Nun ja, ich betreibe weder Exegese noch Hermeneutik, ich lese nur, was da steht - Und ich lese als erstes, dass diese unnötige "Diskussion" über Bargeldobergrenze in D von unserem Hans hier als Argument angeführt wurde - Wobei wir beide ja jetzt feststellen, dass es nicht als Argument taugt - Auch, weil es schlicht eine unwahre Behauptung ist.
Aber da in der Diskussion über Dark Pools ja ständig das Wörtchen 'Transparenz' auftaucht, vielleicht ein paar Punkte zum besseren Verständnis (wobei die Punkte nicht für jeden bzw. alle Dark Pools gelten - Im Prinzip kann jeder seinen eigenen Dark Pool mit seinen Regeln aufmachen):
Auch an einer 'normale' Börse sind die Namen der Käufer bzw. Verkäufer bzw. der Interessenten auch anonym, d.h. niemand weiß, wer viele Wertpapiere zu welchem Kurs kaufen oder verkaufen möchte bzw. dies getan hat. Und auch an einem Dark Pool bekomme ich nach dem Handel eine Abrechnung und muss Steuern bezahlen (also das Finanzamt informieren), die Wertpapiere müssen bei den Depotbanken umgebucht werden usw.usf. Und das schönste Argument: Die verzerrte Preisfindung: In der Regel werden auch an einem Dark Pool Geschäfte mit einem Limit eingegeben, d.h. die Preise werden da nicht gewürfelt, sondern die Käufer bzw. Verkäufer haben schon eine Preisvorstellung.
Was da immer so schön kritisiert wird, ist halt, dass Dark Pools keine Daten für die achsotollen Candlestick-Charts liefern - Man bekommt keine Informationen, wie viele Aktien zu welchen Kursen über den Tisch gingen, was bei 'normalen' Aktienbörsen so üblich ist. Übrigens gibt es sowas bspw. an der EUREX bei den Optionen auch nicht - Das sehe ich auch nur die aggregierten Tagesdaten ( www.eurex.com/ex-de/marktdaten/statistik/tagesstatistiken ).
Auch werden in Dark Pools wohl keine Bid/Asks angegeben - Aber, wie ich bereits schrieb, Aktienmärkte sind hoch liquide, d.h. sollten die Preise in den Dark Pools von den an 'normalen' Börsen abweichen, dann wird schon einer auf die Idee kommen und Arbitrage betreiben, wenn es sich lohnt.
Du siehst, ich sehe in dieser mangelnden Transparenz nicht als die Wurzel allen Übels - Die meisten Märkte sind intransparent - Alle 3 Faktormärkte (nämlich Arbeit, Boden und Kapital) sind zum größten Teil intransparent (und nein, ein Tarifvertrag oder ein Referenzzinssatz sind auch nur Rahmengrößen) - es ist eher die Ausnahme, dass die Märkte 'transparent sind' - Und trotzdem funktionieren Märkte (und das, obwohl es Lemons & Peaches gibt).