Die Börsenzwerge kommen wieder ganz groß raus
Seit Neuordnung der Indizes laufen Nebenwerte Blue Chips den Rang ab - MDax und SDax mit vielen unterbewerteten Titeln
von Sophie Debus
Frankfurt am Main - Klein, aber fein: Die Small- und Midcaps der deutschen Börsenlandschaft ziehen offenbar immer mehr die Aufmerksamkeit der Investoren auf sich. Der SDax stieg in den vergangenen sechs Monaten um knapp 43 Prozent. Auch der MDax entwickelte sich mit einem Plus von 35,75 Prozent besser als der Dax, der um 33 Prozent zulegte. "Die Nebenwerte sind zwar deutlich kleiner, performen aber spürbar besser als die Blue Chips", sagt Frank Hartmann, Sprecher der Deutschen Börse AG.
"Viele Nebenwerte sind in 2002 zu Unrecht überdurchschnittlich nach unten geprügelt worden, weil Investoren sie aus Liquiditätsgründen nicht mehr im Portfolio halten wollten", erklärt Heiko Bienek, Analyst bei der Fondsgesellschaft Lupus Alpha. So sei es zu Situationen gekommen, in denen Aktien mit einem Kurs/Gewinn-Verhältnis von fünf oder sechs und Dividendenrenditen von fünf bis acht Prozent deutlich unter ihrem Buchwert notierten. "Hier sagt die wirtschaftliche Logik, dass die Papiere krass unterbewertet sind - das macht sie für Investoren interessant." Die niedrigen Bewertungen heizen außerdem Übernahmespekulationen an, und die wiederum verleihen Börsenkursen immer wieder Flügel.
Die Zusammensetzung des SDax nach der Neuordnung der Indizes im März dieses Jahres trage ihren Teil zur guten Performance bei. Die breite Mischung von Unternehmen aus New und Old Economy sowie der hohe Anteil an so genannten Hebelwerten sorge dafür, dass sich der SDax bei einer Börsen- und Konjunkturerholung überproportional gut entwickle, meint Bienek: "Manche Hebelwerte wie Direktbanken oder Chiphändler haben sich seit April 2003 verdoppelt. Das wirkt sich natürlich auf die Performance des Index aus."
Für die Small- und Midcaps interessieren sich vor allem institutionelle Investoren, bei den Privatanlegern ist die Nachfrage noch zurückhaltend. Viele Kleinanleger wüssten schlichtweg gar nicht, dass darunter so bekannte Unternehmen wie Loewe, Villeroy & Boch oder Beate Uhse seien, meint Börsen-Sprecher Hartmann. "Wir unterstützen die SDax-Werte deshalb, geben beispielsweise Tipps zu Investor Relations und Marketing."
Doch während sich die Unternehmenschefs über das geringe Medieninteresse beklagen, sieht Hans Peter Schupp, Fondsmanager bei der Main First Bank, genau hier den entscheidenden Vorteil der Nebenwerte: "Investoren haben hier die größten Chancen, unterbewertete Titel zu finden."
Seit Neuordnung der Indizes laufen Nebenwerte Blue Chips den Rang ab - MDax und SDax mit vielen unterbewerteten Titeln
von Sophie Debus
Frankfurt am Main - Klein, aber fein: Die Small- und Midcaps der deutschen Börsenlandschaft ziehen offenbar immer mehr die Aufmerksamkeit der Investoren auf sich. Der SDax stieg in den vergangenen sechs Monaten um knapp 43 Prozent. Auch der MDax entwickelte sich mit einem Plus von 35,75 Prozent besser als der Dax, der um 33 Prozent zulegte. "Die Nebenwerte sind zwar deutlich kleiner, performen aber spürbar besser als die Blue Chips", sagt Frank Hartmann, Sprecher der Deutschen Börse AG.
"Viele Nebenwerte sind in 2002 zu Unrecht überdurchschnittlich nach unten geprügelt worden, weil Investoren sie aus Liquiditätsgründen nicht mehr im Portfolio halten wollten", erklärt Heiko Bienek, Analyst bei der Fondsgesellschaft Lupus Alpha. So sei es zu Situationen gekommen, in denen Aktien mit einem Kurs/Gewinn-Verhältnis von fünf oder sechs und Dividendenrenditen von fünf bis acht Prozent deutlich unter ihrem Buchwert notierten. "Hier sagt die wirtschaftliche Logik, dass die Papiere krass unterbewertet sind - das macht sie für Investoren interessant." Die niedrigen Bewertungen heizen außerdem Übernahmespekulationen an, und die wiederum verleihen Börsenkursen immer wieder Flügel.
Die Zusammensetzung des SDax nach der Neuordnung der Indizes im März dieses Jahres trage ihren Teil zur guten Performance bei. Die breite Mischung von Unternehmen aus New und Old Economy sowie der hohe Anteil an so genannten Hebelwerten sorge dafür, dass sich der SDax bei einer Börsen- und Konjunkturerholung überproportional gut entwickle, meint Bienek: "Manche Hebelwerte wie Direktbanken oder Chiphändler haben sich seit April 2003 verdoppelt. Das wirkt sich natürlich auf die Performance des Index aus."
Für die Small- und Midcaps interessieren sich vor allem institutionelle Investoren, bei den Privatanlegern ist die Nachfrage noch zurückhaltend. Viele Kleinanleger wüssten schlichtweg gar nicht, dass darunter so bekannte Unternehmen wie Loewe, Villeroy & Boch oder Beate Uhse seien, meint Börsen-Sprecher Hartmann. "Wir unterstützen die SDax-Werte deshalb, geben beispielsweise Tipps zu Investor Relations und Marketing."
Doch während sich die Unternehmenschefs über das geringe Medieninteresse beklagen, sieht Hans Peter Schupp, Fondsmanager bei der Main First Bank, genau hier den entscheidenden Vorteil der Nebenwerte: "Investoren haben hier die größten Chancen, unterbewertete Titel zu finden."