Mittlerweile dreht es sich bei den Diskussionen zur BVB-Aktie leider erneut wieder einmal ausschließlich um einzelen Spieltagsergebnisse.
Wie oft wurde z.B. das "Aus" in der CL eigentlich eingepreist? Fing das eigentlich schon nach der Heimniederlage gegen Real an, oder erst beim Hinspiel gegen Nikosia oder dem Rückspiel? Gestern und heute wurde dann ja nochmal eingepreist. Kommt man also auf drei bis vier "Einpreisungen".
Wenn das so weitergeht, könnte es natürlich noch ganz bitter werden. Eine Niederlage morgen gegen Schalke und damit wohl unweigerlich ein weiterer Absturz in der Tabell auf einen trüben Mittelfeldplatz sollte erneut ein paar Prozent kosten. Da auch die verbleibenden Spiele der Hinrunde wohl kaum alle gewonnen werden, wird es also weiter bergab gehen.
Wenn dann noch das Aus im Pokal kommen sollte (was in München nicht gerade unwahrscheinlich ist) stünde spätestens dann die nächste "Einpreisung" an. Aus im Achtelfinale statt Pokalsieg bedeutet ja im Vergleich zum Vorjahr auch nochmal ein Minus von 10 bis 15 Mio.
Wenn die mit dem CL-Aus verbundenen Mindereinnahmen von über 20 Mio bereits zu einer Reduzierung der MK von rund 180 Mio geführt haben, sollte ein Pokal-Aus dann fairerweise auch nochmal für knapp 100 Mio reichen. Nach dieser Logik läge die Marktkapitalisierung zum Jahresende bereits unterhalb eines konservativ berechneten Kaderwerts von 430 Mio.
Verpasst man am Ende der Saison tatsächlich die CL-Quali und damit einen Betrag von 50 bis 60 Mio müsste die Marktkapitalisierung dann so langsam ins Negative drehen.
Aber jetzt mal im Ernst:
Sicherlich ist der BVB leider nicht in derselben Lage wie z.B. Manchester United, wo der Marktwert auch von längeren sportlichen Misserfolgsphasen weitgehend unberührt bleiben kann. Trotzdem ist doch auch hier das Ausmaß der Reaktionen völlig überzogen.
Stand jetzt wird es in dieser Saison durch das frühe Ausscheiden in der CL zu einigen Umsatzeinbußen kommen. Allein die fehlenden Punkteprämien aus der Gruppenphase und die Prämien für Achtel- und Viertelfinal liegen bei rund 18 Mio. Es ist allerdings auch noch möglich, zumindest einen Teil dieser Verluste durch einige Runden in der EL (so man sich qualifiziert) zu kompensieren. Sollte man im DFB-Pokal ausscheiden, wird sich dieser Umsatzverlust nochmals um 10 oder vielleicht auch 15 Mio erhöhen.
Diesen Mindereinnahmen stehen aber nicht nur erhöhte Einnahmen in anderen Bereichen (TV-Gelder), sondern eben auch der Dembele-Verkauf gegenüber. Mag sein, dass die Zahlen für dieses Jahr dann nicht ganz so gut ausfallen, wie man vielleicht hatte erwarten können, trotzdem ist ein Minus von knapp 30 Prozent absoluter Wahnsinn.
Ansonsten bleibt es halt abzuwarten, ob man das wichtigste Saison-Ziel (erneute CL-Quali) erreichen wird.