krise schwerwiegender als jene von 1997/98. Da muss man schon einigen Mut aufbringen, um auf die Unvernunft der anderen zu wetten.



TUI

Trotz seiner immer wieder mediengerecht inszenierten Einstiege bei deutschen Konzernen fällt es zunehmend schwerer, sich von den ungebetenen Ratschlägen des Herrn Wyser-Pratte aus Übersee noch gut unterhalten zu fühlen. Zu undifferenziert und repetitiv klingen die immergleichen Forderungen nach Aufspaltung und höherer Ausschüttung.

Wobei die Einmischung aktiver Aktionäre für den deutschen Kapitalmarkt durchaus belebend wirken kann. Zu ausgeprägt war der Nichtangriffspakt unter den hiesigen Vorstände, Aufsichtsräten und Banken, was oft zu einer Verschleppung notwendiger Veränderungen führte. Auch müssen die Vorstände - von wenigen Ausnahmen abgesehen - bis heute keine unangenehmen Fragen deutscher Fondsmanager auf Hauptversammlungen fürchten.



Mit TUI hat sich Wyser-Pratte nun eine Firma ausgesucht, deren Missmanagement legendär ist und deren Vorstand sich seit Jahren von der unterdurchschnittlichen Entwicklung der Firma und der Aktie unbeeindruckt zeigt. Ebenso wie von den ebenfalls seit Jahren kursierenden Forderungen nach einem Rücktritt und einer Zerschlagung der Firma. Schwer vorstellbar also, dass Michael Frenzel gerade jetzt externem Druck nachgeben sollte.

Da Frenzel noch dazu eine Reihe ihm wohlgesonnener Aktionäre an Bord hat, dürfte es schwer werden, nur mit einer Handvoll Aktien auf einer HV genügend Druck aufbauen zu können. Damit müsste wohl, wer wirklich Wertsteigerungspotenzial bei TUI sieht, den ganzen Laden kaufen. Dafür wäre, wenn überhaupt, dann jetzt ein guter Zeitpunkt. Erstens ist eine Zerschlagung des Konzerns nach der formalen Abspaltung des Touristikgeschäfts deutlich einfacher geworden. Zweitens sind die üppigen Verlustvorträge nur noch im Falle einer Übernahme dieses Jahr voll nutzbar.

Allerdings müsste der Käufer dann schon eine sehr positive Meinung sowohl zum Touristikgeschäft als vor allem auch zur Schifffahrt haben, wo die Frachtraten weiter von einer schwächelnden US-Wirtschaft gedrückt werden könnten. Denn wenn es nur um die überdimensionierten Kosten von TUIs Holdingsstruktur geht, ist der Wegfall ebendieser im jetzigen Kurs schon lange vorweggenommen.





Quelle: Financial Times Deutschland

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Peddy78:

Vom Sinn und Unsinn von Übernahmen.

 
15.10.07 09:42
News - 14.10.07 21:07
Das Kapital: Vom Sinn und Unsinn von Übernahmen

Es gibt zwei grundsätzliche Möglichkeiten, eine Firmenübernahme zu beurteilen: Die rein finanzmathematische Betrachtung und die strategische. Sich auf die strategischen Meriten einer Fusion zu berufen wird Vorständen meist übel genommen.


Mit der finanzmathematischen Methode versucht man, vereinfacht gesagt, rauszufinden, ob der Preis oder der Nutzen der Übernahme höher ist. Bei der strategischen Betrachtung wird beleuchtet, ob ein Zusammengehen aus Kunden-, Produktions-, oder auch Firmenkultursicht Sinn ergibt.



Sich auf die strategischen Meriten einer Fusion zu berufen wird Vorständen meist übel genommen. Denn in aller Regel sollen damit kurzfristige finanzielle Belastungen entschuldigt werden. Dem Anleger schwant dann, dass der Vorstand es mit der finanzmathematischen Valuierung des Deals nicht so genau genommen hat. Doch hängt der Erfolg einer jeden Übernahme davon ab, dass sowohl die strategischen als auch die finanziellen Aspekte stimmen. Abhängig von der jeweiligen Branche müssen diese Aspekte gewichtet werden.



So wird beim Kauf einer Immobilien- oder Rohstofffirma der Einkaufspreis die entscheidende Rolle spielen. Schon im Automobilsektor spielt die strategische Komponente eine wichtigere Rolle. Daimlers  Kauf von Chrysler wäre auch dann nicht gerettet worden, hätten die Stuttgarter nur die Hälfte gezahlt. Noch extremer ist es bei Wachstumssektoren, Technologie zum Beispiel. Ob eine Übernahme erfolgreich war oder nicht, wird sich schon nach wenigen Jahren nicht mehr daran bemessen, ob man zum Kaufzeitpunkt 20 oder 30 Prozent Prämie zum Aktienkurs gezahlt hat. Sondern inwieweit das Übernahmeobjekt zum Wachstum beigetragen hat, ob direkt oder indirekt.



SAP/Business Objects

Komischerweise haben die kritischen Stimmen zu SAPs Coup alle von dem überhöhten Preis gesprochen, obwohl die Übernahme bereits ab 2009 nach US GAAP gewinnsteigernd ist und pro forma, also bei Eliminierung liquiditätsneutraler Einmalabschreibungen schon 2008. So liegen die Finanzierungskosten (Zinszahlungen plus entgangener Zinsen auf die bisherige Kasse) für SAP  bei rund 200 Mio. Euro und damit auf gleicher Höhe wie das bisherige für Business Objects  geschätzte operative Ergebnis für 2008, selbst wenn man es um zehn Prozent mindert. Zugegeben, das sieht in der Gewinn- und Verlustrechnung nett aus, aber natürlich erwartet der Aktionär von einer zugekauften Firma eine höhere Rendite als von Barreserven. Man kann aber auch die gezahlte Prämie von 1,4 Mrd. Euro mit den erwarteten Synergien vergleichen, welche nach Steuern und diskontiert 2,2 Mrd. Euro ergäben. Das sieht zunächst beruhigend aus.



Doch diese Zahlenspiele werden schnell Makulatur, wenn Business Objects strategisch nicht zu SAP passt. Wenn es SAP nicht schafft, den organischen Umsatzrückgang zu drehen, Business Objects wieder im oberen Marktsegment, weg von Microsoft, zu platzieren, und wenn andererseits Business Objects SAP keinem schnelleren Zugang zu vielen neuen amerikanischen, aber auch kleineren Kunden verschaffen kann. Wenn sich herausstellen sollte, dass SAP nicht über die Business-Intelligence-Schiene ein größeres Stück vom IT-Ausgabenkuchen der Kunden bekommen kann. Das Gegenteil zu beweisen wird die Aufgabe von SAP im kommenden Jahr sein.



Oracle/BEA

Wenn Oracles Datenbanken genauso schnell reagierten wie der Vorstand, ist Oracles Dominanz in dem Markt verständlich.

Allein schon diese Geschwindigkeit lässt einen jedoch zweifeln, ob Oracles Übernahmen sowohl strategisch als finanziell stets gut durchdacht sind. Aus finanzieller Perspektive tut Oracle  seinen Aktionäre durch sein aggressives Vorgehen keinen Gefallen, da es drei wertmindernde Reaktionen provoziert. Zunächst einmal wird das Zielobjekt regelmäßig alles versuchen, die Übernahme abzuwenden, Oracles Offerte schlecht reden und eventuell nach einem Weißen Ritter Ausschau halten. Das alles führt dazu, dass Oracle meist kräftig nachlegen muss - bei BEA  ist das jetzt schon sicher. Zum zweiten verlassen viele Topmanager nach erfolgter Übernahme die Firma, entweder weil sie von Oracle gefeuert werden, oder aus eigenen Stücken. Und drittens reagieren auch viele Kunden nervös, wenn ihr Softwarelieferant von Oracle aufgekauft wurde.



Daher resultierte Oracles bisherige 25-Mrd.-$-Einkaufstour in weniger als der Summe der Einzelteile. JP Morgan rechnete nach dem Peoplesoft-Kauf dort mit rückläufigen Lizenzerlösen von 40 Prozent. Kein Wunder, dass Oracle den Kundenzugang und die lukrativen Wartungserlöse in der Vordergrund schiebt.

Doch vielleicht denkt Oracle strategisch viel weiter, als man annimmt. Schließlich ist die Firma - trotz extrem hoher Reibungsverluste - dabei, aus dem Markt für Anwendersoftware ein Duopol zu zimmern, mit allen Meriten. Allerdings, und das spiegeln die Kurse der vergangenen zwei Jahre nicht wider, würde SAP mindestens gleich stark davon profitieren.





Quelle: Financial Times Deutschland

News druckenName  Aktuell Diff.% Börse
BEA Systems, Inc. 18,82 +38,18% NASDAQ
BUSINESS OBJECTS 41,62 -0,43% Paris
DAIMLERCHRYSLER AG NAMENS-AKTIEN O.N. 74,25 -1,07% XETRA
Oracle Corporation 22,4401 -0,09% NASDAQ
SAP AG Inhaber-Aktien o.N. 39,29 -0,56% XETRA
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Peddy78:

Das Kapital: Die VW-Vorzüge haben Vorzüge.

 
29.10.07 02:02
News - 28.10.07 21:01
Das Kapital: Die VW-Vorzüge haben Vorzüge

Keine Frage, die Gewinnschätzungen bei VW werden weiter steigen. Legt man die aktuelleren Prognosen zugrunde, hatten die Analysten für 2007 im Mittel bislang einen operativen Gewinn von gut 5,5 Mrd. Euro erwartet. Weiteres Thema in diesem Kapital: Microsoft.


Nach dem Q3-Gewinnsprung von 53 Prozent hat VW  aber schon nach neun Monaten 4,3 Mrd. Euro geliefert, und bereits im vierten Quartal 2006 hat die Firma 1,4 Mrd. Euro erwirtschaftet. Wie gehabt werden die Prognosen zwar vor allem unterhalb des Gewinns vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) zulegen, da die dramatisch gesunkene Investitionsquote - obschon sie wieder etwas steigen wird - nachgebende Abschreibungen zeitigt.



Dazu kommt ein hohes Finanzergebnis. Dennoch könnte die Aktie kurzfristig weitere Impulse erhalten - na ja, sofern bei einem 2009er KGV von 16 nicht ohnehin längst die Hoffnung auf steigende Schätzungen mitschwingt.

Spannend sind indessen drei Aspekte. Erstens der Vergleich zu Toyota  . Anders als bei VW steht die Aktie der Japaner angesichts der konjunkturellen Eintrübung massiv unter Druck, sodass das Kurs-Umsatz-Verhältnis zuletzt auf gut 0,8 gefallen ist. VW kommt nun auf 0,6. Die Kurs-Umsatz-Betrachtung ist sicher ein sehr grober Ansatz.

Aber er gibt einen Anhaltspunkt. Danach ist die Bewertung von VW nicht mehr so weit vom Maß aller Dinge in der Branche entfernt. Und immerhin hat Toyota weiter einen beträchtlichen Größenvorsprung, von den Währungsvorteilen ganz zu schweigen.



Der zweite Aspekt betrifft die Aufstockung des VW-Anteils durch Porsche auf über 50 Prozent. Wie die Spatzen längst von den Dächern pfeifen, hat Porsche Kaufoptionen auf VW. Nur sind die Schwaben keineswegs in Eile. Wie viele VW-Stämme sie schon gekauft haben, ist nicht bekannt. Eine Vermutung lautet, dass es dem Interesse von Porsche diene, wenn VW jetzt glänzende Zahlen ausweise, weil dann die VW-Optionen im Wert stiegen.

Da diese aber nicht gegen VW-Aktien eingetauscht werden müssten, sondern einfach Kasse gemacht werden könne, sei es gut vorstellbar, dass Porsche genau dies tue, um die VW-Stämme später zu günstigeren Kursen am Markt einzusammeln.

Das spräche gegen die Stämme, aber nicht unbedingt gegen die Vorzüge. Das ist der dritte Aspekt, der Abschlag der Vorzüge gegenüber den Stämmen von gut einem Drittel. Das scheint ein alter Hut zu sein. Nur wird das Stimmrecht bei VW auch nach dem Ende des VW-Gesetzes nicht viel wert sein, weil Porsche das Sagen hat - und den Konzern ohnehin auf Rendite trimmt.

Sobald Porsche aufgestockt hat und sofern Niedersachsen nach der Wahl bei seinem Anteil bleibt, werden überdies mehr Vorzüge als Stämme im Umlauf sein. Der Abschlag ergibt vor allem dann keinen rechten Sinn mehr, wenn sich der Titel tatsächlich aus fundamentalen Gründen verfünffacht hat. Für VW-Bullen könnte es diesmal wirklich einen Versuch wert sein, die Vorzüge zu kaufen und gleichzeitig die Stämme leerzuverkaufen.





Microsoft
Ein Kursanstieg beinahe im zweistelligen Prozentbereich, mit 27 Prozent Umsatzplus das höchste Wachstum eines ersten Quartals seit 1999, und eine Wachstumsprognose für das laufende Jahr, die über den Konsensschätzungen liegt. Man könnte meinen, Microsoft  habe im Sommer Software auf den Markt gebracht, die es Banken ermöglicht, ihre faulen Subprime-Kreditpakete richtig zu bewerten oder diese wieder hochzurechnen.



Dabei waren es Microsofts traditionelle Sparten, die die Zahlen trieben. So verzeichnete das umsatzstärkste Geschäft mit Betriebssoftware ein Plus von 25 Prozent. Die Firma selbst erklärt das mit stärker als erwartet ausgefallenen Computerverkäufen, einem Rückgang von Produktpiraterie in Russland und China sowie steigendem Interesse an der Premiumversion von Vista.

Als Laie fragt man sich: Ist das die Version, die absturz- und virensicher ist? In dem Fall wären wir auch bereit, mehr auf den Tisch zu legen und uns damit den mittlerweile 75 Prozent der Kunden anzuschließen, die mehr ausgeben. Ebenfalls stark entwickelte sich die zweitgrößte Sparte, Unternehmenssoftware, obwohl zahlreiche Produktneuheiten erst 2008 auf den Markt kommen werden.



Unter anderem im Bereich Business Intelligence, in dem Microsoft im unteren Segment zunehmend der von SAP  umworbenen Business Objects Konkurrenz macht.

Doch diese Zahlen allein haben den Kurssprung nicht verursachen können - dafür ist allen zu bewusst, dass vor allem die Betriebssysteme und das Office-Paket trotz Zwischenspurt die besten Zeiten hinter sich haben. Die Fantasie, dass Microsoft auch in Wachstumsfeldern noch mitmischen kann, wurde durch den endlich sichtbaren Erfolg bei Spielkonsolen geweckt sowie der angekündigten Beteiligung an der Kontaktbörse Facebook.

Schaut man sich die bisher eher dürftigen Kommerzialisierungsversuche der Web-2.0-Plattformen an, könnte Microsoft hier zum ersten Mal seit Langem wieder Maßstäbe setzen. Es könnte aber ein langer Marsch werden.







Quelle: Financial Times Deutschland

News druckenName  Aktuell Diff.% Börse
Microsoft Corporation 35,03 +9,50% NASDAQ
SAP AG Inhaber-Aktien o.N. 37,22 -0,08% XETRA
TOYOTA MOTOR CORP. Registered Shares o.N. 38,10 +3,53% Frankfurt
VOLKSWAGEN AG STAMMAKTIEN O.N. 181,80 +4,18% XETRA
Antworten
Peddy78:

Das Kapital: MAN läuft hochtourig.

 
01.11.07 04:39
News - 31.10.07 17:12
Das Kapital: MAN läuft hochtourig

Von Deutschland über Europa in die Welt. Die Botschaft von MAN ist so verzückend, dass man wohl weiter nicht an der Aktie vorbeikommt. Weitere Themen in diesem Kapital: Garmin/Tele Atlas und China/Afrika.


Denn zu den ständig steigenden Rentabilitätszielen kommt ja noch ein bis 2010 durchschnittlich angestrebtes Wachstum von zehn Prozent, das sich aus der zunehmenden Nachfrage nach Transportkapazitäten speist, neben der Nutzfahrzeug- und Dieselsparte aber auch das Turbo- und Dienstleistungsgeschäft umfasst. Kurzum: MAN  ist in den richtigen Märkten tätig, und die Unternehmensleitung weiß Gewinn daraus zu schlagen. Dazu kommt weiter die Fantasie einer irgendwie gearteten Fusion mit Scania und großen entsprechenden Synergien. Selbst die Makroseite scheint zur Abwechslung Appetit zu machen. Im Oktober-Ifo haben wenige Branchen ein so zuversichtliches Bild gezeichnet wie die Lkw-Industrie, deren Geschäftserwartungen sprunghaft gestiegen sind, während jene der Autohersteller immer düsterer anmuten.



Ein Haken ist indes, dass die Aktie nach der Verdreizehnfachung binnen fünf Jahren am Cashflow gemessen fast nicht mehr zu bezahlen ist. In den ersten neun Monaten 2007 hat die Firma Cash Earnings - verkürzt steht das für: Vorsteuerergebnis minus gezahlte Steuern plus Abschreibungen - von 1,1 Mrd Euro erzielt, nach 0,8 Mrd. Euro im entsprechenden Vorjahreszeitraum und knapp 1 Mrd. Euro im Gesamtjahr 2006. Der Börsenwert der Firma liegt nun bei gut 18 Mrd. Euro. Da auch Scania  eine hohe Cashflow-Bewertung aufweist, kann man nur hoffen, dass Schulden bei der Fusion letztlich keine große Rolle spielen. Denn der nächste Lkw-Abschwung kommt bestimmt.



Garmin/Tele Atlas


Es ist nicht schwer, bei der aktuellen Konsolidierung im Navigationsgeräte und -softwaremarkt doch die Orientierung zu verlieren.

So riet Morgan Stanley noch Mitte Oktober seinen Kunden dazu, Garmin  zu verkaufen und gleichzeitig Tomtom zu kaufen. Die Wette wäre nicht aufgegangen, wie auch so manch andere Rechnung in diesem Bietergefecht. Die Ankündigung des US-Geräteherstellers Garmin, das Gebot des Rivalen Tomtom für den Navigationssoftwareanbieter Tele Atlas  zu überbieten, führte zu wilden Kursreaktionen. Während am Mittwoch Garmin und Tomtom jeweils rund 1,4 Mrd. Euro an Börsenwert einbüßten, legte das Objekt der Begierde gerade einmal um 330 Mio. Euro zu.

Büßte Tomtom so stark ein, da die Aktionäre befürchten, dass die Firma sich Tele Atlas nicht mehr einverleiben kann, oder da man ein noch höheres Gebot befürchtet? Für Letzteres spricht nicht nur, dass Tele Atlas' Kurs deutlich über Garmins Gebot sprang, sondern auch der scheinbare Analystenkonsens, dass die Softwarehersteller der Schlüssel für den zukünftigen Erfolg der Gerätehersteller seien.

Wenn dem aber so ist, muss man sich wiederum fragen, warum die Aktien des US-Konzerns fallen, wenn er sich anschickt, seine Zukunft zu retten und dafür gerade mal ein Achtel des eigenen Börsenwerts ausgeben will.

Die eigentliche Frage ist, wie lange das Quasiduopol von Tele Atlas und Navteq Bestand haben wird und welche Margen sich durchsetzen lassen, bevor die Kunden meutern oder neue Rivalen angelockt werden. Es wäre sonderbar, wenn gerade dieser Zukunftsmarkt von Wettbewerb verschont bleiben sollte.



China/Afrika

Nach dem Öl interessiert sich China nun für Afrikas finanzielle Vermögenswerte. Wenige Tage nach dem Einstieg der ICBC bei der Standard Bank in Südafrika unterzeichnete die China Development Bank eine Partnerschaft mit der nigerianischen United Bank for Africa. Das hat durchaus Positives. Afrikas Exporte nach China stiegen zwischen 2001 und 2006 um mehr als 40 Prozent jährlich. Nach eigenen Berechnungen hat China zwischen 2000 und 2006 rund 6,6 Mrd. $ an Direktinvestitionen nach Afrika gepumpt. Der IWF schätzt, dass sich Pekings Entwicklungshilfe 2004 und 2005 jährlich wohl auf rund 1 bis 1,5 Mrd. $ belief. Hinzu kommt, dass staatliche Finanzinstitute eine nicht versiegende Quelle für günstige Kredite und Unterstützung sind.

Die Annäherung an Afrika ist zu großen Teilen dem Hunger nach Öl zuzuschreiben. Die Beratungsfirma Wood Mackenzie schätzt, dass chinesische Firmen weniger als zwei Prozent der in Afrika entdeckten Öl- und Gasreserven besitzen. Sie gehen bei der Exploration aggressiver vor. Doch gereichen diese Investitionen zum "gegenseitigen Vorteil"? Studien der Weltbank deuten an, dass weniger chinesisches Geld nach Afrika fließt als indisches. Chinesische Firmen neigen eher dazu, zu Hause zu fertigen und heimische Maschinen zu kaufen. Kredite zu Vorzugskonditionen tragen kaum dazu bei, Politik oder Menschenrechtslage zu verbessern. Zwar ist China in Afrika kommerziell aktiver als zuvor, aber Peking als neuen besten Freund des Kontinents zu bezeichnen ist wohl noch etwas verfrüht.







Quelle: Financial Times Deutschland

News druckenName  Aktuell Diff.% Börse
Garmin Ltd. 107,40 -10,86% NASDAQ
GARMIN LTD. Registered Shares DL-,005 75,94 -11,06% Stuttgart
MAN AG STAMMAKTIEN O.N. 123,20 +4,12% XETRA
SCANIA AB Namn-Aktier A SK 2 20,30 +30,97% XETRA
TELE ATLAS 27,58 +14,87% Amsterdam
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Peddy78:

Das Kapital: Runter mit den US-Zinsen.

 
07.12.07 09:03
News - 06.12.07 21:13
Das Kapital: Runter mit den US-Zinsen

Geschafft, die 30.000-Mrd.-$-Marke ist geknackt. Weitere Themen in diesem Kapital: Royal Bank of Scotland und Vermögensverwaltung.


Wie die Fed mitteilte, saßen die nichtfinanziellen Sektoren - Privathaushalte, Unternehmen, Staat - in den USA per Ende des dritten Quartals auf Schulden von 30.641 Mrd. $ - bei einem Nationaleinkommen von annualisiert 12.307 Mrd. $. Aufs Jahr hochgerechnet entspricht der Schuldenzuwachs gegenüber dem zweiten Quartal 2671 Mrd. $. Absolut ist das ein neuer Rekordanstieg. Doch prozentual ist der Zuwachs von annualisiert 8,9 Prozent natürlich enttäuschend. Das sind ja gerade mal drei Prozentpunkte mehr als der nominale BIP-Anstieg. Zum Glück sind auch die Schulden des Finanzsektors um 15,6 Prozent gestiegen - auf sicher noch ausbaufähige 15.435 Mrd. $.



Jedenfalls wird die Zinssenkungskampagne der Fed, die kommende Woche fortgesetzt werden wird, durch die Zahlen eindeutig gerechtfertigt. Denn Sorge bereiten vor allem die Privathaushalte, die im dritten Quartal gerade noch mit neuen Schulden von 925 Mrd. $ zugelangt haben - ein mickriger Anstieg von 6,9 Prozent. Die Unternehmen, die inzwischen wieder eine beträchtliche Finanzierungslücke nach Dividenden und Investitionen aufweisen und zudem Aktien zurückkaufen wie wild, haben mit einem Schuldenplus von 1133 Mrd. $ (11,9 Prozent) die Erwartungen schon eher erfüllt, sind aber notorische Wackelkandidaten, auf die die US-Notenbank bei der monetären Überschwemmung im Ernstfall nicht unbedingt zählen kann. Dankenswerterweise steht der Staat in der Not regelmäßig Gewehr bei Fuß. Daher ist dessen Schuldenanstieg von 613 Mrd. $ gewiss noch nicht das letzte Wort.



Royal Bank of Scotland

Gäbe es neben Bankern, die dieses Jahr eventuell einen Rückgang ihres Bonus befürchten müssen, nicht auch wirkliche Opfer der von den Ramschhypotheken ausgegangenen Finanzmarktturbulenzen, könnte man über einige der Absurditäten dieser an Absurditäten nicht armen Periode nur lachen.

Dazu gehören insbesondere die verbalen Kapriolen der Protagonisten dieser Krise - die Chefs der Banken, seien diese private, öffentlich-rechtliche oder zentrale. Viele der im Sommer mit fester Stimme noch vorgebrachten Beschwichtigungen klingen aus heutiger Sicht extrem hilflos. Ganz anders klang am Donnerstag hingegen Fred Goodwin - der Name verpflichtet -, Vorstand der Royal Bank of Scotland (RBS). Nicht ohne Stolz verkündete er, dass das operative Ergebnis der RBS für das laufende Jahr wohl über den Erwartungen der Analysten liegen würde. Nicht schlecht, in diesen Zeiten. Klar, da war noch die fast 1 Mrd. Pfund Abschreibungsbedarf aus dem Ramschhypothekengeschäft, die noch durch weitere 250 Mio. Pfund Abschreibungsbedarf auf gehebelte Kredite und 300 Mio. Pfund Hypothekenbelastung, die die frisch akquirierte ABN Amro mitbringt, ergänzt werden.

Doch halb so wild, Letzteres wird im Zuge der Akquisitionsbuchhaltung gar nicht durch die Gewinn- und Verlustrechnung fließen, und die ersten beiden hat RBS durch nicht weiter erläuterte sonstige Gewinne aus Anlageabgängen kompensiert. Ansonsten stehe RBS auch dank ABN sehr gut da. Nicht nur der Umstand, dass diese zuversichtlichen Einschätzungen just an dem Tag kamen, als die englische Zentralbank gegenüber der Krise einknickte und die Zinsen senkte. Sie zeigt auch wieder dieses bizarre Geschäftsverständnis: Gewinne sind immer operativ und wiederkehrend, Verluste immer außerordentlich. Auch mutet es verwegen an, dass Goodwin immer noch das relativ kleine Hypothekengeschäft und das nicht vorhandene Geschäft mit SIVs als so beruhigend darstellt. Wo doch mittlerweile selbst die Broker festgestellt haben, dass die Kontaminierung weit über diese Geschäftsbereiche hinausgehen wird und das kommende Jahr für jegliche Bank schwerer werden wird.


Vermögensverwaltung


Optimismus ist Trumpf im Investmentgeschäft. Die meisten Fondsmanager sind überzeugt, dass ihre Strategie überdurchschnittliche Renditen abwirft - mögen die Fakten auch anderes sagen. Die Prognosen sehen fast immer steigende Märkte und Zuflüsse für die Fonds. Einer Studie zufolge hat auch die Kreditkrise die Zuversicht kaum gedämpft.

Optimismus ist eine Sache, Realitätsferne eine andere. In Europa wurden seit August Nettovermögen aus europäischen Investmentfonds herausgezogen. In den USA geben die Privatinvestoren derweil immer mehr Geld in vergleichsweise unrentable Geldmarktfonds. Natürlich ist die Vermögensverwaltung ein weites Feld - einige Bereiche kommen mit erhöhter Risikoscheu besser zurecht als andere. Doch ist sie letztlich ein Fixkostengeschäft. Sinken die Aktienmärkte, können auch Zuflüsse einen Gewinnrückgang kaum verhindern. Die weltweite Verkaufswelle bei börsennotierten Fondsmanagern deutet darauf hin, dass die Anleger genau das befürchten.







Quelle: Financial Times Deutschland

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Peddy78:

Das Kapital: Solarworld.

 
15.02.08 11:47
News - 15.02.08 10:47
Das Kapital: Solarworld

Junge Wachstumsfirmen wie Solarworld sind naturgemäß riskante Anlagen, und die Ungewissheiten in der Branche wachsen. Doch bei Solarworld scheint das Management gewappnet.


Auch Aktien aus Branchen, deren Nachfragetrends einigermaßen sicher langfristig modelliert werden können, sind den kurzfristigen Schwankungen der Börse ausgesetzt. So die Energiewerte. Während die Aktien der etablierten Ölfirmen kurzfristig vor allem auf Angebotsschocks reagieren, sind die am Kapitalmarkt noch relativ jungen alternativen Energieerzeuger anderen Kräften ausgesetzt.

Angesichts der stärker werdenden Konjunktursorgen und der entsprechend nervösen Kapitalmärkte könnte man zwar vermuten, dass vor allem die größeren Titel der Solarbranche angesichts der langfristigen Energietrends zu den defensiveren Werten gehören sollten. Hängt ihr Schicksal doch mehr von der Gesetzeslage und dem technischen Fortschritt als der allgemeinen Konjunktur ab.



Doch ein Blick auf das Beta von Solarworld  etwa zeigt das Gegenteil. Mit einem Wert von 1,6 auf Tagesbasis gehörte der Titel zu den schwankungsanfälligsten in den vergangenen zwölf Monaten. Mit dem zugrunde liegenden operativen Geschäft kann das weniger erklärt werden, als mit der Einordnung des Titels bei den Anlegern als junge Wachstumsfirma. Und in der Tat weisen viele Solarfirmen noch typische Probleme von jungen Existenzen auf. So zeigte unter anderem Conergy, dass sich bereits interne, firmenspezifische Managementaufgaben als zu große Herausforderung erwiesen. Es bleibt noch abzuwarten, wie sie die ersten größeren externen Bewährungsproben meistern werden - stärkere Verringerung der Einspeisevergütung, Sättigung des Inlandsmarktes, Ende der Preissetzungsmacht durch die Siliziumknappheit. Mit der Branchengröße Solarworld, dessen Vorabzahlen den Konsens weit übertrafen, hat man zumindest die Gewissheit, dass der Vorstand eine Wachstumsfirma zu führen in der Lage ist.





Quelle: Financial Times Deutschland

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