Das Kapital: Das Dax-KGV sagt fast gar nichts.


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Peddy78:

Das Kapital: Das Dax-KGV sagt fast gar nichts.

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08.06.07 04:12
News - 07.06.07 21:01
Das Kapital: Das Dax-KGV sagt fast gar nichts

Den meisten Anlegern ist intuitiv bewusst, dass mit dem KGV wenig anzufangen ist, wenn die Gewinne einer Firma oder einer Volkswirtschaft im Keller sind. Weitere Themen in diesem Kapital: Vodafone und Fehlgeschlagene Börsengänge.


Den wenigsten ist allerdings klar, dass das auch im umgekehrten Fall gilt, dann nämlich, wenn die Gewinne auf zyklischen Spitzenmargen beruhen.

Würden, um ein Beispiel zu machen, die Gewinne im Dax auf das trostlose Niveau der frühen 2000er-Jahren zurückfallen - etwa wegen einer Rezession -, notierte der Index plötzlich mit einem KGV von 50. Niemand würde im diesem Falle ernsthaft ein angemessenes KGV von 15 postulieren - respektive einen fairen Wert von 2250 Zählern, der sich eben dann ergäbe, wenn man den unterstellten Rezessionsgewinn schlicht mit 15 multipliziert.

Ebenso abenteuerlich ist es indessen, einmal erreichte Spitzenmargen einfach in die Zukunft fortzuschreiben, wie es derzeit geschieht. In Europa sind Rentabilitätsdaten dünn gesät. Als Indiz mag jedoch dienen, dass der Anteil der Unternehmens- und Vermögenseinkommen am deutschen Volkseinkommen zuletzt sogar noch eine Spur größer war als im Hoch Anfang der 70er. Seit dem Tief von 24,9 Prozent 1980 ist er nunmehr auf satte 35,4 Prozent gestiegen. Der "Gewinnanteil" bewegt sich damit um ganze sechs Prozentpunkte über dem Durchschnitt seit 1970. In den USA liegt die Gewinnspanne der Kapitalgesellschaften um fast die Hälfte über dem Mittel seit 1970. Bei "normaler" Rentabilität notierten US-Aktien also mit einem KGV von 23,5.

Irgendwo in dieser Gegend dürfte auch das "normalisierte" KGV in Deutschland liegen. Der aus demografischen Gründen zu befürchtenden Verknappung des Faktors Arbeit zum Trotz und in dem ökonomischen Irrglauben, die Firmen könnten von nun an für immer das fast Doppelte der Kapitalkosten einfahren - etwa wegen der Globalisierung -, haben die Anleger es also längst etwas zu weit getrieben. Ähnlich wie Anfang der 70er setzen sie darauf, dass die alten Margenrisiken - Wettbewerb, Regulierung, Angebotsschocks, Rezession, Überhitzung, Überinvestition, Inflation, Deflation - in Zukunft keine Rolle mehr spielen. Zwischen Anfang 1970 und 1982 war der MSCI Deutschland real um gut die Hälfte gefallen.

Dazu muss es diesmal nicht kommen. Dennoch haben die Investoren völlig aus dem Blick verloren, dass Aktien an Umsatz, Buchwert, Cashflow oder Dividenden gemessen extrem teuer geworden sind. Und das gilt trotz der niedrigen Realzinsen, der Quelle der Hausse, die langsam zu versiegen droht.



Vodafone

Die Aufgabe des Hofnarren war ursprünglich nicht, seinen Herren zu belustigen, sondern ihn daran zu erinnern, dass auch er in Sünde fallen könne und darin sterben werde; er war also eine Institution zulässiger Kritik.

So sehr der Brandbrief von Efficiency Capital Structures (ECS) - 38 Mrd. Pfund Wertsteigerung durch 1-2-3 Bilanzzauberei - sowohl das Kriterium der Belustigung als auch das der Kritik enthält, ist dennoch anzunehmen, dass sich diese Investoren irrtümlicherweise nicht als Hofnarren sehen. Dazu nimmt sich einer der Anführer, John Mayo, zu wichtig. Und das trotz des Treppenwitzes, dass ausgerechnet er Vodafone Vorschläge über Firmen- und Kapitalstruktur macht, der gerade über diese zwei Hebel die britische Industrie-Ikone GEC/Marconi fast vollständig gegen die Wand gefahren hat.

Bezeichnend auch für ECS' Börsenverständnis der Vorwurf, dass der 28-prozentige Kursabschlag der Aktie gegenüber dem englischen Markt innerhalb der letzten fünf Jahre vor allem mit der Kapitalstruktur Vodafones zusammen hinge. Was stört's ECS, dass die ganze Branche von einer Bewertungsblase runterkam und das Wachstum in Europa zum Erliegen und die Marge durch Wettbewerb und EU-Regularien unter Druck gekommen sind?

Immerhin - dafür gebührt den Narren Dank - haben sie es geschafft, ausgerechnet einem Analysten von Goldman Sachs den Satz zu entlocken: "Wir glauben nicht, dass eine höhere Verschuldung per se den Firmenwert steigert." Na, na, wenn da mal nicht die Kunden, oder die Banker von Goldman selbst, für ein Erratum sorgen werden. Wo bliebe sonst die Grundlage der meisten heutigen Private-Equity-Deals?



Fehlgeschlagene Börsengänge

Wie ist es zu bewerten, dass in Europa im zweiten Quartal Börsengänge im Volumen von rund 11 Mrd. $ abgeblasen wurden? Die Ausrede der Fast-Debütanten und ihrer Banken, es läge am Marktumfeld, zieht nicht. Die Börsen sind bis dato im Plus und viele IPOs entwickeln sich prächtig. Das scheint wohl einige Kandidaten bei der Preisgestaltung übermütig gemacht zu haben. Dafür wurden sie, wie etwa Versatel, anschließend mit Kursverlusten bestraft. Die Anleger sind im Gegensatz zur Blase 2000 bei dieser Hausse selektiver und kritischer und das bei allen Branchen. Es wäre nützlich, wenn die Börsenneulinge und ihre Berater ähnlich realistisch zu Werke gingen.





Quelle: Financial Times Deutschland

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Peddy78:

Das Kapital: Der Dax hat noch Luft.

 
19.06.07 06:13
News - 18.06.07 20:24
Das Kapital: Der Dax hat noch Luft

Die zu einem neuen Rekord noch fehlenden 100 Zähler im Dax sind geschenkt. Weitere Themen in diesem Kapital: ICI/Akzo Nobel und Nigerias Energiereserven.


Fragen wir uns also jetzt schon mal, was bewertungstechnisch noch so alles möglich ist - wobei wir wie der Markt einmal davon ausgehen wollen, dass die außerordentlich hohen Gewinnspannen der Firmen nachhaltig sind.

Die nichtfinanziellen Sektoren kosten in Deutschland inzwischen das rund 17-Fache des für 2007 geschätzten Gewinns, was einer Gewinnrendite von knapp sechs Prozent entspricht. Trotz der gestiegenen Zinsen sind Aktien damit im Vergleich zu langlaufenden Anleihen, die 4,65 Prozent bringen, nach wie vor attraktiv. Am einfachen Fed-Modell gemessen müssten die Gewinnschätzungen mithin um rund ein Fünftel fallen oder/und die Anleihenrenditen um einen weiteren guten Prozentpunkt steigen, damit der Renten- dem Aktienmarkt langsam Konkurrenz machen könnte. Insofern hätte der Aktienmarkt immerhin einen guten Puffer, selbst wenn er von zwei Seiten in die Zange genommen werden würde.

Nach einem anderen, ebenso einfachen Bewertungsmodell wären Aktien inzwischen zwar nur noch fair bewertet. Denn wenn man unterstellt, dass die Realzinsen ungefähr das erwartete BIP-Wachstum reflektieren, die realen Gewinne langfristig im Einklang mit der Wirtschaft zunehmen, die Firmen die Hälfte davon ausschütten und die Anleger eine Aktienrisikoprämie von drei Prozent verlangen, errechnet sich ein faires KGV von 16,7. Doch trauen die Analysten den nichtfinanziellen Firmen 2008 ja ein weiteres Gewinnwachstum von knapp 15 Prozent zu, nach 17 Prozent 2007. Auch insofern hätten Aktien also noch Luft.

Die Frage ist also, was man von den Gewinnschätzungen hält, die quasi im Einklang mit den Wirtschaftsprognosen zulegen - während die Realzinsen mittlerweile um rund einen Prozentpunkt über dem Jahresdurchschnitt 2006 liegen, die Rohstoffkosten um weitere sieben Prozent und der reale Außenwert des Euro um gut drei Prozent darüber. Und während im April die Stundenlöhne in der Industrie um fünf Prozent zum Vorjahr stiegen.



ICI/Akzo Nobel

Ist das der gängige pawlowsche Reflex, der den Aufsichtsrat des britischen Spezialchemieherstellers ICI  die Offerte des niederländischen Rivalen Akzo direkt ablehnen lässt?

Dafür spricht einiges: Die Aktie von ICI hat sich seit 2003 - als ein neues Führungsteam die Restrukturierung einleitete - bis heute versechsfacht. Die des potenziellen Käufers Akzo nur verdreifacht. Spätestens seit Akzo Pläne für die Abspaltung seines Pharmageschäfts letztes Jahr bekannt gab, gilt ICI als Übernahmekandidat. Diese Fantasie hat zuletzt auch die Aktie gestützt. Denn trotz guter Q1-Zahlen sehen die Analysten die Aktie überwiegend neutral bis negativ, die Kursziele liegen im Schnitt bei 500 Pence. Nachdem die Aktie am Montag weit über das Gebot von 600 Pence hinausschoss, notiert sie mit einem 18er KGV auf die geschätzten 2008er Ergebnisse und dem 12-fachen 2008er Ebitda. Damit ist ICI deutlich höher als der - allerdings recht heterogene - europäische Spezialchemiesektor bewertet.



Aufgrund der geringeren Zyklizität seiner Hauptaktivitäten und der erfolgreichen Restrukturierung mag eine Prämie gerechtfertigt sein. Doch der gestrige Kurs dürfte die Grenze dessen sein, was Akzo zu zahlen bereit ist. Addiert man zum mittleren Zielkurs der Banken den Barwert der erzielbaren Synergien - die Schätzungen reichen von 70 bis 130 Pence - bleibt wenig Spiel für Integrationsrisiken.

Auch wenn Uneinigkeit darüber besteht, ob ICI und Akzo die bestmögliche Kombination darstellen, sollte ICI das Pokerspiel nicht zu weit treiben. Denn unter dem Dach einer ähnlich gestrickten Firma dürfte es den Briten besser ergehen als bei einem Finanzinvestor.



Nigerias Energiereserven

Nigerias neuer Vizepräsident heißt Goodluck Jonathan. Hoffen wir, dass das passt. Seine Heimat, das Nigerdelta, ist Zentrum der Erdölindustrie und der Gewalt zugleich.

Vom menschlichen Elend abgesehen sind die Rebellenangriffe dafür verantwortlich, dass Nigeria pro Tag rund 800.000 Barrel weniger als möglich fördert. Bei einer globalen Überkapazität von 2,8 Millionen Barrel - drei Prozent der täglichen Nachfrage - kann Nigeria schnell das Zünglein an der Waage im weltweiten Angebots-Nachfrage-Gleichgewicht spielen. Schnelle Besserung scheint unwahrscheinlich in einem Land mit von Korruption durchsetzter Historie: Laut Weltbank entfallen mehr als vier Fünftel der nigerianischen Erdöleinnahmen auf nur ein Prozent der Bevölkerung. Seine Raffineriekapazitäten nutzt Nigeria bloß zu 25 Prozent. So kommt's, dass Afrikas größter Energieproduzent drei Viertel seines Benzinbedarfs einführen muss. Hoffnung bieten da nur die Tiefwasserfelder, weit von den Rebellenstützpunkten im Delta entfernt, mit attraktiven Steueranreizen. Besser wär's, von so einem Land nicht abhängig zu sein.





Quelle: Financial Times Deutschland

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Peddy78:

Das Internet dieser Tage heißt EDF

 
22.06.07 07:25
News - 21.06.07 20:40
Das Kapital: Das Internet dieser Tage heißt EDF

Die Story klingt fantastisch, aber das abgeleitete Kursziel erinnert an die wildesten Tage des Jahres 2000. Weitere Themen in diesem Kapital: Blackstone und Luxottica.


EDF ist am Donnerstag zur wertvollsten Firma des Euro-Raums geworden, nachdem unter anderem UBS das Kursziel von 80 auf 100 Euro erhöht hat, womit die Aktie des 140 Mrd. Euro schweren Kolosses in der Spitze um 7,8 Prozent auf 79,9 Euro gesprungen ist.



Es stimmt schon, dass der "saubere" französische Versorger, der rund vier Fünftel der Elektrizitätszeugung aus kostengünstiger und langlebiger Atom- und Wasserkraft gewinnt, von der Verknappung von CO2-Rechten und den gleichzeitig hohen Energiepreisen profitiert. Richtig ist auch, dass die EU die Subventionierung der französischen Wirtschaft aufgrund regulierter niedriger Strompreise beenden will. Im Falle einer schrittweisen Aufhebung würde das EDF  bis 2012 laut UBS einen zusätzlichen Vorsteuergewinn von 4 Mrd. Euro bescheren; falls auch das Privatkundengeschäft dereguliert würde, was allerdings bisher nicht absehbar sei, könnten weitere 3 Mrd. Euro hinzukommen. Überdies winken operative Verbesserungen, Kostenkürzungen und mögliche Aktienplatzierungen durch den Haupteigner, den Staat, wodurch der Streubesitz und die Liquidität erhöht werden würden.





Aus all diesen Gründen könne man EDF nicht an den aktuellen Multiplikatoren bewerten, da das Gros des Wachstums nach 2008 kommt, vor allem zwischen 2009 und 2012. Richtig, denn auf Basis des Kursziels notierte EDF mit dem fast 16-fachen 2007er-Gewinn, und zwar jenem vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda). Neben der in solchen Fällen so beliebten Summe der Einzelteile greift UBS daher auf ein Dividendendiskontierungsmodell zurück, das unter folgenden Annahmen ein Kursziel von 99,2 Euro je Aktie ergibt: Die Dividende steigt bis 2009 von 1,16 auf 1,95 Euro je Aktie, der Diskontsatz beträgt 7,83 Prozent, das ewige Wachstum 4,2 (!) Prozent.

Wann die Phase ewigen Wachstums eintritt und mit welchen Dividenden UBS bis dahin kalkuliert, ist aus der Studie nicht ersichtlich, für unsere Zwecke aber auch irrelevant. Denn wie man auch rechnet: Die Ausschüttung müsste binnen wenigen Jahren von 2,1 Mrd. Euro auf einen zweistelligen Milliardenbetrag steigen, um das Kursziel zu rechtfertigen. Das gäbe in Frankreich einen fantastischen Streit.



Blackstone

Als spielverderbender Warner hat man sich in den letzten Jahren wenige Lorbeeren erworben, wenn man die Börsengänge namhafter Finanzadressen als Ausverkauf auf der Spitze des Zyklus sowie als Gefahr für die Unternehmensstruktur geißelte. So haben die ehemaligen partnerschaftlich organisierten Banken Goldman Sachs und Lazard seit ihrer Erstnotiz ihren Sektor geschlagen.

Da wird man bei der ebenfalls starken Marke Blackstone vorsichtig - das Ding könnte fliegen. Es heißt, das Orderbuch sei sechsfach überzeichnet. Und das, obwohl das panikartige Vorziehen des IPOs deutlich machte, welch geringfügige Änderung einiger Parameter das Geschäftsmodell ins Wanken bringen können. Doch auch der frühere Börsenstart wird Blackstone nicht vor steigenden Zinsen und einer skeptischeren Politik schützen.

Die Anleger scheinen sich an vielem ohnehin wenig zu stören. Etwa an den geringen Mitspracherechten. Der Warnung im Prospekt, dass Gewinne über Jahre erst mal ausbleiben könnten. Der stolzen Bewertung. Dem Umstand, dass es allein aufgrund des rapiden Wachstums Blackstone schwerer fallen wird, entsprechend renditestarke Investitionen zu finden. Oder dass zur Erreichung des letztjährigen Nettoergebnisses jeder einzelne Mitarbeiter im Schnitt fast 3 Mio. $ Gewinn erzielen musste - neunmal so viel wie bei Goldman.

Wahrscheinlich lassen sich Anleger von Aussagen blenden, das Wievielfache des Einsatzes Blackstone mit einigen Deals gemacht hat. Dem sei gegenübergestellt, dass sich der Dax seit 2003 fast vervierfacht hat. Ungehebelt. So leicht wird man bis 2011 kein Geld verdienen.

Dass Blackstone die Finanzmärkte zu spielen weiß, zeigt der IPO: nicht nur, dass man 17 Banken verpflichtet hat, von denen es schon mal keine negativen Analysen geben wird. Auch zahlt man ihnen deutlich weniger als üblich. Als ehemalige Investmentbanker wissen die Jungs halt, dass im IPO-Geschäft Überrenditen erzielt werden. Die allerdings zu denen in ihrem jetzigen Metier verblassen.


Luxottica


Die Übernahme von Oakley durch Luxottica ist natürlich teuer, hat aber ihre Meriten. Der Markt für Luxusgüter brummt weltweit, und trotz des großen Investitionsprogramms hat Luxottica Geld über. Oakleys Sonnenbrillen werden bereits vertrieben, und mit der US-Firma, die sich gemacht hat, kann der Eigner von Ray-Ban in Nordamerika expandieren. Dort lassen die Verbraucher bislang nur in 15 Prozent der Fälle mehr als 30 $ für eine Sonnenbrille springen. Tendenz steigend.







Quelle: Financial Times Deutschland

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EDF 76,62 +3,40% Paris
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Peddy78:

Das Kapital: Marnette lässt sich Cumerio einiges k

 
26.06.07 06:02
News - 25.06.07 20:44
Das Kapital: Marnette lässt sich Cumerio einiges kosten

Eine Firma, die gerade Rekordgewinne einfährt und deren Aktie in den vergangenen zwölf Monaten um gut zwei Drittel gestiegen ist, kauft eine andere Firma, deren Aktie ebenso stark lief, einen guten Ruf genießt, und treibt so die Industriekonsolidierung voran. Weitere Themen in diesem Kapital: Gerry Weber und Frankreich.


Eine runde Sache, denkt man. Aber einige Details des Kaufs des belgischen Kupferproduzenten Cumerio durch den europäischen Marktführer Norddeutsche Affinerie  (NA) verwundern. Warum jetzt? Cumerio ist vor rund zwei Jahren von der Konzernmutter Umicore abgespalten worden, nachdem diese trotz intensiven Suchens keinen Käufer gefunden hatte. Auch NA hatte damals Einblick in die Bücher, winkte aber ab.





Man hätte damals ein Drittel des heutigen Preises gezahlt. Doch nicht nur historisch, auch mit Blick auf die Zukunft könnte der Zeitpunkt schlecht gewählt sein. Der Kupfermarkt, insbesondere die Verhüttung und Weiterverarbeitung, befinden sich derzeit auf einem zyklischen Spitzenniveau - Analysten gehen für beide Firmen von einem Gewinnrückgang für 2008 aus. Entsprechend könnten also auch die Börsenbewertungen dieser Branche zurückgehen.



Damit zur zweiten Frage: Warum zu diesem Preis und in bar? Wie üppig das Angebot ist, hat die Börsenreaktion zweifach bestätigt: NA ging um 5,4 Prozent runter und Cumerio notiert knapp unter dem Gebotspreis - der Markt rechnet also mit keinem höheren Gebot. Mit 30 Prozent Prämie zu Cumerios Durchschnittskurs der vergangenen drei Monate - rund 180 Mio. Euro - zahlt NA fast 50 Prozent mehr als die anvisierten jährlich Synergien von 15 bis 20 Mio. Euro heute diskontiert wert sind. Auch fragt man sich, warum NA nicht in eigenen Aktien bezahlt - die probateste Variante, wenn der eigene Sektor üppig bewertet ist.

Zumindest kann sich NA bei dem Preis sicher sein, dass die hohe geforderte Annahmequote von 80 Prozent auch erreicht wird.



Gerry Weber

Seit der Veröffentlichung der Zahlen für das erste Fiskalquartal 2006/07 hat die Aktie von Gerry Weber um 26 Prozent zugelegt, und das KGV auf Basis des geschätzten laufenden Gewinns ist von 13 auf 17 gestiegen. Da scheint eine Verschnaufpause angezeigt. Aber theoretisch hat die Aktie schon noch etwas Luft.





Dass die operative Marge im ersten Halbjahr bloß um 20 Basispunkte auf 8,8 Prozent gestiegen ist, hat angesichts der für das Gesamtjahr verheißenen zweistelligen Marge zunächst einige verdutzt. Doch spielt die Musik im zweiten Halbjahr, für das die Aufträge um 14,5 Prozent zugelegt haben. Derweil sollen die eigenen Läden erstmals schwarze Zahlen schreiben. Insofern bleiben die Ziele realistisch.

Die vielen geplanten eigenen und Franchiseläden, von denen man sich nach der Anlaufphase hohe Margen verspricht und die das Geschäft auf der bestehenden Verkaufsfläche angeblich nicht beeinträchtigen, sondern vielmehr die Kernmarke stärken, sind ein wesentlicher Bestandteil der ehrgeizigen Wachstumspläne der Modefirma, die ihren Umsatz seit 1988 verzehnfacht hat. Danach soll sich der Umsatz binnen fünf Jahren verdoppeln. Dabei soll die Marge auf 15 Prozent steigen, wobei neben Größenvorteilen - vor allem bei den Kollektionskosten - ein renditestarkes Lizenzgeschäft helfen soll, etwa mit Herrenmode und Accessoires. Gleichzeitig profitiert die Firma von der deutschen Steuerreform.

Auch wenn ein guter Teil der Ziele in den Analystenschätzungen reflektiert ist und das Enttäuschungspotenzial insofern eindeutig zugenommen hat, scheint das Verhältnis von Chancen zu Risiken noch einigermaßen in Ordnung. Das ist doch schon was dieser Tage.



Frankreich

Frankreich will den 32,4-Prozent-Anteil an France Telecom um bis zu sieben Prozentpunkte senken. Mit dem Erlös von 3,7 Mrd. Euro sollen Kredite getilgt werden. Bei Schulden von 1 200 Mrd. Euro - 63 Prozent des BIP - ist das wenig. Doch der Verkauf könnte ein erster Schritt von Nicolas Sarkozys Plan sein, die Schulden mit Maastricht zu vereinbaren.

Wetten sollte man darauf aber nicht. Es steht keine Privatisierungswelle bevor. Die Entscheidung über die Zukunft der Anteile an Firmen wie Gaz de France und Aéroports de Paris dürfte eher politisch als finanziell motiviert sein. Das gilt auch für die 87-Prozent-Beteiligung an Electricité de France. Steuervergünstigungen bei Wohnungskrediten und Überstunden, Senkung der Obergrenze bei Einkommen- und Vermögensteuer - Wahlversprechen wie diese könnten sogar zu mehr Schulden des Staates führen.

Morgan Stanley schätzt, dass die Maßnahmen heuer 11 Mrd. Euro, also 0,6 Prozent des BIP, kosten werden und danach 10 Mrd. Euro jährlich. Einzelheiten zur Finanzierung müssen bis zur Vorlage des Etats warten, und es könnte zu erheblichen Kürzungen etwa bei den Ausgaben für den öffentlichen Dienst kommen. Dennoch scheint es wahrscheinlich, dass das Defizit über die geschätzten 42 Mrd. Euro hinausgeht.





Quelle: Financial Times Deutschland

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NORDDEUTSCHE AFFINERIE AG Inhaber-Aktien o.N. 31,80 -5,44% XETRA
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Peddy78:

Das Kapital: Teure Kekse.

 
03.07.07 22:35
News - 03.07.07 21:17
Das Kapital: Teure Kekse

Es gehört schon was dazu, ganz aufgeregt zu sein über eine Transaktion, bei der das Geschäft mit Keksen für den 2,6-fachen geschätzten Umsatz von 2,8 Mrd. $ und das 13,2-Fache des prognostizierten Gewinns vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) über den Tisch geht - jedenfalls wenn man auf der Käuferseite steht.


Dort beschränkt sich die freudige Erregung diesmal allerdings auf die Firmenleitung von Kraft Foods. Die Anleger jubeln nur auf der Verkäuferseite, bei der französischen Nahrungsmittelfirma Danone.

Die Bewertung mag im Einklang mit ähnlichen Transaktionen in der Branche stehen, wie Kraft herausstellt. Doch angesichts des organischen Wachstums von bloß rund drei Prozent im wettbewerbsintensiven Keksgeschäft hatten die meisten mit einem deutlich niedrigeren Preis gerechnet. Angesichts der besseren geografischen Präsenz, der guten kombinierten Marktstellung in den meisten Regionen der Welt sowie der verheißenen Kostensynergien von sieben Prozent des Keksumsatzes von Danone  mag die Übernahme für Kraft  dennoch ihre Meriten haben, zumal auch Einnahmensynergien denkbar sind. Aber es muss schon alles perfekt laufen, und man muss ziemlich unter Druck stehen, um dafür einen Anstieg der Verschuldung vom 1,8-fachen auf das 2,7-fache Ebitda in Kauf zu nehmen.



Insgesamt dürfte sich am langweiligen Wachstumsprofil von Kraft dennoch wenig ändern. Da hält man es doch lieber weiter mit den Franzosen, die zwar sehr teuer sind, organisch nun aber so um acht Prozent wachsen dürften. Und deren bewährter Vorstand schon etwas mit dem Geldsegen anzufangen weiß.



Deutsche Wohnen

Die Übernahme der Gehag sei der Startschuss für weitere Expansionsschritte, jubelte am Dienstag der Vorstand der Deutsche Wohnen (DW). Die Börse jubelte zehn Minuten mit, dann ging es mit der Aktie bergab - wie bereits in den vergangenen fünf Monaten.

Mit Blick auf einige Zahlen kann man die Börsenreaktion verstehen. Das Wohnungsportfolio der Gehag wirft derzeit eine Mietrendite von 4,1 Prozent ab - finanziert wird das aber zu 4,5 Prozent. Dazu kommen heuer Integrationskosten von 8 Mio. Euro. Anders als DW rechnet Sal. Oppenheim vorläufig mit einem Rückgang des inneren Werts von DW von 37 auf 33 Euro je Aktie und einem Rückgang der Nettoergebnisse über die nächsten drei Jahre.

Was trieb DW also dazu, diesen Preis zu bezahlen? Vor allem, da man den Verkäufer Oaktree am kürzeren Hebel wähnen konnte, in Anbetracht der Flaute bei Immobilienaktien. Die Antwort liefert DW-Vorstand Andreas Lehner indirekt selbst, da er erstaunlich unverblümt die Defizite von DW offenlegt: mangelnde Größe, Überkapitalisierung, Fixkostenblock, dünn besetzter Vorstand und fehlende Kapitalmarktexpertise. All das verspricht sich Lehner von Gehag. Dazu hofft er auf eine Erhöhung der mittleren Miete des Gehag-Bestands von 4,60 auf 5,80 Euro je Quadratmeter bis 2013. Dafür spräche etwa, dass der Berliner Mietspiegel erstmals seit Jahren wieder steige. Auch Oaktree sieht Potenzial in der kombinierten Firma - der Finanzinvestor lässt sich zu knapp der Hälfte in DW-Aktien bezahlen, die er erst in einem Jahr veräußern darf. Vorher werden sich die Meriten der Fusion ohnehin nicht zeigen.



Virgin Media

In einer Hinsicht wäre Virgin Media  das ideale Ziel einer fremdfinanzierten Übernahme: Die Firma durchläuft derzeit den chaotischen Prozess der Integration seiner Einzelteile Virgin Mobile, NTL und Telewest. Die Erfahrungen als börsennotierte Firma waren unangenehm - die Aktie bewegt sich seit zwei Jahren seitwärts, das jüngste Quartalsergebnis war schwach, und die Anleger sind verärgert. Auch die Notierung an der Nasdaq ist nicht gerade dienlich, da ein Großteil des Boards und der Analysten weit entfernt sitzen.



Ein bisschen Privatsphäre für den Hausputz käme da ganz gelegen. Aber das war's auch schon mit der Logik für eine fremdfinanzierten Übernahme. Denn die massive Verschuldung, die damit einhergeht, wäre vollkommen unangemessen. Virgin Media stagniert: Im ersten Quartal ging der Pro-forma-Umsatz im Vergleich zum Vorjahr leicht zurück, und das Ebitda legte nicht zu. Auch das Schuldenniveau ist zu hoch. Der Cashflow, der heuer für den Schuldendienst bereitsteht, beträgt nur rund das 1,5-Fache der Nettozinszahlungen.

Die Idee, eine fremdfinanzierte Übernahme mit noch mehr Schulden könne Wert schaffen, ist da schon merkwürdig. Vielmehr sollte jemand mal versuchen, Virgin Media ohne Verschuldung zu führen. Die Steuerlast wäre immer noch gering, aber Virgin könnte ins Breitbandnetz investieren, wie das auch Sky tut. Mit niedrigeren Telefontarifen könnte man Marktanteile gewinnen, anstatt sich hinter BT zu verstecken. Und es wäre Geld für einen besseren Kundendienst da. Doch wie stehen die Chancen, dass das passiert? Praktisch bei null.





Quelle: Financial Times Deutschland

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DANONE 61,71 +1,25% Paris
KRAFT FOODS INC 34,66 -2,45% NYSE
Virgin Media Inc. 28,97 +1,05% NASDAQ
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Peddy78:

Das Kapital: Schlachtfeld Festnetz.

 
10.07.07 02:17
News - 09.07.07 20:34
Das Kapital: Schlachtfeld Festnetz

Da klage noch einer über Dirigismus. Telekom Austria zeigt, wie man das beste aus Plan- und Marktwirtschaft kombiniert. Weitere Themen in diesem Kapital: Rusal/ Aluminium und Vietnams Börse.


Klar, die Roaming-Regulierung der EU schmerzt schon ein wenig - trotz Kompensationsmaßnahmen wird das Ebitda dieses Jahr um 20 Mio. Euro geringer als geplant ausfallen. Aber Telekom Austria  (TA) weiß sich zu helfen und plant, die beamtenbedingten Ergebniseinbußen durch verstärkte Marketing- und Kosteneinsparungsprogramme wettzumachen. Und siehe da, dank des Brüsseler Denkanstoßes hebt TA nun sogar seine Ergebniswachstumsprognose bis 2010 an. Angeblich.



Denn unterm Strich bleibt am Ende doch weniger. Zwar wurde das mittlere Ebitda-Wachstum von 2007 bis 2010 von 1,75 auf 1,95 Prozent angehoben. Doch reicht das nicht, um die 20 Mio. Euro Mindereinnahmen dieses Jahr wieder auszugleichen - 2010 wird das Ebitda daher um fast 10 Mio. Euro geringer ausfallen.



Die Aktionäre ficht das nicht an, sie begrüßten die verringerte Prognose mit einem satten Kursplus. Wahrscheinlich hatten sie sich bereits auf Schlimmeres eingestellt, als TA beim Analystentreffen Ende April die Mittelfristplanung explizit ohne Berücksichtigung der EU-Regelung vorstellte. Dennoch musste TA schon damals die 2005er Prognose bis 2009 nach unten anpassen, als das Ebitda-Wachstum noch mit 2,5 Prozent angesetzt wurde.

Auch wenn die Aktie mit einem 2008er KGV von 15 günstig aussieht, bleibt sie riskant. Denn das größte Schlachtfeld bleibt das heimische Festnetz, wo man die gleichen Kämpfe wie die Deutsche Telekom  austragen muss, die Kostenbasis aber noch nicht angepasst hat.



Rusal/ Aluminium

Da erwartet den Markt eine Menge Material. Selbst wenn Rusal, weltgrößter Aluminiumhersteller, im November nur ein Viertel der Aktien anbietet, wäre das bei einem Firmenwert von rund 30 Mrd. $ ein Riesen-IPO.

Löblich, dass sich Rusal mit einer vollständigen Notierung in London strengeren Regeln als andere russische Konzerne unterwirft. Aber die beste Corporate Governance nützt nichts, wenn der Aluminiumpreis fällt. Seit Anfang 2003 hat sich der Preis verdoppelt, scheitert seit Jahresbeginn aber an der Marke von 3000 $ pro Tonne. Das weckt die Sorge, dass sich die Lage verschlechtern könnte.

Dank hoher Preise laufen auch ineffiziente Öfen auf Hochtouren. Größtes Sorgenkind ist China, das rund 40 Prozent der Weltproduktion ausmacht. Weder steigende Rohstoffkosten noch Ausfuhrsteuern konnten verhindern, dass die wildwuchernde Produktion auch exportiert wird. Anscheinend könnte nur eine Wirtschaftsflaute die Produktion eindämmen, doch sollte Chinas Wirtschaft schwächeln, würden eh sämtliche Rohstoffpreise leiden.

Die Bullen glauben, dass die stetig wachsende Nachfrage den kurzfristigen Angebotsüberhang schon aufnehmen werde. Allein schon das Wachstum der Schwellenländer sollte den Verbrauch weiter anheizen.

Auch sind die Preise für Substitutsmetalle wie Kupfer und Zink in den vergangenen fünf Jahren noch schneller gestiegen als die für Aluminium. Auch das beflügelt die Nachfrage, wenngleich die Lage schnell kippen könnte.

Alles schön und gut, aber Rusal wird versuchen die Anleger davon zu überzeugen, dass bei Aluminium selbst die optimistischsten Prognosen noch nicht eingepreist sind.



An Vietnams Aktienmarkt wird bei voller Fahrt die Handbremse angezogen: Nach einem vermurksten Börsengang und vor der Privatisierung einiger Banken zu jeweils rund 1 Mrd. $ planen die Behörden, sich die IPO-Kandidaten nochmal genau anzuschauen. Das heißt, dass sich die von den Anlegern herbeigesehnte Flut von Börsengängen über einen längeren Zeitraum hinziehen könnte.

Die Pause kommt zur rechten Zeit. Trotz eines Rückgangs von 23 Prozent seit Anfang des Jahres hat sich der VN-Index während der vergangenen zwölf Monate verdoppelt. Zumindest im Vergleich zu China sind die Kurse mit dem 25-Fachen des geschätzten Gewinns nicht exorbitant, aber immer noch rund doppelt so hoch wie an den Börsen der Nachbarn.

Zwar könnte ein bald in Kraft tretendes Gesetz zur Eindämmung des Differenzhandels den heimischen Privathandel etwas zügeln. Auch gibt es einige spezifische Animositäten der vietnamesischen Börse, die ausländische institutionelle Investoren abschrecken sollte.

Doch wird das mittelfristig das Interesse an diesem Markt nicht stoppen. HSBC schätzt, dass Länderfonds immer noch auf 3 bis 4 Mrd. $ sitzen, die noch in Vietnam investiert werden müssen. Japanische Reiseagenturen veranstalten sogar Investmenttouren nach Vietnam. Dank beeindruckender Börsengänge wird die Nachfrage nicht nachlassen. Dass die Behörden einiges verändern wollen, ist gut. Schließlich darf ein nicht mal sieben Jahre alter Markt ein paar Kinderkrankheiten haben.





Quelle: Financial Times Deutschland

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DEUTSCHE TELEKOM AG NAMENS-AKTIEN O.N. 13,73 +0,44% XETRA
TELEKOM AUSTRIA AG 18,86 +3,06% Wien
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Anti Lemming:

"Das Kapital" und die Charttechnik

 
10.07.07 07:31
Stellt Euch mal vor, bei "Das Kapital" würde jemand charttechnisch argumentieren statt mit Ebita, ROE, Kurs-Buchwert und ähnlichem. Die Leser würden sich einfach nur an die Birne fassen...
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Peddy78:

Das Kapital: Nachzügler Hypo Real Estate.

 
12.07.07 06:17
News - 11.07.07 21:48
Das Kapital: Nachzügler Hypo Real Estate

Da hatte Hypo Real Estate (HRE) einen guten Riecher für das richtige Timing, um Eigenwerbung in Form eines vorgezogenen Quartalsberichtshäppchens zu platzieren. Weitere Themen in diesem Kapital: Google und Qantas.


In einem Umfeld, das von einem unablässigen negativen Nachrichtenfluss vom amerikanischen Hypothekenmarkt, Zinsangst und einem schwächelnden deutschen Immobilien-IPO-Markt geprägt ist, setzt HRE  mit seinen über Plan liegenden Zahlen einen willkommenen Kontrast. Es reichte am Mittwoch gar lange Zeit dafür, einziger Gewinner im Dax zu sein.



Es sei HRE gegönnt, schließlich hinkt die Aktie dem Dax schon länger hinterher, obwohl die Firma sich gut aufgestellt hat und gute Zahlen liefert. Diese waren bereits im ersten Quartal recht ordentlich, sodass die Anhebung der Vorsteuerprognose für 2007 von 680 auf 710 Mio. Euro vom Markt bereits weitgehend erwartet wurde, der Konsens lag bis dato bei 705,5 Mio. Euro. Jedoch überraschte das Neugeschäft, das sowohl im Vergleich zum Vor- als auch zum Vorjahresquartal um über die Hälfte auf 10 Mrd. Euro zulegte. Da das zweite Halbjahr in der Regel stärker ausfällt, dürfte auch das bisher geplante Neugeschäftsvolumen von 25 Mrd. Euro obsolet sein - im ersten Halbjahr sammelte man bereits 16,5 Mrd. Euro ein.



Die Analysten sehen die Aktie überwiegend positiv mit einem mittleren Kursziel von 59 Euro. Nicht nur die gestrige Meldung, sondern auch der Umstand, dass die Analysten ihre Prognosen seit Anfang des Jahres wieder nach oben anpassen mussten, zeigt, dass die Firma die Erwartungen übererfüllt. Das sollte die Aktie auf mittlere Sicht wieder an Boden gewinnen lassen, auch wenn das Umfeld wenig hilft.



Google


Google  hört's nicht gern, aber das Unternehmen wird Microsoft  mit jedem Tag ähnlicher. Vor zehn Jahren noch ein kleiner Emporkömmling, ist es jetzt die am meisten gefürchtete Firma der Internetbranche. Ähnlich wie damals Microsoft dominiert Google seinen Ursprungsmarkt und versetzt mit jedem Vorstoß in einen neuen Bereich die Rivalen in Angst und Schrecken.

Die Marktkapitalisierung des Suchmaschinenriesen beläuft sich auf fast 170 Mrd. $. Da erscheinen die 120 Mrd. $ geradezu winzig, auf die Ebay  , Yahoo  , Amazon  und IAC  zusammen kommen. Ist Google im Verhältnis zu den Wettbewerbern wirklich so viel wert? Wahrscheinlich. Citigroup schätzt Googles Betriebsgewinn für dieses Jahr auf 5,3 Mrd. $, das entspricht einer Steigerung um 50 Prozent. Die anderen erwirtschaften zusammen voraussichtlich 3,9 Mrd. $ - ein Zuwachs von 20 Prozent. Hält Google die kometenhafte Entwicklung bei Suchanzeigenwerbung noch ein paar Jahre durch, fängt das KGV von 36 an, halbwegs vernünftig anzumuten.



Google verstärkt den Griff auf das Suchgeschäft, sein Anteil liegt bei 65 Prozent. Doch obwohl Anwender durch personalisierte Websites stärker an Google gebunden sind, ist die Dominanz der Firma nicht, wie es bei Microsoft der Fall war, durch Desktopsoftware unumstößlich. Anwender können mit einem Mausklick auf andere Suchmaschine ausweichen.

Dennoch werden die Kartellbehörden sich zunehmend sorgen, dass Google im Internet zu viel Kontrolle hat und bei Onlinewerbung zu mächtig ist. So wie Microsoft Ende der 90er-Jahre Sorgen wegen einer Vorherrschaft und Datenschutzbedenken schürte, ist Google jetzt wegen des Kaufs von Doubleclick ins Visier der Behörden geraten. Mit jeder neuen Software, die Google in seine alles beherrschende Suchplattform einfügt, dürfte der Druck der Aufseher größer werden. Allerdings hatte Microsoft seine besten Tage schon hinter sich, als die Aufseher die Daumenschrauben anzogen.



Qantas

Wer braucht schon Private Equity? Nur wenige Monate, nachdem Aktionäre eine 9-Mrd.-$-schwere Übernahme abgewiesen haben, zeigt Qantas Airways  , dass das aktuelle Führungsteam durchaus aufgeweckt ist.

Erstens ist der Aktienkurs nicht mit den möglichen Käufern in der Versenkung verschwunden, sondern stieg um sieben Prozent . Zweitens hat die australische Fluggesellschaft Köpfe rollen lassen. Zudem übernimmt Qantas jetzt wohl die Sanierungspläne, die das Konsortium erwogen hatte. Dazu zählt die Abspaltung der Flugzeugflotte - über 200 Flieger, von denen nur ein Drittel geleast ist - und des Vielfliegerprogramms in eigene Firmen.



Doch Ausgliederungen schaffen im Allgemeinen nicht ausreichend Wert, um dem drohenden Gegenwind - sprich dem schärferen Wettbewerb - zu trotzen. Die Luftfahrt bleibt eine höchst volatile Branche, und die Schaffung einer "virtuellen" Airlinestruktur ändert daran nichts. Aktionäre, die sich gegen das Angebot von 5,45 australischen Dollar je Aktie sperrten, haben immer noch die Chance, sich mit einem leichten Aufschlag aus der Affäre zu ziehen - und sollten diese auch nutzen.





Quelle: Financial Times Deutschland

News druckenName  Aktuell Diff.% Börse
Amazon.com, Inc. 70,73 +0,64% NASDAQ
eBay Inc. 33,59 +2,07% NASDAQ
Google Inc. 544,47 +0,21% NASDAQ
Hypo Real Estate Holding AG Inhaber-Stammaktien o.N. 47,95 +2,79% XETRA
IAC/InterActiveCorp 33,37 -0,09% NASDAQ
Microsoft Corporation 29,49 +0,55% NASDAQ
QANTAS FPO 5,73 +1,96% Australien
Yahoo! Inc. 26,69 -1,04% NASDAQ
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Peddy78:

Das Kapital: Lufthansas versteckte Juwelen.

 
13.07.07 06:24
News - 12.07.07 21:04
Das Kapital: Lufthansas versteckte Juwelen

Von wegen Namen sind nur Schall und Rauch. Mit dem Wissen von Namen und Adressen machen Horden von Firmen viel Geld - indem sie die Kundendateien für Direktmarketing-Aktionen teuer ausleihen. Weitere Themen in diesem Kapital: Rio Tinto/Alcan und Motorola/Nokia.


So erwägt auch die australische Fluglinie Qantas  im Zuge ihrer Umstrukturierungspläne ihr Vielfliegerprogramm separat an die Börse zu bringen. Was gewöhnungsbedürftig klingt, ist in Kanada bereits Realität. Dort ist die aus dem Bonusprogramm von Air Canada entstandene Aeroplan seit 2005 an der Börse und bringt es bei einem für 2007 geschätzten Umsatz von 943 Mio. kanadischen Dollar auf einen Börsenwert von 4,5 Mrd. Dollar. Die augenscheinlich stolze Bewertung relativiert sich angesichts der geschätzten Nettomarge von ganzen 22 Prozent - was ein KGV von 23 ergibt.



Aeroplan verfügt über die Daten von 5 Millionen dieser attraktiven Kunden. Lufthansa  s Miles&More Programm hingegen umfasst 13 Millionen Mitglieder. Würde man sie genauso hoch bewerten wie Aeroplans Kunden - 600 Euro pro Kopf - wäre M&M über 7 Mrd. Euro wert. Laut Zeitungsberichten werden für Qantas fünf Millionen Mitglieder zwei bis drei Mrd. Austral-Dollar angesetzt, was auf M&M übertragen einen Wert von vier Mrd. Euro ergäbe.

Allerdings holt Aeroplan deutlich mehr aus jedem Kunden raus als Lufthansa - 19 Euro Vorsteuerergebnis versus 2,77 Euro. Die Bewertung ist also nicht eins zu eins übertragbar, doch offenbart sich das Potenzial von Lufthansas M&M Programm. Sollte Lufthansa seinen Pro-Kopf-Ertrag auf die Hälfte von Aeroplan anheben, könnte der Kurs um ein Drittel springen.





Rio Tinto/Alcan

Im fünften Jahr hoher und jedenfalls weit über den Grenzkosten liegender Metallpreise verschärft sich der scheinbare Zwang für die Rohstoffkonzerne, Ressourcen zuzukaufen. Das britische Konglomerat Rio Tinto  (mit den bisherigen Schwerpunkten Kupfer und Eisenerz) wird nun wahrscheinlich Alcan  übernehmen, einen der beiden weltweit verbliebenen klassischen Aluminiumkonzerne.



Der Kaufpreis beträgt grandiose 38 Mrd. $ in bar. Das ist ein Drittel mehr als Alcoa  , Alcans verbliebener Aluminiumrivale, im Mai geboten hatte und fast zwei Drittel mehr als der höchste Preis der Alcan-Aktie vor Alcoas Kauf-offerte. Die Amerikaner müssten sich schon enorm strecken, um da gegen die finanzstarken Briten noch gegenhalten zu können.

Für die Aktionäre und das Management von Alcan ist es ein guter Deal. Letztere können unter dem Dach des locker gruppierten Rohstofffinanziers Rio Tinto ihren Konzern weiterführen, angereichert um die spärlichen bisherigen Aluminiumaktivitäten von Rio Tinto.

Anders sieht die Sache für Rio Tinto aus. Alcan wird mit dem 1,6fachen des Umsatzes bezahlt. Zu rechtfertigen ist der Preis nur, wenn, was alle Welt als sicher unterstellt, der Aluminiumpreis von 2800 Dollar über 3000 Dollar je Tonne steigt und dort auch ein gutes Weilchen verharrt. Der aktuelle Preis ist doppelt so hoch wie vor fünf Jahren und reflektiert die globale Hochkonjunktur. Da Rio Tinto bar bezahlt, klettert die Verschuldung auf satte 64 Prozent des Eigenkapitals. Die Versicherungsprämien für die ausstehenden Bonds schnellten hoch, die Rating-Agenturen warnten. Für die Aktionäre sind die Aussichten nur wenig besser. Diese Diversifikation ist eindeutig zu teuer.






Motorola/Nokia
Schlechte Nachrichten von Motorola  sind gute Nachrichten für Nokia  . Gemäß diesem einfachen Motto ist die Aktie von Nokia nach den extrem schwachen Absatzzahlen von Motorola am Donnerstag um 2,9 Prozent gestiegen. Seit Jahresanfang hat sie nun um satte 39 Prozent zugelegt. Sie kostet damit das rund 16fache des für 2007 geschätzten operativen Cashflows, der per saldo seit 2000 stagniert.




Nehmen wir also einmal mit dem Markt an - und das muss in diesem Fall sein, wie sich zeigen wird -, Motorola wird nie mehr zurückschlagen, und auch die anderen alten und neuen Rivalen werden Nokia nie wieder ausstechen können. Sagen wir weiter, der gesamte Cashflow nach Steuern steht zur Ausschüttung zur Verfügung, was angesichts der niedrigen Investitionsquote nicht mal ganz unrealistisch ist. Unterstellen wir zudem, dass das Beta der Aktie zum Stoxx 600 bei 1,3 verharrt, dem Wert der vergangenen zwölf Monate (über die vergangenen fünf Jahre beträgt es 1,6). Und rechnen wir schließlich mit einer generellen Aktienrisikoprämie von kärglichen drei Prozent.

Selbst dann müsste Nokia den Cashflow für immer um gut zwei Prozent jährlich steigern, um den Wert der Aktie zu rechtfertigen. Das mag sich machbar anhören. Tatsächlich werden die Anleger sich noch die Finger danach lecken, wenn der Markt erst einmal gesättigt ist - und die Keilerei zwischen den Anbieter von Mobiltelefonen folglich so richtig losgeht.





Quelle: Financial Times Deutschland

News druckenName  Aktuell Diff.% Börse
ALCAN INC 98,45 +9,88% NYSE
ALCOA INC 45,29 +6,74% NYSE
DEUTSCHE LUFTHANSA AG VINK.NAMENS-AKTIEN O.N. 20,73 +1,32% XETRA
MOTOROLA INC 18,08 +0,72% NYSE
NOKIA CORP. Registered Shares EO 0,06 21,57 +2,62% XETRA
QANTAS FPO 5,74 +0,17% Australien
RIO TINTO ORD 10P 3.810,00 -4,61% London Dom Quotes
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Peddy78:

D.K. : Demag Cranes muss erst mal tiefer stapeln.

 
16.07.07 03:53
News - 15.07.07 20:11
Das Kapital: Demag Cranes muss erst mal tiefer stapeln

Na so was: Darf man sich denn just an dem Tag, an dem der Dax einen Rekordstand feiert, keinen Ausrutscher erlauben? Weiteres Thema in diesem Kapital: General Electric.


Sind die Anleger bei diesem Indexstand so nervös, dass sie die Aktie einer Firma gleich um 20 Prozent runterprügeln, nur weil sie die Prognosen anpasst? Und zwar die Ganzjahreswachstumsraten für den Umsatz um 2,5 und für bereinigtes Ebitda und Ebit um 13 Prozent nach unten?



Die Zahlen des Kranherstellers Demag  waren wohl weniger das Problem als vielmehr der Verlust an Glaubwürdigkeit. Denn dieses Jahr verwirrte Demag bereits häufiger den Markt.

Angefangen bei den vergangenen Freitag aufgeführten Gründen für die Planverfehlung - Probleme im Segment Hafentechnologie. Fast wortwörtlich tauchten diese Probleme bereits im Q2-Bericht Ende Mai auf. Doch die Prognosen wurden beibehalten, der Kurs blieb stabil. Der Vorstand beschwichtigte: "Aufgrund der eingeleiteten Maßnahmen ist eine laufende Verbesserung der Kostensituation mit entsprechenden Ergebnissteigerungen in den nächsten Quartalen zu erwarten." Na ja. Nun gab die Firma in der Analystenkonferenz zu, dass sie auch am Markt vorbeiproduzierte.



Dass der Aktienkurs Ende Februar in nur zwei Tagen um ein Viertel abstürzte, kann man dem Vorstand weniger vorwerfen - der Markt hatte auf eine Anhebung der Planzahlen gewettet. Doch dann verkaufte der Vorstandsvorsitzende im März - die Aktie hatte sich wieder erholt - Aktien im Wert von 2,3 Mio. Euro, und im Mai verließ überraschend der angesehene Finanzvorstand die Firma. Zusammen mit der stets extrem zuversichtlichen Finanzkommunikation bleibt da ein fader Beigeschmack.

Sollte die Ergebnisdelle nur temporär sein, würde Demag auf 2008er-Basis mit einem Zehner-KGV notieren - dieser Tage billig für einen gut laufenden Maschinenbauer. Dass Demag dies auch ist, muss erst wieder bewiesen werden. Bis dahin ist ein Risikoabschlag geboten.



General Electric

Wie immer herrliche Zahlen von General Electric  (GE). Überflüssig zu erwähnen, dass der Zuwachs des Ergebnisses aus dem fortgeführten Geschäft von zwölf Prozent auf 5,4 Mrd. $ im zweiten Quartal die Erwartungen exakt getroffen hat. Fast unnötig anzumerken auch, dass der Rückgang der Steuerquote um 1,4 Prozentpunkte auf 16,7 Prozent dem Gewinn einen hübschen Schups gegeben hat.

Beinahe noch bemerkenswerter als sonst ist allerdings die Zusammensetzung des Ergebnisses. So sind allein die "sonstigen betrieblichen Einnahmen" von 0,6 auf 1,4 Mrd. $ gestiegen. Nicht schlecht, wenn man bedenkt, dass diese Position im Gesamtjahr 2006 rund 2,5 Mrd. $ ausmachte, nach 1,7 Mrd. $ im Jahr 2005. Gut, die Firma hatte auch "Restrukturierungskosten und andere Aufwendungen" von 0,6 Mrd. $ zu verkraften. Aber ist derlei bei einem Konglomerat wie GE nicht die Regel?

Interessant auch das organische Wachstum von acht Prozent. Wo kommt es her? Die Finanzdienste haben um elf Prozent auf 17,1 Mrd. $ zugelegt, vor allem organisch, wie GE sagt. Das Industriegeschäft ist inklusive Übernahmen um zehn Prozent auf 24,2 Mrd. $ gestiegen. Derweil haben Übernahmen, Spartenverkäufe und Währungseffekte den Umsatz konzernweit um 3,5 Mrd. $ beflügelt, nach 1,6 Mrd. $ im Vorjahr. Organisch kann das Industriegeschäft ergo nicht sehr stark gewachsen sein, obgleich das Infrastruktursegment brummt und auch die Auftragslage prima ist.



Denkwürdig unterdessen das für den Rest des Jahres von rund 6 auf 14 Mrd. $ erhöhte Aktienrückkaufvolumen, von dem bisher erst 2 Mrd. $ getätigt sind. Dazu kommen ja Dividenden von 12 Mrd. $. Nur hat die Industrieseite im ersten Halbjahr gerade mal operative Mittelzuflüsse von 6,9 Mrd. $ erzielt. Hinzu kam die reguläre Dividende der Finanzsparte von rund 2,1 Mrd. $ sowie eine Sonderdividende von 2,7 Mrd. $. Aus dem laufenden Geschäft kann GE die 2007er-Gesamtausschüttung von 26 Mrd. $ also kaum finanzieren. Statt sich über die Aufstockung des Aktienrückkaufprogramms zu freuen, das sich zu einem guten Teil aus den für 2007 erwarteten Erlösen aus Beteiligungsverkäufen von 13 Mrd. $ speist, sollten die Anleger sich lieber einmal fragen, warum GE den Ausblick für den Gewinn je Aktie nicht erhöht hat, wenn der Aktienumlauf doch um rund zwei Prozent niedriger sein wird, als es bisher veranschlagt wurde.


US-Wirtschaft


Sofern GE mit seinem breit gefächerten Geschäftsportefeuille ein Gradmesser für die US-Wirtschaft ist, kann es mit ihr übrigens nicht allzu weit her sein. Die internationalen Umsätze stiegen im zweiten Quartal um 21 Prozent und machen die Hälfte des Geschäfts aus. Rechnerisch ist das US-Geschäft damit bloß um 4,3 Prozent gewachsen. Dabei haben allein Übernahmen und Währungseffekte das Konzernwachstum ja um vier Prozentpunkte gesteigert. Davon abgesehen liegen zwischen Umsätzen und Wertschöpfung in der Regel ohnehin noch mal Welten.





Quelle: Financial Times Deutschland

News druckenName  Aktuell Diff.% Börse
Demag Cranes AG Inhaber-Aktien o.N. 39,50 -22,99% XETRA
GEN ELECTRIC CO 39,50 +1,28% NYSE
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Peddy78:

Das Kapital:Philips hat ein Problem - zu viel Geld

 
16.07.07 23:21
News - 16.07.07 21:23
Das Kapital: Philips hat ein Problem - zu viel Geld

Die Firma Philips hat Geldprobleme. Nicht klassischer Art. Es handelt sich vielmehr um ein börsentechnisch modernes Problem: Sie hat zu viel davon. Weitere Themen in diesem Kapital: Cisco und ABN Amro.


Zwar war der freie Mittelzufluss im zweiten Quartal nicht berauschend - rund 200 Mio. Euro im Minus -, dennoch stand Philips  am Ende des Quartals mit volleren Taschen da denn je. Nicht zuletzt, weil der Verkauf einer weiteren Tranche an TSMC fast 2 Mrd. Euro in die Kasse spülte. So beenden die Niederländer das erste Halbjahr 2007 mit brutto 6,3 Mrd. Euro auf dem Konto, nach Abzug der Finanzschulden bleiben immerhin noch 2,5 Mrd. Euro netto.



Und es soll weiter Bares in die Kassen fließen, schließlich will sich Philips vollends von allen Halbleiteraktivitäten sowie dem Flachbildschirmgeschäft trennen. Zusammen sind die zur Disposition stehenden Beteiligungen über 8 Mrd. Euro wert. Da Philips zusätzlich den Verschuldungsgrad erhöhen möchte, rechnet Vorstand Gerard Kleisterlee binnen drei Jahren mit einer freien Liquidität von 20 Mrd. Euro, die sowohl für Übernahmen als auch für Ausschüttungen zur Verfügung stünden.



Doch der Konzern befindet sich in einer Zwickmühle, bei der die Zeit gegen ihn läuft. Einerseits werden die potenziellen Übernahmeziele rarer und teurer - bereits für die kürzlich gekaufte Color Kinetics zahlte man üppig. Andererseits führt Philips' Akquisitionsstrategie - kein großer Wurf, sondern kleinere Käufe - dazu, dass der Druck auszuschütten immer größer wird. Letzten Endes schrumpft Philips somit kontinuierlich. So wurden durch Beteiligungsverkäufe seit dem Jahr 2003 zwar fast 16 Mrd. Euro eingesammelt, aber davon nur 4,4 Mrd. Euro in Übernahmen reinvestiert, während 8 Mrd. Euro an die Aktionäre flossen.

Kurzfristig werden einige aktive Aktionäre jubeln, langfristig verliert Philips so aber auch einiges an Wachstumspotenzial und Fantasie.



Cisco

Eins muss man den Amerikanern lassen: Sie sind und bleiben visionär. Nehmen wir John Chambers, den Chef des US-Netzwerkausrüsters Cisco Systems  , der sich 2000 anschickte, als erste Firma der Welt eine Marktkapitalisierung von 1000 Mrd. $ zu erreichen - und jetzt rund 180 Mrd. $ auf die Waage bringt. In einem Interview hat Chambers angedeutet, dass das Internet auch hinsichtlich seiner Wirkungen auf die Arbeitsproduktivität der Beschäftigten noch ganz am Anfang steht.

Gut möglich. Aber wie im Jahre 2000 stellt sich auch heute die Frage, was sich aus Anlegersicht daraus machen ließe. Den Statistiken der OECD zufolge, die anders als ihre US-Pendants die Gesamtwirtschaft erfasst, ist die US-Arbeitsproduktivität über die vergangenen zehn Jahre im Durchschnitt um zwei Prozent jährlich gestiegen - gegenüber einem mittleren Zuwachs von 1,4 Prozent seit 1970. Wenngleich eine Beschleunigung zu bescheinigen ist, sind die tatsächlichen Werte also um einiges unspektakulärerer als die 2,5 bis 3 Prozent, mit denen immer noch etliche Banken hausieren gehen; für 2007 erwartet die OECD zunächst gerade mal ein Prozent. In Deutschland und in Japan betrug der mittlere Anstieg der Arbeitsproduktivität zwischen 1996 und 2006 übrigens 1,1 respektive 1,2 Prozent.



Welche Erwartungen stecken demgegenüber in den Aktienkursen drin? Wir wissen es natürlich nicht, weil wir die erwartete Aktienrisikoprämie nicht kennen. Doch schon bei einer Risikoprämie von nur drei Prozent ergäbe sich bei einer Rendite auf inflationsgekoppelte zehnjährige US-Staatsanleihen von 2,7 Prozent eine erwartete reale Gesamtaktienrendite von 5,7 Prozent. Bei einer Dividendenrendite von 1,8 Prozent müssten die realen Gewinne und Dividenden je Aktie künftig ceteris paribus also um fast vier Prozent zulegen, damit die Rechnung der Anleger aufgehen kann. Selbst wenn die Bevölkerung immer noch ein bisschen wächst und die Firmen fleißig Aktien zurückkaufen: Da müsste die nächste Phase der Kreativität, von der Chambers spricht, beinahe schon einer Revolution gleichkommen.



ABN Amro

Das Vorspiel ist beendet, die Schlacht um ABN Amro  kann beginnen. Am Montag bekräftigte das Konsortium um RBS sein Gebot, obwohl es durch den sonntags gefällten Richterspruch auf ABNs US-Ableger LaSalle verzichten muss, der anfangs noch als Hauptziel von RBS galt. Den Schotten scheint demnach auch an ABNs Investmentbanking viel zu liegen. Die Aktionäre von Barclays  und RBS sehen die Übernahme kritisch. Kein Wunder, würde RBS doch das 21-Fache vom diesjährigen Gewinn bezahlen - die Synergien sollen's richten.



Derweil hat Barclays' Angebot an Attraktivität verloren, da die Kaufwährung - eigene Aktien - schwächelt. Das RBS-Gebot ist derzeit um mehr als zehn Prozent höher. Für Barclays wird es nun schwer, das Angebot zu versüßen, ohne die eigenen Aktionäre zu verärgern.





Quelle: Financial Times Deutschland

News druckenName  Aktuell Diff.% Börse
ABN AMRO HOLDING 37,15 +3,63% Amsterdam
BARCLAYS ORD 25P 729,00 +0,62% London Dom Quotes
Cisco Systems, Inc. 29,89 +0,00% NASDAQ
PHILIPS KON 32,04 -1,14% Amsterdam
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Peddy78:

Das Kapital: So hängt die Telekom die Rivalen nich

 
18.07.07 03:17
News - 17.07.07 20:30
Das Kapital: So hängt die Telekom die Rivalen nicht ab

Vielleicht sollten zahlenfixierte Börsenbeobachter erst gar nicht versuchen, die Welt der Markennamenerfinder, den Willen der Werbefachleute sowie die Vorstellungen der Marketingstrategen zu verstehen. Weitere Themen in diesem Kapital: Kreditsorgen und Microsoft.


Schon gar nicht, wenn die Zielgruppe minderjährig ist. Und sie muss schon sehr minderjährig sein, wenn sie die Congstar'sche Eigenwerbung - "So einfach wie Fastfood" - als Gütesiegel begreift. Wo doch selbst die geschmacksunempfindlichen Amerikaner keinen Unterschied zwischen Fast- und Junkfood machen.



Halten wir uns mit dem Namen Congstar nicht länger auf. Er ist wahrscheinlich so gut oder schlecht wie jede Namensfindung, allerdings wundert einen doch die phonetische Nähe zum Sportschuh Converse All Star, dessen Markenzeichen man in Form eines Sterns zudem in dem Congstar-Schriftzug leicht verfremdet wiederzuerkennen glaubt. Immerhin handelt es sich um die gleiche Zielgruppe.

Reden wir auch nicht vom Internetauftritt, immerhin das einzige Fenster zur Welt der Firma; auch hier haben die Vorlieben der jungen Zielgruppe Pate gestanden - frohe Farbenpracht in Verbindung mit dem ungelenken Charme einer handgebastelten Webpage.



Reden wir auch nicht lange über die Tarife, die natürlich unter denen der Mutter, aber tendenziell über denen der anderen Billiganbieter liegen (bis auf die Mobil-Flatrate) und die Strukturen bestehender Tarife kombinieren.

Muss man dann noch über irgendwas anderes reden? Außer vielleicht, dass die Kannibalisierungsangst angesichts dieses Angebots maßlos übertrieben ist und die schnellen, innovativen Rivalen das Hauptproblem bleiben?



Kreditsorgen

Wie krank muss das System sein, wenn die Banken schon nach dem mickrigen jüngsten Anstieg der Rentenrenditen ins Schwitzen geraten. Insgesamt sind die Risikoprämien auf Unternehmensanleihen angesichts der guten Rentabilität der Firmen und der brummenden Weltwirtschaft noch sehr niedrig. Aber mit Blick auf das US-Ramschhypotheken-Desaster sind Nervosität und Risikoaversion vor allem bei kreditfinanzierten Übernahmen dermaßen gestiegen, dass die Banken nunmehr auf den von ihnen arrangierten Krediten mitunter sitzen bleiben.



Angesichts der wahnwitzigen Bewertungsmultiplikatoren, die derzeit auf die zyklischen Spitzengewinne gezahlt werden, und der abenteuerlichen Verschuldungsquoten kann man die Vorsicht der Anleger verstehen, die zu den bisherigen Konditionen und Risikoprämien nicht mehr zeichnen wollen. Dass die Unruhe schon zu einer Zeit aufkommt, in der die Geldpolitik noch nicht mal ansatzweise restriktiv ist, sollte allerdings zu denken geben.

In der Euro-Zone etwa liegt der Leitsatz um 1,6 Prozentpunkte und die Rendite auf zehnjährige Staatsanleihen um einen Prozentpunkt unter dem nominalen BIP-Wachstum. Ein derartiges Zinsumfeld ist mittelfristig eindeutig inflationär. Wegen des ohnehin zunehmenden Inflationsdrucks - hohe Kapazitätsauslastung, Fachkräftemangel, Geldüberhang - wären daher unter normalen Umständen beherzte Zinserhöhungen geboten. Doch was wird erst auf dem Kreditmarkt los sein, wenn die EZB die Kreditaufnahme generell etwas erschwert? Ihr Motto kann wohl nur noch "Durchwurschteln" lauten. Ganz wie bei der Fed.



Microsoft

Ist Microsoft  zum Stillstand verdammt? Der Softwarekonzern hat in den vergangenen Jahren Milliarden in die Spielkonsole und das Onlinegeschäft gesteckt, doch in die Aktienbewertung fließen diese Bereiche kaum ein.

Microsofts Wert beruht immer noch auf den drei Kernbereichen Windows, Office und Server. Mittels erfolgreicher Produktoffensiven hätte das auch anders laufen können, wie die Erfolge von Google und Apple zeigen. Bei Googles Börsengang 2004 kamen Google  und Apple  zusammen auf einen Marktwert von unter 50 Mrd. $ - Microsoft allein auf 300 Mrd. $. Heute sind die beiden zusammen so viel wert wie Microsoft, dessen Bewertung stagnierte. Beide Aufsteiger profitierten von Bereichen, die auch Microsoft offengestanden hätten.



Microsoft ist damit beschäftigt, anderen in ihre Märkte hinterherzulaufen, anstatt selbst welche zu schaffen. Die Xbox startete als Herausforderer zur erfolgreichen Playstation. Microsofts neues Internetsuchprodukt soll Googles Führung in diesem Bereich angreifen. Und mit dem Zune-Musikplayer versucht Microsoft, Apples Dominanz mit dem iPod zu brechen.

Microsofts Aktionäre glauben nicht mehr an das innovative Potenzial der Firma. Bei Apple hingegen reichte die iPhone-Ankündigung, um die Aktie 40 Prozent nach oben zu hieven.

Microsoft schafft es regelmäßig nicht, die Kunden für seine Produkte wirklich zu begeistern. Um auch an der Börse wieder ordentlich Eindruck zu schinden, müsste der Softwarekonzern mal richtig kreativ werden und einen neuen Markt schaffen und anführen.





Quelle: Financial Times Deutschland

News druckenName  Aktuell Diff.% Börse
Apple Inc. 138,9099 +0,59% NASDAQ
DEUTSCHE TELEKOM AG NAMENS-AKTIEN O.N. 13,50 -0,59% XETRA
Google Inc. 555,00 +0,36% NASDAQ
Microsoft Corporation 30,7799 +2,50% NASDAQ
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Peddy78:

Das Kapital: SAP und das Relativ...

 
20.07.07 03:43
Relativ gesehen ist SAP doch! immer noch recht teuer,
nur scheint das (relativ) keinen zu interessieren.
Und habe ich zumindest was die Kursentwicklung angeht,
relativ daneben gelegen.
Sorry für alle die vielleicht wg. meiner Warnungen ausgestiegen sind und jetzt schöne Kursgewinne verpaßt haben.
Aber die Gefahr der Klage ist ja noch nicht gebannt,
die Konkurrenz wird sicher noch eher versuchen,
sich ein Stück vom Kuchen bzw. von den Millionen zu holen,
aus eigener Kraft oder durch die Klage.
Wie man Gewinn  erzielt ist Oracle nämlich sicher relativ egal.
Und hier galt halt das Motto:
Vorsicht ist besser als Nachsicht,
aber wer nicht wagt der nicht gewinnt.
Und manchmal gewinnt man,
manchmal verlieren die anderen,
und anders rum.
Und wie man es macht ist es sowieso verkehrt.

News - 19.07.07 20:54
Das Kapital: Relativ gesehen ist SAP nicht mehr so teuer

Es hat keinen Zweck, nach gröberen Schönheitsfehlern zu suchen. Ob Umsatz, Umsatzverteilung oder Marge: SAP ist zurück, wie die HVB es ausdrückte. Weitere Themen in diesem Kapital: UBS und Alitalia.


Währungsbereinigt haben die Walldorfer im zweiten Quartal insgesamt um 14 Prozent zugelegt und dabei die entscheidenden Lizenzumsätze gar um 21 Prozent gesteigert.



Selbst die operative Marge, die über die vergangenen Jahre der Anlegerfantasie so manchen Dämpfer verpasst hat, lag mit knapp 24 Prozent eine Spur über den Erwartungen. Derweil treibt die Firma ihr Geschäft weiter seelenruhig aus eigener Kraft voran, wie neben dem anhaltenden Personalaufbau etwa auch die Mittelstandsoffensive zeigt.

Die enthusiastische Börsenreaktion auf die Zahlen ist schon insofern zu verstehen, als die Aktie sich per saldo bereits seit Anfang 2004 kaum mehr bewegt hat, während der Dax sich quasi verdoppelte. Ist von der Bewertungsseite nun endlich der Weg nach oben frei?



Auf den ersten Blick kann man zweifeln, denn auf Basis der 2007er-Schätzungen kostet der Titel den rund 25-fachen Gewinn. Doch sinkt das KGV schon auf Basis 2008 auf 21,5. Zu den US-Rivalen, die mit dem 15- bis 18-Fachen des 2008er-Gewinns notieren, genießt SAP  damit immer noch einen gehörigen Aufschlag. Jedoch wachsen die Walldorfer organisch auch schneller. Vielleicht sollte man es auch einmal so sehen: In Deutschland kosten die nichtfinanziellen Firmen insgesamt mittlerweile den 17,5-fachen 2007er- und den gut 15-fachen 2008er-Gewinn. Und insgesamt wachsen diese nicht annähernd so schnell wie SAP, während ihnen vom Gewinn viel weniger in der Kasse bleibt.



UBS

Wenn eine Firma schwächelt, ruft man heute gleich nach einer Zerschlagung, so jetzt auch bei UBS. Diesen Rat wird die Investmentbank, gleichzeitig weltgrößter Vermögensverwalter, kaum befolgen. Denn sollte ihr Geschäftsmodell verfehlt sein, hätten auch einige andere Investmentbanken Probleme, die ebenfalls Private-Banking- und Vermögensverwaltungssparten parallel fahren.

Aber passen Investmentbanking und Private-Banking wirklich so gut zusammen? In den Wachstumsmärkten sind die Entwicklung der Kapitalmärkte und der Zuwachs der Privatvermögen eng miteinander verbunden. Wer einen Börsengang begleitet und anschließend gleich für den Verkäufer die Erlöse verwaltet, profitiert ganz klar von Vertriebssynergien.

Und passen Investmentbanking und institutionelle Vermögensverwaltung zueinander? Hier hindern strenge Vorschriften zur Vermeidung von Interessenkonflikten die Finanzhäuser daran, Synergien zu nutzen. Das spräche aber eher dagegen, Vermögensverwalter für teures Geld zu kaufen, als bestehende Geschäfte abzustoßen. Zu guter Letzt tragen Erfolge in Investmentbanking, Vermögensverwaltung und Private Banking dazu bei, eine gemeinsame starke Marke aufzubauen und so talentiertes Personal zu gewinnen.

Dennoch werden UBS und andere für weniger als die Summe ihrer Einzelteile gehandelt. Die Investoren honorieren also das robuste Privatkundengeschäft nicht in vollem Umfang. Zwar birgt absolute Größe immer die Gefahr der Ineffizienz und des Kontrollverlusts, wie Citibank, Bear Stearns  oder auch UBS bereits spüren mussten. Werden diese Probleme nicht ignoriert, sollten die Bankvorstände weiter auf den Aufbau des Private Banking setzen.



Alitalia


Alitalia  geht in den Blindflug über. Der letzte Interessent für Teile der 49,9-Prozent-Beteiligung des Staates hat abgesagt. Gründe, Alitalia nicht zu kaufen, gab es genug. Zwei erfahrene Führungsriegen haben keine Wende geschafft. Gewinne sind die Ausnahme statt die Regel, der Wettbewerb durch Billiganbieter ist enorm, das Langstreckengeschäft ist schwach, das Verhältnis zu den Gewerkschaften angespannt. Auch müsste jeder Käufer wegen der alternden Flotte mächtig investieren.

Zudem wollte Rom dem neuen Besitzer Fußfesseln verpassen. An einen Verkauf waren Versprechungen zu Belegschaftsgrößen und Routen ebenso geknüpft wie erdrückende Finanzgarantien. Jetzt kann die Regierung den halsstarrigen Gewerkschaften zwar leichter mit Bankrott drohen. Dass dabei Zugeständnisse herauskommen, die Alitalia wirklich attraktiv machen, ist aber unwahrscheinlich.

Rom hat in der Vergangenheit mit Finanzspritzen ausgeholfen, aber das wird in Brüssel kaum noch zu vertreten sein. Dennoch ist es schwer zu glauben, dass die Politiker bereit sind, Alitalia Bankrott gehen zu lassen. Auch für die Aktionäre wäre das kein Trost. Der geschätzte Buchwert von 0,47 Euro pro Aktie liegt weit unter dem Kurs von 0,75 Euro. Selbst wenn es Alitalia wie Swissair geht, man also einen Bankrott zulässt und die Firma dann verkauft, wird es nicht zum aktuellen Preis sein.







Quelle: Financial Times Deutschland

News druckenName  Aktuell Diff.% Börse
ALITALIA . 0,7474 -3,10% Mailand
BEAR STEARNS COS THE 138,93 -0,29% NYSE
SAP AG Inhaber-Aktien o.N. 40,06 +6,06% XETRA
Antworten
Peddy78:

SAP hofft auf milde Richter.

 
20.07.07 04:19
Hoffnung ist ein "tolles" Kaufargument,
kann aber teuer werden.

News - 19.07.07 16:06
SAP hofft auf milde Richter

Nach monatelanger Durststrecke hat SAP mit hervorragenden Zahlen zum zweiten Quartal den Befreiungsschlag geschafft. Nicht mal die weiterhin bestehenden Industriespionage-Vorwürfe des Erzrivalen Oracle konnten die Stimmung trüben. Die Walldorfer selbst gehen auch nicht davon aus, dass Ihnen großes Ungemach aus Übersee droht.



HB WALLDORF/LONDON. Mit der Vorlage Zwischenbilanz erreichte der Weltmarktführer für Unternehmenssoftware am Donnerstag nicht nur eine Korrektur seines zuletzt arg angekratzen Images. SAP gelang es auch, die Talfahrt an der Börse zu stoppen und wieder ins Plus zu drehen.

Trotz der positiven Trendwende kamen von Vorstandschef Henning Kagermann keine triumphalen Gesten. Weder erhöhte der Top-Manager des Weltmarktführers für Unternehmenssoftware die Prognose für das Gesamtjahr. Sticheleien in Richtung seines Hauptkonkurrenten Oracle verkniff sich der 60-Jährige ebenfalls bei der Präsentation der Halbjahreszahlen in London: "Wir haben unser Ergebnis mit organischem Wachstum erreicht und liegen beim Marktanteil klar vor Oracle", war nahezu der einzige Kommentar zu dem US-Konzern, der zuletzt rund 25 Mrd. Dollar für Zukäufe ausgegeben hatte, um zu SAP aufzuschließen. Der Weltmarktanteil sei binnen Jahresfrist ohne größere Zukäufe um 3 Prozentpunkte auf 26 Prozent gestiegen, weit vor Oracle mit 15,5 Prozent.

Geringe Risikovorsorge

Dass die Klage von Oracle-Chef Larry Ellison wegen Diebstahls geistigen Eigentums aber weiter wie ein Schatten über der Walldorfer Software-Schmiede hängt, konnte auch Kagermann nicht verhehlen. Er habe mit vielen Kunden über die Industriespionagevorwürfe gesprochen, erklärte der Manager. Diese hätten zwar versichert, dass sie SAP für ein vertrauenswürdiges Unternehmen halten. SAP habe aber dennoch wegen der juristischen Auseinandersetzung mit Oracle Rückstellungen gebildet. Diese liegen laut Kagermann allerdings bei unter 10 Mill. Euro. Das erscheint wenig, geht es vor US-amerikanischen Gerichten doch schnell um dreistellige Millionensummen.

Rund eine Woche nach Kagermanns 60. Geburtstag ließ sich die Börse aber nicht von den dürren Worten zu dem schwebendem Verfahren leiten, sondern setzte die SAP-Aktie bis zum Nachmittag mit einem Plus von mehr als 6 Prozent an die Dax-Spitze. Das Papier übersprang erstmals seit dem Jahresbeginn die Marke von 40 Euro. Zwischenzeitlich war die Aktie auf unter 33 Euro gefallen.

Das weltweit drittgrößte Software-Unternehmen war zuvor der einzige Dax-Wert, der sich seit Jahresbeginn im Minus bewegt hatte. Dagegen ist der deutsche Leitindex seither um mehr als 20 Prozent gestiegen. Alle Kennziffern lägen über den Erwartungen, erklärten Händler nun das nachträgliche Geburtstagsgeschenk für den Vorstandchef. Außerdem sei SAP auf einem guten Weg, im Mittelstand neue Kunden zu gewinnen. In dieses Segment investieren die Walldorfer derzeit Millionen, um ihre Software auf die Bedürfnisse der Unternehmen umzustellen.

Im zweiten Quartal hatte SAP den Umsatz um 10 Prozent auf 2,4 Mrd. und das Betriebsergebnis ebenfalls um 10 Prozent auf 577 Mill. Euro ausgebaut. Der Gewinn nach Steuern stieg um 8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 449 Mill. Euro. Die Lizenzerlöse schnellten um 18 Prozent auf 715 Mill. in die Höhe, was die Anleger besonders freute, sagt diese Kennziffer doch viel über das zukünftige Geschäft mit Service und Updates aus. Der Produktumsatz wuchs um 16 Prozent auf 1,7 Mrd. Euro.

Richter urteilt über SAP

Ob der Weltmarktführer für Unternehmenssoftware 2007 mit einem Happy End abschließen kann, entscheidet sich aber erst in den letzten Monaten des Jahres. Am 4. September will das Bezirksgericht in San Francisco entscheiden, wie das Eingeständnis von Kagermann zu werten ist, dass die SAP-Tochter Tomorrow Now Wartungsdokumente des US-Konkurrenten in "unangemessener Weise" von der Oracle-Internetseite heruntergeladen hat. Die Auswirkungen der Entscheidung werden dann wohl im vierten Quartal zu spüren sein. Tomorrow Now wartet und aktualisiert Oracle-Software im Auftrag von Kunden und hatte in dieser Funktion mehr Daten vom Konkurrenten heruntergeladen als erlaubt.

Die letzten Monate das Jahres gelten auch beim Verkauf der Software-Lizenzen als maßgeblich. Erfahrungsgemäß wird dann in den Vorstandsetagen entschieden, wie die Unternehmen abschließend ihre IT-Budgets verteilen.



Quelle: Handelsblatt.com



News druckenName  Aktuell Diff.% Börse
Oracle Corporation 20,60 +0,93% NASDAQ
SAP AG Inhaber-Aktien o.N. 40,06 +6,06% XETRA
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Peddy78:

Das Kapital: Mal was Sympathisches von Google...

 
22.07.07 22:26
News - 22.07.07 19:52
Das Kapital: Mal was Sympathisches von Google

Zumindest was den Ausbau des Geschäfts anbetrifft, könnte Google einem fast schon sympathisch werden. Weitere Themen in diesem Kapital: Europäische Immobilienaktien und Ericsson.


Die Firma forscht, was das Zeug hält, investiert rund drei Viertel so viel wie die neunmal so große Industriesparte von General Electric  und hat allein im zweiten Quartal die Belegschaft von 12.238 auf 13.786 Vollzeitbeschäftigte erhöht. Insbesondere die Aufstockung der Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen von 11,5 auf 13,7 Prozent des Umsatzes ist bei einem Wachstum von 58 Prozent höchst bemerkenswert.





Angesichts der Erfahrungen mit Firmen wie Microsoft  bei der Expansion in Segmente außerhalb des Kerngeschäfts ist es natürlich fraglich, ob sich die Anstrengungen auszahlen. Aber selbst wenn sie nur dazu beitragen, Rivalen wie Yahoo  oder Microsoft im Kernsegment auf Abstand zu halten, wäre der Rückgang der operativen GAAP-Marge von 33,2 auf 28,5 Prozent verschmerzbar, da das Geschäftsmodell von Google  ja keineswegs unangreifbar ist.

Gehen wir mit dem Markt von einem fortgesetzten Erfolg Googles aus und sagen, dass die Firma es Microsoft nachtut und ihren eigenen Umsatz von heuer knapp 12 Mrd. $ dereinst auf 50 Mrd. $ steigert, die operative Marge auf 40 Prozent hievt, die Steuerquote bei 25 Prozent stabilisiert und zusätzlich ein Finanzergebnis 2 Mrd. $ erzielt. Den entsprechenden Netto-Gewinn von 16,5 Mrd. $ mit Microsofts derzeitigem KGV von 18 belegt, hätte die Aktie einen Spielraum von 83 Prozent, falls man von der laufenden Verwässerung durch Mitarbeiteroptionen von zwei Prozent absieht.

Die Frage ist, wann die 50 Mrd. $ kommen. Für 2010 liegen die Erwartungen bei rund 27 Mrd. $. Doch 2015 wäre schon fast etwas zu spät: Die bis dahin zu erwartende Rendite läge nicht mal mehr bei acht Prozent. Da wirkt auch die Naivität der Anleger, die zum aktuellen Kurs von Google immer noch Überrenditen erwarten, fast schon sympathisch.





Europäische Immobilienaktien
Ein Gutes haben die Sorgen um den US-Ramschhypothekenmarkt und um die generell sinkende Bereitschaft der Banken, die auf Kreditexpansion und Vermögenspreisinflation basierende US-Wirtschaft weiter zu finanzieren. Sowohl die plumpsenden US-Anleiherenditen als auch der nachgebende Dollar üben auch in Europa Druck auf die Zinsen aus. Und damit sinkt zumindest die Gefahr, dass der Immobilienmarkt der hiesigen Wirtschaft letztlich ebenso zu schaffen macht, wie das in den USA bereits der Fall ist.



Und die Gefahr ist real. Das Verhältnis von Hauspreisen zu Einkommen liegt in weiten Teilen Europas nicht nur deutlich höher als in den USA, sondern auch weit stärker über seinen historischen Durchschnittswerten. Laut Deutscher Bank sind die Hauspreise in Großbritannien, Spanien, Frankreich, Dänemark und Norwegen stärker überbewertet als in den USA - wobei die regionalen Differenzen auf dem alten Kontinent noch stärker ausgeprägt sind als in den Staaten. Der Anteil der Wohnungsbauinvestitionen am BIP ist in der Euro-Zone auf dem höchsten je gemessenen Stand und inzwischen um einen Prozentpunkt höher als in Amerika. Und insbesondere in den Mittelmeerländern sind die Hypotheken meist variabel verzinst. Wenn, wie etwa in Spanien, Häuser das rund Siebenfache des Vorsteuerjahreseinkommens kosten, kann einem eine Zinserhöhung von nur einem Prozentpunkt da finanziell Kopf und Kragen kosten.

Bei den geringsten Zweifeln an der europäischen Binnennachfrage aber wäre es angesichts des ohnehin schwachen US-Exportgeschäfts schnell um den Carry-Trade bestellt - zumal in Japan die Inflation wegen der Yen-Schwäche, des Asienexportgeschäfts und der Rohstoffpreise langsam anziehen könnte. Für den Aktienmarkt wäre das der Albtraum.





Ericsson
Das Urteil der Börse zu Ericsson  s Q2-Zahlen war eindeutig - die Aktie verlor 5,8 Prozent. Waren die Ergebnisse so schlecht?

Sicher, das Vorsteuerergebnis verfehlte den Konsens um 5,4 Prozent. Den Umsatz rettete nur ein starkes Asiengeschäft, da Europa stagnierte und Nordamerika gar um 18 Prozent zurückging. Dazu kam eine kaum wachsende Multimediasparte, die nichts verdiente.



Andererseits berichtet der Vorstandschef von weiter wachsenden Marktanteilen. Beispielhaft sei hier Indien genannt, wo Ericsson sich einen 2-Mrd.-$-Auftrag sicherte, während Nokia-Siemens sich mit einem 900 Mio. und Alcatel mit einem 400-Mio.-$-Auftrag zufrieden geben mussten. Zudem wächst das Geschäft mit dem Betrieb und der Wartung fremder Netze gut - 14 Prozent währungsbereinigt.

Allerdings belasten diese Projekte kurzfristig die Kasse und die Marge der ohnehin konservativ bilanzierenden Firma, genauso wie die zahlreichen Akquisitionen dieses Jahr. Auch macht Ericsson keine Abstriche bei Forschung und Entwicklung. Langfristig jedoch sollten die Schweden daher innerhalb des Sektors weiterhin die Nase vorne haben.





Quelle: Financial Times Deutschland

News druckenName  Aktuell Diff.% Börse
GEN ELECTRIC CO 40,12 -1,45% NYSE
Google Inc. 520,12 -5,19% NASDAQ
Microsoft Corporation 31,16 -1,11% NASDAQ
TELEFONAKTIEBOL. L.M. ERICSSONNamn-Aktier B (fria) o.N. 2,89 -4,30% XETRA
Yahoo! Inc. 25,35 -2,61% NASDAQ
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Peddy78:

Das Kapital:Inflationsrisiken,so weits Auge reicht

 
24.07.07 02:23
News - 23.07.07 21:36
Das Kapital: Inflationsrisiken, so weit das Auge reicht

Angesichts der Flut von Nachrichten und Analysen, mit denen Journalisten täglich überschwemmt werden, könnte man schon fast von Inflation sprechen. Am Montag galt das im wahrsten Sinne des Wortes. Weitere Themen in diesem Kapital: Hypo Real Estate und Auckland International Airport.


Laut Bloomberg befürchten Goldman Sachs und CIBC World Markets einen Anstieg des Ölpreises auf 100 $ je Fass binnen weniger Monate. Derweil ist die Küste von Louisiana wegen des damit einhergehenden Anstiegs des Ethanolpreises und des deswegen zunehmenden Getreideanbaus am Mississippi derart verdreckt, dass Fische kaum noch überleben können - und deren Preise wohl auch zulegen werden. Wie die HVB in einer Inflationsstudie noch einmal zusammenfasst, nimmt mit der Globalisierung das Risiko steigender Energie- und Nahrungsmittelpreise ohnehin zu; unterdessen nähert sich die Zeit fallender Wareneinfuhrpreise aus Asien dem Ende; dazu kommen zyklische Inflationsgefahren - hohe Kapazitätsauslastung, Fachkräftemangel - sowie die zunehmende Beliebtheit von Mindestlöhnen.

Morgan Stanley wiederum meint, dass in der Euro-Zone nicht nur die administrativen Preise ein strukturelles Inflationsrisiko darstellen - bei wackeligen Staatsfinanzen werden indirekte und "grüne" Steuern immer opportuner -, sondern auch die baldige Einbeziehung kalkulatorischer Mieten in den Verbraucherpreisindex, die nach dem mächtigen Hauspreisanstieg bis zu 0,5 Prozentpunkte zur Inflation in der Euro-Zone beitragen könnten.



Doch auch auf der Mikroseite tun die Firmen alles, um ihre aus zyklischen Gründen hohe Preismacht weiter zu steigern. Am Montag hat der größte Betreiber von Bohrinseln angekündigt, den zweitgrößten zu übernehmen; dabei soll eine Firma mit einem Unternehmenswert von 53 Mrd. $ entstehen - bei einem gemeinsamen geschätzten 2007er Umsatz von rund 10 Mrd. $, der ohnehin schon Nettogewinne von gut 4 Mrd. $ abwerfen soll.

Unterdessen will der Navigationssystemhersteller Tomtom den Kartenanbieter Tele Atlas übernehmen, was sich laut ING unter anderem deshalb lohnen dürfte, weil die Markteintrittsbarrieren dann steigen würden. Insgesamt beträgt das globale M&A-Volumen 2007 bisher rund 3000 Mrd. $ - wobei selbst Private Equity längst Marktkonsolidierungsanstrengungen unternimmt, wie nicht zuletzt der VDO-Verkaufsprozess zeigt (die gesamtwirtschaftlichen Ausrüstungsinvestitionsquoten hingegen sind mau). Letztlich ist auch die schleichende Oligopolisierung eine Folge der von den Zentralbanken verursachten Geldschwemme. Da sollten zumindest die Kartellwächter langsam aufbegehren.



Hypo Real Estate

Während der Vorstand von Hypo Real Estate  (HRE) die Fusion mit der Depfa als einmalige Chance begreift, winkt die Börse nur ab. Beide Seiten haben gute Argumente.

Für den Kursrutsch spricht zunächst, dass nach diesem Deal HRE selber als Übernahmekandidat nicht mehr infrage kommt - die vormalige Hoffnung einiger Aktionäre. Des Weiteren irritiert, dass die Fusion die Logik der erst fünf Jahre alten Aufspaltung der Depfa in einen Staatsfinanzierer und eine Hypothekenbank ad absurdum führt. Die Depfa äußerte sich damals wiederholt positiv zur Abspaltung, da das günstigere Risikoprofil niedrigere Refinanzierungskosten ergab. Entsprechend groß ist die Sorge, dass diese nun wieder steigen. Als Aktionär stößt man sich zudem an der anstehenden Verwässerung durch die Kapitalerhöhung und durch niedrigere Bewertungsmultiplikatoren der Depfa versus HRE.



Doch die Meriten lassen sich ebenfalls sehen. Angefangen beim günstigen Preis, zu dem HRE die Depfa übernehmen kann: nur 17 Prozent Prämie auf einen Kurs, der ohnehin seit rund drei Jahren dem Markt hinterherhinkt. Überdies erzielt die HRE durch den Kauf eine bessere Risikostreuung und einen größeren Aktionsradius, da man zusammen größere Projekte angehen kann. Dank Depfa möchte HRE auch seine Eigenkapitalrendite von derzeit 13,4 auf 15 Prozent bis 2009 hieven.

Insgesamt scheint die industrielle Logik nicht abwegig, doch es wird vor allem auf die Realisierung der versprochenen Vertriebssynergien ankommen, ob sich das Ganze rechnet. Selbst die sonst skeptische Merrill Lynch käme in diesem Fall auf ein Kursziel von 60 Euro.



Auckland International Airport

Ölgeld wird bis nach Neuseeland gespült. Auckland International Airport (AIA) empfahl am Montag seinen Verkauf an Dubai Aerospace Enterprise (DAE). DAE bietet einen Aufschlag von 60 Prozent - und das 40-Fache des Gewinns. Noch ist das Geschäft nicht in trockenen Tüchern. Doch höhere Gegengebote sind unwahrscheinlich. AIA könnte Teil einer breiter angelegten Strategie DAEs sein. Die Firma, die von Dubais Herrscherfamilie kontrolliert wird, hält auch einen Kontrollanteil an Emirates. Und die könnte über Neuseeland australische Kunden in die USA fliegen.





Quelle: Financial Times Deutschland

News druckenName  Aktuell Diff.% Börse
DEPFA DEUTSCHE PFAND 77,76 -0,90% VIRT-X
Hypo Real Estate Holding AG Inhaber-Stammaktien o.N. 46,11 -6,22% XETRA
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Peddy78:

Das Kapital:Ein düsterer Blick auf den Aktienmarkt

 
07.08.07 07:23
Allerdings heute könnte nach den Vorgaben aus den USA ja nochmal die Sonne scheinen.

News - 06.08.07 20:11
Das Kapital: Ein düsterer Blick auf den Aktienmarkt

Die europäische Wirtschaft wächst mit knapp drei Prozent, die Weltwirtschaft gar um fünf Prozent, die Inflation ist einigermaßen unter Kontrolle, die Firmengewinne wachsen fast zweistellig, die langfristigen Zinsen auf Staatsanleihen liegen bei 4,3 Prozent - und Aktien kosten gerade mal den 14-fachen 2007er Gewinn. Wer etwas von Aktien versteht, kann da nur noch eins sagen: kaufen.


Das ist allerdings nur die halbe Wahrheit. So reflektiert das Markt-KGV vor allem die Bewertung der Finanztitel, die in Europa nur mit dem elffachen Gewinn notieren - und dennoch fast ein Drittel der Marktkapitalisierung ausmachen; wenn man bedenkt, dass Banken und Versicherungen in Deutschland für fünf Prozent der Wertschöpfung stehen, kann man allein das als Blasensymptom werten. Die nichtfinanziellen Firmen hingegen kosten in Europa immerhin den 15,5-fachen Gewinn, obwohl die Energie- und Metallwerte ebenfalls nur mit einem KGV von elf gehandelt werden.



Dazu kommen Rechnungslegungsänderungen wie die Abschaffung regulärer Firmenwertabschreibungen. Und der Effekt ist beträchtlich: Während das KGV nur um einen Punkt höher ist als im Mittel zwischen 1970 und 1995 (als der irrationale Überschwang begann), liegt das Kurs-Cashflow-Verhältnis um satte 80 Prozent über dem früheren Durchschnitt. Ähnliches gilt für die Bewertung anhand von Buchwert, Umsatz oder Dividenden.

Letzteres spiegelt auch die überaus üppigen Gewinnmargen der Firmen wider. In Deutschland war der Anteil der Vermögens- und Gewinneinkommen am Volkseinkommen seit 1970 nie höher als heute; mit 35,4 Prozent liegt er um ganze 5,8 Prozentpunkte über seinem Durchschnitt seit 1970. Für die Firmen Europas schätzen die Analysten im Mittel eine Eigenkapitalrendite von 16 Prozent, was ungefähr dem Doppelten der Eigenkapitalkosten entspricht. Dass eine derartige Rentabilität von Dauer sein könnte, ist historisch nicht bekannt und ökonomisch undenkbar.


Makroumfeld heute...





Und wie sind die hohen Gewinne zustande gekommen? Nun ja, die zumindest im Westen niedrigen Ausrüstungsinvestitionsquoten spielen eine Rolle, weil sie für Angebotsknappheit sorgen. Entscheidend ist aber ein anderer Aspekt: Begünstigt durch die Globalisierung und beeinflusst von der Baisse nach der Jahrtausendwende hat die EZB - ähnlich wie andere Notenbanken - ihren Leitzins seit 1999 im Mittel um 1,2 Prozentpunkte unter das nominale BIP-Wachstum gesetzt.

In der Folge sind die Kredite an den privaten Sektor seit 1999 von 92 auf 126 Prozent des BIP gestiegen und die Hauspreise in der Euro-Zone explodiert. Und da, wo die Realzinsen besonders niedrig waren - neben Spanien, Griechenland und Irland auch Frankreich und Italien -, ist die aggregierte Nachfrage weit schneller gestiegen als das Angebot. Ähnlich war es in vielen angelsächsischen Ländern.

Während die einhergehenden Ungleichgewichte (die Leistungsbilanzdefizite der USA, Großbritanniens, Australiens, Neuseelands, Irlands, Spaniens, Frankreichs und Italiens entsprachen 2006 rund zwei Fünfteln des deutschen BIP) bisher weitgehend ausgeblendet wurden und die aus der hohen Nachfrage resultierenden Gewinne im Vordergrund standen, werden nun die Risiken laxer Geldpolitik sichtbar: Inflation und Kapitalfehlallokation.


...und morgen?


Noch mehr als Inflation fürchten die Anleger derzeit Kapitalfehlallokation, zu Recht. Das Problem ist, dass die Schulden nun nicht nur hoch sind, sondern auch ungleich verteilt. Während die Verbraucher in Spanien, Portugal, Irland, den Niederlanden, Großbritannien oder den USA tief in der Kreide stehen, sind die Schuldenquoten in Deutschland, Italien oder Frankreich (noch) niedrig. Und während die großen, bekannten Firmen an der Börse mitunter nicht wissen, wohin sie mit ihrem Geld sollen, sind die Kredite an die nichtfinanziellen Kapitalgesellschaften seit der Euro-Einführung insgesamt um 82 Prozent gestiegen - was nicht zuletzt den Aufstieg von Beteiligungsgesellschaften reflektiert.

Und das ist ein Grund, warum sich die Unruhen am Kreditmarkt schnell auf Darlehen hoher Bonität ausweiten können - vor allem dann, wenn wie in den USA die konjunkturelle Luft ohnehin dünner wird. Denn haben gute Schuldner Forderungen an schlechte, und können Letztere ihre Rechnung nicht mehr begleichen, sinkt auch die Kreditwürdigkeit Ersterer. Derweil ist es ein offenes Geheimnis, dass nicht nur die IKB, sondern viele Banken und Finanzinvestoren sich bei Kreditkonstruktionen engagiert haben, deren Risiken sie nur unzureichend verstehen. Die beste Hoffnung der Anleger besteht darin, dass die sinkenden Bondrenditen (und die Fed?) das Blasensystem schnell reanimieren - auch wenn das Risiko von Inflation und Kapitalfehlallokation mittelfristig dadurch nur noch steigt.







Quelle: Financial Times Deutschland

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Peddy78:

Das Kapital: Ernüchternde US-Produktivität.

 
08.08.07 07:22
News - 07.08.07 21:49
Das Kapital: Ernüchternde US-Produktivität

Was ist bloß aus dem US-Produktivitätswunder geworden? Weitere Themen in diesem Kapital: Australien und Standard Life.


Ohne die Landwirtschaft kalkuliert, ist die Arbeitsproduktivität im US-Unternehmenssektor nach der jüngsten Revision noch um 3,6 Prozent gestiegen - allerdings kumuliert über die vergangenen zwölf Quartale. So gerechnet ist das der schwächste Wert seit dem ersten Quartal 1997.



Die Frage ist nun, ob die massive Verlangsamung des US-Produktivitätswachstums zyklischer oder struktureller Natur ist. Da die Wissenschaft immer noch vergleichsweise wenig von der Produktivität und ihrer Dynamik versteht, werden wir noch eine gute Weile im Dunkeln tappen. Aber so groß kann der zyklische Gegenwind nicht gewesen sein. Die US-Wirtschaft ist über die vergangenen zwölf Quartale kumuliert um 8,2 Prozent gewachsen. Das ist zwar nicht berauschend, aber nur eine Spur unter dem durchschnittlichen Dreijahreswachstum seit den 70er-Jahren.



Gegen eine strukturelle Abschwächung spricht, dass Produktivitätszyklen meist lang dauern - die Amerikaner beispielsweise ihre Computer noch viel besser zu nutzen lernen werden oder die Firmen immer neue Auslagerungschancen finden. Andererseits arbeiten nur noch 19 Prozent der Beschäftigten in der US-Privatwirtschaft im produzierenden Gewerbe, im verarbeitenden Gewerbe zwölf Prozent. Und üblicherweise werden in diesen Sektoren immer noch die größten Produktivitätsreserven gewähnt. Hingegen bleibt es schwer zu verstehen, wie Lehrer, Schauspieler, Friseure, Altenpfleger, Hausangestellte, Rechtsanwälte, Agenten oder Taxifahrer ihre Produktivität Jahr für Jahr um mehr als zwei Prozent steigern können, wovon ja viele ausgehen.

Derweil liegt der über drei Jahre kumulierte Zuwachs der Lohnstückkosten inzwischen bei 9,8 Prozent - wobei er sich beschleunigt, wie die jüngste Jahresveränderungsrate von 4,5 Prozent zeigt. Das entspricht ungefähr dem Niveau in den späten 80ern und frühen 90ern, als die Kerninflationsrate zwischen vier und fünf Prozent schwankte. Dass die Lohnstückkosten über die vergangenen vier und zwölf Quartale um 2,8 respektive 3,7 Prozent schneller gestiegen sind als die Kernproduzentenpreise, macht die an der Wall Street ausgewiesenen Gewinne unterdessen nicht gerade glaubwürdiger. All das kann eine Zentralbank schon in die Klemme bringen, die möglicherweise eine Kreditklemme abzuwehren hat.



Australien

Börsianern in Australien ist ein Bärenmarkt so fremd wie Eskimokindern hitzefrei. Die Kurse kennen nur eine Richtung: nach oben. So ist ein Investitionsumfeld entstanden, das so einzigartig ist wie die australische Tierwelt. Doch die Verkaufspanik, die weltweit die Märkte erfasst hat, ist nun auch beim australischen All-Ordinaries-Index angekommen. Im Vergleich zu seinem Juli-Hoch hat er acht Prozent verloren. Dass zwei Fonds der Macquarie Bank  enorme Verluste im Zusammenhang mit der Subprime-Krise hinnehmen mussten, hat nicht gerade geholfen. Wie kämen die ewig optimistischen Investoren Australiens wohl mit einer anhaltenden Abwärtsentwicklung klar?



Stimmen sie mit den Füßen ab, könnte es schlimm werden. Die jüngste Stärke des Markts geht zu einem guten Teil auf einen Anstieg der Bewertungskennzahlen zurück. Ein Teil der Nachfrage geht auf das Konto von Australiens Pflichtrente. Dadurch fließen jedes Jahr zusätzlich 20 bis 30 Mrd. $ in inländische Aktien. Diese Aktiva machen nun zwei Drittel der gesamten Marktkapitalisierung in Höhe von 1590 Mrd. $ aus. Doch neue und bestehende Fonds könnten rasch auf den Anleihe- oder gar den Geldmarkt umsteigen. Ein globaler Abschwung würde Finanz- und Rohstoffaktien besonders hart treffen. Diese beiden Sektoren machen rund 60 Prozent des Index aus.

Am schlimmsten könnte es jedoch Australiens Wirtschaft treffen. Das Land hat eine der höchsten Quoten an Aktienbesitzern. Da hängt der Konsum ähnlich stark von den Aktienkursen wie von den Immobilienpreisen ab.



Standard Life

Standard Life wurde vergangenes Jahr in ein freundliches Umfeld geboren. Starke Aktienmärkte haben für gute Renditen und eine hohe Nachfrage nach Anlageprodukten gesorgt. Die demografische Entwicklung im Westen ist ideal für Lebens- und Krankenversicherungen. Zusätzlich locken noch die Schwellenmärkte. Kein Wunder, dass der drittgrößte britische Lebensversicherer Rekordumsätze für das erste Halbjahr vermeldete.

Dennoch sind 31 Prozent Plus bei den Neuverkäufen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum einfach beeindruckend. Nur ist das Wachstum kaum zu halten, denn die Rivalen ziehen nach, und die Kunden werden nicht mehr so oft wechseln. Zudem hat die Aktie sich relativ gut entwickelt und ist recht teuer. Und die Haltefristen nach dem Börsengang sind für einige Aktionäre gerade ausgelaufen, sodass ein Überhang entsteht. Die Luft wird rauer.





Quelle: Financial Times Deutschland

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MACQ BANK FPO 78,12 +5,10% Australien
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Peddy78:

Das Kapital: Woher nehmen, wenn nicht stehlen?

 
27.08.07 03:30
News - 26.08.07 20:36
Das Kapital: Woher nehmen, wenn nicht stehlen?

Es ist im Moment viel von einem gesunden Entschuldungsprozess die Rede. Einer von den Zentralbanken gewünschten Anpassung, in deren Verlauf das Risiko und sein Preis auf ein vernünftiges Niveau zurückgeführt werden. Weiteres Thema in diesem Kapital: Die Deutsche Post.


Um den Wagemut nicht schon zu fördern, bevor dieser Vorgang auch nur halbwegs abgeschlossen sei, sträubten sich die Zentralbanken gegen Zinssenkungen und sorgten per Liquiditätsspritzen lediglich für ein reibungsloses Funktionieren der Kapitalmärkte.



Hört sich gut an. Nur wie genau soll die Entschuldung denn vonstatten gehen? Bei Hedge-Fonds, die mit aberwitzig hohen Milliardenbeträgen und Kredithebeln hantieren, könnte man die Sache vielleicht noch verstehen. Doch wenn sie tatsächlich Kredite in einem nennenswerten Maße abbauen sollten, indem sie ihre Aktiva zurückfahren: Wie konnten sich die meisten Finanzmärkte in der vergangenen Woche dann stabilisieren respektive erholen? Was würde aus ihrem Geschäftsmodell (und jenem der finanzierenden Banken), falls sie den Hebel tatsächlich massiv zurückschrauben würden? Und was wäre mit jenen, die den Hedge-Fonds ihre Positionen abkaufen? Können sie Milliarden von Euro aus der Portokasse bezahlen - oder müssten sie möglicherweise ihren eigenen Hebel erhöhen?



Entschuldungsfallen

Noch schwerer vorstellbar ist das Ganze bei den Beteiligungsgesellschaften, die ebenfalls mit gigantischen Milliardenbeträgen herumfuchteln und auf die fremdfinanzierte Übernahme von Firmen spezialisiert sind. Wo sollten sie das Geld herbekommen, um die von ihnen kontrollierten Firmen zu entschulden - zumal im derzeitigen Umfeld? Und wie wäre es um ihr Geschäftsmodell (und jenes ihrer Banken) bestellt, wenn sie mit geringeren Verschuldungsgraden agierten?

Kommen wir zum Unternehmenssektor insgesamt und halten uns der Verfügbarkeit wegen an die US-Daten. Anders als gemeinhin vermutet, war bei den nichtfinanziellen US-Firmen das Verhältnis von Schulden zu BIP im ersten Quartal das höchste nach dem zweiten Weltkrieg gemessene. Selbst bei den nichtfinanziellen Kapitalgesellschaften, deren Marge laut volkswirtschaftlicher Gesamtrechnung bereits böse unter Druck steht, geht das Verhältnis von Schulden zu Brutto-Wertschöpfung wieder stramm in Richtung des Rekords in den frühen 2000ern zurück. Sie könnten natürlich darauf verzichten, eigene Aktien im Gegenwert von rund sieben Prozent ihrer Wertschöpfung zurückzukaufen. Nur hätte das mit ziemlicher Sicherheit eine Baisse zur Folge.

Bleiben die defizitären privaten US-Haushalte, die Schulden von insgesamt gut 13.000 Mrd. $ angehäuft haben. Wie können jene, um die es derzeit vor allem geht, nämlich die zweitklassigen Schuldner, ihre Hypothekenkredite auf ein angemessenes Niveau senken, ohne ihr Haus zu verkaufen - und damit den Preisdruck auf dem Immobilienmarkt und die negativen Vermögenseffekte noch zu vergrößern? Und was wäre, wenn die US-Verbraucher ihre Kreditaufnahme en gros einschränken würden? Schon dass ihre Schulden zuletzt nur noch um 941 Mrd. $ zum Vorjahr stiegen (statt 1240 Anfang 2006), hatte beinah eine Halbierung des BIP-Wachstums zur Folge. Und genau da liegt das Risiko, das die Märkte bislang noch gern verdrängen: dass die konsumsüchtigen US-Verbraucher den Kredit, den sie brauchen, nun gar nicht mehr in ausreichender Dosis kriegen. Sie stellen drei Viertel der Endnachfrage. Die Hoffnung, wonach die US-Firmen trotzdem brav einstellen, die Löhne erhöhen und investieren, ist da grotesk.



Deutsche Post

Für den Außenstehenden kann das Zwei-vor-eins-zurück-Spiel im deutschen Postwesen grotesk wirken. Für die Involvierten ändern sich hingegen damit regelmäßig die Grundlagen ihrer Geschäftspläne.



Die Entscheidung der Regierung letzte Woche, Mindestlöhne einzuführen, könnte für die Rivalen der Post schmerzhaft werden. Sie wurden von der Maßnahme wohl auf dem falschen Fuß erwischt, ihre Reaktionen stehen noch aus. Doch es sieht derzeit so aus, als würden sie nun einer Deutschen Post  gegenüberstehen, die stärker dasteht, als lange für möglich gehalten wurde.





Denn mit der Einführung von Mindestlöhnen fällt nur einer der zwei wesentlichen Wettbewerbsvorteile weg, auf den die Rivalen gebaut hatten. Wie ein fleißiger Frankfurter Analyst berechnete, könnte die Erhöhung des Stundenlohns um 1 Euro die Marge von elf auf drei Prozent purzeln lassen. Der zweite Vorteil - nur die attraktiven Zustellgebiete in Eigenregie zu bearbeiten und für alles andere die Post mitzubenutzen - könnte mit der Einführung flexibler Preisstrukturen durch die Post ebenfalls dahinschmelzen. Sollte die Regulierungsbehörde dieses Jahr von einer Zwangskürzung der Preise absehen, könnte der sieben-Prozent-Kurssprung seit vergangenem Mittwoch sogar erst der Anfang sein.





Quelle: Financial Times Deutschland

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DEUTSCHE POST AG NAMENS-AKTIEN O.N. 21,53 +1,03% XETRA
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Peddy78:

Das Kapital: Balda bleibt ein Zukunftswert.

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28.08.07 00:44
News - 27.08.07 20:38
Das Kapital: Balda bleibt ein Zukunftswert

Als Broker muss man Balda einfach lieben. Liefert die Firma den Banken doch ständig neue Gründe, ihre Aktie je nach Bedarf für den Kunden zu kaufen oder zu verkaufen. Weiteres Thema in diesem Kapital: Bilanzierungsspielräume.


Da ist zum einen das Traditionsgeschäft mit Handyschalen, welches neben hartem Preiswettbewerb vor allem unter der Pleite des vormaligen Hauptkunden BenQ-Siemens zu leiden hat. Im Jahresvergleich sank im zweiten Quartal der Umsatz in Europa daher auf weniger als die Hälfte, aus einem operativen Gewinn wurde ein dickes Minus. Immerhin liefert die Sparte so kontinuierlich Restrukturierungsfantasie, der mit Teilverkäufen und Produktionsverlagerungen nachgekommen wird.



Wichtiger jedoch die Wachstumsfantasie aus dem Geschäft mit berührungsempfindlichen Bildschirmen - Touchscreens. Hier hat Balda  rechtzeitig auf das richtige Pferd gesetzt, und durfte sich über den Ritterschlag von Apple  freuen. Die anfängliche Euphorie verflog jedoch angesichts ständiger Produktions- und Lieferungsverzögerungen. Da kam die Meldung vom Montag über einen weiteren Großkunden gerade recht. Doch auch hier fängt die Volumenproduktion erst 2008 an. So wird Balda statt vormals angekündigten rund 300 Mio. Euro dieses Jahr wohl weniger als 100 Mio. Euro mit Touchscreens umsetzen.





Und das ist Baldas Dauerproblem: überzogene und nicht erfüllte Erwartungen. Kaum dass die Firma für ihre Gewinnwarnung Anfang August Prügel bezogen hat, tönt der Vorstand kurz später auf der HV erneut, dass man mit Touchscreens bis 2010 eine Mrd. Euro Umsatz machen will. Am rasanten Wachstum von Touchscreens zweifelt zwar kaum noch jemand, richtiges Volumen wird es aber erst 2008/09 geben. Aber bei Balda kämpft man zunächst immer mit dem nächsten Quartal. Derzeit darf nicht viel anbrennen, da man mit nur 10 Mio. Euro Kasse bei 130 Mio. Euro kurzfristigen Finanzschulden recht klamm dasteht.

Die häufig enttäuschten Erwartungen machen Balda auch für Leerverkäufer interessant, die für zusätzliche Volatilität in der Aktie sorgen. Dazu haben sich jetzt noch aktivistische Aktionäre gesellt, die mit der glorreichen Idee aufwarten, das Touchscreen-Geschäft einzeln an die Börse zu bringen. Man hält den Markt wohl für überfordert, bei Balda eins und eins - die zwei Sparten - zusammenzuzählen, nachdem man sie getrennt bewertet hat.

Angesicht der Konsolidierungstendenzen unter den Handykomponenten-Lieferanten wäre dies wohl eh das falsche Signal an die Kunden. Und mit etwas Glück wird Balda selber zum Übernahmeobjekt, schließlich kann die Firma gute Kundenkontakte und Technologie vorweisen. So gesehen sollte die Aktie nach unten einigermaßen gesichert sein. Das volle Potenzial nach oben wird man hingegen erst zeitnah 2008 voll abschätzen können.



Bilanzierungsspielräume

Schlechte Nachrichten verbreiten sich meist wie ein Lauffeuer. Auf den Kreditmärkten war das nicht so. Ein Jahr, nachdem die Ausfallquote bei US-Ramschhypotheken anzog, räumen Banken und Fonds immer neue Verluste ein. Es ist kein Zufall, dass Kreditstrukturierung genau wie Private Equity zu den wenigen Finanzbereichen zählt, in denen das Management viel Bewertungsspielraum hat.

Internationale und US-Rechnungslegungsstandards schreiben in der Regel vor, dass Anlagevermögen zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet und regelmäßig überprüft werden. Finanzanlagen werden jedoch meist mit dem "beizulegenden Zeitwert" bilanziert - dem Preis, den Dritte jetzt dafür bezahlen würden. Es gibt Ausnahmen. Banken verbuchen Kredite zu den Anschaffungskosten. Anleihen müssen nicht mit dem Zeitwert verbucht werden, wenn sie bis zur Fälligkeit gehalten werden sollen. Ansonsten gelten die Regeln für Aktien, Derivate und Kredite.

Der Zeitwert funktioniert gut bei Wertpapieren, für die es Marktpreise gibt. Wenn Finanzanlagen jedoch selten gehandelt werden oder sehr komplex sind, wird es mit dem Zeitwert schwierig. Kreditderivate werden in der Regel nach eigenen Modellen bewertet, die manchmal von externen Prüfern "verifiziert" werden. Im Private-Equity-Bereich greifen Blackstone und Konsorten auf den Zeitwert zurück, wenn sie ihre Beteiligungen bewerten - allerdings spielt das Ermessen eine große Rolle, wie Blackstone einräumt. Die Aktie wird mit dem sechsfachen Buchwert gehandelt, und die Analysten sind sich über die Höhe der stillen Reserven uneins. Da sind Zweifel angebracht.

Zu viel Ermessensspielraum birgt zwei Probleme: Erstens kann das Ergebnis "geglättet" werden (das ist ein Haken des internen Zinsfußes bei Private Equity). Zweitens wehrt sich das Management unter Umständen gegen die Erfassung von Verlusten, wie bei Subprime. Leider gibt es bei einigen Finanzanlagen keinen aktuellen Marktpreis. Doch der Kompromiss, ihren Wert vom Management errechnen zu lassen, ist unbefriedigend. Falls es mit den Finanzmärkten im Allgemeinen bergab geht, wird sich das nur noch stärker zeigen.





Quelle: Financial Times Deutschland

News druckenName  Aktuell Diff.% Börse
Apple Inc. 132,25 -2,25% NASDAQ
BALDA AG Inhaber-Aktien o.N. 7,95 +20,45% XETRA
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aktienspeziali.:

Top 3 KGV's im Dax

3
28.08.07 00:57
wobei bei der DBK zu klären wäre, welche Leichen noch im Keller liegen, Stichwort Subprime...

Quelle: portfolio concept GmbH
Das Kapital: Das Dax-KGV sagt fast gar nichts. 116919
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templer:

Hi aktienspezialist

 
28.08.07 01:42
das ist mir völlig neu, wie kommt Henkel bzw. FMC auf ein KGV von 5,5 bzw. 6,6. Die Quelle ist portfolio concept, wie realistisch ist das?
Da müsste ja eigentlich ein 100%-er Kursaufschlag stattfinden, für eine DAX-gerechte Bewertung.

Wie siehst Du das?
Antworten
Anti Lemming:

templer

 
28.08.07 06:56
Das KGV kann sich auch normalisieren, indem sich die Gewinne halbieren.
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fischerei:

Das KGV von 5,5 für Henkel erscheint

 
28.08.07 08:15
mir ein bischen niedrig zu sein, habe folgendes eben bei onvista für Henkel gefunden.

Fundamentalkennzahlen

                       2006 2007e 2008e
Ergebnis/Aktie (in EUR)        1,99 2,16 2,43
       KGV§                        18,65 16,44 14,60
Dividende/Aktie (in EUR) 0,50 0,55 0,60
Dividendenrendite (in %) 1,35 1,54 1,70  
Antworten
aktienspeziali.:

KGV von Henkel und FMC habe ich nicht

 
28.08.07 09:27
überprüft, ich wollte eingentlich das von der DBK wissen, normal sind die sehr zuverlässig und es ist jeden Tag aktualisiert, ich fürchte fast bei HNK und FMC haben den Split nicht einkalkuliert
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Peddy78:

Das Kapital: Das plötzliche Ende des Carry-Trade.

 
28.08.07 23:03
News - 28.08.07 21:20
Das Kapital: Das plötzliche Ende des Carry-Trade

Die neueste an den Aktienmärkten herumgereichte Beruhigungspille ist schon köstlich. Ein weiteres Thema in diesem Kapital ist Versatel.


Nachdem die Währung Japans von 169 auf 156 Yen je Euro gestiegen ist, sei das Gros der berüchtigten spekulativen Yen-finanzierten Wertpapierkredite (Carry-Trades) aufgelöst, die Gefahr eines weiteren Verkaufsdrucks auf europäische Aktien von dieser Seite inzwischen also weitgehend gebannt, heißt es.



Das ist schon insofern blendend, als die Abwertung des Yen seit dem Herbst 2000 von 89,5 auf eben 169 Yen je Euro im Juli 2007 damit praktisch wettgemacht ist. Und wenn nun keine bösen Spekulanten mehr am Werk sind, entspricht der augenblickliche Wechselkurs sicher dem angemessenen Niveau. Den quirligen japanischen Hausfrauen, die neben den Finanzhasardeuren für die Yen-Schwäche verantwortlich gemacht werden, weil sie auf der Suche nach Rendite am liebsten in Europa investieren, wird schon nicht auffallen, dass die Mittelmeeranrainer höchstens noch bei Wein, Käse und Schinken mit den Japanern konkurrieren können.



Denn von den fallenden industriellen Lohnstückkosten in Japan kriegen sie ja ebenso wenig mit wie von den steigenden in Italien oder Spanien. Dass die realen Exporte Italiens seit Anfang 2000 quasi stagnieren und auch jene Frankreichs und Spaniens kaum überzeugen, während die japanischen um drei Fünftel zugelegt haben, bleibt den japanischen Privatanlegern sicher genauso verborgen wie der japanische Leistungsbilanzüberschuss von mehr als fünf Prozent des BIP.

Mangels heimischer Alternativen kaufen die japanischen Hausfrauen also am liebsten europäische Auto-, Elektro- oder Maschinenbauwerte. Auch die hiesigen Wachstumsbranchen Versorger, Telekom und Pharma sind immer gern genommen - und selbst die soliden Finanzwerte und die krisenresistenten spanischen Bautitel. Auch angesichts der in Europa erhältlichen realen Bondrenditen von satten 2,2 Prozent nimmt man schließlich jedes Währungsrisiko in Kauf. Was soll schon passieren, solange Europa ein inflationsfreies Wachstum vorweist, während die Japaner nicht mal eine Leitzinsanhebung auf 0,75 Prozent zuwege bringen? Doch war das nicht die Frage, die sich neben den Hausfrauen auch die Finanzhasardeure immer gestellt hatten? Letztere werden ihr Weltbild doch nicht binnen Wochen über den Haufen geworfen haben. Immerhin ist der Yen-Kurs jetzt in einem ähnlich stabilen Gleichgewicht wie der US-Immobilienmarkt.



Versatel



Vor rund einem Monat fragte Versatel  die Leser in ganzseitigen Anzeigen: "Warum mehr als 30 Euro zahlen?" Das zeugt nun entweder von angenehm ironischen Werbeschaffenden oder aber davon, dass ihnen die Börse gänzlich fremd ist. Denn die Preisspanne beim Börsendebüt Versatels vor nicht einmal fünf Monaten war 29 bis 36 Euro. Doch die Erstzeichner nahmen die Werbebotschaft vorweg, Ausgabekurs war 29 Euro. Heute stehen Anleger kurz vor der Frage: "Warum eigentlich zweistellig bezahlen?" Derweil zeigen sich die Analysten von der Entwicklung der Zahlen und dem zugrundeliegenden Marktzustand unbeeindruckt - alle sieben Beobachter rieten bis Dienstag zum Kauf, Kursziel 30 Euro, die Mehrzahl wird an ihrer Empfehlung festhalten.

Man hat sich wohl zu sehr von Versatels ständig wiederholten Einschätzungen verleiten lassen, wonach erstens Versatel im deutschen Markt am besten aufgestellt und zweitens der deutsche Breitbandmarkt so attraktiv ist. Nun scheint zwar der erste Punkt, zumindest was die Neukundenakquise in Q2 angeht, bestätigt worden zu sein. Doch dass Deutschland aufgrund der noch geringen Breitbandpenetration so ein attraktiver Markt sei, hat sich erneut als Trugschluss erwiesen. Nützt es doch wenig, wenn das Volumenwachstum durch Preiserosion neutralisiert wird.

Was sollen die Preise erst in einem gesättigten Markt machen? Dass die Citibank noch im Juni, nach den bereits schwachen Preisvorgaben von Q1, mit einer Stabilisierung der Preise rechnete, mag man verzeihen (die von Citi anvisierte ARPU von 44,50 Euro per Ende 2007 wurde mit 45,46 Euro schon fast in Q2 erreicht). Dass es der Versatel-Vorstand nicht besser wusste und noch im Juni an seinen Prognosen festhielt, ist deutlich ärgerlicher, da dies entweder auf schlechte Marktkenntnis und -gespür oder auf Irreführung der Anleger zurückzuführen ist. Pest oder Cholera.

Genauso wenig vertrauensfördernd ist die Art der Quartalsberichterstattung. Das Dreiseitenpapier informiert zwar in aller epischen Breite über Kundenzugänge, Umsatz- und Ebitda-Steigerungen im ersten Halbjahr und natürlich die wichtigen Investitionen in die Zukunft. Davon, dass der Umsatz im Quartalsvergleich rückläufig und das Nettoergebnis mit stattlichen 56,6 Mio. Euro in den Miesen war, erfährt der Leser aber nichts.

Kommunikationsprobleme bei einer Kommunikationsfirma, die den eigenen Markt permanent zu optimistisch sieht - da hilft auch eine optisch niedrige Bewertung wenig.







Quelle: Financial Times Deutschland

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Versatel AG Namens-Aktien o.N. 10,50 -28,47% XETRA
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Peddy78:

Das Kapital: Air Berlin muss jetzt mal liefern.

 
30.08.07 03:17
News - 29.08.07 21:17
Das Kapital: Air Berlin muss jetzt mal liefern

Ist es denn wirklich so schwer? Mit Air Berlin ist mittlerweile schon das dritte deutsche Unternehmen innerhalb einer Woche mit seiner Öffentlichkeitsarbeit negativ aufgefallen. Weitere Themen in diesem Kapital: Daimler und Pharma.


Angefangen beim Handyausrüster Balda  , der mit einer gewissen Regelmäßigkeit Quartalsvorgaben verfehlt, und dem Telekomanbieter Versatel  , der deutlich zu lang an optimistischen 2007er-Prognosen festgehalten hat, schlägt nun Air Berlin  in dieselbe Bresche. Erst jetzt revidieren die Berliner die Jahresprognose, obwohl der schwache April und die sich hinziehende Entscheidung des Kartellamts so neu nicht sind. Noch vergangene Woche wies die PR-Abteilung Spekulationen über eine anstehende Gewinnwarnung zurück.



Abgerundet wird das Bild durch eine Präsentation des abgelaufenen Quartals, welche sich sowohl in englischer als auch in deutscher Sprache über weite Teile am Duktus junger Nachwuchsrapper aus Problembezirken zu orientieren scheint. Diese Personengruppe samt Anhängerschar mag zwar für Air Berlins Produktangebote empfänglich sein, am Zahlenwerk dürften sie jedoch weniger Interesse haben.

Das Traurige ist, dass das ungeschickte Kommunikationsgebaren von den durchaus respektablen strategischen Erfolgen dieser Firmen ablenkt. Balda hat sich mit Touchscreens ein wachstumsträchtiges zweites Standbein aufgebaut, Versatel hat sich in Deutschland geschickt aufgestellt und verzeichnet überdurchschnittliches Kundenwachstum, und Air Berlin hat sich beherzt zum Konsolidierer des deutschen Flugmarkts aufgeschwungen.



Die Quartalszahlen von Air Berlin waren zwar in der Tat enttäuschend. Doch angesichts einiger Sonderbelastungen in Q2, einer vom Vorstand bezeugten verbesserten Auslastung im August, guten Buchungen für September und bereits jetzt absehbaren Verbesserungen in der Kostenstruktur könnte dieses Quartal auch die Wende markieren. Zumal sich die Aktie in kurzer Zeit fast halbiert hat und mit einem 7er-KGV für 2008 weit unter Ryanair (15) und Easyjet (12) notiert. Allerdings haben die Engländer ihre Jahresprognosen beibehalten und Ryanair die eigenen gar erhöht. Und im Gegensatz zu Air Berlin haben beide bereits mehrere Quartale die Märkte positiv überrascht. Mag der Abschlag auch übertrieben sein, Air Berlin steht in der Bringschuld.



Daimler

Die Analysten rechnen mit allem, nur nicht mit einem Abschwung oder einem neuen Schwächeanfall des Dollar. Und wenn man so frohgemut ist, fällt es mit Blick auf die Vorgaben von DaimlerChrysler schon fast schwer, ein Kursziel von nur 80 Euro herzuleiten (am Mittwoch schloss die Aktie mit 63 Euro). Denn wenn man den Cashprojektionen folgt, kann der angesichts der Nettokasse längst erwartete und nun angekündigte Rückkauf von 7,5 Mrd. Euro über die kommenden zwölf Monate ja bloß der Anfang sein. Schon wegen der Effizienzsteigerungsmöglichkeiten und der verschlafenen Chancen in Asien ist es jedenfalls ein Leichtes, dem Konzern künftig eine Ausschüttungsfähigkeit (Rückkäufe plus Dividenden) von 5 Mrd. Euro zu attestieren - als Ausgangsbasis, versteht sich.



Verdächtig allerdings, dass die ganze Analystengemeinde ins gleiche Horn bläst. Nörgler würden überdies auf den schwachen Absatz von Mercedes hinweisen, der im zweiten Quartal um zwei Prozent gefallen ist - trotz einer relativ jungen Modellpalette. Angesichts der inzwischen viel kraftvolleren Rivalen BMW  , Audi  und Lexus ist ohnehin zu bezweifeln, ob die guten alten Zeiten wiederkehren, worauf viele hoffen. Zudem wird der Lkw-Zyklus auch diesmal nicht ewig währen. Traditionalisten würden daher anmerken, dass Daimler  jetzt schon rund 6 Mrd. Euro netto verdienen muss, um auf ein KGV von 10 zu kommen. Vielleicht erklärt das ja, warum aus der Aktie seit dem Frühjahr die Luft raus ist. Und vielleicht sollten die Anleger, die nicht mit Tabellenkalkulationsprogrammen, sondern mit Geld spielen, die Möglichkeit eines Weltwirtschaftsabschwungs und Dollar-Verfalls ja doch irgendwie in ihre Überlegungen einbeziehen.



Pharma

Ausdrücke wie "Vorladung" oder "Untersuchung durch die Aufsichtsbehörden" schicken in vielen Branchen die Aktienkurse auf Talfahrt. In der Pharmabranche zuckt man allenfalls mit den Schultern. Praktisch jede große Pharmafirma, die in den USA agiert, wird von lokalen oder von Bundesbehörden untersucht, besonders im Hinblick auf Vertriebs- und Preispraktiken. Einige haben sich kürzlich schuldig bekannt und Hunderte Millionen Dollar Strafe bezahlt. Wen wundert es da, dass Pfizer  und Merck  Anwälte in den Vorstand berufen haben? Derweil sollen auch chinesische Firmen Ärzte und Krankenhäuser regelmäßig dafür bezahlen, bestimmte Medikamente zu verschreiben. Offenbar gucken die US-Staatsanwälte jetzt auch da hin. Die jüngste Welle an Strafgebühren für Pharmakonzerne in den USA war unter Umständen erst der Anfang.





Quelle: Financial Times Deutschland

News druckenName  Aktuell Diff.% Börse
Air Berlin PLC Registered Shares EO -,25 12,75 +9,25% XETRA
AUDI AG Inhaber-Aktien o.N. 548,50 +0,64% Frankfurt
BALDA AG Inhaber-Aktien o.N. 7,63 -1,55% XETRA
BAYERISCHE MOTOREN WERKE AG STAMMAKTIEN EO 1 43,41 +0,25% XETRA
DAIMLERCHRYSLER AG NAMENS-AKTIEN O.N. 63,26 +0,94% XETRA
MERCK CO INC 49,92 +1,44% NYSE
PFIZER INC 24,67 +0,82% NYSE
VERSATEL 0,59 +3,51% Amsterdam
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Peddy78:

Das Kapital: Leoni nutzt die Gunst der Stunde.

 
05.09.07 05:17
News - 04.09.07 21:03
Das Kapital: Leoni nutzt die Gunst der Stunde

Gibt eine Firma die strategische Zielsetzung aus, in einem Geschäftsfeld nur organisch wachsen und keine Marktanteile dazukaufen zu wollen, straft die Börse sie regelmäßig ab, wenn sie dann doch akquiriert. Weitere Themen in diesem Kapital: Deutsche Bank und Carlsberg.


Nicht so beim Verkabelungsspezialisten Leoni  . Hier führte die Nachricht, dass man mit dem französischen Automobilzulieferer Valeo über den Kauf dessen Bordnetzsparte verhandele, zu einem kräftigen Kurssprung. Drei Gründe untermauern im Wesentlichen die Reaktion der Börse. Erstens hat sich Leoni als geschickter Käufer erwiesen, der es regelmäßig in kurzer Zeit schaffte, die akquirierten Firmen auf Konzernrenditeniveau zu trimmen.



Zweitens spricht die industrielle Logik für diesen Schritt. Mit Valeo erhält Leoni Zugang zum französischen Markt, der der Firma bisher verwehrt blieb. Zudem steigt Leoni damit noch vor Delphi zur europäischen Nummer eins auf, was zukünftige Preisverhandlungen mit den Autokonzernen erleichtern dürfte.

Drittens hat Leoni hier eine günstige Gelegenheit beim Schopf gepackt. Valeo  möchte diese Sparte möglichst schnell loswerden, andere Käufer dürften rar sein. So hat das Mutterhaus der jetzigen Nummer eins, Delphi, selbst genug Sorgen, ebenso wie Finanzinvestoren, für die sich die Übernahme mangels Synergien ohnehin weniger rechnet als für Leoni.



Valeos Sparte dürfte derzeit nur zwei bis drei Prozent Ebit-Marge machen, Leoni macht 6,5. Leoni ist bereit, fünf- bis siebenmal Ebit zu bezahlen. Auf welches Ebit man sich dabei einigt - Valeos jetziges oder ein theoretisches mit Leonis Margen -, dürfte Verhandlungssache sein. Dabei wird es insbesondere auf die Kooperationsbereitschaft der französischen Gewerkschaften ankommen. Denn nur, wenn die verbliebenen Standorte ins Niedriglohnausland verlagert werden, kann in diesem arbeitsintensiven Geschäft Geld verdient werden. Allerdings kann man sich bekanntlich nie auf französische Gewerkschaften als Verhandlungspartner verlassen. Sollte Leoni sie dennoch überzeugen können, hat die Börse zu Recht Vorschusslorbeeren verteilt.



Deutsche Bank

Hochmut kommt vor dem Fall. Das sollte Josef Ackermann vielleicht bedenken, wenn er den kleineren Rivalen die Leviten liest. Für die Anleger sind die Einlassungen des Chefs der Deutschen Bank  zwar eine große Erleichterung. Denn so spricht nur, wer sich der Geschäfte und Gewinne seines eigenen Instituts ziemlich sicher sein muss. Nur sollten die Investoren darüber nicht vergessen, dass es den Kurs der Deutschen Bank beim letzten Kapitalmarktabschwung um die Jahrtausendwende regelrecht zerrissen hat. Die Bank mag heute ein gutes Stück schlanker und auch besser positioniert sein als vor sieben Jahren, sodass die Aktie selbst bei einem massiven Abschwung diesmal vermutlich keine zwei Drittel einbüßen würde. Dennoch hängt das Wohl und Wehe der Frankfurter weiter im Wesentlichen von den Kapitalmarktbedingungen ab.



Sinnigerweise kommen die optimistischen Bemerkungen von Ackermann just zu einem Zeitpunkt, an dem es am europäischen Geldmarkt schon wieder eng wird, das Misstrauen unter den Banken also anhält. Dass das Geschäft mit der Emission von Schuldtiteln und Aktien sowie die Fusionsberatung und die damit verbundenen Handelsaktivitäten in den kommenden Quartalen ähnlich hohe Erträge abwerfen wie über die vergangenen Jahre, ist angesichts der gestiegenen Risikoaversion der Anleger jedenfalls genauso unwahrscheinlich wie ein Szenario, wonach weiter alle Vermögensklassen gleichzeitig haussieren. Zur Erinnerung: Das Verhältnis des MSCI Deutschland zum nominalen BIP liegt um 89 Prozent über seinem Durchschnitt seit 1970. Und hat eine Bank mit einer Bilanzsumme von 1938 Mrd. Euro und einem Eigenkapital von 37 Mrd. Euro ihre Risiken tatsächlich vollkommen im Griff?



Carlsberg

Der Schreibtisch ist größer, und die Möglichkeiten sind vielfältiger. Also was jetzt? Carlsbergs neuer Chef Jörgen Buhl Rasmussen dürfte zum Glück keinen Grund haben, zunächst an allem herumzunörgeln. Der dänische Brauer kann gute Umsatz- und Gewinnzahlen vorweisen, großteils dank des Russlandgeschäfts, das Rasmussen geführt hat. Rasmussen könnte sich als Einkäufer versuchen. Denn die Branchenkonsolidierung liegt in der Luft, und dank geänderter Vorgaben der Carlsberg-Stiftung können Übernahmen nun per Aktienemission finanziert werden.



Übernahmeziel Nummer eins dürfte BBH sein, das 50:50-Joint-Venture mit Scottish & Newcastle (S&N) in Russland. Leider müsste dafür wohl gleich ganz S&N gekauft werden, und das wäre ein großer Brocken. Aus Kartellgründen müsste Carlsberg  wohl auch das wachstumsschwache Großbritanniengeschäft loswerden, das mehr als ein Viertel zum Betriebsgewinn beiträgt. Da kitzelt Rasmussen doch lieber aus dem eigenen Geschäft noch etwas mehr raus.





Quelle: Financial Times Deutschland

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CARLSBERG AS Navne-Aktier A DK 20 95,46 +0,86% Frankfurt
DEUTSCHE BANK AG NAMENS-AKTIEN O.N. 94,19 +2,92% XETRA
LEONI AG Namens-Aktien o.N. 40,63 +4,18% XETRA
SCOT.&NEWCASTLE ORD 20P 632,50 +1,12% London Dom Quotes
VALEO 36,43 +1,39% Paris
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Peddy78:

Das Kapital: Colonia nutzt die Marktschwäche.

 
06.09.07 10:18
News - 05.09.07 21:17
Das Kapital: Colonia nutzt die Marktschwäche

Dass das ganze Übel der aktuellen Marktschwäche von US-Immobilien ausging, hindert die Märkte nicht daran, aus Immobiliendeals, auch potenziellen, Fantasie zu schöpfen - siehe Carrefour und Metro letzte Woche. Weitere Themen in diesem Kapital: Bankenbewertung und Ölreserven.


Andererseits fördert die auch auf Europa übergeschwappte besondere Schwäche der Immobilienaktien überraschende Aktivitäten und Konsolidierungsschübe in der Branche.



Wobei der Einstieg von Colonia Real Estate (CRE) bei der Deutschen Wohnen (DW) so überraschend nicht ist. Denn im Gegensatz zu den etablierteren Immobiliengesellschaften haben die Jüngeren unter ihnen eine sehr viel stärker kapitalmarktorientierte und opportunistische Herangehensweise ans Geschäft. Man schaue sich nur die in kurzer Zeit veränderten Geschäftsmodelle von Akteuren wie Vivacon, Franconofurt oder CRE an. Neben einer Diversifizierung der Tätigkeiten wurde insbesondere versucht, den Anteil regelmäßiger Einnahmen zu erhöhen - über den Aufbau eigener Bestandsportfolios. Und da sich jetzt fast alle Firmen auch als Asset Manager sehen, passt der Kauf von Aktienblöcken gut ins Bild. Warum Immobilien kaufen, wenn die entsprechenden Aktienkurse deutlicher gefallen sind?

Selbst aus Sicht von DW überrascht der Deal nicht. Bereits als DW im Juli 85 Prozent der Gehag kaufte, sprach DW-Vorstand Andreas Lehner über die eigenen Schwächen: mangelnde Größe, Überkapitalisierung, Fixkostenblock, dünn besetzter Vorstand und fehlende Kapitalmarktexpertise. Allein deswegen ergibt Colonias Schritt Sinn. Für Lehner selbst könnte es jedoch eng werden, sollte CRE aufstocken.



Bankenbewertung

Amerikas Bankaktien haben dieses Jahr bereits 14 Prozent an Wert verloren und dümpeln damit am Boden des S&P 500 herum.

Europas Banken haben rund sieben Prozent verloren. Schlechter sind nur Immobilientitel. In Asien sieht es nicht viel anders aus. Einigen ging es schlechter als dem Rest: Lehman und Bear Stearns haben dieses Jahr fast ein Drittel verloren, die Macquarie Bank aus Australien hat seit Mai fast 25 Prozent an Wert eingebüßt.

Sind die Banken dieser Welt jetzt billig? Auf Gewinnbasis liegen die Bewertungskennzahlen in der Nähe von 20-Jahres-Tiefstständen. Weltweit liegt das KGV der Banktitel bei 12,4. Erst zwei Mal war es noch tiefer: zum Tiefpunkt der Börsenkrise Ende 2002 und während der Russland/Long-Term-Capital-Management-Krise 1998. Einige Investmentbanken behaupten beharrlich, die jetzige Kreditkrise werde sich nur begrenzt auf die Gewinne auswirken. Die Anleger sind da weniger sicher.

Auf Basis des Buchwertes sehen die Banken weniger billig aus. Das Verhältnis von Kurs zu Buchwert liegt im Bankensektor weltweit bei 2,1 - nur zehn Prozent unter dem Schnitt der vergangenen zehn Jahre. Außerdem fragt sich, wie stabil die Kapitalbasis ist. Die Bilanzverlängerung durch Bilanzieren "gestrandeter" LBO-Kredite und strukturierter Kreditvehikel könnte mehr Kapital erforderlich machen. Zudem könnten diese Vermögenswerte noch erheblichen Abschreibungsbedarf haben.

Nach der letzten Blase ging es mit den Aktienkursen Anfang 2001 bergab. Die absoluten Buchwerte sind jedoch erst im März 2002 abgestürzt - um 25 Prozent in einem Vierteljahr.





Ölreserven

Ölreserven sind Auslegungssache: Jede Firma wendet andere Methoden zur Schätzung der Reserven an - zuweilen sogar beim selben Ölfeld. Darauf darf sich dann jeder selbst einen Reim machen. Die meisten Ölanleger sind mit dem System der SEC vertraut. Danach fügen Ölfirmen der Bilanz einen nicht geprüften Bericht über ihre bestätigten Reserven bei. Die US-Börsenaufsicht hat jedoch signalisiert, sie wolle diese Methode auf Forderungen der Branche hin überarbeiten.

Ein wichtiger Aspekt ist die Erlaubnis, weniger sichere, wahrscheinliche Reserven offenzulegen. Um es mit einer Metapher aus der Anglerwelt zu beschreiben: Mit den bestätigten Reserven ist es, als sitze man in einem Boot mit einem Fisch, der bereits gefangen ist. Bei den wahrscheinlichen Reserven sieht man die Fische schwimmen, aber durch das Wasser könnten sie größer erscheinen, als sie wirklich sind. Und bei den möglichen Reserven weiß man zumindest schon mal, wo ein See ist ...

Wichtig ist Klarheit. Sich aber ausschließlich auf die bestätigten Reserven zu konzentrieren ist heutzutage wenig sinnvoll, da nicht konventionelle Ressourcen wie Ölsand an Bedeutung gewinnen. Ein international einheitlicher Ansatz wäre sinnvoll. Würde das ein höheres Rating von Ölfirmen bedeuten, die über eine große Menge nicht bestätigter Reserven verfügen? Möglich, aber in geringem Umfang.

Die Firmen betonen bereits heute unablässig den großen Umfang ihrer nicht bestätigten Reserven. Bei keiner Anlegerpräsentation dürfen heute neben den "Reserven" die "Ressourcen" fehlen - die Anleger wollen' s wissen.





Quelle: Financial Times Deutschland

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Peddy78:

Das Kapital:Merck schlägt sich besser als der Sekt

 
11.09.07 23:11
News - 11.09.07 21:09
Das Kapital: Merck schlägt sich besser als der Sektor

Das Thema Lungenkrebs hält die Aktionäre von Imclone und Genentech sowie der Merck KG dieses Jahr ordentlich in Atem. Weitere Themen in diesem Kapital: China und Venezuela.


Nicht nur wirkt sich jede Meldung über das Produkt Erbitux der Partner Imclone  und Merck  direkt auch auf den Aktienkurs des Platzhirschen Genentech  mit dem Konkurrenzprodukt Avastin aus. Sondern auch das Erbitux-Team sorgt selber mit unterschiedlichen Testergebnissen für heftige Kursbewegungen.





Nachdem Imclone im Juli noch enttäuschende Testergebnisse präsentierte, konnte Merck am Dienstag nun mit deutlich erfreulicheren Daten aufweisen. Und die jeweiligen Testbedingungen sprechen dafür, dass Mercks Ergebnisse die aussagekräftigeren sind.

Entsprechend feierte die Börse am Dienstag das Erbitux-Gespann, ohne zu vergessen, Genentech entsprechend abzustrafen. Die Arithmetik blieb dabei bewahrt: Merck und Imclone gewannen zusammen mit rund 1,5 Mrd. $ soviel Marktwert dazu, wie Genentech verlor.



Zwar gilt es noch die endgültigen Ergebnisse abzuwarten, doch die meisten Beobachter werten die Daten positiv. In Mercks Zahlen werden die entsprechenden Umsätze wohl erst ab 2009 einfließen. Dann rechnen Analysten mit Umsätzen von drei bis 400 Mio Euro. Die Aktienbewertung könnte sich je nach Berechnung damit um vier bis sieben Euro erhöhen.

Auch angesichts kontinuierlich nach oben angepasster Gewinnschätzungen der Analysten dieses Jahr zeigt Merck damit, dass die Integration von Serono nicht zulasten des operativen Geschäfts verläuft. Innerhalb des an vielen Enden schwächelnden Sektors bleibt Merck damit eine der machbareren Wetten.



China

Bei Chinas Inflation, die heuer schon auf das Zehnjahreshoch von 6,5 Prozent gestiegen ist, geht es praktisch nur ums Essen - Fleisch, Geflügel, Öl und Eier. Dass die Preise von Lebensmitteln schwanken, ist bekannt, aber wenn diese ein Drittel des Warenkorbs ausmachen, ist das besorgniserregend.

Außerdem sind einige Preiserhöhungen strukturell bedingt: Es wird üppiger gegessen, und die Urbanisierung verringert die landwirtschaftlichen Flächen. Geht man davon aus, dass die weniger Wohlhabenden einen höheren Prozentsatz ihres Einkommens für Lebensmittel aufwenden, dürften Forderungen nach Lohnerhöhungen noch wahrscheinlicher werden. Frühindikatoren deuten darauf hin, dass die Löhne heuer vielleicht sogar die zehn bis zwölf Prozent des Vorjahres übertreffen. Es gibt weitere Hinweise auf ein Anziehen der Inflation: Rohstoff- und Faktorpreise steigen, und die Erzeugerpreise sind dieses Jahr bereits um 2,6 Prozent geklettert.

Das Problem ist, dass Peking der Inflation nur begrenzt entgegenwirken kann. Vergleicht man den Renminbi mit dem US-Dollar, scheint die Aufwertung beeindruckend, doch auf handelsgewichteter Basis hat der Renminbi sich kaum bewegt. Die jüngsten Qualitätsskandale - etwa der Einsatz billiger Farbe - deuten darauf hin, dass die Industrie Probleme hat, auf konventionellem Wege Produktivitätszuwächse zu erzielen. Derweil bietet die Inflation einen weiteren Anreiz, Geld von Sparkonten in Aktienanlagen umzuschichten. In Peking deuten Gerüchte darauf hin, dass eine weitere Zinserhöhung folgen könnte.



Venezuela

Das Chaos an den Kreditmärkten ging an den Schwellenländern nicht spurlos vor-über. Laut JP Morgan ist der Spread bei Staatsschulden von Schwellenländern gegenüber US-Treasuries seit dem 6. Juli um 84 Basispunkte auf 246 gewachsen. Schlimmer erging es US-Ramschanleihen, hier weitete sich die Spanne um 188 Basispunkte auf 484 aus.

Es gibt Ausnahmen. Der Spread bei Venezuelas Staatsschuld legte 200 Basispunkte auf 497 zu. Die Anleger haben zwar gute Gründe zur Sorge. Die Schieflage in Venezuelas Wirtschaft verschlimmert sich, mangels Investitionen sinkt die Ölproduktion. Negative Realzinsen und eine Regierung, der das Geld locker sitzt, haben die Konsumausgaben angekurbelt. Importe und Inflation sind dadurch angeschwollen, während viele Grundgüter wegen Preiskontrollen knapp werden. Ungeschicktes Agieren der Zentralbank verteuerte den Tagesgeldsatz zudem auf bis zu 120 Prozent.

Bedenken aus wirtschaftlicher wie politischer Sicht sind also berechtigt. Doch Venezuela ist dank des Ölbooms widerstandsfähig geworden. Die Zentralbank war in den vergangenen Jahren eher durch restriktives denn expansives Handeln aufgefallen. Die Verschuldung der öffentlichen Hand liegt bei rund 22 Prozent des BIP, ein Drittel des Werts, den Argentinien oder die Türkei aufweisen. Die Devisenreserven sind üppig und ein Einbrechen des Ölpreises eher unwahrscheinlich. Chávez' politische Entscheidungen scheinen in vielen Fällen bizarr oder gar falsch zu sein, aber das sollte die Anleger nicht davon abhalten, die Risiken des Landes korrekt einzupreisen.





Quelle: Financial Times Deutschland

News druckenName  Aktuell Diff.% Börse
GENENTECH INC COM USD0.02 78,30 -1,07% NYSE
MERCK KGAA Inhaber-Aktien o.N. 97,70 +5,90% XETRA
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Peddy78:

Das Kapital: Infineon geht langsam ! ...

 
13.09.07 04:17
News - 12.09.07 21:29
Das Kapital: Infineon geht langsam den richtigen Weg

Euro und Öl so teuer wie nie, Rohstoffpreise schon länger kontinuierlich steigend, nun verteuern sich auch Lebensmittel deutlich, und selbst für kurzfristiges Geld zahlt man immer mehr. Wie gut, dass einiges auch billiger wird - die Märkte könnten sonst auf falsche Gedanken kommen.


Etwa, dass eine Inflation drohe, die die Zentralbanken davon abbringen könnte, die Zinsen gefälligst zu senken, damit die Finanzinstitute jetzt nicht das wieder verlieren müssen, was sie mit der Strukturierung, Verpackung und dem Verkauf ihrer Schrottpapiere mit Investmentgrade vorher verdient haben.



Wie schön also, dass es flüchtige Speicherchips gibt. Der Spotpreis für den meistverkauften DRam-Chip ist dieses Jahr um satte 75 Prozent gefallen. Diese Woche wurde das Rekordtief vom Mai erstmals unterboten. Und genau diese Woche wählt Infineon  , um die Platzierung weiterer Qimonda-Anteile zu verkünden. Klingt nach Super-GAU, ist es aber nicht.





Schließlich guckt die Börse nach vorne. Und nach dem jüngsten drastischen Preisverfall kann es eigentlich kaum noch weiter runter gehen. So sieht die Dresdner Bank den Preisboden bei knapp unter 1,50 $, den variablen Kosten. Davon ist der aktuelle Preis von 1,60 $ nicht mehr weit entfernt. Allerdings werden die Preise angesichts der enormen Kapazitäten, die heuer noch auf den Markt kommen werden, wohl nicht vor 2008 wieder steigen.

Infineon tut gut daran, solange nicht zu warten. Die Qimonda-Aktie notiert zwar unter dem Emissionskurs, hat sich angesichts des DRam-Preisverfalls aber noch gut gehalten. Infineon braucht das Geld dringender für den Ausbau seiner Marktpositionen als für Wetten auf die DRam-Preisentwicklung. Dabei verspekulieren sich selbst die Insider regelmäßig. Somit erhöht - wenn auch in kleinen Schritten - Infineon weiter die eigene Berechenbarkeit.


US-Immobilien-Derivate


Abgeschlachtet wurden die Immobilienaktien dieses Jahr, getrieben von der wachsenden Sorge, höhere Kreditkosten würden die Preise drücken. Hat also die große Stunde des jungen US-Derivatemarkts für kommerzielle Immobilien geschlagen? Mit Nachfrage ist bei Investoren zu rechnen, die auf Immobilienrenditeindizes - welche Mietzins und Wertsteigerung kombiniert abbilden - wetten wollen, ohne sich deshalb gleich Immobilien oder Immobilienaktien kaufen zu müssen.

Kommerzielle US-Immobilien sind eine der letzten großen Vermögensklassen ohne Derivatehandel. Seit Frühjahr handelt eine Gruppe Banken, das Volumen liegt bei nur 300 Mio. $. Nächstes Jahr werden es über 1 Mrd. $ sein, glauben die Banken, weil Hedge-Fonds, Rentenfonds und Versicherer den bisher zu illiquiden Markt für sich entdecken. Kreditprobleme in den eigenen Portfolios haben einige potenzielle Investoren abgehalten, zum Teil warten sie auch einfach noch ab, wie sich diese Derivate entwickeln. Der Vorreiter Großbritannien macht jedoch Hoffnung. Hier hat diese Derivatespielart einen Wert von 7,3 Mrd. Pfund an ausstehendem Wert erreicht, die Deutsche Bank rechnet mit 100 Mrd. Pfund bis 2010.

In den USA hadert man noch damit, dass der zugrunde liegende Index nur 5,3 Prozent des kommerziellen Immobilienvermögens abdeckt und damit als Absicherung nicht perfekt ist. Doch das Interesse an Leerverkäufen von kommerziellen Immobilien ist gestiegen. Angesicht der absoluten Größe des Immobilienmarktes sollten die Derivate reüssieren.


Versicherungen und Subprime


Risikomanagement ist der Versicherer täglich Brot, doch während Finanzkrisen hat die Branche an diesem Brot arg zu knabbern. Nach dem Platzen der Dotcom-Blase und den Anschlägen vom 11. September 2001 wurde die Solvabilität stärker strapaziert, als viele Firmen zunächst eingestanden hatten. Kein Wunder, dass die Anleger bei den ersten Zeichen der Subprime-Krise die Flucht ergriffen.

Während der vergangenen drei Monaten haben Versicherer im Einklang mit den Banken verloren, dabei sind sie deutlich weniger anfällig. In den Bilanzen der Versicherer finden sich wesentlich weniger minderwertige Vermögenswerte. Die Geschäftsbedingungen waren im General-Insurance-Bereich so gut, dass sie nicht mit riskanten Anlagen auf Renditejagd gehen mussten. Investoren sollten dennoch Vorsicht walten lassen. Von Subprime mögen sie nur wenig betroffen sein, doch die Portfolios der Versicherer sind voll mit Wertpapieren, die mit Hypotheken auf Wohnimmobilien unterlegt sind. Leidet der Hausmarkt in den USA weiter, könnten auch diese Aktiva leiden.

Schlimmer würde die Versicherer ein Wirtschaftsabschwung treffen, der auch den eigenen Produktabsatz beeinträchtigen würde. Doch letztlich gilt: Versicherer haben einen relativ soliden Cashflow, ihre Bewertungen sind auf Dreijahrestief. Deshalb sollten Investoren die Versicherungsbranche auf der Liste möglicher Krisenherde eher unten ansiedeln.





Quelle: Financial Times Deutschland

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INFINEON TECHNOLOGIES AG NAMENS-AKTIEN O.N. 11,83 -1,83% XETRA
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Peddy78:

Das Kapital: United Internet ist es zuzutrauen.

 
25.09.07 02:35
News - 24.09.07 20:58
Das Kapital: United Internet ist es zuzutrauen

Wenn auch kein Kuriositätenkabinett, so wäre das Zusammentreffen aller an der Ménage-à-trois von Freenet, Drillisch und United Internet Beteiligten dennoch eine interessante Ansammlung ausgeprägter Charaktere. Weitere Themen in diesem Kapital: Autosektor und Öl- und Bergbauaktien.


Zu den Leitfiguren im Freenet-Poker gehören die Firmengründer und -führer wie Freenets zäher Eckhard Spoerr und Drillischs kampfeslustiger Paschalis Choulidis. Oder Freenets Anteilseigner wie Florian Homm über das Anlagevehikel Absolute Capital Management, die vom rastlosen Professor Sigram Schindler geführte Teles  . Und nicht zu vergessen das ehemalige Wirtschaftswunderkind und jetzige Stehaufmännchen Lars Windhorst, der nun bei Vatas eine Heimat gefunden hat, jenem Finanzhaus, von dem Drillisch das erste Freenet  -Paket im August kaufte.





Wer da nicht reinpasst, ist der stets unaufgeregt daherkommende Ralph Dommermuth, Gründer und Vorstand von United Internet  und Aktienmilliardär. Dabei könnte er einmal mehr der lachende Dritte sein, der weiß, wann er zuschlagen muss, um aus dem hektischen Treiben der Wettbewerber und Partner zu profitieren. Wie er es etwa beim Kauf von Web.de und der Aufstockung von Adlink bereits tat.





Das Vertrauen des Marktes in United lässt sich am gestrigen Kursanstieg ablesen. Keine Selbstverständlichkeit, wenn sich jemand aufschwingt, den Markt zu konsolidieren. Erstens droht die Gefahr, zu viel zu bezahlen. Zweitens profitieren nachher auch die Wettbewerber von der Bereinigung. Um so bitterer also für den Rivalen Versatel, dass dessen Kurs fiel, obwohl er noch dazu das einzig verbliebene große Übernahmeobjekt geworden ist. Einiges macht United halt schon seit Jahren besser.



Autosektor

Wer den sofortigen Zugang zu den detaillierten Ifo-Zahlen hat, sollte sich die Autoreihen heute besser ganz genau anschauen. Der mit einem Kursgewinn von rund einem Drittel 2007 bisher zweitbeste Sektor im Stoxx 600 und Hauptverantwortliche für die beeindruckende relative Stärke des deutschen Aktienmarktes scheint nicht unterzukriegen zu sein. Der Kursrückgang bis Mitte August ist fast wieder wettgemacht. Seither stiegen Autoaktien im Mittel um rund ein Zehntel, obwohl der Ölpreis um 10 $ je Fass zugelegt hat, die US-Währung von 1,34 auf 1,41 $/Euro geplumpst ist und der Yen von ohnehin unterbewerteten 153 auf 162 Yen/Euro nachgegeben hat. In normalen Zeiten hätte man bei einer solchen Konstellation eher einen weiteren Rückgang der hiesigen Autoaktien erwartet.

Nicht so derzeit, denn dafür ist einfach zu viel Musik im Sektor. Selbst bei BMW  ist nun Restrukturierungsfantasie im Spiel, die bei Renault  , Peugeot  und Fiat  noch nicht verflogen ist. Bei VW  hofft man zudem auf eine Übernahme durch Porsche  , und bei Daimler  überschlagen sich die Analysten nach der Chrysler-Abspaltung mit ihren Cashflowprojektionen.

Nur haben inklusive Zulieferern allein die Autosektoren Japans, Europas und des in dieser Hinsicht unbedeutenden Nordamerikas einen Börsenwert von gut 1000 Mrd. $. Auch wenn dieser Betrag durch Querbeteiligungen etwas nach oben verzerrt ist: Geht man für 2010 von einem weltweiten Absatz von 76 Millionen Fahrzeugen und einem akzeptablen 2010er KGV von immerhin zehn aus, müssten die Hersteller der Triade bei einem Steuersatz von 35 Prozent künftig vor Steuern im Mittel rund 2000 $ je Auto verdienen, selbst wenn sie die gesamte weltweite Nachfrage allein bedienten (was natürlich nicht der Fall sein wird). Wovon träumen die Anleger denn nachts, will man da fragen. So dürftige wie die jüngsten Pkw-Ifo-Zahlen wird der Sektor jedenfalls nicht mehr lange wegstecken können.





Erdöl- und Bergbauaktien wurden in den vergangenen Jahren meist in einen Topf geworfen, weil beide vom Appetit der Chinesen und Inder auf Bodenschätze profitieren sollten. Öl- und Goldpreise haben ein Rekordhoch erreicht oder stehen kurz davor. Welche Branche ist besser, wenn die Aktienmärkte einen Gang runterschalten? Bei den Bewertungen liegen beide gleichauf und werden mit dem rund Zehnfachen des diesjährigen und dem Elffachen des 2008er Gewinns gehandelt. Beide sind an Rohstoffe gekoppelt, deren Wert in den vergangenen fünf Jahren rund 350 Prozent gestiegen ist. Doch die meisten Bergbauindizes haben sich in diesem Zeitraum gut verdoppelt, während sich die Ölaktien im Gleichklang mit dem Rest des Markts entwickelten.

Ist die Ölbranche jetzt also attraktiver? Nun ja, zumindest defensiver dürfte sie sein, da das Ölangebot bei Weitem nicht so schnell steigt wie das Angebot von Kupfer oder Eisenerz. Letztere könnten zwar weiter stark nachgefragt werden, selbst wenn der US-Häuserbau kollabierte. Auch steigen die Kosten nun langsamer, wobei die Gefahr von Zusatzbesteuerungen gesunken ist. Dennoch scheinen die defensiven Qualitäten des schwarzen Goldes wegen der Angebotsrestriktionen etwas höher.





Quelle: Financial Times Deutschland

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BAYERISCHE MOTOREN WERKE AG STAMMAKTIEN EO 1 45,14 +3,60% XETRA
DAIMLERCHRYSLER AG NAMENS-AKTIEN O.N. 68,86 +1,28% XETRA
Dr.Ing.h.c.F. Porsche AG VORZUGSAKTIEN O.ST.O.N. 1.436,00 +2,39% XETRA
FIAT . 20,87 +3,57% Mailand
freenet AG Inhaber-Aktien o.N. 18,00 +12,50% XETRA
PEUGEOT 56,73 -0,07% Paris
RENAULT 101,03 +1,03% Paris
TELES AG INFORMATIONSTECHNOL. Inhaber-Aktien o.N. 3,11 +16,48% XETRA
UNITED INTERNET AG NAMENS-AKTIEN O.N. 14,23 +2,37% XETRA
VOLKSWAGEN AG STAMMAKTIEN O.N. 156,61 +0,60% XETRA
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Peddy78:

Das Kapital: Des-ifo-lusion.

 
26.09.07 05:56
News - 25.09.07 20:40
Das Kapital: Des-ifo-lusion

Die Anleger haben die Ruhe weg. In der Erwartungskomponente des September-Ifo ist der Saldo zwischen günstigen und ungünstigen Beurteilungen zum ersten Mal seit Ende 2005 wieder ins Minus gerutscht, überhaupt sind die Geschäftserwartungen nach vier Rückgängen in Folge nur noch eine Spur höher als im langjährigen Mittel. Weiteres Thema in diesem Kapital: Combots.


Das Ifo-Institut selbst spricht von "ersten konjunkturellen Bremsspuren", obwohl für das Exportgeschäft noch keine großen Auswirkungen befürchtet würden. Nur liegt die Betonung wohl auf "noch", und das tangiert die Anleger doch. Denn ein erheblicher Teil der jüngsten Aufwertung des Euro gegenüber Dollar, Yen, Pfund und Renminbi hat ja erst nach der Umfrageerhebung stattgefunden. Auch der Ölpreis dürfte per saldo eher noch zugelegt haben, während die realwirtschaftlichen Folgen der Finanzkrise erst mit der Zeit sichtbar werden.



In den USA sind die Hauspreise schon im Juli um fast vier Prozent zum Vorjahr gefallen, als die Kreditwirren gerade erst zum Vorschein kamen. Derweil ist der Vorrat an zum Verkauf stehenden US-Häusern im August auf den höchsten je gemessenen Stand gestiegen. Wie zu befürchten folgt das Vertrauen der defizitären und deshalb auf Vermögenspreisinflation und Kredit angewiesenen US-Verbraucher dem US-Baugeschäftsklima stehenden Fußes.

In der Euro-Zone wechseln sich hoffnungsfrohe und enttäuschende Konjunkturdaten weiter ab, wobei gestern die Franzosen glänzten. Dennoch ist der Einbruch des niederländischen Verbrauchervertrauens ein Warnschuss, geben unsere Nachbarn in dieser Hinsicht doch häufig den Takt für den ganzen Kontinent vor. Und auch dort werden die Konsumaussichten angesichts des sich anbahnenden Endes der Bau-Hochkonjunktur und rückläufiger Hauspreiszuwächse zusehends ungünstiger. Dass die jüngste relative Schwäche von konsumnahen Sektoren wie Einzelhandel, Medien und Reise mit dem (von hohem Niveau aus) rückläufigen europäischen Baugeschäftsklima zusammenfällt, dürfte kein Zufall sein. Gerade in Deutschland, wo die reale Inlandsnachfrage per saldo seit rund sieben Jahren stagniert und auch der jüngste Maschinenbau-Ifo ziemlich ernüchternd ausgefallen ist, sollte man kollektiv die Daumen drücken, dass den überhitzten Immobilienmärkten im Mittelmeerraum, in Skandinavien sowie auf den britischen Inseln nicht dasselbe Schicksal blüht wie dem amerikanischen.

Hoffen sollten vor allem die Anleger. Denn während das für 2007 geschätzte Gewinnplus von einem Fünftel für die deutschen nichtfinanziellen Sektoren fast unter Dach und Fach sein dürfte, wirkt der für 2008 unterstellte Zuwachs von 16 Prozent schon beim derzeitigen Ifo-Stand langsam illusionär. Bei einem 2007er KGV der nichtfinanziellen Sektoren von satten 16,5 kommt es jedoch auf jedes Prozent an.



Combots

Natürlich ist man nachher immer klüger, und fürwahr ist es unerträglich altklug, sich im Nachhinein über ein Scheitern zu mokieren. Aber im Falle der sich selbst entleibten Firma Combots  beschlich einen von Anfang an das Gefühl, dass ihr größtes Pfund nicht im Zukunftspotenzial der sogenannten Characters und Emotions lag - bezahlbare bunte Digitalpüppchen, die dem Combots-Nutzer beim Onlinekommunizieren helfen sollten.

Sondern im Aktienpaket an United Internet  , mit dem jene im Oktober 2005 teilweise das vormalige Kerngeschäft von Combots bezahlt hatte, das Web.de-Portal. Mit diesem Aktienpaket hat Combots mittlerweile 170 Mio. Euro Kursgewinn gemacht - rund das Doppelte dessen, was seit Neugründung operativ verloren wurde. Per 31. 8. beziffert die Firma ihr Vermögen aus Liquidität und Wertpapieren mit 462 Mio. Euro. Selbst wenn man Finanzschulden, Restrukturierungskosten und ein weiteres Jahr operativer Verluste abzieht, bleiben rund 440 Mio. Euro Nettovermögen - 12,75 Euro pro Aktie.





Beim aktuellen Kurs ergäbe das zwar 15 Prozent Kurspotenzial. Allein, die Gefahr, dass die Firmenchefs die Welt wieder mit einer Produktinnovation beglücken wollen, ist zu groß. Zwar sind die Begeisterungsfähigkeit und der unbedingte Glaube an den Erfolg des Vorstands durchaus sympathisch.

Doch wenn man noch Anfang 2007 interessierten Aktionären erklärt, dass "Combots (...) mit einem Geschäftsmodell entworfen wurde, das die Aufmerksamkeit der Nutzer auf sich zieht, das enormes Wachstum, hohe Gewinnspannen und wiederkehrenden Cashflow bietet", und noch im Bericht zum zweiten Quartal "nennenswerte Erfolge in der Nutzergewinnung" im dritten Quartal erwartet, nur um keine zwei Monate später das operative Geschäft mangels Nutzerinteresse einzustellen, dann läuft da irgendwas in der Marktforschung oder Unternehmensplanung dermaßen falsch, dass man das Treiben lieber von der Ferne betrachtet. Die Jungs machen ja sowieso, was sie wollen. Was bei über 50 Prozent Anteilsbesitz ja auch möglich ist. Sollen sie ihren Spaß haben, Nutzern und Restaktionären entgeht er.





Quelle: Financial Times Deutschland

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Combots AG Namens-Aktien o.N. 11,10 +2,49% XETRA
UNITED INTERNET AG NAMENS-AKTIEN O.N. 14,08 -1,05% XETRA
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Peddy78:

Das Kapital: Der eindimensionale Blick auf BMW.

 
27.09.07 22:48
News - 27.09.07 21:32
Das Kapital: Der eindimensionale Blick auf BMW

BMW scheint das einzige deutsche Unternehmen zu sein, das unter dem starken Euro leidet. Weiteres Thema in diesem Kapital: der Pharmasektor.


Während besonnene Analysten die Einzelheiten der strategischen Neuausrichtung von BMW, die bis 2020 reicht, gar nicht so übel finden, ist ihnen mit Blick auf das Ergebnis 2008 seinetwegen angst und bange.



Die Firma, die zwischen 2000 und 2006 den Absatz von Autos der Marke BMW  um durchschnittlich 6,3 Prozent jährlich steigern konnte, den Absatz des Mini seit 2001, dem ersten Jahr nach der Trennung von Rover, von 25.000 auf 188.000 erhöhte und auch bei den Motorrädern im Mittel um fünf Prozent zulegen konnte, will den Autoabsatz bis 2012 auf gut 1,8 Millionen Stück ausweiten. Das entspräche einem jährlichen Zuwachs von durchschnittlich rund 4,6 Prozent, etwa dem Niveau des ersten Halbjahres 2007. Zum Vergleich: Bei der Marke Mercedes ist der Absatz zwischen 2000 und 2006 im Mittel um 1,5 Prozent gewachsen, während der Smart stagniert hat; im ersten Halbjahr 2007 ist der Absatz der Mercedes Car Group um drei Prozent gefallen. Die Weltwirtschaft wächst übrigens seit 2004 mit Raten von fünf Prozent, 2003 waren es vier Prozent.



Der Haken bei BMW und die Erklärung für die jüngste relative Schwäche der Aktie ist die Rentabilität, deren Entwicklung seit Jahren enttäuscht. Die Firma will nun die Umsatzrendite im Segment Autos von 5,5 im ersten Halbjahr bis 2012 auf acht bis zehn Prozent erhöhen und dafür alle Kosten auf den Prüfstand stellen sowie die Investitionen und den Kapitaleinsatz je Fahrzeug in Entwicklung, Produktion, Vertrieb und Verwaltung reduzieren. Helfen sollen Kooperationen (mit Daimler?), während Zukäufe unter bestimmten Voraussetzungen erwogen werden. Dazu kommen eine Modelloffensive sowie eine verstärkte natürliche Währungsabsicherung durch Erhöhung von Fertigung und Einkauf in den USA. Derweil soll die Dividendenausschüttungsquote deutlich steigen.

Nun sind ernste Zweifel angebracht, ob die Wachstumsziele angesichts der angestrebten Einsparungen von 6 Mrd. Euro zu realisieren sind, zumal in Sachen Produktangebot und Wettbewerb durch Audi, Mercedes und Lexus ohnehin eine gehörige Skepsis vorherrscht. Die verschnupfte Reaktion der Börse hat allerdings einen ganz anderen Grund. Im Vergleich zu Daimler verblassen die Margenziele von BMW komplett. Viele hatten sich noch deutlich beherztere Restrukturierungsmaßnahmen erhofft, nicht zuletzt mit Blick auf die hohen Entwicklungs- und Investitionsaufwendungen von BMW. Vielleicht sollten die Analysten aber auch einmal bedenken, dass die Unternehmensbewertung nicht nur von Kapitalrenditen und -kosten sowie den Mittelüberschüssen abhängt, sondern gerade auch vom Wachstum. Wiewohl Daimler nach der Chrysler-Abspaltung das Kerngeschäft fokussierter betreiben wird, ist fraglich, ob dieser Aspekt nicht arg zu kurz kommt in der Euphorie um Daimler und dem Verdruss um BMW.



Pharmasektor

Wohl nirgendwo läge ein Eingreifen aggressiver Investoren so auf der Hand wie bei den großen Pharmakonzernen. Die Bilanzen sind wenig effizient, die Aktien enttäuschen seit Jahren, die Vorstände sind eher starr, und eine schnelle Erholung ist nicht in Sicht. Die Firmen stecken weiter viel Geld in Forschung und Entwicklung, trotz deutlicher Hinweise auf rückläufige F&E-Produktivität.

Was könnten Heuschrecken anders machen? Hätten die fünf größten Pharmakonzerne der Welt ihre F&E-Ausgaben 2006 auf null gesenkt, wäre der Vorsteuergewinn 57 Prozent höher ausgefallen. Nimmt man noch ein wenig Verschuldung dazu, könnte aus einem Medikamentenhersteller Geld herausgepresst werden, bis seine Patente ablaufen.



Doch bislang gerieten nur wenige Unternehmen unter Beschuss, was auch seinen guten Grund hat. Zum Teil liegt dies an der Undurchsichtigkeit des Pharmageschäfts. Es hängt von Forschungserfolgen, Regulierungsbehörden und langwierigen Produktentwicklungen ab. Des Weiteren nützt ein Großteil der laufenden F&E-Arbeit auch bestehenden Produkten, weil neue Anwendungsgebiete für Medikamente gefunden werden oder Tests durchgeführt werden, auf deren Grundlage Patente verlängert werden können. Und welche Vertriebsmannschaft würde bei einer Firma bleiben, der Produkte für die Zukunft fehlen?

Die Bilanzen sind aus gutem Grund konservativ. Pharmafirmen brauchen Geld für eventuelle Schadensersatzklagen (siehe Vioxx). Außerdem sind die Umsätze aus dem Geschäft mit bestehenden Produkten alles andere als sicher. Das dürften jetzt die Eigentümer von Nycomed feststellen. Als das Unternehmen vergangenes Jahr für 4,2 Mrd. Euro Altana Pharma  kaufte, schien dessen Kassenschlager Protonix noch mindestens drei Jahre Patentschutz zu genießen. Kürzlich weigerte sich jedoch ein Gericht, die Produktion eines Nachahmerprodukts zu verbieten. Zwar geht Nycomed in Berufung, aber der Fall ist ein weiteres deutliches Warnsignal an die Branche.





Quelle: Financial Times Deutschland

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ALTANA AG Inhaber-Aktien o.N. 16,95 -0,88% XETRA
BAYERISCHE MOTOREN WERKE AG STAMMAKTIEN EO 1 45,98 -1,50% XETRA
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Peddy78:

Das Kapital: Gefühlte Inflation.

 
01.10.07 04:17
News - 30.09.07 19:28
Das Kapital: Gefühlte Inflation

Es gibt aber auch Zufälle da draußen. Ein weiteres Thema in diesem Kapital ist die Übernahme von 3Com durch Bain Capital.


Angeblich ist der Zusammenhang zwischen Geldmenge und Inflation in den 2000er- Jahren auch in der Euro-Zone zusammengebrochen - meinen jedenfalls die meisten, denn bei Renditen auf Staatsanleihen von nur etwas mehr als vier Prozent rechnen die Anleger wohl kaum mit einem Anstieg der Inflationsrate in Richtung fünf Prozent, den die Geldmenge M3 ja durchaus signalisiert. Komischerweise ist in den 2000er-Jahren aber auch noch ein anderer Zusammenhang kollabiert: Die gefühlte Inflation der Verbraucher entspricht seit ungefähr 2002 nicht mehr dem offiziell ausgewiesenen Konsumentenpreisanstieg. Dabei hatten die Verbraucher seit 1985, als die EU die gefühlte Inflation zu erheben begann, doch immer ein sehr feines Gespür für die Preisentwicklung.



Die EZB tat gut daran, auf diese Divergenz bereits im Monatsbericht Mai 2007 ausführlich einzugehen, und hat in einem langen Artikel dargelegt, weshalb die hohe gefühlte Inflation Verzerrungen unterliegen kann und daher nicht auf einen fehlerhaften Ausweis des Verbraucherpreisindizes hindeuten muss. Indes muss die Zentralbank hoffen, dass ihre Prognose zutrifft, wonach sich die gefühlte Inflation, die im Zuge der Euro-Bargeldeinführung sprunghaft zunahm, mit der Zeit wieder dem offiziellen Verbraucherpreisanstieg anpasst - und es nicht umgekehrt kommt.



Denn nach dem jüngsten rapiden Anstieg der gefühlten Inflation nähert diese sich den Werten vom Sommer 2002. Sie ist damit höher als 1991, als die ausgewiesene Inflation bei über vier Prozent lag. Derweil steigen auch die Preiserwartungen der Verbraucher in einem Maße an, dass es der EZB nicht mehr egal sein kann. Denn trotz der allenthalben vorgebrachten Besänftigung, teurer würden nur die Dinge des täglichen Bedarfs, während größere Anschaffungen eher billiger zu haben seien, kann der Inflationsdruck ja alleine schon aufgrund steigender Inflationserwartungen zunehmen. Auch ist der offizielle Verbraucherpreisindex nicht über jeden Zweifel erhaben, da er Mieten etwa nur unvollständig erfasst.

Bleibt zu hoffen, dass in künftigen Untersuchungen der Zusammenhang zwischen Geldmenge und gefühlter Inflation nicht plötzlich enger werden wird als jener zwischen Geldmenge und offizieller Inflation. Da wäre es ein schwacher Trost, dass die gefühlte Inflation andernorts schon seit den frühen 90ern höher ist als die offiziell ausgewiesene. Dass das ausgerechnet in den USA der Fall ist, wo die Geldmenge als Inflationsgradmesser schon längst ausgedient hat, ist sicher reiner Zufall. Im Gegensatz zum Euro-Raum wurde dort allerdings kein neues Geld eingeführt, sondern nur ständig mehr vom alten in Umlauf gebracht.



Bain/3Com

Wenn einen das Pferd abwirft, gleich wieder rauf auf den Gaul. Im August froren die Schuldenmärkte ein, jetzt übernimmt Bain Capital für 2,2 Mrd. $ den Netzwerker 3Com  und stemmt damit wieder ein erstes Going Private - also ein Geschäft, bei dem ein Unternehmen von der Börse genommen wird. Doch die Auftauphase wird mehr Zeit brauchen.

Satte 44 Prozent Aufschlag legt Bain für einen Zukauf hin, der den Finanzinvestor auf direkten Konfrontationskurs zu Cisco  bringt - ein wenig beneidenswerter Umstand, der es 3Com beispielsweise so gut wie unmöglich macht, in den USA Geld zu verdienen.





Aber das ist kein gewöhnlicher Buyout. Erstens findet das Geschäft zwar in den USA statt, doch es geht um Asien. 3Com macht sein Hauptgeschäft (und den Großteil der Gewinne) in Asien. Bain erwartet dementsprechend auch gar nicht, dass die üblichen US-Investoren die 1 Mrd. $ stellen, die für die Finanzierung des Geschäfts aufgebracht werden müssen. Vielmehr sollen die Asien-Sparten von Citigroup  , UBS  , HSBC  und ABN Amro  , sowie die Bank of China  zumindest anfangs den Großteil der Gelder liefern. Zweitens versucht Bain eine Sanierung, anstatt wie sonst ein starkes Unternehmen zu kaufen und es bis Oberkante Unterlippe zu verschulden. Daher ist die Schuldenlast verglichen mit anderen aktuellen Geschäften auch niedrig und beträgt keine 50 Prozent des Unternehmenswerts.

Eine entscheidende Rolle wird Huawei Technologies spielen. Die chinesische Netzwerkfirma übernimmt fast 20 Prozent der Anteile. Wie sehr sich Huawei einbringt, könnte über Gedeih oder Verderb auf dem schwierigen chinesischen Markt entscheiden.

Huawei könnte sich als Problem erweisen, wenn die US-Behörden Ärger machen, weil Chinesen bei einer Firma engagiert sind, die in Amerika in heiklen Bereichen agiert. Sollte sich wider Erwarten keine Lösung finden, stünde Bain in China ohne seinen wichtigsten Partner da. In der restlichen Welt ist 3Com ein Zwerg verglichen mit Cisco. Da wird es schwer, rentabel zu arbeiten. Durch eine bessere Integration des Chinageschäfts dürfte Bain Einsparungen erzielen. Aber da man einen hohen Preis bezahlt hat, wird es nicht leicht werden für Bain, 3Com auf die Sonnenseite zu führen.







Quelle: Financial Times Deutschland

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3Com Corporation 4,94 +34,24% NASDAQ
ABN AMRO HOLDING 36,95 +0,14% Amsterdam
Bank of China Ltd. Registered Shares H YC 1 0,38 +2,43% Frankfurt
Cisco Systems, Inc. 33,1299 -0,30% NASDAQ
CITIGROUP INC 46,67 -0,45% NYSE
HSBC HLDGS.UK ORD $0.50 (UK REG) 905,00 -0,93% London Dom Quotes
UBS N 62,60 +0,72% VIRT-X
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Peddy78:

Das Kapital: Tabula rasa bei Citigroup und UBS.

2
02.10.07 08:29
News - 01.10.07 21:00
Das Kapital: Tabula rasa bei Citigroup und UBS

Für das vierte Quartal erwarte er wieder ein normales Gewinnumfeld, erläuterte Citigroup-Chef Charles Prince den für die dritte Jahresperiode geschätzten Ergebnisrückgang von 60 Prozent. Weitere Themen in diesem Kapital: Nokia und die Tata Group.


Die Anleger waren begeistert - und jagten die US-Aktie ebenso nach oben wie jene der UBS  , die für das dritte Quartal mit einem Verlust von bis zu 800 Mio. Franken rechnet. Dabei sollten sie eigentlich nichts mehr fürchten als gewöhnliche Bankengewinne.





Denn normal ist es ja kaum, wenn die finanziellen Kapitalgesellschaften in den USA fast zwei Drittel dessen verdienen, was die nichtfinanziellen Firmen an Gewinnen einstreichen, aber nicht mal ein Fünftel der Wertschöpfung Letzterer erbringen.

Im Gegenteil: Das ist nur möglich in Zeiten, in denen die Notenbanken das System mit Geld überfluten und die Inflation dennoch vorübergehend versteckt bleibt, weil dann, wie bis vor Kurzem, vom Kredit- über das Kapitalmarkt- bis zum Beratungsgewerbe alle Sparten der Banken gleichzeitig gut laufen.



Inzwischen aber ist das System derart mit Kredit - sei er durch Realkapital oder konstruierte Sicherheiten hinterlegt - überschüttet, dass Abschreibungen im Kredithandel ebenso wenig die Ausnahme bleiben werden wie zunehmende Verbraucherkreditausfälle.

Die Anleger sind daher auf dem Holzweg, wenn sie glauben, dass die Kreditrisiken bei Citigroup  und UBS nun auf dem Tisch liegen, zumal deren Bewertung obskur bleibt. Wer eine UBS-Aufspaltung fordert, sollte zudem bedenken, wie sehr die Margen im Neugeschäft der Privatkundenbranche unter Druck stehen. Selbst hier dürfte es für die erfolgsverwöhnten Schweizer künftig schwerer werden.





Nokia/Navteq

Der Weg ist das Ziel, wird sich Nokia  gedacht haben, als es den Plan zur Übernahme der Navigationssoftwarefirma Navteq  ankündigte. So nachvollziehbar die Transaktion erscheint, so viele Fragen wirft sie auf.

Zunächst einmal, wie Nokias Hauptkunden, die mobilen Netzwerkbetreiber, darauf reagieren werden, dass die Finnen bereits zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen auf Konfrontationskurs gehen. Mit der Ankündigung eines eigenen Musikportals betrat Nokia schon Ende August das Terrain der Telekomanbieter. Nun werden sie ein weiteres Mal herausgefordert. Hängt doch auch ihre Zukunft stark von einem steigenden mobilen Datenaufkommen ab, zu dem Musikdownloads und Navigationsdienste einen großen Teil beitragen. Nokia muss entweder die Zukunftsaussichten für den Handyverkauf so grau sehen - Verflachung hin zum Massenmarkt? - oder die Zukunft mobiler Dienste so rosig, dass es die Konfrontation mit den großen Netzwerkbetreibern nicht scheut.

Auch der Wettbewerb wird sich nun einiges fragen. Der niederländische Navigationsgerätehersteller Tomtom etwa, ob er mit seiner Übernahme von Teleatlas - dem Hauptrivalen von Navteq - noch durchkommt. Die offizielle Angebotsfrist beginnt am Mittwoch. Dass der Kurs von Teleatlas und von Tomtom stieg, ist auf Spekulationen zurückzuführen, dass der weltgrößte Navi-Hersteller Garmin Tomtom überbieten könnte. Schließlich muss sich Garmin fragen, ob es in ferner Zukunft noch von Navteq beliefert werden wird, sollte diese Teil von Nokia werden. Garmins Kurs knickte ein.

Schließlich bleibt die Frage, wie Nokias Rivalen auf die Neudefinierung des Geschäftsmodells der Finnen reagieren. Wenn sich schon der Marktführer gegen eine Abschwächung im Kerngeschäft absichert, was müssen dann erst die kleineren Hersteller tun?


Tata/Jaguar


Die Tata Group wurde kürzlich zum "Investor des Jahres" gekürt unter den indischen Firmen, die in Großbritannien investieren. Das verwundert nicht, denn man hat den Briten mit dem Kauf des Stahlkochers Corus einen Dienst erwiesen. Jetzt liebäugelt Tata mit der defizitären Traditionsmarke Jaguar.

Rund 3 Mrd. $ werden wohl fällig, um Land Rover und Jaguar von Ford zu kaufen. Kein Problem für die in Geld schwimmenden Inder. Tata Motors ist die Nummer drei in Indien und auf der Industrieseite nahezu schuldenfrei. Aber wie passt Jaguar in die Strategie, billige Autos für Schwellenländer zu entwickeln? Mit dem Projekt, den günstigsten Pkw der Welt für 2500 $ zu bauen, ist Tata angesichts steigender Rohstoffpreise bereits gut beschäftigt. Im Inland hat man es zudem mit sinkenden Marktanteilen zu tun. Die Analysten sind wegen der alternden Modelle und des antiquierten Vertriebs besorgt. Vielleicht könnten die britischen Zukäufe wenigstens im Vertrieb neue Impulse bringen, auch im Ausland.

Tata verfügt über eine gute Geschäftsführung und hat bei früheren Zukäufen ein geschicktes Händchen bewiesen. Dennoch neigt die Aktie seit den ersten Gerüchten über eine Jaguar-Übernahme wegen der mangelnden strategischen Meriten zu relativer Schwäche. Der Vorstand sollte noch einmal in sich gehen.







Quelle: Financial Times Deutschland

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CITIGROUP INC 47,72 +2,25% NYSE
NAVTEQ CORP 76,45 -1,95% NYSE
NOKIA CORP. Registered Shares EO 0,06 26,23 -1,54% XETRA
UBS N 64,50 +3,04% VIRT-
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Peddy78:

Das Kapital:Eine Wette...und TUI.

 
05.10.07 09:07
News - 04.10.07 21:18
Das Kapital: Eine Wette auf die Unvernunft der anderen

Früher war es ein Rezessionssignal. Doch inzwischen haben sich die meisten derart an die seit Anfang 2006 negative Differenz aus der Rendite zehnjähriger Staatsanleihen und dem Dreimonatszins (Zinsdifferenz) in den USA gewöhnt, dass viele nur noch mit den Schultern zucken. Weiteres Thema in diesem Kapital: TUI.


Schließlich sind ja genügend Belege vorgebracht worden, warum die Zinskurve als Konjunkturwegweiser nicht mehr zu gebrauchen ist. Wen kümmert's, dass die Vorjahresveränderungsrate der - nominalen - US-Industrieaufträge seit Anfang 2006 von 9 auf 1,2 Prozent gefallen ist, ohne den wankelmütigen Transportsektor gerechnet gar von plus 10,9 auf minus 0,4 Prozent? In dieser Zeit hat der Dollar um sieben Prozent abgewertet, und die nominalen US-Güterexporte haben um mehr als ein Fünftel zugelegt.



Wer das ignoriert, wird sich auch nicht dadurch aus der Ruhe bringen lassen, dass die Zinsdifferenz in der Euro-Zone seit zwei Monaten ebenfalls negativ ist. In Deutschland gab es das in den frühen 70ern, Anfang der 80er und 90er sowie (fast) zu Beginn der 2000er. Jedes Mal folgte eine Rezession. Derweil fällt auch die japanische Zinsdifferenz rasant. So viel zur These, die USA würden sich mit steigenden Exporten über Wasser halten können.

Dafür brummen ja die Schwellenländer, werden nun viele einwenden. Übersehen wird dabei indes, dass die Industrieländer 2006 laut IWF einen Anteil am Welt-Dollar-BIP von 74 Prozent hatten, gegenüber 69 Prozent 1980. Hinsichtlich der kurzfristigen Umsatz- und Gewinnentwicklung der hiesigen Firmen geben die Industrieländer also immer noch den Takt vor, zumal ihre Dynamik auch jene in den Schwellenländern beeinflusst. Allein das Leistungsbilanzdefizit der USA entspricht rund zwei Prozent des Dollar-BIP im Rest der Welt.



Insofern bemerkenswert sind die schwachen Firmenumfragewerte in der europäischen Metallindustrie, einer frühzyklischen Branche. Doch während das Vertrauen hier noch schneller schwindet als in der Gesamtwirtschaft, eilen die Metallaktien dem Stoxx in spektakulärer Weise davon. Unterdessen hat sich über die letzten Monate selbst zwischen den Veränderungsraten von Dax und Euro-Dollar-Kurs eine positive Korrelation entwickelt - als ob die Gewinne, die den US-Firmen aufgrund der Dollar-Schwäche demnächst im Ausland zugetraut werden, zweimal zu verteilen wären.

Angesichts solcher Unbekümmertheit erinnert die Börse tatsächlich an die späten 90er, wie manche anmerken. Bloß ist die jetzige Krise schwerwiegender als jene von 1997/98. Da muss man schon einigen Mut aufbringen, um auf die Unvernunft der anderen zu wetten.



TUI

Trotz seiner immer wieder mediengerecht inszenierten Einstiege bei deutschen Konzernen fällt es zunehmend schwerer, sich von den ungebetenen Ratschlägen des Herrn Wyser-Pratte aus Übersee noch gut unterhalten zu fühlen. Zu undifferenziert und repetitiv klingen die immergleichen Forderungen nach Aufspaltung und höherer Ausschüttung.

Wobei die Einmischung aktiver Aktionäre für den deutschen Kapitalmarkt durchaus belebend wirken kann. Zu ausgeprägt war der Nichtangriffspakt unter den hiesigen Vorstände, Aufsichtsräten und Banken, was oft zu einer Verschleppung notwendiger Veränderungen führte. Auch müssen die Vorstände - von wenigen Ausnahmen abgesehen - bis heute keine unangenehmen Fragen deutscher Fondsmanager auf Hauptversammlungen fürchten.



Mit TUI hat sich Wyser-Pratte nun eine Firma ausgesucht, deren Missmanagement legendär ist und deren Vorstand sich seit Jahren von der unterdurchschnittlichen Entwicklung der Firma und der Aktie unbeeindruckt zeigt. Ebenso wie von den ebenfalls seit Jahren kursierenden Forderungen nach einem Rücktritt und einer Zerschlagung der Firma. Schwer vorstellbar also, dass Michael Frenzel gerade jetzt externem Druck nachgeben sollte.

Da Frenzel noch dazu eine Reihe ihm wohlgesonnener Aktionäre an Bord hat, dürfte es schwer werden, nur mit einer Handvoll Aktien auf einer HV genügend Druck aufbauen zu können. Damit müsste wohl, wer wirklich Wertsteigerungspotenzial bei TUI sieht, den ganzen Laden kaufen. Dafür wäre, wenn überhaupt, dann jetzt ein guter Zeitpunkt. Erstens ist eine Zerschlagung des Konzerns nach der formalen Abspaltung des Touristikgeschäfts deutlich einfacher geworden. Zweitens sind die üppigen Verlustvorträge nur noch im Falle einer Übernahme dieses Jahr voll nutzbar.

Allerdings müsste der Käufer dann schon eine sehr positive Meinung sowohl zum Touristikgeschäft als vor allem auch zur Schifffahrt haben, wo die Frachtraten weiter von einer schwächelnden US-Wirtschaft gedrückt werden könnten. Denn wenn es nur um die überdimensionierten Kosten von TUIs Holdingsstruktur geht, ist der Wegfall ebendieser im jetzigen Kurs schon lange vorweggenommen.





Quelle: Financial Times Deutschland

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Peddy78:

Vom Sinn und Unsinn von Übernahmen.

 
15.10.07 09:42
News - 14.10.07 21:07
Das Kapital: Vom Sinn und Unsinn von Übernahmen

Es gibt zwei grundsätzliche Möglichkeiten, eine Firmenübernahme zu beurteilen: Die rein finanzmathematische Betrachtung und die strategische. Sich auf die strategischen Meriten einer Fusion zu berufen wird Vorständen meist übel genommen.


Mit der finanzmathematischen Methode versucht man, vereinfacht gesagt, rauszufinden, ob der Preis oder der Nutzen der Übernahme höher ist. Bei der strategischen Betrachtung wird beleuchtet, ob ein Zusammengehen aus Kunden-, Produktions-, oder auch Firmenkultursicht Sinn ergibt.



Sich auf die strategischen Meriten einer Fusion zu berufen wird Vorständen meist übel genommen. Denn in aller Regel sollen damit kurzfristige finanzielle Belastungen entschuldigt werden. Dem Anleger schwant dann, dass der Vorstand es mit der finanzmathematischen Valuierung des Deals nicht so genau genommen hat. Doch hängt der Erfolg einer jeden Übernahme davon ab, dass sowohl die strategischen als auch die finanziellen Aspekte stimmen. Abhängig von der jeweiligen Branche müssen diese Aspekte gewichtet werden.



So wird beim Kauf einer Immobilien- oder Rohstofffirma der Einkaufspreis die entscheidende Rolle spielen. Schon im Automobilsektor spielt die strategische Komponente eine wichtigere Rolle. Daimlers  Kauf von Chrysler wäre auch dann nicht gerettet worden, hätten die Stuttgarter nur die Hälfte gezahlt. Noch extremer ist es bei Wachstumssektoren, Technologie zum Beispiel. Ob eine Übernahme erfolgreich war oder nicht, wird sich schon nach wenigen Jahren nicht mehr daran bemessen, ob man zum Kaufzeitpunkt 20 oder 30 Prozent Prämie zum Aktienkurs gezahlt hat. Sondern inwieweit das Übernahmeobjekt zum Wachstum beigetragen hat, ob direkt oder indirekt.



SAP/Business Objects

Komischerweise haben die kritischen Stimmen zu SAPs Coup alle von dem überhöhten Preis gesprochen, obwohl die Übernahme bereits ab 2009 nach US GAAP gewinnsteigernd ist und pro forma, also bei Eliminierung liquiditätsneutraler Einmalabschreibungen schon 2008. So liegen die Finanzierungskosten (Zinszahlungen plus entgangener Zinsen auf die bisherige Kasse) für SAP  bei rund 200 Mio. Euro und damit auf gleicher Höhe wie das bisherige für Business Objects  geschätzte operative Ergebnis für 2008, selbst wenn man es um zehn Prozent mindert. Zugegeben, das sieht in der Gewinn- und Verlustrechnung nett aus, aber natürlich erwartet der Aktionär von einer zugekauften Firma eine höhere Rendite als von Barreserven. Man kann aber auch die gezahlte Prämie von 1,4 Mrd. Euro mit den erwarteten Synergien vergleichen, welche nach Steuern und diskontiert 2,2 Mrd. Euro ergäben. Das sieht zunächst beruhigend aus.



Doch diese Zahlenspiele werden schnell Makulatur, wenn Business Objects strategisch nicht zu SAP passt. Wenn es SAP nicht schafft, den organischen Umsatzrückgang zu drehen, Business Objects wieder im oberen Marktsegment, weg von Microsoft, zu platzieren, und wenn andererseits Business Objects SAP keinem schnelleren Zugang zu vielen neuen amerikanischen, aber auch kleineren Kunden verschaffen kann. Wenn sich herausstellen sollte, dass SAP nicht über die Business-Intelligence-Schiene ein größeres Stück vom IT-Ausgabenkuchen der Kunden bekommen kann. Das Gegenteil zu beweisen wird die Aufgabe von SAP im kommenden Jahr sein.



Oracle/BEA

Wenn Oracles Datenbanken genauso schnell reagierten wie der Vorstand, ist Oracles Dominanz in dem Markt verständlich.

Allein schon diese Geschwindigkeit lässt einen jedoch zweifeln, ob Oracles Übernahmen sowohl strategisch als finanziell stets gut durchdacht sind. Aus finanzieller Perspektive tut Oracle  seinen Aktionäre durch sein aggressives Vorgehen keinen Gefallen, da es drei wertmindernde Reaktionen provoziert. Zunächst einmal wird das Zielobjekt regelmäßig alles versuchen, die Übernahme abzuwenden, Oracles Offerte schlecht reden und eventuell nach einem Weißen Ritter Ausschau halten. Das alles führt dazu, dass Oracle meist kräftig nachlegen muss - bei BEA  ist das jetzt schon sicher. Zum zweiten verlassen viele Topmanager nach erfolgter Übernahme die Firma, entweder weil sie von Oracle gefeuert werden, oder aus eigenen Stücken. Und drittens reagieren auch viele Kunden nervös, wenn ihr Softwarelieferant von Oracle aufgekauft wurde.



Daher resultierte Oracles bisherige 25-Mrd.-$-Einkaufstour in weniger als der Summe der Einzelteile. JP Morgan rechnete nach dem Peoplesoft-Kauf dort mit rückläufigen Lizenzerlösen von 40 Prozent. Kein Wunder, dass Oracle den Kundenzugang und die lukrativen Wartungserlöse in der Vordergrund schiebt.

Doch vielleicht denkt Oracle strategisch viel weiter, als man annimmt. Schließlich ist die Firma - trotz extrem hoher Reibungsverluste - dabei, aus dem Markt für Anwendersoftware ein Duopol zu zimmern, mit allen Meriten. Allerdings, und das spiegeln die Kurse der vergangenen zwei Jahre nicht wider, würde SAP mindestens gleich stark davon profitieren.





Quelle: Financial Times Deutschland

News druckenName  Aktuell Diff.% Börse
BEA Systems, Inc. 18,82 +38,18% NASDAQ
BUSINESS OBJECTS 41,62 -0,43% Paris
DAIMLERCHRYSLER AG NAMENS-AKTIEN O.N. 74,25 -1,07% XETRA
Oracle Corporation 22,4401 -0,09% NASDAQ
SAP AG Inhaber-Aktien o.N. 39,29 -0,56% XETRA
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Peddy78:

Das Kapital: Die VW-Vorzüge haben Vorzüge.

 
29.10.07 02:02
News - 28.10.07 21:01
Das Kapital: Die VW-Vorzüge haben Vorzüge

Keine Frage, die Gewinnschätzungen bei VW werden weiter steigen. Legt man die aktuelleren Prognosen zugrunde, hatten die Analysten für 2007 im Mittel bislang einen operativen Gewinn von gut 5,5 Mrd. Euro erwartet. Weiteres Thema in diesem Kapital: Microsoft.


Nach dem Q3-Gewinnsprung von 53 Prozent hat VW  aber schon nach neun Monaten 4,3 Mrd. Euro geliefert, und bereits im vierten Quartal 2006 hat die Firma 1,4 Mrd. Euro erwirtschaftet. Wie gehabt werden die Prognosen zwar vor allem unterhalb des Gewinns vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) zulegen, da die dramatisch gesunkene Investitionsquote - obschon sie wieder etwas steigen wird - nachgebende Abschreibungen zeitigt.



Dazu kommt ein hohes Finanzergebnis. Dennoch könnte die Aktie kurzfristig weitere Impulse erhalten - na ja, sofern bei einem 2009er KGV von 16 nicht ohnehin längst die Hoffnung auf steigende Schätzungen mitschwingt.

Spannend sind indessen drei Aspekte. Erstens der Vergleich zu Toyota  . Anders als bei VW steht die Aktie der Japaner angesichts der konjunkturellen Eintrübung massiv unter Druck, sodass das Kurs-Umsatz-Verhältnis zuletzt auf gut 0,8 gefallen ist. VW kommt nun auf 0,6. Die Kurs-Umsatz-Betrachtung ist sicher ein sehr grober Ansatz.

Aber er gibt einen Anhaltspunkt. Danach ist die Bewertung von VW nicht mehr so weit vom Maß aller Dinge in der Branche entfernt. Und immerhin hat Toyota weiter einen beträchtlichen Größenvorsprung, von den Währungsvorteilen ganz zu schweigen.



Der zweite Aspekt betrifft die Aufstockung des VW-Anteils durch Porsche auf über 50 Prozent. Wie die Spatzen längst von den Dächern pfeifen, hat Porsche Kaufoptionen auf VW. Nur sind die Schwaben keineswegs in Eile. Wie viele VW-Stämme sie schon gekauft haben, ist nicht bekannt. Eine Vermutung lautet, dass es dem Interesse von Porsche diene, wenn VW jetzt glänzende Zahlen ausweise, weil dann die VW-Optionen im Wert stiegen.

Da diese aber nicht gegen VW-Aktien eingetauscht werden müssten, sondern einfach Kasse gemacht werden könne, sei es gut vorstellbar, dass Porsche genau dies tue, um die VW-Stämme später zu günstigeren Kursen am Markt einzusammeln.

Das spräche gegen die Stämme, aber nicht unbedingt gegen die Vorzüge. Das ist der dritte Aspekt, der Abschlag der Vorzüge gegenüber den Stämmen von gut einem Drittel. Das scheint ein alter Hut zu sein. Nur wird das Stimmrecht bei VW auch nach dem Ende des VW-Gesetzes nicht viel wert sein, weil Porsche das Sagen hat - und den Konzern ohnehin auf Rendite trimmt.

Sobald Porsche aufgestockt hat und sofern Niedersachsen nach der Wahl bei seinem Anteil bleibt, werden überdies mehr Vorzüge als Stämme im Umlauf sein. Der Abschlag ergibt vor allem dann keinen rechten Sinn mehr, wenn sich der Titel tatsächlich aus fundamentalen Gründen verfünffacht hat. Für VW-Bullen könnte es diesmal wirklich einen Versuch wert sein, die Vorzüge zu kaufen und gleichzeitig die Stämme leerzuverkaufen.





Microsoft
Ein Kursanstieg beinahe im zweistelligen Prozentbereich, mit 27 Prozent Umsatzplus das höchste Wachstum eines ersten Quartals seit 1999, und eine Wachstumsprognose für das laufende Jahr, die über den Konsensschätzungen liegt. Man könnte meinen, Microsoft  habe im Sommer Software auf den Markt gebracht, die es Banken ermöglicht, ihre faulen Subprime-Kreditpakete richtig zu bewerten oder diese wieder hochzurechnen.



Dabei waren es Microsofts traditionelle Sparten, die die Zahlen trieben. So verzeichnete das umsatzstärkste Geschäft mit Betriebssoftware ein Plus von 25 Prozent. Die Firma selbst erklärt das mit stärker als erwartet ausgefallenen Computerverkäufen, einem Rückgang von Produktpiraterie in Russland und China sowie steigendem Interesse an der Premiumversion von Vista.

Als Laie fragt man sich: Ist das die Version, die absturz- und virensicher ist? In dem Fall wären wir auch bereit, mehr auf den Tisch zu legen und uns damit den mittlerweile 75 Prozent der Kunden anzuschließen, die mehr ausgeben. Ebenfalls stark entwickelte sich die zweitgrößte Sparte, Unternehmenssoftware, obwohl zahlreiche Produktneuheiten erst 2008 auf den Markt kommen werden.



Unter anderem im Bereich Business Intelligence, in dem Microsoft im unteren Segment zunehmend der von SAP  umworbenen Business Objects Konkurrenz macht.

Doch diese Zahlen allein haben den Kurssprung nicht verursachen können - dafür ist allen zu bewusst, dass vor allem die Betriebssysteme und das Office-Paket trotz Zwischenspurt die besten Zeiten hinter sich haben. Die Fantasie, dass Microsoft auch in Wachstumsfeldern noch mitmischen kann, wurde durch den endlich sichtbaren Erfolg bei Spielkonsolen geweckt sowie der angekündigten Beteiligung an der Kontaktbörse Facebook.

Schaut man sich die bisher eher dürftigen Kommerzialisierungsversuche der Web-2.0-Plattformen an, könnte Microsoft hier zum ersten Mal seit Langem wieder Maßstäbe setzen. Es könnte aber ein langer Marsch werden.







Quelle: Financial Times Deutschland

News druckenName  Aktuell Diff.% Börse
Microsoft Corporation 35,03 +9,50% NASDAQ
SAP AG Inhaber-Aktien o.N. 37,22 -0,08% XETRA
TOYOTA MOTOR CORP. Registered Shares o.N. 38,10 +3,53% Frankfurt
VOLKSWAGEN AG STAMMAKTIEN O.N. 181,80 +4,18% XETRA
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Peddy78:

Das Kapital: MAN läuft hochtourig.

 
01.11.07 04:39
News - 31.10.07 17:12
Das Kapital: MAN läuft hochtourig

Von Deutschland über Europa in die Welt. Die Botschaft von MAN ist so verzückend, dass man wohl weiter nicht an der Aktie vorbeikommt. Weitere Themen in diesem Kapital: Garmin/Tele Atlas und China/Afrika.


Denn zu den ständig steigenden Rentabilitätszielen kommt ja noch ein bis 2010 durchschnittlich angestrebtes Wachstum von zehn Prozent, das sich aus der zunehmenden Nachfrage nach Transportkapazitäten speist, neben der Nutzfahrzeug- und Dieselsparte aber auch das Turbo- und Dienstleistungsgeschäft umfasst. Kurzum: MAN  ist in den richtigen Märkten tätig, und die Unternehmensleitung weiß Gewinn daraus zu schlagen. Dazu kommt weiter die Fantasie einer irgendwie gearteten Fusion mit Scania und großen entsprechenden Synergien. Selbst die Makroseite scheint zur Abwechslung Appetit zu machen. Im Oktober-Ifo haben wenige Branchen ein so zuversichtliches Bild gezeichnet wie die Lkw-Industrie, deren Geschäftserwartungen sprunghaft gestiegen sind, während jene der Autohersteller immer düsterer anmuten.



Ein Haken ist indes, dass die Aktie nach der Verdreizehnfachung binnen fünf Jahren am Cashflow gemessen fast nicht mehr zu bezahlen ist. In den ersten neun Monaten 2007 hat die Firma Cash Earnings - verkürzt steht das für: Vorsteuerergebnis minus gezahlte Steuern plus Abschreibungen - von 1,1 Mrd Euro erzielt, nach 0,8 Mrd. Euro im entsprechenden Vorjahreszeitraum und knapp 1 Mrd. Euro im Gesamtjahr 2006. Der Börsenwert der Firma liegt nun bei gut 18 Mrd. Euro. Da auch Scania  eine hohe Cashflow-Bewertung aufweist, kann man nur hoffen, dass Schulden bei der Fusion letztlich keine große Rolle spielen. Denn der nächste Lkw-Abschwung kommt bestimmt.



Garmin/Tele Atlas


Es ist nicht schwer, bei der aktuellen Konsolidierung im Navigationsgeräte und -softwaremarkt doch die Orientierung zu verlieren.

So riet Morgan Stanley noch Mitte Oktober seinen Kunden dazu, Garmin  zu verkaufen und gleichzeitig Tomtom zu kaufen. Die Wette wäre nicht aufgegangen, wie auch so manch andere Rechnung in diesem Bietergefecht. Die Ankündigung des US-Geräteherstellers Garmin, das Gebot des Rivalen Tomtom für den Navigationssoftwareanbieter Tele Atlas  zu überbieten, führte zu wilden Kursreaktionen. Während am Mittwoch Garmin und Tomtom jeweils rund 1,4 Mrd. Euro an Börsenwert einbüßten, legte das Objekt der Begierde gerade einmal um 330 Mio. Euro zu.

Büßte Tomtom so stark ein, da die Aktionäre befürchten, dass die Firma sich Tele Atlas nicht mehr einverleiben kann, oder da man ein noch höheres Gebot befürchtet? Für Letzteres spricht nicht nur, dass Tele Atlas' Kurs deutlich über Garmins Gebot sprang, sondern auch der scheinbare Analystenkonsens, dass die Softwarehersteller der Schlüssel für den zukünftigen Erfolg der Gerätehersteller seien.

Wenn dem aber so ist, muss man sich wiederum fragen, warum die Aktien des US-Konzerns fallen, wenn er sich anschickt, seine Zukunft zu retten und dafür gerade mal ein Achtel des eigenen Börsenwerts ausgeben will.

Die eigentliche Frage ist, wie lange das Quasiduopol von Tele Atlas und Navteq Bestand haben wird und welche Margen sich durchsetzen lassen, bevor die Kunden meutern oder neue Rivalen angelockt werden. Es wäre sonderbar, wenn gerade dieser Zukunftsmarkt von Wettbewerb verschont bleiben sollte.



China/Afrika

Nach dem Öl interessiert sich China nun für Afrikas finanzielle Vermögenswerte. Wenige Tage nach dem Einstieg der ICBC bei der Standard Bank in Südafrika unterzeichnete die China Development Bank eine Partnerschaft mit der nigerianischen United Bank for Africa. Das hat durchaus Positives. Afrikas Exporte nach China stiegen zwischen 2001 und 2006 um mehr als 40 Prozent jährlich. Nach eigenen Berechnungen hat China zwischen 2000 und 2006 rund 6,6 Mrd. $ an Direktinvestitionen nach Afrika gepumpt. Der IWF schätzt, dass sich Pekings Entwicklungshilfe 2004 und 2005 jährlich wohl auf rund 1 bis 1,5 Mrd. $ belief. Hinzu kommt, dass staatliche Finanzinstitute eine nicht versiegende Quelle für günstige Kredite und Unterstützung sind.

Die Annäherung an Afrika ist zu großen Teilen dem Hunger nach Öl zuzuschreiben. Die Beratungsfirma Wood Mackenzie schätzt, dass chinesische Firmen weniger als zwei Prozent der in Afrika entdeckten Öl- und Gasreserven besitzen. Sie gehen bei der Exploration aggressiver vor. Doch gereichen diese Investitionen zum "gegenseitigen Vorteil"? Studien der Weltbank deuten an, dass weniger chinesisches Geld nach Afrika fließt als indisches. Chinesische Firmen neigen eher dazu, zu Hause zu fertigen und heimische Maschinen zu kaufen. Kredite zu Vorzugskonditionen tragen kaum dazu bei, Politik oder Menschenrechtslage zu verbessern. Zwar ist China in Afrika kommerziell aktiver als zuvor, aber Peking als neuen besten Freund des Kontinents zu bezeichnen ist wohl noch etwas verfrüht.







Quelle: Financial Times Deutschland

News druckenName  Aktuell Diff.% Börse
Garmin Ltd. 107,40 -10,86% NASDAQ
GARMIN LTD. Registered Shares DL-,005 75,94 -11,06% Stuttgart
MAN AG STAMMAKTIEN O.N. 123,20 +4,12% XETRA
SCANIA AB Namn-Aktier A SK 2 20,30 +30,97% XETRA
TELE ATLAS 27,58 +14,87% Amsterdam
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Peddy78:

Das Kapital: Runter mit den US-Zinsen.

 
07.12.07 09:03
News - 06.12.07 21:13
Das Kapital: Runter mit den US-Zinsen

Geschafft, die 30.000-Mrd.-$-Marke ist geknackt. Weitere Themen in diesem Kapital: Royal Bank of Scotland und Vermögensverwaltung.


Wie die Fed mitteilte, saßen die nichtfinanziellen Sektoren - Privathaushalte, Unternehmen, Staat - in den USA per Ende des dritten Quartals auf Schulden von 30.641 Mrd. $ - bei einem Nationaleinkommen von annualisiert 12.307 Mrd. $. Aufs Jahr hochgerechnet entspricht der Schuldenzuwachs gegenüber dem zweiten Quartal 2671 Mrd. $. Absolut ist das ein neuer Rekordanstieg. Doch prozentual ist der Zuwachs von annualisiert 8,9 Prozent natürlich enttäuschend. Das sind ja gerade mal drei Prozentpunkte mehr als der nominale BIP-Anstieg. Zum Glück sind auch die Schulden des Finanzsektors um 15,6 Prozent gestiegen - auf sicher noch ausbaufähige 15.435 Mrd. $.



Jedenfalls wird die Zinssenkungskampagne der Fed, die kommende Woche fortgesetzt werden wird, durch die Zahlen eindeutig gerechtfertigt. Denn Sorge bereiten vor allem die Privathaushalte, die im dritten Quartal gerade noch mit neuen Schulden von 925 Mrd. $ zugelangt haben - ein mickriger Anstieg von 6,9 Prozent. Die Unternehmen, die inzwischen wieder eine beträchtliche Finanzierungslücke nach Dividenden und Investitionen aufweisen und zudem Aktien zurückkaufen wie wild, haben mit einem Schuldenplus von 1133 Mrd. $ (11,9 Prozent) die Erwartungen schon eher erfüllt, sind aber notorische Wackelkandidaten, auf die die US-Notenbank bei der monetären Überschwemmung im Ernstfall nicht unbedingt zählen kann. Dankenswerterweise steht der Staat in der Not regelmäßig Gewehr bei Fuß. Daher ist dessen Schuldenanstieg von 613 Mrd. $ gewiss noch nicht das letzte Wort.



Royal Bank of Scotland

Gäbe es neben Bankern, die dieses Jahr eventuell einen Rückgang ihres Bonus befürchten müssen, nicht auch wirkliche Opfer der von den Ramschhypotheken ausgegangenen Finanzmarktturbulenzen, könnte man über einige der Absurditäten dieser an Absurditäten nicht armen Periode nur lachen.

Dazu gehören insbesondere die verbalen Kapriolen der Protagonisten dieser Krise - die Chefs der Banken, seien diese private, öffentlich-rechtliche oder zentrale. Viele der im Sommer mit fester Stimme noch vorgebrachten Beschwichtigungen klingen aus heutiger Sicht extrem hilflos. Ganz anders klang am Donnerstag hingegen Fred Goodwin - der Name verpflichtet -, Vorstand der Royal Bank of Scotland (RBS). Nicht ohne Stolz verkündete er, dass das operative Ergebnis der RBS für das laufende Jahr wohl über den Erwartungen der Analysten liegen würde. Nicht schlecht, in diesen Zeiten. Klar, da war noch die fast 1 Mrd. Pfund Abschreibungsbedarf aus dem Ramschhypothekengeschäft, die noch durch weitere 250 Mio. Pfund Abschreibungsbedarf auf gehebelte Kredite und 300 Mio. Pfund Hypothekenbelastung, die die frisch akquirierte ABN Amro mitbringt, ergänzt werden.

Doch halb so wild, Letzteres wird im Zuge der Akquisitionsbuchhaltung gar nicht durch die Gewinn- und Verlustrechnung fließen, und die ersten beiden hat RBS durch nicht weiter erläuterte sonstige Gewinne aus Anlageabgängen kompensiert. Ansonsten stehe RBS auch dank ABN sehr gut da. Nicht nur der Umstand, dass diese zuversichtlichen Einschätzungen just an dem Tag kamen, als die englische Zentralbank gegenüber der Krise einknickte und die Zinsen senkte. Sie zeigt auch wieder dieses bizarre Geschäftsverständnis: Gewinne sind immer operativ und wiederkehrend, Verluste immer außerordentlich. Auch mutet es verwegen an, dass Goodwin immer noch das relativ kleine Hypothekengeschäft und das nicht vorhandene Geschäft mit SIVs als so beruhigend darstellt. Wo doch mittlerweile selbst die Broker festgestellt haben, dass die Kontaminierung weit über diese Geschäftsbereiche hinausgehen wird und das kommende Jahr für jegliche Bank schwerer werden wird.


Vermögensverwaltung


Optimismus ist Trumpf im Investmentgeschäft. Die meisten Fondsmanager sind überzeugt, dass ihre Strategie überdurchschnittliche Renditen abwirft - mögen die Fakten auch anderes sagen. Die Prognosen sehen fast immer steigende Märkte und Zuflüsse für die Fonds. Einer Studie zufolge hat auch die Kreditkrise die Zuversicht kaum gedämpft.

Optimismus ist eine Sache, Realitätsferne eine andere. In Europa wurden seit August Nettovermögen aus europäischen Investmentfonds herausgezogen. In den USA geben die Privatinvestoren derweil immer mehr Geld in vergleichsweise unrentable Geldmarktfonds. Natürlich ist die Vermögensverwaltung ein weites Feld - einige Bereiche kommen mit erhöhter Risikoscheu besser zurecht als andere. Doch ist sie letztlich ein Fixkostengeschäft. Sinken die Aktienmärkte, können auch Zuflüsse einen Gewinnrückgang kaum verhindern. Die weltweite Verkaufswelle bei börsennotierten Fondsmanagern deutet darauf hin, dass die Anleger genau das befürchten.







Quelle: Financial Times Deutschland

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Peddy78:

Das Kapital: Solarworld.

 
15.02.08 11:47
News - 15.02.08 10:47
Das Kapital: Solarworld

Junge Wachstumsfirmen wie Solarworld sind naturgemäß riskante Anlagen, und die Ungewissheiten in der Branche wachsen. Doch bei Solarworld scheint das Management gewappnet.


Auch Aktien aus Branchen, deren Nachfragetrends einigermaßen sicher langfristig modelliert werden können, sind den kurzfristigen Schwankungen der Börse ausgesetzt. So die Energiewerte. Während die Aktien der etablierten Ölfirmen kurzfristig vor allem auf Angebotsschocks reagieren, sind die am Kapitalmarkt noch relativ jungen alternativen Energieerzeuger anderen Kräften ausgesetzt.

Angesichts der stärker werdenden Konjunktursorgen und der entsprechend nervösen Kapitalmärkte könnte man zwar vermuten, dass vor allem die größeren Titel der Solarbranche angesichts der langfristigen Energietrends zu den defensiveren Werten gehören sollten. Hängt ihr Schicksal doch mehr von der Gesetzeslage und dem technischen Fortschritt als der allgemeinen Konjunktur ab.



Doch ein Blick auf das Beta von Solarworld  etwa zeigt das Gegenteil. Mit einem Wert von 1,6 auf Tagesbasis gehörte der Titel zu den schwankungsanfälligsten in den vergangenen zwölf Monaten. Mit dem zugrunde liegenden operativen Geschäft kann das weniger erklärt werden, als mit der Einordnung des Titels bei den Anlegern als junge Wachstumsfirma. Und in der Tat weisen viele Solarfirmen noch typische Probleme von jungen Existenzen auf. So zeigte unter anderem Conergy, dass sich bereits interne, firmenspezifische Managementaufgaben als zu große Herausforderung erwiesen. Es bleibt noch abzuwarten, wie sie die ersten größeren externen Bewährungsproben meistern werden - stärkere Verringerung der Einspeisevergütung, Sättigung des Inlandsmarktes, Ende der Preissetzungsmacht durch die Siliziumknappheit. Mit der Branchengröße Solarworld, dessen Vorabzahlen den Konsens weit übertrafen, hat man zumindest die Gewissheit, dass der Vorstand eine Wachstumsfirma zu führen in der Lage ist.





Quelle: Financial Times Deutschland

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