Die Panik ist da. Mit dem gleichen Schwung, mit dem sich Investoren vom Oktober 1999 bis Februar dieses Jahres auf die Titel des Neuen Markts gestürzt haben, geht es nun Retour. Innerhalb der vergangenen fünf Handelstage hat der Nemax-All-Share fast 20% eingebüßt. Seit dem Jahreshoch hat er sich fast halbiert. Noch ist die Krise nicht ausgestanden. Denn bisher sind nur die Institutionellen auf der Flucht. In der Kaufhysterie Anfang dieses Jahres haben sich selbst Versicherer und Pensionsfonds auf das Wachstumssegment eingelassen, um die Performance ihrer eigentlich an Sicherheit orientierten Portfolios aufzupeppen. Sie müssen nun aussteigen und verhalten sich dabei wie Amateure, schimpft die Szene.
Die Kritik ist verständlich und zugleich unberechtigt. Denn möglicherweise verhindert der überstürzte Ausstieg Schlimmeres. Noch stehen die meisten Privatanleger diszipliniert und treu zu ihren Investitionen. Wenn auch diese Gruppe ins Wanken gerät, kommt es zur Bruchlandung. Die Kursentwicklung der vergangenen zwölf Monate ist aufschlussreich. Trotz der dramatischen Talfahrt liegt der Nemax immer noch weit über dem Niveau, von dem er seine Jahresendrally im vergangenen Herbst gestartet hat. Die Nasdaq ist bereits unter das Niveau vom Oktober 1999 zurückgekehrt und hat damit den gesamten Rally-Gewinn abgegeben. Warum sollte es dem Neuen Markt besser ergehen? Ereilt ihn das gleiche Schicksal, fällt der Nemax-All-Share um weitere 20 Prozent.
Das ist zu befürchten und wäre sicherlich eine weitere Übertreibung, diesmal nach unten. Der Neue Markt ist immer noch hoch bewertet, aber immerhin weit ab von den irrationalen Preisen des Frühjahrs. Denn die Kurse sind so weit gefallen, dass sie wieder mit der Gewinnhoffnung der Unternehmen gerechtfertigt werden können. UnionInvestment erwartet eine Vervierfachung der Gewinne bis Ende 2002, wobei Verluste bislang unrentabler Gesellschaften eingerechnet sind. Das entspricht in etwa den Konsensschätzungen der Analysten. Sind die Prognosen zutreffend, wäre der gesamte Neue Markt derzeit mit einen 2002er Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von gut 50 bewertet. Rechnet man den größten Verlustbringer T-Online heraus, beträgt das Verhältnis 42.
Das ist angesichts des durchschnittlichen Wachstumstempos auf dem Neuen Markt ein recht verträglicher Wert. Allerdings wird das in den kommenden Wochen keine Rolle spielen. Denn selbst die Musterschüler des Segments, die ihre Prognosen regelmäßig erfüllten und sich bislang relativ stabil entwickelten, geraten nun unter Druck. Titel wie Quiagen und Aixtron notieren noch weit über ihren Jahresschlussständen. In der Panik dürfte gerade dieser Umstand zu Kursverlusten führen.
Abgesehen von solchen Ausnahmen, ermöglicht die scheinbar kopflose Flucht aber eine Rückkehr zur Vernunft. Wünschenswert ist, dass dieser Zustand einige Wochen länger anhalten wird, als im vergangenen Herbst. Damals folgte unmittelbar auf tiefe Depression der Beginn des bislang rasantesten Kursanstiegs. Die Maßlosigkeit während der Hausse war die Saat für die Baisse. Sie lehrt, dass sich vernünftige Bewertungsniveaus früher oder später trotz aller Euphorie durchsetzen, auch wenn es dafür manchmal einer Panik bedarf.
Die Kritik ist verständlich und zugleich unberechtigt. Denn möglicherweise verhindert der überstürzte Ausstieg Schlimmeres. Noch stehen die meisten Privatanleger diszipliniert und treu zu ihren Investitionen. Wenn auch diese Gruppe ins Wanken gerät, kommt es zur Bruchlandung. Die Kursentwicklung der vergangenen zwölf Monate ist aufschlussreich. Trotz der dramatischen Talfahrt liegt der Nemax immer noch weit über dem Niveau, von dem er seine Jahresendrally im vergangenen Herbst gestartet hat. Die Nasdaq ist bereits unter das Niveau vom Oktober 1999 zurückgekehrt und hat damit den gesamten Rally-Gewinn abgegeben. Warum sollte es dem Neuen Markt besser ergehen? Ereilt ihn das gleiche Schicksal, fällt der Nemax-All-Share um weitere 20 Prozent.
Das ist zu befürchten und wäre sicherlich eine weitere Übertreibung, diesmal nach unten. Der Neue Markt ist immer noch hoch bewertet, aber immerhin weit ab von den irrationalen Preisen des Frühjahrs. Denn die Kurse sind so weit gefallen, dass sie wieder mit der Gewinnhoffnung der Unternehmen gerechtfertigt werden können. UnionInvestment erwartet eine Vervierfachung der Gewinne bis Ende 2002, wobei Verluste bislang unrentabler Gesellschaften eingerechnet sind. Das entspricht in etwa den Konsensschätzungen der Analysten. Sind die Prognosen zutreffend, wäre der gesamte Neue Markt derzeit mit einen 2002er Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von gut 50 bewertet. Rechnet man den größten Verlustbringer T-Online heraus, beträgt das Verhältnis 42.
Das ist angesichts des durchschnittlichen Wachstumstempos auf dem Neuen Markt ein recht verträglicher Wert. Allerdings wird das in den kommenden Wochen keine Rolle spielen. Denn selbst die Musterschüler des Segments, die ihre Prognosen regelmäßig erfüllten und sich bislang relativ stabil entwickelten, geraten nun unter Druck. Titel wie Quiagen und Aixtron notieren noch weit über ihren Jahresschlussständen. In der Panik dürfte gerade dieser Umstand zu Kursverlusten führen.
Abgesehen von solchen Ausnahmen, ermöglicht die scheinbar kopflose Flucht aber eine Rückkehr zur Vernunft. Wünschenswert ist, dass dieser Zustand einige Wochen länger anhalten wird, als im vergangenen Herbst. Damals folgte unmittelbar auf tiefe Depression der Beginn des bislang rasantesten Kursanstiegs. Die Maßlosigkeit während der Hausse war die Saat für die Baisse. Sie lehrt, dass sich vernünftige Bewertungsniveaus früher oder später trotz aller Euphorie durchsetzen, auch wenn es dafür manchmal einer Panik bedarf.