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CONSORS WEEKLY NEWSLETTER Nr. 2001/01
Der kostenlose, wöchentliche Newsletter der
Consors Discount-Broker AG Freitag, 05. Januar 2001
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THEMEN DIESER AUSGABE:
1. CONSORS INTERN
2. MARKTANALYSE DEUTSCHER MARKT
3. GEWINNER UND VERLIERER DER WOCHE
4. CONSORS FAVORITEN
5. MUSTERDEPOT
6. NEUER MARKT REPORT
7. NICE*LETTER-EMPFEHLUNG
8. EMPFEHLUNGEN INLAND
9. EMPFEHLUNGEN AUSLAND
10. DISCLAIMER
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1. CONSORS INTERN
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2. MARKTANALYSE
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Aktienmärkte, 2. Woche vom 8. bis zum 12. Januar 2001
"Same procedure as last year..."; das Gewinnwarnungsgespenst hat die
Aktienmärkte über den Jahreswechsel hinweg begleitet und wird weiter-
hin in der Köpfen der Anleger "spuken". Nach der EM.TV-Aktie fiel
gleich am ersten Börsentag 2001 mit Intershop Communications ein wei-
teres Aushängeschild des Neuen Marktes in den Abgrund. Gewinnwarnungen
und US-Leitzinssenkungen - dramatischer kann wohl kaum ein Börsenjahr
starten!? Endlich gab die US-Notenbank stützende Signale in Form einer
Leitzinssenkung und (doppelten) Diskontsatzsenkung, auf die die Akti-
enmärkte zuvor hoffnungsvoll warteten, damit die US-Konjunktur nicht
zu stark abkühlt. Doch die positive Wirkung der Maßnahmen auf die
Börse verpuffte leider recht schnell. Ähnliches galt auch hinsichtlich
der Wirkung der positiv interpretierten US-Arbeitsmarktdaten am
Freitag. Hauptsächlich waren Shorteindeckungen zu beobachten, und jede
kurzfristige Kursrally verlockte zu Gewinnmitnahmen. In den hinter uns
liegenden zwei Wochen waren jahreswechselbedingt die Umsätze insgesamt
betrachtet sehr niedrig. Die Marktentwicklung ist infolge mangelnder
"echter" Aktivitäten deshalb kaum repräsentativ für eine Trendaussage
verwendbar. Jeder Erholungsansatz bot den Aktienmarktindices lediglich
eine kurze Verschnaufpause vor dem neuerlichen Abtauchen.
(Alle nachfolgenden Indexstände beziehen sich auf den 5. Januar 2001
um 19:15 Uhr MEZ).
Der Deutsche Aktienindex Dax 30 notierte zuletzt mit 6382 Punkten, und
damit um 2,1 % über dem Stand vom 22.12. (Tag unseres letzten Aktien-
marktkommentars in 2000!). Innerhalb dieses Zwei-Wochen-Zeitraums
wurden die Verlaufsextremwerte bei 6556 und 6172 markiert. Mit dem
Jahresschlußstand bei 6433 Punkten errechnet sich eine Jahres-
performance von minus 7,5 %.
1. Neuer Markt Deutschland
Die erste Börsenwoche im neuen Jahr 2001 hatten sich die Anleger nach
dem schlechten Börsenjahr 2000 vermutlich anders vorgestellt. Bereits
am ersten Handelstag im neuen Jahr schlug die Meldung einer Umsatz-
und Gewinnwarnung von Intershop ein wie eine Bombe. Auftragsverschie-
bungen machte das Jenaer Unternehmen für die angekündigten Verluste
verantwortlich. Vor allem in Amerika besteht ein Vertriebsproblem,
über dessen Ausmaß selbst der Vorstand zu "diesem" Zeitpunkt "angeb-
lich" überrascht war. Die Marktteilnehmer verliehen ihrer Enttäu-
schung, daß eine weitere "Perle" am Neuen Markt die Erwartungen nicht
erfüllen konnte, mit einem Kurseinbruch von in der Spitze 72 % Aus-
druck. Der Nemax 50, der am vergangenen Mittwoch bereits intraday mit
13,5 % im Minus lag, wurde durch die Zinssenkung der amerikanischen
Notenbank aus der Versenkung gerissen und schloß dadurch mit einem
Tagesplus von 4,7 %. Im Gleichschritt mit der Nasdaq verflog jedoch
die Euphorie sehr schnell, so daß es anschließend wieder abwärts ging.
Die Wochenperformances lagen zuletzt beim Nemax 50 mit minus 17,8 %
und beim Nemax All Share mit minus 12,8 % deutlich im roten Bereich.
Beachtlich ist die enorme Schwankungsbreite in der verkürzten ersten
Handelswoche 2001 von über 30 % beim Nemax 50. Dies zeigt anschaulich
die anhaltende Verunsicherung der Börsianer. Im vergangenen Jahr
wurden immer wieder Hoffnungen zuerst auf eine Sommer-, dann eine
Herbst- und zuletzt auf eine Winterrally gepflegt. Wie geht es in 2001
weiter? Historisch betrachtet gab es in den Anfangsmonaten meist gute
Börsenzeiten. Neuerliche Hoffnungen ruhen daher darauf, daß auch der
Jahresanfang 2001 die Baisse besiegen kann. Als Gründe werden die hohe
Liquidität, das Ende von steuerlich motivierten Verkäufen und bilanz-
kosmetischen Handelstätigkeiten der institutionellen Anleger genannt.
Doch der Schock aus der "Leidenszeit" der hinter uns liegenden Monate
sitzt tief, das Vertrauen in den Neuen Markt ist stark angeschlagen.
Viele Anleger haben leidvoll erfahren, was "erhöhtes Risiko bei Wachs-
tumsunternehmen" bedeutet. Durch überdurchschnittlichen und scheinbar
"sichere" Gewinne in den letzten Jahre haben Investoren zunehmend
Aktien, vor allem am Neuen Markt, erworben und sind bis ins Frühjahr
2000 hinein gut damit gefahren. Eine Abwärtsbewegung wie im vergange-
nen Jahr hatte es in der kurzen Geschichte des Neuen Marktes bislang
noch nie gegeben, weshalb Anleger zu Anfang in den fallenden Kursen
günstige Kaufgelegenheiten ausmachten. Die Ernüchterung setzte langsam
aber unbarmherzig ein. Viele Anleger sitzen auf "Buchverlust-Bergen"
und hoffen, daß sie irgendwann ihr Geld wiedersehen werden. Kann diese
Stimmung und Enttäuschung der Grundstein für die nächste Hausse sein?
Dies erscheint uns auch vor dem Hintergrund einer sich verlangsamenden
US-Konjunktur sehr fraglich. Die Markttechnik bleibt weiter negativ.
Der Abwärtstrendkanal verläuft beim Nemax All Share derzeit zwischen
2910 und 1890 Punkte. Als Unterstützung dient das unbestätigte
Verlaufstief vom Mittwoch bei 2237. Widerstand auf dem Weg nach oben
bieten die Marken um die 2620 und 2810. Die technischen Indikatoren
interpretieren wir negativ.
Bei den Sektoren trugen die größten Verluste die Bereiche Internet
(-17,75 %) und Industrie (-16,84 %) davon. Am besten hielten sich noch
die Aktien der Medizintechnikbranche (1,34 %) und die IT-Dienstleister
(-7,05 %).
Die Umsätze waren zuletzt nicht repräsentativ. Bis eine von ansteigen-
den Handelsvolumina begleitete Markttendenz erkennbar wird, raten wir,
Käufe, auch auf zeitweise stark ermäßigtem Niveau, weiterhin zurück-
zustellen. Derzeit scheint es so, wie die Bild-Zeitung in der letzten
Woche titelte "Sparbuch schlägt Aktien" - aber die Aktien schlagen mit
Sicherheit irgendwann zurück!
2. Europäischer Aktienmarkt
Der europäische DJ STOXX 50 Index notierte zuletzt bei 4503 Punkten
mit einer behaupteten Zweiwochenperformance von plus 0,9 %. Die Ver-
laufsextremwerte lagen in dieser Zeit bei 4594 und 4404. Mit dem Jah-
resschlußstand bei 4557 Punkten errechnet sich eine Jahresperformance
von minus 3,9 %. Der seit Ende Oktober 2000 intakte Abwärtstrendkanal
zwischen 4615 und 4430 bleibt intakt. Gleichzeitig rückt ein "alter"
Aufwärtstrend vom Dezember 1998 bei aktuell 4390 gefährlich nahe. Das
mögliche Erholungspotential begrenzen der Abwärtstrend von Anfang Sep-
tember 2000 bei zuletzt 4710 sowie eine gebrochene Unterstützungszone
im Bereich 4560/4600. Als Supportzone bewährt hat sich bislang der
Bereich zwischen 4460 und 4350. Dadurch ist eine Seitwärtsbewegung im
Korridor zwischen 4820 und 4460 immer noch möglich. Andernfalls
besteht die nächste kleinere Unterstützung bei 4240, einen massiver
Support sähen wir erst wieder um 3800. Einige Marktindikatoren sind in
negativen Extrembereichen und könnten kurzfristig nach oben drehen.
3. US-Aktienmarkt
Der Dow Jones industrial average zeigte seit 22. Dezember 2000 eine
magere Performance von plus 0,8 % auf zuletzt 10716 Punkte. Die Ver-
laufsextremwerte lagen bei 11028 und 10581. Mit dem Jahresschlußstand
bei 10786 Punkten errechnet sich eine Jahresperformance von minus
6,2 %.
"Uncle Sam" (alias Fed-Chef Alan Greenspan) hat mit der vom Zeitpunkt
her völlig überraschenden Leitzinssenkung die Aktienmärkte aus der
Lethargie - wenn auch nur kurz - wachgerüttelt und damit das "Versäum-
nis" vom Dezember nachgeholt. Der zuvor veröffentlichte extrem schwa-
che Einkaufsmanagerindex ließ bereits eine solche Maßnahme vermuten.
Die zuletzt gemeldeten US-Arbeitsmarktdaten wurden als sehr positiv
interpreiert. Die Arbeitslosenraten im Dezember war mit 4 % unver-
ändert zum Vormonat und damit unter den Erwartungen. Die Hoffnungen
auf ein Soft landig flackern wieder auf. Die Sorge der US-Notenbank
hinsichtlich der nachlassenden Wirtschaftsdynamik hat sich also in der
Leitzinssenkung "materialisiert". Die seit Juni 1999 gesehenen insge-
samt sechs Leitzinsanhebungen hatten als klares Ziel, die zuvor heiß
gelaufene Konjunkturentwicklung moderat abzukühlen (soft landing). Er-
fahrungsgemäß wirken solche Maßnahmen erst mit einer Zeitverschiebung
von sechs bis neun Monaten. Gleiches gilt natürlich nun auch für die
Anhebung der Leitzinsen. Was kann die Wirkungskette "Abschwächung
Konjunkturdynamik - Gewinnschwund - Kurseinbrüche - Konsumverzicht -
Credit Crunch" brechen? Wir meinen, einzig und allein Vertrauen, denn
sonst hilft es auch nichts, daß einzelne Titel bereits in die
Unterbewertung eintauchen. Bislang sehen wir lediglich Anzeichen einer
abgeschwächten konjunkturellen Dynamik und einer "Erwartungshaltungs-
Rezession". Schließlich sind ein "hard landing" und eine Rezession
immer noch zwei verschiedene paar Stiefel. Dem gegenüber bestehen auch
Chancen auf die von der Aktienbörse bevorzugten "Idealkombination" aus
solidem Wirtschaftswachstum, geringer Inflation und sinkenden Zinsen.
Ein "soft landig" wird wieder wahrscheinlicher. In US-Marktkreisen
erwartet man in 2001 für die im S&P-Index vertretenen Aktiengesell-
schaften nur noch ein Ertragswachstum von durchschnittlich 10 %.
Technisch betrachtet hält sich der Dow Jones weiterhin innerhalb der
im April 1999 begonnenen breiten Konsolidierung zwischen 10300 und
11300 auf. Darin kämpft er derzeit mit einem seit 1995 bestehenden
Aufwärtstrend bei aktuell bei 10780. Der Abwärtstrend von Anfang
September (10650) wurde nach oben verlassen. Die flache 200-Tage-Linie
bei 10730 dominiert als wichtige Orientierungsmarke, und die Wider-
standszone zwischen 10730 und 10900 zeigt sich massiv. Gut bewährte
sich die Unterstützungszone zwischen 10500 und 10300. Die Diskussionen
umd die "Erwartungs-Rezession" könnten dazu beitragen, den Dow Jones
unter den nächsten sinnvollen Supportbereich zwischen 10010 und 9790
zu drücken. Nächste Station wären dann bei ca. 7500 Punkten. Einige
Marktindikatoren geben kurzfristig neutrale bis negative Signale.
4. Nasdaq
Das neue Börsenjahr fing so an, wie das alte aufhörte. Zu kräftigen
Kurseinbußen kam es zum Börsenstart im neuen Jahr. Vor allem Zurück-
stufungen seitens der Analysten brachten die Technologietitel an der
Nasdaq unter Druck. Der NAPM Einkaufsmanagerindex fiel schlechter als
erwartet aus und notierte auf dem niedrigsten Stand seit April 1991,
nachdem er bereits vier Monate in Folge gefallen war. Dies wurde als
weiteres Zeichen einer sich abschwächenden US-Konjunktur gewertet. Die
völlig überraschende Zinssenkung der amerikanischen Notenbank am
vergangenen Mittwoch ließ die Nasdaq förmlich explodieren. Der Index
verbuchte seinen größten Tagesgewinn seit der Gründung im Jahre 1971.
Durch den Zinsschritt schloß die amerikanische Wachstumsbörse um
sagenhafte 14,2 % über dem Vortagesschluß. Leider verpuffte diese
Euphorie schnell wieder und das alt gewohnte Bild der nachgebenden
Börsenkurse stellte sich wieder ein. Die Wachstumsbörse bleibt nervös.
Die Schwankungsbreite im Nasdaq betrug in der abgelaufenen Börsenwoche
17,5 %. Per Saldo hatte sich aber nicht viel getan. Die Wochenperfor-
mance lag zuletzt bei minus 0,9 %. Der weiterhin intakte Abwärtstrend
verläuft zur Zeit zwischen 2685 und 2030, wobei sich die Nasdaq
momentan eher vom oberen Ende in Richtung Süden bewegt. Auf dem Weg
liegen vor uns Unterstützungen um die 2400 und 2250 Punkte. Vor allem
die untere Marke sollte dem Markt zunächst Halt bieten, da diese in
den letzten Wochen bereits mehrfach angetestet wurde.
Auch für die vor uns liegenden Wochen sehen wir keine steigenden Kurse
an der Nasdaq. Ganz im Gegenteil: zeigt doch der Zinsschritt der Fed,
der zwischen den planmäßigen Sitzungen vorgenommen wurde, wie ernst
die Konjunkturlage in den USA ist. Eine sich verlangsamende Wirtschaft
ist nicht der Nährboden für Kurssteigerungen der Wachstumsaktien. Die
Ge-winnwarnungen werden anhalten. Die nachlassende Konsumneigung der
Amerikaner vermindert den Absatz der Unterneh-men und führt zu
Verringerungen oder Verschiebungen von Investitionen. Die geplanten
Wachstumsraten für Umsatz und Er-trag dürften nicht erreicht werden.
Da diese Planzahlen aber in den Kursen eingepreist waren, kommt es mit
jeder weiteren Gewinnrevision zu Kursverlusten. Bis erkennbar ist, wie
stark die Verlangsamung der US-Konjunktur tatsächlich ist und wie sich
diese auf die einzelnen Branchen auswirken wird, raten wir weiterhin,
von Käufen abzusehen. Als Orientierung für einen Stimmungsumschwung
dient uns der Bruch des oben geannten Abwärtstrendkanals.
5. Japanischer Aktienmarkt
Bei Nikkei 225 Index errechnet sich mit dem Jahresschlußstand von
13785 Punkten eine tiefrote Jahresperformance von minus 27,2 %, die
schlechteste Wertentwicklung seit zehn Jahren (1990 lag das Minus bei
38,7 %). Mit dem aktuellen Wochenschluß bei 13867 Punkten errechnet
sich seit dem 22.12. (Tag unseres letzten Aktienmarktkommentars in
2000!) allerdings zumindest eine positive Wertentwicklung von 3,3 %.
Innerhalb dieses Zwei-Wochen-Zeitraums wurden die Verlaufsextremwerte
bei 14019 und 13597 markiert. Das neue Jahr 2001 begann schwach mit
wachsendem Pessimismus und anhaltendem Vertrauensverlust. Es gibt
wenig erfreuliche volkswirtschaftliche Nachrichten: Ein unerwartet
starker Rückgang der japanischen Industrieproduktion und steigende Ar-
beitslosenquoten dämpfen die Hoffnungen auf einen Aufschwung in Japan.
Zweifel über eine nachhaltig positive Wirkung der US-Leitzinssenkung
haben die Erholungsbemühungen ausgebremst. Getragen wurde die zuletzt
ansatzweise festere Tendenz durch führende Technologiewerte und der
neuen Hoffnung auf ein "soft landig" der US-Wirtschaft.
Technisch dient beim Nikkei ein bereits schon einmal gebrochenen
Abwärtstrend vom April 2000 bei derzeit 13660 als Orientierungsmarke,
bevor wir diese Linie demnächst mit einer veränderten Neigung zeichnen
werden. Der seit Juli 2000 Bestand habende Abwärtstrendkanal (16130 -
14160) konnte bislang nicht zurückerobert werden. Die untere
Begrenzung dient als kurzfristiger Widerstand. Dafür pendelte der
Index zuletzt zwischen der Widerstandszone 13800/14600 und der Unter-
stützungszone 13300/12900. Das kurzfristige Erholungspotential sehen
wir im Bereich eines Gaps (Kurslücke) vom 15. Dezember 2000 zwischen
14883 und 14832 begrenzt. Einige Marktindikatoren geben neutrale
Signale. Die Stimmung bleibt eingetrübt.
6. DAX-Technik
Den DAX hat die Rettung, die durch die Zinssenkung der US-Notenbank
auch den deutschen Aktienmarkt ereilte, in letzter Minute ereilt. Dies
war auch dringend notwendig. Wie wir bereits früher ausführten, erwar-
ten wir, daß sich der DAX zwischen 6200 und 7400 bewegen wird. Auf der
unteren Marke kam zuletzt tatsächlich die Abwärtsbewegung zu stehen.
Diese wird damit für uns zu einer zweiten "Schicksalsmarke". Im Be-
reich um 6200 wirken ein seit Januar 1999 bestehender Aufwärtstrendka-
nal sowie eine Unterstützung, die vom Sommer-Hoch 1998 markiert wird.
Noch kann keine Entwarnung gegeben werden, da sich der DAX weiter in
einem Abwärtstrendkanal seit März 2000 zwischen 6910 und 6180 befin-
det. Darin verläuft ein seit Anfang November intakter Abwärtstrend bei
aktuell 6540, der als Widerstand das kurzfristige Erholungspotential
begrenzt. Auf der anderen Seite bleibt aber auch der "alte" Aufwärts-
trendkanal vom Januar 1999 zwischen 6110 und 6830 intakt. Welcher der
beiden genannten Trendkanäle die Oberhand gewinnt, wird sich bald
entscheiden. Eine Erholungsbewegung könnte bis an unsere "alte Schick-
salsmarke" bei 6780 führen. Bei einer Fortsetzung der Abwärtsbewegung
sehen wir Potential bis 5600 DAX-Punkte. Aus technischer Sicht sollte
infolge der Unsicherheit über den weiten Weg das "Pulver" noch trocken
gehalten werden.
Die Volatilität (Schwankungsintensität) ist, bedingt durch den
dramatischen Jahresbeginn, zuletzt wieder deutlich angestiegen. Die
Stimmung, gemessen an der Put/Call-Ratio der Aktienoptionen auf
geglätteter Ein-Wochen-Basis, ist als neutral zu werten, aufgrund der
insgesamt ausgedünnten Geschäftstätigkeit "zwischen den Jahren"
allerdings wenig aussagekräftig. Andere Marktindikatoren geben
neutrale bis positive Signale.
7. Rentenmarkt und Euro
Der Wechselkurs des Euro gegenüber dem US-Dollar kletterte über das
Jahresende hinweg weiter und überschritt den von uns genannten Zielbe-
reich um 0,95 $-Cent. Damit profitiert die europäische Gemeinschafts-
währung weiterhin von der US-Dollar-Schwäche im Zuge der Diskussionen
hinsichtlich US-Rezessionsgefahren. Die makroökonomischen Perspekti-
ven, die schon im Laufe des Jahres 2000 für eine Höherbewertung des
Euro sprachen, setzen sich durch, mit in der Folge kräftigen Devisen-
marktreaktionen.
Die US-Notenbank (Fed) hat die erst Ende Januar erwartete Leitzinssen-
kung überraschend vorgezogen und damit den Beginn einer Zinswende ein-
geläutet. Die Zielrate für Tagesgeld wurde um 50 Basispunkte auf 6 %
gesenkt, der Diskontsatz in zwei Schritten hintereinander um jeweils
25 Basispunkte auf 5,5 %. Ist in den USA rezessive Gefahr in Verzug
und waren die zuvor insgesamt sechs Leitzinsanhebnungen des Guten
zuviel? Zumindest sehen die Fed-Lenker weiterhin die wirtschaftlichen
Abschwächungsrisiken überwiegen und signalisieren weitere Zins-
senkungsbereitschaft.
Erwartungsgemäß hat die Europäische Zentralbank (EZB) auf ihrer ersten
Sitzung im neuen Jahr keine Leitzinsbeschlüsse gefaßt. Die EZB sieht
abnehmende Preisstabilitätsrisiken, vor allem durch rückläufige
Rohölpreise, Euroerholung sowie abnehmende Konjunkturwachstums- und
Zinsdifferenzen zwischen Euroland und den USA. Dieses Umfeld will man
vorrangig stabilisieren. Die Leitzinserhöhungen in 2000 zeigten die
gewünschte Wirkung. Eine zinspolitische Wende will die EZB jedoch
bislang nicht signalisieren. In diesem Zusammenhang interpretiert die
EZB den größten Erfolg der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion
durch die Erhaltung der Preisstabilität in Euroland. Leider sei es
jedoch nicht gelungen, der Bevölkerung zu vermitteln, daß der Euro als
Währung nicht erst noch komme (Bargeldeinführung ab Januar 2002),
sondern schon längst vorhanden ist (Gemeinschaftswährung seit Januar
1999). Wir meinen, eine künftig besser koordinierte öffentliche
Kommunikation aus der EZB-Führungsetage wäre dabei ein wichtiger
Beitrag. Dies gilt aber nicht nur hinsichtlich der Euroentwicklung,
sondern auch bei weiteren geldpolitischen Aussagen.
Eine leichte Abkühlung der Wirtschaftsentwicklung in Westdeutschland
signalisierte der Handelsblatt-Frühindikator. Für Ostdeutschland sieht
man dagegen eine leichte Erholung. Insgesamt dürfte Euroland
konjunkturell auf moderatem Expansionskurs bleiben, bei gleichzeitig
reduziertem Inflationsdruck.
Der Rentenmarkt bleibt auf der "Sonnenseite" infolge der anhaltenden
Aktienbaisse. Die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen bewegt sich
deutlich unter der 5-%-Marke. Zuletzt konzentrierten sich die Gewinne
bei den Anleihenkursen im Hinblick auf die US-Leitzinssenkung
insbesondere auf das kurze Laufzeitende. Bei langen Laufzeiten gab es
Gewinnmitnahmen nur im Zuge kurzzeitiger Aktienmarkterholungen. Die
Zinsstrukturkurve wird in 2001 am kurzen Ende wieder steiler werden.
Wir erwarten, daß weiteres Zinssenkungspotential für den Rentenmarkt
besteht, sich durch die Leitzinswende in den USA allerdings
verringert. Solange es am Aktienmarkt nicht zu einer klaren Trendwende
kommt, sind die Chancen auf anhaltend niedrige Renditen gut. Wir
empfehlen für Investoren am deutschen Rentenmarkt unverändert den
mittel- bis langfristigen Laufzeitenbereich.
8. Fazit - Ausblick - Empfehlung
Der Aktienmarkt ist dieses Jahr - wörtlich genommen - mit einem kräf-
tigen Rutsch ins Neue Jahr gegangen. Kurzfristige Kursgewinne und das
Erreichen persönlicher Break-even-Marken verleiten in diesen Zeiten
immer wieder zu Glattstellungen. Die noch vor einem Jahr gesehene bei-
spiellose Begeisterung für den TMT-Sektor (Technologie-Medien-Telekom-
munikation) hat zwischenzeitlich praktisch um 180 Grad gedreht. Statt
der damals in Mode gewesenen Trendfolge achtet man nun fast schon
penibel auf fundamentale Faktoren. Die reihenweise korrigierten Unter-
nehmensgewinne zeigen für 2001 ein, wenn überhaupt, deutlich lang-
sameres Wachstum, als noch zu Anfang 2000 prognositiziert wurde. Vom
herdentriebartigem Optimismus geblendet, glaubten damals viele Anleger
und Analysten zu unkritisch den Wachstumsstories der New Economy. Die
dadurch nach oben gehebelten Überbewertungen wurden und werden nunmehr
gandenlos nach unten geprügelt. Speziell am Neuen Markt findet man nur
noch wenige Aktienwerte, die die Investoren bislang noch nicht
enttäuscht haben. Durch die Vertrauenskrise ist der Bewegungsspielraum
für Kurserholungen derzeit relativ begrenzt. Andererseits besteht aber
viel Fallhöhe, wenn Gewinnwarnungen veröffentlicht werden. Vor
weiteren Meldungen über Erosion bei Umsätzen und Erträgen werden wir
in 2001 nicht verschont bleiben. Insbesondere die bevorstehende
Quartals-/Jahresberichtssaison wird mit Spannung erwartet.
Von der tief sitzenden Verunsicherung gegenüber den Werten der New
Economy sollten insbesondere Old-Economy-Titel in Form von
Umschichtungen profitieren können. Aber auch einzelne Qualitätsaktien
der Wachstumsbörse Neuer Markt verdienen hier unter langfristigen
Aspekten Beachtung. In Marktkreisen werden für sämtliche der im STOXX
vertretenen Branchen in 2001 jeweils zweistellige Gewinnwachstums-
chancen erwartet (Ausnahme: Energie wird einstellig bleiben).
Die Stimmung auf dem Börsenparkett bleibt angeschlagen, auch wenn so
manche positiven Aspekte zunehmend sichtbar werden, wie zum Beispiel
die vorhandenen Perspektiven einer Zinswende dies- und jenseits des
Atlantiks, die durch die Lockerung der US-Zinspolitik eingeläutet wur-
de. Dies und eine US-Konjunkturabschwächung werden auf Sicht auch die
EZB nicht "kalt" lassen. Vorhandene Liquidität wartet auf Kaufsignale
und Anlagen in fundamental qualitative Aktientitel. Die traditionell
übliche Anlagebereitschaft zum Jahresanfang wird zunächst aufgescho-
ben. Die übertriebenen Aktienkurse vom Frühjahr sind endgültig Vergan-
genheit, vor allem an den Wachstumsmärkten Neuer Markt und Nasdaq, die
Notierungen nähern sich den fundamentalen Gewinnerwartungen an. Auch
die steuerliche Reformfreude bringt positive Einkommens-/Privat-
verbrauchsseffekte. Insgesamt betrachtet also durchaus robuste
fundamentale Rahmenbedingungen für Aktienanlagen.
Zu Beginn des neuen Jahres steht der DAX vor der Entscheidung einer
Fortsetzung der Talfahrt oder der Hoffnung auf eine tragende Bodenbil-
dung. Wenn die 6200-Marke auf Schlußkursbasis nachhaltig unterschrit-
ten wird, werden wir schnell die Fünf an der Tausenderstelle des Index
sehen. Alle im Rahmen dieser Publikation besprochenen Indices stehen
wieder mal "auf Messers Schneide", also nahe an technisch wichtigen
Unterstützungsmarken und "alten" Aufwärtstrends. Ein entscheidender
Risikofaktor für die international wichtigen Aktienmärkte bleibt die
weitere Entwicklung in den USA, insbesondere hinsichtlich der noch
nicht gebannten Sorgen um ein "hard landing" der Wirtschaft bzw. einer
Rezession. Die anhaltend hohe Volatilität deutet auf die unverändert
starke Nervosität der Marktteilnehmer.
In der vor uns liegenden Handelswoche werden institutionelle Inves-
toren, insbesondere Fondsmanager, wieder voll in die Marktentwicklung
einsteigen. Nach einem damit verbundenen steigenden Handelsvolumen
wird eine Erholung möglich sein. Für eine Jahresanfangsrallye fehlt
allerdings der "Mumm in den Knochen". Es gehört auch weiterhin viel
Mut dazu, in dieser Situation vorhandene Bestände durchzuhalten oder
neu zu investieren - übrigens ebenso, wie noch im Frühjahr Courage
dazu gehörte, in den anscheinend nicht enden wollenden Kaufrausch
Verkaufsorders zu plazieren.
Aus dem regenverhangenen Nürnberg senden wir Ihnen alle guten Wünsche
für das neue Jahr 2001, damit so viele Ihrer Vorsätze wie möglich in
Erfüllung gehen mögen und für Sie nicht der Spruch zutrifft: "Der Weg
zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert".
Ihr SchmidtBank-Researchteam aus Nürnberg
Quelle: SchmidtBank Research
Verfasser: Alois Bauer, Thomas Brodehl, Mike Otto
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3. GEWINNER UND VERLIERER DER WOCHE
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Die Gewinner und Verlierer der Börsenwoche
vom 29.12.2000 bis 05.01.2001 [16:24 Uhr]
Wochen-Hits 29.12.00 05.01.01 %
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Computec Media 6,95 12,40 +78,42
Infor 4,15 7,30 +75,90
Digital Advertising 5,50 9,20 +67,27
Herlitz ST 6,30 10,30 +63,49
Burgbad VZ 3,19 4,90 +53,61
Gigabell 1,32 1,86 +40,91
Bonifatius Hospital 3,00 4,15 +38,33
update.com 1,51 2,07 +37,09
MorphoSys 125,00 170,20 +36,16
Utimaco Safeware 3,50 4,75 +35,71
Wochen-Flops 29.12.00 05.01.01 %
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Intershop Communications 33,50 8,15 -75,67
letsbuyit.com 1,29 0,39 -69,77
Herzog Telecom 3,80 2,10 -44,74
I-D Media 7,80 4,35 -44,23
Media Netcom 20,90 12,00 -42,58
Pixelpark 36,40 21,00 -42,31
Brokat Infosystems 20,20 11,70 -42,08
ce Consumer Electronic 17,50 10,20 -41,71
Blue-C 3,95 2,40 -39,24
IVU Traffic 7,45 4,60 -38,26
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4. CONSORS FAVORITEN
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Die meistgehandelten Werte bei Consors (29.12.2000 - 04.01.2001)
1. INTERSHOP COMMUNICATIONS AG 622700
2. DEUTSCHE TELEKOM AG 555750
3. SAP AG SYSTEME ANW.PRD.I.D.DV. 716463
4. DAIMLERCHRYSLER AG 710000
5. BROKAT AG 522190
6. BROADVISION INC. 901599
7. COMMERCE ONE INC. DEL. 924107
8. THIEL LOGISTIK AG 931705
9. CONSORS DISCOUNT-BROKER AG 542700
10. NOKIA CORP. 870737
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5. MUSTERDEPOTS
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Platowbriefe
Aktie WKN Stck. Kaufkurs Kurs
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Internationalmedia 548880 1250 40,00 39,50
Condomi 544490 1000 23,50 26,00
Nortel 929925 890 44,50 36,00
Der Aktionär - Bernd Förtsch
Aktie WKN Stck. Kaufkurs Kurs
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Juniper Networks 923889 80 262,00 120,00
Millenium 900625 400 64,00 53,00
Vertex 882807 400 62,50 58,10
Astropower 912953 450 48,00 38,00
CONSORS WEEKLY NEWSLETTER Nr. 2001/01
Der kostenlose, wöchentliche Newsletter der
Consors Discount-Broker AG Freitag, 05. Januar 2001
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THEMEN DIESER AUSGABE:
1. CONSORS INTERN
2. MARKTANALYSE DEUTSCHER MARKT
3. GEWINNER UND VERLIERER DER WOCHE
4. CONSORS FAVORITEN
5. MUSTERDEPOT
6. NEUER MARKT REPORT
7. NICE*LETTER-EMPFEHLUNG
8. EMPFEHLUNGEN INLAND
9. EMPFEHLUNGEN AUSLAND
10. DISCLAIMER
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1. CONSORS INTERN
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2. MARKTANALYSE
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Aktienmärkte, 2. Woche vom 8. bis zum 12. Januar 2001
"Same procedure as last year..."; das Gewinnwarnungsgespenst hat die
Aktienmärkte über den Jahreswechsel hinweg begleitet und wird weiter-
hin in der Köpfen der Anleger "spuken". Nach der EM.TV-Aktie fiel
gleich am ersten Börsentag 2001 mit Intershop Communications ein wei-
teres Aushängeschild des Neuen Marktes in den Abgrund. Gewinnwarnungen
und US-Leitzinssenkungen - dramatischer kann wohl kaum ein Börsenjahr
starten!? Endlich gab die US-Notenbank stützende Signale in Form einer
Leitzinssenkung und (doppelten) Diskontsatzsenkung, auf die die Akti-
enmärkte zuvor hoffnungsvoll warteten, damit die US-Konjunktur nicht
zu stark abkühlt. Doch die positive Wirkung der Maßnahmen auf die
Börse verpuffte leider recht schnell. Ähnliches galt auch hinsichtlich
der Wirkung der positiv interpretierten US-Arbeitsmarktdaten am
Freitag. Hauptsächlich waren Shorteindeckungen zu beobachten, und jede
kurzfristige Kursrally verlockte zu Gewinnmitnahmen. In den hinter uns
liegenden zwei Wochen waren jahreswechselbedingt die Umsätze insgesamt
betrachtet sehr niedrig. Die Marktentwicklung ist infolge mangelnder
"echter" Aktivitäten deshalb kaum repräsentativ für eine Trendaussage
verwendbar. Jeder Erholungsansatz bot den Aktienmarktindices lediglich
eine kurze Verschnaufpause vor dem neuerlichen Abtauchen.
(Alle nachfolgenden Indexstände beziehen sich auf den 5. Januar 2001
um 19:15 Uhr MEZ).
Der Deutsche Aktienindex Dax 30 notierte zuletzt mit 6382 Punkten, und
damit um 2,1 % über dem Stand vom 22.12. (Tag unseres letzten Aktien-
marktkommentars in 2000!). Innerhalb dieses Zwei-Wochen-Zeitraums
wurden die Verlaufsextremwerte bei 6556 und 6172 markiert. Mit dem
Jahresschlußstand bei 6433 Punkten errechnet sich eine Jahres-
performance von minus 7,5 %.
1. Neuer Markt Deutschland
Die erste Börsenwoche im neuen Jahr 2001 hatten sich die Anleger nach
dem schlechten Börsenjahr 2000 vermutlich anders vorgestellt. Bereits
am ersten Handelstag im neuen Jahr schlug die Meldung einer Umsatz-
und Gewinnwarnung von Intershop ein wie eine Bombe. Auftragsverschie-
bungen machte das Jenaer Unternehmen für die angekündigten Verluste
verantwortlich. Vor allem in Amerika besteht ein Vertriebsproblem,
über dessen Ausmaß selbst der Vorstand zu "diesem" Zeitpunkt "angeb-
lich" überrascht war. Die Marktteilnehmer verliehen ihrer Enttäu-
schung, daß eine weitere "Perle" am Neuen Markt die Erwartungen nicht
erfüllen konnte, mit einem Kurseinbruch von in der Spitze 72 % Aus-
druck. Der Nemax 50, der am vergangenen Mittwoch bereits intraday mit
13,5 % im Minus lag, wurde durch die Zinssenkung der amerikanischen
Notenbank aus der Versenkung gerissen und schloß dadurch mit einem
Tagesplus von 4,7 %. Im Gleichschritt mit der Nasdaq verflog jedoch
die Euphorie sehr schnell, so daß es anschließend wieder abwärts ging.
Die Wochenperformances lagen zuletzt beim Nemax 50 mit minus 17,8 %
und beim Nemax All Share mit minus 12,8 % deutlich im roten Bereich.
Beachtlich ist die enorme Schwankungsbreite in der verkürzten ersten
Handelswoche 2001 von über 30 % beim Nemax 50. Dies zeigt anschaulich
die anhaltende Verunsicherung der Börsianer. Im vergangenen Jahr
wurden immer wieder Hoffnungen zuerst auf eine Sommer-, dann eine
Herbst- und zuletzt auf eine Winterrally gepflegt. Wie geht es in 2001
weiter? Historisch betrachtet gab es in den Anfangsmonaten meist gute
Börsenzeiten. Neuerliche Hoffnungen ruhen daher darauf, daß auch der
Jahresanfang 2001 die Baisse besiegen kann. Als Gründe werden die hohe
Liquidität, das Ende von steuerlich motivierten Verkäufen und bilanz-
kosmetischen Handelstätigkeiten der institutionellen Anleger genannt.
Doch der Schock aus der "Leidenszeit" der hinter uns liegenden Monate
sitzt tief, das Vertrauen in den Neuen Markt ist stark angeschlagen.
Viele Anleger haben leidvoll erfahren, was "erhöhtes Risiko bei Wachs-
tumsunternehmen" bedeutet. Durch überdurchschnittlichen und scheinbar
"sichere" Gewinne in den letzten Jahre haben Investoren zunehmend
Aktien, vor allem am Neuen Markt, erworben und sind bis ins Frühjahr
2000 hinein gut damit gefahren. Eine Abwärtsbewegung wie im vergange-
nen Jahr hatte es in der kurzen Geschichte des Neuen Marktes bislang
noch nie gegeben, weshalb Anleger zu Anfang in den fallenden Kursen
günstige Kaufgelegenheiten ausmachten. Die Ernüchterung setzte langsam
aber unbarmherzig ein. Viele Anleger sitzen auf "Buchverlust-Bergen"
und hoffen, daß sie irgendwann ihr Geld wiedersehen werden. Kann diese
Stimmung und Enttäuschung der Grundstein für die nächste Hausse sein?
Dies erscheint uns auch vor dem Hintergrund einer sich verlangsamenden
US-Konjunktur sehr fraglich. Die Markttechnik bleibt weiter negativ.
Der Abwärtstrendkanal verläuft beim Nemax All Share derzeit zwischen
2910 und 1890 Punkte. Als Unterstützung dient das unbestätigte
Verlaufstief vom Mittwoch bei 2237. Widerstand auf dem Weg nach oben
bieten die Marken um die 2620 und 2810. Die technischen Indikatoren
interpretieren wir negativ.
Bei den Sektoren trugen die größten Verluste die Bereiche Internet
(-17,75 %) und Industrie (-16,84 %) davon. Am besten hielten sich noch
die Aktien der Medizintechnikbranche (1,34 %) und die IT-Dienstleister
(-7,05 %).
Die Umsätze waren zuletzt nicht repräsentativ. Bis eine von ansteigen-
den Handelsvolumina begleitete Markttendenz erkennbar wird, raten wir,
Käufe, auch auf zeitweise stark ermäßigtem Niveau, weiterhin zurück-
zustellen. Derzeit scheint es so, wie die Bild-Zeitung in der letzten
Woche titelte "Sparbuch schlägt Aktien" - aber die Aktien schlagen mit
Sicherheit irgendwann zurück!
2. Europäischer Aktienmarkt
Der europäische DJ STOXX 50 Index notierte zuletzt bei 4503 Punkten
mit einer behaupteten Zweiwochenperformance von plus 0,9 %. Die Ver-
laufsextremwerte lagen in dieser Zeit bei 4594 und 4404. Mit dem Jah-
resschlußstand bei 4557 Punkten errechnet sich eine Jahresperformance
von minus 3,9 %. Der seit Ende Oktober 2000 intakte Abwärtstrendkanal
zwischen 4615 und 4430 bleibt intakt. Gleichzeitig rückt ein "alter"
Aufwärtstrend vom Dezember 1998 bei aktuell 4390 gefährlich nahe. Das
mögliche Erholungspotential begrenzen der Abwärtstrend von Anfang Sep-
tember 2000 bei zuletzt 4710 sowie eine gebrochene Unterstützungszone
im Bereich 4560/4600. Als Supportzone bewährt hat sich bislang der
Bereich zwischen 4460 und 4350. Dadurch ist eine Seitwärtsbewegung im
Korridor zwischen 4820 und 4460 immer noch möglich. Andernfalls
besteht die nächste kleinere Unterstützung bei 4240, einen massiver
Support sähen wir erst wieder um 3800. Einige Marktindikatoren sind in
negativen Extrembereichen und könnten kurzfristig nach oben drehen.
3. US-Aktienmarkt
Der Dow Jones industrial average zeigte seit 22. Dezember 2000 eine
magere Performance von plus 0,8 % auf zuletzt 10716 Punkte. Die Ver-
laufsextremwerte lagen bei 11028 und 10581. Mit dem Jahresschlußstand
bei 10786 Punkten errechnet sich eine Jahresperformance von minus
6,2 %.
"Uncle Sam" (alias Fed-Chef Alan Greenspan) hat mit der vom Zeitpunkt
her völlig überraschenden Leitzinssenkung die Aktienmärkte aus der
Lethargie - wenn auch nur kurz - wachgerüttelt und damit das "Versäum-
nis" vom Dezember nachgeholt. Der zuvor veröffentlichte extrem schwa-
che Einkaufsmanagerindex ließ bereits eine solche Maßnahme vermuten.
Die zuletzt gemeldeten US-Arbeitsmarktdaten wurden als sehr positiv
interpreiert. Die Arbeitslosenraten im Dezember war mit 4 % unver-
ändert zum Vormonat und damit unter den Erwartungen. Die Hoffnungen
auf ein Soft landig flackern wieder auf. Die Sorge der US-Notenbank
hinsichtlich der nachlassenden Wirtschaftsdynamik hat sich also in der
Leitzinssenkung "materialisiert". Die seit Juni 1999 gesehenen insge-
samt sechs Leitzinsanhebungen hatten als klares Ziel, die zuvor heiß
gelaufene Konjunkturentwicklung moderat abzukühlen (soft landing). Er-
fahrungsgemäß wirken solche Maßnahmen erst mit einer Zeitverschiebung
von sechs bis neun Monaten. Gleiches gilt natürlich nun auch für die
Anhebung der Leitzinsen. Was kann die Wirkungskette "Abschwächung
Konjunkturdynamik - Gewinnschwund - Kurseinbrüche - Konsumverzicht -
Credit Crunch" brechen? Wir meinen, einzig und allein Vertrauen, denn
sonst hilft es auch nichts, daß einzelne Titel bereits in die
Unterbewertung eintauchen. Bislang sehen wir lediglich Anzeichen einer
abgeschwächten konjunkturellen Dynamik und einer "Erwartungshaltungs-
Rezession". Schließlich sind ein "hard landing" und eine Rezession
immer noch zwei verschiedene paar Stiefel. Dem gegenüber bestehen auch
Chancen auf die von der Aktienbörse bevorzugten "Idealkombination" aus
solidem Wirtschaftswachstum, geringer Inflation und sinkenden Zinsen.
Ein "soft landig" wird wieder wahrscheinlicher. In US-Marktkreisen
erwartet man in 2001 für die im S&P-Index vertretenen Aktiengesell-
schaften nur noch ein Ertragswachstum von durchschnittlich 10 %.
Technisch betrachtet hält sich der Dow Jones weiterhin innerhalb der
im April 1999 begonnenen breiten Konsolidierung zwischen 10300 und
11300 auf. Darin kämpft er derzeit mit einem seit 1995 bestehenden
Aufwärtstrend bei aktuell bei 10780. Der Abwärtstrend von Anfang
September (10650) wurde nach oben verlassen. Die flache 200-Tage-Linie
bei 10730 dominiert als wichtige Orientierungsmarke, und die Wider-
standszone zwischen 10730 und 10900 zeigt sich massiv. Gut bewährte
sich die Unterstützungszone zwischen 10500 und 10300. Die Diskussionen
umd die "Erwartungs-Rezession" könnten dazu beitragen, den Dow Jones
unter den nächsten sinnvollen Supportbereich zwischen 10010 und 9790
zu drücken. Nächste Station wären dann bei ca. 7500 Punkten. Einige
Marktindikatoren geben kurzfristig neutrale bis negative Signale.
4. Nasdaq
Das neue Börsenjahr fing so an, wie das alte aufhörte. Zu kräftigen
Kurseinbußen kam es zum Börsenstart im neuen Jahr. Vor allem Zurück-
stufungen seitens der Analysten brachten die Technologietitel an der
Nasdaq unter Druck. Der NAPM Einkaufsmanagerindex fiel schlechter als
erwartet aus und notierte auf dem niedrigsten Stand seit April 1991,
nachdem er bereits vier Monate in Folge gefallen war. Dies wurde als
weiteres Zeichen einer sich abschwächenden US-Konjunktur gewertet. Die
völlig überraschende Zinssenkung der amerikanischen Notenbank am
vergangenen Mittwoch ließ die Nasdaq förmlich explodieren. Der Index
verbuchte seinen größten Tagesgewinn seit der Gründung im Jahre 1971.
Durch den Zinsschritt schloß die amerikanische Wachstumsbörse um
sagenhafte 14,2 % über dem Vortagesschluß. Leider verpuffte diese
Euphorie schnell wieder und das alt gewohnte Bild der nachgebenden
Börsenkurse stellte sich wieder ein. Die Wachstumsbörse bleibt nervös.
Die Schwankungsbreite im Nasdaq betrug in der abgelaufenen Börsenwoche
17,5 %. Per Saldo hatte sich aber nicht viel getan. Die Wochenperfor-
mance lag zuletzt bei minus 0,9 %. Der weiterhin intakte Abwärtstrend
verläuft zur Zeit zwischen 2685 und 2030, wobei sich die Nasdaq
momentan eher vom oberen Ende in Richtung Süden bewegt. Auf dem Weg
liegen vor uns Unterstützungen um die 2400 und 2250 Punkte. Vor allem
die untere Marke sollte dem Markt zunächst Halt bieten, da diese in
den letzten Wochen bereits mehrfach angetestet wurde.
Auch für die vor uns liegenden Wochen sehen wir keine steigenden Kurse
an der Nasdaq. Ganz im Gegenteil: zeigt doch der Zinsschritt der Fed,
der zwischen den planmäßigen Sitzungen vorgenommen wurde, wie ernst
die Konjunkturlage in den USA ist. Eine sich verlangsamende Wirtschaft
ist nicht der Nährboden für Kurssteigerungen der Wachstumsaktien. Die
Ge-winnwarnungen werden anhalten. Die nachlassende Konsumneigung der
Amerikaner vermindert den Absatz der Unterneh-men und führt zu
Verringerungen oder Verschiebungen von Investitionen. Die geplanten
Wachstumsraten für Umsatz und Er-trag dürften nicht erreicht werden.
Da diese Planzahlen aber in den Kursen eingepreist waren, kommt es mit
jeder weiteren Gewinnrevision zu Kursverlusten. Bis erkennbar ist, wie
stark die Verlangsamung der US-Konjunktur tatsächlich ist und wie sich
diese auf die einzelnen Branchen auswirken wird, raten wir weiterhin,
von Käufen abzusehen. Als Orientierung für einen Stimmungsumschwung
dient uns der Bruch des oben geannten Abwärtstrendkanals.
5. Japanischer Aktienmarkt
Bei Nikkei 225 Index errechnet sich mit dem Jahresschlußstand von
13785 Punkten eine tiefrote Jahresperformance von minus 27,2 %, die
schlechteste Wertentwicklung seit zehn Jahren (1990 lag das Minus bei
38,7 %). Mit dem aktuellen Wochenschluß bei 13867 Punkten errechnet
sich seit dem 22.12. (Tag unseres letzten Aktienmarktkommentars in
2000!) allerdings zumindest eine positive Wertentwicklung von 3,3 %.
Innerhalb dieses Zwei-Wochen-Zeitraums wurden die Verlaufsextremwerte
bei 14019 und 13597 markiert. Das neue Jahr 2001 begann schwach mit
wachsendem Pessimismus und anhaltendem Vertrauensverlust. Es gibt
wenig erfreuliche volkswirtschaftliche Nachrichten: Ein unerwartet
starker Rückgang der japanischen Industrieproduktion und steigende Ar-
beitslosenquoten dämpfen die Hoffnungen auf einen Aufschwung in Japan.
Zweifel über eine nachhaltig positive Wirkung der US-Leitzinssenkung
haben die Erholungsbemühungen ausgebremst. Getragen wurde die zuletzt
ansatzweise festere Tendenz durch führende Technologiewerte und der
neuen Hoffnung auf ein "soft landig" der US-Wirtschaft.
Technisch dient beim Nikkei ein bereits schon einmal gebrochenen
Abwärtstrend vom April 2000 bei derzeit 13660 als Orientierungsmarke,
bevor wir diese Linie demnächst mit einer veränderten Neigung zeichnen
werden. Der seit Juli 2000 Bestand habende Abwärtstrendkanal (16130 -
14160) konnte bislang nicht zurückerobert werden. Die untere
Begrenzung dient als kurzfristiger Widerstand. Dafür pendelte der
Index zuletzt zwischen der Widerstandszone 13800/14600 und der Unter-
stützungszone 13300/12900. Das kurzfristige Erholungspotential sehen
wir im Bereich eines Gaps (Kurslücke) vom 15. Dezember 2000 zwischen
14883 und 14832 begrenzt. Einige Marktindikatoren geben neutrale
Signale. Die Stimmung bleibt eingetrübt.
6. DAX-Technik
Den DAX hat die Rettung, die durch die Zinssenkung der US-Notenbank
auch den deutschen Aktienmarkt ereilte, in letzter Minute ereilt. Dies
war auch dringend notwendig. Wie wir bereits früher ausführten, erwar-
ten wir, daß sich der DAX zwischen 6200 und 7400 bewegen wird. Auf der
unteren Marke kam zuletzt tatsächlich die Abwärtsbewegung zu stehen.
Diese wird damit für uns zu einer zweiten "Schicksalsmarke". Im Be-
reich um 6200 wirken ein seit Januar 1999 bestehender Aufwärtstrendka-
nal sowie eine Unterstützung, die vom Sommer-Hoch 1998 markiert wird.
Noch kann keine Entwarnung gegeben werden, da sich der DAX weiter in
einem Abwärtstrendkanal seit März 2000 zwischen 6910 und 6180 befin-
det. Darin verläuft ein seit Anfang November intakter Abwärtstrend bei
aktuell 6540, der als Widerstand das kurzfristige Erholungspotential
begrenzt. Auf der anderen Seite bleibt aber auch der "alte" Aufwärts-
trendkanal vom Januar 1999 zwischen 6110 und 6830 intakt. Welcher der
beiden genannten Trendkanäle die Oberhand gewinnt, wird sich bald
entscheiden. Eine Erholungsbewegung könnte bis an unsere "alte Schick-
salsmarke" bei 6780 führen. Bei einer Fortsetzung der Abwärtsbewegung
sehen wir Potential bis 5600 DAX-Punkte. Aus technischer Sicht sollte
infolge der Unsicherheit über den weiten Weg das "Pulver" noch trocken
gehalten werden.
Die Volatilität (Schwankungsintensität) ist, bedingt durch den
dramatischen Jahresbeginn, zuletzt wieder deutlich angestiegen. Die
Stimmung, gemessen an der Put/Call-Ratio der Aktienoptionen auf
geglätteter Ein-Wochen-Basis, ist als neutral zu werten, aufgrund der
insgesamt ausgedünnten Geschäftstätigkeit "zwischen den Jahren"
allerdings wenig aussagekräftig. Andere Marktindikatoren geben
neutrale bis positive Signale.
7. Rentenmarkt und Euro
Der Wechselkurs des Euro gegenüber dem US-Dollar kletterte über das
Jahresende hinweg weiter und überschritt den von uns genannten Zielbe-
reich um 0,95 $-Cent. Damit profitiert die europäische Gemeinschafts-
währung weiterhin von der US-Dollar-Schwäche im Zuge der Diskussionen
hinsichtlich US-Rezessionsgefahren. Die makroökonomischen Perspekti-
ven, die schon im Laufe des Jahres 2000 für eine Höherbewertung des
Euro sprachen, setzen sich durch, mit in der Folge kräftigen Devisen-
marktreaktionen.
Die US-Notenbank (Fed) hat die erst Ende Januar erwartete Leitzinssen-
kung überraschend vorgezogen und damit den Beginn einer Zinswende ein-
geläutet. Die Zielrate für Tagesgeld wurde um 50 Basispunkte auf 6 %
gesenkt, der Diskontsatz in zwei Schritten hintereinander um jeweils
25 Basispunkte auf 5,5 %. Ist in den USA rezessive Gefahr in Verzug
und waren die zuvor insgesamt sechs Leitzinsanhebnungen des Guten
zuviel? Zumindest sehen die Fed-Lenker weiterhin die wirtschaftlichen
Abschwächungsrisiken überwiegen und signalisieren weitere Zins-
senkungsbereitschaft.
Erwartungsgemäß hat die Europäische Zentralbank (EZB) auf ihrer ersten
Sitzung im neuen Jahr keine Leitzinsbeschlüsse gefaßt. Die EZB sieht
abnehmende Preisstabilitätsrisiken, vor allem durch rückläufige
Rohölpreise, Euroerholung sowie abnehmende Konjunkturwachstums- und
Zinsdifferenzen zwischen Euroland und den USA. Dieses Umfeld will man
vorrangig stabilisieren. Die Leitzinserhöhungen in 2000 zeigten die
gewünschte Wirkung. Eine zinspolitische Wende will die EZB jedoch
bislang nicht signalisieren. In diesem Zusammenhang interpretiert die
EZB den größten Erfolg der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion
durch die Erhaltung der Preisstabilität in Euroland. Leider sei es
jedoch nicht gelungen, der Bevölkerung zu vermitteln, daß der Euro als
Währung nicht erst noch komme (Bargeldeinführung ab Januar 2002),
sondern schon längst vorhanden ist (Gemeinschaftswährung seit Januar
1999). Wir meinen, eine künftig besser koordinierte öffentliche
Kommunikation aus der EZB-Führungsetage wäre dabei ein wichtiger
Beitrag. Dies gilt aber nicht nur hinsichtlich der Euroentwicklung,
sondern auch bei weiteren geldpolitischen Aussagen.
Eine leichte Abkühlung der Wirtschaftsentwicklung in Westdeutschland
signalisierte der Handelsblatt-Frühindikator. Für Ostdeutschland sieht
man dagegen eine leichte Erholung. Insgesamt dürfte Euroland
konjunkturell auf moderatem Expansionskurs bleiben, bei gleichzeitig
reduziertem Inflationsdruck.
Der Rentenmarkt bleibt auf der "Sonnenseite" infolge der anhaltenden
Aktienbaisse. Die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen bewegt sich
deutlich unter der 5-%-Marke. Zuletzt konzentrierten sich die Gewinne
bei den Anleihenkursen im Hinblick auf die US-Leitzinssenkung
insbesondere auf das kurze Laufzeitende. Bei langen Laufzeiten gab es
Gewinnmitnahmen nur im Zuge kurzzeitiger Aktienmarkterholungen. Die
Zinsstrukturkurve wird in 2001 am kurzen Ende wieder steiler werden.
Wir erwarten, daß weiteres Zinssenkungspotential für den Rentenmarkt
besteht, sich durch die Leitzinswende in den USA allerdings
verringert. Solange es am Aktienmarkt nicht zu einer klaren Trendwende
kommt, sind die Chancen auf anhaltend niedrige Renditen gut. Wir
empfehlen für Investoren am deutschen Rentenmarkt unverändert den
mittel- bis langfristigen Laufzeitenbereich.
8. Fazit - Ausblick - Empfehlung
Der Aktienmarkt ist dieses Jahr - wörtlich genommen - mit einem kräf-
tigen Rutsch ins Neue Jahr gegangen. Kurzfristige Kursgewinne und das
Erreichen persönlicher Break-even-Marken verleiten in diesen Zeiten
immer wieder zu Glattstellungen. Die noch vor einem Jahr gesehene bei-
spiellose Begeisterung für den TMT-Sektor (Technologie-Medien-Telekom-
munikation) hat zwischenzeitlich praktisch um 180 Grad gedreht. Statt
der damals in Mode gewesenen Trendfolge achtet man nun fast schon
penibel auf fundamentale Faktoren. Die reihenweise korrigierten Unter-
nehmensgewinne zeigen für 2001 ein, wenn überhaupt, deutlich lang-
sameres Wachstum, als noch zu Anfang 2000 prognositiziert wurde. Vom
herdentriebartigem Optimismus geblendet, glaubten damals viele Anleger
und Analysten zu unkritisch den Wachstumsstories der New Economy. Die
dadurch nach oben gehebelten Überbewertungen wurden und werden nunmehr
gandenlos nach unten geprügelt. Speziell am Neuen Markt findet man nur
noch wenige Aktienwerte, die die Investoren bislang noch nicht
enttäuscht haben. Durch die Vertrauenskrise ist der Bewegungsspielraum
für Kurserholungen derzeit relativ begrenzt. Andererseits besteht aber
viel Fallhöhe, wenn Gewinnwarnungen veröffentlicht werden. Vor
weiteren Meldungen über Erosion bei Umsätzen und Erträgen werden wir
in 2001 nicht verschont bleiben. Insbesondere die bevorstehende
Quartals-/Jahresberichtssaison wird mit Spannung erwartet.
Von der tief sitzenden Verunsicherung gegenüber den Werten der New
Economy sollten insbesondere Old-Economy-Titel in Form von
Umschichtungen profitieren können. Aber auch einzelne Qualitätsaktien
der Wachstumsbörse Neuer Markt verdienen hier unter langfristigen
Aspekten Beachtung. In Marktkreisen werden für sämtliche der im STOXX
vertretenen Branchen in 2001 jeweils zweistellige Gewinnwachstums-
chancen erwartet (Ausnahme: Energie wird einstellig bleiben).
Die Stimmung auf dem Börsenparkett bleibt angeschlagen, auch wenn so
manche positiven Aspekte zunehmend sichtbar werden, wie zum Beispiel
die vorhandenen Perspektiven einer Zinswende dies- und jenseits des
Atlantiks, die durch die Lockerung der US-Zinspolitik eingeläutet wur-
de. Dies und eine US-Konjunkturabschwächung werden auf Sicht auch die
EZB nicht "kalt" lassen. Vorhandene Liquidität wartet auf Kaufsignale
und Anlagen in fundamental qualitative Aktientitel. Die traditionell
übliche Anlagebereitschaft zum Jahresanfang wird zunächst aufgescho-
ben. Die übertriebenen Aktienkurse vom Frühjahr sind endgültig Vergan-
genheit, vor allem an den Wachstumsmärkten Neuer Markt und Nasdaq, die
Notierungen nähern sich den fundamentalen Gewinnerwartungen an. Auch
die steuerliche Reformfreude bringt positive Einkommens-/Privat-
verbrauchsseffekte. Insgesamt betrachtet also durchaus robuste
fundamentale Rahmenbedingungen für Aktienanlagen.
Zu Beginn des neuen Jahres steht der DAX vor der Entscheidung einer
Fortsetzung der Talfahrt oder der Hoffnung auf eine tragende Bodenbil-
dung. Wenn die 6200-Marke auf Schlußkursbasis nachhaltig unterschrit-
ten wird, werden wir schnell die Fünf an der Tausenderstelle des Index
sehen. Alle im Rahmen dieser Publikation besprochenen Indices stehen
wieder mal "auf Messers Schneide", also nahe an technisch wichtigen
Unterstützungsmarken und "alten" Aufwärtstrends. Ein entscheidender
Risikofaktor für die international wichtigen Aktienmärkte bleibt die
weitere Entwicklung in den USA, insbesondere hinsichtlich der noch
nicht gebannten Sorgen um ein "hard landing" der Wirtschaft bzw. einer
Rezession. Die anhaltend hohe Volatilität deutet auf die unverändert
starke Nervosität der Marktteilnehmer.
In der vor uns liegenden Handelswoche werden institutionelle Inves-
toren, insbesondere Fondsmanager, wieder voll in die Marktentwicklung
einsteigen. Nach einem damit verbundenen steigenden Handelsvolumen
wird eine Erholung möglich sein. Für eine Jahresanfangsrallye fehlt
allerdings der "Mumm in den Knochen". Es gehört auch weiterhin viel
Mut dazu, in dieser Situation vorhandene Bestände durchzuhalten oder
neu zu investieren - übrigens ebenso, wie noch im Frühjahr Courage
dazu gehörte, in den anscheinend nicht enden wollenden Kaufrausch
Verkaufsorders zu plazieren.
Aus dem regenverhangenen Nürnberg senden wir Ihnen alle guten Wünsche
für das neue Jahr 2001, damit so viele Ihrer Vorsätze wie möglich in
Erfüllung gehen mögen und für Sie nicht der Spruch zutrifft: "Der Weg
zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert".
Ihr SchmidtBank-Researchteam aus Nürnberg
Quelle: SchmidtBank Research
Verfasser: Alois Bauer, Thomas Brodehl, Mike Otto
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3. GEWINNER UND VERLIERER DER WOCHE
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Die Gewinner und Verlierer der Börsenwoche
vom 29.12.2000 bis 05.01.2001 [16:24 Uhr]
Wochen-Hits 29.12.00 05.01.01 %
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Computec Media 6,95 12,40 +78,42
Infor 4,15 7,30 +75,90
Digital Advertising 5,50 9,20 +67,27
Herlitz ST 6,30 10,30 +63,49
Burgbad VZ 3,19 4,90 +53,61
Gigabell 1,32 1,86 +40,91
Bonifatius Hospital 3,00 4,15 +38,33
update.com 1,51 2,07 +37,09
MorphoSys 125,00 170,20 +36,16
Utimaco Safeware 3,50 4,75 +35,71
Wochen-Flops 29.12.00 05.01.01 %
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Intershop Communications 33,50 8,15 -75,67
letsbuyit.com 1,29 0,39 -69,77
Herzog Telecom 3,80 2,10 -44,74
I-D Media 7,80 4,35 -44,23
Media Netcom 20,90 12,00 -42,58
Pixelpark 36,40 21,00 -42,31
Brokat Infosystems 20,20 11,70 -42,08
ce Consumer Electronic 17,50 10,20 -41,71
Blue-C 3,95 2,40 -39,24
IVU Traffic 7,45 4,60 -38,26
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4. CONSORS FAVORITEN
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Die meistgehandelten Werte bei Consors (29.12.2000 - 04.01.2001)
1. INTERSHOP COMMUNICATIONS AG 622700
2. DEUTSCHE TELEKOM AG 555750
3. SAP AG SYSTEME ANW.PRD.I.D.DV. 716463
4. DAIMLERCHRYSLER AG 710000
5. BROKAT AG 522190
6. BROADVISION INC. 901599
7. COMMERCE ONE INC. DEL. 924107
8. THIEL LOGISTIK AG 931705
9. CONSORS DISCOUNT-BROKER AG 542700
10. NOKIA CORP. 870737
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5. MUSTERDEPOTS
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Platowbriefe
Aktie WKN Stck. Kaufkurs Kurs
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Internationalmedia 548880 1250 40,00 39,50
Condomi 544490 1000 23,50 26,00
Nortel 929925 890 44,50 36,00
Der Aktionär - Bernd Förtsch
Aktie WKN Stck. Kaufkurs Kurs
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Juniper Networks 923889 80 262,00 120,00
Millenium 900625 400 64,00 53,00
Vertex 882807 400 62,50 58,10
Astropower 912953 450 48,00 38,00
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