Biotech-Unternehmen stehen vor dem Aus


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Pichel:

Biotech-Unternehmen stehen vor dem Aus

 
27.09.02 13:44

 


 
B Ö R S E N - N E W S
INTERVIEW: Viele Biotech-Unternehmen stehen nach Expertenansicht vor dem Aus

In der Biotechnologiebranche stehen viele Unternehmen nach Ansicht eines Experten vor dem Aus. Ein erheblicher Teil der Biotech-Firmen kämpfe derzeit um die Anschlussfinanzierung, sagte Robert Tampé, Direktor des Instituts für Biochemie an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt, in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa-AFX.

"Viele wissen nicht, wie es weitergeht", sagte Tampé. Die Firmen stünden entweder vor dem Konkurs oder warteten darauf, übernommen zu werden. "Die Frage ist nur, ob die Großen die Kleinen fressen wollen."

Nach der Aufbruchstimmung habe sich nun Ernüchterung breit gemacht, sagte der Wissenschaftler. "Das Stimmungsbarometer ist sehr stark nach unten geschlagen, die Biotechnologie-Branche hat weltweit einen Durchhänger." Vorstellungen, dass Investoren bei Biotech-Unternehmen binnen weniger Jahre Gewinne abschöpfen könnten, seien naiv gewesen. Durchschnittlich dauere es etwa zehn Jahre von der Grundlagenforschung bis zum Abschluss der klinischen Studien. "Gewinne fließen erst in zehn oder 20 Jahren."

ABWARTENDE HALTUNG

Derzeit herrsche in der Branche insgesamt wie auch am Finanzmarkt eine abwartende Haltung. Gerade kleinere Biotech-Unternehmen, die ohne zweites Standbein wie Dienstleistungen seien, suchten derzeit nach einem größeren Partner. Zudem gebe es einen Trend bei großen, weltweit operierenden Pharmaunternehmen, die Entwicklungsabteilungen in die USA auszulagern. Dies berge die Gefahr, dass der Wissenschaftsstandort Deutschland ausblute.

Um die Biotechnologie nach vorn zu bringen, müssten marktstrategische und wissenschaftliche Gesichtspunkte näher zusammen wachsen. "Eine engere Verknüpfung von Wirtschaft und Industrie sowie der Forschung ist nötig", sagte der Wissenschaftler. Auch gingen Risikokapitalgeber nach wie vor zu zögerlich etwa auf die Universitäten zu.

KRITISCHE MASSE

Deutschland habe zwar gemeinsam mit Großbritannien bereits eine herausragende Position in Europas Biotechnologie. "Doch man braucht eine kritische Masse aus Forschung, Politik, großer Pharmaindustrie, Finanzgebern und Analysten, um die Biotechnologie zu katalysieren", erklärte Tampé. So seien in Martinsried (bei München) mit Blick auf die Biotechnologie Anfang der 90er Jahre alle Ampeln auf Grün geschaltet worden.

In den USA gebe es neben exzellenten Universitäten auch eng miteinander verwobene Netzwerke aus Wissenschaftlern, Kleinunternehmern und Industrie. "Das sind Netzbeziehungen, die wesentlich schneller als in Deutschland greifen, wenn der Markt wieder anzieht."

ROSIGES MARKTPOTENZIAL

Dass die Biotechnologie ein "rosiges Marktpotenzial" habe, stehe außer Zweifel, sagte der Forscher. Beispiele seien therapeutische Proteine, das "tissue engineering" (Nachzüchten menschlicher Organe oder Gewebestrukturen) oder "functional proteomics" (die Analyse des menschlichen Genoms, also des Erbguts, auf Enzymebene). "Forschung ist ein langfristiges Geschäft", sagte der Experte. "Und so müssen auch die Investitionen getätigt werden."/ar/ep/hn/ --- Von Alexandra Ringleb, dpa-AFX ---



27.09.2002 - 13:24
Quelle: dpa-AFX



Gruß  Biotech-Unternehmen stehen vor dem Aus 799917
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Sinus:

sehr interessant ! o.T.

 
27.09.02 13:50
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n1608:

Iregndwann werden die Banken bemerken, dass

 
27.09.02 14:03
man mit zurückhaltung in allen Bereichen kein geld verdienen kann. das handelsgeschäft fast komplett zusammengebrochen; die kreditvergabe an den mittelstand gestoppt; venture capital - was ist das?

neben der politik, die die verbesserung der wirtschaftlichen rahmenbedingungen sträflich vernachlässigt hat, sind die banken m.E. die hauptschuldige an der momentanen wirtschaftlichen situation in D.
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Katjuscha:

@n1608, Wenn ich Moderator wäre, würde ich

 
27.09.02 14:14
Dir drei Grüne geben!

Ich kenne mehrere Bankkaufleute, die in großen Kreditinstituten für die mittelständischen und Großkunden zuständig sind! Derzeit sind diese angewiesen kein Kapital auszugeben! Nur in extremen Ausnahmefällen werden noch Kredite vergeben!

Es ist traurig, und schadet der Konjunktur mehr als dieses Gequatsche über eine verfehlte Wirtschaftspolitik oder das verlorene Vertrauen durch die abstürzenden Börsen!


katjuscha
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n1608:

@katjuscha - Bin selber Mittelständler und muß

 
27.09.02 14:28
seit geraumer zeit die neue realität im bankengewerbe am eigenen leib erfahren. das sind fast alles verbrecher. selbst kurzfristige liquidität in höhe von 5.000 € sind die wichser nicht bereit rauszurücken, selbst wenn du forderungen in 10-facher höhe von versicherern und bauträgern erwartest und dir diese gesellschaften bestätigungen ausstellen. vor 2 monaten ist es so weit gekommen, dass wir gezungen waren mit den gmbh-ec-karten in D und den niederlanden so weit abzuräumen, bis der account gesperrt war. danke an die deutsche bank!

die einzigen die weiter zu kleinen mittelständler stehen, obwohl sie selber tiet in die roten zahlen gerutscht sind, ist die kölner bank. ein großes kompliment an unseren betreuer, der leider wie 120 andere gerade seine kündigung bekommen hat.  
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