Nachrichtendetail 17.05.2012 22:51:55 - UPDATE: MÄRKTE USA/Europa-Sorgen und US-Daten belasten
Neu: Tabelle mit Anleihekursen
NEW YORK (Dow Jones)--Gleich ein ganzes Bündel schlechter Nachrichten hat am Donnerstag die Nerven der US-Anleger strapaziert und für fallende Kurse an Wall Street gesorgt. Zu dem politischen Desaster im schuldenstrapazierten Griechenland gesellten sich eine Abstufung der Bonität des Landes durch Fitch, Sorgen über den Zustand des europäischen Bankensektors sowie ein überraschend schlecht ausgefallener Philadelphia-Fed-Index. Die als sicherer Hafen geltenden Staatsanleihen der USA erklammen neue Hochs. Der Euro zeigte sich sehr volatil und schwankte um die Marke von 1,27 US-Dollar. Technologiewerte litten unter der drohenden Angebotsschwemme durch das am Freitag bevorstehende Facebook-IPO.
Der Dow-Jones-Index sank um 1,2 Prozent auf 12.443 Punkte, während der S&P-500 1,5 Prozent leichter bei 1.305 Punkten aus dem Handel ging. Der Nasdaq Composite verlor 2,1 Prozent auf 2.814 Punkte. Der Umsatz lag bei 0,95 (Mittwoch: 0,87) Milliarden Aktien. Dabei standen den 425 (1.069) Kursgewinnern 2.669 (1.980) -verlierer gegenüber, 67 (92) Titel schlossen unverändert.
Europa hält die Märkte weiter in Atem
Die schlechten Nachrichten aus Europa rissen nicht ab: Nach den Griechen vertrauen auch die spanischen Bürger ihrem Bankensystem immer weniger und haben offenbar damit begonnen, ihre Konten leerzuräumen. Der Bankensturm auf die jüngst teilverstaatlichte Sparkasse Bankia löste im Handel Bedenken aus, ob der gesamte spanische Bankensektor in Gefahr ist.
Hinzu kam eine Abstufung der griechischen Bonitätsnote durch Fitch. Die Ratingagentur verwies zur Begründung auf die fehlgeschlagene Regierungsbildung und das gestiegene Risiko für einen Austritt des Landes aus der Eurozone. Nach Mitteilung von Fitch wurde das Emittentenausfallrating für langfristige Verbindlichkeiten in Fremd- und Eigenwährung auf "CCC" von "B-" gesenkt. Erst vor zwei Monaten hatte Fitch Griechenland auf "B-" angehoben.
Dazu kamen Berichte über mögliche Herabstufungen im spanischen Bankensektor durch die Ratingagentur Moody's. Laut der spanischen Zeitung "Expansion" wird Moody's die Ratings für bis zu 21 Geldinstitute senken. Herunterstufungen kämen nicht unerwartet, treffen die Börsen allerdings zu einem schlechten Zeitpunkt. Moody's hatte zu Wochenbeginn bereits 26 italienische Banken heruntergestuft.
Es bestehen weiter all diese Makrosorgen und die Leute fragen sich, ob sie auch auf die USA überschwappen werden", sagte Diane Jaffee von TCW Group. "Europa wird eine sehr lange Zeit brauchen, um seine Probleme zu lösen."