zu OesiBua: ich glaube Du hast zwar Recht, dass AT&S in Österreich viele Arbeitsplätze sichert. Aber das ist im Vergleich zu den AT&S Arbeitsplätzen außerhalb von Österreich vergleichsweise gering. Wäre der Einstieg der ÖBAG (aus der Sicht des Staates) eine Maßnahme zur Arbeitsplatzsicherung, müsste man das schon sehr hinterfragen, denn man würde mit Österr. Steuergeld auch Arbeitsplätze in China, Malaysien, Indien sichern. Ich glaube also, das wird weniger die Motivation sein.
zu OesiBua - "Kleinstaktionären": Warum sollte 2/3 Kleinstaktionäre per schlecht sein ? Angenommen man hat ein gutes Management, ein gut laufendes Unternehmen und zwei langjährige größere Aktionäre die 1/3 halten - dann sind viele Kleinstaktionäre eigentlich recht angenehm. Die haben - de facto - kaum realistische Gestaltungsmöglichkeiten, eben weil sie so aufgesplittert sind, und eine feindliche Übernahme praktisch umzusetzen, stelle ich mir auch recht schwierig vor, wenn da tausende Leute dafür gewonnen werden müssten. Und dann hätte man das Unternehmen feindlich übernommen und mit Androsch und Dörflinger bei jeder größeren Entscheidung eine Sperrminorität gegen sich. MIch jedenfalls stört die Struktur nicht.
Und der Staat als "guter Teilhaber" ? Naja, mal abgesehen von den Entsendungsfragen von Vertretern des Staates in Organe der AT&S (ich glaub, da hat grad mal wieder ein Gerichtsverfahren gegen einen ehemaligen Bndeskanzler begonnen ...), kann der Staat seine Anteile ja auch einfach wieder verkaufen. Und zwar ohne viel andere Aktionäre zu fragen. DANN aber ist das ein signifikanter Unternehmensteil mit 25 %
Dass der Staat zusätzliches Geld in die Kasse fließen lässt, wenns nötig ist, das bezweifle ich. Mal ganz abgesehen davon, dass man sich als Staatbürger ohnedies fragen muss, ob es Aufgabe des Staates ist, sich an Unternehmen zu beteiligen (mal abgesehen von Bereichen der Grundversorgung der Bevölkerung wie Energie, Gesundheit etc...). Das denk ich mir aber auch schon bei Flughäfen und Spielcasinos etc...
zu Androsch in der Kronenzeitung: Wenn das Zitat der Krone Androsch korrekt widergibt, dann hätte er sich ja eigentlich NICHT gegen die ÖBAG ausgesprochen, sondern nur gegen den derzeitigen Preis. ("Nicht um diesen Preis"). Ich kann mir auch gar nicht vorstellen, dass das Management derartige Maßnahmen wie Verhandlungen zu einer KE unternimmt, ohne dass Androsch und Dörflinger davon was wissen. Da wäre Hr. Gerstenmayer, denke ich, ablösereif.
Was auffält ist: aktuell reden alle von 25 % Staatsanteil. Wenn ich das richtig im Kopf hab, dann war von einer 50 %igen KE die Rede. Wer kriegt "den Rest" ? Streubesitz, noch ein Großaktionär, oder eventuell kaufen Androsch und Dörflinger zu ?
Zur Motivation und Hintergrund einer KE
Wie immer tappen wir im Dunkeln. Ist in gewisser Weise logisch, denn wenn ein Unternehmen, strategische Schachzüge öffentlich kommuniziert, wird wenig gelingen. Das macht aber unser Forum spannender, weil man dann eben alle möglichen Optionen ausloten kann. Ich für meinen Teil sehe immer mehr eine Großinvestitin im Sinne eines neuen Werkes in den USA (oder hilfsweie Europa). Ich denke mir das so:
Würde die KE dazu da sein, um Schulden zu bedienen, wäre man nicht erst jetzt draufgekommen, dass dafür Bedarf besteht. Man hätte eine KE schon bei € 40,00 im Auge gehabt. Im Gegenteil, es wurde immer wieder darauf hingewiesen, dass die Schulden handhabbar sind, dass genügend Geld da ist. Stimmt das Interview in der Krone, sagt Androsch auch jetzt noch immer.
Zudem gibt es überall Prognosen betreffend den Markt und speziell den Mitbewerb, die alle nach oben zeigen. Demensprechend entwickeln sich auch die Börsenkurse, vnn NVIDIA über AMD bis INTEL. Gibt keinen vernünftigen Grund davon auszugehen, dass die Markterholung um AT&S einen Bogen schlüge ....
Also Frage 1: Eine KE um mit dem Geld Kulim II maschnell zu bestücken ? Ich weiß zwar nicht, was das kostet - aber wenn man mit der Produktion 1 Mrd. oder gar 2 mehr an Umsatz generiert - pro Jahr ! - kann ich mir nicht vorstellen, dass man die Ausrüstung nicht finanzieren kann (zumal die ja wohl auch budgetiert war, als man zu bauen begann ...). Braucht man dann wirklich eine KE, die beim derzeitigen Kurs rund 500 Mio einbringt (wenn KE mit 50 %), noch dazu wenn man so viele nicht genutzte Kreditlinien hat, die dafür aber den Besitz von Androsch und Dörflinger um 1/3 verwässert - lebenslang ?
Wofür könnte AT&S also 500 Mio brauchen, so sehr dringend, dass Androsch und Dörflinger eine entsprechende Verwässerung akzeptierten (außer die beiden greifen nicht ebenfalls bei der KE zu) ? So wie ich das sehe könnte der BEGINN der Errichtung eines neuen Werkes in den USA oder EU diese Summe rechtfertigen. Dazu kommt dann ein Betrag X Mio an Fördermitteln der USA oder EU für die "Heimholung der Schlüsselindustrie" und den "Rest" verplant man dann "AT&S like" mit den künftigen Einnahmen der noch gar nicht fertigen Werke in Kulim. Für's Anfangen reichen da frische 500 Mio. Und die zu erwartende Umsatzsteigerung in weiteren 5 Jahren, könnte eine Verwässerung dann auch wirtschaftlich für Androsch und Dörflinger ausgleichen - und ohne anzufangen wird's auch in den USA kein Geld aus Fördertöpfen geben, schätze ich. Oder der Mitbewerb bekommt's......
Ich weiß, relativ kühn, der Gedanke und natürlich fehlt die "rauchende Pistole". Aber die pauschale Begründung, man mache die KE um das Wachstum auch in der Zukunft abzusichern, die würde solchen Gedanken jedenfalls nicht entgegenstehen....